Jeder von uns ist im Alltag bereits mit dem Begriff "DFÜ" oder Datenferübertragung konfrontiert worden. Doch was für manche bereits der Weg in eine faszinierende neue Welt geworden ist, erscheint Anderen noch wie ein unübersichtlicher Dschungel aus technischen Einzelheiten und Fachbegriffen. Aber auch versierte Nutzer von Modems und Mailboxen können nicht alle Anwendungen, Soft- und Hardware-Lösungen und Definitionen im Gedächtnis gespeichert haben.
"Reise durch die Netze" ist ein Reiseführer in die Welt der DFÜ und hat anderen Informations- und Nachschlagewerken vor allem eins voraus: Vorgestellt werden nicht einzelne Bereiche aus der Welt der Datenfernübertragung, wie bereits reichlich auf dem Markt vorhanden - dieses Buch vereint alles Wissenwerte unter einem Cover und bietet vor allem Neueinsteigern die Chance einer übersichtlichen und greifbaren Information, ohne daß für die verschiedenen Themen mehrere Bücher gekauft werden müssen.
Der Autor Alexandros Gougousoudis ist in Berlin als Wissenschaftsjournalist aktiv und studiert Publizistik und Informatik. In der DFÜ-Szene ist er bereits seit 10 Jahren in vielen Netzen aktiv und ist Mitglied in der InterNet Society (USA).
Reise durch die Netze
Von Alexandros Gougousoudis
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
*Einführung
*1. Die Hardware
*1.1 Was ist ein Modem?
*Wo liegen die Unterschiede?
*Übertragunsgeschwindigkeiten
*Zusätzliche Funktionen
*Verbindungsprobleme
*Was soll gekauft werden?
*Euro-ISDN
*Anschlußarten
*Endgeräte für ISDN
*Was sollte gekauft werden (ISDN)?
*1.2 Der Anschluß an den Computer
*Der Blick in den Rechner
*Die seriellen Schnittstellen
*Modems installieren
*Internes Modem einbauen
*Externes Modem anschließen
*Der erste Test
*ISDN-Karten
*Der erste Test (ISDN)
*Die Treibersoftware
*1.3 Der PC steuert das Modem
*Die Grundlagen der Modemsteuerung
*Die "AT"-Befehle
*Die S-Register
*Das Modem richtig einstellen
*Die V.25bis Befehle
*Zusammenfassung
*2. Die Anwendung des Modems
*2.1 Die Mailbox (BBS)
*Terminal-Emulationen
*Die Identifizierung
*Nachrichtendatenbank
*Persönliche Nachrichten
*Öffentliche Nachrichten
*Netiquette
*Programmdatenbank
*Dateiauswahl
*Transferieren der Dateien
*Onlinespiele
*Sonstiges
*2.2 Eine eigene Mailbox
*Der Hostmodus
*Direkte Verbindung
*2.3 Spielen über das Modem
*2.4 Der FOSSIL-Treiber
*2.5 Modems im Netzwerk
*Die Methode
*Die Softwareschnittstelle
*Ein Beispielprogramm
*2.6 Die FAX-Option
*Faxen aus DOS
*Faxen aus Windows
*Faxe abrufen
*Faxe und Sprache aufnehmen
*Faxen per Mail
*2.7 ISDN
*2.8 Zusammenfassung
*3. Die Netze
*3.1 Grundlagen
*Nachrichten
*Private Nachrichten
*Öffentliche Nachrichten
*Netiquette
*Verschiedene Netze
*Online vs. Offline
*Von Hand zu Hand
*3.2 FidoNet
*Kosten eines Zuganges
*Die Geschichte des FidoNet
*Die Technik
*Nachrichtenarten
*Verwaltungsstruktur
*Routing im FidoNet
*Regelwächter in den Echos
*Die Nodelist
*Der FIDO-Point
*Brettmanagment
*Dateien up -und downloaden
*File-Netze
*Overlay Netze
*Stärken und Schwächen
*3.3 Das InterNet
*Kosten eines Zuganges
*Die Geschichte des InterNet
*Die technischen Möglichkeiten
*Offline Dienste
*Adressierung
*Online-Dienste
*Einheitliche Bezeichnung von Online-Diensten
*Download im InterNet
*Regelwächter in den Newsgroups
*Grundlagen zu Netzwerken allgemein.
*TCP/ IP als Grundlage des InterNets
*TCP/ IP im Überblick
*Die Funktionsweise
*Beispielübertragung
*Die Liste der InterNet-Systeme
*Zugang zum Netz
*Anschluß an das UseNet
*Anschluß an das InterNet
*Anwendung der Dienste
*Der Online-Account
*Der Point-Account
*SLIP/ PPP- Account
*World Wide Web (WWW)
*Welcher Account den nun?
*Die Zukunft des InterNets
*Stärken und Schwächen
*3.4 CompuServe
*Kosten eines Zuganges
*Die Geschichte von CompuServe
*Die Technik
*Nachrichtenarten
*Adressierung
*Zugangsarten
*Dienstleistungen von CompuServe
*CompuServe per Terminalprogramm
*CompuServe per WinCIM
*Allgemeines
*In ein Forum gelangen
*Nachrichtenbereich
*Dateibereich
*Konferenzräume
*Forum verlassen
*Online / Offline mit WinCIM
*Interaktive Dienste
*InterNet mit CompuServe
*CompuServe mit einem Offline-Reader
*Allgemeines
*Mail schreiben
*Neues Forum erstellen
*Forum bearbeiten
*Nachrichten lesen
*Nachrichten schreiben
*Dateien senden und empfangen
*Austausch der Daten
*Stärken und Schwächen
*3.5 Datex-J (BTX)
*Kosten eines Zuganges
*Die Geschichte von Datex-J
*Die Technik
*Der Anschluß
*Die Software
*Die Steuerung
*Anbieter suchen
*Regionalbereiche
*Mitbenutzer
*Die Datex-J Dienste
*Mitteilungen lesen / schreiben
*Foren
*Multimedia-BTX
*Homebanking
*Shopping
*Verreisen
*Tickern
*InterNet
*Telesoftware
*Das Telefonbuch
*Sonstiges
*Stärken und Schwächen
*3.6 Z-Netz
*Die Kosten eine Zuganges
*Die Geschichte des Z-Netzes
*Die Technik
*Nachrichtenarten
*Adressierung
*Der Z-Netz Point
*Stärken und Schwächen
*3.7 MausNet
*Kosten eines Zuganges
*Die Geschichte des MausNet
*Die Technik des MausNets
*Nachrichtenarten
*Adressierung
*Point im MausNet
*Stärken und Schwächen
*3.8 Der Point
*Die Geschichte der Pointsoftware
*In welches Netz als Point?
*CrossPoint installieren
*Zugangsdaten
*Daten eintragen
*Mit CrossPoint arbeiten.
*Brettliste anfordern.
*Der erste Anruf
*Bretter an -und abmelden
*Die Nachrichtendatenbank
*Nachrichten lesen
*Nachrichten schreiben
*Nachrichten löschen
*Pflichten eines Points
*Stärken und Schwächen
*3.9 Querverbindungen
*Gateways für Online-Dienste und Mail
*Aus dem InterNet
*Aus CompuServe
*Aus dem Datex-J
*Aus dem FidoNet
*Aus dem MausNet
*Aus dem Z-Netz
*Mehrere Netze bei einer Box
*3.10 Andere Netze
*America Online
*Mircosoft Network (existiert nicht mehr)
*Europe Online (existier nicht mehr)
*3.11 Zusammenfassung
*4. Die Recherche
*4.1 Recherche mit Offline-Diensten
*Diskussionsforen
*UseNet
*Z-Netz/ Maus
*FidoNet
*4.2 Recherche mit Online-Diensten
*Recherche im InterNet
*Gophersuche mit Veronica
*Infosuche mit WAIS
*Das WWW als Wissensspeicher
*Recherche in CompuServe
*Executive News Service
*Superhirn IQuest
*Recherche im Datex-J
*Mega-Datenbank Genios
*Suche im SPIEGEL-Archiv
*4.3 Zusammenfassung
*5. Der Blick in die Zukunft
*5.1 Die Entwicklung
*Dienste für Jeden
*Konsequenzen
*5.2 Die Nutzer
*Wer nutzt die Netze?
*Eine kleine Statistik
*5.3 CyberSex
*Heute
*Morgen
*5.4 Zusammenfassung
*Anhang A
*Anhang B
*Anhang C
*Anhang D
*Die CD-ROM
*Spiele
*Programme
*InterNet
*Point
*Texte
*Datex-J
*CompuServe
*Sonstige
*Nullus liber est tam malus, ut non aliqua parte prosit.
Kein Buch ist so schlecht, daß es nicht in irgendeiner Beziehung nützt. (Plinius)
Wer heute verreisen möchte, wälzt Kataloge und geht irgendwann in ein Reisebüro. Wer heute ein Auto kaufen möchte, wälzt Kataloge und geht irgendwann zum Autohändler. Wer Geld überweisen möchte, geht zur Bank, füllt Formulare aus, die er schließlich am Schalter abgibt. Warum? Die Antwort: weil es schon immer so war.
Dabei gibt es heute so vielfältige Möglichkeiten sich das Leben leichter zu machen. Einen Teil der Lösung findet man schon fast in jedem Haushalt. Einen PC und eine Telefonleitung.
Viele Millionen Menschen nutzen weltweit schon ihren PC, um mit Datenbanken oder Menschen zu kommunizieren. Die Motivationen dieser Leute sind vielfältig, sie wollen preiswert einkaufen, Meinungen einholen und austauschen oder sich einfach nur amüsieren.
Dieses Buch soll dem Anfänger, wie dem fortgeschrittenen Nutzer ein Lehrbuch und Werkzeug sein, sich durch Begriffe wie "Infobahn", "Daten-Highway", "Cyberspace" oder "DFÜ" zurechtfinden. Es wird nicht nur einzelne technische Teilaspekte behandeln, sondern auch erklären, wie er das Gelernte sinnvoll und effektiv nutzen kann.
An Vorwissen ist kaum mehr erforderlich, als zu wissen, wo der Computer angeschaltet wird. An diesem Buch wird jeder Spaß haben, der dahin gehen möchte, wo noch nie ein Mensch vorher war.... im CYBERSPACE!
An dieser Stelle, möchte ich mich auch bei meiner Familie, insbesondere bei meiner Mutter und bei meiner Oma und bei meinen Freunden Kai und Oli, für ihre Unterstützung bedanken.
Berlin, Juni 1995 Alexandros Gougousoudis
Dieses Buch richtet sich an diejenigen Leser, die gerne schnell und effizient arbeiten wollen. Einerseits wird erklärt, warum überhaupt ein Modem gekauft werden sollte, andererseits werden viele interessante Möglichkeiten auch bis ins Detail genau erklärt. So wird weder der Anfänger noch der fortgeschrittene Leser etwas vermissen, und alle haben ihren Spaß.
Dieses Buch richtet sich auch an alle Neugierigen, die durch die vielen Berichte in der Presse verunsichert sind und endlich wissen möchten, was es mit dem "Datenhighway" auf sich hat. Neugier ist sowieso eine wichtige Voraussetzung, um dieses Buch zu mögen. Es wird sehr viel Neues geben!
In unserer modernen Gesellschaft ist Information zu einem sehr wichtigen Faktor geworden. Informationen sind Geld, Informationen sind Zeit. Um wichtige Entscheidungen sicher treffen zu können, müssen auch die wichtigen Informationen vorliegen.
Das betrifft nicht nur die Vorstandsetagen, sondern auch den "normalen" Menschen, der sich vielleicht ein Auto kaufen möchte und nun "ungefilterte" Erfahrungsberichte hören will. Wer in absehbarer Zeit also nicht an irgendeinen Informationsdienst teilnimmt, verliert den Anschluß.
Um Informationen beschaffen und senden zu können, sind die Netze entstanden. Computernetze sind Ansammlungen von Rechnern, die entweder über die ganze Welt oder nur in einer Stadt verteilt sind. Diese Rechner sind mit spezieller Hardware (z. B. Modem) und Software verbunden.
Von den vielen Medien, die heute um unsere Gunst buhlen, sind Netze die bislang einzigen, welche bidirektional (in beide Richtungen) arbeiten. Jeder kann Nachrichten empfangen und auch senden. Wer dies an geeigneter Stelle macht, hat ein deutlich größeres Publikum, als so mancher Lokalsender!
Wer also dieses Buch liest, wird am Ende wissen, was ein Modem ist, und welches er sich kaufen sollte. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben wie Netze (z.B. InterNet, BTX), Faxen, Datenaustausch mit der Firma und Spielen werden ganze Kapitel füllen. Dem Leser wird von der Entstehungsgeschichte bis zum heutigen Stand alles von Anfang an erklärt!
Wer soviel über das Heute schreibt, muß sich auch Gedanken über das Morgen machen. Deshalb gibt es in diesem Buch auch schon Infos über Möglichkeiten, die erst in den nächsten Jahren auf uns zukommen werden.
Als Vorwissen ist nicht sehr viel erforderlich. Jeder weiß, wo sein Computer aktiviert wird und wie man auf einer grafischen Oberfläche á la Windows arbeitet. Alles andere lernen Sie hier!
Das Hauptthema dieses Kapitels wird die Technik des Modems sein. Alle geläufigen Funktionen werden erklärt, sodaß der Anwender selber entscheiden kann, was er braucht und was nicht. Trotzdem werden Vorschläge für verschiedene Bedürfnisse gegeben. Da auch ISDN immer beliebter wird, gibt es auch eine Erklärung zu diesem Dienst der Telekom und der Hardware die dazu nötig ist.
Verschiedene Fachzeitschriften oder die Tageszeitungen bieten in ihrem Anzeigenteil eine Menge an sogenannten Modems an. Wer im späteren Betrieb nicht mehr Ärger als Spaß haben will, sollte vorher genau klären, was er kauft und auf keinen Fall am falschen Ende sparen.
Das Wort "Modem" besteht aus den Teilen "MOdulator - DEModulator". Im Sprachgebrauch spricht man von "dem Modem", wobei Puristen gerne von "der Modem" sprechen, da es ja korrekterweise "der Modulator- Demodulator" heißt. In diesem Buch wird aber nur von "dem Modem" gesprochen, da dies der normalen Ausdrucksweise in der Presse entspricht.
Ein Modem wird an einen Computer angeschlossen und dient diesem als Verbindungsglied zur Telefonleitung. Am anderen Ende der Leitung ist ebenfalls ein Modem mit Computer, sodaß sich über die Telefonleitung beide Computer Daten, gleich welcher Form, schicken können.
Um die Daten über das Telefon übertragen zu können, müssen die Daten erst in Töne gewandelt werden; das wird "modulieren" genannt. Die Gegenstelle muß diese Töne wieder in computerlesbare Daten verwandeln können, dieser Vorgang heißt "demodulieren".

Abb. 1.1: Daten in analoge Signale und zurück
Den Modems ist es egal, was für Daten sie übertragen; das können Bilder oder auch Kontonummern sein, daher gibt es keine Modems für spezielle Daten.
In der Werbung werden viele Modemtypen angeboten. Die Preise reichen von 30 DM bis 5000 DM und natürlich sind alle sehr gut. Doch irgendwo müssen die Unterschiede ja sein. Einerseits liegen sie sicher in der Verarbeitung. Ein großer Unterschied ist aber die Übertragungsgeschwindigkeit. Dieser Faktor gibt an, wie schnell Daten von Punkt A nach Punkt B kommen. Da das telefonieren aber keinesfalls billig ist, sollte schon vor dem Kauf klar sein, wie groß die zu übertragenen Datenmengen sein werden. Eine DIN A4 Seite ist mit fast jeder Technik schnell zu übertragen, aber z.B. hochauflösende Bilder mit vielen Farben können schon einige Minuten dauern.
Je schneller die Modems sind, desto teurer sind sie meist auch, da eine höhere Übertragunsgeschwindigkeit gleichbedeutend mit komplizierterer Technik ist, die dann auch mehr kostet. Natürlich ist es auch wichtig, daß eine Gegenstelle existiert, die die gewünschte Geschwindigkeit unterstützt.
Um immer Anschluß zu bekommen, wurden verschiedene Normen von einer zentralen Behörde, der CCITT (Comite Consultatif Internationale de Telegraphique et Telephonique), zur Transfergeschwindigkeit entwickelt. Die wichtigsten sind:
Standards Geschwindigkeit in Bit/s
V.22bis 2400
V.32 9600
V.32bis 14400
V.34 28800
Tab 1.1: Die wichtigsten Transferstandards
Auf dem Markt werden auch Modems verkauft, die noch mehr zusätzliche Geschwindigkeiten können, doch handelt es sich hier meist um herstellerspezifische Standards, die nur von Modems des gleichen Hersteller verstanden werden. Ein klassisches Beispiel ist hier die Firma "ZyXEL", die außer dem Standard V.32bis mit 14.400 Bit/s auch noch 16800 Bit/s und 19200 Bit/s beherrschen.
Da die Normungsbehörden langsamer als die technische Entwicklung sind, entwickeln sich oft "wilde" Standards aus der Industrie. Diese Standards sind meist herstellerübergreifend, aber nicht immer sehr zuverlässig. Beispiele für diese Standards sind V.TERBO und V.FC bzw. V.FastClass.
Modems, die solche Standards unterstützen, können sehr gut sein, doch sollte man bedenken, daß diese "wilden" Standards langsam aussterben, wenn entsprechende "echte" Standards veröffentlicht werden. Gegenstellen, die z.B. V.TERBO (ein Beispiel für einen "wilden" Standard) etc. unterstützen, werden weniger. Von dem Modem kann man dann nur noch die "offiziellen" Modi nutzen.
Eine kleine Beispielrechnung, um die verschiedenen Übertragunsgeschwindigkeiten beurteilen zu können.
In der Computertechnik hat ein Byte gewöhnlich acht Bit. Also können Modems mit 14400 Bit/s 1800 Byte (also Zeichen) in der Sekunde übertragen. Abzüglich gewisser Steuerinformationen bleiben noch ca. 1400 Bytes/s übrig. Dies nennt man Durchsatz. Der Transfer eines Spieles, das eine Länge von ca. 500 KByte (also 500000 Bytes) hat, verbraucht also ca. 6 Minuten. Mit einem 28800 Bit/s Modem können diese Daten in nur drei Minuten versendet werden.
Die maximale Geschwindigkeit der Modems hängt zu einem großen Teil von der Leitungsqualität ab. Sind die Geräte technisch in der Lage mit 28800 Bit/s zu übertragen, so heißt dies nicht, daß dies auch in der Realität so ist. Wer über eine Überlandleitung versorgt wird, oder in Teilen der Neuen Länder wohnt, wird große Probleme bekommen. Teilweise sind über diese Leitungen nicht einmal normale Gespräche zu führen. Ein Modem wird noch viel größere Probleme haben. Wer in Stadt wohnt und / oder an einer digitalen Vermittlungsstelle angeschlossen ist (Fernmeldeamt anrufen!), wird sicher Freude an seinem High-Speed Modem haben (vorausgesetzt die Gegenstelle ist ähnlich verkabelt). Doch wenn nicht, dann sollte das Geld lieber gespart und ein billigeres Modem gekauft werden (mit max. 14400 Bit/s). Wer dennoch auf die Geschwindigkeit angewiesen ist, muß Speziallösungen kaufen oder gleich auf ISDN umsteigen (das wird später erklärt).
Um noch mehr Daten durch eine Leitung schicken zu können, werden sie noch komprimiert; man spricht von der Online-Kompression. Durch diese Kompression werden normale Textdaten oder Programme auf einen Bruchteil ihrer realen Größe verdichtet, am anderen Ende werden sie wieder dekomprimiert. Durch dieses Verfahren erhöht sich der Durchsatz teilweise auf das zwei -bis dreifache! Ein Modem sollte also über eine Online-Kompression nach V.42bis verfügen. V.42bis ist auch so intelligent, Daten die schon komprimiert sind, nicht nochmals zu komprimieren, was Zeit spart. Der Durchsatz bei 14400 Bit/s Verbindung mit komprimierten Dateien (der Regelfall) liegt bei ca. 1600 Zeichen pro Sekunde, bei unkomprimierten Text dagegen bei bis zu 5000 Zeichen pro Sekunde (was von der Werbung natürlich ausgeschlachtet wird).
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Fehlerkorrektur. Wenn zwei Modems über eine normale Telefonleitung miteiander kommunizieren, kommt es leider sehr oft vor, daß die Leitungsqualität sehr schlecht ist. Wenn nun das Empfangsmodem durch Rauschen oder Knacken auf der Leitung etwas anderes versteht als das Sendemodem abgeschickt, hat man einen Übertragungsfehler. Um dies abzufangen, gibt es die Fehlerkorrektur, die im Modem eingebaut ist. Werden Daten fehlerhaft bzw. unverständlich empfangen, wird das Sendemodem veranlaßt, die Daten nochmals zu übertragen. Dazu wird bei dem Sendemodem eine Prüfsumme aus den gesendeten Daten gebildet und ebenfalls mitgeschickt. Das Empfangsmodem bildet aus den empfangenen Daten ebenfalls eine Prüfsumme und vergleicht diese mit der Prüfsumme vom Sendemodem. Sind beide Ergebnisse gleich, sind die Daten in Ordnung, wenn nicht, wird der fehlerhafte Abschnitt nochmals übertragen.
Für Profis: Die Prüfsummen werden nach dem CRC-Verfahren (Cyclic Redundancy Check) gebildet, das auf Polynomfunktionen beruht.
Auch für die Fehlerkorrektur hat die CCITT eine Norm erlassen, genannt V.42 (nicht V.42bis!). Nur durch diese Absicherung können Programme oder wichtige Daten übertragen werden, eine kleine Änderung z.B. in der Kontonummer könnte fatale Folgen haben.
Ältere Modems beherrschen nur den Vorläufer dieser beiden Normen, der von einer Firma namens MicroCom entwickelt wurden. Für die Online-Kompression benutze man MNP 5 (MicroCom Network Protocol) und für die Fehlerkorrektur MNP 4. MNP 5 hatte den Nachteil, bei bereits komprimierten Dateien trotzdem zu versuchen, sie nochmals zu komprimieren. Das hatte leider den Effekt, daß mehr statt weniger Daten übertragen werden mußten. Die meisten modernen Modems unterstützen allerdings alle Standards.
Eine sinnvolle Option kann z. B. das Voicekit sein. Diese ermöglicht es, mit dem Modem Sprache oder Musik direkt von der Telefonleitung aufzunehmen und auch wieder abzuspielen. Zusammen mit der Faxoption kann der Rechner dann so eine Art Multianrufbeantworter sein (mit der richtigen Software). Der Nachteil ist leider, daß der Rechner permanent laufen muß. Der Stromversorger wird es bei der nächsten Rechnung danken, Computer brauchen zwischen 50 und 200 Watt Leistung.
Apropos Faxoption; mit einem derart ausgestatteten Modem lassen sich auch mit diesem Modem, Faxe an handelsübliche Faxgeräte schicken und auch empfangen. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, daß die Faxoption entsprechenden Standards gehorcht, damit es auch keine Probleme mit der Faxsoftware gibt (auf die wird nochmals gesondert eingegangen). Einerseits müssen sich die Faxe untereinander verstehen. Das Modem muß also dem Fax-Standard G3 gehorchen (Faxe werden max. mit 9600 Bit/s übertragen). Da der Computer die Daten für das Faxen aber ans Modem senden muß, sollte das Modem auch den Standard CLASS 2.0 verstehen (nicht CLASS 2, das ist wieder Pseudo Standard!). Der G3 Standard ist also dazu da, daß sich Fax A und Fax B verstehen, der CLASS 2.0 Standard ist dazu da, daß sich die Fax-Software auf dem eigenen PC mit dem Fax-Modem versteht. Nur wenn dieses gewährleistet ist, können ohne Probleme Faxe empfangen und versendet werden.
Ein weiteres wichtiges Merkmal ist das Fax-Polling oder Abruf-Fax. Das Modem ruft eine Nummer an und empfängt dann ein bereitgestelltes Fax. Viele Datenbanken oder Servicepunkte stellen schon auf diese Weise Informationen bereit. Der Kunde muß nur anrufen und bekommt diese Informationen dann schwarz auf weiß per Fax. Ein besonderer Standard ist hierzu nicht erforderlich, doch sollte der Händler Auskunft geben können, ob Modem und Software zu dieser Option fähig sind. Das Thema Fax wird noch in einem späteren Kapitel ausführlich behandelt.
Für Firmen sind Modems mit Call-Back Funktion wichtig. Wenn diese Funktion aktiviert wird, nimmt das Modem einen Anruf entgegen und fragt nach einem Codewort, dann legt es auf. Anschließend ruft es eine vorher eingespeicherte Nummer an und gibt dann erst den Zugang zum eigentlichen Rechner frei. Diese Option ist eine mächtige Sicherungsfunktion, denn selbst wenn das Codewort ausgespäht wurde, kann der Hacker (jemand der widerrechtlich in Computersysteme eindringt und Daten ausspäht) nicht in das System, da das Modem zuerst auflegt und dann den wahren Berechtigten anruft. Bei einige Modellen können auch mehrere Nummern eingespeichert werden; dann wird je nach Codewort eine andere Nummer zurückgerufen.
Falls ein Modem nicht über eine solche Funktion verfügt, kann meist entsprechende Software diese ersetzen.
Modems brauchen wie Computer ein Betriebssystem. Da Modems aber kein Diskettenlaufwerk haben, muß das Betriebssystem in sogenannten ROMs (nicht löschbarer Speicher), genauer EPROMs (löschbarer und programmierbarer permanent Speicher) untergebracht werden. Da Software (bei Peripheriegeräten spricht man von Firmware) aber selten fehlerfrei ist, muß es die Möglichkeit geben, diese auszutauschen. Normalerweise muß das Gerät aufgeschraubt werden und die EPROMs ausgebaut und mir Spezialhardware reprogrammiert werden. Mit Flash ROMs kann die neue Firmware direkt vom Computer eingespielt werden, ohne daß am Gerät geschraubt werden muß.
Speziallösungen sind immer dann gefragt, wenn die Standardlösungen nicht funktionieren oder nicht die gewollte Leistung bringen. Ein weiter oben aufgeführtes Problem war, daß die Leitungsqualität nicht gut genug ist, um Daten mit hoher Geschwindigkeit zu transportieren. Dies kommt in der Bundesrepublik in vielen Gebieten sehr häufig vor, in anderen Ländern mit schlechter ausgebauten Telefonnetz ist dies die Regel. Hervorgerufen werden diese Störungen durch schlechte Kabel, Interferenzen mit Radiosendern aller Art, alte Vermittlungstechnik, Überlandleitungen und vieles mehr.
Da Modems die Daten in Form von Tönen in verschiedener Höhe übertragen, müssen die entsprechenden Telefonleitungen auch in der Lage sein, diese Frequenzen zu transportieren. Je höher die Übertragungsgeschwindigkeit ist, desto größer muß auch der Frequenzbereich sein; dies wird Bandbreite genannt. Extrem hohe Geschwindigkeiten erfordern auch eine sehr hohe Bandbreite, gleichbedeutend einer glasklaren Telefonverbindung. Durch technische Konstanten sind die möglichen Bandbreiten selbst von guten Telefonleitungen begrenzt. Es gibt also physikalische Grenzen, die nur mit Tricks umgangen werden können. Sinkt die Bandbreite durch Störungen, sinkt somit auch die Übertragungsgeschwindigkeit.
Die Übertragungsgeschwindigkeit auf normalen Gesprächsleitungen ist auf 2400 Baud begrenzt, die Bandbreite beträgt ca. 5000 Hz. Ein Baud ist gleich einer Übertragunseinheit pro Sekunde.
Wie ist es aber möglich, daß Modems mit 28800 Bit/s übertragen können? An der Maßeinheit Bit/s und andererseits Baud ist zu erkennen, daß es da einen Unterschied gibt. Früher war ein Baud gleich ein Bit, doch mit den neueren Modems war die Bandbreite des Telefons erschöpft. Also haben Techniker eine Möglichkeit entwickelt, mehrere Bits auf ein Baud zu setzen. Werden pro Baud vier Bits übertragen, macht dies bei 2400 Baud eine Geschwindigkeit von 9600 Bit/s. Bei höheren Geschwindigkeiten entsprechend mehr. Erreicht wird dies, indem die Übertragungsignale wie beim Fernseher moduliert werden. Auf eine Trägerfrequenz (genannt Carrier) werden andere Frequenzen aufmoduliert. Die kleinste Übertragunseinheit bei 9600 Bit/s ist also nicht ein Bit, sondern vier Bit!
Um selbst bei schlechten Leitungen eine Verbindung zu bekommen, kann als erstes versucht werden, die Übertragunsgeschwindigkeit des Modems zu reduzieren (wie steht im Kapitel 1.3). Soll selbst bei schlechten Leitungen eine schnelle Übertragung möglich sein, so gibt es Spezialverfahren einiger Hersteller, die auf einem großen Frequenzspektrum verschiedene Trägerfrequenzen gleichzeitig senden. Fällt eine aus, sind noch einige andere Frequenzen als Ersatz vorhanden. Dies nennt man Multi-Carrier Verfahren. Die Firma Telebit hat dieses Verfahren in den "Trailblazer" Modems verwirklicht. Ein entsprechendes Gegenmodem muß aber vorhanden sein, da es für das Multi-Carrier Verfahren keinen herstellerübergreifenden Standard gibt.
In der heutigen Zeit wachsen die Länder der Erde immer mehr zusammen, dies gilt natürlich auch für die Telekommunikation. Darum laufen die Telefonverbindungen in ferne Länder inzwischen über Satelliten. Diese Fernverbindungen, die oft über hunderttausende von Kilometern gehen, haben längere Signallaufzeiten (also die Zeit, die ein Signal von Punkt A nach B braucht). Bedingt durch die Geschwindigkeit des Lichts (mit der sich elektrische Signale bewegen).
Andererseits können auch Telefonleitungen komprimiert werden, sodaß über einen Kanal mehrere Telefongespräche laufen können. Dies hat aber den Nachteil, daß die Bandbreite der Leitungen abnimmt. Durch diese Behinderungen gerät das "Timing" einiger Modems durcheinander, sodaß manchmal gar keine Verbindung (genannt CONNECT) hergestellt werden kann. Hier kann ebenfalls wieder versucht werden, die Übertragunsgeschwindigkeit zu reduzieren.
Neben den Problemen der Leitung gibt es auch Hardwareprobleme der Modems. Nur weil zwei Modems den gleichen Standard unterstützen und die Telefonleitung gut ist, muß dies noch lange nicht heißen, daß es zu einer Verbindung kommt. Manchmal sind Modems verschiedener Hersteller schlicht inkompatibel zu einigen Modems anderer Hersteller, obwohl (auf dem Papier) die gleichen Standards unterstützt werden. Der Anwender ist in diesem Falle leider immer der Dumme, da der Hersteller die Probleme leicht auf die Telefongesellschaften schieben kann. Sind nur unregelmäßige Verbindungen zu dem inkompatiblem Modem geplant, läßt es sich mit dem Fehler vielleicht leben. Durch senken der Übertragunsgeschwindigkeit, läßt sich oft ein Modus finden, in dem beide Modems miteinander kommunizieren können. Um keine Gebühren zu verschwenden, sollten Anrufe zu diesen Modems unterbleiben und stattdessen der Hersteller an seine Pflichten erinnert werden. Viele Firmen geben sogenannte ROM-Updates heraus. In diesen ROMs (gleich Speicher) ist die Betriebssoftware des Modems gespeichert. Durch ändern dieser Software (bzw. Firmware) können einige Probleme behoben werden. Allerdings ist so ein Austausch nicht unproblematisch, da zum programmieren der ROM-Chips (der EPROMS) ein Brenngerät vorhanden sein muß. Mit ein wenig Glück kann der Händler aber Adressen zum brennen nennen. Flash ROMs sind die bessere (und teurere) Alternative dazu; dies muß von den Modems aber unterstützt werden.
Im allgemeinen empfiehlt es sich, vor dem Kauf einen Testbericht in der Fachpresse zu lesen. Spezielles Augenmerk sollte auf Verbindungshäufigkeit und Sicherheit gerichtet werden.
Die Frage sollte eher lauten, was kann getrost im Regal stehenbleiben? Modems, die nur 2400 Bit/s können, sind veraltet und dem Datenaufkommen der heutigen Zeit nicht mehr angemessen; der Käufer wird nicht lange Freude haben. Dies trifft meist auf alle 30,00 DM bis 50,00 DM- Köderangebote zu. Für 28800er Modem, die nur V.FastClass können, gilt ebenfalls: lieber nicht.
Modems, die für den Heimanwender von Nutzen sind, können 14.400 Bit/s nach V.32bis (handelsüblich), Datenkompression (handelsüblich) und haben eine Sende- und Empfangsfax-Option (G3 nach Class 2 o. Class 2.0). Das sind die Eckdaten, die jedes Modem erfüllen muß. Eine BZT-Zulassung (der Telekom) ist noch wichtig, um es legal am deutschen Telefonnetz betreiben zu können. Die Bedürfnisse eines Heimanwenders könnte man mit der Mitgliedschaft in einem oder mehreren Informationsdiensten (Datex-J, InterNet, Mailbox) und gelegentlichem Faxen definieren.
Es ist ratsam der Fachpresse zu entnehmen, welche Modems bei Tests gut abgeschnitten haben. Selbst teure Modems können Probleme beim Verbindungsaufbau haben. Da die Hersteller verpflichtet sind, ein gutes und verständliches Handbuch zu liefern, sollte der potentielle Käufer vorher mit einen Blick in das Manual klären, ob er auch später damit klar kommt.
Modems werden auch als interne und externe Lösung angeboten. Die interne Lösung ist meist billiger und für Leute geeignet, die weniger Kabelsalat auf dem Schreibtischen haben wollen. Allerdings ist zum installieren mehr Wissen erforderlich, da der Computer aufgeschraubt werden und die vorhandene Hardware vielleicht sogar angepaßt werden muß. Auf jeden Fall sollte bei internen Modems ein 16550 FIFO-Chip mit eingebaut sein (dazu mehr in Kap 1.2), der eine Benutzung von höheren Datenraten erleichtert oder erst ermöglicht. Für einen geringen Aufpreis gibt es die externe Lösung, die einfacher anzuschließen und im Betrieb auch besser zu kontrollieren ist. Wenn der Rechner gewechselt wird, oder das Modem mitgenommen werden soll, ist dies mit einem externen Modem wesentlich leichter. Bis auf wenige Ausnahmen ist die externe Lösung immer zu favorisieren. Das Problem intern/ extern wird später noch genauer erläutert.
Oben angeführtes Idealmodem für Heimanwender kostet ca. 200 DM - 500 DM. Ist es teurer, muß es auch mehr können, ist es billiger hat die Sache einen Haken.
Selbst bei disziplinierten Anwendern steigt die Telefonrechnung um min. 50% ! Wenn sich der Junior der Familie ein Modem zulegt, sollte vorher abgeklärt werden, wer die überschüssigen Einheiten zahlt. Eltern neigen sonst dazu, bei der nächsten Rechnung der Telekom in Ohnmacht zu fallen. Nun, wer hat je gesagt, daß Australien billig ist...
Firmen, die größere Ansprüche als der Heimanwender haben, sollten auch mehr investieren. Firmen, erledigen oft die Bankgeschäfte über das Modem, versenden Rund-Faxe (also ein Fax an mehrere Teilnehmer) und möchten vielleicht ihren Kunden einen eigenen Informationsdienst oder eine Mailbox zur Verfügung stellen. Da vielleicht auch Außendienst-Mitarbeiter Zugriff auf den Firmencomputer brauchen und entfernte Filialen aus der Zentrale abgefragt werden sollen, müssen entsprechende Modems höhere Standards erfüllen. Damit die Modems vieler Hersteller keine Probleme beim Verbindungsaufbau zum Firmenrechner haben, sollte das Firmenmodem viele Übertragunsstandards unterstützen. Wenn viele Daten übertragen werden, sind Geschwindigkeiten bis zu 28800 Bit/s (nach V.34) sinnvoll. Einerseits hält es die Verbindungszeit niedrig und spart Kosten, andererseits können in gleicher Zeit mehr Kunden eine Verbindung zur Firma herstellen. Ebenso ist eine Faxfunktion (G3 nach Class 2 oder Class 2.0) und eine Call-Back Option sicher nützlich. Die sonstigen Optionen gleichen den Eckdaten für die Modems von Heimanwendern. Modems für Firmen incl. BZT- Zulassung kosten ca. zwischen DM 1000 und 2500 DM. Hier sei aber angemerkt, daß die Preise nach oben offen sind. Spezialmodems in 19" Technik, oder mit extrem hohen Übertragunsgeschwindigkeiten sind noch weitaus teurer.
Wer als Firma oder Privatperson ständig große Datenmengen übertragen muß, vielleicht noch aus einer anderen Stadt, für den wird sich ISDN lohnen. ISDN steht für "Integrated Services Data Network". Die europäischen Telefongesellschaften stellen mit diesem Service ein leistungsfähiges Werkzeug für die Datenübertragung zur Verfügung. ISDN läuft über die herkömmlichen Kupferdrahtleitungen, neue Leitungen brauchen also nicht verlegt werden. Die Telekom installiert eine Netzwerkterminator (NTBA) genannte Telefondose, in der die Endgeräte oder die Telefonanlage eingesteckt werden können. Da das ISDN Netz vollkommen digital ist, d. h. auch die Sprache wird digital übertragen, müssen neue Endgeräte oder Adapter gekauft werden. Die Daten werden durch sogenannte B-Kanäle übertragen.

Abb 1.2: Analoge Signale in digitale umwandeln und zurück
Mit einem ISDN-Anschluß stellt die Telekom mindestens zwei B-Kanäle zur Verfügung. Daher können also zwei Aktivitäten gleichzeitig durchgeführt werden (etwa Faxen und Telefonieren). Zusätzlich zu den B-Kanälen beinhaltet der ISDN-Anschluß noch einen sogenannten D-Kanal, der zu Steuerungszwecken von den Geräten und der Telekom gebraucht wird. Die neuen Endgeräte erlauben einerseits ganz normal mit der ganzen Welt zu telefonieren oder auch Computerdaten zu übertragen. Die Übertragunsgeschwindigkeit von einem B-Kanal beträgt 64000 Bit/s. Durch spezielle Programme können mehrere B-Kanäle auch zu einem Kanal gebündelt werden (Channel Bundling); dadurch wird die Übertragunsgeschwindigkeit vervielfacht. Die Steuerung des Datenflusses übernimmt z. B. der erwähnte D-Kanal. Allerdings kostet ein Channel-Bundling von zwei Kanälen auch das Doppelte. Deshalb ist diese Methode nur für solche Anwendungen interessant, die einen hohen Daten-Durchsatz benötigen; ein Kostenvorteil ergibt sich dadurch überhaupt nicht.
Der D-Kanal überträgt Steuerungsinformationen, damit über die B-Kanäle kommuniziert werden kann. Dazu benutzt die Telekom ein spezielles Protokoll, mit dem Namen DSS1 für Euro-ISDN. Ein paar Jahre zuvor, als es noch keine europäische Einigung zum D-Kanal gab, nutzte die Telekom das Protokoll 1TR6 und nannte ihren Dienst schlicht nur ISDN (heute "nationales ISDN" genannt). An der Technik hat sich nicht viel geändert, der Unterschied zwischen beiden Protokollen ist nur gering. Allerdings können keine "national ISDN" Geräte am Euro-ISDN betrieben werden und umgekehrt, es sei denn, sie lassen sich umstellen. Das "nationale ISDN" hatte mehr Servicemerkmale, die bei Euro-ISDN zusätzlich bezahlt werden müssen. Dafür sing Grundgebühr und Endgerätepreise von Euro-ISDN billiger. Die Telekom verlegt aber seit 1994 nur noch Euro-ISDN, "nationales ISDN" kann auf Wunsch bis 1996 noch gelegt werden (ist aber unnötig). Die Kommunikation zwischen den einzelnen Arten von ISDN klappt reibungslos. Ein "nationaler ISDN"-Anschluß kann mit einem Euro-ISDN Anschluß ohne Verluste Daten austauschen! Ebenso kann vom "nationalen ISDN" ohne Einschränkungen in die weite Welt telefoniert werden.
Von den ISDN Anschlüssen gibt es verschiedene Typen:
Beim Mehrgeräteanschluß, für Privatanwender meist völlig ausreichend, können bis zu acht Geräte an die ISDN-Dose (auch S0-Schnittstelle genannt) angeschlossen werden. Die Telekom installiert diese Dose an einem beliebigen Punkt in der Wohnung. Für eine Weiterverdrahtung in andere Räume muß man selbst sorgen und eine Firma beauftragen. Mit dem Mehrgeräteanschluß erteilt die Telekom mehrere Rufnummern (sogenannte MSN = Multi Subscriber Numbers), die den Endgeräten zugeteilt werden können. Da mehr Geräte angeschlossen werden können als Nummern vorhanden sind, müssen die Nummern mehrmals verteilt werden. Wird diese Nummer dann angerufen, klingeln alle Geräte mit dieser Kennung. Das erste Gerät, das den Ruf dann annimmt, bekommt das Gespräch. Werden mehr Nummern gebraucht, müssen diese extra beantragt und bezahlt werden (z. Zt. 5,00 DM/ Monat und Nummer).
Die Telekom bietet den Mehrgeräteanschluß einerseits als Basisanschluß an und andererseits als Primärmultiplexanschluß. Bei dem Basisanschluß liefert die Telekom drei Rufnummern mit. Damit können bis zu acht Geräte abwechselnd betrieben werden, doch nur zwei gleichzeitig, weil nur zwei B-Kanäle zum Installationsumfang gehören. Dieser Basisanschluß steht dann je nach montalichem Tarif als Standard -oder als Komfortanschluß zur Verfügung. Der Komfortanschluß bietet zusätzliche Leistungsmerkmale wie Anrufweiterleitung, 3er Konferenz und Gebührenabrechnung. Nach der gültigen Preisliste der Telekom (bei Drucklegung dieses Buches) kostet ein Standardbasisanschluß 64,00 DM ein Komfortanschluß 69,00 DM pro Monat. Die Gesprächsgebühren sind gleich denen im normalen analogen Telefonnetz.
Beim Primärmultiplexanschluß stehen 30 B-Kanäle zur Verfügung; es lassen sich also bis zu 30 Aktivitäten parallel betreiben. Die ISDN-Dose für diesen Anschluß wird auch S2M Schnittstelle genannt. Dieser Anschluß wird wohl nur für Firmen interessant sein, aber auch der Primärmultiplexanschluß steht ebenfalls als Standard und als Komfortanschluß zur Vefügung. Der Primärmultiplexanschluß kostet 598,00 DM pro Monat, Gesprächsgebühren nicht inbegriffen.
Neben dem Mehrgeräteanschluß für ISDN gibt es auch noch den TK-Anlagenanschluß (Telekommunikationsanlagen- Anschluß). Eine TK-Anlage ist eine Telefonanlage für ISDN. Bis zu acht Geräte kann eine TK-Anlage beim Basisanschluß verwalten. Nun werden nicht drei Rufnummern erteilt, sondern nur eine Teilnummer. Die letzte Ziffer in der Telefonnummer gibt dann das entsprechende Endgerät an, eine Durchwahl also. Mit einer TK-Anlage können demzufolge alle acht Geräte direkt erreicht werden. Doppelte Belegungen mit Nummern entfallen damit. Trotzdem können nicht mehr als zwei Gespräche gleichzeitig geführt werden! Ist das Aufkommen größer, können mehrere Basisanschlüsse im TK-Modus betrieben werden, die allerdings wieder beantragt werden müssen. Sind von vornherein viele Gespräche vorgesehen, sollte gleich der Primärmultiplexanschluß im TK-Modus mit seinen 30 B-Kanälen beantragt werden.
Bereits bei Antragstellung, muß genau feststehen, welche Leistungsmerkmale gewünscht sind und welche nicht. Da die Telekom leider recht langsam arbeitet, sind kurzfristige Änderungen problematisch. Außerdem sollten die Anträge möglichst direkt zum Fernmeldeamt geschickt werden, da das Personal in den Telefonläden der Telekom über ISDN oft weder beraten, noch damit umgehen können. Für Fachfragen gibt es aber kompetente Hotlines der Telekom (0130 / 808088).
Das ISDN-Netz ist vollkommen digital, selbst Sprache wird in eine beinahe endlose Reihe von Nullen und Einsen verwandelt und beim Empfänger wieder zurück in Sprache konvertiert. Dies hat den Vorteil, daß die Sprache in sehr guter Qualität übermittelt werden kann. Doch ISDN ist eigentlich zum schnellen Austausch von allen Daten geschaffen worden. Aber die alten Geräte sind inkompatibel zum neuen Netz. Um das gemeine Telefon zu ersetzen, gibt es die ISDN-Telefone. Diese werden in die ISDN-Dose gesteckt und funktionieren wie normale Telefone, haben aber weit mehr Funktionen. Es kann z. B. zwischen zwei Anrufern umgeschaltet (Makeln genannt) und Anrufe können weitergeleitet werden. Im Display ist die Telefonnummer des Anrufers zu sehen (wenn sie von diesem mitgesendet wird). ISDN-Telefone sind für ca. 400,00 DM zu kaufen.
Um analoge Geräte -wie das eigene Telefon, Fax oder Modem- weiterbenutzen zu können, ist ein Adapter nötig, der die Signale der alten Geräte ISDN-kompatibel aufbereitet. Dieses Gerät nennt sich a/b-Wandler. Diese Adapter werden zwischen das alte Telefon und der ISDN-Dose geschaltet. Die Kosten für solche a/b-Wandler liegen bei ca. 250,00 DM bis 700,00 DM.
Da es unterschiedliche Qualitäten von Wandlern gibt, sollte bei einem geplanten Betrieb mit einem Modem, der Hersteller des a/b-Wandlers gefragt werden, ob dieser dafür ausgelegt ist. Das ist allerdings oft der Fall.
Für kleine wie große Firmen bietet sich der Kauf einer TK-Anlage an. Die TK-Anlage ermöglicht, wie oben erwähnt, die direkte Anwahl von Endgeräten von außen. In TK-Anlagen sind bereits a/b-Wandler eingebaut, somit gibt es keine Probleme mit der Übernahme der alten Apparate. Für kleine Betriebe gibt es TK-Anlagen, die mit einem oder mehreren Basisanschlüssen arbeiten können, für mittlere bis große Betriebe gibt es auch Anlagen, die mit einem oder mehreren Primärmultiplexanschlüssen zurechtkommen. Verglichen mit dem Funktionsumfang von normalen Telefonanlagen, können ISDN TK-Anlagen gleichviel, wenn analoge Geräte verwendet werden. Je nach Preislage können auch digitale Geräte verwendet werden, die dann komplett über die Vielfalt der Funktionen von ISDN verfügen.
Es ist sinnvoll, für TK-Anlagen auch den TK-Anlagenanschluß zu beantragen; nur dann kann jedes der möglichen Geräte direkt angewählt werden. Einige TK-Anlagen arbeiten auch an einem Mehrgeräte-Anschluß, doch dann müssen die mitgelieferten Nummern (Beim Basisanschluß sind es drei) mehrmals verteilt werden.
Je nach gewünschtem Anschluß, kosten TK-Anlagen zwischen 750,00 DM bis 2500,00 DM für Basisanschlüsse und 15000,00 DM bis 35000,00 DM für Primärmultiplexanschlüsse.
Damit per ISDN auch Daten ausgetauscht werden können, muß für den PC entsprechende Hardware gekauft werden. Dies können ISDN-Karten oder ISDN-Modems sein. Bei ISDN-Karten gibt es die Unterscheidung zwischen aktiven Karten und passiven Karten. Die aktiven Karten haben oftmals mehr Rechenkraft als der PC in den sie eingebaut sind. Diese Computerpower wird benötigt, um mehrere B-Kanäle gleichzeitig zu bedienen, oder um die Daten vor der Übertragung noch zu komprimieren. Passive Karten haben weit weniger Rechenleistung, dafür wird der PC stärker belastet. Um eine passive ISDN-Karte betreiben zu können, sollte mindestens ein 386SX/16 zur Verfügung stehen.
Damit sich die ISDN-Karten unterschiedlicher Hersteller untereinander verstehen, gibt es verschiedene internationale Standards:
Standard Geschwindigkeit in Bit/s
V. 110 19200
" 38400
V.120 57600
X.75 64000
Tab 1.2 Standards bei ISDN Datenübertragung
Die hohen Geschwindigkeiten lassen sich in bare Münze umrechnen, da die Telekom sehr hohe Gesprächsgebühren verlangt (nach neuen Plänen sollen diese sogar noch weiter erhöht werden). Wer öfter viele Daten aus der Fernzone übertragen muß, kann mit ISDN viel Geld sparen. Die folgende Tabelle gibt die unterschiedlichen Kosten, bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten wieder:
Zeit mit ISDN DM Zeit mit 14400 Bit/s DM
5,7 Min 7,82 60 Min 39,56
11,5 Min 15,18 120 Min 79,12
57,5 Min 75,90 600 Min 395,60
Tab 1.3: Kosten der jeweils gleichen Datenmenge mit ISDN und V.32bis
Der Computer übernimmt, wie bei einem "normalen" Modem, die Anwahl und den Verbindungsaufbau. Über eine Softwareschnittstelle, die vom Hersteller mitgeliefert wird, werden dann die Daten gesendet oder empfangen. ISDN-Modems funktionieren genau wie analoge Modems. Sie werden an die serielle Schnittstelle des PCs angeschlossen. Von der Ansteuerung unterscheidet sie nichts von einem analogen Modem, doch sie beherrschen die ISDN Übertragunsstandards. ISDN-Modems werden gerne dort verwendet, wo eine ISDN-Karte nicht unterstützt wird, oder wenn von einer analogen Modemverbindung auf die schnellere ISDN-Verbindung hochgerüstet werden soll, ohne die Software umzustellen. Einige Modems verfügen sogar über eine eingebaute a/b-Schnittstelle, über die auch ein analoges Modem oder Telefon betrieben werden kann. Für Multitaskingsysteme wie UNIX oder OS/2 sollte gleich ein ISDN-Modem gekauft werden, da die Treiber leider sehr oft mangelhaft sind und es außerdem zu Hardwareproblemen mit anderen Komponenten des PCs kommen kann. Neuere ISDN-Modems verfügen bereits, wie bei analogen Modems, über eine Online-Datenkompression nach V.42bis. Damit sind bei bereits komprimierten Daten noch Übertragunsraten von 10000 Zeichen pro Sekunde möglich.
Passive Karten kosten ca. 200,00 DM bis 750,00 DM, aktive Karten liegen ca. bei 1500,00 DM bis 4000,00 DM und ISDN-Modems kosten zwischen 800,00 DM und 3000,00 DM.
Normalerweise verschenkt die Telekom kein Geld, doch zeitweise fördert die Telekom die Einrichtung von ISDN-Anschlüssen mit bis zu 700,- DM! Ein Basisanschluß (64,00 DM/Monat) in Mehrgeräte Konfiguration wird mit 300,00 DM gefördert, eine TK-Anlage (an einen Mehrgeräteanschluß!) sogar mit 700,00 DM. Zwar gehen von dieser Förderung noch die Anschlußgebühr (130,00 DM) für ISDN ab, doch für das verbleibende Geld kann noch einfache aber gute ISDN-Hardware gekauft werden. Zumindest die Einrichtung von ISDN ist damit sehr preiswert geworden. Die Förderung ist momentan nur bis zum 31.3.96 begrenzt! Das Geld muß aber vorgestreckt werden, da die Förderung dem Fernmeldekonto gutgeschrieben wird, man bekommt das Geld nicht ausgezahlt! Es entfallen "lediglich" die Gesprächskosten im Wert von 170,00 DM bzw. 570,00 DM.
Was sollte gekauft werden (ISDN)?
Der Heimanwender mit DOS/Windows ist mit einer passiven Karte sicher gut beraten. Damit lassen sich Mailboxen, Datex-J und andere Dienste nutzen. Spezielles Augenmerk sollte auf den Lieferumfang der Software gerichtet werden. Einige Händler bieten gleich noch spezielle Software zum Faxen über ISDN mit an, die woanders sonst teuer eingekauft werden müßte. Auf keinen Fall sollte man sich die Förderung entgehen lassen!
Heimanwender mit UNIX oder OS/2 sollten lieber auf ein ISDN-Modem zugreifen; dies bringt einerseits weniger Ärger beim Einbau, andererseits gibt es keine Timing-Probleme beim Multitasking. Da die Treiber für passive ISDN Karten entweder nicht vorhanden oder sehr schlecht sind, kann sich der Anwender viel Zeit, Geld und Ärger ersparen, wenn er gleich ein ISDN-Modem kauft. Die serielle Kommunikation ist bei diesen Betriebssystemen sehr ausgereift, sodaß das ISDN dann ohne Probleme genutzt werden kann.
Um sein Haus zu verdrahten, genügt eine kleine TK-Anlage, die im Mehrgeräte Modus betrieben wird. Damit können alle alten analogen Geräte benutzt werden, ohne auf die Vorteile der digitalen Kommunikation verzichten zu müssen. Allerdings erlauben die meisten TK Anlagen keinen Anschluß von digitalen Geräten (z. B. einer Karte); diese müssen dann direkt an der ISDN-Dose (dem NTBA) angeschlossen werden. Dies sollte bei der Installation berücksichtigt werden.
Um eine kleine Firma mit ISDN zu versorgen, sind ein oder mehrere Basisanschlüsse im TK-Anlagen Modus zu empfehlen. Dazu sollte eine TK-Anlage gekauft werden, die eine Erweiterungsoption auf mehrere Basisanschlüsse offen hält. Beim Kauf der TK-Anlage sollte weiterhin darauf geachtet werden, daß die Anlage einerseits analoge und andererseits digitale Endgeräte versorgen kann (das können leider nicht alle).
Wenn Daten übertragen werden sollen, reicht auch für Firmen oft eine passive Karte, selbst wenn LANs verbunden werden. Sind viele (mehr als zwei) B-Kanäle zu bündeln, um der LAN-Brücke entsprechenden Durchsatz zu verleihen, sollte eine aktive Karte gekauft werden. Größere Firmen werden dann auch sicher einen oder mehrere Primärmultiplexanschlüsse beantragen (die leider nicht gefördert werden); auf jeden Fall sollte die TK-Anlage entsprechende Erweiterungsmöglicheiken haben.
1.2 Der Anschluß an den Computer
Bevor überhaupt irgendeine Art von Hardware an den Computer angeschlossen werden kann, sollte sich der Anwender erst Gedanken machen, was für Geräte bereits in seinem Computer installiert sind. Wenn, wie in diesem Falle, ein Modem angeschlossen werden soll, ist es zuerst sehr wichtig, ob es sich um ein internes oder um ein externes Modem handelt. Der Einbau eines internes Modems wird etwas später als Beispiel durchgeführt, doch bevor dies Geschehen kann, müssen einige Details aus der Rechnerorganisation bekannt sein. Der Anschluß von externen Modems ist allerdings wesentlich einfacher.
Moderne Hersteller rühmen sich zwar mit Schlagwörtern wie
"Plug and Play", was soviel bedeutet wie "Einbauen und Losspielen". In der Praxis wird daraus leicht etwas, daß die Szene "Plug and Pray" nennt. Was "Einbauen und Beten" (das es funktioniert) bedeutet. Bei Computern die schon auf die eine oder andere Art hochgerüstet sind, versagt leider dieses "Plug and Play" Prinzip. Nur das Wissen darüber, was bereits im Rechner eingebaut ist und wie diese miteinander kommunizieren, läßt den Laien meistens das Problem selber lösen. Dies klingt aber viel komplizierter als es wirklich ist. Alle heutigen Computer sind theoretisch gleich aufgebaut, zwar sind einige Computer sehr klein und andere sehr groß, doch alle haben eine gemeinsame Basis. Alle Geräte haben Ein -und Ausgabegeräte, Speicher und ein (oder mehrere) zentrales Rechenwerk. Ein schematischer Aufbau ist in Abb 1.3 zu sehen.

Abb 1.3: Vereinfachter Aufbau eines Computers
Das eigentliche Herz eines Computers ist die CPU (Central Processing Unit); das ist der Teil, der wirklich rechnet. Die CPU braucht aber Daten um zu rechnen, diese bekommt sie von den E/A-Modulen (Eingabe/Ausgabe Geräten), wie z. B. Tastatur, Maus oder Scanner. Diese Daten werden im Speicher abgelegt, um sie später darzustellen oder vielleicht neu zu berechnen.
Die Kommunikation zwischen CPU, Speicher und E/A-Modulen, läuft über den (bzw. die) Rechnerbus. Dieser Bus transportiert also die Daten z.B. von der Tastatur zur CPU und von dort zur Grafikkarte, die dann die Daten auf dem Monitor anzeigen kann. In einem Computer gibt es viele Eingabegeräte, die ihre Daten an die CPU senden möchten. Die CPU muß aber bereit sein, diese Daten auch entgegenzunehmen, d. h. sie muß wissen, was sie mit diesen Daten überhaupt anfangen soll. Um der CPU mitzuteilen, daß Daten zur Verarbeitung bereitstehen, müssen sich die Ein/Ausgabegeräte erst bemerkbar machen. Dies geschieht über eine Unterbrechungsanforderung.
Liegen also Daten bei der Tastatur an, fordert diese die CPU auf, ihre momentane Arbeit zu unterbrechen und die Daten (bzw. Zeichen bei einer Tastatur) abzuholen und zu bearbeiten. Dann kann die CPU wieder mit der alten Arbeit fortfahren. Diese Unterbrechungsanforderung wird fachlich InterruptReQuest genannt (kurz IRQ). In einem Computer existieren allerdings mehrere Eingabegeräte. Damit die CPU weiß, welches Eingabegerät Daten bereithält, muß es auch unterschiedliche Unterbrechungsanforderungen geben. Sonst würde die CPU vielleicht versuchen, von der Tastatur Daten zu bekommen, obwohl es die Maus war, die es gewagt hat, die CPU zu unterbrechen. Damit so etwas nicht geschieht, gibt es verschiedene Leitungen im Computer, die den entsprechenden Eingabegeräten zugeordnet sind, sogenannte Interruptleitungen (fälschlicherweise auch IRQs genannt). Liegen Daten bei der Tastatur an, wird die Interruptleitung Nr.1 betätigt, die CPU holt die Daten bei der Tastatur ab. Wurde die Maus bewegt, klingelt die Interruptleitung Nr. 4, also holt die CPU die Daten bei der Maus ab.
Ein PC hat aber nicht unendlich viele Interruptleitungen zur Verfügung, die Anzahl von Eingabegeräten, die Interrupts benutzen, ist also begrenzt. Es liegt auf der Hand, daß zwei Eingabegeräte nicht den gleichen IRQ benutzen dürfen.
Bislang wurde immer geschrieben, daß "Zeichen an der Tastatur anliegen". Genauer gesagt, liegen die Zeichen nicht an der Tastatur mitten auf dem Schreibtisch, sondern im Computerspeicher. Leider ist das Speichermodell eines PCs zu komplex, um es hier zu erläutern (das Buch wäre dann doppelt so dick), doch prinzipiell ist ein Speicher nichts anderes als ein riesiger Schrank voller kleiner durchnummerierter Schubladen. Die Numerierung der Speicheradressen ist nicht dezimal, also mit Ziffern von 0 bis 9, sondern hexadezimal, mit Ziffern von 0 bis F. Dies ist für den Computer leichter zu handhaben und ist für den Leser zum Verständnis des Grundprinzips nicht wichtig.
Wenn der Computer etwas abspeichern möchte, öffnet er einfach eine Schublade und legt dort das Datum (Einzahl von Daten) ab. Braucht er sie später wieder, macht er die Schublade auf und nimmt sich das Datum, verändert -oder löscht es. Alle Eingabegeräte haben feste Schubladen, ein Postfach sozusagen. Diese ändern sich nicht, die CPU weiß also immer, wo sie die Daten des entsprechenden Eingabegerätes abholen soll. Dieses "Postfach" nennt sich I/O-Adresse und liegt im Hauptspeicher (RAM) des Computers. Diese Adresse ist immer am gleichen Platz! Wenn nun die Maus der CPU signalisiert, daß Daten für sie da sind, guckt die CPU diese Speicheradresse an und liest das Zeichen aus. Die Maus beispielsweise liegt bei den meisten Anwendern auf dem IRQ 4 mit der I/O-Adresse: 03F8.
Nach dem kurzen Exkurs in die Rechnerorganisation, kommt das eigentliche Thema zum tragen: Die Schnittstelle für die Modems. Die Modems senden nacheinander Zeichen für Zeichen (also seriell) über die Telefonleitung. Da dies sehr schnell geschieht, können in kurzer Zeit auch große Datenmengen übertragen werden. Damit das Modem sinnvoll arbeiten kann, muß am Computer auch eine Schnittstelle (engl.: Interface) vorhanden sein, die dem Modem die Daten schon "mundgerecht" liefert. Das ist die serielle Schnittstelle (auch RS-232C oder V.24 genannt).
Die Daten fließen Bit für Bit hintereinander durch das mehradrige Kabel. Damit die Daten am anderen Ende des Kabels wieder einen Sinn ergeben, muß der Empfänger wissen, in welcher Reihenfolge die Daten losgeschickt wurden. Die meisten Dienste schicken heute acht Datenbits auf die Reise, mit einem Stopbit, daß das Ende des Abschnitts markiert. Dann geht es mit weiteren acht Bits und einem Stopbit weiter. Bei einigen Rechnern werden nur sieben Datenbits verschickt, dafür aber noch ein Kontrollbit, die sogenannte Parität, und wieder ein Stopbit. Die Parität wurde zur Fehlerkorrektur benutzt. Diese Schnittstellenparameter wurden in drei Zeichen gefaßt, um dem Anwender mitzuteilen, welche er einstellen soll. Acht Datenbits, keine Parität und ein Stopbit (die heute geläufige Einstellung) wird mit 8N1 abgekürzt. An Paritäten gibt es noch: EVEN, ODD, MARK und SPACE. Eine genaue Erklärung würde hier aber den Leser unnötig irre führen. Informationshalber sei noch erwähnt, daß einige Großrechner noch 7E1 (sieben Datenbits, EVEN Parität und ein Stopbit) benutzen.
Wie schon vorher erwähnt, muß der Empfänger irgendwie erfahren, was der Absender gesendet hat. Über die serielle Leitung können nur Bits und damit Zahlen versendet werden, aber keine Buchstaben wie z. B. beim Fax. Die Buchstaben müssen also in Zahlen kodiert werden, damit sie übertragen werden können. Um Daten sinnvoll austauschen zu können, müssen beide Seiten über den gleichen Code verfügen. Zu diesem Zweck wurde der ASCII-Code (sprich: "aski"-Code) entwickelt. Hier wurde jedem Buchstaben eine Zahl zugeordnet. Der Empfänger sieht in seiner Tabelle bei der empfangenen Zahl nach und gibt dann das entsprechende Zeichen aus. Nach dem ASCII-Code (American Standard Code for Information Interchange= Amerikanischer Standardcode zum Informationsaustausch) ist z.B. ein "A" immer gleich der Zahl 65. Eine Liste des ASCII-Codes finden Sie im Anhang.
Bei PC-Rechnern werden die seriellen Schnittstellen mit COM (wie Communication) bezeichnet. Da der PC mehrere davon hat, werden sie nach COM1, COM2, usw. durchnumeriert.
Die COM-Schnittstellen (auch COM-Ports genannt) haben folgenden Interrupt und I/O-Adressen (die "0" am Anfang kann auch weggelassen werden) Zuordnungen:
COM-Port I/O-Adresse IRQ
COM1 03F8 IRQ4
COM2 02F8 IRQ3
COM3 03E8 IRQ4
COM4 02E8 IRQ3
Tab 1.4: COM-Port Konfigurationen
Die meisten PCs haben nur zwei serielle Schnittstellen, nämlich COM1 und COM2. Durch eine Hardwareerweiterung können noch zwei COM-Ports relativ preiswert nachgerüstet werden. Wie in Tab 1.3 zu sehen ist, belegen COM1 und COM3, sowie COM2 und COM4 die gleiche Interruptleitung. Wie einiges in der PC-Welt ist dies wieder ein Beispiel für Inkonsequenz. Allerdings hat jeder COM-Port seine eigene I/O-Adresse. Der Nachteil dieser Anordnung ist, daß zwar vier verschiedene serielle Endgeräte einzeln betrieben werden können, allerdings nur zwei gleichzeitig.
Jedoch nur diese, die nicht den gleichen IRQ benutzen, also nur COM1 und COM2, COM3 und COM4, COM1 und COM4 oder COM2 und COM3!
Etwas teurer sind Spezialkarten, die jedem COM-Port eine eigene IRQ-Leitung zu Verfügung stellen, allerdings müssen im PC noch so viele frei sein. Ganz teuer und toll sind aktive Schnittstellen Karten mit eigener CPU, die bis zu mehreren Dutzend COM-Ports bedienen können. Dies ist vor allem für Firmen interessant, die an einem Netzserver mehrere Ein -oder Ausgänge installieren wollen. Wer so etwas kaufen möchte (und die erforderlichen Hundert bis Tausende von Mark ausgeben will), sollte sich vorher absichern, daß seine Software diese Karten auch unterstützt!
Bei SVGA-Karten mit S3 Chipsatz sowie einigen ATI (und ET4000-W32i unter OS/2) Karten gibt es Probleme bei der Benutzung vom COM4. Wer so eine SVGA Karte hat, sollte lieber auf einen anderen COM-Port ausweichen!
Die seriellen Schnittstellen des PCs können theoretisch auf Geschwindigkeiten von 110, 150, 300, 600, 1200, 2400, 4800, 9600, 19200, 38400, 57600 und 115200 Bit/s eingestellt werden. Zu den Problemen mit den hohen Geschwindigkeiten lesen Sie bitte weiter.
FIFO ist nicht der Name eines kleinen Hundes, sondern die Bezeichnung eines Zwischenspeichertyps. FIFO steht für "First In First Out". Das bedeutet, daß aus einer beliebigen Kette von Zeichen, das erste Zeichen, das ankam, auch wieder aus dem Speicher geht. Ein Beispiel:
Zeichenkette: "BUCH"
Der Buchstabe "B" kam als erster in den Speicher, "H" als letzter. Wenn der Speicher ausgelesen wird, wird zuerst wieder das "B" gelesen, dann das "U", usw. Diese kleinen Zwischenlager nennen sich Pufferspeicher. Für die Telekommunikation sind die FIFOs deswegen wichtig, weil sie erst eine hohe Datenübertragunsrate ermöglichen. Bei Multitaskingsystemen wie OS/2, Unix oder auch Windows ist der Computer ständig aktiv, aber Datenübertragungen mit hohen Geschwindigkeiten sind sehr zeitsensibel. Wie schon im vorigen Unterkapitel erwähnt, lösen serielle Schnittstellen immer einen Interrupt aus, der die CPU veranlaßt, das Zeichen von ihnen abzuholen. Nur wenn dieses Zeichen abgeholt wurde, kann die serielle Schnittstelle das nächste Zeichen vom Modem empfangen. Ist die CPU zu beschäftigt und bearbeitet einen Interrupt zu spät, oder vergißt ihn sogar (bei PCs tatsächlich möglich), kommt es zu Fehlern bei der Datenübertragung. Der FIFO Pufferspeicher kann mehrere Zeichen zwischenspeichern, bis die CPU die Daten abholen kann. Die Übertragung geht also weiter. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten (ab 38400 Bit/s) bleibt der CPU nur sehr wenig Zeit die Interrupts zu bearbeiten, denn die serielle Schnittstelle ist nicht der einzige Störenfried im Rechner.
Wer nur mit niedrigen Datenraten arbeitet, wird keinen FIFO brauchen, doch der Trend geht ja gerade zu den immer höheren Geschwindigkeiten. Aus diesem Grunde sollte über die Anschaffung eines FIFOs nachgedacht werden. Der Chip (mit der Bezeichnung UART 16550AFN) selber kostet gerade mal 20,00 DM bis 30,00 DM. Die einfachste Lösung ist der Kauf einer seriellen Karte (ca. 40,00 DM bis 70,00 DM) mit dem besagten FIFO. Die schon vorhandenen alten COM-Ports müssen dann aber deaktiviert werden!
Auf einigen internen Modems ist ein FIFO bereits integriert, eine spätere Nachrüstung ist fast bei keinem internen Modem möglich!
Wer etwas basteln kann, versucht den alten seriellen Baustein (sehr oft ein UART 16450) auf seiner Karte gegen den neuen auszutauschen; allerdings müßte dann eventuell gelötet werden. Wer eine Multi I/O-Karte hat (wo der Festplatten -und Floppy-Controller gleich mit integriert ist), schaut leider in die Röhre, da dort alle Funktionen auf nur einem Chip integriert sind.
Eine Karte mit FIFO muß auf jeden Fall gekauft werden, wenn ein ISDN-Modem angeschafft wird, da hier die Geschwindigkeit vom PC zum Modem auf 115200 Bit/s geschaltet werden muß. Normale serielle Bausteine sind zu solchen Geschwindigkeiten gar nicht mehr in der Lage. Einige serielle Schnittstellen sind von so schlechter Qualität, daß nicht sehr viel mehr als Mäuse angeschlossen werden können. Diese Schnittstellen können praktisch maximal mit 19200 Bit/s betrieben werden, bei höheren Datenraten (die theoretisch eingestellt werden könnten) entstehen viele Fehler (gerade bei Multi-I/O Karten), obwohl das Modem die Daten einwandfrei empfängt.
Nachdem in dem Kapitel zuvor einige grundlegende Kenntnisse von Hardware vermittelt wurden, ist nun die Zeit gekommen, aktiv zu werden. Lesen Sie bitte die folgenden Kapitel zuerst durch, bevor Sie Veränderungen am PC vornehmen. Wenn möglich, lassen Sie sich von jemandem assistieren, der ebenfalls ein paar Kenntnisse in der PC-Technik hat. Um ein Modem an einen Rechner anzuschließen, braucht es keinen Ingenieur, doch Zeit sollte man sich genug lassen. Sorgen Sie vorher für passendes Werkzeug! Im wesentlichen wird ein kleiner Kreuzschlitz-Schraubendreher sowie ein kleiner flacher Schraubendreher und eine Pinzette gebraucht. Die Umgebung sollte staubfrei sein und der Körper gut geerdet, damit die empfindlichen Bauteile des Computers nicht durch kleine Partikel oder elektrostatische Ladung beschädigt werden. Erst wenn alle Bedingungen erfüllt sind, und der Bastler im Geiste die wichtigen Schritte schon durchgeführt hat, sollte es ans ein -und anbauen gehen.
Bevor der Rechner aufgeschraubt wird, sollte erstmal feststehen was für Hardware bereits vorhanden ist. Normalerweise ist dies eine Maus, eine Soundkarte und ein CD-ROM. Die Maus wird in 99% aller Fälle auf COM1 betrieben (selbst bei Busmäusen ist der entsprechende IRQ weg). Für das Modem bleibt also nur COM4 (da COM3 entfällt, weil dieser Port nicht mit COM1 zusammen betrieben werden kann, der normalerweise die Maus ansteuert). Wird mit dem Modem eine Installationssoftware mitgeliefert, sollte diese zum einstellen benutzt werden. Sind nur Steckbrücken (Jumper) auf der Karte, sollte anhand der Anleitung der IRQ und die I/O-Adresse eingestellt werden. Hier ein Beispiel von einem beliebigen Modem:

Abb 1.4: Jumper-Konfigurationsbeispiel
Da leider ein Modem nicht dem anderen gleicht, hat Abb. 1.4 nur Beispielcharakter. Falls es zu Überschneidungen mit anderer Hardware kommt, müssen diese durch Umkonfigurieren der anderen Hardware beseitigt werden. Modems lassen sich nur in sehr beschränktem Maße einstellen, da die Anwendungssoftware größtenteils auf die Standardwerte der seriellen Schnittstellen programmiert ist. COM4 ist also gleichbedeutend (nach Tab 1.3) mit IRQ Nr. 3, I/O-Adresse 2E8. Ist dieser COM-Port nicht mehr zu haben, kann auf COM3 ausgewichen werden, wenn nicht gleichzeitig dazu COM1 benutzt werden soll. Ebenso bietet sich COM2 an. Beispielsweise legen sich einige EtherNet-Karten (für Netzwerke) automatisch auf IRQ 3. Trifft dies zu, ist es einfacher, die EtherNet-Karte umzustellen als sämtliche Modem -und Faxsoftware.
Am problemlosesten ist aber für den Heimanwender die Installation des Modems auf COM4. Dies wird sehr oft von Seiten des Herstellers auch schon voreingestellt.
Funktioniert COM4 nicht, da es Inkompatibilitäten mit einer SVGA-Karte oder anderen Geräten gibt, muß das interne Modem auf COM3 geschaltet und die Maus an COM2 gehängt werden. Einige interne Modems erlauben es auch, sogenannte hohe IRQs (eine Interruptleitung mit einer Nummer die größer als sieben ist) zu verwenden. Dies ist bei 16-Bit Karten der Fall, die daran zu erkennen sind, daß sie den Steckplatz voll ausfüllen. Allerdings kann es dann zu Problemen bei der Anwendersoftware kommen. Bei der dritten Möglichkeit wird das interne Modem auf COM2 eingestellt und die COM2-Schnittstelle, die der PC schon vorher hatte, stillgelegt. Das geschieht ebenfalls per Jumper auf der entsprechenden Controller-Karte. Leider kann in diesem Buch kein Beispiel dazu gegeben werden, da sich die entsprechenden Controllerkarten zu sehr im Detail unterscheiden. Auf jeden Fall sollte die Anleitung der Karte benutzt werden. Wenn keine Anleitung vorhanden ist, bleibt nur das ausprobieren. An den Jumpern wird solange herumgestellt, bis z. B. MSD.EXE von Windows COM2 nicht mehr findet. Dazu muß die Karte jedesmal aus -und wieder eingebaut werden. Sicherheitshalber sollten Sie sich die ursprünglichen Jumperstellungen vorher notieren. Das durch das Herumprobieren irreparable Schäden auftreten, ist zwar wenig wahrscheinlich, doch auch nicht ausgeschlossen! Von diesen drei Möglichkeiten ist aber nur die erste wirklich empfehlenswert!
Hier nochmals eine kurze Checkliste:
Ist der gewünschte IRQ frei (ggf. mit MSD.EXE von MS-Windows überprüfen)?q
Ist die I/O-Adresse frei?q
Ist ein Steckplatz im Computer frei?q
Ist ein kleiner Kreuzschlitzschraubendreher vorhanden?q
Ist ein kleines Schälchen für die Schrauben gefunden?Wenn das Modem nun bereit zum Einbau ist und sichergestellt ist, daß keine andere Hardware den IRQ oder die I/O-Adresse belegt, dann geht es richtig los. Netz -und andere Stecker ziehen und aufschrauben!

Abb 1.5 Das Aufschrauben des Rechners
Auf dem Bild wird zwar ein Desktop-Gehäuse geöffnet, aber vom Prinzip gibt es keinen Unterschied zu einem Tower-Gehäuse. Vor der Aktion sollte noch ein Schälchen gesucht werden, das dann die Schrauben aufnehmen kann, die leider viel zu schnell in einem Paralleluniversum verschwinden. Ein kleiner Kreuzschlitz-Schraubenzieher ist für alle Schrauben am Gerät vollkommen ausreichend.
Ist der Deckel dann erstmal heruntergenommen, muß das Abdeckblech an der Seite von einem leeren Steckplatz entfernt werden. Diese Schraube extra markieren, da sie sich von den Gehäuseschrauben unterscheidet! Nun wird die Modemkarte zur Hand genommen und gerade an den Steckplatz angesetzt.

Abb 1.6: Der Einbau der Modem-Karte
Durch leichten Druck an allen Stellen der Oberkante, wird die Karte in den Steckplatz gedrückt. Das Seitenblech mit den Anschlußbuchsen liegt jetzt bündig am PC-Gehäuse. Die vorher separierte Schraube des Abdeckblechs wird nun wieder in das Loch geschraubt, um dem Modem Stabilität zu verleihen.
Lesen Sie nun bitte bei dem Unterkapitel "Der erste Test" weiter.
Nachdem sich der Anwender darüber klar geworden ist, an welchem COM-Port das Modem angeschlossen werden soll (dies ist in 99% aller Fälle COM2), stellt er die Verbindung mittels des RS-232 Kabels her. Bei externen Modems wird nur das (hoffentlich mitgelieferte) serielle Kabel an die COM-Schnittstelle des PCs gesteckt. Das ist entweder eine schmale 9-polige -oder eine breite 24-polige Buchse (Sub-D9 oder Sub-D24). Das andere Ende kommt an den RS-232C Stecker des Modems. Zuletzt wird das Modem an die Stromversorgung angeschlossen. Das war´ s prinzipiell schon. Hier zeigt sich eindeutig der Vorteil der kaum teureren externen Lösung!
Bevor der Rechner bei internen Modems wieder zugeschraubt wird, sollte ein kurzer Testlauf erfolgen. Dazu wird nur der Monitor, die Tastatur, Maus und das Netzkabel an den Computer angeschlossen. Fährt der Rechner nach dem Einschalten sauber hoch, ist die erste Hürde schon genommen. Dann sollte Windows gestartet werden.
Microsoft hat immerhin ein Terminalprogramm mitgeliefert, welches jetzt zum Testen benutzt werden kann. Zwar hat das Windows-Programm mit einem Terminalprogramm soviel gemeinsam wie ein Geländewagen mit einem Dreirad, doch für Testzwecke reicht es aus. Nach der Ausführung, muß dem Programm mitgeteilt werden, an welchem COM-Port das Modem hängt. Das ist unter dem Menüpunkt
Einstellungen/Datenübertragung
möglich. Dort wird nun der gewünschte COM-Port und die Übertragungsgeschwindigkeit, von 2400 Baud eingestellt. Höhere Geschwindigkeiten sind zum Testen des Modems unnötig, da sie nur wieder neue Fehlerquellen sein können. Die anderen möglichen Einstellungen werden später behandelt.

Abb 1.7: Testeinstellung des Windows-Terminalprogramms
Ist das Programm eingestellt, kann mit dem eigentlichen Test des Modems begonnen werden. In Abb 1.8 stehen die Befehle, die das Modem zum Selbsttest veranlassen. Momentan fehlt leider eine Erklärung dazu; das ist erst Bestandteil des nächsten Kapitels.
Um das Modem zu testen, geben Sie bitte untenstehende Zeilen ein und bestätigen mit
Ü.AT &F
ÜAT S18=10
ÜAT &T8
Ü
Abb 1.8: Testlauf des Modems
Nach 10 Sekunden sollte das Modem "000" ausgeben.
Der Befehl "AT &T8" löst einen Selbsttest des Modems aus. Die Ziffern, die das Modem zurückgibt, geben die Anzahl der gefundenen Fehler wieder. Außerdem wird jeder Befehl mit "OK" vom Modem quittiert.
Gibt das Modem beim letzten Befehl eine andere Zahl als "000" aus, kann dies mehrere Gründe haben.
q
Der IRQ, den das interne Modem benutzt, wird schon von einer anderen Karte verwendet. Der Tip: Nochmals die vorhandene Hardware überprüfen und ggf. alle zusätzlichen Karten bis auf das Modem ausbauen.q
Die I/O-Adresse des internen Modems überschneidet sich mit der einer schon vorher vorhandenen Karte. Hier gilt ebenfalls, daß nochmals die Hardware durchgesehen werden muß und ggf. alle anderen Karten zum Testen ausgebaut werden.q
Die Schnittstellengeschwindigkeit ist zu hoch. Stellen Sie eine niedrigere ein. Ist sie schon sehr niedrig, ist der serielle Baustein vielleicht defekt.
Das Kabel vom Computer zum externen Modem ist locker oder defekt. Die Steckkontakte sollten nochmals überprüft werden bzw. das Kabel ausgetauscht.q
Die serielle Schnittstelle des PCs ist fehlerhaft, das externe Modem erhält falsche Befehle. In diesem Falle sollte das Modem testweise auf einen anderen COM-Port gehängt werden (z. B. auf COM1). Bringt dies keine Verbesserung, sollte die serielle Karte ausgetauscht werden (Kostenpunkt ca. 30,00 DM bis 70,00 DM).q
Das interne/ externe Modem ist defekt. In diesem Falle sollte das Gerät zum Händler zurück, mit einer möglichst genauen Fehlerbeschreibung.Nachdem das Modem installiert worden ist und alle Tests erfolgreich bestanden hat, kann der Rechner wieder geschlossen bzw. auf dem Schreibtisch richtig plaziert werden.
Damit der Zugang zur weiten Welt gesichert ist, werden die Anschlüsse des Modems mit der Telefondose verbunden. Alle von der Telekom zugelassenen Modems werden mit dem TAE-6-Stecker (TAE= Telefon Anschluß Einheit) an den "N"-Schlitz der Telefon-Dose angeschlossen. Die Buchstaben stehen nur ganz klein an der Steckdose! Hat die Telefondose nur einen Schlitz, muß eine neue Telefondose im Kaufhaus oder im Telefonladen der Telekom gekauft werden (Kostenpunkt: ca. 15,00 DM). Die neue Telefondose sollte vom Typ "NFN" sein, also für ein Hauptgerät (etwa das Telefon) und zwei Nebengeräte (z.B. der Anrufbeantworter und das Modem). Wird mit dem Telefon telefoniert, kann das Modem vom "N"-Anschluß nicht wählen. Manche Modem melden dann bei einen Versuch "ERROR". Das Gerät am "F"-Anschluß hat immer Priorität und kann "Gespräche" vom "N"-Anschluß unterbrechen. Sonst könnte z. B. kein Anrufbeantworter bei seiner Ansage unterbrochen werden, wenn der Inhaber doch noch an das Telefon geht. Dieses Verfahren ist durch eine spezielle Verdrahtung in der Dose möglich und wird von allen Geräten mit BZT-Zulassung unterstützt.
Der viereckige Plastikstecker mit der langen Lasche (der RJ-12 Western-Stecker) wird beim Modem in eine Buchse gesteckt, die mit "Tel" oder einem Telefonsymbol bezeichnet ist.
Bei ISDN-Modems stecken Sie das ISDN-Kabel mit dem viereckigen, durchsichtigen IAE-8-Stecker (RJ-45 Westernstecker) mit der Lasche in die ISDN-Dose. Das andere Ende kann ein Stecker mit dem gleichen Äußeren sein (das ist herstellerabhängig), der dann an das Modem angeschlossen wird.
Bei internen Modems sieht die Verkabelung ungefähr so aus:

Abb 1.9: Die "Verkabelung" eines internen Modems.
Externe Modems haben, bedingt durch ihre Bauart, mehr Kabel, die irgendwo im Weg rumliegen:

Abb 1.10 Die "Verkabelung" eines externen Modems
Wie Sie ein ISDN-Modem anschließen, entnehmen Sie bitte dem vorherigen Kapitel "Externes Modem anschließen".
Nach dem Aufschrauben des Gehäuses geht der Einbau einer ISDN-Karte rein praktisch genauso vonstatten wie der Einbau eines internen Modems im gleichnamigen Kapitel. Allerdings werden andere Interruptkanäle (IRQ) und I/O-Adressen gebraucht. Wie bei den seriellen Schnittstellen, wird auch bei ISDN-Karten die CPU bei ihrer Arbeit unterbrochen, damit sie die neuen Zeichen abholen kann. Neben dem IRQ hat jede ISDN-Karte auch noch ihre I/O-Adresse; einige Karten belegen sogar noch einen größeren Bereich im Speicher für den Datenaustausch. Bei den IRQs können bei den meisten Karten sogar Kanäle belegt werden, die eine höhere Zahl als sieben haben. Ist dies möglich, sollte einer von diesen gewählt werden. Ist dies nicht möglich, ist sehr oft IRQ2 oder IRQ5 nicht belegt. Ebenso ist die I/O-Adresse bei ISDN-Karten nicht an irgendwelche alten Konventionen aus der PC-Geschichte gebunden. Hier kann ebenfalls eine beliebige Adresse gewählt werden, solange sie nicht von einer anderen Hardware belegt ist. Zum Einstellen der Karte benutzen sie das mitgelieferte Installationsprogramm oder verändern mittels der Anleitung die Jumper.
Bedenken Sie, daß außer den Adressen in Tab 1.4 auch die I/O-Adressen 220, 240 von Soundkarten und 300, 320, 340 von CD-ROMs oder Netzwerkkarten belegt sind. Die heutige Hardware bietet aber genügend Ausweichmöglichkeiten.
Durch technische Beschränkungen gibt es bei Rechnern mit ISA-Bussystem (16-Bit, bei älteren Modellen) Probleme z.B. bei den Adressen D80, E80, F80, die von Computer als 180, 280, 380 interpretiert werden. Liegen auf diesen Adressen andere Geräte, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Für Profis: Diese Probleme sind technisch bedingt, da bei ISA-Rechnern von den I/O-Adressen nur die untersten 10 Bit ausgewertet werden.
Einige wenige Karten benötigen zusätzlich zum IRQ-Kanal und der I/O-Adresse noch einen eigenen Speicherbereich im Hauptspeicher (RAM) des Rechners. Damit dieser Speicherbereich nur für die ISDN-Karte reserviert ist, muß dem Computer mitgeteilt werden, daß dieser Bereich für normale Programme gesperrt ist. In der CONFIG.SYS muß dies dem Speichermanager (meistens EMM386.EXE oder QEMM386.SYS) mit der Option /X=<Speicherbereich> gesagt werden. Welcher Speicherbereich das ist, entnehmen Sie bitte der Anleitung zu der Karte. Bei einem Speicherbereich von D000 bis D0FF steht in der CONFIG.SYS u. a. :
C:\DOS\EMM386.EXE RAM /X=D000-D0FF
Einige Bereiche im Speicher können z. B. auch noch von alten Netzwerkkarten (z. B. ARCnet) belegt sein. Außerdem können bestimmte Bereiche im Speicher vom PC bereits genutzt werden, um langsameren Permanentspeicher (ROM) im Computer in den schnelleren Hauptspeicher (RAM) zu kopieren. Diese Funktion nennt sich Shadowram und wird vom BIOS (Basic Input Output System) des Rechners gesteuert; sie erhöht die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Rechners. Wenn es nötig ist, diese Option abzuschalten, muß dies kurz nach dem Einschalten oder Neustart (Reset) des Rechners im BIOS-Menü geschehen. Dies finden Sie im Handbuch Ihres Computers (dem Mainboard Manual).
Wenn die ISDN-Karte installiert ist, wird die mitgelieferte Testsoftware gestartet (wie hier bei einer Teles-Karte):

Abb 1.11: Beispiel eines Testlaufes einer ISDN-Karte
Meldet sie in allen Bereichen "OK", kann der Rechner wieder geschlossen werden. Wenn nicht, dann gehen Sie bitte nochmals die drei Faktoren: IRQ, I/O-Adresse und evtl. den zusätzlichen Speicherbereich auf Fehler durch.
Stecken Sie das ISDN-Kabel mit dem viereckigen, durchsichtigen IAE-8-Stecker (RJ-45 Westernstecker) mit der Lasche in die ISDN-Dose. Das andere Ende kann ein Stecker mit dem gleichen Äußeren sein (das ist herstellerabhängig), der dann an die Karte angeschlossen wird. Führen Sie nochmals die mitgelieferte Testsoftware aus, da einige Programme noch einen Selbstanruf veranlassen, um wirklich alle Bestandteile der Karte zu testen.
Damit die ISDN-Karte mit Ihren Anwendungen arbeiten kann, gibt es eine genormte Software-Schnittstelle. Sozusagen eine Sammlung von Treibern und Dienstprogrammen, die den Anwendungsprogrammen erlaubt, auf die ISDN-Karte zuzugreifen. Diese Schnittstelle nennt sich CAPI (Common ISDN Application Programmer Interface) und wird von jedem Hersteller mitgeliefert. Dieser CAPI muß immer geladen sein, wenn mit der ISDN-Karte gearbeitet werden soll. Der CAPI ist bei vielen Herstellern leider sehr speicherintensiv, d. h. er braucht viel Speicher (ca. 100 KByte - 300 KByte). Es bleiben vielleicht nur 530 KByte oder weniger vom den 640 KByte unter DOS übrig.
Bei MS-DOS ist es leider immer sehr problematisch, zu wenig Speicher unter der 1 MB Grenze zu haben. Dienstprogramme wie MEMMAKER oder OPTIMIZE versuchen mit vielen Tricks, den unter DOS nutzbaren Hauptspeicher zu vergrößern. Doch der Speicherbedarf von ISDN-Karten ist sehr groß, sodaß die Treiber (samt CAPI) eventuell wieder aus dem Speicher entfernt werden müssen, damit andere DOS Programme arbeiten können. Bei ISDN-Modems bestehen diese Probleme alle natürlich nicht. Bei Windows ist der Speicherbedarf aber meist kein Problem.
Selbst ISDN-Karten können, durch spezielle Treiber -wie ein Modem- angesprochen werden. Dadurch fügen sie sich besser in bestehende ältere Software ein. Das wird aber erst im nächsten Kapitel behandelt.
Wie wird das Modem dazu gebracht, eine Nummer zu wählen? Wie werden Daten übertragen? Wie werden die verschiedenen Optionen eingestellt oder die Übertragungsrate dynamisch gehalten? Dieses Kapitel gibt Auskunft, wie ein Modem eingestellt werden muß, damit es in allen Lagen gut funktioniert. Natürlich fehlt auch eine genaue Beschreibung der wichtigsten Befehle nicht.
Für die erstem Schritte wird das Terminalprogramm von Windows benutzt. Sie können auch jedes andere Terminalprogramm benutzen!
Die Grundlagen der Modemsteuerung
Damit das Modem das tut, was der Anwender möchte, müssen ihm genaue Befehle übermittelt werden. Für diesen Zweck gibt es Normen, damit die Anwendungssoftware auch jedes Modem ansteuern kann. Der Modemhersteller HAYES hat in den achtziger Jahren bei seinen Modems eine Befehlssprache entwickelt, die sich über kurze Zeit zu einem Defacto-Standard entwickelt hat. Die heutige "Norm" heißt dann auch Hayes-Befehlssatz. Neben dem Hayes-Befehlssatz gibt es noch einen anderen, der richtig genormt, aber kaum verbreitet ist: V.25bis. Dadurch, daß der Hayes-Standard so weit verbreitet ist, führt der V.25bis Standard nur ein Schattendasein und wird auch in diesem Buch nur am Rande erwähnt. Eine Befehlsliste beider Standards finden Sie etwas weiter unten. Auf die FAX-Kommandos wurde bewußt verzichtet, da diese für den Anwender keine Bedeutung haben. Die Fax-Software stellt allein die richtigen Werte ein, der Anwender kann beim Faxen nicht eingreifen.
Zur Eingabe der Befehle wird ein Terminalprogramm benutzt, in das die Befehle eingetippt werden. Anwendungsprogramme, die das Modem nutzen, gehen genauso vor, nur schreiben sie die Befehle nicht sichtbar auf den Bildschirm. Trotzdem gehen die Befehle den gleichen Weg zum Modem.
Werden nun die Befehle in das Terminalprogramm eingegeben, erscheinen die Zeichen auf dem Bildschirm. Das ist eigentlich nichts Verwunderliches, doch das Zeichen das Sie auf dem Bildschirm sehen, ist nicht direkt von der Tastatur zum Bildschirm gewandert wie bei einer Textverarbeitung. Es wurde vielmehr erst zum Modem geschickt und von dort als Echo zum Terminalprogramm zurückgeworfen, um dann angezeigt zu werden. Sehen Sie also Ihre Buchstaben, wissen Sie, daß die Leitung vom PC zum Modem und die anderen Einstellungen zumindest grob in Ordnung sind.
Das Modem wird in zwei Modi betrieben, dem sogenannten Command-Modus und dem Online-Modus. Der Command-Modus (der Kommando-Modus) dient der Steuerung des Modems durch die später vorgestellten "AT"-Befehle. Damit dem Modem mitgeteilt werden kann, daß es eine Nummer wählen -oder auf einen Anruf beantworten soll, muß das Modem im Command-Modus sein. Wenn nach dem Wählen z. B. eine Verbindung zustande kommt, geht das Modem automatisch in den Online-Modus. In diesem Modus wird das Modem dann betrieben, wenn es Daten überträgt. Ist die Verbindung beendet das Modem hat also aufgelegt, ist es automatisch wieder im Command-Modus.
Manchmal kann es vorkommen, daß während einer Verbindung, der Modus gewechselt werden muß, um dem Modem neue Befehle zu geben. Dies kann z. B. notwendig werden, wenn das Modem eine aktuelle Verbindungsstatistik ausgeben soll. Um vom Online-Modus in den Command-Modus zu kommen, wird "+++" (also dreimal Plus) eingetippt. Jeweils vor dem ersten und letzten Plus läßt man eine Sekunde ohne Aktion verstreichen. Das Modem meldet dann "OK" und wartet auf Kommandos; dabei erhält es die Verbindung aufrecht. Das Zeichen, von deren drei das Modem zum Wechsel in den Command-Modus veranlassen, nennt sich Escape-Character. Der standardmäßige Escape-Character ist ein "+", welcher aber auch veränderbar ist. Um vom Command-Modus wieder in den Online-Modus zu kommen, um weiter Daten zu übertragen, wird das Kommando "AT O" gegeben.
Moderne Modems haben eine Fehlerkorrektur, die bei schlechten Leitungen die Störsignale herausfiltert und eine Datenkompression, um noch mehr Geschwindigkeit herauszuholen. Wenn ein Modem mit 14400 Bit/s eine schlecht komprimierte Datei überträgt, kann die Übertragungsrate leicht auf 30000 bit/s ansteigen (da dann die Datenkompression des Modems wirksamer arbeiten kann). Ist aber eine schlechte Leitung erwischt worden, sinkt die Übertragungsrate, aufgrund der vielen Fehler, vielleicht auf nur 9000 bit/s. Damit der Anwender etwas von dem hohen Datendurchsatz bei einer guten Kompression hat, müssen die Daten auch mit dieser Geschwindigkeit in den PC übertragen werden können. Dazu wird der COM-Port des Rechners auf 38400 Bit/s oder höher eingestellt. Diese Geschwindigkeit bleibt auch immer konstant, selbst wenn das Modem die Daten vom Gegenmodem mit einer viel geringeren Geschwindigkeit bekommt. Ist das der Fall, wird der PC in kurzen Intervallen vom Modem mit Daten gefüttert, dann folgt eine kurze Pause bis zu den nächsten Daten.
Es muß ganz deutlich in zwei Geschwindigkeiten unterschieden werden! Einerseits die Geschwindigkeit PC<->Modem und andererseits Modem<->Modem. Die Geschwindigkeit PC-Modem ist immer konstant, die vom Modem<->Modem ändert sich dynamisch, je nach Leitungsverhältnissen und Datenart.
Bei früheren Modems wurde die Geschwindigkeit vom Modem zum PC immer der jeweiligen Verbindungsgeschwindigkeit angepaßt. Doch bei Einführung von Fehlerkorrektur und Datenkompression, die den Datendurchsatz erheblich steigern kann, kamen die Hersteller davon ab. Seither wird die Geschwindigkeit vom Modem zum PC unabhängig von der Verbindungsgeschwindigkeit der Modems untereinander konstant auf hohem Niveau gehalten. Modems haben einen internen Wandler, der die unterschiedlichen Datenraten anpassen kann. Bei modernen Modems mit Geschwindigkeiten von 14400 Bit/s oder 28800 Bit/s gibt es sowieso kein Äquivalent in den Einstellungsmöglichkeiten des PCs. Serielle PC-Schnittstellen (und auch die von vielen anderen Rechnerplattformen) können nur auf 300, 600, 1200, 2400, 4800, 9600, 19200, 38400, 57600 und 115200 Bit/s eingestellt werden (zumindest theoretisch). Bei 14400 Bit/s - Modems benutzt man deswegen oft 38400 Bit/s Schnittstellengeschwindigkeit, bei 28800 Bit/s - Modems sind es 57600 Bit/s, wenn es die seriellen Bausteine hergeben (s. Kapitel über Hardware).
Die Schnittstellengeschwindigkeit sollte immer mehr als ca. doppelt so hoch sein, wie die maximale Geschwindigkeit des Modems.
Bislang wurde nur behandelt, wie Daten empfangen werden. Doch ein Modem arbeitet in zwei Richtungen, es kann auch viele Daten senden. Angenommen, ein 14400 Bit/s Modem wird vom PC aus mit 38400 Bit/s mit Daten gefüttert. 38400 Bit/s ist ja wesentlich schneller als die 14400 Bit/s, mit der das Modem die Daten zur Gegenstelle loswerden kann. Der Flaschenhals sitzt also am Modem, dort stauen sich die Daten. Damit es keinen "Datensalat" gibt, muß das Modem dem PC signalisieren, daß dieser momentan keine Daten mehr senden soll. Nur dann hat das Modem Zeit, seine Daten an das Gegenmodem loszuwerden, um vom PC dann weitere zu bekommen. Diese Signalisierung geschieht über die CTS-Leitung (Clear to send, engl.: klar zum Senden) des RS-232 Kabels, eine Art Schlagbaum geht runter. Kann das Modem wieder Daten aufnehmen, wird der Schlagbaum wieder angehoben. Den umgekehrten Fall gibt es auch, wenn der (alte) PC zu langsam ist, die Daten vom Modem aufzunehmen. Um dieses Problem zu lösen, nutzt der PC die RTS-Leitung des RS-232 Kabels als Schlagbaum. Fachlich wird dieser Kontrollmechanismus gegen Datenüberlauf RTS/CTS Hardware Flow-Control genannt. Hardware deswegen, weil er sich realer Drähte bedient.
Aus älterer Zeit gibt es auch noch eine Software-Datenflußkontrolle mit Namen XON/XOFF. XON (ASCII: 17) und XOFF (ASCII: 19) sind definierte Zeichen. Empfängt der Rechner ein XOFF-Zeichen, sendet er keine Daten mehr, bei XON sendet er weiter. Diese Art der Datenflußregulierung wird nur noch sehr selten verwendet, da sich hier Probleme mit der Übertragung von Programmen ergeben. Die XON/XOFF Software Flow-Control war ursprünglich nur für die Textübertragung, z.B. an Drucker, gedacht. RTS/CTS ist heute der Vorzug zu geben, da es problemloser für die heutige Technik mit ihren Anforderungen ist.
Alle Befehle des verbreiteten Hayes-Standards fangen mit "AT" an, was für ATtention (engl.: Achtung) steht. Sind die Befehle gültig, d.h. werden sie vom Modem verstanden, antwortet das Modem mit "OK" (und evtl. einer zusätzlichen Information). Sind sie ungültig erfolgt ein "ERROR" (Fehler). Geben Sie einfach mal ein simples
AT
Üim Terminalprogramm ein, das Modem wird mit "OK" antworten. Hinter einem "AT" kann ein Befehl stehen oder auch mehrere.
Um das Modem dazu zu bringen, eine Nummer zu wählen, wird beispielsweise "AT DP 66503342" eingegeben. Das "D" steht für Dial (engl.: wählen) und das "P" für Pulswahl. Wer an einer modernen Vermittlungsstelle der Telekom oder an einer neueren Nebenstellenanlage hängt, kann auch die Frequenzwahl benutzen (das Wählen ist dann eine schnelle Abfolge seltsam schräger Töne). In diesem Falle wird "AT DT 66503342" eingegeben.
Bei Modems, die von der Telekom mit einer BZT-Nummer zugelassen sind, werden Telefonnummern, bei denen mehrmals hintereinander keine Verbindung zustandegekommen ist (weil die Leitung besetzt ist, oder kein Modem abnimmt), für einige Zeit (ca. 30 Sekunden bis 5 Minuten) gesperrt. Die Telekom befürchtet wohl, daß die Leitungen zu sehr strapaziert werden. Diese Nummern sind dann in einem sogenannten "Blacklisting"-Speicher im Modem und das gibt beim Versuch diese Nummern anzuwählen ein "DELAYED" (engl.: verzögert) aus.
Der Anwender kann selbst herausfinden, ob er an einer modernen (digitalen) Vermittlungsstelle hängt. Geben Sie dieses Beispiel ein:
AT DT 232
ÜHören Sie immer noch das Freizeichen der Telekom im Lautsprecher des Modems, sind Sie noch an einer alten Vermittlungsstelle angeschlossen und müssen die Pulswahl benutzen. Hören Sie dagegen nichts, oder eine Ansage der Telekom, haben Sie Glück. Sie können die schnellere Frequenzwahl (MFV) benutzen!
Das Modem reagiert mit verschiedenen Antworten auf die entsprechenden Befehle. Diese Antworten sind auch Teil der Hayes-Norm, obwohl es keine Befehle sind. Wurde ein gültiger Befehl eingegeben, antwortet das Modem mit "OK", andernfalls mit "ERROR". Wurde eine Nummer gewählt (mit "ATDP <Nummer>"), antwortet das Modem entweder mit "BUSY", wenn die Leitung belegt ist (und legt dann auf), oder mit "CONNECT <Übertragungsgeschwindigkeit>" wenn eine Verbindung hergestellt wurde. Wenn weder besetzt ist, noch eine Verbindung zustande kam, antwortet das Modem mit "NO CARRIER" und legt auf. Wird das Modem angerufen, gibt es ein "RING" aus. Wird versucht eine Nummer zu wählen, und das Modem "hört" keinen Wählton auf der Leitung, antwortet es mit "NO DIALTONE" und bricht den Wahlvorgang ab.
Ein Verbindungsaufbau geht folgendermaßen von statten: Das Modem wählt die Nummer eines anderen Modems. Das andere Modem hebt ab und sendet seine Trägertöne (die CARRIER). Anhand dieser Trägertöne (eine Art von "Zwitschern") kann das anrufende Modem die vorhandenen Übertragunsgeschwindigkeiten des Gegenmodems erkennen. Sendet das Gegenmodem einen Trägerton, den das rufende Modem kennt, sendet dieses einen Antwortton und beide Modems stellen die Verbindung her. Der Vorgang wird Handshaking genannt. Das angerufene Modem präsentiert die verschiedenen Trägertöne mit der höchsten Übertragunsgeschwindigkeit zuerst, dann die nächst niedrigere, dann noch eine niedriger usw. So kommen Verbindungen (Jargon: Connects) immer mit der höchsten Übertragungs-geschwindigkeit zustande, die beide Modems beherrschen.
Wird die Verbindung beendet, legen die Modems einfach auf. Das gleiche geschieht, wenn der Trägerton durch schlechte Leitungen sehr leise oder gar nicht mehr zu hören ist. Hört eines der beiden Modems das andere für eine bestimmte Zeit nicht mehr (s. S10-Register), wird die Leitung getrennt.
Nun folgt eine Liste mit den wichtigsten AT-Befehlen. Zu berücksichtigen ist aber, daß der Hayes-Befehlssatz keine feste Norm ist. Der Teufel steckt im Detail, jedoch wurde bei der Erstellung dieser Tabelle darauf geachtet, keine Befehle zu verwenden, die verschieden interpretiert werden könnten. Gibt es doch Grund zum Zweifel, wird dies erwähnt.
Die Tabelle ist so zu lesen, als würde vor jedem Befehl ein AT stehen, bei kursiven Befehlen gibt es unterschiedliche Implementierungen der einzelnen Hersteller.
Befehl Bedeutung
A Beantwortet einen Anruf an das eigene Modem und versuch eine Verbindung herzustellen.
A/ Wiederholt den letzten Befehl, kein
Ü am Ende drücken.Bx Mögliche zugelassene, über x ausgewählte, Verbindungsgeschwindigkeiten. Bitte in die Anleitung sehen!
D Wählt eine Nummer und versucht dann eine Verbindung herzustellen.
E0 Die eingetippten Zeichen werden nicht zum Terminalprogramm zurückgegeben; man tippt "blind".
E1 Die Zeichen werden zurückgegeben; neudeutsch: "ge-echot" (Standard).
H0 Das Modem legt auf (geht vom Amt).
H1 Das Modem holt das Amt (nimmt den imaginären Hörer von der Gabel). Nicht zum wählen nötig!
Lx Stellt die Lautstärke des Lautsprecher ein; x steht für eine Ziffer von 0-3 (bei einigen bis 7), also L0, L1, etc.
M0 Schaltet den Lautsprecher immer aus.
M1 Der Lautsprecher bleibt nach dem Wählen solange an, bis eine Verbindung hergestellt werden konnte.
M2 Der Lautsprecher bleibt immer an (bei einer Verbindung ist das Gerausche sehr nervtötend!).
M3 Der Lautsprecher schaltet sich nach dem Wählen an und geht erst wieder bei einer Verbindung aus. Das erleichtert das Überwachen von Verbindungsproblemen (Standard).
O Ist das Modem im Kommando-Modus, kehrt es in den Online-Modus zurück.
P Für Pulswahl (in Verbindung mit D).
Sx=? Fragt den Inhalt des Registers x ab.
Sx=n Schreibt den Wert n in das Register x.
T Für Tonwahl (in Verbindung mit D).
V0 Gibt Rückmeldungen nur als Zahlencode aus (kaum gebräuchlich).
V1 Gibt Rückmeldungen im Klartext zurück (Standard).
Xx Gibt den Rückmeldungsumfang des Modems an. Bei X3 werden Besetztzeichen mit erkannt und als "BUSY" dem Benutzer gemeldet und bei X4 (Standard) wird vor dem Wählen darauf geachtet, daß ein Wählton vorhanden ist.
Zx Stellt das Modem auf vorher eingestellte und abgespeicherte Werte ein. Z1, Z2, Z3 sind unterschiedliche Einstellungen (für Mailbox, Btx, etc.).
Nun kommen die erweiterten Befehle, die teilweise sehr unterschiedlich sind.
&A7 Auf V.25bis wechseln.
&B0 Die Schnittstellengeschwindigkeit vom PC zum Modem stellt sich auf die Geschwindigkeit ein, mit der das Modem die Verbindung zu einem anderem Modem aufbaut.
&B1 Die Schnittstellengeschwindigkeit zwischen PC und Modem bleibt immer gleich (Standard).
&C0 Das Modem tut immer so, als hätte es eine Verbindung.
&C1 Das Modem meldet über eine Leitung im RS-232 Kabel nur eine Verbindung, wenn es auch tatsächlich eine besteht (Standard).
&D0 Egal, ob der PC bereit zum Datenübertragen ist oder nicht, das Modem verhält sich so, als ob der PC immer bereit ist.
&D1 Das Modem geht bei Aktivierung der DTR-Leitung im RS-232 Kabel in den Komando-Modus.
&D2 Das Modem unterbricht bei der Aktivierung der DTR-Leitung die Verbindung und kehrt in den Kommando-Modus zurück (Standard).
&D3 Wie &D2, doch zusätzlich wird das Modem noch mit AT Z0 initialisiert.
&E0 Bei einer besseren Leitung wird während einer Verbindung nicht versucht, eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen.
&E1 Wird die Leitung während der Verbindung besser, wird die Übertragunsgeschwindigkeit auch erhöht (Standard).
&F Stellt die Werkseinstellungen wieder her.
&H0 Keine Flußkontrolle.
&H3 RTS/CTS Flußkontrolle (Standard).
&H4 XON/XOFF Flußkontrolle.
&K0 Alle Fehlerkorrektur und Kompressionen ausschalten.
&K1 MNP4 Fehlerkorrektur einschalten.
&K2 MNP4 mit MNP5 Kompression einschalten.
&K3 V.42 Fehlerkorrektur einschalten.
&K4 V.42 mit V.42bis Kompression einschalten (Standard).
&Nx Wie Bx, bitte in die Anleitung sehen!
&S0 Das Modem meldet sich immer bereit.
&S1 Das Modem meldet sich nur über die RS-232 Leitung bereit, wenn es auch bereit ist. Dies entspricht den CCITT Richtlinien (Standard).
&T0 Alles Selbsttests stoppen.
&Tx Verschiedene Testarten, bitte in die Anleitung sehen.
&V Die gegenwärtige Einstellung des Modems ausgeben.
&Wx Die Einstellungen des Modems unter 0,1,2,3 etc. abspeichern. Mit ATZ0,1,2,3 usw. kann dann unter verschiedenen Einstellungen ausgewählt werden.
\N0 Wie &K0.
\N5 Es werden nur Verbindungen mit Fehlerkorrektur erlaubt. Kommt diese nicht zustande, wird aufgelegt.
\N6 Es wird zuerst versucht, eine Verbindung mit Fehlerkorrektur aufzubauen, gelingt dies nicht, wird eine Verbindung ohne Korrektur aufgebaut.
\J0 Wie &B1.
\J1 Wie &B0.
\Q0 Wie &H0.
\Q1 Wie &H4.
\Q3 Wie &H3.
%E0 Das Modem erlaubt keine Geschwindigkeitsänderung bei einem Wechsel der Leitungsqualität.
%E1 Das Modem erlaubt Wechsel auf höhere oder niedriegerere Geschwindigkeiten.
*E0 Wie \N6.
*E1 Wie \N5.
*I1 Auf V.25bis wechseln.
*Q0 Wie %E0.
*Q1 Wie %E1.
*Q2 Wie &E1 und %E1.
*Q3 Bei einem zu schlechten Signal wird aufgelegt.
Tab 1.5: Die Liste der wichtigsten AT-Befehle
Nicht alle Funktionen eines Modems lassen sich mit Befehlen wie in Tab 1.5 steuern. Einige Daten müssen direkt in den Speicher des Modems geschrieben werden. Diese S-Register sind Teile des Modemspeichers. Sind spezielle Daten an bestimmten Orten dieses Speichers vorhanden, veranlaßt dies das Modem zu verschiedenen Funktionen oder Interpretationen von Befehlen. Bei Hayes-kompatiblen Modems sind die ersten zehn Register genormt sowie noch ein paar andere darüber. Der Wert eines S-Registers kann mit "AT Sx?" abgefragt werden; x steht für die Nummer des S-Registers.

Abb 1.12: Das S-Register 10 wird mit dem Wert 100 beschrieben und wieder gelesen.
Um einen Wert in ein Register zu schreiben, wird "AT Sx=n" eingegeben, wobei x die Nummer des S-Registers ist und n der Wert, der hineingeschrieben werden soll (z.B. AT S10=100, der Wert 100 wird in Register 10 geschrieben). Hier ein anschauliches Beispiel:
Es folgt eine Auflistung der wichtigsten S-Register:
S-Register Bedeutung
0 In diesem Register steht die Anzahl der Klingelzeichen die vergehen, bis das Modem den Anruf entgegennimmt und versucht eine Verbindung herzustellen. Diese Funktion nennt sich Auto-Answer. Ist in dem Register ein Wert von Null, werden keine Anrufe automatisch beantwortet, steht dagegen z.B. eine Drei in diesem Register, hebt das Modem nach dem dritten Klingeln allein ab und beantwortet den Ruf (Standard: 0).
1 In diesem Register werden die Klingelzeichen gezählt. Klingelt das Telefon (bzw. Modem), steigt der Wert dieses Registers um eins. Ist der Wert gleich dem im Register S0 und größer als null, hebt das Modem ab.
2 Hier wird der ASCII-Wert des Escape-Characters eingestellt, mit dem das Modem vom Online-Modus zum Command-Modus zurückkehrt (Standard: 43 ="+").
7 Dieses Register beinhaltet den Wert in Sekunden, die das Modem auf eine Verbindung wartet, wenn es gewählt hat (Standard: 45).
10 Das S10-Register trägt sehr zur Stabilität der Leitungen bei, weil hier die Zeit in Zehntelsekunden angegeben ist, die es wartet bevor es auflegt, wenn bei einer Verbindung das Trägersignal durch Leitungsstörungen verlorengegangen ist (Standard: 14, sollte auf 100 stehen).
18 Die Zeit die sich das Modem selber testet, wenn durch AT &T ein Test ausgelöst wurde.
Tab 1.6: Liste der wichtigsten S-Register.
Im Handbuch Ihres Modems finden Sie eine sehr viel längere Liste mit S-Registern, doch die meisten Register werden von jedem Hersteller anders belegt. Einige S-Register werden noch als bitmapped angegeben. Bitmapped Register werden auch mit einer Zahl beschrieben, doch ist hier nicht die einfache Zahl von Bedeutung. Wird hier z. B. die Zahl 45 hineingeschrieben, steht sie nicht für 45 Sekunden, Birnen oder Handys, sondern diese Zahl schlüsselt sich in ihre binären Bestandteile, den Bits auf. Aus der 45 wird binär 10110100. Die Einser in der Zahlenreihe stehen für aktivierte Optionen und die Nullen für deaktivierte. Acht Bits ergeben ein Byte. Die Bits werden von vorn nach hinten numeriert, und jedes Bit steht für eine Potenz der Zahl zwei:
Bits: 0 1 2 3 4 5 6 7
Wert: 1 2 4 8 16 32 64 128
Müssen für eine bestimmte Option im Register S44 z.B. die Bits 2,4 und 7 aktiviert werden, ergibt sich durch 4+16+128 = 148 die Zahl die in das Register geschrieben werden soll. Also mit AT S44=148, werden die entsprechenden Optionen aktiviert. Leider wird in den Handbüchern nicht sehr oft geschrieben, welche Bits für bestimmte Funktionen aktiviert werden müssen; die Register werden lediglich als "bitmapped" ausgegeben. Der Anwender hat davon leider gar nichts.
Um mit den meisten Anwendungen und Informationsdiensten keine Probleme zu haben, ist eine richtige Initialisierung des Modems sehr wichtig. Initialisierung wird das Einrichten des Modems durch bestimmte Befehle genannt. Die Zeichenfolge, die ein Modem auf die entsprechenden Erfordernisse einstellt, nennt sich neudeutsch Init-String (String = engl.: Kette). Für Datex-J ist z.B. ein anderer Init-String nötig als für eine Mailbox. Zu diesem Zweck kann das Modem auch mehrere abspeichern. In diesem Unterkapitel werden nur die Befehle zusammengefaßt, die vorher bereits erklärt wurden.
Wer sein Modem mit "AT &F" initialisiert, hat schon eine gute Ausgangsbasis, zusätzlich sollten folgende Befehle nacheinander eingegeben werden (die ungleichen Befehle sind wieder kursiv markiert) :
Befehl Bedeutung
AT &F Stellt den Grundzustand her.
AT M3 Der Lautsprecher wird zwischen Wahl und Verbindung zur Überwachung eingeschaltet.
AT X4 Das Modem gibt volle Rückmeldungen und überwacht, ob die Leitung besetzt ist oder überhaupt erst ein Wahlton zu hören ist.
AT &B2 PC-Schnittstellengeschwindigkeit immer gleich lassen.
AT \J0 "
AT &H3 RTS/CTS Flußkontrolle.
AT \Q3 "
AT &K4 Fehlerkorrektur und Datenkompression an.
AT \N6 "
AT *Q2 Die Übertragunsgeschwindigkeit den wechselnden Leitungsverhältnissen anpassen.
AT %E1 "
AT &E1 "
AT S10=100 Die Stabilität der Leitung erhöhen.
Tab 1.7: Tips für den Init-String für Mailboxen
Abspeichern können Sie die Einstellungen mit "AT &W0". Wenn Sie das Modem beim nächstenmal wieder anschalten, brauchen Sie nur noch "ATZ" einzugeben und Sie haben die neuen Einstellungen gleich parat.
Nutzen Sie Datex-J, sollten sie alle Fehlerkorrektur und Datenkompression abschalten (mit "AT &K0" oder "AT \N1") und sie mit "AT &W1" abspeichern. Mit "AT Z1" haben Sie dann diese Einstellungen parat.
Schauen Sie auf jeden Fall noch in Ihr Handbuch, einige Befehle differieren sehr stark. Gucken Sie einfach in Tab 1.7 auf die Bedeutung der Befehle und suchen Sie sich die entsprechenden Kommandos aus dem Handbuch heraus.
Um die Einstellung des Modems zu überprüfen, können Sie sich diese (Settings) mit dem Befehl "AT &V" oder "AT \S" anzeigen lassen.
Hier einige Beispiele zu folgenden Modems:
Zyxel EG-1496 E+:
Current Settings............
B0 E1 L3 M3 N0 Q0 V1 X6 &B1 &C1 &D2 &G0 &H3 &J0 *K4 &L0 &M0 &N0 &P0 &R1 &S1 &X0 &Y1*B0 *C0 *D0 *E0 *F0 *G0 *I0 *L0 *M1 *P9 *Q2 *S0
S00=000 S01=003 S02=043 S03=013 S04=010 S05=008 S06=003 S07=060 S08=002 S09=006 S10=100 S11=070 S12=000 S13=000 S14=003 S15=002 S16=000 S17=018 S18=000 S19=000 S20=001 S21=190 S22=000 S23=113 S24=096 S25=000 S26=000 S27=156 S28=068 S29=000 S30=000 S31=017 S32=019 S33=255 S34=030 S35=000 S36=000 S37=000 S38=000 S39=000 S40=000 S41=000 S42=000 S43=000 S44=000 S45=100 S46=028 S47=064 S48=000 S49=000 S50=000 S51=000 S52=000 S53=000 S54=000 S55=000 S56=000 S57=000 S58=000 S59=000
CPV Stollmann Delta V.34/V.FC:
ACTIVE PROFILE:
B0 E1 L2 M3 Q0 P V1 X4 Y0 &C1 &D2 &E1 &G0 &L0 &M0 &O0 &P0 &R0 &S0 &X0 &Y0 %A000 %C1 %D0 %E1 %P0 %S0 \A3 \C0 \E0 \G0 \J0 \K5 \N6 \Q3 \T000 \V1 \X0
S00:000 S01:000 S06:003 S07:045 S08:002 S09:006 S10:100 S11:085 S12:050 S16:1DH S18:000 S21:30H S22:7EH S23:1AH S25:005 S26:001 S27:A0H S28:08H
Creatix LC144FV:
ACTIVE PROFILE:
B0 E1 L1 M1 N1 P Q0 V1 W2 X4 Y0 &C1 &D2 &G0 &J0 &K3 &Q5 &R1 &S1 &T4 &X0 &Y0
S00:003 S01:000 S02:043 S03:013 S04:010 S05:008 S06:003 S07:100 S08:001 S09:006 S10:100 S11:090 S12:050 S18:000 S25:005 S26:001 S36:007 S37:000 S38:020 S44:020 S46:138 S48:007 S95:002
Da die V.25bis Befehle den Status eines Standards der CCITT haben, soll hier zumindest eine kurze Übersicht der Befehle gegeben werden. Zwar ist der Hayes-Standard immer vorzuziehen, wenn einem die Wahl gelassen wird, doch einige Großrechner können nur über V.25bis ein Modem steuern. Befehle, die kleiner als drei Zeichen sind, werden mit "INV" (invalid= ungültig) abgelehnt.
Befehl Bedeutung
CNL&A6 Stellt auf den Hayes-Befehlssatz um.
CRI Das Modem wählt eine Nummer und sendet eine Identifizierung.
CRN Das Modem wählt eine Nummer.
CRS Das Modem wählt eine abgespeicherte Nummer.
DIC Ein ankommender Anruf wird ignoriert.
PRI Mit diesem Kommando wird eine Identifizierung im ID-Speicher des Modems abgelegt.
PRN Mit diesem Befehl wird eine Telefonnummer im Modem abgespeichert.
RLD Dieser Befehl gibt die Nummern aus, die gerade verzögert werden.
RLF Das Modem gibt die Nummern aus, die zwölfmal angewählt wurden, ohne daß eine Verbindung zustande kam.
RLI Dieser Befehl gibt die eigene ID aus.
RLN Das Modem gibt die Liste der eingespeicherten Telefonnummern aus.
Tab 1.8: Die Liste der V.25bis Befehle
Im V.25bis Modus gibt das Modem sehr vielfältige Antworten.
Anwort Beschreibung
CIC Ein ankommender Anruf wird angenommen und eine Verbindung hergestellt.
CFI Ein Anruf führte zu keinem Ergebnis, zusätzlich wird noch kommentiert, was der Grund war:
AB Kein Wählton.
CB Keine Amtsleitung.
ET Besetzt.
FC Die gewählte Nummer ist verzögert.
NS Eine Nummer aus einem leeren. Nummernspeicher wurde gewählt.
NT Die Wahl wurde abgebrochen.
RT Gegenstelle antwortet nicht.
CNX Eine Verbindung wurde aufgebaut.
INC Das Modem "klingelt".
Tab 1.9: Die V.25bis Modemantworten.
In diesem Kapitel hat der Anwender einen Einblick in die Funktionsweise eines Modems bekommen, wie es angesteuert wird und mit welchen Befehlen er was bewirken kann. Die Installation von einem internen wie externen Modem wurde an einem Beispiel vorgenommen. Die Probleme die dabei auftauchen könnten, wurden ebenso behandelt wie die nötigen Grundlagen in der Rechnerorganisation.
Das ISDN-Netz der Telekom, mit seinen vielfältigen Merkmalen, war ebenso Bestandteil dieses Kapitels. Der Anwender wird nun im nächsten Kapitel die Möglichkeit erhalten, mit seinem Modem zum erstenmal etwas praktisch anzufangen!
Nach all der grauen Theorie, soll nun das Modem auch benutzt werden. Das Modem ist schließlich dazu da, Verbindungen aufzubauen und selbst große Distanzen zu überbrücken, um Informationen zu holen und zu senden.
Wie ein Modem eine Verbindung aufbaut, ist aus dem letzten Kapitel bekannt, obwohl hier nochmals eine kleine Hilfe gegeben wird. Doch im Mittelpunkt steht nun der Verbindungsaufbau zu fremden Computern, das Dateien übertragen und Nachrichten schreiben. Außerdem wird erklärt, wie mit einem Modem gefaxt wird, wie ein Modem in ein Netzwerk eingebaut werden kann, ja selbst wie über das Modem mit einem Partner ein Videospiel zu spielen ist. Viele Informationen sind teilweise allgemein gehalten, da die Realität sehr vielfältig ist. Das heißt aber nicht, daß praktische Übungen ausbleiben.
Das Modem ruft sehr oft bei Computern an, die von Menschen unbeaufsichtigt sind. Diese Computer haben eine Bedieneroberfläche, die vom Betreiber frei gestaltet werden kann. Der simpelste Fall eines unbeaufsichtigten Computers mit Modem, ist die Mailbox.
Die vielen anderen Anwendungsgebiete wie Faxen, Spielen oder Modems im Netzwerk, die erst ein Kapitel später behandelt werden, sind vom Prinzip dem folgenden sehr ähnlich. Je nach Art der Anwendung sind Englischkentnisse vorteilhaft.
Eine Mailbox (engl.: Briefkasten) ist optisch nichts weiter, als eine der üblichen Computerkisten mit Modem. Im amerikanischen Sprachraum wird eine Mailbox auch oft BBS genannt, was für Bulletin Board System steht (ein System der Schwarzen Bretter). Auf diesem Rechner läuft ein spezielles Mailboxprogramm, welches Anrufe entgegen nimmt und selbst welche ausführen kann. Es führt den Anrufer, nach seiner Identifizierung, auf ein Menüsystem und ermöglicht ihm darüber verschiedene Aktionen. Dieses Menüsystem ist das einzige, was der Benutzer auf seinem Terminalprogramm sieht. Über die Mailbox kann der Benutzer, anderen Benutzern eine Nachricht schreiben und Programme holen. Die Kontaktaufnahme funktioniert so:
q
Mit dem Terminalprogramm wird die Nummer der Mailbox gewählt. Das Modem stellt die Verbindung her.q
Die Mailbox fordert den Anrufer auf, sich zu identifizieren. Nach erfolgreicher Identifikation, schaltet die Mailbox den Anrufer zu dem Menüsystem durch. Bei mehrmaliger erfolgloser Identifikation, wird die Verbindung getrennt.q
Im Menüsystem lassen sich verschiedene Aktionen durchführen, bis der Benutzer die Verbindung durch einen Menüpunkt, selbst beendet.Doch damit die Mailbox die Menüs auch richtig formatiert, auf dem heimischen PC anzeigen kann, muß dieser gewisse Darstellungsnormen erfüllen.
Eine Terminal-Emulation ermöglicht es dem Computer, Daten die von der Mailbox kommen, übersichtlich auf dem PC darzustellen. Durch eine Terminal-Emulation kann dem Text eine gewisse Farbe gegeben, oder die Buchstaben an einer beliebigen Stelle des Bildschirms plaziert werden. Die Schrift kann z. B. "blinkend" oder "negativ" Attribute haben. Dies sind sehr wichtige Werkzeuge, wenn ein übersichtliches und verständliches Menü, vom Betreiber gestaltet werden soll. Die Terminal-Emulation ist also eine Art Konverter, der auf dem heimischen PC die Daten der Mailbox so darstellt, als würde der Nutzer an der Systemkonsole beim Betreiber Zuhause sitzen. Dies ist auch so geplant gewesen, da die ersten Terminal-Emulationen für Großrechner entwickelt wurden, die von mehreren angeschlossenen Stationen bedient werden konnten. Diese Stationen hatten nicht, wie der heutige PC, selber viel Speicherkapazität, Drucker etc., sondern bestanden nur aus Tastatur und einem Bildschirm. Diese Stationen (Terminals genannt) konnten dann über weite Strecken den Großrechner bedienen. Damit die Nutzer die Anwenderprogramme einigermaßen komfortabel nutzen konnten, wurden Verfahren entwickelt, um auch die Terminals per Software so aussehen zu lassen, als würde der Benutzer vor Ort sitzen.
Heutige PC-Programme bedienen sich dieser Errungenschaften, und emulieren die Terminals von damals (und heute). Daher kommt auch der Name Terminal-Emulation. Die PC-Programme die soetwas können, nennen sich ja auch Terminalprogramme. Um diese Emulationen zu nutzen, muß die Mailbox die Daten mit zusätzlicher Information senden, damit ein Terminalprogramm (wie das von Windows) die Texte oder Menüs auch entsprechend aufbereiten kann.
Zu diesem Zweck werden mit den eigentlichen Daten noch Steuercodes übertragen. Diese bleiben dem Benutzer verborgen, aber eine Terminal-Emulation eines Terminalprogrammes kann diese interpretieren. Ein Steuercode würde im Klartext so aussehen: "Male den Buchstaben "A" in gelb blinkender Schrift in die Mitte des Bildschirms". Der Computer sendet nun nicht diese lange Anweisung zum Terminalprogramm, sondern bedient sich eines Kürzels, das diese Bedeutung hat. Dieses Kürzel ist ein Steuercode (oder Befehl), der beim Terminalprogramm die entsprechende Reaktion auslöst. Damit dieses Zusammenspiel aber auch klappt, müssen beide Seiten wissen, welches Terminal emuliert werden soll. Geschieht dies nicht, sieht der Benutzer unter Umständen nur wirren Zeichensalat auf seinem Bildschirm. Für eine klare Darstellung verfügt der Empfänger, genau wie der Sender über eine Befehlsliste, wo den einzelnen Steuercodes die entsprechende Bedeutung zugeordnet ist. Erkennt ein Terminalprogramm einen Steuercode, sieht es in der Befehlstabelle der eingestellten Emulation nach und verfärbt, plaziert oder verändert den Text in der gewünschten Form.

Abb 2.1: Beispiel einer Grafik auf einem Terminal
Auch bei den Terminal-Emulationen, die meistens nur Text orientiert sind, ist die Entwicklung nicht stehengeblieben, inzwischen gibt es viele unterschiedliche Typen:
Emulation Bedeutung
TTY Es wird nur Text, ohne Steuerinformationen übertragen.
VT-52 Altes Terminal, wird nur noch von einigen Großrechnern benutzt.
VT-100 Nachfolger von VT-52 für Terminals der Firma DEC, wird noch sehr häufig in der UNIX Welt benutzt.
VT-102/ Neue Variante von VT-100, abwärtskompatibel zu
VT-100.
VT-220 "
ANSI Eine abgewandelte Variante von VT-100, extra auf IBM-PC Computer zugeschnitten. Diese Emulation wird heute noch sehr häufig in Mailboxen verwendet. Steht ANSI im Programm nicht zur Verfügung, kann mit geringen Abstrichen, auf VT-100 ausgewichen werden.
AVATAR Wie ANSI, aber durch bessere Steuercodes schneller im Bildaufbau.
TEK Grafikfähiges Terminal der Firma Tektronix, wird noch von einigen alten Großrechnern verlangt.
RIP Neue grafikfähige Emulation, die in der Version 2.0 auch Audio unterstützt. Wird in einigen Mailboxen verwendet, deren Betreiber viel Zeit haben...
Tab 2.1: Die bekanntesten Terminal-Emulationen
Leider ist das Terminalprogramm von MS-Windows nicht sehr komfortabel und hält nur wenige Emulationen bereit (die auch noch schlecht umgesetzt sind). Unter Windows ist das Terminalprogramm Telix-for-Windows, eines der besten und komfortabelsten. Eine Kopie dieses Shareware-Programmes, finden Sie auf der beigelegten CD-ROM.
Nach der Verbindungsmeldung (CONNECT usw.), erfolgt die Aufforderung zur Identifizierung. Fast alle Mailboxen verlangen eine Identifizierung des Anrufers. Dies ist nötig, da einige Mailboxen kostenpflichtig sind, und nur der zahlende Nutzer (engl.: User) berechtigt ist, Kosten zu verursachen. Andere Mailboxen dürfen aus sicherheits -und datenschutzrechtlichen Gründen, nur autorisierten Personen Zugriff gewähren. Diese gesamte Prozedur nennt sich "Login" oder "Logon". Das Gegenteil davon, daß beenden der Verbindung, nennt sich "Logout" oder "Logoff", man spricht von dem ausloggen.
Die Login-Prozedur ist bei jedem Anruf fällig. Wer öfter in Mailboxen oder anderen Diensten stöbert, wird dieser Prozedur bald überdrüssig. Um die Identifizierung zu automatisieren, können dem Terminalprogram Befehlsfolgen eingegeben werden, damit es sich selber einloggt. Diese Befehlsfolgen werden zu einem Login-Datei zusammengefaßt. Im Jargon, heißt so eine Datei auch Login-Script. Wenn das Modem nun eine Verbindung hergestellt hat, wird automatisch dieses Login-Script abgearbeitet. Nach Beendigung des Scriptes, ist der Benutzer in der Mailbox angelangt. Einige Terminalprogramme haben zum Erstellen dieser Scripte einen Lernen-Modus. Die Vebindung zur Mailbox wird auf gewohnte Art hergestellt. Nach der Verbindungsmeldung, wird dieser Lernen-Modus aktiviert und der Nutzer loggt sich ein. Dann wird der Lernen-Modus abgeschaltet. Wenn alles geklappt hat, befindet sich nun auf der Festplatte eine Script-Datei, die Ihnen beim nächstenmal die Login-Prozedur abnimmt. Ein paar Terminalprogramme haben noch die IEMSI-Funktion (Interactive Electronic Mail Standard Information). Unterstützt auch die Mailbox die IEMSI-Funktion (z.B. RemoteAccess Systeme), braucht der User kein Script. Das Terminalprogramm loggt sich allein in die Mailbox ein.
Eine Mailbox ist nur eine Art anrufbare Datenbank. Die Art der Informationen die dort gespeichert sind, kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt Mailboxen von Privatleuten, von Firmen und Vereinen etc. Manche Mailboxen sind untereinander zu einem weltweiten Netzwerk verbunden (s. Kap. 3).
Wenn die Verbindung zwischen dem Nutzer und der Mailbox hergestellt worden ist, fragt die Mailbox nach einem Namen oder ID-Nummer und nach einem persönlichen Kennwort (dem Password). Wenn die Kombination aus beidem stimmt, öffnet die Mailbox den Zugang. Was passiert aber, wenn noch kein Password vorhanden ist? Viele Mailboxen geben dem neuen Nutzer (engl.: New-User) einen Gast-Zugang, (engl.: Guest-Account), der es dem Interessenten ermöglicht, zumindest einen ersten Eindruck zu gewinnen. Für diesen Gast-Zugang muß sehr oft die eigene Identität offengelegt werden, dann wählt sich der Benutzer oft selber sein Codewort.
Ist der Benutzer in der Mailbox angekommen, wird ihm ein Menü präsentiert, aus dem er verschiedene Aktionen auswählen kann. Er kann sich aus der Programmdatenbank der Mailbox eine Datei aussuchen (etwa ein Spiel) und sie auf seinen Heim-PC laden, oder Nachrichten schreiben. Das wird später noch ausführlicher behandelt.
Die folgenden Beispiele werden aus einer speziellen Mailbox gegeben, aus der des Autors. Dies ist bitte nicht als Werbung zu verstehen! Die ständige Verfügbarkeit und die einfache Bedienung machten es bei der Erstellung des Buches für den Autor einfacher, prägnante Beispiele zu geben. Außerdem ergeben sich mit der eigenen Mailbox weniger medienrechtliche -und Copyright Probleme, als mit fremden Systemen. Trotzdem sollen andere Mailboxen erwähnt werden.

Abb 2.2: Die Anwahl aus dem Windows-Teminal
Eine Login-Prozedur (die Eingaben sind fett gedruckt):
atdt 8175954
FrontDoor 2.20c.mL/CS000110; MultiLine
Press <Esc> twice for RA 2.02+
RA 2.02+ is being loaded.
<Titelbild>
The Node of Legend, Friendship, Loyalty and Courage ! (Ponderosa Cookie :-)
RemoteAccess 2.02+
Dein RICHTIGER Name (Vor -und Zuname) : Klarer Sprudel
Scanning user-file ...
Available languages: 1 ..... English 2 ..... Deutsch 3 ..... Ellinika (Greek)
Select your preferred language: 2
Ich kann den Namen nicht in meiner Benutzerdatenbank finden.
Eingegebener Name :Klarer Sprudel.
Ist der Name korrekt eingegeben ? (J/n)? Ja
Wievile Bildschirmzeilen fuer Ausgaben benutzen ? (10 - 66, 24 ist normal) : 24
Von wo aus rufen Sie an ? Berlin
Bitte Ihre Postanschrift eingeben (3 Zeilen):
1: Schlabbergasse 12
2: 12345 Berlin
3:
Sind Sie (M)aennlich oder (W)eiblich? : M
Bitte die GESPRAECHS - Telefonnummer eingeben (xxxxx-xxxxxxx) :
Nummer:030-1234567
Eingegebene Nummer :030-1234567
Ist das richtig ? (J/n)? Ja
Bitte die DATEN - Telefonnummer eingeben (xxxxx-xxxxxxx) :
Nummer:030-7654321
Eingegebene Nummer :030-7654321
Ist das richtig ? (J/n)? Ja
Bitte ein Pseudonym eingeben : Schlemiel
Bitte Geburtsdatum eingeben : (TT-MM-JJ): 01-04-65
Bitte ein Passwort eingeben (minimal 6eichen ) : ******
Zur Sicherheit bitte nochmals : ******
Sind alle Informationen korrekt eingegeben worden ? (J/n)? Ja
Ich ueberpruefe die Telefonnummern. Einen moment bitte ...
Hallo alle miteinander,
<Begrüßung für Neu-Nutzer>
Pruefe Ihr persoenliches Postfach ...
Es sind keine Nachrichten in Ihrem Postfach.
Hi Leute,
Ein neuer Menuepunkt ist hinzugekommen, unter 'T', damit kann man sich ein paar Angebote der Krypta anschauen und bestellen!
Die zweite Analogline ist da, allerdings nur fuer den Netzbetrieb, keine Mailbox. Tel.: 030 / 8470 90 61 (2:2410/258) 28k8 V.FC/V.34
Die ISDN-Line (mit Mailbox): 030 / 8470 90 59 (X.75)
Dros
An alle Neu-User,
Gebt beim Login bitte Eure Namen OHNE Umlaute ein, benutzt die gueltigen Umschreibungen! Enthaelt der Name Umlaute, kann der Userantrag nicht bearbeitet werden.
Druecke <RETURN>
An die weibliche Neu-User,
es ist im Box-Userantrag bei weiblichen Usern nicht noetig, das Feld Telefon und Adresse auszufuellen. Bitte stattdessen, '-' eingeben. Fuer den schriftlichen Userantrag gilt dies aber nicht.
Den Nutzungsantrag koennt ihr im Hauptmenue downloaden!
Viel Spass.
Dros (sysop Krypta)
Druecke <RETURN>
<usw.>
HAUPTMENUE
(P)rogramme
(E)instellungen (S)tatistik
(B)rief an Sysop
1. Sauge Info ueber Krypta und Fido Usergroup
2. Sauge Volluser- 'ANTRAG.ZIP'
3. Sauge die Liste aller InterNet Newsgroups (Areas)
4. Sauge die Liste aller FIDO-Areas
5. Sauge die Preisliste der Krypta
(!) Logoff (Raus hier)
Waehle (20 min.)
Listing 2.1: Login Mischnitt für Neu-User
Der neue Nutzer hat in einer Mailbox, sehr oft so gut wie keine Bewegungsfreiheit. Er darf nur sehr wenig der Funktionsvielfalt der Mailbox benutzen, und muß vom Systembetreiber (fachlich Sysop von System-Operator, oder Admin von Administrator) erst zu mehr autorisiert werden. Diese Autorisierung ist bei vielen Mailboxen unterteilt in verschiedene Stufen. Bei kostenpflichtigen Mailboxen sind die Autorisierungsstufen (die Accounts oder der Level genannt werden) an den bezahlten Tarif gebunden. Der Benutzer bezahlt bei den Mailboxen für die Nutzung oder Zurverfügungstellung von bestimmten Daten. Dies können Daten völlig unterschiedlicher Natur sein, von Spielen bis zu spartenspeziefischen Informationen (Börsenkurse, Vereinsinfos, etc.). Da Mailboxen von Firmen, Privatleuten, Vereinen oder anderen Körperschaften betrieben werden, sind die Gebühren und auch das Angebot sehr verschieden. Sind die Mailboxen nicht kommerzieller Natur, sind die Gebühren der Nutzer, nur ein Beitrag zu den Kosten des Betreibers. Bei anderen Mailboxen werden unterschiedliche Dienste zum Teil sehr hoch bezahlt.
Wenn der Anspruch, der an eine Mailbox gerichtet wird ungefähr klar ist, sollten immer auch die Preise von anderen Mailboxen eingeholt werden. Die Differenzen sind teilweise sehr groß, für das gleiche Angebot!
Je nach bezahltem Tarif, werden die Möglichkeiten die eine Mailbox dem Benutzer bietet vielfältiger. Optisch ist dies oft daran zu erkennen, unter wievielen Menüpunkten der Anrufer auswählen kann.
Das Hauptmenü einer Mailbox bei der höchsten Tarifstufe (Beispiel):
HAUPTMENUE
(N)achrichtenmenue
(P)rogramme
(E)instellungen (S)tatistik
(C)hatten (A)auslastung der Box
(B)rief an Sysop (I)P-Services
(O)nlinespiele
(K)ommunikation mit anderen Kanaelen
(T)olle Angebote der Krypta (*NEU*)
1. Sauge Info ueber Krypta und Fido Usergroup
2. Sauge Volluser- 'ANTRAG.ZIP'
3. Sauge die Liste aller InterNet Newsgroups (Areas)
4. Sauge die Liste aller FIDO-Areas
5. Sauge die Preisliste der Krypta
(!) Logoff (Raus hier)
Waehle (120 min):
Listing 2.2: Hauptmenü einer Mailbox
Nachdem der Nutzer vom Betreiber die entsprechende Autorisierung erhalten hat, ist das Menü entsprechend gewachsen, oder mehr Punkte anwählbar geworden. Doch was ist damit anzufangen?
Das Wort "Mailbox" heißt ja im englischen "Briefkasten". Briefkästen beinhalten Briefe, die zur Kommunikation dienen. Bei Computer-Mailboxen ist dies genauso, es lassen sich Briefe an andere Benutzer der Mailbox schreiben. Eine Computer-Mailbox wird deswegen in Deutschland auch oft "elektronischer Briefkasten" genannt. Wenn ein Benutzer der Mailbox, einem anderen eine Nachricht schreiben will, wählt er aus dem Menü die entsprechenden Punkte aus, und beginnt zu schreiben. Kommt der Adressat irgendwann einmal in die Mailbox, wird ihm diese neue Nachricht angezeigt. Diese kann er dann löschen, kopieren oder beantworten. Im folgenden wird zwischen persönlichen und öffentlichen Nachrichten unterschieden.
Die Mailbox bietet die Möglichkeit zum Versenden von persönlichen Nachrichten. Dabei ist weniger der Inhalt gemeint, als die Art der Nachricht. Persönliche Nachrichten (Mails genannt) werden von einem Absender, zu einem bestimmten Empfänger gesendet. Nur dieser kann die Nachricht dann auch lesen.
In Mailboxen gibt es oft einen Menüpunkt zum Schreiben von persönlichen Nachrichten. Wird dieser ausgewählt, setzt das Mailboxprogramm den Namen des gegenwärtigen Nutzers (dem Anrufer) als Absender ein und fragt nach dem Empfänger. Im einfachsten Fall wird dann der Name oder das Kürzel des Adressaten erfragt.

Abb 2.3: Die Eingabe des Benutzers
Ruft dann der Empfänger an, wird ihm diese Nachricht angezeigt. Um eine Mail zu schreiben, startet die Mailbox einen Text-Editor, der die entsprechenden Zeilen aufnimmt. Je nachdem welcher Typ von Editor gewählt wurde, kann der Benutzer seine Nachrichten, in einen zeilenorientierten Editor oder in einen Vollbildschirm Editor (Full screen Editor) eingeben. Bei einem zeilenorientierten Editor wird der Text Zeile für Zeile eingegeben und kann auch nur zeilenweise verändert werden. Mit den Cursortasten hin -und hergehen ist nicht möglich.

Abb 2.4: Das Schreiben einer Mail im Zeileneditor
Ein Zeileneditor ist nur für Terminalprogramme gedacht, die keine Terminal-Emulation haben. Ein zeilenorientierter Editor läuft immer, mit jedem Terminalprogramm.
Möchte man dagegen seine Nachrichten etwas komfortabler eingeben, und vielleicht den Text auch etwas formatieren, sollte der Vollbildschirmeditor genommen werden. Dieser Editor ist auch eigentlich das, was sich der normale Anwender unter einem Editor vorstellt. Eine Terminal-Emulation die dies ermöglicht ist z. B. ANSI o. VT-100.

Abb 2.5: Das Schreiben einer Mail im Fullscreeneditor
Die Cursortasten dienen zum verändern des Textes, wie in einer (einfachen) Textverarbeitung. Diese Editoren sind oft kompatibel zu dem alten Programm WordStar (und damit zum Turbo-Pascal Editor). Zum Verlassen kann
SkSd eingegeben werden, oft genügt auch ein E.Neben den privaten Nachrichten, kann der Nutzer auch jedermann zugängliche Artikel schreiben. Hier kommt der Begriff "Bulletin Board System" zum tragen, ein System mit schwarzen Brettern. An schwarze Bretter werden Zettel gehängt, in der Hoffnung das ein vorübergehender Interessent diesen liest. Der Zettel hängt an einem schwarzen Brett für Wohnungsgesuche. Daneben existiert noch ein schwarzes Brett mit dem Thema Autoverkauf, dann noch ein Brett mit Reisemöglichkeiten. Wer nun gerade ein Auto kaufen will, guckt nur an das Auto-Brett, derjenige der verreisen möchte schaut auf das Reisebrett. In einer Mailbox ist dies genauso, dort werden elektronische Zettel, geschrieben wie eine persönliche Mail, in einem elektronischen schwarzen Brett publiziert (gepostet). In der Mailbox existiert eine Liste mit allen Brettern. Der Interessent sucht sich nun ein Brett heraus, das seinen Interessen am meisten entgegen kommt.
Der Begriff "Bretter" wird in manchen Mailboxen nicht verwendet, stattdessen wird von Echos, Newsgroups oder Gruppen gesprochen. Prinzipiell sind diese Bezeichnungen mit den erklärten Brettern zu vergleichen. Warum diese unterschiedlich bezeichnet werden, kommt im nächsten Kapitel.
Wenn der User ein Thema angewählt hat, kann er die Nachrichten der anderen Nutzer lesen, oder selber eine schreiben, die dann von allen gelesen werden kann. Wer möchte kann auch auf Nachrichten, die bereits in der Datenbank sind antworten (ein Reply). Wenn er das öffentlich machen will, kann jeder seine Antwort lesen, aber auch ein private Antwort ist möglich. Je nach Art des Editors kann aus der zu beantwortenden Nachricht sogar Text automatisch zitiert werden (ein Quote). Die Themen (engl.: Topic) der Bretter sind nicht beschränkt, außer Autos, Reisen und Wohnungen gibt es auch Bretter die kulturelles, wissenschaftliches und vieles andere mehr behandeln.

Abb 2.6: Bretterauswahl einer Mailbox
Ist ein Brett ausgewählt, können die Nachrichten darin gelesen werden. Dazu wird nur der Menüpunkt gewählt, der das Lesen ermöglicht. Die Nachrichten können schnell durchgesehen werden, wenn ein Index benutzt wird. Es kann auch jede Nachricht einzeln angezeigt und gelesen werden.

Abb 2.7: Eine Beispielnachricht.
Da aber nur Nachrichten in einem Brett sind, wenn Leute diese auch schreiben, ist jeder angehalten, sein Wissen in solchen Brettern auch zu publizieren.
Die Netiquette regelt den Umgang der Nutzer untereinander. Im allgemeinen gibt es zwei Gebote, die immer beachtet werden sollten:
q
Verärgere niemanden.q
Sei selber nicht schnell verärgert.Wenn in großen Mailboxen, die vielleicht mit anderen Mailboxen im Kontakt stehen, viele hundert Nutzer ihre Nachrichten schreiben, kann es zu Mißverständnissen kommen. Gerade Neulinge machen (naturgemäß) viele Fehler aus Unwissenheit. Um gleich am Anfang einen guten Start zu haben, sollte folgendes beachtet werden:
q
Nachrichten mit privatem Inhalt gehören nicht in öffentliche Bretter, sondern werden als persönliche Mail geschickt.q
Ein Brett wird erst ein paar Tage lang nur gelesen, bevor selber eine Nachricht geschrieben wird.q
Das Thema der Nachricht, sollte möglichst genau zu dem Thema (engl.: Topic) des Brettes passen. Das wird ON-TOPIC genannt, im Gegensatz zu OFF-TOPIC, wenn das Thema nicht paßt.q
Ewige Diskussionen ohne neue Fakten sind unerwünscht, da sie keine neuen Informationen liefern und damit für die Allgemeinheit keinen Wert haben.q
Der zitierte Text aus anderen Nachrichten, sollte deutlich unter der Menge bleiben, die selber geschrieben wurde.Wenn nun aus irgendeinem Grunde ein anderer Nutzer so verärgert ist, daß er sich zu heftigen verbalen (schriftlich) Äußerungen hingezogen fühlt, wird das ein Flame (engl.: Flamme) genannt. Eine Wut-Nachricht also. Ist dann der Adressat oder andere Leser davon wiederum so verärgert, daß er seinerseits ein Flame schreibt, kommt es zum Flame-War (ein Schimpfwort-Krieg). Flames müssen ab und an sein, weil es dem menschlichen Naturell entspricht. Beim Verfassen der beleidigenden Nachricht sollte darauf geachtet werden, das nichts geschrieben wird, was der betreffenden Person nicht auch persönlich in einem Raum, mit anderen fremden Personen, ins Gesicht gesagt werden würde. Ein Flame sollte geschrieben, aber noch nicht abgesendet werden. Dann sollte sich der Autor zehn Minuten lang hinsetzen und nichts tun. Ärgert er sich danach immer noch so sehr, kann er die Mail abspeichern und abschicken. Hauptsache er bereut es später nicht.
Ein großes Problem in der elektronischen Kommunikation liegt darin, daß sich die Gesprächspartner nicht sehen können. Bei einem normalen Gespräch, sagt die Körpersprache sehr viel über den Gesprächspartner aus. Leider fehlt dieser Faktor bei den Nachrichten in Mailboxen völlig. Völlig? Nein! Findige Nutzer haben vor vielen Jahren eine art Code entwickelt, die dem Leser einer Nachricht verdeutlicht, wie sie gemeint ist. Dazu werden Buchstabenkürzel verwendet, oder bestimmte Ansammlungen von Satzzeichen. Satzzeichen wie z. B. ":-)", werden Smilies genannt. Drehen Sie im Geiste mal die Zeichenfolge :-) um 90 Grad nach rechts, schon haben Sie zwei Augen, eine Nase und einen lachenden Mund vor sich. Dieses Smiley (oder Emoticon) wird an Texte oder Sätze gehängt, die ironisch gemeint sind. Wenn etwa in einer Nachricht steht: "Der Hund redet drei Gänse und vier Enten :-)", wissen Sie, daß der Autor nicht mehr ganz richtig tickt. :-)
Diese Smilies gibt es für alle Situationen, z.B. wenn der Verfasser einer Nachricht traurig ist ":-(", oder wenn er ein kleines Mädchen mit nur einer Augenbraue und Bart ist: 8´:-)=
Es gibt sehr viele dieser Smilies in sehr unterschiedlicher Kombination, jeder kann seins erfinden.
Smiley Bedeutung
;-) augenzwinckerndes Smiley
8-) Brillen Smiley
B-) Bat-Man
=B-) Bat-Man mit straeubenden Haaren (bei einem zweideutigen Witz anzuwenden z.B. ;-))
:-)) Mit Doppelkinn, oder eine besondere ironische Unterstreichung
:-] Nach dem Motto: Was solls, ich kann damit nix anfangen aber der Mensch freut sich, wie nach der obligatorischen Krawatte zu Weihnachten!-)
!-) Der Groschen ist gefallen oder soll beim anderen fallen
?-) Keine Ahnung von nix
:-} C'est la vie.
:-)= Mit Bart
:-( traurig
:-) basic smilie
;-) winky smilie
:-( frowning smilie
:-I indifferent smilie
:-> sarcastic smilie
>:-> making a really devilish remark
>;-> winky and devilish combined
(-: user is lefthanded
%-) user has been staring at a green screen for 15 hours strait
:*) user is drunk
8-) user is wearing sunglasses
B-) user wears horn-rimmed glasses
8:-) user is a little girl
:-)-8 user is a big girl
:-#) user has a mustache
#:-) user wears a toupee
# :-( toupee in an updraft
:-C user is a vampire
:-E bucktoothed vampire
:-F bucktoothed vampire with one tooth missing
:-7 user just made a wry statement
:-* user just ate something sour
:'-( user is crying
:'-) user is so happy that she/he is crying
:-O user is screaming
:-# user wears braces
:n) user has a broken nose
:u) user has a broken nose but it is the other way
:-& user is tongue tied
=:-) user is a hosehead
--:-) user is a punk rocker
--:-( real punk rockers don`t smile
:=) user has two noses
+-:-) user it the pope or holds some other religious office
':-) user shaved one of his eyebrows this morning
|-I user is asleep
|-O user is jawning/snoring
:-Q user is a smoker
:-? user smokes a pipe
O-) megatron man on partol ! (or else user is a scuba diver)
O :-) user is an angel
:-P - no comment -
:-S user just made an incoherent statement
:-D user is laughing (at you!)
:-X users lips are sealed
<|-) user is a chinese
<|-( user is a chinese and doesnt like this kind of jokes
:-/ user is sceptical
@-* user is pro-nuclear war
:-o uh oh !!
(8-o it`s Mr. Bill !!
*:O) Bonzo the clown
:-9 user is licking his/her lips
%-9 user is braindead
[:-) user is wearing a walkman
(:I user is an egghead
<:-I user is a dunce
{:-) user is wearing a turban
:-: mutant smile
.-) user only has one eye
,-) dito, but he is winking
X-( user just died
8 :-) user is a wizard
Tab 2.2: Eine Liste der Smilies
Zusätzlich gibt es noch einige Zeichenkombinationen, die mitten im Text oder am Ende von Sätzen benutzt werden. Einerseits haben sie die gleichen Funktionen wie die Smilies, andererseits kürzen sie lästige Phrasen ab.
Kürzel Bedeutung
BTW "By The Way", Übrigens...
CU "See You", Auf Wiedersehen
GRIN Grinsen, wird auch mit <g> abgekürzt.
FAQ Freqently Asked Question, Häufige Fragen die alle in einer Datei stehen.
IMHO "In My Humble Opinion", Meiner bescheidenen Meinung nach.
RTFM "Read The Fucking Manual", Lies die verdammte Anleitung!
ROTFL "Rolling on the floor laughing", Vor Lachen auf dem Boden wälzend.
TIA "Thanks in advance", Danke im voraus.
FYI "For Your Information", Zu Deiner Information.
Tab 2.3: Liste der gängigen Abkürzungen
Erst die Kombination dieser vielen Möglichkeiten, gibt dem Empfänger eine Vorstellung davon, was Sie in ihrer Mail gemeint haben könnten. Trotzdem kann es immer noch zu Mißverständnissen kommen.
Zu 99% wird die persönliche Anrede "Du" benutzt, selbst wenn wildfremde Personen angeschrieben werden.
Bei elektronischen Nachrichten ist die Rechtschreibung und die Grammatik nicht sehr wichtig. Da auch in einigen Brettern in anderen Sprachen geschrieben wird, ist auch in deutschen Brettern Toleranz wichtig. Einige Nutzer kommen nicht aus Deutschland, oder lehnen die Groß -und Kleinschreibung, vielleicht aus ideologischen Gründen ab. Je größer die Mailbox wird, desto mehr Individualisten tummeln sich darin. Bis vor kurzer Zeit war die elektronische Kommunikation, auch nur das Spielfeld von einigen wenigen Freaks, was sich aber zum Glück geändert hat.
Auch wenn die Rechtschreibung und Grammatik beachtet wird, wird der Anfänger feststellen, daß sehr oft die Umlaute "äöü" und das "ß" durch die gültigen Umschreibungen "ae oe ue ss" ersetzt werden. Um es deutlich zu sagen, Umlaute sind verpönt, da sie im Gegensatz zu den anderen Buchstaben nicht von der ASCII-Norm erfaßt werden. Die ASCII-Norm definiert den Zeichensatz, damit Computer verschiedener Bauart Texte austauschen können. Werden Umlaute verwendet, könnte dies auf fremden Computern den Text total entstellen, weil sie nicht korrekt dargestellt werden. Besser, sie werden nicht verwendet!
WIRD EIN TEXT NUR IN GROSSEN BUCHSTABEN GESCHRIEBEN, WIRD DAS VON DEN MEISTEN LESERN ALS BRÜLLEN AUFGEFASST. ABGESEHEN DAVON, WIRD SO EIN TEXT MIT DER ZEIT RECHT SCHWER LESBAR. :-) andere wiederum schreiben immer alles klein. Der Nutzer sollte sich irgendetwas dazwischen angewöhnen.
Obwohl eine Mailbox dem Namen nach für die Verbreitung von Nachrichten zuständig ist, verteilen viele Mailboxen auch Programme. Einige Mailboxen sind leider zu reinen Fileboxen (Datei-Boxen) verkommen. Trotzdem ist die Versorgung der Benutzer mit Programmen ein sehr wichtiger Aspekt, in der heutigen Mailboxlandschaft.
Eine Mailbox kann, je nach Planung, Shareware und PD-Programme (kostenlos kopierbare Software) anbieten, oder auch Updates für kommerzielle Softwarepakete, oder auch gleich copyrightgeschützte Software. Letzteres ist wohl nur bei den Eigentümern des Copyrights zu erwarten. Gerade Firmen geben ihren Kunden durch diese Art von Mailbox, eine für sie kostengünstige Unterstützung. Gleich welche Programme die Mailbox nun anbietet, ist das System wie dies geschieht immer gleich. Genau wie die Prozedur die Dateien zum Anwender zu holen.
Ähnlich wie bei der Nachrichtendatenbank, gibt es auch bei der Programmdatenbank Bretter. Jedes Brett hat ein bestimmtes Thema, doch statt der Nachrichten gibt es hier eben Programme.
In einem Brett für Astronomie befinden sich dann z. B. Programme zur Umlaufbahnbestimmung oder digitale Sternkarten oder Bilder. Jede Datei ist in der Datenbank der Mailbox mit einer Bezeichnung vermerkt.

Abb 2.8: Auswahl an Dateibrettern
Kommt der Benutzer nach einer Weile wieder in das System, zeigt ihm die Mailbox sogar alle neuen Dateien. Der Anwender sucht sich dann die Dateien heraus die er haben möchte, und muß sie dann zu sich transferieren.

Abb 2.9: Liste von Dateien in einem Brett
Wenn sich der Nutzer nun für eine oder mehrere Dateien entschieden hat, muß er sie auf irgendeinem Wege auf seinen PC bekommen.
Der Vorgang, mit dem Dateien von der Mailbox auf den Heim-PC kopiert werden, nennt sich Download. Der Freak nennt dies allerdings "runtersaugen". :-)
Damit sich beim transferieren kein Fehler in die Dateien schleicht, wird ein Übertragunsprotokoll benutzt. Ähnlich wie die Fehlerkorrektur im Modem selber, federt das Übertragungsprotokoll Leitungsstörungen ab. Nachdem der User den Download per Menübefehl aufgerufen hat, wird er noch nach dem Übertragunsprotokoll gefragt. Wenn dieses ausgewählt wurde, muß es noch auf dem Terminalprogramm eingestellt werden. Bei einigen Protokollen muß dann der Transfer nicht mehr gestartet werden (wie ZMODEM), das Terminalprogramm weiß dann selbst wie es die Daten zu empfangen hat.

Abb 2.10: Beispiel Download mit "Telix for Windows"
Das senden von Dateien zur Mailbox nennt sich Upload. Der entsprechende Punkt wird im Menü der Mailbox selektiert, dann schaltet sich das System auf Empfang. Der Nutzer muß dann in seinem Terminalprogramm auf "Senden" gehen und die Datei auf seiner Festplatte selektieren, die übertragen werden soll. Auch hier ist es wichtig, daß das Übertragungsprotokoll vorher festgelegt ist. Ansonsten kommt kein Transfer zustande.
Protokoll Beschreibung
XMODEM Altes Übertragunsprotokoll, nicht mehr gebräuchlich.
XMODEM-1K Wie Xmodem, doch die Daten werden in größeren Kontrollabschnitten übertragen.
YMODEM Das erste Protokoll, das beim Download auch den Namen der Datei überträgt.
YMODEM-1K Eine Mischung aus Xmodem-1K und Ymodem
YMODEM-G Ein Protokoll, das sich auf die Fehlerkorrektur des Modems verläßt und dadurch einen sehr hohen Durchsatz ermöglicht.
ZMODEM Heute sehr gebräuchliches Protokoll, das auch bei unterbrochenem Transfer, an der Bruchstelle weitermacht und außerdem sehr schnell ist. Es erlaubt auch den Transfer von mehreren Programmen "in einem Rutsch".
KERMIT Auf Großrechnern noch geläufiges Protokoll um Dateien zu übertragen und das Modem anzusteuern.
BIMODEM Ein Protokoll das gleichzeitig Up -und Downloaden kann.
JANUS "
HYDRA "
LYNX/ PUMA Protokolle die selber noch die Daten komprimieren. Da oft komprimierte Daten, mit der Onlinekompression der Modems übertragen werden, ist dies nutzlos.
SEALINK/ MODEM7 Ähnliches Protokoll wie Xmodem.
Tab 2.4: Liste der Übertragungsprotokolle
Die Übertragung von Dateien ist eigentlich recht trivial. Allerdings sollte noch bemerkt werden, daß Dateien in Mailboxen oft als Archiv vorliegen. Archive sind komprimierte Zusammenfassungen von mehreren Dateien. Dadurch braucht der Nutzer nur eine Datei zu übertragen, die er bei sich Dekomprimieren muß. Nach der Dekomprimierung hat er wieder die verschiedenen Dateien auf seiner Festplatte.

Abb 2.11: Die Strategie eines Archivprogrammes
Software die eine Kompression von einer oder mehreren Dateien ermöglichen, gibt es als PD oder Shareware. Bekannte Lösungen sind ZIP von PKware, ARJ von Robert K. Jung, LHA von Haruyasu Yoshizaki oder RAR von Eugene Roshal. Ein Sammlung dieser Kompressionsprogramme, finden Sie auf der beigelegten CD. Welches Komressionsprogramm benutzt wurde, ist leicht an den letzten drei Buchstaben des Dateinamens (der Extension) zu erkennen. ZIP-Archive haben die Extension ZIP, bei LHA ist sie entweder auch LHA oder LZH, bei ARJ entsprechend ARJ und bei RAR ebenfalls RAR. DOS-Oberflächen wie der Norton-Commander (ab Version 4.0), können verschiedene Archive auch dekomprimieren, oder selber welche erstellen.
Ein kleines Gimmick sind die Onlinespiele einer Mailbox. Zwar können hier sehr oft nur textbasierende Spiele benutzt werden, doch der Reiz der Onlinespiele ist es, gegen richtige Menschen zu spielen. Einige Onlinespiele werden sogar mit eigenem Steuerprogramm geliefert, so daß doch richtige Grafik mit eingebaut werden kann. Es gibt viele hundert Onlinespiele, allerdings gibt es nur drei Kategorien davon. Die erste Kategorie, ist ein einfaches Onlinespiel, wo der Nutzer nur gegen den Computer spielt. Eigentlich relativ sinnlos, da sich der Nutzer das Spiel dann auch auf den Heim-PC laden kann und die Telefonkosten spart. Diese Spiele werden auch von mehreren Nutzern nacheinander gespielt, so daß es eine Highscoreliste gibt. Die meisten Onlinespiele sind außerdem in englisch. Das meiste Thema solcher Onlinespiele ist eine Art Trivial Pursuit. Aber auch Schach, Tetris oder andere Spiele sind auf diese Weise spielbar.

Abb 2.12 Ein Enterprise Abfragespiel
Die zweite Kategorie fällt in die komplexeren Spiele. Um diese auch voll spielen zu können, wird ein eigenes Terminalprogramm gebraucht. Dieses wird von den Spielen mit angeboten. Diese Terminalprogramme können dann auch Grafik und Töne mit ausgeben, die von der Mailbox mitgesendet werden.
Einige Rollenspiele oder Adventures, nutzen diese Methode. Der Spieler muß sich durch allerlei Gefahren schlagen, Gegner bezwingen und Labyrinthen trotzen. Der Nachteil ist ebenfalls wieder, daß der Nutzer während der Spielzeit ständig mir der Mailbox verbunden sein muß.

Abb 2.13:Das Spiel "Land of Devastation".
Die dritte Variante, ist weit kostengünstiger. Bei Rollenspielen entscheidet sich der Spieler für einen Charakter, oder ein Rasse. Diese Daten werden der Mailbox bei Beginn des Spieles mitgeteilt. Verschiedene andere Mitspieler handeln genauso, schon entsteht eine Spielerrunde.
Der Nutzer hat ein Spielprogramm auf seinem Heim-PC, über welches er seine Person steuern kann und sieht was die anderen Mitspieler machen. Hat der Spieler seinen Zug beendet, generiert das Steuerprogramm eine Datei.
Diese Datei wird beim nächsten Anruf in die Mailbox geschickt. Die anderen Mitspieler verfahren genauso und zu einem festen Zeitpunkt, wertet ein Masterprogramm alle Spielzüge aus. Dann generiert es für jeden Spieler seine Ergebnisse und schreibt diese dann in Dateien, die dann aus der Mailbox wieder geladen werden können.

Abb 2.14: Bildschirmfoto von VGAplanets
Der Spieler kann dann auf seinem lokalen Programm sehen, wie weit ihn sein letzter Zug gebracht hat. Der Vorteil dieser Spiele ist, daß nur eine kleine Datei aus der Mailbox übertragen werden muß. Das Spiel "VGAplanets" ist ein gutes Beispiel für solche Offline-Spiele.
In Mailboxen findet sich oft noch der Menüpunkt "Chat", was im englischen "Schnattern" bedeutet. Mit diesem Punkt kann der Sysop an die Konsole gerufen werden, wenn der Nutzer eine Frage zum System hat. Andere Menüpunkte erlauben dem Nutzer z. B. sein Paßwort oder seine Terminal-Emulation zu verändern, oder sich anzuschauen, zu welcher Uhrzeit die Mailbox welche Auslastung hat. Über diese Information kann sich der Benutzer eine Zeit ausgucken, in der er ohne lange Wartezeiten seinen Zugang bekommt.
Unter bestimmten Umständen ist es wichtig, selber eine Mailbox zu haben. Etwa wer bei Freunden oder Kunden Informationen benötigt, die nur auf seinem Heim-PC sind. Nach Murphys Gesetzen hat man immer genau das nicht dabei, was gerade gebraucht wird. Mit einer eigenen Mailbox kann dem Schicksal aber ein Schnippchen geschlagen werden. Vorausgesetzt, das Modem wurde nicht auch vergessen. In diesem Kapitel wird aber nur die Installation einer temporären Mailbox erklärt. Um eine richtige Mailbox zu kreiern, ist ein eigenes Buch notwendig.
Die hauptsächliche Aufgabe einer kleinen Mailbox ist:
q
einfach installierbar zu sein,q
autorisierten Personen Zugriff zu gewähren,q
Dateien zu senden und zu empfangen undq
mit dem Büro(?) Kontakt aufzunehmen.
In einigen Terminalprogrammen ist zu diesem Zweck ein Hostmodus eingebaut. Dieser Hostmodus stellt das Modem so ein, daß es auf Anrufe reagiert und eine Datenverbindung herstellt. Danach fragt es nach dem Namen des Anrufers und stellt ihn zum Hauptmenü durch. Von dort kann der Nutzer Dateien hoch -und runterladen. Über die Chat-Funktion, kann auch jemand an die Konsole gerufen werden. Einige Terminalprogramme ermöglichen noch Nachrichten zu schreiben. Wenn die Software auch unter Betriebssystemen wie Windows, OS/2 oder UNIX läuft, kann sie im Hintergrund laufen. Der Rechner ist dann nach wie vor für andere Anwendungen zu gebrauchen. Ganz im Gegenteil zu der Telefonleitung. Deswegen ist für die meisten Leute nur eine temporäre Mailbox von Interesse, da diese sich auch wieder abschalten läßt.

Abb 2.15: Hostmodus von "Telix for Windows"
Der Hostmodus von dem Windows (und DOS) Programm "Telix for Windows" ist einerseits sehr einfach zu installieren (er muß nur aufgerufen werden), andererseits ist er auch beliebig erweiterbar. Dies ist bedingt durch die mächtige Programmiersprache, die in Telix eingebaut ist. Die Programmierung ist mehr etwas für Profis, da die Scriptsprache an C angelehnt ist. Andere Programme die einen Hostmodus ermöglichen, finden Sie auf der beigelegten CD-ROM.
Eine Alternative zur Mailbox kann das direkte Übertragen zwischen zwei Terminalprogrammen sein. Wenn zwei Bekannte bloß ein paar Dateien austauschen wollen, ist es unsinnig dies über eine Mailbox oder einen Hostmodus zu machen. Terminalprogramme können außer Dateien empfangen, auch welche senden. Beide Seiten müssen sich vorher einigen, wer beim Modem den Antwortton auslöst und wer die Verbindung herstellt. Wenn beide das Terminalprogramm gestartet haben und das Modem initialisiert ist, gibt die eine Seite "ATA
Ü" ein. Hört der andere Nutzer die Töne des Modems, gibt er "ATX3DÜ" ein. Das Modem meldet dann die Verbindung mit "CONNECT <Geschwindigkeit>". Beide Seiten können sich dann über die Tastatur schreiben, allerdings können Sie nicht sehen was Sie selber geschrieben haben. Sie müssen blind tippen. Derjenige der etwas senden möchte, startet dann die Übertragung. Benutzt er ZMODEM als Protokoll, geht die andere Seite automatisch auf Empfang. Wenn alle Dateien übertragen worden sind, kann die Verbindung wieder getrennt werden (engl.: Hang-up). Am Telefon kann dann die Unterhaltung weiter geführt werden.Bei einigen Modems, geht die Verbindung auch sehr komfortabel herzustellen. Diese Modems verfügen über eine "Voice/Data"-Taste. Wenn gerade gesprochen wird (Voice) wird diese Taste gedrückt und das Modem geht in die Leitung und stellt eine Verbindung (Data) her. Allerdings müssen beide Seiten auf diese Taste drücken. Hat ein Modem diese Taste nicht, kann der Betreffende über die obige Prozedur natürlich trotzdem eine Verbindung aufbauen. Ein nochmaliger Druck auf die Taste beendet die Verbindung wieder. Andere Modems wiederum, haben noch zusätzlich zu der Voice/Data-Taste einen weiteren Knopf, mit dem vom Originate zum Answer Modus oder umgekehrt geschaltet werden kann. Im Answer-Modus, sendet das Modem aktiv bestimmte Erkennungstöne, auf die nur ein Modem im Originate-Modus antworten kann.
Mit dem Befehl "ATA" ist ein Modem automatisch im Answer-Modus, mit "ATD" im Originate-Modus. Von zwei Modems die eine Verbindung herstellen wollen, muß immer eins im Answer-Modus sein und das andere im Originate-Modus. Deswegen sollten sich beide Seiten vorher absprechen. Durch diese Tasten wird einem lediglich das eintippen der Befehle erspart. Diese Knöpfe sind zwar nicht notwendig aber sehr praktisch. Mailboxen sind immer im Answer-Modus.
Eine sehr lustige Angelegenheit, ist das Spielen über das Modem mit einem guten Freund und einem guten Spiel. Viele bekannte Spiele erlauben eine Verbindung über ein Modem, zu einem anderen Rechner, wo das gleiche Spiel läuft. Die Spieler können gegeneinander oder miteinander ein Spielziel erreichen. Das Interessante daran ist, daß nicht gegen ein Computer gespielt wird, sondern gegen einen erfindungsreichen Menschen. Außerdem stellt ein gutes Spiel, mit schneller Grafik und flottem Sound eine gute Atmosphäre her, die das Spiel sehr viel interessanter macht. Außerdem entfällt eine Wartezeit, bis neue Spielzüge generiert werden, wie bei einigen Mailboxspielen üblich. Der Nachteil dieser Spielmethode sind wieder die Gesprächsgebühren, die dabei anfallen. Eine permanente Verbindung zum Spielpartner ist erforderlich.
Allerdings halten sich die Kosten bei einem Ortsgespräch, das nach 18 Uhr geführt wird in Grenzen. Eine Stunde kostet dann nach gültigem Telekom-Tarif 1,15 DM.

Abb 2.16: Das Verbindungsmenü von "Heretic".
Die Mehrspielerfunktionen werden von vielen Spielen unterstützt.
Spiel Art des Spiels
Battle Isle 2 Scenery Disk SF-Strategiespiel
Empire Deluxe Klassisches Strategiespiel
Dogfight Flugsimulator
Doom Dungeonspiel
Falcon F-16 Flugsimulator
Flight-Simulator 5.0 Flugsimulator
Heretic Dungeonspiel
The Grandest Fleet Marine Strategiespiel
Dark Legions Fantasy Kampf -und Strategiespiel
Knights of the Sky Strategiespiel
Indycar Racing Auto-Rennsimulator
Rüsselsheim Wirtschafts-
simulation
Wingcommander Armada Weltraum Flugsi-
mulator
und Strategiespiel
Populus Strategiespiel
SSN-21 Seawolf U-Boot Simulation
Tab 2.5: Spiele mit Multiplayermodus über Modem
Allerdings sind die Multispielerfunktionen einiger Spiele nur sehr schlecht entwickelt und fehlerbehaftet. Bei manchem Spielen funktionieren keine Geschwindigkeiten die höher als 2400 Bit/s sind. Andere unterstützten keine Anwahl über das Puls-Verfahren, oder geraten bei der Fehlerkorrektur durcheinander. Leider lassen sich die Probleme nur bei jedem Spiel selber herausfinden, doch wie in der Spielanleitung beschrieben klappt es bei keinem. :-)

Abb 2.17: Modemverbindung im Spiel "Dogfight"
Eine einfache Lösung ist das Herstellen einer Verbindung in einem Terminalprogramm. Diese Verbindung wird dann mit in das Spiel genommen. Das funktioniert recht einfach. Vor der Verbindung einigen sich beide Spieler, wie die Verbindung hergestellt wird. Beide starten das Terminalprogramm und initialisieren das Modem. Ein Spieler gibt nun "AT A" ein. Wenn der andere Spieler die Modemsignale hört, gibt er "AT X3D" ein. Mit "CONNECT <...>" wird die Verbindung bestätigt. Dann wird das Terminalprogramm verlassen und eine eventuelle Rückfrage, ob die Leitung geschlossen werden soll, mit "nein" beantwortet. Das Spiel wird gestartet und im Programm eingestellt, auf welchem COM-Port das Modem hängt. Dann sollte wenn möglich, der Menüpunkt "direkt" oder "Nullmodem" gewählt werden. Das Spiel kann dann begonnen werden.
Wenn das Spiel nur niedrige Übertragunsraten ermöglicht, stellen sie im Terminalprogramm nur bis maximal 9600 Bit/s ein. Mehr wird von MS-DOS standardmäßig nicht unterstützt. Andere Spiele wollen mit "AT &K0" die Fehlerkorrektur ausgeschaltet haben. Sind diese Schwierigkeiten aber erst beseitigt, steht dem Spielspaß nichts mehr im Wege.
Bei MS-DOS waren die Betriebssystemteile, für die seriellen Schnittstellen noch nie sehr zuverlässig. Aus diesem Grunde verfügt fast jedes Programm, welches die seriellen Schnittstellen nutzt, über eigene Unterprogramme (Routinen) die die von MS-DOS ersetzen. Es gibt auch losgelöst von der Anwendersoftware, Programme die allein die serielle Schnittstelle ansteuern können. Diese Art von Programmen wird Treiber genannt. Anwendungsprogramme greifen dann auf diese Treiber zu und damit indirekt auf die Hardware, die dieser Treiber kontrolliert.
Ein verbreiteter Treiber für die seriellen Schnittstellen ist der FOSSIL (Fido Opus Seadog Serial Interface Layer). Der FOSSIL kommt ursprünglich aus dem FidoNet (s. Kap. 3) und ist kein prähistorisches Relikt! Vor Jahren hat es ein paar Programmierer sehr geärgert, daß die seriellen Routinen von MS-DOS so schlecht waren. Aus dieser Not entwickelten sie den FOSSIL, damit ihre Mailboxprogramme besser funktionieren konnten. Heute funktionieren nicht nur Mailboxprogramme mit einem FOSSIL-Treiber, sondern auch viele andere Programme die die seriellen Schnittstellen benutzen.

Abb 2.18: Der X00 FOSSIL
Der Vorteil eines FOSSIL-Treibers besteht darin, daß er sich auf fast jede beliebige Hardware einstellen kann. Egal ob es eine normale Schnittstelle ist, oder eine Spezialkarte. Kann ein FOSSIL Treiber diese Karte ansteuern, kann auch jede Software die einen FOSSIL-Treiber unterstützt damit umgehen!
Der FOSSIL-Treiber muß vor der Anwendungssoftware geladen werden.
Für Profis
: Dieses Prinzip ist sehr ähnlich dem TWAIN-Modell für Scanner oder dem CAPI-Treiber für ISDN Hardware (s. Kap. 1). Der Netfos ermöglicht z.B. Modems in einem Netzwerk anzusprechen (s. nächstes Kapitel).Ein FOSSIL-Treiber kann die Schnittstellengeschwindigkeit konstant halten und einen FIFO ansteuern. Es gibt auch FOSSIL-Treiber die auf anderen ähnlichen Treibern aufsetzten. Für ISDN-Karten, die mit einem CAPI-Treiber geliefert werden, gibt es auch einen FOSSIL. Dadurch kann jede ISDN-Karte, von einem FOSSIL-kompatiblen Terminalprogramm, wie ein Modem benutzt werden. Auch für OS/2 gibt es einen FOSSIL. Auf der CD-ROM sind mehrere der bekanntesten FOSSIL-Treiber enthalten (u.a. auch der für den CAPI).
Wer selber über mehrere Computer in einem Netzwerk verfügt, der möchte vielleicht die Modems so einsetzten, daß sie von allen Stationen (Clients) aus dem Netz benutzt werden. Um ein Modem in ein Netz einzubauen, gibt es sehr teure Software einiger Netzwerk-Hersteller. Novell oder Artisoft bieten eigene Lösungen an, doch leider haben diese Programme, teilweise Kompatibilitätsprobleme mit manchen Softwarepaketen.
Dieses Unterkapitel wird nur für Leute sofort zu verstehen sein, die bereits etwas Netzewerkerfahrung haben.
Auf den Rechnern die über die Modems verfügen, wird ein Steuerungsprogramm installiert. Einerseits kann dies ein TSR-Programm sein, für Systeme die unter MS-DOS laufen, andererseits ein NLM-Modul für Novell Systeme. Dieses Steuerungsprogramm überprüft dann, ob bei einem Zugriff ein Modem frei ist. Ist ein Modem frei, werden die ankommenden Daten zum Modem geschickt. Empfängt das Modem Daten von der Gegenstelle, werden diese in einen entsprechenden Netzwerk-Rahmen gesetzt und durch das Kabel zur Station gesandt, die momentan das Modem selektiert hat.
Versucht eine Station ein Modem zu selektieren, welches schon eine andere Station benutzt, bekommt diese eine Fehlermeldung. Ist das Modem wieder verfügbar, können es auch wieder andere Stationen nutzen. Weil pro Server mehrere Modems angeschlossen werden können, muß die Station ein bestimmtes Gerät für seine Arbeit angeben. Wird kein spezielles Gerät gewünscht (etwa ein ISDN-Modem), kann das Steuerprogramm einfach der Station, das nächste frei Modem zuweisen.
Normale Anwendersoftware ist sehr oft nicht dafür ausgelegt, ein Modem über ein Netz anzusteuern. Deswegen müssen diesen Programmen lokale Modems vorgetäuscht werden. Zu diesem Zweck gehört zum Modemprogramm auf dem Server noch ein Programm auf der Station, welches ein lokales Modem emuliert. Greift dann ein Anwendungsprogramm z. B. auf COM4 zu, wird geprüft, ob auf dem Server ein Modem frei ist, um dann die Daten automatisch zum Server zu senden. Auf dem PC wird also ein COM-Port emuliert. Es ist einfacher, wenn der COM-Port der emuliert wird, nicht wirklich hardwaremäßig vorhanden ist.
Auf der Clientseite übernimmt ein FOSSIL-Treiber die Kontrolle über den Datenaustausch mit dem Server. Dieser FOSSIL-Treiber wird von vielen Programmen schon unterstützt. Auch unter Windows gibt es einige Programme, die schon Daten mit einem FOSSIL austauschen können (z. B. Telix for Windows). Doch was ist zu tun, wenn die Fax-Software keinen FOSSIL unterstützt? Unter Windows ist es nicht weiter problematisch, da bei einigen Programmpaketen ein extra Treiber für Windows mitgeliefert wird. Durch diesen Treiber "merkt" Windows gar nicht, daß es auf ein Netzwerkmodem zugreift. Das Netzwerkmodem an COM4 ist für Windows lokal!
Bestimmte Software erlaubt es auch, daß zum Ansteuern des COM-Ports die Unterprogramme von MS-DOS benutzt werden (auch wenn Windows läuft) können. Meistens kann dies im Setup-Menü des betreffenden Programmes dadurch erkannt werden, daß für den COM-Port eine "Int-14" oder "BIOS" Auswahl zur Verfügung steht. Bei einiger Fax-Software ist dies leider der einzige Weg. Leider ist die BIOS Variante nicht sehr schnell und nicht für hohe Übertragunsraten geeignet, doch für Faxoperationen allemal ausreichend.
Reißen alle Stricke und nichts funktioniert, muß ein anderes Programm gefunden, oder ein lokales Modem benutzt werden.
Für OS/2 gibt es auch schon Lösungen, die sich als COM-Treiber im Setup des Betriebssystems verankern können, und dadurch dem Computer einen nichtexistenten COM-Port vorgaukeln. Das Netzwerkprotokoll sollte aber IPX oder NetBIOS sein.
Aus dem Sharewarebereich kommt ein gutes Programm (das auch auf der CD-ROM zu finden ist), welches Modems in Netzwerke, auf Basis von IPX oder NetBios-Protokoll, einbinden kann. Das Programm Stomper der Pflug Datentechnik, kann auf Peer-to-Peer als auch auf dedicated Servern benutzt werden. Wird das Steuerungsprogramm auf einem Server installiert, kann es sogar in einem sogenannten "Cooperative-Mode" betrieben werden. Dieser Modus erlaubt es, das Modem vom Server aus lokal weiter zu benutzen. Einerseits kann es der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden, andererseits geht es dem Nutzer nicht verloren. Besonders bei Peer-to-Peer Netzen (wie Personal Netware oder LANtastic), ist dies sehr erfreulich. Selbst Mailboxen können mit dieser Option betrieben werden. Wird das Modem lokal gebraucht, bekommt der Nutzer der es anfordern will, eine Wartemeldung. Das Steuerungsprogramm des Stompers, kann seinerseits auch auf einen FOSSIL-Treiber aufsetzen, was es auch ermöglicht ISDN-Karten mit in das Netz zu bringen.

Abb 2.19: Der Stomper mit WinFax
Auf der Anwenderseite wird der "Stomper Netzwerk-FOSSIL" installiert. Dieser Netzwerk-FOSSIL Treiber ermöglicht außerdem noch eine Int-14 Emulation, um selbst hartnäckige Anwendungsprogramme zur Kooperation zu bewegen. Für Windows gibt es einen Treiber, der es sehr vielen Windows-Programmen ermöglicht auf ein Netzwerkmodem zuzugreifen.
Eine sehr sinnvolle Funktion des Modems ist das Faxen. Einerseits ist es sehr schnell und kostengünstig, andererseits werden Faxe im Allgemeinen von Firmen schneller beantwortet als Briefe. Nicht zuletzt sind Faxgeräte auch sehr billig geworden. Durch den Boom im Faxen, haben sich viele Informationsdatenbanken und Faxclubs (s. späteres Kapitel) gebildet. Mit einem Faxmodem können Faxe gesendet, empfangen, und Datenbanken empfangen werden. Werden Faxe empfangen können sie auf richtigem Papier (d. h. kein Thermopapier), mit dem eigenen Drucker ausgegeben werden. Ein großer Vorteil gegenüber den "Billigfaxen", die mit Thermopapier arbeiten welches mit der Zeit verblaßt. Papierfaxe, die ungefähr das gleiche leisten wie ein PC mit Drucker, sind leider noch sehr teuer. Es ergeben sich viele Möglichkeiten mit einem Faxmodem, die in diesem Kapitel behandelt werden.
Dem Faxen an sich, wird noch weiter hinten ein eigenes großes Hauptkapitel gewidmet!
Um die Faxsoftware richtig einstellen zu können, muß erst herausgefunden werden, welche Fax-Class (s. Kap. 1) das Modem hat. Dazu wird in einem Terminalprogramm (z. B. dem TERMINAL von Windows) der Befehl "AT+FCLASS=?
Ü" eingegeben. Das Modem gibt dann eine Reihe von Ziffern zurück. Aus diesen Ziffern kann anhand der folgenden Tabelle ersehen werden, welche Fax-Klasse das Modem hat:Ziffer Bedeutung
0 Daten
1 Fax-Class 1
2 Fax-Class 2
2.0 Fax-Class 2.0
6 Zyxel Modem
ERROR Keine Faxoption vorhanden
Tab 2.6: Die Fax-Klassen
Die meisten Modems unterstützten mehrere Fax-Standards. Natürlich kann die Fax-Klasse, auch von der Verpackung des Modems abgelesen werden...:-)
Wer nur mal so ein Fax absenden möchte, und Windows vielleicht nicht habhaft ist (auf Laptops?), der kann unter DOS sehr schnell ein Fax absetzen. Normalerweise wird mit einem Text-Editor (z. B. den EDIT von MS-DOS) eine Datei erstellt, welche dann mit einem Programm gefaxt wird. Viele Hersteller liefern mit ihren Modems gleich Fax-Software für MS-DOS und Windows mit. Deshalb kann hier nur eine Lösung gezeigt werden. Auf der CD-ROM sind einige Sharewareprodukte enthalten, die mit fast jedem Fax-Modem Daten versenden und empfangen können.
Jedes Fax muß noch eine ID-Nummer (üblicherweise Ihre Faxnummer) und einen Namen (normalerweise den Firmennamen) bekommen. Diese beiden Daten werden auf jeder Faxseite ganz oben mitgesendet. Dadurch kann der Empfänger Ihres Faxes den Absender erkennen. Faxprogramme fragen diese Daten immer ab.
Das Shareware-Programm SSFAXER von Simple Simon Software, kann von MS-DOS aus eine Text-Datei, an eine beliebige Nummer faxen. Das Programm erkennt selbständig, welche Fax-Klasse das Modem hat und stellt sich darauf ein. Der Aufruf des Programmes erfolgt durch:
SSFAXER <COM-Port> P o. T <Telefonnummer> <Datei>
ÜBeispiel: SSFAXER 2 P110 C:\SPIELE\NOTRUF.TXT
Vor die Telefonnummer wird noch ein "P" für Pulswahl oder "T" wie Tonwahl eingefügt. Je nachdem was die Telekom einem bietet.
Um Faxe unter DOS empfangen zu können, bietet sich z. B. die mitgelieferte Software an, oder das Sharewareprogramm BGFAX.

Abb 2.20: Die Statusanzeige von BGFAX
Mit einem Editor muß die Konfigurationsdatei von BGFAX angepaßt werden, anschließend wird das Programm mit "BGFAX /HOST
Ü" aufgerufen.Höchstwahrscheinlich wird die mitgelieferte DOS-Software komfortabler sein, doch leider ist das Angebot an Shareware Programmen für Fax auf MS-DOS sehr begrenzt. Um z.B. BGFAX zum laufen zu bekommen, ist schon etwas Erfahrung mit MS-DOS nötig. Fax-Software für Windows, oder anderen grafischen Oberflächen, ist wesentlich einfacher zu bedienen.
Windows bietet eine sehr einfach zu bedienende Oberfläche, um seine Faxe zu senden oder welche zu empfangen. Das Fax-Programm kann z. B. im Hintergrund laufen, der Computer bleibt also frei für andere Aktivitäten. Das Fax wird außerdem als Drucker in Windows installiert. Soll dann ein Dokument aus einer Textverarbeitung gefaxt werden, braucht man nur den Drucker zu wechseln. Wird das Fax als Drucker gewählt, wird Ihr Text auf dem angewählten Faxgerät ausgedruckt. Der Umweg über den normalen Papierausdruck und anschließendes "Wegfaxen" entfällt damit. Durch das direkte Faxen, ist die Qualität des Faxes auch sehr viel besser, weil die Daten vom PC so aufbereitet werden, daß sie besser in das elektronische Raster vom Faxgerät passen. Das Ergebnis ist ein, beim Empfänger gestochen scharfes Fax!
Wenn eine Firma öfter Rundfaxe versenden muß, wäre es sehr aufwendig diese immer durch ein normales Fax zu schicken. Wer einmal alle seine Empfänger eingegeben hat, kann dies mit einem Knopfdruck erledigen. Faxgeräte, die die gleichen Funktionen bieten, sind immer noch recht teuer.
Das Problem bei Computerfaxen ist leider, daß keine Papiervorlagen gefaxt werden können, wenn kein Scanner vorhanden ist. Dies gilt auch für Unterschriften, oder andere handschriftlichen Erzeugnissen.
Mit einigen Programmen können Vorlagen eingescannt werden, die dann entweder in den Text integriert oder gleich versandt werden können.

Abb 2.21: Das einscannen von Bildern unter WinFax.
Um seine Dokumente aus einer Textverarbeitung faxen zu können, muß in Windows ein Fax-Druckertreiber installiert werden. Das ist allerdings sehr einfach, da ein Installationsprogramm diese Aufgabe übernimmt. Auf der CD-ROM zu diesem Buch, ist ein Programm mit dem Namen FAXLINE der Firma GebaCom, welches (in deutsch) dem Benutzer diese Funktionen zur Verfügung stellt. Der Nutzer kann sehr komfortabel sein Modem und den COM-Port einstellen. Den Rest erledigt das Programm.
Das Programm FAXLINE ist eine Demoversion eines kommerziellen Programms. Bei der Installation fragt es eine Seriennummer ab. Bitte geben Sie da die Nummer: GE0000000FL100G ein. Das vorliegende Programm ist keine Raubkopie! Allerdings ist es in seinem Fuktionsumfang etwas eingeschränkt.
Ist das Programm installiert, kann unter dem Menüpunkt "Drucker wechseln" in Ihrer Textverarbeitung, das Faxmodem als Drucker gewählt werden. Danach können Sie wie gewohnt drucken, das Faxprogramm fragt dann nach einer Nummer. Bei FAXLINE müssen Sie dann den Menüpunkt "NEU" anwählen und die Nummer des Zieles eingeben.

Abb 2.22: Das drucken mit FAXLINE aus AmiPro
Bei vielen Faxprogrammen kann auch noch eine Uhrzeit eingegeben werden, wann das Fax versandt werden soll. Wer abends nicht mehr im Büro ist, kann trotzdem seine Faxe versenden und den günstigeren Gesprächstarif nutzen.
An dieser Stelle können bei den meisten Programmen auch mehrere Rezipienten eingegeben werden, damit das Fax auch an mehrere Leute geschickt werden kann. Sind Nummern oder Namen alle eingegeben, gehen einige Programme (z.B. WinFax) in einen Übersichtsmodus, was die nochmalige Kontrolle des Faxes, vor dem versenden erlaubt. Wenn wirklich alles stimmt, geht das Modem an die Leitung und wählt die entsprechende Nummer.

Abb 2.23: Das "Wegfaxen" mit FAXLINE
Um Faxe permanent zu empfangen, können die meisten Faxprogramme auch permanent auf Empfang stehen. Allerdings müssen sie dazu in Windows auch geladen sein. Als kleines Bildchen (Ikone oder Icon) sind sie dann am unteren Bildschirmrand zu sehen und machen bloß bei einem Fax-Empfang auf sich aufmerksam. Ist ein Fax empfangen, liegt es als Grafik vor. Um diese Grafik in einen Text umzuwandeln, wird spezielle Software gebraucht. Bei einigen Faxlösungen (z. B. WinFax) gehört so eine OCR-Software (Optical Character Recognition, engl.: Optische Zeichen Erkennung) zum Lieferumfang. Nach einem empfangenen Fax wird die OCR-Software gestartet und der Text so aufbereitet, daß Sie ihn z. B. in WinWord bearbeiten können.
Wenn die Programme Faxe empfangen, sollten lange Zugriffe auf die Festplatte unterbleiben. Am besten sollte für die Zeit des Faxempfangs, alle Tätigkeit auf dem Rechner ruhen. Leider ist unter Windows die Kooperation zwischen den Programmen nicht so gut. Das ist der Grund, warum einige Programme die Faxübertragung massiv stören können, daß es sogar zu Verbindungsabbrüchen kommen kann!
Zu vielen Faxprogrammen gibt es verschiedene Deckblätter. Deckblätter werden vor dem eigentlichen Fax-Dokument gesendet und enthalten z. B. lustige Grafiken. Über Sinn und Unsinn von Deckblättern ist schon viel diskutiert worden. :-) Da diese aber für den Anwender ebenso elementar sind, wie das Faxen selber, haben die Softwarehersteller die Fax-Treiber mit sehr vielen Deckblättern versehen. Durch die Fülle, hat der Anwender natürlich die Qual der Wahl. Welches Deckblatt verwendet werden soll, fragt das Faxprogramm bei Abfrage der Faxnummer.

Abb 2.24: Ein Deckblatt
Das komerzielle Faxprogramm WinFax der Firma Delrina hat einen großen Funktionsumfang und ist sehr zuverlässig. Beim Kauf eines Modems gibt es dieses Programm, teilweise billiger dazu. Andere Programme erfüllen zwar den gleichen Zweck, doch WinFax für Windows ist auf diesem Gebiet Marktführer.
Bei OS/2 Warp wird beim Bonuspak sogar ein Fax-Programm mitgeliefert, das sich als OS/2 Druckertreiber installieren läßt. Es ist zwar nicht sehr komfortabel, ermöglicht aber die Grundfunktionen des PC-faxens.
Ein wenig anders als das pure Senden oder Empfangen der Faxe, ist das Fax abrufen (auch Fax-Polling genannt). Beim Fax-Abruf wird eine Faxnummer gewählt, aber trotzdem ein Fax empfangen. Also für das Fax-Empfangen wird bezahlt. Über den Fax-Abruf, können Datenbanken leicht angezapft werden. Diese Datenbanken können wichtige Börseninformationen bereithalten, oder auch nur Katzenfutter-Infos. Das Gebiet ist sehr weit gestreut und wird an späterer Stelle ausführlich behandelt. Jetzt wird nur erklärt, wie solche Fax-Datenbanken angezapft werden können.
Mit einem normalen Telefon wird die Nummer einer Fax-Datenbank gewählt (z. B. NAX 08106 / 36 65 55). Dann hört man einige Anweisungen aus dem Telefonhörer, durch die ein Faxdokument in der Datenbank selektiert werden kann. Zum Selektieren muß das Telefon auf Frequenzwahl umgestellt werden, alternativ wird eine Fernabfrage von einem Anrufbeantworters benutzt. Ist das Dokument selektiert, geht die Datenbank in den Sendemodus.
Bereits dann sollte beim eigenen Faxprogramm der Sofortempfang per Menüpunkt ausgelöst werden. Das Fax überträgt dann die ausgewählten Seiten von der Faxdatenbank zu Ihnen. Danach wird die Verbindung getrennt, es sei denn der Hörer wird wieder aufgenommen und eine neues Dokument selektiert.

Abb 2.25: Fax-Abruf unter WinFax.
Einige Fax-Datenbanken, sind nur über Telefonnummern mit der Vorwahl 0190 zu erreichen. Diese Telefonnummern kosten 1,15 DM pro Minute. Bei vielen Faxdokumenten sind viele komplexe Grafiken enthalten, deren Übertragung wirklich ins Geld gehen kann. Dauert einem der Empfang zu lange, kann über "Abbrechen" die Verbindung jederzeit aktiv beendet werden.
Mit einigen Programmen können nicht nur Faxe im Hintergrund empfangen werden, sondern auch Sprache. Bedingung ist aber, daß das Modem auch eine Voice-Option hat (s. Kap. 1). Das Modem erkennt dann selbständig, ob der Anruf von einem Fax oder einem Menschen kommt. Über ein Mikrophon oder das Telefon können Ansagetexte aufgenommen werden, die diese Anrufbeantwortersoftware dann abspielen kann.

Abb 2.26: BALOON Anrufmanager
Das Problem ist aber, daß der PC ständig angeschaltet bleiben muß. Das Sharewareprogramm BALOON von Burghart + Schmidt, ist eine brauchbare Lösung für alle Zyxels oder Class 2 Modems mit Rockwell Chipsatz (z. B. im Creatix).
Um die Sprachfunktion auch nutzen zu können, muß das Modem über ein VoiceKit verfügen. Nur damit ist es möglich mit dem Modem auch Sprache aufzunehmen und abzuspielen. Beherrscht Ihr Modem dies nicht, kann nur die Fax-Option des Programmes benutzt werden.
Viele Hersteller liefern die entsprechende Software allerdings gleich mit.
Wer gerade kein Faxmodem hat, oder an einem Computernetz hängt, welches gar kein Modem besitzt, wird dankbar darüber sein, daß Faxen auch per Mail funktioniert. Einige Mailboxen, Datex-J oder CompuServe bieten spezielle Fax-Server an, denen eine persönliche Nachricht geschickt werden kann. In der Nachricht steht einerseits die Fax-Nummer und andererseits der Text, der gefaxt werden soll. Der Fax-Server empfängt die Nachricht und bearbeitet sie. Dann wird die Nachricht zu der angegeben Nummer geschickt.

Abb 2.27: Fax-Gate einer Mailbox
Der Nachteil dieser Methode ist seine geringe Verfügbarkeit. Nicht viele Systeme bieten den Mail->Faxversand an, zweitens können über diese Kombination keine Faxe empfangen werden, drittens kann keine Grafik mit in den Text eingefügt werden.
Die Nutzung von ISDN bietet sich zuerst wegen der hohen Geschwindigkeiten an. Zwar hat ISDN auch mehr Dienstmerkmale, wie das normale Telefonnetz der Telekom, doch ist dies nicht Thema dieses Buches. Wie ISDN funktioniert, können Sie in Kapitel 1 nachlesen.
Die PC-Software die ISDN-fähig ist, basiert auf dem CAPI-Treiber, der von jedem ISDN-Hardware Hersteller mitgeliefert werden sollte. Auf diesem CAPI kann, ganz nach Prinzip des FOSSIL-Treibers, Software aufsetzen die ISDN nutzen will. Der CAPI Treiber muß sich dazu aber vorher im Speicher befinden.
Entweder setzt die Anwendersoftware direkt auf dem CAPI auf, oder eine andere Softwareschnittstelle benutzt den CAPI. Ein Beispiel ist hierfür der CFOS Fossil-Treiber, der bei ISDN Karten eine Modememulation ermöglicht. Ein weiteres Beispiel ist der ISPA-Treiber, der für InterNet Anwendungen gebraucht wird (s. nächstes Kapitel).
Das wichtigste für einen funktionierenden ISDN Anschluß ist aber, daß die Nummern richtig verteilt wurden. Bei einem Basisanschluß liefert die Telekom drei Telefonnummern mit, die der Anwender unter seinen Geräten verteilen kann. Bei den meisten Geräten wie a/b-Wandlern oder ISDN-Telefonen, kann diese Nummer direkt eingegeben werden. Wird diese Nummer gewählt, klingelt das entsprechende Gerät.
Doch bei Software, die eine ISDN-Karte benutzt, muß diese Nummer teilweise etwas umständlich über eine Liste eingegeben werden.
Um das zu verstehen, sollte erst bekannt sein, das das ISDN der Telekom in den frühen 90iger Jahren, ein anderes System zur Datenübertragung genutzt hat. Dieses Protokoll hieß 1TR6, heute wird DSS1 benutzt und Euro-ISDN genannt. Vom Prinzip hat sich nicht viel geändert. Doch der Teufel steckt im Detail. Beim 1TR6 Protokoll, lieferte die Telekom nur einen Teil der Nummer, die letzte Ziffer konnte der Anwender selber vergeben und seinen Geräten zuordnen. Diese letzte Ziffer wurde Endgeräteauswahlziffer genannt, kurz EAZ. Wie schon erwähnt bekommt heute der Anwender drei unterschiedliche Nummern. Die CAPI Schnittstelle ist aber nur auf dem 1TR6 Protokoll definiert, deshalb "denkt" selbst die modernste Software noch, das sie mit 1TR6 arbeitet (selbst wenn sie Euro-ISDN auf dem Monitor schreibt). Dem CAPI Treiber muß deshalb intern eine Liste eingegeben werden, die die einzelnen Rufnummern einer EAZ zuordnet (engl.: gemapped). Der Anwendersoftware wird dann nur wieder gesagt, auf welche EAZ sie reagieren soll. Damit wird der Anwendersoftware also ein 1TR6 ISDN-Anschluß vorgegaukelt. Genauer bedeutet dies, das Anwendersoftware, die auf den CAPI (version 1.1) aufbaut nur auf die EAZs reagiert, nicht auf die Telefonnummern an sich!
EAZ Rufnummer
0 keine
1 8470 90 59
2 keine
3 keine
4 8470 90 60
5 keine
6 8470 90 61
7 keine
Tab 2.7: Beispiel eines EAZ mappings
Wird nach Tab 2.7 z. B. die Nummer 8470 90 61 angerufen, wird vom CAPI an die Anwendersoftware gemeldet, das die EAZ 6 angewählt wurde. Ist das Programm darauf konfiguriert auf diese EAZ zu hören, nimmt es den Ruf an, wenn nicht wird er ignoriert.
Mit drei Rufnummern lassen sich aber mehr als drei Geräte anschließen. Hier kommt der Begriff der Dienstekompatibilität ins Spiel. Die Dienstekompatibilität besteht zwischen Diensten die auf gleiche Weise funktionieren. Beispielsweise ist ein analoges Fax mit einem analogen Telefon kompatibel, oder eine ISDN-Karte mit einem ISDN-Fax. Eine Nummer kann nun z. B. mit zwei inkompatiblen Diensten belegt werden, wie Telefon und ISDN-Daten. Der Anrufer übermittelt beim anrufen seine Dienstekennung, also ob er telefonieren will, oder per ISDN Daten austauschen. Je nach Dienstekennung klingelt dann entweder das Telefon, wenn der Anrufer auch mit einem Telefon anruft, oder es kommt eine ISDN Datenverbindung zustande, wenn der Anrufer auch ein ISDN-Datengerät (z. B. eine ISDN Karte) benutzt.
Werden Nummern auf Geräte verteilt die kompatibel sind (z. B. eine Nummer auf vier Telefone), klingeln alle Geräte. Das erste Gerät das den Ruf animmt, bekommt das Gespräch.
Dieses Kapitel behandelte die primären Anwendungsgebiete eines Modems. Es wurde erklärt was eine Mailbox ist, wie sie bedient wird und welche Leistungsmerkmale sie bietet. Auf die Unterschiede zwischen den verschiedenen Nachrichtenarten wurde genauso eingegangen, wie auf die Höflichkeitsregeln beim Kommunizieren über eine Mailbox. Das zweite Standbein einer Mailbox ist das bereithalten von Dateien, die auf den eigenen PC kopiert werden können. Zu diesem Zweck gibt es die Übertragungsprotokolle, die einen fehlerfreien Transfer auf den Heim-PC ermöglichen. Damit der Anwender auch selber anderen Menschen Daten zur Verfügung stellen kann, wurde erläutert, mit welchen Mitteln eine eigene kleine Mailbox eingerichtet werden kann.
Bei Computern nur Nachrichten und Dateien runterzuladen, ist auf die Dauer etwas langweilig. Aus diesem Grunde wurde über die Möglichkeit berichtet, bestimmte Spiele auf der Mailbox, oder sogar zwischen zwei Anwender-PCs zu spielen (ohne Mailbox dazwischen). Sogenannte Spiele mit Multiplayer-Funktion. Eine kleine Liste mit Spielen, die das ermöglichen befindet sich ebenfalls in dem betreffenden Unterkapitel.
Um in großen Netzwerken die Modems allen Nutzern zur Vefügung zu stellen, selbst denen die keines an ihrem PC haben, wurde eine Lösung demonstriert. Dieses Unterkapitel ist wahrscheinlich nur für diejenigen klar verständlich, die sich schon etwas in der Netzwerktechnik auskennen.
Das letzte große Unterkapitel beschäftigte sich mit der FAX-Option des Modems. Es wurde die Handhabung und Funktionsweise der Fax-Software unter MS-DOS und Windows (und damit auf allen Plattformen) erklärt. Dieses Kapitel klärte z. B. auch, wie Fax-Datenbanken abgefragt werden können. Das Kapitel Fax wird an späterer Stelle noch ausführlich erläutert werden.
Um dem Leser einen guten Start zu ermöglichen, sind Programme zu den einzelnen Unterkapiteln, aus dem Shareware und PD-Bereich auf der CD-ROM enthalten.
Dieses Kapitel hat also die Verschiedenen primären Anwendungsgebiete von Modems erläutert.
Das Modem ist in erster Linie ein Werkzeug, das der Kommunikation dient.
Die Kommunikation ist das Hauptthema des nächsten großen Kapitels. Es wird um die weltweite Vernetzung von Rechnern gehen, an die der eigene PC ohne große Mühen angeschlossen werden kann.
Erst die weltweite Vernetzung macht die DFÜ zu einem multikulturellen und multimedialen Ereignis.
Vom Wohnzimmer aus...:-)
In der Presse wird vielfach über die Computernetze geschrieben. Doch was sind diese Computernetze, was benutzen die Hacker um die NASA auszuspionieren?
Computernetze sind untereinander verbundene Rechner. Als Verbindung dient eine Telefonleitung oder ähnliches. Durch diese Leitungen kann ein Rechner einem anderen Rechner Daten schicken. Ein Netzwerk zeichnet aus, das jeder Rechner, der an einem Netzwerk hängt, jeden anderen Rechner des gleichen Netzwerkes erreichen kann (und an ihn Daten senden kann).
Ein Computernetzwerk ist mit einer Stadt zu vergleichen. Jeder Rechner ist ein Haus. Die Straßen, in diesem Beispiel die Telefonleitungen, verbinden alle Häuser. Die Menschen sind hier gleichbedeutend mit den Daten. Jedes Haus hat seine eigene Adresse. Möchte ein Mensch von einem Haus A zu einem Haus B, braucht er die Adresse seines Zielortes. Um zu seinem Ziel zu kommen, bedient er sich der Straßen. Durch diese Straßen führt ein (oder mehrere) Weg zu seinem Ziel.
Sehr viel anders ist dies bei Computernetzwerken auch nicht. Jeder Computer hat seine Adresse, dadurch hat auch jeder Nutzer dieses Computers eine Netzwerk-Adresse. Jeder Nutzer eines anderen Rechners im Netzwerk hat auch eine (andere) Adresse (die von dem Computer den er nutzt).
Im Gegensatz zu herkömmlichen Medien wie Fernsehen, Zeitung oder Radio sind die Computernetze bidirektional. Das bedeutet, daß jeder Benutzer gleichzeitig Sender und Empfänger ist. Jedem Menschen steht es frei seine Meinung, unzensiert und ungefiltert vor hunderten, tausenden oder gar Millionen von Menschen zu publizieren. Dies kommt dem Grundrecht des Menschen auf Informationsfreiheit näher, als irgendein schlecht recherchiertes Nachrichtenmagazin im Fernsehen.
Schon während der vorletzten Umweltkonferenz in Brasilien, waren die Benutzer des Computernetzes "InterNet", immer im direkten Kontakt mit den Ereignissen dort. Beim Erdbeben von Kobe, wußten die Nutzer des gleichen Netzes eher von dem Beben als die Zeitungen. Berichterstattungen von Kriegen oder Naturkatastrophen, aber auch von guten Nachrichten, erlangen durch den Bericht von den direkt Betroffenen eine ganz andere Dimension, als durch den (naturgemäß) eingeengten Blickwinkel eines Korrespondenten. Für diese Insiderinformationen wäre so manche Nachrichtenagentur dankbar.
Vielleicht fällt es Außenstehenden ja schwer, die Faszination der Datennetze zu erfassen. Doch dazu dient ja, neben einer gewissen kosmopolitischen Grundeinstellung, auch dieses Buch.
In den Netzen tummeln sich Charaktere, die so vielfältig sind wie die Menschheit selber. Kulturen, Nationalitäten, Religionen und Überzeugungen sind für jeden Bürger zu erleben. Weltumspannende Freundschaften sind keine Seltenheit, der Freak spricht von der "globalen Stadt". Vom Ufologen bis zum Krebsforscher, vom Supermarktkassierer bis zu Hollywoodschauspielern sind alle Facetten unserer Zivilisation vertreten. Einige Ufologen behaupten sogar, das die Außerirdischen schon längst unter uns sind...:-)
Seit es die Computernetze gibt, steht es nicht nur einer elitären Gesellschaft zu, sich umfassend zu informieren. Jeder Bürger hat nun die Möglichkeiten die ganze Welt auszufragen. Dem Atomzeitalter folgt nun das Informationszeitalter, die Ausrede "Wir haben von nichts gewußt..." zählt nicht mehr! Jeder kann alles wissen.
Wie funktioniert so ein Netz aber nun genau? Ein Nutzer stellt mit dem Modem eine Verbindung mit einem Rechner her, der sich in einem Netzwerk befindet. Hat er die Verbindung hergestellt, ist es möglich mit diesem Rechner direkt Daten auszutauschen, oder ihn anzuweisen bestimmte Daten an einen anderen Rechner im Netzwerk weiterzuleiten. Der Rechner der angerufen wird, hat sehr oft den Charakter einer (zuvor beschriebenen) Mailbox. Aus dieser Mailbox können Programme auf den Heim-PC geladen werden, oder es können Nachrichten geschrieben werden. Allerdings haben diese Mailboxen dann noch zusätzlich einen besonderen Teil, der die Netzwerkfunktionen beinhaltet. Diese Funktionen können je nach Netzwerk sehr unterschiedlich sein (darauf wird später noch genauer eingegangen werden). Je nach art des Netzwerks ist die Mailbox auch gestaltet. Einige Systeme bieten Menüs, andere erwarten eine Befehlseingabe, wieder andere brauchen spezielle Terminalprogramme um sie zu bedienen. Vom Prinzip aber ruft der Nutzer immer an der gleichen Stelle, am gleichen Rechner an. Dieser Rechner ermöglicht dann dem Nutzer (engl.: User) den Datenaustausch mit anderen Rechnern aus dem Netzwerk. Was für Daten das sind, hängt auch wieder vom Netzwerk ab. Bei anderen Netzwerken können Dateien, etwa Programme, aus entfernten Rechnern (Server genannt) auf den Heim -PC kopiert werden. Wohlgemerkt, der Nutzer ruft nur bei einem Rechner an (möglichst zum Ortstarif)!
In allen Netzwerken können Nachrichten bzw. Mitteilungen an Benutzer anderer Rechner geschickt werden.
Eine Nachricht besteht aus einem Empfänger und einem Absender, außerdem noch eine "Subject-Line" (engl.: Betreff-Zeile), die eine Art Überschrift oder Themazusammenfassung der Nachricht ist.
Absender : Alexandros Gougousoudis @ (Krypta.UUCP, Berlin)
Empfaenger : Kai Schaeffer @ (Krypta.UUCP, Berlin)
Betreff : Kino heute abend
Datum : Do 25.05.95, 21:20
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Hallo Kai,
Du meintest am 25.05.95 um 20:28 zum Thema "Kino heute abend":
> Kommst Du heute mit ins Kino?
> Wir wollen uns den neuen Film ansehen...
Ne geht nicht, muß am Buch schreiben !-)
Komm zum Griechen
Mr. Dros
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Alexandros Gougousoudis´ Signature
FidoNet: 2:2410/208.1
InterNet: ag@krypta.aball.de
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Listing 3.1: Eine Beispielnachricht
Zum Schreiben der Nachrichten wird meist ein Mail-Editor (ein Schreibprogramm) benutzt. Der Absender wird automatisch erzeugt, doch der Anwender muß Adresse und Betreff einfügen.
Private Nachrichten gehen von einem Punkt zu einem anderen, sie können nicht von Dritten gelesen werden.
Allerdings sollten nicht zu persönliche Daten übermittelt werden, da auch persönliche Nachrichten ausgespäht werden können!
Wer also z. B. einen Cousin in Canada hat, kann ihm aus Hamburg einen elektronischen Brief schreiben (eine Mail) oder welche empfangen. Die Bedingung ist aber, daß die elektronische Adresse seines Briefkastens bekannt ist. Es spielt sehr oft nicht mal eine Rolle, in welchem Netzwerk der Empfänger sich befindet.
Eine Antwort auf eine empfangene Nachricht wird als Reply (engl.: Antwort) bezeichnet. Bei einem Reply kann die vorhergehende Nachricht zitiert (Quote) werden (s. Listing 3.1). Teile der Nachricht die empfangen wurde, werden an jedem Zeilenanfang mit einem ">"-Zeichen versehen. Der Empfänger des Replies (also der Schreiber der Ursprungsmail) weiß dann besser worüber geschrieben wird. Unübersichtlich wird es nur, wenn ein Quote auf einen Quote, auf einen Quote folgt. Zitate sollten aber kurz und prägnant gehalten werden!
An das Ende einer Nachricht wird gerne noch eine vom Anwender frei definierbare Datei gehängt. Diese Datei, die Signature genannt wird, enthält zusätzlich Daten über den Autor der Nachricht, wie Adresse Faxnummer und ähnliches. Die Signature sollte die Länge von vier Zeilen nicht überschreiten.
Wir die gleiche Mail an mehrere Empfänger gesendet, spricht man von einer Carbon-Copy (engl.: Blaupause), kurz CC genannt. Dies ist z. B. nützlich, wenn viele Leute von einem Ereignis erfahren sollen (z. B. der Ort eines Treffens).
Wird eine empfangene Nachricht an einen anderen Rezipienten weitergeleitet, ist dies ein Forward (eine Weiterleitung). Forwards werden z. B. benutzt, um eine Information auch jemand anderem interessierten zusenden zu können.
Werden sehr viele (ab ca. 30) Nachrichten gleichen Inhalts in das Netz gegeben, wird von einem Bombing Run gesprochen. Da jede Nachricht von den Systemen die an der Weiterleitung beteiligt sind, einzeln bearbeitet werden müssen, stellen sie eine große Belastung für so manches Netz dar. Deswegen sind Bombing Runs streng verpönt und können zum Netzausschluß (der Excommunication) des Verursachers führen.
Wie auch schon in Kapitel 2 erwähnt, gibt es noch die Möglichkeit des Schreibens von öffentlichen Nachrichten. Kurz wiederholt, werden öffentliche Nachrichten (genannt Artikel) in sogenannten Brettern geschrieben. Jedes Brett hat einen Hauptthema (Topic genannt), z. B. Autos, Reisen, etc. Die Nachrichten die in diesem Brett geschrieben werden, sollten sich ungefähr an dem Hauptthema ausrichten. Jeder Nutzer der sich ebenfalls für ein bestimmtes Thema interessiert, wählt sich dieses Brett aus und liest die darin enthaltenen Nachrichten. Jeder Nutzer der in ein Brett schreibt, wird von anderen Nutzern, die dieses Brett abonniert haben, gelesen. Je nach Art und Verbreitung des Brettes können dies ein paar Millionen Personen sein (oder auch nur ein paar einzelne Figuren).
Wenn in einem Brett eine Diskussion im Gange ist, ist es teilweise nicht so einfach den Nachrichten chronologisch zu folgen. Es bleibt also unklar welche Nachricht auf welche folgte. Zu diesem Zwecke bietet die meiste Mail-Software eine Funktion an, die sich Bezugsverkettung (engl.: Reply-Chain) nennt. Mit den Funktionstasten lassen sich dann alle Nachrichten eines Threads verfolgen. Einen Thread bilden mehrere Nachrichten des gleichen Betreffs (engl.: Subjects).
Bei einigen Brettern gibt es vom Thema her Überschneidungen, so daß nicht unbedingt klar ist, welches Brett am besten zur Frage paßt. Beispielsweise sucht jemand nach einem Windowstreiber für einen Laserdrucker. Schreibt er die Anfrage nun in ein Windows-Brett, oder lieber in ein Drucker-Brett? Die Antwort, es geht beides. Die meisten Programme erlauben, daß die eigene Nachricht in mehreren Bretter erscheint. Diese Verfahrensweise nennt sich Crossposting ("Querveröffentlichung").
Die Netze sind oft sehr groß und dementsprechend vielfältig ist das Angebot an Sprachen. Es gibt auch sehr viele deutsche Bretter. Allerdings ist Englisch nach wie vor Verkehrssprache Nummer eins! Wer mit der weiten Welt Verbindung aufnehmen will, sollte sein Englisch auffrischen. Die englische Sprache ist das Bindeglied zwischen allen Netzteilnehmern. Wer sich nur auf seinen nationalen Teil beschränkt, wird nie die wirkliche Vielfalt der Netze erleben können. Allerdings muß Englisch nicht perfekt beherrscht werden. Alle Netzteilnehmer sind sehr um Verständnis bemüht, man muß sich nur trauen zu schreiben. Niemand macht sich durch Fehler lächerlich!
Der Autor dieses Buches war früher in der Schule, in Englisch, nie eine Leuchte. :-) Erst durch die Netze haben sich seine Sprachkenntnisse im Englischen stark verbessert. Heute macht es kaum einen Unterschied welche Sprache er benutzt.
Nutzen auch Sie die Chance, durch die Netze zu lernen! Learning by doing, wie der Amerikaner sagt...
Wie auch schon in Kap. 2 ausführlich beschrieben, gelten beim Schreiben von Nachrichten in den Netzen gewissen Regeln. Der Autor einer Nachricht sollte nie vergessen, daß am anderen Ende der Leitung auch immer ein Mensch sitzt! Außer durch Konsequenzen (z. B. Netzausschluß) durch einige Funktionsträger in den Netzen, reagieren auch viele andere Nutzer auf ein Fehlverhalten. Im Extremfall mit hunderten von privaten Nachrichten an den Verursacher. Netzteilnehmer, die öfter negativ auffallen, werden als Twit bezeichnet. Wer die allgemeinen Regeln der Höflichkeit achtet, wird in den Netzen aber auch nicht so schnell anecken!
Eine Faustregel sollte beherzigt werden:
Schreibe keine Nachricht, die Du nicht selber gerne lesen würdest!
In der deutschen Sprache ergibt sich das Problem der Anrede in Nachrichten. Im Laufe der Jahre hat sich das persönliche "Du" eingebürgert, selbst wenn an wildfremde Personen geschrieben wird. Die meisten Teilnehmer des Netzes würden sich sogar sehr wundern, wenn sie auf einmal "gesiezt" werden würden.
Natürlich gibt es auch da Ausnahmen, z. B. beim Chef oder Professor oder anderen Personen von denen man abhängig ist...:-)
In den Netzen tummeln sich viele tausend Menschen. Jeder ist mehr oder weniger ein Individualist. Kommt ein neuer Nutzer hinzu, werden ihm zwei Arten von Usern besonders auffallen. Die Netsherrifs, die beim kleinsten Fehler sofort anfangen zu mäkeln und die Guardian Angels (engl.: Schutzengel), die auf alle Fragen eines Neulings bis ins kleinste Detail Auskunft geben und ihn belehren (wollen). Beide Arten von Usern sind oft Netz-Dinosaurier (also lange dabei), sie haben schon alles gemacht und alles gesehen und im übrigen gehen ihnen alle Neulinge auf den Keks (zumindest den Netsherrifs). Der neue Nutzer sollte sich von beiden Arten nicht einschüchtern lassen. Netsherrifs haben im Netz nicht mehr Kompetenzen als andere auch, harsche Töne sollten mit Sarkasmus beantwortet werden. Wer einen Guardian Angel trifft, sollte die Chance zur Information nutzten, wenn er die Netzhistorie von der Schöpfung an erklärt haben möchte. :-) Zuguterletzt gibt es noch die Net-Idiots, eine Erklärung erübrigt sich...
In den Netzen schreiben zu 99% Privatleute. Niemand in den Netzen ist gezwungen, Informationen zu geben oder zu schreiben. Ein Netzteilnehmer hat keinerlei Pflicht, auf eine Anfrage zu antworten. Wer sich mit Fragen an die Netzgemeinde wendet, sollte immer auf einen freundlichen Ton achten und ihm wird gerne geholfen werden. Aggressivität, Arroganz oder eine Anspruchshaltung geben dem Verfasser, vor einem großen Publikum, der Lächerlichkeit preis.
Es gilt als sehr grobe Unhöflichkeit, private Nachrichten, ohne Einverständnis des Verfassers, in ein öffentliches Forum weiterzuleiten. Es sei denn, der Verfasser teilt dem Empfänger mit, daß es ihm nichts ausmacht, seine private Nachricht einem größeren Publikum mitzuteilen.
Öffentliche Nachrichten, sollten nicht aus ihrem Zusammenhang gerissen, in anderen Foren verteilt werden. Es sei denn, jedem unbeteiligten Leser, wird der Sinn der Nachricht ohne weiteres Vorwissen deutlich.
Es gibt, zur Verwirrung der Anwender, nicht nur ein Computernetz. Es existieren derer sehr viele. Einige sind nur national, andere haben eine internationale Verbreitung. Die größten Netze werden nun, mit Ihren Stärken und Schwächen, einer kurzen Entstehungsgeschichte und ihrem technischem Aufbau vorgestellt. Einige Netze bieten nur sogenannte Offline-Dienste, d. h. der Anwender muß nur kurz bei seinem Server anrufen und kann den Rest seiner Arbeit erledigen, wenn er nicht mehr verbunden ist. Online-Dienste dagegen erfordern es, daß der Anwender die Zeit die er in den Netzen verbringt, mit seinem Server verbunden bleibt. Was dies im einzelnen bedeutet, wird später erklärt.
Abb 3.1: Die Verbreitung von Computernetzen.
Einige Netzwerke arbeiten gewinnorientiert, andere Netzwerke laufen nur auf Hobbybasis. In nicht-komerziellen Netzen sind z. B. Werbung für kommerzielle Produkte oder Dienstleistungen nicht nur verpönt, sondern auch regelrecht verboten. Wird gegen dieses Verbot mehrmals verstoßen, droht der Verlust des Netzzugangs.
Um genau zu verstehen, was ein Offline-Netz ist, sollte erst einmal ein Online-Netz erklärt werden. Um ein Online-Netz zu bedienen, muß der Anwender ständig mit seinem Server verbunden sein (also Online sein). Er sendet Kommandos an die Mailbox und erwartet die Ausführung auf seinem Bildschirm. Das bedeutet, daß die Mailbox bzw. Server die Daten sofort zu dem Anwender schickt. Wenn z. B. eine Datei von der Mailbox kopiert werden soll (Slang: "gesaugt"), empfängt der Anwender die Daten auch sofort, denn er will die Datei ja gleich haben.
Wenn der Nutzer Nachrichten lesen möchte, die an ihn adressiert sind, gibt er die entsprechenden Kommandos und die Mailbox zeigt ihm die entsprechenden Mails auf dem Schirm an. Wenn nun die Nachricht gelesen wird, hat das Modem ja eigentlich nichts zu tun. Der Anwender liest die Zeilen auf dem Monitor. Das Modem bekommt erst wieder etwas zu tun, wenn eine neue Nachricht angezeigt werden soll. Genau das gleiche trifft zu, wenn Nachrichten aus einem Brett gelesen werden sollen. Bei großen Brettern mit ein paar dutzend Artikeln kann das durcharbeiten Stunden dauern. Zwischen den einzelnen Artikeln hat zumindest das Modem eine Totzeit. Aber trotzdem es nichts zu tun hat, bleibt es mit dem Server verbunden und verursacht Kosten!
Wäre es nicht viel schöner, wenn der Server die entsprechenden persönlichen und öffentlichen Nachrichten für den Nutzer zu einer Datei zusammenkopiert und diese "in einem Rutsch" übertragen wird? Der Anwender kann, nachdem die Datei innerhalb von wenigen Minuten übertragen wurde, die Nachrichten auf seinem Heim-PC lesen und beantworten. Ganz ohne mit der Mailbox verbunden zu sein, also Offline! Mit einer speziellen Software (auch auf der CD-ROM) lassen sich die Nachrichten automatisch übertragen und anschließend bearbeiten. Beim nächsten Anruf zum Server, werden die eigenen Antworten zum Server übertragen und neue Nachrichten (die bis dahin angefallen sind) wieder auf den eigenen Rechner geholt. Das Modem überträgt nur die entsprechenden Dateien und legt dann wieder auf. Die Gebührenersparnis ist enorm, statt einer Stunde Online in der Mailbox, nur noch drei Minuten.
Das Offlineprinzip ist für alle jene interessant, die ständig viele Bretter lesen wollen und regelmäßig am Netzgeschehen teilnehmen. Das Offlineprinzip gilt aber oft nur für den Empfang und das Versenden von Nachrichten. Der Nutzer teilt dem Server mit, welche Bretter er lesen möchte. Der Server sammelt dann alle Nachrichten in den gewählten Brettern und schreibt sie in eine Datei die der Nutzer dann abholt. Diese Verfahrensweise wird Store-and-Forward Prinzip genannt (engl.: speichern und weiterleiten).
Einige Leistungen der Netze sind, technisch bedingt, nur Online verfügbar. Deshalb werden sie Online-Dienste genannt. Dazu zählt z. B. das in der Presse viel zitierte WWW oder Datenbankrecherchen. Das Lesen und Schreiben von privaten und öffentlichen Nachrichten wird z. B. dagegen sehr oft als Offline-Dienst angeboten.
Die meisten Netze unterstützen Online -und Offline Dienste, lassen sich also auf beide Weisen benutzen.
Wie schon geschrieben, besteht der Sinn eines Netzwerkes darin, Informationen schnell von einem Punkt zu einem anderen Punkt zu bringen. Ein Nutzer möchte z. B. aus der Mailbox A einem Nutzer der Mailbox E eine Nachricht schicken (s. Abb 3.2). Die Buchstaben stehen jetzt für die Adressen der Mailboxen. Die Mailbox A kann bei Mailbox F direkt anrufen und die Nachricht absetzen. Das wäre aber auf die Dauer sehr teuer (wenn die Mailbox F im Ausland ist). Bei mehreren hundert Nutzern würden selbst bei Inlandsgebühren die Telefonkosten der Mailboxen schnell steigen. Um dies zu vermeiden gibt es das sogenannte Routing. Eine Nachricht geht eine bestimmte Route, um an ihr Ziel zu kommen. In unserem Beispiel von Mailbox A zu C dann zu D, bis sie schließlich bei F angelangt ist. Mailbox A sendet also immer alle Nachrichten zu Mailbox C, die sendet sie immer zu D usw. Unter den Mailboxen gibt es eine Hierarchie, eine Art Baum. Die Route der Nachricht wäre also in diesem Fall: ACDF.

Abb 3.2: Das Routing von Daten
Damit Nachrichten von einem Punkt zu einem anderen Punkt kommt, müssen sie den entsprechenden Verbindungen des Baumes folgen. Die entsprechenden Knotenpunkte in den Bäumen verteilen die Nachrichten nach ihrem Ziel dann weiter. Wenn ein Nutzer der Mailbox A der Mailbox B schreiben möchte, sendet A die Nachricht zu C. Die Mailbox C "weiß" aber, daß die Nachrichten zu B und nicht zu D gehen kann, da B direkt an C hängt. Also sendet es die Daten dann zu B. Die Route ist dann ACB. Ein Nutzer der Mailbox E möchte einem Nutzer der Mailbox H schreiben. Die Weg heißt also EDFH. Dies wird im übrigen auch Routing-Pfad (engl.: Path) genannt. Knotenpunkte die über dem eigenen, im gleichen Baum liegen, heißen Uplinks. Liegen Knotenpunkte unterhalb des eigenen Knotens, sind dies Downlinks. Nach Abb. 3.2 sind A und B Downlinks von C. C ist der Downlink von D. Es könnte auch gesagt werden, D ist der Uplink von C. Allerdings ist z. B. G kein Downlink von C, sondern von F! G hat schließlich keine direkte Verbindung zu C.
Rechner können nur Downlinks oder Uplinks von Rechnern sein, mit denen sie eine direkte Verbindung haben.
In der Realität sind diese Bäume sehr tief geschachtelt. Das Routing ist also mitunter sehr kompliziert. Der Benutzer muß sich aber darum keine Gedanken machen, jeder Knotenpunkt "weiß" alleine wer sein nächster "Vorgesetzter" ist und welche Systeme eine direkte Verbindung zu ihm haben.
Das FidoNet ist das größte Hobbynetzwerk weltweit. Hobbynetzwerk heißt, daß die Betreiber der einzelnen Systeme nicht für ihre Leistungen bezahlt werden. Das Netz dient nur nicht-komerziellen Interessen. Im FidoNet befinden sich weltweit ca. 37 000 Systeme, davon allein in Europa ca. 15 000. Doch das FidoNet war nicht immer so groß.
Weil der Zugang zum FidoNet recht einfach und billig zu haben ist, können selbst in Osteuropa, Asien, Südamerika oder Afrika FidoNet-Systeme angetroffen werden. Lange bevor diese Regionen durch InterNet erschlossen werden.
Einen Zugang zum FidoNet finden Sie bei jeder FidoNet-Box. Da FidoNet in Deutschland sehr verbreitet ist, werden Sie sicher eine Mailbox in Ihrem Ortstarifbereich finden (Eine Liste ist auf der CD-ROM enthalten). Mit jedem Rechner, kann das FidoNet genutzt werden. Auf der Festplatte sollten 7 MByte bis 10 MByte an freiem Speicher zur Verfügung stehen. Die meisten FidoNet-Systeme unterstützen eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 14.400 Bit/s, viele inzwischen auch 28.800 Bit/s. In den meisten Städten sind auch ISDN Möglichkeiten gegeben.
Die Kosten für einen Zugang liegen zwischen DM 0,00 bis DM 10,00 pro Monat pauschal. Billig muß nicht gleich schlecht sein, doch die mittleren Preise für einen Zugang liegen bei DM 5,00 pro Monat, zuzüglich den Telefongebühren.
Das FidoNet ist das älteste Hobbynetzwerk der Welt. In San Francisco hatte es ein Apple Systemprogrammierer satt, ständig Ferngespräche mit einem Freund in Baltimore zu führen. Durch diese und andere Umstände, entwickelte der Programmierer Tom Jennings eine Software die fähig war, persönliche Textnachrichten (Mail) aufzunehmen und an seinen Freund John Madill in Baltimore zu senden. Das System rief direkt bei dem Computer von John an und lieferte die Nachrichten die Tom geschrieben hatte ab. Durch diese ersten Versuche entstand im Mai 1984 das FidoNet. Den Namen bekam das Netz, von Toms Hund.

Abb 3.3: Der Fido-Hund, das Logo des Netzes
Bereits einige Monate später war das Netz auf ein paar Dutzend Server (Im Fido "Nodes" genannt) angewachsen, die sich schon quer über die USA verteilt hatten. Doch noch immer mußte jedes System bei dem System anrufen, an das es eine Mail schicken wollte. Mit der stark steigenden Anzahl von Nodes (Fido-Systeme), verloren sich die Mitglieder aus den Augen. Ab einer gewissen Menge von Leuten, können sich nicht mehr alle kennen. Damit nicht alle Systeme angerufen werden mußten, wurde das Routing im FidoNet eingeführt. Damit das Routing funktionierte, wurde später eine Hierarchie unter den Systemen geschaffen (s. Abb 3.4).
Zur Erinnerung, im FidoNet gab es zu Anfang nur private Nachrichten. Sollten mehrere Leute die gleiche Nachricht erhalten, mußte sie zeitaufwendig dupliziert werden. 1985 wurde erst auf eine Idee von Jeff Rush, das Prinzip der Bretter im FidoNet installiert. Als Organ des FidoNets gilt seit damals die FidoNews (o. FNews). Eine elektronische Zeitung, (in englisch) die jeden Monat, über so ziemlich alles aus der Netzwelt berichtet. :-)
Um die Verwaltung aller Systeme doch noch zu bewerkstelligen, wurde eine Liste geschaffen in der alle aktiven Nodes enthalten ("gelisted") sein mußten. Die Liste wurde von einem Team in St.Louis ständig auf dem neuesten Stand gehalten. Diese Liste existiert auch heute noch, unter dem Namen "Nodelist". Allerdings ist das FidoNet heute zu groß um es von einer zentralen Stelle aus zu verwalten. Die Nodeliste wird inzwischen völlig dezentral organisiert.
Im Oktober 1985 kam FidoNet über Aachen bereits nach Deutschland. Im Verlauf der Jahre haben sich in allen Regionen Europas Fido-Systeme gebildet und alljährlich gibt es Treffen (sogenannte Fido- Conventions) von FidoNet Systembetreibern. Auf den Cons lassen sich manchmal die "alte Hasen" durch das Tragen von Spiegelsonnenbrillen (Mirror-Shades) und Schaumstoff Baseballschlägern erkennen. :-)
Die Entstehung und Entwicklung des FidoNets lief nicht immer ohne Probleme ab. In einigen Ländern (auch in Deutschland) gab es immer wieder Streit in den Netzen, so daß sich das Netz öfter mal in verschiedene Interessengruppen gespalten hat. Durch die vielen Streitereien (engl.: Flamewar) hat Fido den Beinamen "Fight ´O Net" (ein engl. Wortspiel, wo Fido in Fight, engl. für Kämpfen, umgewandelt wurde) bekommen. Doch nach einer Weile haben sich bislang immer wieder alle Teilnehmer "zusammengerauft", um gemeinsam ihrem faszinierenden Hobby nachzugehen.
Heute sind in Deutschland knapp 6000 Systeme, Nodes im FidoNet. An jedem Node sind dann noch Subsysteme und normale Anwender angeschlossen. Die geschätzte Teilnehmerzahl im FidoNet liegt damit bei ca. 5 bis 6 Millionen Menschen weltweit.
Das Grundgerüst im FidoNet bilden die Nodes (engl.: Knoten) genannten Server. Über einen Node kann der Nutzer Anschluß zum FidoNet finden. Der Betreiber eines Nodes hat auf seinem System eine spezielle Software installiert, die den automatischen Nachrichtenaustausch mit anderen FidoNet Systemen ermöglicht, diese Software wird Mailer genannt.
Nodes müssen in der Nacht zu einer bestimmten Zeit erreichbar sein, der ZoneMailHour (kurz ZMH genannt). Das ist die Zeit wo alle FidoNet-Systeme wichtige Nachrichten an andere FidoNet Systeme schicken. Damit die Nachrichten auch ankommen, müssen die entsprechenden Empfänger die Anrufe auch entgegen nehmen können.
Um die Mailer-Software eines Nodes bedienen zu können, wird auf Anwenderseite ein spezielles Programm gebraucht. Damit auch der Anwender ohne Spezialprogramm mit FidoNet Systemen Daten austauschen kann, haben viele Nodes noch eine Mailbox installiert. Die Mailbox, über die der Nutzer Nachrichten gleich auf welche Art (Online / Offline) austauscht, wird der BOSS-Node genannt. Diese Mailbox ist die Schnittstelle zum FidoNet. Über diese Mailbox lassen sich ohne Spezialprogramm Nachrichten schreiben und empfangen, oder auch Dateien übertragen. Wie Sie Nachrichten in einer Mailbox schreiben, oder Dateien übertragen, entnehmen Sie bitte dem Kapitel 2.
Wie in allen Netzen gibt es auch im FidoNet die Möglichkeit, private oder öffentliche Nachrichten zu schreiben. Allerdings ist bei fast jedem Netz das Vokabular (engl.: Glossary) für die gleichen Dienste etwas unterschiedlich.
Im FidoNet nennen sich private Nachrichten, also von einer bestimmten Person an eine bestimmte Person, NetMails. Wird die gleiche NetMail an verschiedene Empfänger gesendet, nennt sich die Carbon-Copy (engl.: Blaupause), kurz CC. In einigen FidoNet Systemen, deren Betreiber (Sysops) schon sehr lange dabei sind, werden NetMails auch noch Matrix-Mails genannt. Der Begriff Matrix-Mails kommt wohl aus der CyberSpace Kultur und bedeutet, das die Nachricht über die Matrix von dutzenden Systemen zum Zielort befördert wird.
Private Nachrichten werden normalerweise von einem System zum nächsten befördert, also geroutet. Allerdings ist diese Methode nicht immer sehr zuverlässig, weil Nachrichten aus irgendeinem Grunde verschwinden können, oder die am Routing beteiligten Systeme mitlesen können. Daher hat der Nutzer die Möglichkeit, seine Nachricht direkt an das Zielsystem zu schicken. Das eigene System ruft dabei das fremde System an und übermittelt die Mail. Der ganze Zwischenweg entfällt dabei. Diese Übermittlungsart wird CrashMail genannt.
Um einem System eine CrashMail schicken zu können, muß sichergestellt sein, das der Node auch bereit ist diese entgegenzunehmen. Der Node muß also Online sein. Ist der Rechner 24 Stunden am Tag erreichbar, heißt er im FidoNet CM-fähig (CM von Continious Mail). Da nicht alle FidoNet Systeme den ganzen Tag Online sind, sind demnach auch nicht alle CM-fähig. Wie der Anwender herausbekommt, ob ein System CM-fähig ist, wird später erklärt. Ist ein Node nicht CM-fähig, können ihm trotzdem CrashMails geschickt werden, wenn bekannt ist, wann dieser Online ist.
Die öffentlichen Bretter werden Echos genannt und die Nachrichten darin sind EchoMails. Der Name eines Echos, der ungefähr Aufschluß über das Thema gibt, wird als EchoTag (sprich: Echo-täk) bezeichnet. Synonym zum Begriff Echo, wird im FidoNet auch der Begriff Area benutzt. Eine Liste aller FidoNet Echos ist im Anhang mit beigefügt.
Das FidoNet ist international, deswegen gibt es Bretter in vielen Sprachen. Die deutschen Echos sind daran zu erkennen, das sie alle auf ".GER" enden, also z. B. "MEDIZIN.GER". Österreichische Bretter enden alle auf ".AUS", auch hier ist die Sprache deutsch. Bei Brettern ohne Endung, wird meistens englisch geschrieben. Der Nutzer sollte sich auch daran halten, weil es Leser aus anderen Nationen gibt, die sich vielleicht dadurch gestört fühlen könnten.
Im FidoNet können Nachrichten vom Ersteller bis zum Zielort mehrere Tage unterwegs sein. Innerhalb Deutschlands sind drei bis vier Tage die Regel. Internationale Verbindungen können teilweise Wochen dauern. Mit der Verbreitung einer Nachricht als EchoMail ist es ähnlich. Bis die eigene Nachricht bei allen angeschlossenen Systemen zu lesen ist, kann in Deutschland bis zu einer Woche vergehen. Die Antwort braucht dann auch noch ihre Zeit. Angemerkt sei, das FidoNet nachwievor ein Hobbynetzwerk ist!
Das FidoNet ist in erster Linie dezentral organisiert. Das bedeutet, daß es keine zentrale Stelle oder Organisation gibt, die das FidoNet verwaltet. Der Aufwand für diese Mengen an Mitgliedern wäre auch viel zu groß. Daher wurde das FidoNet in verschiedene geographische Regionen geteilt. In diesen Regionen haben dann, teils gewählte, teils bestimmte Leute Verwaltungsfunktionen übernommen. Auch diese Verwaltungspositionen gliedern sich in verschiedene Bereiche. Doch zuerst soll die geographische Gliederung des FidoNets vorgestellt werden.
Das FidoNet ist in sechs Zonen unterteilt. Jede Zone entspricht einem Kontinent oder Subkontinent.
Zone Kontinent
1 Nordamerika
2 Europa
3 Australien und Ozeanien
4 Südamerika
5 Afrika
6 Asien
Tab 3.1: Die verschiedenen Zonen vom FidoNet
Jede Zone besteht dann wieder aus verschiedenen Regionen. Eine Region ist oft gleichbedeutend mit einem Land.
Region Land
20 Schweden
21 Norwegen
22 Finnland
23 Dänemark
24 Deutschland
25 Großbritannien
26 Irland
27 Luxemburg
28 Niederlande
29 Belgien
30 Schweiz
31 Österreich
32 Frankreich
33 Italien
34 Spanien
35 Bulgarien
36 Portugal
37 Ungarn
38 AdriaNet
39 Island
40 Israel
41 Griechenland
42 CSFR
43 Türkei
46 Ukraine
47 Litauen
48 Polen
49 Estland
50 Rußland
Tab 3.2: Die Regionen in Europa
In dieser Region gibt es dann verschiedene Netze, die teilweise mit Städten, Landkreisen oder Interessengemeinschaften identisch sind.
Einen Stolperstein gibt es aber noch, die Ziffern der Region und die des Netzes darin, werden zu einer Zahl zusammengefaßt und ebenfalls auch als Netz bezeichnet (s. Abb 3.4).
In diesen Netzen befinden sich dann die eigentlichen Nodes, also die Systeme die der Anwender anruft, um ins FidoNet zu gelangen. Diese Anwender können dann User oder Points eines Nodes sein.
Die letzte Ziffer ist die Pointnummer. Ein Point ist ein Spezialprogramm beim Anwender, das es ihm erlaubt schnell, preisgünstig und übersichtlich die Nachrichten aus dem FidoNet Offline zu bearbeiten (dazu später mehr).

Abb 3.4: Die FidoNet Adresse des Autors in Berlin
Aus diesen Daten gründet sich dann die FidoNet Adresse, die jeden Benutzer des FidoNets weltweit einmalig und erreichbar macht:
Dies Adresse ist sehr logisch aufgebaut. Anhand der Adresse kann der Leser erkennen, woher ein Schreiber von einer Nachricht kommt. Da die FidoNet Adresse aus vier Teilen besteht, wird sie auch ab und an 4d-Adresse genannt. Die 3d-Adressen haben keine Pointnummer und geben damit nur den Node bzw. die Mailbox an. Wird bei einer 4d-Adresse für die Pointnummer eine Null eingesetzt, wird auch damit nur die Mailbox bezeichnet!
Wie schon erwähnt haben im FidoNet verschiedene Leute Verwaltungsposten übernommen. Sie sorgen dafür, daß neue Nodes aufgenommen werden, das der Nachrichtenfluß nicht behindert wird, die Disziplin im Netz gewahrt wird, etc. Diese Leute werden Koordinator genannt. Ihre Aufgaben werden von der FidoNet-Policy (das Fido Gesetzbuch) definiert. Jeder Nutzer des FidoNets sollte zumindest am Anfang mal einen Blick riskieren (die Policy ist auf der CD-ROM enthalten). Von die Koordinatoren (s. Abb. 3.5) gibt es eine ganze Menge. Jede Zone hat einen Zone-Coordinator (ZC), jede Region einen Region-Coordinator (RC) und jedes Netz hat seinen Net-Coordinator (NC). Über allem steht der International-Coordinator (IC). Jeder Koordinator wird meist von der nächst niedrigereren Schicht gewählt, was aber nicht zwingend erforderlich ist. Dem FidoNet wird deshalb oft auch seine "diktatorische" Struktur angelastet. Um die Bürokratie zu perfektionieren, hat jede Stufe noch einen EchoMail-Coordinator. Also einen ZEC (Zone EchoMail-Coordinator), einen REC und einen NEC, die sich nach der Echopol richten (EchoMail Gesetze). Diese sorgen z. B. dafür, daß Bretter in Netzen verfügbar sind, neue Bretter im Netz angemeldet werden etc. Die ganze Coordinator-Riege wird von Fidousern gerne auch lapidar als die "*Cs" bezeichnet. Die letzte Stufe im Netz ist der Node. User oder Points von Nodes zählen theoretisch nicht zum Netz und haben bei netzinternen Entscheidungen kein Mitspracherecht!
Ärgert sich ein Betreiber sehr über einen anderen Netzteilnehmer und dieser reagiert oder bessert sich nicht, besteht die Möglichkeit einen Beschwerdebrief zu schreiben. Einen sogenannten Complaint (engl.: sich beschweren). Dieser Complaint muß einer bestimmten Form genügen, die auch durch die Policy definiert wird. Außerdem muß er in Englisch abgefaßt sein. Ein entsprechender *C muß dann darüber entscheiden, ob die Vorwürfe gegen einen bestimmten Node wahr sind oder nicht. Entsprechen sie der Wahrheit, droht dem Betreffenden der Netzausschluß.
Ein Complaint kann aber nur von einem Netzteilnehmer gegen einen anderen Netzteilnehmer geschrieben werden. Das bedeutet, nur ein Node kann ein Complaint schreiben. User und Points haben diese Möglichkeit nicht! Fallen User und Points zu stark aus der Rolle (wie auch immer das definiert werden mag), können sie ohne "Verhandlung" ausgeschlossen werden.
Das Routing im FidoNet läuft teils streng hierarchisch ab, teils wie "Kraut und Rüben". Neben den *Cs im FidoNet gibt es noch andere Funktionen im Netz. Wie schon erwähnt, existieren in jeder Region mehrere Netzwerke. Der Host eines Netzes stellt gewissermaßen den Häuptling dar, er sammelt die NetMails von seinen Uplinks und gibt sie an die Downlinks weiter und umgekehrt. Der direkte Downlink eines Hosts ist der HUB (eng.: Nabe), dieser verteilt die NetMails und EchoMail an die Nodes. Die Nodes holen ihre Daten dann vom HUB ab, ihrem Uplink. Die Hosts bilden untereinander einen Ring, d. h. alle tauschen gegenseitig die Nachrichten aus, so daß jeder über die Nachrichten des anderen verfügt. Dieser Ring wird Backbone genannt. Von diesem Backbone gehen die Nachrichten dann wieder zu den Hubs und zu den Nodes (und damit den Usern).
Die Funktion des Hosts in einem Netz wird öfter von einem NC übernommen, was aber nicht zwingend notwendig ist.
Um die Verwirrung komplett zu machen, halten sich einige Nodes nicht an dieses Routingprinzip und holen ihren Nachrichten nicht immer bei ihrem zuständigen Host, sondern aus anderen Netzwerken. Wenn der Betreiber nicht aufpaßt, gibt er Nachrichten dann doppelt ins Netz. Die anderen Benutzer haben dann teilweise die gleichen Nachrichten mehrmals auf ihrem PC. Diese Dubletten nennen sich Dupes.
Eine wichtige Aufgabe des RECs ist das Einsetzen von Moderatoren. Moderatoren wachen in den Brettern darüber, das sich die geschriebenen Nachrichten, zumindest im Groben an dem Thema (dem Topic) des Brettes orientieren. Wenn ein Brett z. B. HIFI.GER heißt, sollte klar sein, das sich die Nachrichten nicht um Gartenmöbel drehen sollten. Darüber hinaus wacht der Moderator darüber, das Nachrichten persönlichen Inhaltes, also ohne informativen Nutzen für die Allgemeinheit, als NetMail geschrieben werden.
Der Anwender kann sich leicht darüber informieren, um was für ein Thema es sich bei dem Echo dreht. Einerseits ist eine grobe Abschätzung aus dem Namen möglich, andererseits können die Rules (engl.: Regeln) zu Rate gezogen werden. Die Rules werden von einem Moderator erstellt und beinhalten allerhand Regeln für das schreiben der Nachrichten. Dies betrifft in erster Linie z. B. das Thema, die verwendete Sprache oder sogar den verwendeten Zeichensatz. Die Rules werden vom Moderator meistens wöchentlich oder monatlich im Echo verbreitet (gepostet). Der Nutzer kann sich bei den meisten FidoNet Systemen die Rules aber auch selber aus der Mailbox runterladen.
Area : GOLF.GER
Topic : golfing.
Language : german, english
Moderator : Alexandros Gougousoudis, 2:2410/208.1
Rules : GOLF_G.RUL
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Stand: 29.09.1994
1. Gegenstand der Area:
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Dieses Echo soll dem Austausch von Informationen und Erfahrungen dienen, sowie der Diskussion ueber den Golfsport und seine Zusammenhaenge.
Weiterhin dient dieses Echo der Verbreitung dieses Sportes und dem abbauen von Vorurteilen.
On-Topic ist das grosse Golf sowie Minigolf. Keinesfalls der Wolfsburger Golf! :-)
*Und das Ganze wie immer in freundlichem Umgangston. Zur Gefuehlsausdrueckung gibt es ja diese Smilies :-)
*Bei Schreibfehlern und bei Greenhorns bitte stets Verstaendnis und Nachsicht ueben!
Willkommen sind also Beitraege, die uns Anhaenger dieser Sportart interessieren.
Beispiele:
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Umgang und Erfahrungen mit Golfschlaegern, Swing etc.
Erfahrungen und Erlebnisse auf Golfplaetzen rund um die Welt.
Austausch von Adressen von Golfplaetzen.
Tips und Tricks fuer alle Bereiche.
Juristische und auch Versicherungsfaelle etc.
Golfpartner (suche welche bzw. bin einer).
Veranstaltungshinweise (z.B. Messen, Vortraege, Filme, Kurse usw.).
Infos ueber Wettbewerbe.
Hinweise auf gute Pro-Shops
Sachdienliche Hinweise auf Software.
...
usw.
Angebote ueber den Kauf und Verkauf von Golfsportartikeln, sofern nicht kommerzieller Art, koennen per Netmail an den Moderator gerichtet werden. Der sich vor deren Veroeffentlichung eine Pruefung vorbehaelt. Dadurch soll eine Verletzung der Fido-Richtlinien von vornherein ausgeschlossen werden.
Unerwuenscht sind Beitraege, die durch ihren Inhalt, Zweck oder Stil geeignet sind, andere zu verletzen.
2. Moderation:
--------------
Die Moderation findet ausschliesslich durch den Moderator statt, eine Hilfsmoderation ist ausdruecklich unerwuenscht.
Moderiert wird grundsaetzlich per Netmail, Ausnahmen koennen bei allgemeinem Interesse gemacht werden.
Der Moderator kann Teilnehmer vom Bezug der Area ausschliessen, wenn sie gegen die Rules verstossen oder die Moderatorhinweise ignorieren.
3. Mails:
---------
*Sprache:
Im Echo wird die deutsche Sprache benutzt, Englisch wird geduldet.
*Zeichen:
Erlaubt sind die Zeichen der Codepage 437 und dort alle ASCII-Zeichen von dezimal 32 bis 126 (jeweils incl.). Also keine deutschen Umlaute und Sonderzeichen, ebenso keine Grafikzeichen ausserhalb 32-126. Entsprechendes gilt auch fuer Anwender von Nicht-IBM-kompatiblen Rechnersystemen.
=> Es gibt genuegend Software, die die Umlautkonvertierung automatisiert.
*Absender und Adressat:
Es sind nur reale Namen zulaessig (Pseudonyme sind untersagt).
*Subject:
Die Betreff-Zeile sollte einen Rueckschluss auf den Inhalt der Message erlauben.
Gegebenenfalls kann nach dem neuen Betreff noch ein Teil des urspruenglichen Betreffs wiederholt werden (z.B. "Subj.: Putten, war: Green").
*Quoting:
Das zitieren ist auf den Teil zu beschraenken, der zum Verstaendnis des Zusammenhangs notwendig ist. Alles Andere wie Grussformeln, Footer, Origins, SeenBys darf nicht mitgequotet werden. Statt laengerer Quotes sind kurze Zusammenfassungen zu verwenden. Ellenlange Quotes und dann ein "Das finde ich auch!" darunter verschwenden unnoetig unser aller Geld.
*Textlaenge:
Bitte stets daran denken, dass in der Kuerze die Wuerze liegt! Wer hat denn schon Lust, endloses Blabla zu lesen und dafuer noch zu bezahlen?
*Footer:
Auch hier gilt: alles Uebertriebene kostet Nerven und Geld.
*Originline:
Die Originzeile darf einschliesslich FidoNet-Adresse nicht laenger als 79 Zeichen sein.
*Replies:
Antworten auf Messages, die nicht von allgemeinem Interesse sind, haben per Netmail zu erfolgen. Metmail-Auszuege mit Allgemeininteresse duerfen jedoch gerne in das Echo eingebracht werden.
*Danksagungen:
Nicht notwendig, weil das Echo unnoetig belastend, ist es, sich im Echo fuer jeden erhaltenen Hinweis zu bedanken. Wenn aber Danksagungen, dann bitte per Netmail!
*Verantwortung:
Jeder Teilnehmer dieser Konferenz ist fuer seine Beitraege grundsaetzlich selbst verantwortlich, insbesondere fuer Konsequenzen rechtlicher Art.
### Vorrangig gelten jedoch die Fido-Richtlinien, ueber die ### sich jeder Teilnehmer zu informieren hat.
Verbesserungsvorschlaege bitte per Netmail!
*** So trocken sich dies alles anhoert -
aber es muss halt sein! :-) ***
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Alexandros Gougousoudis, 2:2410/208.1 (Mod.)
Listing 3.2: Beispiel einer Rule zum Echo GOLF.GER
Wenn der Moderator die Einstellung einer Diskussion fordert, oder die Verlagerung in die NetMail sollte dem Folge geleistet werden. Im allgemeinen werden die Leute die sich nicht an die Regeln halten zuerst per NetMail davon unterrichtet. Reagiert der Schreiber nicht darauf, wird die Ermahnung öffentlich im Echo wiederholt. In ganz hartnäckigen Fällen, kann der Moderator den Störenfried vom Bezug des Echos ausschließen!
Einige Echos verfügen weder über Rules noch über einen Moderator, hier ist die eigene Disziplin am stärksten gefordert. Allerdings arten viele dieser Echos in reine "Babbel-Bretter " aus, die kaum Informationen bieten.
Moderatoren gibt es auch in anderen Netzen. Im FidoNet werden die Moderatoren meistens von den Teilnehmern eines Echos gewählt. Die Wahl ist dann die Grundlage der Entscheidung des RECs, den Moderator für ein Echo anzuerkennen. Allerdings ist der REC nicht an die Entscheidung der Wähler gebunden.:-(
Abb 3.5: Die FidoNet Hierarchie
Im FidoNet gibt es ein Verzeichnis aller Systeme, das wöchentlich auf den neuesten Stand gebracht wird. Dieses Verzeichnis nennt sich Nodelist (Die Liste der Nodes) und ist nur FidoNet Mitgliedern zugänglich. In dieser Liste stehen die FidoNet Adresse, der Name des Betreibers, der Standort, die Telefonnummer, die maximale Übertragunsgeschwindigkeit und einige andere Informationen. Die Nodelist wird noch mit dem jeweiligen Jahrestag versehen, damit erkennbar ist, ob es sich um eine neue oder eine alte Liste handelt. Eine Liste mit dem Namen NODELIST.132 gibt an, daß die Nodelist vom 132ten Tag im Jahr ist. Die Zahl wird in 7er Schritten erhöht, also jede Woche einmal. Die Nodelist wird z. B. benutzt, wenn CrashMails versendet werden sollen oder wenn in einem bestimmten Land / Ort ein Ansprechpartner gesucht wird.
Die Nodelist wird jede Woche auf den neuesten Stand gebracht. Da die richtige Nodelist ca. 3.5 MB groß ist, wäre es sehr unsinnig die gesamte Nodelist jede Woche zu übertragen, nur weil sich ein paar Einträge geändert haben. Daher wird jede Woche nur eine Datei in den Netzen verbreitet, die nur die Änderungen zur letzten Nodelist enthält. Diese Differenzdatei wird Nodediff genannt. Auch hier wird der aktuelle Wochentag mit eingefügt, zusätzlich ist die Nodediff noch mit dem ARC Programm komprimiert. Eine Nodediff Datei heißt z. B. NODEDIFF.A39. Mit Hilfe eines Spezialprogrammes, dem Nodelisten-Compiler, wird die Liste erneuert und in das eigene System eingebaut.
In der Nodelist gibt es verschiedene Schlüsselwörter, aus der die komplette Adresse abgeleitet werden kann.
Zone,2,Europe_&_more,Belgium,Vorname_Nachname,32-3-548xxxx,9600,CM,XX,ZYX,U,K12
;
;
Region,24,Germany,GER,Vorname_Nachname,49-6772-xxxx,9600,H16,V34,V32T,VFC,CM,XX,MO
;
;
Host,2410,FidoNet-Berlin,Berlin,Vorname_Nachname,49-30-742xxxx,9600,V32B,V42B,XA,CM
;
Hub,200,Null_Device,Berlin,Vorname_Nachname,49-30-742xxxx,9600,V32B,V42B,XA,CM
;
;
,208,Krypta.UUCP,Berlin,Alexandros_Gougousoudis,49-30-8175954,9600,ZYX,XA,CM
;
,228,Krypta.UUCP_II_ISDN,Berlin,Alexandros_Gougousoudis,49-30-84709059,300,XA,MO,CM,ISDNC
;
,258,Krypta.UUCP_III,Berlin,Alexandros_Gougousoudis,49-30-84709061,9600,XA,MO,CM,V32B,V42B,V34,VFC
Listing 3.3: Ein Auszug aus der Mailbox
Wer normalerweise die Nodeliste nach einem geeigneten Ansprechpartner in einem anderen Land absucht, lädt die Liste in einen Editor und schaut sich um. Hat er jemanden gefunden, muß aus einer Zeile wie die letzte in Listing 3.3 eine Adresse gebildet werden. Die Zeile beinhaltet:
q
Die Nodenummer. Steht ein "Down"-Schlüsselwort vor dieser Nummer, ist die Mailbox zur Zeit nicht erreichbar.q
Den Systemnamenq
Den Standort des Systemsq
Den Namen des Betreibersq
Die internationale Telefonnummerq
Die maximale Übertragungsgeschwindigkeit. In der Nodelist ist sie aus historischen Gründen auf 9600 Bit/s beschränkt, obwohl die meisten Systeme natürlich schneller sind.q
Flags. CM=Continious Mail, MO=Mail Only (keine Mailbox) und die verschiedenen Übertragunsstandards die das Modem des Systems beherrscht.Doch nur die Nodenummer ergibt noch keine vollständige Adresse, also schaut man immer weiter nach oben, bis das "Host"-Schlüsselwort auftaucht. Die erste Zahl hinter diesem Schlüsselwort ist das Netz. Nun wird soweit nach oben gegangen, bis das erste "Zone"-Schlüsselwort auftaucht, die erste Zahl dahinter ist die Zone. Die Adresse wird nach Abb 3.4 gebildet, also: Zone:Netz/Node. Nun kann eine NetMail an diese Adresse geschrieben werden. Der Name wird ebenfalls aus der Nodelist entnommen, ist aber nur Zweitrangig, da FidoNet beim Routen nur auf die Adresse guckt und den Namen nicht beachtet. Wer den Namen eines Empfängers nicht kennt, sondern nur seine Adresse, braucht sich keine Gedanken machen, die NetMail kommt trotzdem an. Als genereller Name kann "SysOp" benutzt werden, wenn der richtige Name unbekannt ist.
Die echte Nodelist ist wesentlich größer als das Beispiel in Listing 3.4, die Größe beträgt ungefähr 3.5 MB und besteht aus ca. 40000 Zeilen.
Der Point ist die bequemste Art Nachrichten aus den Netzen zu bearbeiten. Für fast jedes Netz gibt es eine Pointsoftware. Ein Point ist in etwa eine Mini-Mailbox, die automatisch beim Server anruft und die gespeicherten Nachrichten abholt. Beim gleichen Anruf werden die eigenen Nachrichten auf den Server gesendet. Ist der Transfer abgeschlossen, beendet das Pointprogramm die Verbindung. Dieser Vorgang wird Pollen genannt. Der Anwender kann dann in Ruhe seine Nachrichten lesen, ohne das der Gebührenzähler tickt. Wie ein Point installiert wird, erfahren Sie in Kapitel 3.8.
Ein Pointprogramm legt alle Nachrichten in einer Nachrichten Datenbank ab. Der Nutzer kann dann sehr schnell und einfach auf die Nachrichten zugreifen. Die Nachrichten können natürlich gelesen, beantwortet, abgespeichert oder ausgedruckt werden. Die meiste Pointsoftware legt neue Bretter an und managt die privaten Nachrichten.
Wie schon am Anfang erwähnt, kopiert der Server, im FidoNet der BOSS-Node, alle Nachrichten für den Point in eine Datei. Doch was sind "alle" Nachrichten? Alle Nachrichten die auch der Server bekommt? Der BOSS-Node bekommt ein Vielfaches von dem, was er an einen einzelnen Nutzer abgibt. Wie kann der Anwender nun seine Auswahl treffen, damit er nur das bekommt was ihn interessiert?
In fast allen Netzwerken merken sich die Server in einer internen Liste, welcher Point welche Bretter liest. Kommen dann in diesen bestimmten Brettern Nachrichten an, kopiert der Server alle diese Nachrichten in eine Datei und komprimiert sie anschließend. Diese Datei wird Mail-Packet genannt. Kommen wieder neue Nachrichten in den vom Point bestellten Brettern an, wird das Mail-Packet wieder geöffnet und die neuen Nachrichten dazu addiert. Irgendwann ruft der Point an und holt sein Mail-Packet. War die Übertragung erfolgreich, wird das Mail-Packet beim BOSS gelöscht. Diese Liste existiert für jeden Point und wird in einigen Netzen "active" genannt. Nun ist aber vom Anwender nicht zu erwarten, das er sich immer für das gleiche zu interessieren hat. Was ist, wenn die Bretterkombination geändert werden soll? Muß dann der Sysop, diese Liste von Hand editieren? Nein! Im FidoNet existiert ein Automatismus, der per persönlicher Nachricht gesteuert werden kann.

Abb. 3.6 Nachricht an Areafix
Das Funktionsprinzip ist recht einfach. Auf dem Server existiert ein fiktiver Nutzer mit dem Namen "Areafix". Diesem Areafix müssen Sie eine private Nachricht schreiben, in der die Namen aller Bretter enthalten sind, die Sie lesen wollen. Im Betreff muß das entsprechende Passwort stehen. Die Bretter die Sie nicht mehr lesen wollen, haben ein Minus vor ihrem Namen. Der fiktive Nutzer Areafix ist nur ein Programm auf Serverseite, das die entsprechenden Listen für die Points verwaltet. Also schreiben Sie bitte keinen Geschäftsbrief an den Areafix, den würde er nicht verstehen. Beschränken Sie sich auf das Format, wie in Abb. 3.6 vorgestellt. Ein Brett pro Zeile, mit einem Minus zum abbestellen und einem Plus (das auch weggelassen werden kann) zum bestellen. Vom Areafix werden Sie dann ebenfalls eine persönliche Nachricht als Bestätigung zurück bekommen.
Der Areafix kann aber nicht nur Bretter an -und abmelden, er kann dem Nutzer auch eine komplette Brettliste (d. h. alle Bretter die der Server hat) schicken, dafür ist der Befehl "%LIST" zuständig. Mit dem Befehl "%QUERY" gibt der Areafix die gegenwärtige Liste der Bretter zurück, die der Nutzer bestellt hat.
Nun kann es sein, das der Nutzer ein Brett zwar haben möchte, aber er nicht darauf warten will, bis neue Nachrichten aus dem Netz ankommen. Mit dem Befehl "%RESCAN" und dann einem Brettnamen darunter, kopiert der Node alle alten Nachrichten in diesem Brett mit in das Mail-Packet. Der Nutzer erhält dann sämtliche Nachrichten, die bis zu ein paar Tagen alt sein können, in diesem Brett.
Nachrichten lesen ist nicht das einzige, was mit einem Fido-Point anzufangen ist. Mit einem Fido-Point haben Sie auch Zugriff auf die Programmdatenbanken aller anderen (immerhin ca. 37000) FidoNet Systeme. Das Pointprogramm kann bei einem Node anrufen und Nachrichten austauschen indem es eine Datei transferiert, das Mail-Packet. Vom Prinzip ist das Downloaden von Dateien auf den Heim-PC technisch nicht anders.
Jedes FidoNet-System hat eine Index-Liste von allen Dateien, die bei ihm zum Download bereitliegen. In dieser Liste, der Fileliste, stehen der Dateiname, die Größe und das Alter der vorhandenen Dateien und je eine kurze Beschreibung. Je nach Größe des Servers, ist auch die Fileliste bei einigen Systemen größer, bei anderen kleiner. Je nachdem wieviel Plattenkapazität der Betreiber für solche Programme reserviert hat. Die meisten Programme die ein Server zum Download anbietet, sind aus dem Shareware -oder PD-Bereich. Sie machen sich also nicht strafbar, wenn Sie diese Dateien kopieren und benutzen.
Ebenso funktioniert der umgekehrte Weg. Dateien können auch an andere FidoNet-Benutzer gesendet werden.
Um mit einem Point Dateien von einem FidoNet-System zu holen, gibt es ein standardisiertes Verfahren. Dieses Verfahren wird Fido-FileRequest (kurz F-req ) genannt. Bei diesem Verfahren wählt der Nutzer die Dateien, die er von FidoNet System haben will, bei sich zu Hause aus der Index-Liste aus und teilt sie dem Point mit. Wenn er dann den File-Request startet, ruft der Point beim Server an und schickt die Liste der gewünschten Dateien hinüber. Beim gleichen Anruf empfängt er die Dateien dann vom Server. Ist der Empfang beendet, legt der Point wieder auf. Der Vorteil dieser Methode ist, daß der Anwender nicht mehr Online, als User in der Mailbox die Dateien durchsuchen muß, bis er ein bestimmtes Programm gefunden hat. Er kann dies nun mit dem Point tun, ohne verbunden zu sein. Hat er die Dateien lokalisiert, geht auch der Transfer schneller. Außerdem kann der Point diese Arbeit auch unbeaufsichtigt tun, denn am Ende der Prozedur legt er ja auf.
Wie kommt der Anwender aber zu der Index-Liste? Auch diese muß erst "requested" (ein schlecht verdeutschtes Verb von Fido-"FileRequest") werden. Um an die Indexliste zu kommen, muß die imaginäre Datei "FILES" requested werden. Empfängt der Node diesen Namen, sendet er automatisch seine Index-Liste. Anhand dieses genormten Wortes erkennt der Server also, das die Index-Liste seiner Dateien gewünscht wird. Von diesen genormten Worten gibt es mehrere, sie werden Magic-Names (engl.: magische Namen) genannt. Magic-Names werden immer dann gebraucht, wenn auf eine bestimmte Anfrage, immer eine veränderliche Datei gesendet werden soll, z. B.:
q
Die Index-Liste aller Dateien wird bei jedem FidoNet-System durch einen Magic-Name (FILES) abgerufen.q
Wenn ein Programmierer z. B. ein Programm ständig weiterentwickelt, ändert sich auch der Dateiname des Programmes (etwa durch steigende Versionsnummern). Damit der Anwender aber immer die neueste Version bekommt, hat der Programmierer (der in diesem Falle auch Sysop ist) einen Magic-Name auf die jeweils neueste Version des Programmes gesetzt (z. B. KOPFBALL). Empfängt der Server den Magic-Name dieses Programmes, sendet er diese Datei (z. B. KOPF12B4.ZIP).
Abb 3.7: Request der Fileliste beim Node 2:2410/208

Abb 3.8: Dateien zum Request auswählen.
Hat der Anwender die Fileliste dann auf seinem Rechner, muß er sie sehr oft dekomprimieren. Diese Liste kann dann von einem Pointprogramm wie CrossPoint eingelesen werden. Der Benutzer kann dann komfortabel aus den Dateien des Nodes auswählen. Hat er alle Dateien gewählt, startet der Point sofort den Anruf. Das Pointprogramm kann aber den Request auch mit dem normalen Poll abwickeln, also wenn der Nutzer sowieso den Server anrufen muß um neue Nachrichten zu bekommen. Alternativ kann zu vollständigen Dateinamen auch nur Teile eines Dateinamens requestet werden. Platzhalter (z. B. "*" oder "?"), die auch Wildcards genannt werden, wie in MS-DOS sind möglich.
Ein Fido-FileRequest ist bei den meisten Pointsystemen nur in Verbindung mit der Nodelist möglich. Die Nodelist erhalten Sie bei jedem FidoNet-System.
Eingangs wurde erwähnt, daß ein Point mit dem Fido-Filerequest Zugang zu den Programmen aller FidoNet-Systeme hat. Wenn im Point die Nodeliste eingebunden ist, verfügt der Point über alle Telefonnummern der Systeme. Requests bei einem anderen System, als dem BOSS-Node sind immer dann sinnvoll, wenn die andere Box sich auf andere Themen spezialisiert hat. Einige Boxen haben Schwerpunkte bei OS/2, andere bei Novell, wieder andere bei Gesetzestexten usw. Da das Point-Programm bei einem Request immer fragt, bei welchem System angerufen werden soll, hat der Nutzer die Möglichkeit ein beliebiges FidoNet-System anzugeben. Der Point muß aber bei dem System anrufen, also sollte sehr deutlich darauf geachtet werden, wo das System liegt! Durch die Vereinheitlichung der Zugangsprozeduren, kann jeder Fido-Point bei jedem Node Dateien downloaden, ohne (wie bei Mailboxen üblich) beim betreffenden System bekannt zu sein (etwa per Passwort).
Es kann vorkommen, das FidoNet-Systeme Anrufe abweisen, ohne die Requests zu bearbeiten. Das kann dann passieren, wenn der Betreiber der Mailbox für eine gewisse Tageszeit keine Fido-Filerequests zuläßt. Sollte das der Fall sein, kann der Request später nochmals wiederholt werden. Ein anderer Grund könnte sein, daß die angeforderte Datei nicht beim Node vorhanden ist. In diesem Fall bekommt der Anwender beim gleichen Anruf eine persönliche Mail mit einer Fehlermeldung. Dies wird ein Bad-Request (engl.: Fehlgeschlagene Anforderung) genannt.
Hat der Node eine Datei mit einem Passwort belegt, muß der Anwender folgendes Schema beachten: <DATEINAME>/<PASSWORT>. Wird diese Kombination (wo natürlich die richtigen Daten eingefügt werden müssen) requestet, bekommt der Anwender die entsprechende geschützte Datei.
Außer dem requesten von Dateien, kann der Benutzer noch Dateien auf den Server schicken. Um eine Datei zu senden, wird eine persönliche Nachricht (eine NetMail) erzeugt. Diese Nachricht bekommt allerdings den Sonderstatus einer Datei-Anbindung, die im Jargon File-Attach heißt. An den Adressaten dieser Nachricht geht dann außer der Nachricht selber, noch die angehängte Datei. Im Pointprogramm CrossPoint wird der Punkt "BINÄR" gewählt, nachdem der Auswahlbalken auf einem Empfänger steht.

Abb 3.9: Eine Binärnachricht versenden.
File-Attaches funktionieren nicht im gesamten FidoNet. Meistens klappt das Senden von Dateien nur bei Nutzers des gleichen Servers. Eventuell noch im gleichen Netzwerk. Bevor eine Datei mitgesendet wird, sollte der Betreiber des Nodes gefragt werden, ob dieser Service zur Verfügung steht. Funktioniert der File-Attach nicht, kommt beim Empfänger der Nachricht nur die NetMail an, aber nicht die Datei. Wird eine Datei an einen Empfänger außerhalb des eigenen Servers gesendet, muß der Sysop auf seine Kosten die Datei an seinen Uplink übertragen, und der eventuell wieder. Es entstehen also eine Kette von Kosten, gerade bei größeren Dateien. Aus diesem Grunde haben die meisten Betreiber den File-Attach an Systeme außerhalb ihres Netzwerks unterbunden.
Soll trotzdem mit einem anderen Nutzer ein Programm ausgetauscht werden, kann es auf das BOSS-System geschickt werden, von dem es der eigentliche Empfänger dann requesten kann. Allerdings sollte mit dem Speicherplatz des Sysops sparsam umgegangen werden.
Es erklärt sich von selbst, warum Raubkopien tabu sind. Sie sind nicht nur illegal, sondern bedeuten für den Node ein großes Risiko! Raubkopien haben in ALLEN Netzen NICHTS zu suchen!
Eine Besonderheit von FidoNet sind die File-Netze (engl.: Datei-Netze). Über File-Netze werden im FidoNet Dateien verbreitet. Ein File-Netz arbeitet vom Prinzip her wie ein normales Netz. Es gibt verschiedene Bretter, die alle ein eigenen Themenbereich abdecken. Diese Bretter werden Fileechos genannt. Doch entgegen der normalen Echos, kommen in den Fileechos Dateien anstatt Nachrichten. In einem Fileecho mit dem Namen "WIN_GAMES" beispielsweise, werden nur Windows-Spiele kommen. Es gibt hunderte von Fileechos, zu allen möglichen Themen.
Wird irgendwo auf der Welt eine Datei in ein Fileecho gesetzt (Jargon: gehatcht, sprich: gehätscht), bekommen diese Datei alle Systeme, die dieses Fileecho auch abonniert haben.
Der Pointnutzer kann Fileechos wie normale Bretter anmelden. Dazu schreibt er, analog wie beim "Areafix", eine NetMail an den fiktiven User "FileFix". In der Nachricht an den FileFix schreibt der Nutzer die Namen der Fileechos, die er gerne regelmäßig haben möchte. Auch der FileFix gibt eine Bestätigung als persönliche Nachricht zurück.
Über ein File-Netz können sehr viele Daten kommen! Der Sysop sollte vorher gefragt werden, wie hoch das Datenaufkommen in den Fileechos ist. Aus dem Grunde, daß Fileechos teilweise sehr groß sind und die Points mit dem Übertragen der Dateien die Mailbox zu lange blockieren, haben viele Nodes das abonnieren von Fileechos durch Points unterbunden. Die Dateien, die in einem Fileecho kommen, können aber auch beim Node requested werden.
Es lohnt sich für Points oft nicht ein Fileecho zu abonnieren. Es kommen sehr viele Dateien, die für einen persönlich, oft keinen Nutzen haben.
File-Netze sind kein Teil von FidoNet, sie benutzten lediglich die Infrastruktur dieses Netzes. File-Netze sind deswegen nur eine Zugabe. Der Sinn von FidoNet ist die Kommunikation, also das Schreiben und Lesen von Nachrichten!
Es gibt einige Netze, die die gleiche Technik von FidoNet benutzen, also die Adressierung und die Software. Aber sie zählen nicht zum
<Kein Bild>
Abb 3.10: Inhalt eine TrekNet Brettes
FidoNet, da sie davon getrennt laufen, ein eigenes Routing haben, eigene Koordinatoren und eine eigene Nodeliste. Diese Netze werden Overlay Netze genannt.
Vom Prinzip her, funktionieren diese Netze aber wie FidoNet. Meistens sind Nodes in einem Overlay Netz auch Node im FidoNet. Overlay Netze sind wesentlich kleiner, damit besser zu handhaben, als das FidoNet und sind oft Zusammenschlüsse von Interessengemeinschaften.
Ein Overlay Netzwerk ist z. B. daran zu erkennen, daß es eine Zonenummer benutzt die höher als zehn ist. Allerdings gibt es auch Overlay Netze, die nicht die FidoNet Technologie als Grundlage haben. Einige ausgewählte Beispiele:
Zone Netzname Inhalt
16 ZyxelNet Alles rund um das Zyxel-Modem.
21 GerNet Netz des Heise Verlages (Zeitschriften wie c´t, iX oder elrad).
37 TrekNet Wo noch nie ein Kirk vorher war...:-)
78 LichtNet Übersinnliches.
80 MedNet Ein medizinisches Netzwerk.
202 KlinikNet Ein weiteres medizinisches Netzwerk. :-)
Tab. 3.3: Eine AUSWAHL an Overlay-Netz in FidoNet Technologie
Die Auswahl an Overlay Netzen ist sehr groß und unübersichtlich. Der BOSS-Node hat oft eine Auswahl an Overlay Netzen.
Wie schon erwähnt, haben Overlay-Netze ihre eigenen Zonen und Adressen. Deshalb ändert sich auch die Adresse eines Points in jedem Netz. Ein Fido-Point hat im TrekNet eine andere Adresse (z. B. 37:103/501.1), die dieser beim beschreiben von TrekNet Brettern (z. B. TNG.BORG) benutzen muß. Adressen die ein- und dieselbe Person bezeichnen, werden AKAs genannt. AKA steht für "Also Known Adress", was freiübersetzt, etwa "Alternativadresse" bedeutet. Dem Pointprogramm müssen diese Adressen mitgeteilt werden. Damit kann es sich beim Pollen gegenüber dem BOSS-Node vollständig identifizieren, und darf die Mail-Packets aus den Overlay-Netzen erst dann übertragen.
Es gilt als grob unhöflich in einem Overlay-Netz mit der falschen Adresse zu schreiben, da ja dann eine Rückantwort im gleichen Netz unmöglich ist.
Es gibt verschiedene Overlay-Netze, die radikale Gesinnungen verbreiten. Dies gilt für den links-, ebenso wie für den rechtsextremen Bereich. Der Anwender sollte sehr vorsichtig damit umgehen, da die Teilnehmer dieser Netze labile oder gewaltbereite Charaktere sein können. Außerdem stehen viele dieser Netzwerke unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Eine regelmäßige Mitarbeit kann also (in vielerlei Beziehung) unangenehme Folgen haben!
Wie alle Dinge hat auch das FidoNet zwei Seiten. Aber durch die enorme Vielfältigkeit, gibt es kein Schwarz und Weiß. Der Nutzer wird das Netz in allen Facetten erleben.
q
FidoNet ist das größte Hobbynetzwerk der Welt. Dem Benutzer stehen Ansprechpartner und Diskussionsgegner über den gesamten Globus zur Verfügung. Dadurch ist die Themenvielfalt sehr groß.q
Durch den Fido-Filerequest steht dem Nutzer eine weltweite Programm-Datenbank zur Verfügung.q
Sehr günstiger Zugang, meistens sogar im Ortsnetz.q
Durch die moderne Pointsoftware ist der Umgang mit FidoNet sehr handlich geworden.q
Sehr große Verbreitung auch in Deutschland, daher gibt es auch sehr viele deutschsprachige Bretter.q
Lange Mail-Laufzeiten.q
Kein Postgeheimnis, NetMails können mitgelesen werden.q
Verschlüsselung von NetMails ist verboten.q
Die Funktionsträger arbeiten zu langsam und nutzen ihren Einfluß im Netz teilweise aus.q
Teilweise wenig Informationen in den Brettern, trotz hohem Nachrichtenaufkommen (viel belangloses "blabla").
In der Presse hat das InterNet ja geradezu einen Boom erlebt. Jeder schreibt über das InterNet, alle wollen in das InterNet. Das globale Dorf, das Netz der Netze, der Datenhighway, etc. Alles wird zu einer Suppe gekocht, mit dem InterNet als Krönung. Doch was ist InterNet? Das Prinzip des InterNets ist schon fast dreißig Jahre alt. Das InterNet in seiner heutigen Form vielleicht 15 Jahre. Doch schon heute erreicht das InterNet die Grenze seiner Kapazität. Nach Schätzungen von Fachleuten bewegen sich ca. 30 Millionen Menschen aus 100 Ländern in ca. 7000 Brettern im InterNet. In Deutschland haben ca. 1,8 Millionen Menschen Zugang zum Netz. Das InterNet verbindet Regierungsinstitutionen, mit Militärbasen, mit Universitäten, mit Firmen und Organisationen, etc. Ist der Anwender an einem InterNet Rechner, hat er Zugang zu allen InterNet Rechnern, deren Anzahl inzwischen wohl die Millionengrenze überschritten haben dürfte.
Es gehört heute zum guten Ton eine InterNet Adresse auf der Visitenkarte zu haben, etwas das in Nordamerika schon Gewohnheit ist. Nachdem nun auch Europa im InterNet Fieber steckt, möchte fast jeder gerne in das InterNet.
Das InterNet bietet Online wie Offline Dienste an, wobei das InterNet in der Presse gerade durch die Online Dienste berühmt geworden ist. Der Offlinezweig ist als UseNet bekannt (dazu später mehr).
Zu 90 Prozent wird im InterNet Englisch gesprochen. Es gibt zwar einige deutsche "Ecken", doch der überaus größere Teil ist in Englisch!
Für den Anschluß an das InterNet gibt es eine verwirrende Vielfalt. Wer noch Student ist, oder bei einer Universität angestellt ist, braucht im Allgemeinen nichts für das InterNet zu bezahlen. In diesem Falle, bitte die Tutoren im Fachbereich Informatik oder Naturwissenschaften fragen.
Alle "normalen" Leute müssen sich an kommerzielle oder private Dienstleistungsanbierer (engl.: Provider) wenden. Je nachdem, ob ein InterNet-Anschluß für eine Person, für eine Mailbox, oder für eine Firma gesucht wird, steigen die Preise.
In der folgenden Tabelle finden Sie einen Ansprechpartner in Ihrem Bereich. Hinzuzufügen ist, das Tab 3.4 nur Provider enthält, die beim IN sind. Das IN steht für Individual Network und ist eine Organisation, die Privatleuten einen kostengünstigen Zugang zum InterNet ermöglichen will. Bei den meisten IN-Providern werden auch Mailboxen bedient. Allerdings muß dies vorher angemeldet werden!
Wenn Sie nur die Offline Dienste des InterNets nutzen wollen, ist für Sie der Preis interessant, der unter UUCP (UseNet) steht. Wenn Sie die vielbeworbenen Online Dienste nutzen wollen, schauen Sie bitte unter IP. Was das im Einzelnen bedeutet, wird später erklärt.
Stadt Provider Kosten
Aachen Christian Bode UUCP:
12,- DM
Hansmannstr. 34
IP: 25,- DM
52080 Aachen-
Eilendorf
Tel.: 0241/557707
Fax: 0241/4097554
info@oche.de
Augsburg Augsburger Computerf. e.V. UUCP only:
25 DM
c/o Arno Schneider IP/UUCP : 25 DM
Ludwig-Thoma-Str. 1 IP only : 25 DM
86157 Augsburg
Tel.: 0821/2280000
info@augusta.de
Berlin Jens F. Huenerberg UUCP: 20 DM
Kiplingweg 25
IP: a. A. DM
14055 Berlin
Tel.: 030/3041585
Bielefeld, FoeBuD e.V. UUCP: 20-25 DM
Paderborn
Ostwestfalen-Lippe
Marktstr. 18
33602 Bielefeld
Tel.: 0521/175254 (werktag 17-19
Uhr)
Fax: 0521/61172
INfo@owl.de
Bochum, Thomas Neumann UUCP: 15 DM
Dortmund Tel.: 0234/9270808 IP/UUCP : 20 DM
Essen, info@ruhr.de
Duisburg (Ruhrgebiet)
Modem: 0234/9489300 login=info
Bonn Regionalnetz Bonn e.V. UUCP only: 13-21 DM
Rhein-Sieg Wolli Steiner IP/UUCP : 30-44 DM
Kreis Meerstr. 64 IP only : 30-44 DM
53757 Sankt Augustin
info@rhein.de
Braun- escape e.V. UUCP only: 15,- DM
schweig Gliesmaroderstr. 44a
38106 Braunschweig
Tel.: 0531/682346 (Theodora Letz-Moritzen)
Fax: 0531/335025 vorstand@escape.de
Bremen, Christian Stelter UUCP: 20-30 DM
Oldenburg Graf-Spee-Str. 23b IP: 30 DM
Weser-Ems 26123 Oldenburg,
Tel.: 0441/37420 (19-21 Uhr)
Fax: 0441/383839
info@north.de
Chemnitz Verein IN-Chemnitz UUCP only: 20 DM
c/o Andreas Israel
Solbrigstr. 6
09120 Chemnitz
info@IN-Chemnitz.de
Darmstadt Christian Balzer UUCP only : 7 DM
Odenwald Tannenstr. 23c IP/UUCP : 47 DM
64342 Seeheim
Tel.: 06257/83036
Fax: 06257/83037
CB@brewhq.swb.de
Dortmund PING e.V. UUCP only: 15 DM
z.H. Torsten van Beeck IP/UUCP : 25 DM
Oberdorfstrasse 60
44309 Dortmund
0231/ 92 50 60 - 70 (Mo, Di, Fr, 16-18 Uhr)
info@ping.de
Dresden SaxNet e.V. UUCP only : 15 DM
c/o Joerg Wunsch IP/UUCP : 18 DM
Wilhelm-Liebknecht-Str. 97 IP only : 18 DM
01257 Dresden
sax-ac@sax.sax.de
Duisburg, Uli Klinkhammer UUCP only : 20 DM
Essen, Grabenstr. 45
Oberhausen, 47057 Duisburg IP only : 40 DM
Krefeld, Tel: 0203/9369350
Düsseldorf, Fax: 0203/374636
info@rhein-ruhr.de
Flensburg Sydlink e.V. UUCP: 20 DM
Rendsburg c/o Alexander Finger
Schleswig Im Winkel 8
24848 Kropp
postmaster@syd.de
Frankfurt Oliver Boehmer UUCP only: 15 DM
Mainz Linkstr. 15 IP/UUCP : 40 DM
Wiesbaden 65933 Frankfurt/Main IP only : 40 DM
Tel.: 069/39048413 IP plus Volumengebuehr
Data: 069/39048414
info@rhein-main.de
Fulda, INkompetent e.V. UUCP only: 17/22 DM
Ebersburg c/o Bernhard Kroenung
Bahnhofstr. 8
36157 Ebersburg
info@rhoen.de
Tel.: 06656/7914
Giessen UUCP-Freunde Lahn e.V. UUCP: 10 DM
Wetzlar Weidigstr. 5 IP: in Vorbereitung
Friedberg 35396 Giessen-Wieseck
info@lahn.de
Fax: 0641/53272
Hamburg Hanse Networking e.V. UUCP only: 25 DM
c/o Jan Wieck IP/UUCP : 40 DM
Glindwiese 1
22177 Hamburg
Tel.: 040/5395-1404
info@hanse.de
Hannover HanNet e.V. UUCP only: 17 DM
c/o Jens-Uwe Mager
Brahmsstr. 3
30177 Hannover
Tel.: 0511/660238
Vorstand@HanNet.han.de
Kaisers- Stefan Brandes UUCP: 17 DM
lautern Wackenmuehlstr. 16
67655 Kaiserslautern
Tel.: 0631/3100410
s_brandes@kiste.pfalz.de
Ludwigs- Christian Weisgerber UUCP: 17 DM
hafen Herzogstr. 9
67061 Ludwigshafen
Tel.: 0621/5870460
naddy@mips.pfalz.de
Kassel Steffen Weinreich UUCP: 11-21 DM
Göttingen Altenburgstr. 1
34132 Kassel
Tel.: 0561/473212
info@central.de
Karlsruhe INKA e.V. UUCP only: 15 DM
c/o Boris Schneider IP/UUCP : 40 DM
Karlstrasse 43 IP only : 40 DM
76133 Karlsruhe IP zzgl. Einrichtungsgeb.
info@inka.de
Kiel Toppoint Mailbox e.V. UUCP only: 21,50 DM
Eichhofstr. 10 IP/UUCP : 52,50 DM
24116 Kiel
Tel.: Q 0431/549050
info@in-kiel.de
Köln Regionalnetz Koeln UUCP only: noch offen
c/o Wolfgang Stangglmeier
Lochnerstrasse 22
50674 Koeln
info@cologne.de
Konstanz lake.de Domain UUCP only: 27 DM
Bodensee z.Hd. Stephen Bylo IP/UUCP : 42 DM
Bruelstrasse 25 IP only : 42 DM
78462 Konstanz
Tel.: 07531-18738 (abends)
Fax.: 07531-206153 (falls dringend)
eMail: info@lake.de
info-lake@lake.de
Leipzig, Joerg Mann UUCP only : 20 DM
Halle Aeussere Leipziger Str. 52a
04435 Leipzig IP only : 30 DM
Tel.: 034204/62598
Fax : 034204/64490
Data: 034204/60105, 18131, 18132
info@lipsia.de
Lübeck Offenes Netz e.V. UUCP: 20 DM
Technikzentrum Luebeck IP: auf Anfrage
Seelandstr. 3
23569 Luebeck
Tel.: 0451/3909-0
info@ON-Luebeck.DE
Lüneburg Rainer May UUCP only: ab 12 DM
Hauptstr. 36
21354 Bleckede
Tel.: 05854/204
info@heide.de
Magdeburg Hergo Pape UUCP only: 25 DM
PF. 10 IP/UUCP : 35 DM
39050 Magdeburg IP only : 35 DM
Tel.: 0391/4015566
info@boerde.de
Mannheim Martin Jangowski UUCP only: 14 DM
Heidelberg Koenigsbacherstr. 16 IP/UUCP : 48 DM
67067 Ludwigshafen
Telefon: 0621-539506
info@rhein-neckar.de
Minden Matthias Heider UUCP only: 30 DM
Bromberger Str. 9 a
D-32427 Minden
Telefon: 0571 580678
Telefax: 0571 508200
Mailbox: 0571 509525
heidi@minden.in-minden.de
München MUC.DE e.V. UUCP: 30 DM
Muenchener Technologiezentrum
Frankfurter Ring 193a IP: 40-55 DM
80807 Muenchen
Tel.: 089/324683-0
vorstand@muc.de
Münster Roger Schwentker UUCP only: 20 DM
Osnabrück Theissingstr. 1 IP/UUCP : 30 DM
Gronau 48153 Muenster IP only : 30 DM
Tel: 0251/534114-1
roger@larry.westfalen.de
Nürnberg Komm.-netz Franken e.V. UUCP: 20 DM
Würzburg c/o Maximilian Riegel IP: 30 DM
Nordbayern Maxfeldstr. 24a (IP, nur Nuernberg)
90409 Nuernberg
Tel./Fax: 0911/581 75 82
info@franken.de
Passau, Helmut Fromberger UUCP only : 15 DM
Rottau Kager 1
94086 Griesbach
Telefon: 08532/8178
info@in-passau.de
Rostock Baltic Netzbetrieb GbR UUCP only: 15,- DM
c/o Holger Meyer
Doberanerstr. 97
18057 Rostock
Tel.: 0381/44424 tagsueber
Tel.: 0381/4909311 (ab 19 Uhr)
info@baltic.de
Saarland Tilman Mueller-Gerbes UUCP only: 15 DM
Mainzer Str. 197 IP/UUCP : 40 DM
66121 Saarbruecken IP only : 40 DM
info@saar.de
Sauerland Sauerland Online e.V. i.G. UUCP only: 11-15 DM
Märkischer c/o Martin Loos IP/UUCP : 20 DM
Kreis Im Scheidt 25 IP only : 20 DM
58640 Iserlohn
Tel: 02371/46665
domain-info@sauerland.de
Schwerin Joern Kresse UUCP only: 27 DM
Lessingstr.24 IP/UUCP : 27 DM
19059 Schwerin IP only : 27 DM
Tel. 0385/77912 IP plus Volumengebuehr
info@obotrit.DE
Stuttgart Norman Fuerst UUCP only: 25 DM
Kleinknechtstr. 35 IP/UUCP : 35 DM
70567 Stuttgart IP only : 35 DM
bawue-net-info@bawue.de
Thüringen Thueringen-Netz e.V. UUCP only: 10-20 DM
c/o Erik Heinz UUCP/IP : 15-25 DM
Braendstroemstr. 45
07749 Jena
Tel.:03641/51584 (Jens Bookhagen, Ost)
Tel.:0361/6671259 (Christian Anger, Mittel/Sued/West)
Tel.:03632/603664 (Andreas Voelkner, Nord)
info@thur.de
Ulm Herbert Dampel UUCP only: 15 DM
Forchenweg 14 IP/UUCP : 35 DM
89081 Ulm IP only : 35 DM
Tel.: 0731/6021657
info@in-ulm.de
Wuppertal Thomas Mechtersheimer UUCP only: 15 DM
Zum Hasenkampsplatz 1 IP/UUCP : 35 DM
42553 Velbert IP only : 35 DM
Fax: 02053/50805 IP plus Zeitgebuehren
info@wupper.de
Sonstige Individual Network e.V.
Städte Scheideweg 65
26121 Oldenburg
Tel: 0441-9808556
Fax: 0441-9808557
Privater SubNetz e.V.
Provider Gerwigstr. 5
nicht im 76131 Karlsruhe
IN! Tel: 0721-9661521
Fax: 0721-661937
Tab 3.4: Liste der privaten InterNet Provider (veraltet)
Um für seine Firma einen Zugang zum InterNet zu ermöglichen, wenden Sie sich bitte an die folgenden zentralen Adressen. Die meisten komerziellen InterNet Anbieter haben Vertretungen, sogenannte POPs (Abk.: Points Of Presence) in jeder größeren Stadt. In letzter Zeit schießen auch komerzielle Anbieter wie Pilze aus dem Boden, beobachten Sie dem Anzeigenteil einer Fachzeitung. Wer sich das Betriebssystem OS/2 gekauft hat, wird feststellen, daß auch IBM einen InterNet-Zugang anbietet.
Provider Kontakt
DFN-Verein Pariser Str. 44
10707 Berlin
Tel: 030-884299-24
Fax: 030-884299-70
EUNET Deutschland Emil-Figge-Str. 80
GmbH 44227 Dortmund
Tel: 0231-972-00
Fax: 0231-972-1111
MAZ Karnapp 20
21079 Hamburg
Tel: 040-76629-1623
Fax: 040-76629-199
NTG/Xlink Vincenz-Priessnitz-Str. 3
76131 Karlsruhe
Tel: 0721-9652-0
Fax: 0721-9652-210
Tab 3.5: Liste einiger komerzieller Anbieter (veraltet).
Die Kosten für Firmen liegen bei einigen hundert bis zu einigen tausend DM pro Monat. Eine genaue Kalkulation und ein Preisvergleich lohnt sich auf alle Fälle! Sehr oft differieren die Preise für die gleichen Leistungen um bis zu 500 % !
Einige Provider haben auch günstige Tarife für Privatleute. Wer einerseits Professionalität und andererseits sparen möchte, sollte bei einigen kommerziellen Providern anfragen.
Die meisten Provider (inklusive der Universitäten) decken die Übertragunsgeschwindigkeiten von 14.400 Bit/s bis 64 000 Bit/s und darüber ab.
Neben der traditionellen Methode am InterNet teilzunehmen, gibt es auch Möglichkeiten über andere Netzwerke, wie Datex-J (das alte BTX) der Telekom oder CompuServe, Online-Dienste zu nutzen. Leider sind dies nicht vollwertige Zugänge. Neben Einschränkungen bei der Bedienung, ist die Übertragunsgeschwindigkeit auch recht niedrig und die Benutzung viel zu teuer. Nach Meinung des Buchautors sind diese neuen Leistungen mehr ein Werbegag, da es heutzutage "in" ist, einen InterNet-Zugang anzubieten. Wer jemals auf konventionelle Weise am InterNet teilgenommen hat, wird diese Ersatzlösungen ziemlich schnell als Spielerei abtun!
Ende der 60iger Jahre stellte sich den US-Militärs die Frage, wie man Verbindung zu bestimmten Basen halten kann, wenn das Gebiet dazwischen, etwa durch einen atomaren Angriff (das war wirklich der Denkansatz!), zerstört werden würde. Die Daten zu den einzelnen Außenstellen sollten dann nicht mehr versuchen, den direkten da zerstörten Weg zu nehmen, sondern über Umwege ihr Ziel erreichen.

Abb 3.11: Routing Umwege.
Der Plan bestand darin, in einem Netzwerk von Datenleitungen, die zerstörten durch intakte Verbindungen zu ersetzen. Da die physikalischen Leitungen (also die Kabel) an geographisch unterschiedlichen Strecken verliefen, war es unwahrscheinlich, daß alle Leitungen zerstört werden würden.
Außerdem sollten die Computer (aus unterschiedlicher Fabrikation) des Militärs, miteinander kommunizieren können. Dies war bis dahin nicht möglich. Es war weiterhin geplant, daß mehrere Computer über eine Leitung Daten austauschen können, was multiplexing genannt wird. Dies ist z. B. mit mehreren Personen zu vergleichen, die alle gleichzeitig dieselbe Telefonleitung benutzen.
Zur Lösung dieser Probleme wurde das Forschungsprojekt ARPA-Net (Advanced Research Project Agency Network) ins Leben gerufen. Grundlage dieses Netzes war eine Gruppe von Regeln, die vorschreiben, wie Computer unterschiedlicher Bauart Daten austauschen können. Zu diesem Zweck definierte man Übertragungsprotokolle (s. Kap. 2). Diese Protokolle geben nun eine fest definierte Art und Weise wieder, wann wie und auf welchem Wege die Daten zwischen Computern übertragen werden sollen. Der Name dieser Verkehrsregeln war (und ist) TCP/ IP (Transmission Control Protocol/ InterNet Protocol). Testweise wurden 1970 die ersten Universitäten damit vernetzt, und bereits zwei Jahre später hatte sich die Zahl der angeschlossenen Computer (Jargon: Sites, sprich: ßeits) verzehnfacht. Jeder Nutzer einer Site konnte mit jedem anderen Nutzer einer anderen Site kommunizieren.
1979 wurden dann die noch heute gültigen Versionen von TCP/IP bekannt gegeben. Diese Protokolle sind die Grundlage für Online Dienste wie Mail, FTP, WWW des InterNets. Diese werden später noch ausführlich behandelt.
Im Laufe der Zeit hatte sich das ARPAnet dramatisch vergrößert. Ende der 70iger Jahre bekam es dann den Namen InterNet. InterNet kommt von InterNetworking und ist der Name des Zusammenschlusses verschiedener amerikanischer Netze wie ARPAnet, NSFnet, NYSERnet, MILnet etc. zu einem großen Netzwerk. Alle Netze benutzen die gleiche Grundlage: TCP/IP. Das ARPAnet existiert noch heute als Forschungsnetz. Der militärische Zweig hat sich unter dem Namen MILnet abgespalten. Trotzdem stehen alle Netze untereinander in Verbindung! Die Bezeichnung für alle Netze zusammen ist InterNet. Es gibt also kein einzelnes Netz mit dem Namen InterNet.
Durch die Publizität des Betriebsystems UNIX, insbesondere mit Erscheinen des freien UNIX 4.2BSD (frei gleich kein Copyright) Anfang der 80iger Jahre, wurde TCP/IP zu der Methode um UNIX Rechner miteinander zu verbinden (etwa über eine Standleitung).
In der Duke University (NC) in den USA entwickelten Studenten (Tom Truscott und Jim Ellis) und Dozenten zur gleichen Zeit (Ende der 70er Jahre) ein weiteres Protokoll, mit dem UNIX Computer Daten austauschen konnten. Es war wesentlich einfacher als TCP/ IP, ermöglichte aber keine Online-Dienste. Das Protokoll hieß UUCP (Unix-to-Unix-CoPy). UUCP ist einem Übertragunsprotokoll wie YMODEM (s. Kap 2) sehr ähnlich. Mit UUCP können von einem UNIX Rechner auf einen anderen UNIX Rechner, Dateien kopiert werden. UUCP ist also nicht sehr viel mehr, als ein Kopierbefehl über eine Datenleitung. Durch UUCP konnten viele kleinere Rechner mit dem InterNet Nachrichten austauschen, die über keine Standleitung verfügten. UUCP-Lösungen gab es dann auch auf sehr vielen nicht UNIX-Rechnern.
Der reine Nachrichtenbereich von InterNet heißt UseNet und ist auch von der Duke University von Studenten (Tom Truscott, Jim Ellis, Steve Bellovin und Steve Daniel) entwickelt worden. 1981 wurde das System von Studenten der Berkley Universität (Mark Horton und Matt Glickman) perfektioniert. Der Inhalt von UseNet sind öffentliche Bretter, die Newsgroups genannt werden. Jede Newsgroup hat einen Namen, der ihren Zweck definiert (dazu später mehr). Private Nachrichten werden im UseNet Mail genannt.
Zur Erklärung: UNIX ist ein Betriebssystem das MS-DOS und MS-Windows vergleichbar ist, nur wesentlich leistungsfähiger.
Ebenfalls Ende der 70er Jahre (ja, es ist sehr viel passiert in dieser Zeit :-) ) war der Zeitpunkt, an dem die ersten Rechner in Deutschland am InterNet teilnahmen. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Organisation, Firmen, Universitäten und Privatleute aus allen Ländern hinzu.
Weil das Netz immer noch sehr stark wächst, steigt auch das Datenaufkommen immer weiter. Die Daten für viele Millionen Nutzer müssen ja übertragen werden. Demzufolge steigt auch der Bedarf an flotten Datenleitungen schnell an. Normale Telefonleitungen können die Datenmenge nicht mehr schnell genug transportieren. Was kann also dagegen getan werden? Wenn eine Landstraße den Verkehr nicht mehr schafft, wird eine Autobahn gebaut. In der Computerwelt werden dazu Glasfaserkabel benutzt, die mit jeder Menge Technik leicht das 100 bis 1000fache einer normalen Leitung schaffen. Dies ist die Datenautobahn. Die Clinton/ Gore Regierung in den USA hat diesen Begriff als Data-Highway geprägt. Ein großer InterNet-Rechner in den USA bewegt z. B. 2 GBit/s, was ausreicht, um den kompletten Brockhaus ein paarmal zu übertragen.
<Kein Bild>
Abb 3.12: Anzahl der angeschlossenen Länder
Die Festlegung auf UNIX besteht schon lange nicht mehr. Es gibt viele preiswerte Lösungen für alle Rechnerplattformen. In den 90iger Jahren, wird es Privatleuten daher sehr einfach gemacht, am InterNet und damit in der sogenannten globalen Stadt teilzunehmen. Was auch die steigenden Teilnehmerzahlen beweisen. Genaue Zahlen existieren aber nicht, da das InterNet keine Zentrale hat. Das Netz funktioniert, ganz nach dem Willen der Erfinder, völlig dezentral.
Eine parallele Entwicklung zum InterNet ist das Packet-Radio, das hier noch der Vollständigkeithalber erwähnt werden sollte. Packet-Radio verwendet ebenfalls TCP/ IP als Grundlage zum Datenaustausch. Doch anstatt über Datenleitungen aus Kabel werden die Daten via Funk übertragen. Leider ist diese Methode bis vor kurzem in Deutschland verboten gewesen.
Das Grundgerüst im InterNet sind die Sites. Über die Protokolle TCP/ IP haben alle eine gemeinsame Grundlage um sich zu verstehen. Die meisten InterNet Rechner sind über Standleitungen miteinander verbunden. Doch nicht jeder Rechner hat zu jedem Rechner eine eigene Leitung, das währe viel zu teuer und umständlich. Es gibt hier eine gewisse Infrastruktur. Jeder Rechner gibt die Daten an einen anderen Rechner weiter, der sie wieder weiter gibt usw. bis die Daten am Zielrechner angekommen sind. Dieser Vorgang dauert maximal nur einige Sekunden, selbst wenn der Anwender in Oslo sitzt und die Datenbank in Sydney. Der Anwender zahlt also nur die Gesprächsgebühren zu seinem InterNet Knoten (Host genannt).
Doch was für Daten werden ausgetauscht? Eingangs wurde immer mal wieder von Online und Offline Diensten gesprochen. Diese Dienste sollen hier zuerst kurz vorgestellt werden, da Sie zum Verständnis der Arbeitsweise des InterNets wichtig sind. Anhand dieser Dienste wird dann die Grundlage des TCP/ IP Protokolls erklärt. Die Online-Dienste werden später noch wesentlich genauer dargestellt.
Für Offline Dienste braucht der Anwender nicht andauernd mit seinem Server verbunden zu sein. Er ruft nur einmal die für ihn gespeicherten Daten ab. Das UseNet, als Untergruppe des InterNets ist komplett offline zu benutzen.
Private Nachrichten, also von einer Person an eine andere, werden im UseNet Mails genannt. Wird eine Mail an mehrere Rezipienten geschrieben, spricht man von einer "cc", einer Carbon-Copy (engl.: Blaupause). Die Nachricht wird vom Host dann entweder zu seinem Uplink (s. Kap. "Von Hand zu Hand") geschickt, der die Mail dann weitersendet, oder sie wird über InterNet direkt dem Empfänger zugestellt. Die erste Variante wird benutzt, wenn die Site nur per UUCP am Netz hängt, also keine Online-Dienste hat, was das direkt ausliefern von Mail aber ist. UUCP-Sites rufen in der Regel ein oder zweimal bei ihrem Host an (Pollen), und holen Nachrichten an sie ab. Dabei senden sie noch ihre eigenen Nachrichten weiter. Wenn dieses Prinzip von mehreren Sites benutzt wird, lagert die Nachricht in der nächst höheren Stelle einige Zeit, bis sie weiterbefördert werden kann.
Das Versenden von Mail im InterNet, geht zwar meist sehr schnell, doch sollten (wie schon einmal erwähnt) keine zu persönlichen Daten übermittelt werden. Kreditkartennummer, Codewörter etc. können von Dritten ausgespäht werden. Im InterNet ist aber das verschlüsseln von Nachrichten erlaubt (s. das Kapitel über Points).
Die Vielfalt von UseNet machen die öffentlichen Bretter aus, die im UseNet-Jargon Newsgroups (sprich: "Njuusgrups"), oder in der Kurzform News (engl.: Neuigkeiten) heißen. Im deutschen werden Newsgroups auch als Gruppen bezeichnet. Im UseNet existieren ca. 6000-7000 Newsgroups, mit jeweils eigenem Thema. Hier wird wohl jeder fündig werden. Eine Liste ist im Anhang mit beigefügt.
Eine Mischung zwischen Newsgroups und Mails sind Mailinglisten. Einige Themen sind zu speziell, als das es sich lohnen würde deswegen eine Newsgroup zu eröffnen. Daher schreiben sich Interessenten an einem zentralen Rechner in eine Liste zu diesem Spezialthema ein. Schreibt nun ein Teilnehmer dieser Liste an einen speziellen (fiktiven) Nutzer auf dem Listenserver, wird diese Nachricht an alle Teilnehmer in dieser Liste per Mail geschickt. Dieses Prinzip ist einem Presseverteiler sehr ähnlich. Bei einigen Mailinglisten kann sich der Nutzer selber eintragen, bei anderen muß er den Listenverwalter (engl.: List-Keeper) darum bitten.
Teilweise ist der Zugang zu bestimmten Listen nur auf Fachleute zu speziellen Themen beschränkt, um das Diskussionsniveau wissenschaftlich und hoch zu halten. Mailinglisten dienen aber auch Interessengemeinschaften zur Publikation unter ihren Mitgliedern. Weiterhin werden Mailinglisten verwendet, wenn zu bestimmten Themen die Newsgroups nicht überall erhältlich sind. Dies ist z. B. in anderen Netzen als InterNet möglich. Die Teilnehmer dort können aus dem InterNet vielleicht nur Mails empfangen, aber keine News.
Da das UseNet sehr international ist, mit anderen Worten, es ist überhaupt nicht national. Daher sind sehr viele Gruppen in Englisch, oder in einer anderen Sprache. Die deutschen Newsgroups sind daran zu erkennen, das sie mit "de." anfangen. Eine deutsche Newsgroup wäre z.B. "de.soc.verkehr".
Die Bezeichnungen der Newsgroups geben in etwa ihr Themengebiet wieder und folgen einem System. Außer "de." gibt es im UseNet mehrere übergeordnete Bezeichnungen aus denen sich der Name bildet. Gelesen und interpretiert wird der Name einer Newsgroups von links nach rechts.
Hauptgruppe Bedeutung
ALT ALTernativeNet, viele Diskus-sionsgruppen aus dem alltäglichen und Hobbybereich. Keine spezielle Richtung.
COMP COMPuterNet, hier handelt es sich um EDV spezifische Themen aller Facetten.
DE DEutsche Gruppen
MAUS Newsgroups aus dem MAUSnet zu allen Themen, ein kleines deutsches Netzwerk
REC RECreation (engl.: Erholung), beschäftigt sich mit Kunst, Hobby und Sport
SCI SCIence (engl.: Wissenschaft), beschäftigt sich mit naturwissenschaftlichen Themen.
SOC SOCiety (engl.: Gesellschaft), beschäftigt sich mit gesellschaftspolitischen, religiösen und kulturellen Themen.
Tab 3.6: Obergruppen im UseNet.
Tab 3.6 gibt nur eine Liste der Gruppen wieder, die am stärksten im UseNet vertreten sind. Sehr oft gibt es noch regionale Obergruppen, wie z. B. "BLN." für Berlin. Typische Namen für Newsgroups sind z. B. "sci.med.dentistry" für Zahnheilkunde, oder "rec.arts.movies" für Kinofilme.
Einige Newsgroups sind aufgeteilt. In der einen Gruppe werden Informationen verbreitet (manchmal von einer zentralen Stelle) und in der anderen wird über die Themen frei diskutiert. Diese Zweiteilung in zwei Gruppen ist immer dann vorteilhaft, wenn wegen der Übersichtlichkeit in einer Gruppe keine Diskussionen stattfinden sollen. Die Newsgroups in denen dieses Prinzip angewandt wird sind markiert. Existiert zu einer Newsgroup eine weitere Newsgroup gleichen Namens, aber mit dem Anhängsel ".d", wird in der mit ".d" markierten Gruppe diskutiert. Beispielsweise "bln.announce.in-berlin" ist eine Gruppe für Veröffentlichungen des Vereins "IN-Berlin e.V.". In dieser Gruppe darf vom Nutzer nicht geschrieben werden, sie ist ReadOnly (engl.: nur zum lesen). In der Gruppe "bln.announce.in-berlin.d", darf dann über die Artikel in der anderen Gruppe diskutiert werden.
Die Laufzeiten von Mail liegen im UseNet bei ca. ein bis zwei Tagen. Sind einige Sites aber zusätzlich auch InterNet Rechner, werden Nachrichten innerhalb von Sekunden an den Zielort durchgegeben. Öffentliche Nachrichten werden fast ebenso schnell verbreitet.
Wie auch in anderen Netzen hat jeder Rechner im InterNet eine Adresse. Es ist in einem Netzwerk unbedingt wichtig, daß jeder Rechner seine eigene Adresse hat. Mit dieser Adresse haben auch alle Nutzer dieses Rechners ihre weltweit einmalige eigene Adresse. Was aber gar nicht so einfach ist, da im InterNet/ UseNet eine immense Anzahl von Rechnern existieren. Wie werden Rechnernamen vergeben?
Eine InterNet-Adresse setzt sich aus dem Namen des Nutzers und dem Rechnernamen zusammen. Der Rechnername ist wiederum in eine weitere Hierarchie eingebunden, die angibt in welcher Organisation oder in welchem Land er steht. Dies könnte in gewisserweise also als Heimat des Servers interpretiert werden. Das ist die Idee, die hinter einer Domain (engl.: Heimat) steckt. Eine Domain ist ein Zusatz zum Rechnernamen. Erst Nutzername, Rechnername und Domain ergeben die vollständige Adresse. Die Domain spaltet sich dann in verschiedene Teile auf.
Das Schema eine InterNet Adresse lautet:
<user>@<computer>.<domain>.<topleveldomain>
Das "@"-Zeichen wird als "at" gelesen, was übersetzt "bei" heißt. Der Nutzer "User" ist also beim Rechner "Computer" in "domain.topleveldomain". Die Topleveldomain gibt meistens das Land an, in dem der Computer steht, z. B. ".de" für Deutschland, ".gr" für Griechenland, etc. Das ist leider etwas unanschaulich. Ein praktisches Beispiel ist die Adresse des Buchautors:
ag@krypta.snafu.de
Der Anwender braucht nur die Adresse einzugeben, um eine Nachricht zu schreiben, aber der Computer der diese Nachricht befördern soll, muß wissen was er damit tun soll. Sitzt der Sender der Nachricht vielleicht in den USA, kann der dortige Rechner mit einer deutschen Adresse herzlich wenig anfangen. InterNet Rechner interpretieren von Adressen aber nur die Teile die sie kennen. Dabei gehen sie von rechts nach links vor. Von der deutschen Adresse kennt der amerikanische Rechner aber nun rein gar nichts. Also schickt er sie weiter nach oben zu seinem Uplink. Der höhere Rechner kennt die Toplevel-Domain ".de" und sendet die Nachricht an einen deutschen Server. Der deutsche Server kennt zwar ".krypta" nicht, aber "snafu." sagt ihm was, also sendet er die Nachricht zu dem "snafu."-Server in Berlin. Der "snafu."-Server kennt keinen "ag", aber dafür "krypta.". Auf dem Rechner "krypta" angekommen, wird die Nachricht in das Postfach des Users "ag" kopiert. Die Mail ist angekommen. Durch diese stufenweise Weiterleitung, muß nicht jeder Rechner jeden anderen kennen. Es genügt, wenn jeder ein Stück weis, dadurch lassen sich viele Daten sparen. Die Domain wird einem Rechner meist vom Provider zugeteilt.
Eine Liste der Länderkürzel wird im Anhang mit beigefügt.
Die Online-Dienste haben das InterNet erst beliebt gemacht. Um Online-Dienste zu nutzen muß der Anwender für die Dauer seines Aufenthaltes im Netz, mit dem Server verbunden werden. Mit Online-Diensten lassen sich Datenbank direkt abfragen, d. h. Sie bekommen die Antwort auf Ihre Anfrage kurz nachdem sie gestellt wurden. Damit Sie die Antworten aber bekommen können müssen Sie verbunden bleiben. Diese Dienste werden auch interaktive Dienste genannt, da sie direkt mit dem Anwender kommunizieren.
Die Anfragen die gestartet werden und die Antworten der Datenbanken die darauf erfolgen sind Daten. Diese Daten werden in kleine handliche Pakete zerhackt, die dann vom InterNet mittels TCP/ IP übertragen werden. Jeder InterNet Rechner ist über eine Datenleitung zu seiner übergeordneten Stelle verbunden. Die Datenleitung kann ein Modem, ISDN, X.25 (dem Datex-P der Telekom) oder eine Funkstrecke sein. Durch diese Verbindungen werden die Daten von einem Rechner zu anderen gesendet (geroutet), bis sie sich am Zielort befinden (s. Listing 3.11). Die Antwort nimmt den gleichen Weg zurück. Das bedeutet für den Anwender, daß für ihn nur Verbindungskosten zum nächsten InterNet-Rechner anfallen, nicht aber irgendwelche Ferngespräche, nur weil die Datenbank in Australien steht. Der InterNet Server kümmert sich um die Weiterleitung der Daten.
Einige InterNet Provider rechnen nach der über sie übertragenen Datenmenge ab. Bestimmte Provider berechnen für internationalen Verkehr, sogar höhere Gebühren. Im eigenen Interesse sollte sich der Anwender einen Provider suchen, der nur pauschale Preise nimmt. Ansonsten werden die Kosten ziemlich schnell unübersichtlich. Die Datenbanken im InterNet sind aber meistens kostenlos.
Im InterNet gibt es verschiedene Online-Dienste. Einige können Dateien (also Programme) übertragen, andere können multimediale Daten übertragen. Um bestimmte Online-Dienste auf einem fernen Server nutzen zu können, muß aber der gewünschte Server diese Dienste auch unterstützen. Auf dem Heim-PC muß entsprechend zum gewünschten Online-Dienst auch noch ein Steuerprogramm (ein Client-Programm) installiert werden. Die Client-Programme sind meisten PD oder Shareware. Auf der CD-ROM sind alle wichtigen Programme mit enthalten.
Es ist unerheblich, ob der InterNet Rechner bei dem der Anwender mit seinem Modem anruft, bestimmte InterNet Dienste unterstützt. Dieser fungiert nur als Relais, der die Daten des Anwenders zu einem fernen InterNet Rechner durchgibt.
FTP bedeutet File-Transfer-Protocol. Dieser Dienst wird zum übertragen von Dateien benutzt. Der Nutzer stellt mittels eines FTP-Programmes eine Verbindung zu einem beliebigen FTP-Server her. Dieser FTP-Server stellt dem Anwender dann innerhalb von Verzeichnissen auf seiner Festplatte, Dateien zur Verfügung, die dieser sich auf den Heim-PC kopieren kann. Im FTP-Server kann der Anwender dann die Verzeichnisse wechseln und Dateien hinein oder heraus kopieren. Der FTP-Server wird vom Anwender mit Kommandos gesteuert, die denen von MS-DOS ähnlich sind. Moderne Client-Software ermöglicht aber auch die Bedienung per Maus.
Um die volle Bandbreite des FTP nutzen zu können, wird ein Passwort gebraucht, das den Anwender als berechtigte Person ausweist. Existiert keine solche Identifikation, kann der Anwender z. B. keine Dateien löschen. Allerdings hat der Anwender meistens trotzdem Zugang zu einem Dateibereich des FTP-Servers, den dieser der Allgemeinheit der Netzteilnehmer zur Verfügung stellt. Dieser Zugang nennt sich anonymous-ftp. Wenn der FTP-Rechner nach einem Passwort fragt, gibt der Anwender "anonymous" oder "ftp" ein, was standardmäßig den Zugang für alle Anwender öffnen. Als Passwort wird die E-Mail-Adresse verlangt.
Resolving krypta.snafu.de... Trying 194.64.152.200:21...
FTP session 1 connected to 194.64.152.200
220- krypta, JNOS FTP version 1.10b (80386)
220 Ready on Mon May 29 12:05:18 1995
Enter user name: ftp
331- Anonymous login OK. Please give e-mail address as password!
331 Enter PASS command
Password:
230 Logged in as anonymous, restrictions apply
ftp> dir
200 Port command okay
150 Opening data connection for LIST g:/pub/*.* (1348 bytes)
24000/ 18:21 3/25/95 ad-os2ap/ 23:10 4/03/95
astro/ 18:21 3/25/95 bios/ 18:21 3/25/95
cross/ 18:21 3/25/95 ct/ 18:21 3/25/95
dos/ 18:21 3/25/95 fax/ 18:21 3/25/95
fidprg/ 18:22 3/25/95 fidtext/ 18:22 3/25/95
ftpup/ 10:54 4/16/95 g_index/ 6:49 4/14/95
games/ 18:22 3/25/95 grafix/ 18:22 3/25/95
i_spiele/ 6:52 5/01/95 i_sware/ 5:54 4/08/95
nokids/ 18:22 3/25/95 os2/ 18:22 3/25/95
vir/ 18:22 3/25/95 winprg/ 18:22 3/25/95
20 files. 290,662,752 bytes free. Disk size 647,551,348 bytes.
LIST *.*: 1348 bytes in 0 sec (3063/sec)
226 File sent OK
ftp> cd winprg
257 "g:/pub/winprg" is current directory
ftp> dir
200 Port command okay
150 Opening data connection for LIST g:/pub/winprg/*.* (429 Bytes)
index.txt 1,830 2:01 5/03/95
tvvp_1mb.104 752,580 18:30 10/21/94
w32sole.exe 2,287,315 2:35 4/12/95
ww0981.zip 577,891 19:13 6/21/94
4 files. 290,662,752 bytes free. Disk size 647,551,348 bytes.
LIST *.*: 429 bytes in 0 sec (2600/sec)
226 File sent OK
ftp> bin
ftp> hash
ftp> get ww0981.zip
200 Type I OK
200 Port command okay
150 Opening data connection for RETR g:/pub/winprg/ww0981.zip (577891 bytes)
#############################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################
RETR ww0981.zip: 577891 bytes in 18 sec (31364/sec)
226 File sent OK
ftp> quit
221 Goodbye!
FTP session 1 closed: EOF
Hit enter to continue
Listing 3.4: Einloggen als anonymer User und Datei downloaden.
Wie in Listing 3.4 zu sehen ist, sind die Eingaben des Benutzers fett gedruckt. In diesem Listing ist eine Beispiel FTP-Verbindung, wie sie sich dem Anwender darstellt abgedruckt. Der Befehl ist "bin" für alle Dateien notwendig, die (für Menschen) keine lesbaren Texte sind. Der Befehl "bin" ermöglicht erst das übertragen von Programmen oder komprimierten Archiven. Mit dem Befehl "get" holt sich der Anwender die gewünschte Datei auf seinen PC.
Die meisten InterNet-Rechner achten auf Groß -und Kleinschreibung! Der Nutzer muß bei Dateinamen genau hinsehen, sonst bekommt er vom Server eine Fehlermeldung. Unter UNIX ist die Datei "Prog1.ZIP" ungleich "prog1.zip"!
Mit dem Befehl "put" könnte er eine Datei von seinem Heim-PC auf den FTP-Server schicken (wenn er dazu die Berechtigung hat). Die "#"-Zeichen (Raute) sind eine Fortschrittsanzeige des Datentransfers. Jede Raute steht für 1024 Bytes, dadurch kann der Benutzer sehen, wieviel seiner Datei schon übertragen wurde.
Nicht alle FTP-Server lassen einen anonymous-ftp zu. Bei einigen werden nur Nutzer zugelassen, die dem System bekannt sind (etwa Mitarbeiter).
Um Dateien im InterNet zu suchen, gibt es ein weiteren Online-Service. Dieser wird Archie genannt. An Archie können die Dateinamen (oder Teile davon) gesendet werden und Archie gibt (bei erfolgreicher Suche) den Server aus, wo die Datei per FTP geholt werden kann.
Der TelNet-Dienst ist eine Art Terminalprogramm (s. Kap. 2), der es dem Anwender erlaubt, einen InterNet Rechner wie eine Mailbox, zu bedienen. Der eigene PC wird dann zum Terminal eines entfernten InterNet Rechners. Der Anwender kann den InterNet-Rechner dann so bedienen, als würde er lokal vor dessen Konsole sitzen. Das bedeutet, die Tastendrücke auf dem Heim-PC werden an den TelNet-Server geschickt und die Reaktion darauf sieht der Anwender auf seinem Monitor. Die InterNet Leitung ist also in diesem Falle mit einem langen Tastatur -und Monitorkabel zu vergleichen.

Abb 3.13: Bedienung eines entfernten Rechners vom Heim-PC aus.
Durch TelNet kann z. B. der wissenschaftliche Mitarbeiter einer Uni, sich in seinen Uni-Rechern einloggen, um zu sehen ob neue Post für ihn da ist. Um TelNet zu benutzen, muß der Anwender in den meisten Fällen dem entsprechenden System bekannt sein. Eine Standardprozedur wie "anonymous TelNet" gibt es nicht. Allerdings sind Identifizierungen bei einigen Datenbanken nicht nötig.
NFS bedeutet Network-FileSystem. Mittels NFS kann ein Nutzer über eine TCP/ IP Verbindung, die Festplattenlaufwerke eines NFS-Servers bei sich installieren (mounten). Er kann dann auf diese Laufwerke genauso zugreifen, als ob sie bei ihm lokal existieren würden. Dies ist aber nur für lokale Netzwerke (LANs) interessant, da sonst die Geschwindigkeit einer normalen TCP/ IP Verbindung nicht ausreichend ist.
Gopher (Engl.: Maulwurf) ist ein echtes Datenbanksystem, das von der University of Minnesota (ein Gopher ist ihr Maskottchen) entwickelt wurde. Es gibt mehrere zehntausend Gopherserver auf der Welt. Mittels eines Gopherprogrammes kann der Heim-PC einen Gopher-Server abfragen. Das System eines Gopherservers ist sehr einfach. Die Daten

Abb 3.14: Hierarchie in einem Gopher-Server

Abb 3.15: Ein Gopherserver in Canada
liegen in Verzeichnissen. Die Verzeichnisse haben aussagekräftige Namen, so daß der Anwender erkennen kann, ob in den Verzeichnissen etwas interessantes für ihn ist.
Wenn sich der Nutzer an einen Gopher-Server schalten läßt, kommt er zuerst in die Eingangspforte. Der Gopher-Server präsentiert ihm alle Hauptverzeichnisse bzw. Oberbegriffe.
Aus diesem Menü "klickt" der Anwender mit der Maus auf die entsprechend unterlegten Begriffe und der Gopher-Server sendet ihm die nächste Menüstufe zu, wo der Anwender wieder die Wahl hat, sein Informationsgebiet durch Spezifikation des Problems einzuengen. Ist er dann weit genug gekommen, gibt der Gopher-Server die entsprechende Information als Text-Datei aus.

Abb 3.16: Textdatei zu Bewerbungsvoraussetzungen an einer Uni.
Diese kann der Anwender dann ausdrucken oder abspeichern. Ist es nicht die gewünschte Information, kann der Anwender ein oder mehrere Stufen in der Hierarchie "höher" gehen und seine Suche erneut beginnen.
Ein weiterer bekannter Online Dienst im InterNet ist der IRC. IRC steht für Internet Relay Chat, was freiübersetzt etwas wie "Konversation mit Hilfe des InterNets" heißt. Der IRC ist mit dem CB-Funk vergleichbar, und wurde 1988 in der Universität Oulu (Finnland) von Jarkko Oikarinen entwickelt. Auf verschiedenen Kanälen haben sich Leute eingefunden, die sich online miteinander unterhalten können (via Tastatur). Gleich den öffentlichen Brettern, den Newsgroups, haben auch im IRC Kanäle Namen, die etwas über das Gesprächsthema aussagen. Der Anwender loggt sich mit einem IRC-Client Programm auf seinem PC in einen IRC-Server ein. Dort ist er dann unter seinem Namen, Spitznamen oder Pseudonym bekannt (das hier zulässig ist). Dann kann er sich alle Kanäle ausgeben lassen und sich für einen (oder mehrere) entscheiden. Ist er in einem dieser Kanäle, kann er sich auch schon mit anderen unterhalten. Die Nachrichten die der Anwender eintippt, werden gleich zu den anderen Teilnehmern geschickt und alles was diese tippen bekommt der Anwender auf seinen Schirm.

Abb 3.17: Eine IRC Unterhaltung.
Über IRC lassen sich Diskussionen führen oder einfach nur locker plaudern. Weltweit! Alle IRC-Server sind untereinander via InterNet verbunden. Also können natürlich auch Gespräche mit Japanern oder Chilenen geführt werden. Sollen private Gespräche geführt werden, wird einfach ein privater Kanal zum anderen Gesprächspartner geöffnet.
Der bekannteste Online-Dienst im InterNet dürfte wohl das WWW sein. WWW steht für World-Wide-Web, was "Weltweites Netz" bedeutet. Ursprünglich eine schweizerische Erfindung, ist WWW erst durch das starke Engagement der Amerikaner so beliebt geworden. WWW ist von der Anwendung her, der Windows-Hilfe sehr ähnlich. Mit einem WWW-Client (Jargon: WWW-Browser, sprich: WWW-Brauser) kann der Anwender auf seinem PC eine WWW-Seite darstellen. In einer WWW-Seite können neben Text auch Musik, Videos und Bilder dargestellt werden. Auf einer WWW-Seite gibt es farbig unterlegten Text. Dieser Text ist ein Verweis auf ein anderes WWW-Dokument oder Video, Musikclip etc. Dieses kann entweder auf dem gleichen Server liegen, oder sonst irgendwo auf der Welt. Diese Querverweise werden HyperLinks oder URLs (Uniform Ressource Locator) genannt.

Abb 3.18: Eine Kino-Vorschau im WWW
Der Nutzer braucht nur die entsprechenden aktiven Felder, auf einer WWW-Seite mit der Maus zu klicken, und schon werden ihm die neuen Daten präsentiert. Dabei kann es passieren, daß sich der Anwender rund um die Welt klickt, dies nennt dann der Freak "surfen". In Abb 3.17 ist eine Kino-Vorschau zum Film "Braveheart" der Paramount Pictures zu sehen. Vom eigenen WWW-Server der Paramount Pictures. Neben wichtigen Infos zum Film, sind auch Ausschnitte des Films zu sehen (mit Ton!). Diese Videos werden durch URLs gekennzeichnet.
Bei vielen Anfängern gibt es das Mißverständnis, daß das WWW ein eigenes Netz ist, oder ein zentraler Server. Das stimmt nicht. Jeder Rechner der sich im InterNet befindet kann WWW anbieten. Das bedeutet WWW ist Teil des InterNets und ebenso dezentral. Die Illusion des geschlossenen Netzes ergibt sich erst dadurch, das von einem WWW Dokument Verbindungen zu anderen Dokumenten existieren.
Die WWW-Seiten sind im sogenannten HTML-Format (HyperText MarkUp Language) geschrieben, ein Dateiformat, wie etwa das von Word für Windows. Um HTML Dokumente zu erstellen, ist ein extra Editor nötig (der auf der CD-ROM ist), oder ein Konverterprogramm, das Texte von Textverarbeitungen in HTML-Dokumente umwandelt .
Ein WWW-Browser ist gleichzeitig ein Bedienungsprogramm für FTP und Gopher.

Abb 3.19 Fernsehen über einen InterNet-Rechner
Das InterNet ist sehr vielfältig, die Anwendungen ebenso. Da das InterNet nur eine Art Telefonleitung darstellt, können findige Programmierer immer neue Möglichkeiten für eine Anwendung finden. Neben den oben beschriebenen Standardanwendungen, gibt es auch das Fernsehen oder das Radio über das InterNet (dazu später mehr).
Mittels des Programmes CuSeeMe (ein englisches Wortspiel für "ich seh Dich und Du mich"), können von einem entfernten InterNet-Rechner (kleine) bewegte Bilder übertragen werden. Manchmal läuft sogar eine US-Serie die es hier noch nicht gibt. :-)
Eine weitere faszinierende Möglichkeit ist das Telefonieren über InterNet. Dazu wird eine Soundkarte im Heim-PC gebraucht und ein Mikrofon. das Programm IP-Phone stellt dann die Verbindung zwischen zwei Netzteilnehmern her. Wer Bekannte und Verwandte in Übersee hat, wird sich freuen. Es fallen nach wie vor nur die Gesprächsgebühren zum InterNet-Provider an, also in 90% aller Fälle der Ortstarif.

Abb 3.20: Telefonieren im InterNet
Über eine TCP/ IP Verbindung kann mit einem entsprechenden Programm auch auf dem Heim-PC Xwindows (eine grafische Benutzeroberfläche für UNIX) gefahren werden. Damit kann der eigene PC z. B. auf die Ressourcen von weit stärkeren Rechnern zugreifen.
Damit sich zwei Menschen über InterNet unterhalten können, müssen natürlich beide Zugang zu InterNet haben und beide müssen das IP-Phone Programm auch gestartet haben. Auch das IP-Phone Programm ist auf der CD-ROM enthalten.
Besonders die letzten vorgestellten InterNet Dienste sind als Killerapplication im Netz berüchtigt. Gerade das Übertragen von multimedialen Daten, also von Text, Grafik, Audio und Video gleichzeitig ist sehr aufwendig und verschlingt eine große Bandbreite. Für die WWW-Seite in Abb 3.18 hätten leicht 500 persönliche Nachrichten übertragen werden können.

Abb 3.21: Das geschätzte Datenaufkommen im Netz allein durch WWW.
So ist es teilweise heute schon ein wahres Geduldsspiel, im InterNet zu "surfen", da die Antwortszeiten der Server manchmal schon einige Minuten betragen können. Dies ist bedingt durch die Überlastung der bestehenden Verbindungen. Wer ungestört im InterNet "surfen" möchte, muß sich bestimmte Tageszeiten heraussuchen, in denen seine Lieblingsserver weniger zu tun haben.
Im InterNet gibt es Informationen aller Art, früher wurde mehr mit dem Sammeln von Information sogar Geld verdient, aber heute wird eher damit Geld verdient, zu wissen wo sich Informationen befinden. Das Recherchieren im Netz wird auch das gesamte nächste Hauptkapitel füllen.
Einheitliche Bezeichnung von Online-Diensten
Weil mit einem WWW-Browser, außer HTML-Seiten (HyperText Markup Language) auch noch Gopher-Seiten, Newsgroups gelesen und FTPs gemacht werden können, ist es notwendig die Bezeichnung der einzelnen Services zu vereinheitlichen. WWW-Browser wie Netscape oder Mosaic sind Generalisten. Sie können fast jeden InterNet-Server bedienen. Damit ist die Zeit vorbei, wo jeder einzelne Service seinen eigenen Client braucht. Ein FTP-Client um per FTP Daten zu übertragen, ein Gopher-Client um Gopher-Datenbanken abzufragen etc. Die Tatsache, das auch heute noch zu jedem Dienst ein Client genommen wird, ist nur vorrübergehender Natur, bis die Software der WWW-Browser perfektioniert wurde.
In einer HTML-Seite können ja die unterschiedlichsten Querverweise auf andere Quellen im Netz stehen. Es können Videos gezeigt, Dateien übertragen, oder Artikel einer Newsgroup gelesen werden und vieles andere mehr. Jedes Video, jede Datei und jeder Artikel kann irgendwo auf der Welt im Netz sein, auf irgendeinem Server. Eine HTML-Seite kann also fast alle Netzressourcen nutzen. In den Querverweisen der HTML-Seiten, steht immer genau drin, was für ein InterNet-Dienst (also FTP, etc.) angefordert wird, welcher Server diesen Service bietet und welche Daten übertragen werden sollen. Zu diesem Zweck existiert in dem Querverweis ein URL (bzw. der Querverweis ist der URL). Das ist die Kurzform für "Uniform Ressource Locator", was soviel bedeutet wie "Einheitlicher Zeiger auf Ressourcen". Durch einen URL wird also immer ein Quelle im Netz genau bezeichnet (darauf gezeigt). Die Schreibweise (Syntax) der URLs lauten so:
Protokoll://Server/Verzeichnis/Datei
Die Protokolle sind gleich der einzelnen Services im Netz
Protokoll Dienst
file Das Protokoll "file" steht für den Verweise auf eine Datei der eigenen Festplatte.
ftp "File Transfer Protocol", Mit diesem Protocol werden Dateien von einem FTP-Server übertragen.
gopher Dies wird benutzt um einen Gopher-Server zu bedienen.
http "HyperText Transfer Protocol", mit diesem Protocol werden WWW (HTML) Seiten übertragen.
news Durch dieses Protocol wird ein NNTP (NetNews Transfer Protocol) News-Server angesprochen. Dadurch können Anwender mit einem WWW-Browser auch Newsgroups lesen.
telnet das Protokoll "telnet" baut eine TelNet Verbindung auf.
Tab 3.7: Die wichtigsten InterNet-Protokolle.
Um auf eine Datei per FTP zuzugreifen ist z. B. nur der URL "ftp://ftp.fu-berlin.de/pub/pc/win3/driver/grafik.zip" bei einem WWW-Browser einzugeben. Wenn keine spezielle Datei angegeben wird, gibt der WWW-Browser den Inhalt des Verzeichnisses aus.
Eine WWW-Seite wird beispielsweise so beschrieben: "http://www.novell.com/index.html".
Die URLs sind kein neues Protokoll, oder ein neuer Service, sondern nur eine neue Bezeichnungsart. Durch einen URL lassen sich alle InterNet-Dienste auf die gleiche Art und Weise beschreiben. Erst dadurch lassen sich alle Dienste mit einer HTML-Seite darstellen und mit der Maus ausführen.
Über das InterNet kann der Anwender auch unter einer Vielzahl von Programmen wählen. Das Verfahren per FTP Programme und andere Dateien zu bekommen, wurde schon erklärt. Doch es gibt noch mehr Möglichkeiten. Besonders für die Nutzer die keinen InterNet-Anschluß haben, sondern nur einen UseNet Anschluß, also lediglich über Mail und News verfügen. Wie können Programme trotzdem versendet werden? Indem das genommen wird, was jedem zur Verfügung steht, eben Mail und News. Doch mit Mail und News können nur Buchstaben übertragen werden, aber keine Programme.
Normaler Text wird in Form von ASCII Zeichen ausgetauscht (s. Kapitel 2). ASCII ist eine Norm der Codierung von Zeichen, damit alle Computer verschiedener Bauart Texte austauschen können. Prinzipiell sagt ASCII nur aus, das wenn Computer 1 ein "A" schreibt, Computer 2 auch ein "A" liest.
Diese ASCII-Codes existieren für alle Buchstaben des Alphabets. Computer tauschen die Daten aber nun nicht in Form von Klartext aus, sondern in einer fast endlosen Reihe von Nullen und Einsen. In Bits. Jedes Bit kann entweder Null oder Eins sein. Acht Bit ergeben ein Byte. Der Heim-PC wird zum Beispiel meistens einen Hauptspeicher zwischen 4 und 32 Millionen Bytes haben (je nach Finanzkraft des Eigentümers). Ein ASCII-Code braucht aber nur sieben Bits, Programme oder Archive aber acht. Dateien die eine Breite von acht Bits brauchen, werden im UseNet Binaries genannt. Ein Text besteht aus Buchstaben und damit aus ASCII-Codes, also einem Vielfachen von sieben Bits. Mail und News sind im UseNet auf Text, also nur auf sieben Bits programmiert. Ein Programm welches ein Vielfaches von acht Bits braucht, kann nicht ohne weiteres übertragen werden. Diese Situation ist vergleichbar mit einer Brücke, die für einen LKW zu niedrig ist.
Der LKW kann die Luft aus den Reifen lassen und aus acht Bit Daten können sieben Bit Daten gemacht werden. Mit Spezialprogrammen werden acht Bit Daten, sieben Bit kodiert. Es wird ein lesbarer Text erzeugt, der in seiner Länge etwa die Hälfte größer ist als das eigentliche Programm. Dieser Text kann dann per Mail oder News verschickt werden. Der Empfänger muß mit einem zweiten Spezialprogramm aus dem Text wieder das Ursprungsprogramm erzeugen. Den Vorgang des Umwandelns von einem acht Bit Programm in einen sieben Bit Text nennt sich UUENCODE (sprich: ju-ju-enkoud). Die Umkehrung davon ist das UUDECODE.
Das Archiv (komprimierte Datei) PROG1.ZIP, mit einer Länge von 366 Bytes soll uuencodet (neudeutsch) werden. Durch die entsprechende Prozedur (es gibt ein Windows-Programm das das erledigt), wird daraus die uuencodete Datei PROG1.UUE mit einer Länge von 706 Bytes. Die Datei sieht nun so aus:
section 1 of uuencode 5.10 of file prog1.zip by R.E.M.
begin 644 prog1.zip
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```
`
end
sum -r/size 34423/532 section (from "begin" to "end")
sum -r/size 60613/366 entire input file
Listing 3.5: Eine 7-Bit codierte Datei.
Durch das dekodieren, entsteht wieder die Datei PROG1.ZIP. Mittels UUENCODE können Dateien beliebiger Größe versendet werden. Bei längeren Programmen zerstückelt UUENCODE die Datei in mehrere Segmente, die dann auch einzeln verschickt werden müssen. Dies hat den Grund, das sehr oft die maximale Länge einer Mail auf 64 KByte limitiert ist.
Für wichtige Belange können FTPs auch per Mail durchgeführt werden. Dieser Service wird Mail-Server genannt. Der Nutzer schreibt eine Mail an einen InterNet-Rechner. In dieser Mail steht z. B. welche Datei er von wo haben möchte. Dieser InterNet-Recher führt dann die Befehle (die gleich denen im richtigen FTP sind) in der Mail aus.
To: ftpmail@info2.rus.uni-stuttgart.de
open ftp-os2.cdrom.com
size 10K
compress
cd /pub
get index.txt
quit
Listing 3.6 Mail an einen FTP-Email-Server
Entsprechend dem Beispiel in Listing 3.6, holt er dann die Datei und uucodiert diese, um sie dem Nutzer dann zu schicken.
Bevor Dateien extensiv hin und her geschickt werden, sollte sich der Anwender klar sein, das durch das Versenden solcher Mails eventuell hohe Sekundärkosten entstehen können.
Ist der Nutzer an einen nicht-komerziellen Provider angeschlossen, so muß der Betreiber dieses Servers die Mails auf seine Kosten übertragen. Da am Routing mehrere Sites beteiligt sind, haben viele Leute durch solche Mail unter Umständen hohe Kosten! Gleiches gilt für die Verbreitung von uucodierten Programmen via Newsgroups. Einige Newsgroups werden weltweit verbreitet, vergewissern Sie sich dreimal, ob ein Posting dann wirklich notwendig ist!
Sind Sie an einen kommerziellen Provider angeschlossen, kann es sein, daß für internationale Mail extra gezahlt werden muß. Andere Provider rechnen nach der Menge der übertragenen Daten ab. Die Kosten für den Anwender können schnell steigen, wenn diese Methode Dateien auszutauschen öfter angewendet wird.
In einigen Newsgroups werden regelmäßig uucodierte Dateien veröffentlicht. Der Anwender muß diese Gruppen abonnieren und mit seiner Software dann die entsprechenden Nachrichten dekodieren. Die Newsgroups die solche Binaries transportieren, sind oft leicht am Namen zu erkennen. Sie heißen: "alt.binaries." oder "comp.binaries.". Doch gerade wer mit einem Modem am Netz teilnimmt, sollte aufpassen, das Nachrichtenaufkommen in diesen Gruppen kann leicht einige MBytes pro Gruppe betragen.
In einigen Newsgroups werden Bilder, Texte oder Videos verbreitet, die Jugendlichen nicht zugänglich gemacht werden dürfen. Es handelt sich hier einerseits um normale erotische Darstellungen aber auch um blanke und eindeutige Pornographie! Eltern oder Lehrer sollten bei Ihren Schützlingen darauf achten, daß die Newsgroupssammlung sexfrei ist. Einiges an der verbreiteten Pornographie ist in den meisten Ländern (inkl. Deutschland) rechtswidrig! Seit neuestem gibt es Programme, die solche Angebote filtern können.
Regelwächter in den Newsgroups
Viele Gruppen sind selbstregulierend, d. h. es existiert keine Autorität die irgendwie eingreift. Fallen User unangenehm auf, kann es sein das sie dutzende oder gar hunderte von teils freundlichen, teils weniger freundlichen Mails bekommen. In diesen werden sie aufgefordert, ihr Verhalten zu ändern. Doch einige Newsgroups haben einen oder mehrere Moderatoren. Die Moderatoren achten darauf, das die Nachrichten auch in etwa dem Thema der Gruppe entsprechen. In moderierten Gruppen, senden die Leute, die etwas in dieser Gruppe veröffentlichen wollen, ihre Nachricht per Mail an den Moderator. Dieser veröffentlicht dann die Mail in der Newsgroup, wo diese dann von allen angeschlossenen Usern gelesen werden kann. Entspricht die Nachricht nicht den Anforderungen für eine Veröffentlichung, wird sie gelöscht. Diese Funktion des Moderators, wird kommunikationswissenschaftlich Gatekeeper (engl.: Torwächter) genannt. Er allein entscheidet, welche Nachrichten veröffentlicht werden und welche nicht. Der Moderator hat eine große Verantwortung und muß viel Fachwissen besitzen, damit dieses Prinzip nicht in Zensur ausartet. Newsgroups die "moderated" sind, kommen meist aus naturwissenschaftlich/ technischen Bereichen.
In einigen Newsgroups existieren Textdateien, die monatlich publiziert werden. In diesen Textdateien stehen die häufigsten Fragen, die ein Neuling zum Thema des Brettes haben könnte und die entsprechenden Antworten. Damit wird das Niveau der Newsgroup hoch gehalten und es müssen nicht immer wieder grundsätzliche Dinge diskutiert oder behandelt werden. Außerdem ist es für den Nutzer wesentlich komfortabler die richtige Antwort auf seine Frage gleich nachlesen zu können, als noch Tage darauf zu warten. Diese Textdateien nennen sich FAQs, was eine Abkürzung für "Frequently Asked Questions" ist (engl.: Häufig gestellte Fragen).
* WHAT ABOUT A HYPERTEXT INFO FILE?
Well, some moons have passed since edition 1.00, and now it's there! But you need to patch "makeinfo v1.55" with the included "makeinfo-1.55. patch" file, and compile it with "-DJOKES=1" defined. Then type "make info" for the Info, and "make txt" for a TEXT/ASCII version.
-=- * -=-
* HOW TO CREATE THE HTML FILES?
Just say "make html" which runs "texi2html" on "bdgtti.texi" and creates a bunch of HTML files; Note that "texi2html" needs Larry Wall's "perl" program to be installed on your system. Maybe you need to edit the first line in the perl script "#!/usr/local/bin/perl" to whatever directory "perl" is installed on your system.
-=- * -=-
* HOW TO HANDLE TYPOS, MISTAKES, AND OTHER BUGS?
Given, that this is still the first edition, some "bugs" or other "quirks" are inevitable, that might have been overseen during Texinfo production. If you find something, drop me an e-mail; if you have any comments or questions, want to make further addition or corrections, please send "all-your-stuff" to the address below. I'll probably include them into future releases of this guide.
But, please, folks, don't expect an answer on your question until the weekend following your quest. And thus you might drop me the question on Fridays. I am currently writing my thesis on something completely different than the Internet, WWW, Information Retrieval, or something alike, and thus like to limit the e-mail traffic on this project to the weekends.
Thanx in advance for your patience!
-=- * -=-
Listing 3.7: Ausschnitt aus einer FAQ des Big-Dummy-Guide-through-the-InterNet
Es gibt auch einige FAQs in deutsch. Außer durch die monatliche Verbreitung in der betreffenden Newsgroup, können viele FAQs auch per FTP bezogen werden.
Grundlagen zu Netzwerken allgemein.
Damit Computer verschiedener Hersteller in einem Netzwerk miteinander kommunizieren können, müssen die Datenformate in der die Computer die Daten verschicken, teilweise geändert werden. Ein typisches Netzwerk wird in Abb 3.22 gezeigt.

Abb. 3.22: Beispiel eines Netzwerkes.
In einer großen Organisationen existieren meist mehrere Netzwerke. Es wäre aber optimal, wirklich auf alle Ressourcen in der gesamten Organisation zugreifen zu können. Daher werden die Netzwerke wiederum untereinander vernetzt. Aus der Abb. 3.22 ist zu sehen, daß die meisten Hersteller (Rechner A, B, C) ihre eigenen Protokolle haben. Um alle Rechner unter einen Hut zu bringen, müssen die Protokolle gewandelt werden. Dies wird von sogenannten Gateways (Protokollkonverter) erledigt. Gateways bringen in der Informatik generell ein Format in die Form eines anderen. Um mehrere Netze des gleichen Typs zu verbinden (etwa zwei Gebäude, oder Filialen) werden sogenannte Router (sprich: "Rauter") benötigt (Datenvermittlungseinheit). Diese Router können anhand der Zieladresse der Daten entscheiden, über welche Kanäle diese geschickt werden. Wird z. B auf einen Rechner in München zugegriffen, gehen die Daten ins ISDN Netz der Telekom. Werden aber nur die Daten von "nebenan " abgefragt, laufen die Daten intern in der Firma zum Ziel.
Hier kommt auch die anfangs erwähnte Redundanz der Verbindungen zum tragen. Wie erwähnt, war es dem US-Militär wichtig, auch bei teilweise zerstörten Leitungen die Verbindung zu den Außenposten nicht abreißen zu lassen. Es gibt (softwaremäßig) intelligente Router, die erfassen können, das eine Leitung/ Kabel gestört ist und sofort schalten sie auf eine andere Leitung (sofern vorhanden) um. Dieser Vorgang wird ganz banal lernen genannt. Sind die primären Leitungen wieder operabel, schalten sie wieder auf diese zurück. Im Idealfall merkt der Benutzer nichts davon. Im schlimmsten Fall (engl.: worst case) bricht die Verbindung ab. Dieser Zustand ist fast jedem Bankkunden als offline bekannt.
Dann gibt es noch Bridges (engl.: Brücken), die zwischen verschiedenen Rechnern im Netzwerk vermitteln können. Es existieren weiterhin noch Hybriden zwischen Routern und Bridges, die Brouter (sprich: Brauter) genannt werden. Damit verschiedene Terminals die gleiche Leitung und den gleichen Rechner nutzen können, werden Multiplexer gebraucht. Ein Multiplexer fäßt die Daten von vielen Terminals zusammen und versendet sie. Anhand der Daten kann er erkennen, von welchem oder an welches Terminal die Daten laufen.
Leider sind viele Begriffe nicht eindeutig definiert. Viele Fachleute verwenden die Termini immer nach belieben. So geht ein Protokollkonverter schon mal als Router durch, obwohl es ein Gateway ist.
TCP/ IP als Grundlage des InterNets
Für den Alltag des Anwenders ist es wichtig, daß er ohne große Vorkenntnisse der Computertechnik die globale Vernetzung nutzen kann, etwa aus seiner Textverarbeitung heraus. Über welche Leitungen und Computer seine Daten gehen, braucht er nicht zu wissen. Wichtig ist nur, daß die Daten auch da ankommen wo sie hin sollen, natürlich möglichst schnell. Diese Zusammenarbeit von Computern wird in der Fachwelt oft von Interconnectivity/ Interoperabilität genannt. Unter diesen Schlagwörtern versteht der Fachmann, wann sich welcher Computer über welche Leitung mit welcher Software an andere Computer verbindet und ob er die Daten für andere Systeme konvertieren muß.

Abb 3.23. Die Verbindungen untereinander sind nicht sichtbar
Es wäre vom Anwender natürlich zuviel verlangt, wenn er selbst dafür Sorge tragen müßte, wie seine Daten übertragen werden. Deswegen stellt sich die Interconnectivity/ Interoperabilität dem Anwender als Wolke dar (Abb3.23). Er gibt seine Daten in die Wolke und am Ende kommen die Daten wieder aus der Wolke, am Zielort. Diese "Wolken" werden im nächsten Unterkapitel gelüftet. TCP/ IP hat dabei die Rolle des Fadens der Ariadne, der die Daten durch die Wolken führt (einer muß es ja wissen). :-)
Nachdem nun grob geklärt ist, welche Dienste möglich sind, kann das InterNet als Netz der Netze genauer betrachtet werden. Die Grundlage des InterNets ist das Protokoll TCP/IP. Bei TCP/IP von einem Protokoll zu sprechen ist falsch, es ist eine Protokollgruppe (s. Abb. 3.24). In diesem Kapitel wird auch nur das Protokoll TCP behandelt, das viele der InterNet typischen Anwendungen ermöglicht, ein weiteres Protokoll der Gruppe ist u. a. UDP (User Datagramm Protocol), was hier aber nicht näher erwähnt wird, da es dem TCP ähnlich ist. UDP wird für den Online-Dienst NFS gebraucht, das Festplattenlaufwerke über das Netz ansprechbar macht.

Abb 3.24: Schema von Netzdiensten
Die meisten der Dienste in Abb 3.23 sind schon ein paar Unterkapitel vorher erklärt worden. Der Dienst "BOOTP" dient dazu, einen entfernten InterNet Rechner neu einzustellen. Bestimmte Terminals holen sich z. B. auf diese Weise die neueste Netzwerkparameter.
Eine InterNet Adresse ist aus 32 Bits aufgebaut. Diese Adresse gibt jedem InterNet Rechner weltweit seine einmalige ´Hausnummer´. Als Schreibweise für diese Adresse hat sich die Aufteilung á 8 Bit eingebürgert: z.B. 194.64.152.200. Diese Ziffernfolge wird IP-Adresse genannt.
Die IP-Adresse wird in mehrere Klassen aufgeteilt. Eine Klasse besteht aus einem Bündel von IP-Adressen. Organisationen oder Firmen können sich dann eine gewisse Klasse zuweisen lassen. Aus diesem Bündel können sie ihre eigenen Rechner mit IP-Adressen versorgen. Klassen werden zentral vergeben, da nicht unendlich viele zur Verfügung stehen. Eine IP-Adresse besteht, kurz wiederholt, aus 32 Bits. Damit ergeben sich rund 4 Milliarden Kombinationen als mögliche IP-Adressen. Allerdings ist dieser Wert nur theoretisch. Durch diverse technische und organisatorische Einschränkungen, reduziert sich diese Zahl erheblich, auf ein paar Millionen. Kritiker sagen, das InterNet ist damit zu klein für die kommende Informationsgesellschaft.
Die IP-Adresse wird mit vier Zahlen repräsentiert, also etwas wie 194.64.152.200. Anhand der Repräsentation erklären sich die Klassen.
q
Class-A Netze. Hier wird nur die erste Ziffer vorgegeben, also z. B. 194.x.x.x. Die restlichen Nummern (die "x"-Zeichen) innerhalb dieser Klasse, können sich Organisationen selber zuweisen. Class-A Netze bekommen nur sehr große Organisationen oder Konzerne.q
Class-B Netze. Hier werden die ersten beiden Ziffern vorgegeben, also z. B. 194.64.x.x. Der Rest liegt wieder im Bereich der Firma oder Uni etc., an die solche Netze vergeben werden.q
Class-C Netze. Bei diesem Typ werden die ersten drei Ziffern vorgegeben, also z. B. 194.64.152.x. Die letzte Ziffer wird dann wieder von dem Eigentümer des Class-C Netzes vergeben. Diese sind meist kleinere Provider oder Domains.Es gibt keine Class-D Netze! Bei einem Class-D Netz müßten ja alle vier Ziffern vorgegeben werden, also eine vollständige IP-Adresse. Dies geschieht ja bereits von den Eigner der Class-A bis C Netze. Das wäre damit also überflüssig.
Zu den IP-Adressen ist die Textadresse assoziiert, die sich besser merken läßt. Dies ist die bereits erwähnte "rechner.domain.topleveldomain" Adressierung aus den vorherigen Unterkapiteln. Spezielle Computer lösen diese Namen dann in die Nummern auf, die für den Datenverkehr per InterNet unverzichtbar sind. Systeme die eine Textadresse in eine IP-Adresse auflösen können, heißen Domain-Name-Server (kurz: DNS). Ein InterNet Rechner der einen anderen InterNet Rechner kontaktieren will, muß immer dessen IP-Adresse kennen. Erst der DNS macht z. B. aus der Adresse "ramses.snafu.de" die IP-Nummer 194.64.152.202. Das sich der Nutzer aber Namen besser als Ziffern merken kann, kann bei einem Verbindungswunsch die Textadresse angegeben werden. Das InterNet-Programm auf dem Heim-PC ermittelt dann selber mit Hilfe des DNS die IP-Adresse und stellt die Verbindung dann her.
Alle InterNet Rechner haben auch eine Textadresse und eine IP-Nummer. Rechner die nur im UseNet liegen (also keine Online-Kapazitäten haben) haben zwar eine Textadresse (und können damit jeden InterNet Rechner erreichen und umgekehrt), aber keine IP-Nummer.
Da alle InterNet Rechner miteinander vernetzt sind, spricht man auch von einem WAN (Wide Area Network) Einem Weitverkehrsnetz.
Für Profis: Diese Kapitel ist zum Verständnis der folgenden Kapitel nicht nötig. Es dient nur dazu, dem interessierten Leser einen tieferen Einblick in die Funktionsweise des InterNets auf unterster Ebene zu geben. Interessieren Sie sich nicht dafür, lesen Sie einfach beim nächsten Unterkapitel weiter.
Um die Funktionsweise zu verstehen, stelle man sich eine 50000 Bytes große Datei vor, die versendet werden soll. Der Datenstrom soll durch eine Reihe von Punkten visualisiert werden und entspricht den Daten der Datei ohne irgendwelche Zusätze.
Die 50000 Bytes lange Testdatei repräsentieren wir so:
Datenstrom: ..................................................
TCP ist nun dafür verantwortlich, die Daten aufzuspalten. Die Aufspaltung ist notwendig, da viele Personen gleichzeitig eine Leitung benutzen und die Leitung nicht nur von einer Verbindung blockiert werden soll. Durch die Aufteilung in kleine Päckchen (Datagramme o. engl.: chunks) haben alle Benutzer die Chancen die Leitung zu nutzen, was aber bei entsprechender Auslastung auf die Übertragungsgeschwindigkeit geht.
TCP teilt die Daten z.B. in gleich große Pakete á 10000 Bytes. Die 50000 Bytes große Datei wird also in 10 Pakete zerteilt. Die Größe der Pakete gibt die maximal zulässige Übertragunseinheit des Netzes wieder, dies nennt man MTU (Maximum Transmittable Unit). Diese Übertragunseinheit richtet sich in der Praxis nach der Größe die die Gegenstelle unterstützt. Im InterNet hat man sich aber auf einen Quasi-Standard geeinigt, damit die Pakete unterwegs nicht vielleicht nochmals zusätzlich aufgeteilt werden müssen.
Beim TCP/IP spricht man eigentlich auch nicht von Bytes, sondern von Octetten, obwohl ein Octet, genau wie ein Byte 8 Bits hat. Doch dies ist nicht bei allen Rechnern so, deswegen wurde eine alternative Bezeichnung gewählt.
Diesem Datenpaket wird nun ein Informationskopf (Header) vorangestellt:
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Source Port | Destination Port |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Sequence Number | -+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Acknowledgment Number |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Data | |U|A|P|R|S|F| |
| Offset| Reserved |R|C|S|S|Y|I| Window |
| | |G|K|H|T|N|N| |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Checksum | Urgent Pointer |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| your data ... next 500 octets |
| ...... |
Listing 3.8: Kopf des TCP-Paketes
In diesem Header steht z.B. zu welchem Service (Online Dienst) die Daten gehören (z.B. FTP zum Dateitransfer). Die Services haben alle eigene Nummern, die in den "Port"-Feldern stehen. Die "Sequence Number" gibt an, welche Nummer das Paket hat. Diese Nummer ist wichtig, damit das TCP auf dem Zielrechner die Daten wieder richtig zusammensetzen kann. Hier liegt auch der Unterschied zum UDP Header, es hat keine fortlaufende Numerierung. Die "checksum" ist eine Art Prüfsumme, die beim Sender und beim Empfänger berechnet wird. Weicht die Nummer von der Nummer im Header ab, ist ein Fehler im Datenpaket und es muß neu angefordert werden. Im "Window"-Feld steht die Anzahl von Daten, die ohne Bestätigung durch die Gegenseite gesendet werden kann. Bei sehr langen Leitungen (z.B. nach Übersee) entstehen sonst sehr lange Wartezeiten, schon allein durch die Laufzeit der Signale.
Mit diesen Angaben kann das TCP der Gegenseite die Daten wieder in der Reihenfolge zusammensetzen in der sie losgeschickt wurden. Es ist nämlich nicht selbstverständlich, daß Daten nicht bunt gewürfelt wieder ankommen, da viele hundert oder gar tausend Anwender die Leitungen gleichzeitig nutzen können.
Außerdem kann es je nach Portnummer die Daten gleich an die entsprechend zuständige Anwendung weiterleiten.
Der Datenstrom sieht nun so aus, die "T"s repräsentieren den TCP-Header darin:
Datenstrom: T..........T..........T..........T..........T..........
Nachdem die Daten nun alle in Pakete aufgeteilt wurden, müssen sie noch versendet werden, das übernimmt der IP-Header:
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
|Version| IHL |Type of Service| Total Length |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Identification |Flags| Fragment Offset |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Time to Live | Protocol | Header Checksum |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Source Address |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Destination Address |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| TCP header, then your data ...... |
| |
Listing 3.9: Kopf des IP Paketes.
In diesem Header ist die Adresse angeben, wo die Daten herkommen (Source Address) und die Zieladresse. Damit alle Rechner auf dem Wege zum Ziel auch wissen wie sie die Daten weiterschicken können, wird das "Destination Address"-Feld (engl.: Ziel-Adresse) ausgelesen. Im "Time to Live"-Feld steht die Zeit in Sekunden, die das Paket altern darf. Wird es auf dem Wege zum Ziel älter, darf es von einem Rechner auf dem Weg dorthin gelöscht werden. Damit verhindert man, daß Pakete auf fehlerhaft geschalteten Leitungen ewig im Kreis laufen (Dupe Rings).
Anschließend an den IP-Header (repräsentiert durch "I"s) folgt der erwähnte TCP-Header, samt den eigentlichen Daten. Der Datenstrom sieht dann so aus:
Datenstrom: IT.........IT.........IT.........IT........IT........
Damit wäre die Kommunikation über das InterNet direkt abgeschlossen. Allerdings hat man in der Praxis meist ein LAN (Local Area Network) genanntes lokales Netzwerk, das mittels EtherNet (Ein LAN-Standard) vernetzt ist.
In diesem EtherNet müssen die InterNet Daten ja erstmal zu der Stelle gelangen, die die Daten dann auch ins InterNet senden kann. Das EtherNet ist ein Standard, bei dem Daten in einer Firma oder Organisation etc. über Koaxialkabel (ThinEtherNet) übertragen werden. Jeder EtherNet Rechner hat auch eine einmalige Adresse im Netzwerk, die allerdings aus 48 Bits besteht. Repräsentiert wird diese Adresse mit sechs hexadezimal dargestellten Bytes: z.B. 01:23:2b:65:ff:7e. Die hexadezimale Schreibweise, ist für den Computer leichter zu interpretieren (s. Kap. 1).
Um nun im EtherNet die TCP/IP Daten zu übertragen, werden sie in einen weiteren Header verpackt:
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Ethernet destination address (first 32 bits) |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Ethernet dest (last 16 bits) |Ethernet source (first 16 bits)|
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Ethernet source address (last 32 bits) |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Type code | |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| IP header, then TCP header, then your data |
| |
| ... |
| |
| end of your data |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Ethernet Checksum |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
Listing 3.10: Kopf des EtherNet-Paketes.
In diesem Header steht die Zieladresse zuerst.
Die "EtherNet Destination address" ist nicht zu verwechseln mit der "Destination address" des IP-Headers! Die Zieladresse bezieht sich nur auf das Netzwerk im Hause und kann beispielsweise ein Router sein, der die Pakete in das InterNet schickt.
Die "EtherNet Checksum" bildet den Abschluß, damit die EtherNet-Hardware des Zielrechners weis, das die Daten fehlerfrei sind. Der Datenstrom erweitert sich (mit "E" für den EtherNet-Header und "C" für die Checksumme) wie folgt:
Datenstrom: EIT.........CEIT..........CEIT..........CEIT.........CEIT..........C
Wenn der Zielrechner ein Router zum InterNet ist, wird dieser Header wieder gelöscht, so daß nur der IP und TCP Header übrig bleibt. Es gibt noch den Spezialfall, daß der EtherNet Header mit versandt wird um z.B. entfernte Rechner mit in das eigene LAN zu integrieren, die Methode nennt man EtherNet-802.3-framing.
Sind im Netzwerk noch andere Netzwerke integriert, die nicht das TCP/IP Protokoll beherrschen, müßten die Daten noch in extra Pakete des entsprechenden Protokolls verpackt werden. Bei Novells IPX z.B. wäre der Datenstrom in der Weise verändert worden:
Datenstrom: XEIT........C etc.
Zusammenfassend kann also gesagt werden, daß der IP-Header eine Art Briefumschlag für das TCP-Paket (und der darin enthaltenen Daten) ist. TCP selber weiß nicht wohin die Daten sollen, die es beinhaltet. Erst im IP-Header stehen die notwendigen Adressen. Die Stationen auf dem Wege zum Zielrechner betrachten nur die Informationen die der IP-Kopf präsentiert. Am Zielrechner ist es dann die Aufgabe von TCP die übertragenen Daten in der richtigen Reihenfolge zusammenzusetzen.
Neben dem TCP/ IP gibt es noch andere Alternativen und Standards um Rechner verschiedener Bauart zu vernetzen. Im Jahre 1977 hatte die ISO (International Organization for Standardization) auch die Idee, wie bei TCP/IP, Interoperation und Interkommunikation bei verschiedenen Rechner herzustellen. Die Initiative OSI (Open Systems Interconnections) ist entwickelt worden, damit sie offen für alle Rechnerarchitekturen ist. Das OSI Modell ist in Schichten aufgeteilt, wobei jede ihre Aufgabe bei der Datenübermittlung hat. Neben dem OSI Modell gibt es noch herstellereigene Standards, wie IPX/SPX der Firma Novell. Novell ist der Marktführer im Bereich der lokalen Vernetzung. Durch die Verbreitung von TCP/ IP und der Stellung von Novell, hat das OSI Prinzip kaum eine Chance erhalten sich zu verbreiten. Es sollte hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden.
Durch die Erläuterungen in diesem Kapitel wurde verdeutlicht, wie Daten im InterNet übertragen werden, es folgt ein Beispiel.
Der Rechner ramses.snafu.de (IP Nummer: 194.64.152.203) möchte ein Ping (ein einzelnes Paket wird gesendet und vom Zielrechner zurückgeschickt) an die Freie Universität Berlin (FU), genauer an ftp.fu-berlin.de (160.45.10.6) senden. Ramses ist ein Rechner im LAN des Buchautors, der weiß, daß er über den Router Krypta (194.64.152.200) in das InterNet kommt.
q
Ramses erkennt als Argument des Befehls ´ping ftp.fu-berlin.de´ eine Adresse die er nicht interpretieren kann, also muß er sie in eine umwandeln die er versteht.q
Der Rechner Ramses sendet erst eine Anfrage an alle Rechner im LAN, welcher die EtherNet Adresse zu 194.64.152.200 (also Krypta) hat Diese allgemeine Anfrage nennt sich Broadcast.q
Krypta antwortet als einziger Rechner und sendet seine EtherNet Adresse an die EtherNet Adresse des Fragenden (also Ramses). Dieses Verfahren nennt man ARP (Address Resolution Protocol)q
Ramses sendet nun über Krypta eine Anforderung zur Übersetzung des Rechnernamens ftp.fu-berlin.de in eine IP-Nummer, an den DNS (Domain Name Server) .q
Der DNS liegt auf 194.64.15.1, also nicht im Netz von Krypta und Ramses. Da Krypta weis, das alles was außerhalb (des Subnets) liegt, über die ISDN Leitung zum Router des nächsten Rechners gehen soll, schickt es die Daten zur Standardgegenstelle hagate.snafu.de (194.64.152.193). Der EtherNet-Header wird entfernt (stripped).q
Der DNS löst den Rechnernamen in eine IP-Nummer auf (160.45.10.6 für die FU) und sendet dies an Ramses 194.64.152.203, den Adressaten der Anfrage.q
Ist das Paket bei Krypta angekommen, liest der Router die Zieladresse aus, und sieht das Ramses innerhalb seines LANs liegt. Er sendet das Paket also an die EtherNet Adresse von Ramses.q
Ramses empfängt die IP-Nummer von der FU und sendet nun sein Ping zu dieser Adresse los. Dann wird es wieder auf die ISDN Leitung geschickt, um weiter über diverse Router bis zur FU und zurück zu gelangen.Resolving ftp.fu-berlin.de... traceroute to 160.45.10.6:33434
1: 194.64.152.203 ramses.snafu.de. (0 ms) (0 ms) (0 ms)
2: 194.64.152.200 krypta.snafu.de. (0 ms) (0 ms) (55 ms)
3: 194.64.152.193 hagate.snafu.de. (0 ms) (55 ms) (55 ms)
4: 194.64.152.193 hagate.snafu.de. (55 ms)
194.64.15.90 ugate2in1.unlisys.net. (55 ms) (330 ms)
5: 194.64.15.95 ucisco01.unlisys.net. (220 ms) (55 ms) (55 ms)
6: 194.64.15.96 ugate2mx.unlisys.net. (165 ms) (110 ms)(110 ms)
7: 192.76.152.207 gatembx4-gw.netmbx.de. (1210 ms) (1045 ms)(1045 ms)
8: 192.76.152.246 gatembx4-h.netmbx.de. (1045 ms) (440 ms) (220 ms)
9: 192.76.152.1 gatembx.netmbx.de. (495 ms) (275 ms) (385 ms)
10: 192.76.152.201 gatembx-gw.netmbx.de. (220 ms) (550 ms) (935 ms)
11: 192.86.163.227 iwu20lu.gate.TU-Berlin.DE. (1430 ms) (1375 ms) (1155 ms)
12: 192.86.163.230 pc41.gate.TU-Berlin.DE. (1320 ms) (1100 ms) (1045 ms)
13: 192.86.163.49 routp1.ZIB-Berlin.DE. (1485 ms) (1815 ms) (1320 ms)
14: 192.86.163.129 routz.ZIB-Berlin.DE. (1595 ms) (1375 ms) (1375 ms)
15: 130.73.208.97 routv.ZIB-Berlin.DE. (1320 ms) (1705 ms) (1265 ms)
16: 188.1.87.1 (1540 ms) (1100 ms) (1100 ms)
17: 160.45.4.1 tolkien.fddi4.fu-berlin.de. (1815 ms) (2035 ms) ***
18: 192.86.163.49 routp1.ZIB-Berlin.DE. (2860 ms)
160.45.1.1 heiss.fddi1.fu-berlin.de. (1155 ms) (1375 ms)
19: 160.45.10.6 pascal.zedat.fu-berlin.de. (1320 ms) (1540 ms) (2200 ms)
traceroute done: normal (Unreachable Port)
Hit enter to continue
Listing 3.11: Das Routing vom Buchautor zur FU-Berlin.
Auf der Krypta wird dann die Laufzeit des Signals (in Millisekunden) angezeigt. Dieser ganze Prozeß dauert nur Bruchteile einer Sekunde und ist beispielhaft für andere Übertragungen wie FTP, wo nicht nur ein Paket sondern mehrere übertragen werden können.
Die Wolke aus dem Vorkapitel sollte sich nun in Wohlgefallen aufgelöst haben. :-)
Die Liste der InterNet-Systeme
Die meisten Sites im InterNet und UseNet werden in einer Liste (der Map) geführt. Die Einträge (engl.: Map-Entry) in dieser Liste enthalten den Namen des Systems, den Ort (in Längen- und Breitengraden), den Namen des Betreibers, die Rechnern mit denen das System Nachrichten austauscht und vieles mehr. Anhand dieser Liste, die mehrere dutzend MByte groß ist, kann der Nutzer Informationen oder Ansprechpartner in der ganzen Welt finden. Große InterNet Rechner benutzen die Map um Routingwege zu anderen Rechnern zu finden.
#N krypta, krypta.snafu.de
#S 3xSchaeffer 386/40 / MS-DOS 5.0
#O Krypta, Node of Friendship, Berlin, FRG
#C Alexandros Gougousoudis
#E alec@krypta.snafu.de
#P Darser Str. 29, 14167 Berlin 37, Germany
#T +49 172 310 64 63
#L 52 31 N / -13 24 E city
#W alec@krypta.snafu.de; Thu Nov 25 17:00:35 MEZ 1993
#
harvey snafu.de(DAILY)
Listing 3.12: Der Map-Entry der Krypta
Die Map selber ist zu groß, um sie sich auf den Heim-PC zu kopieren, aber es lassen sich Teile der Map (in Länder unterteilt) von einigen FTP-Servern holen (z. B. ftp.tu-berlin.de). Es ist im InterNet/ UseNet aber nicht Pflicht, sich in die World-Map (die größte aller Maps) eintragen zu lassen. Es ist deshalb möglich, das es Sites gibt, die nicht eingetragen sind.
InterNet, UseNet, alles gut und schön, doch wie geht der Zugang nun praktisch vor sich? Am Anfang des Kapitels sind einige Kontaktadressen angegeben. Wer sich an diese wendet wird seinen Zugang erhalten, oder zumindest Informationen wo Zugänge zu haben sind.
Private Provider haben den Vorteil preiswert zu sein, da meistens keine kommerziellen Interessen bestehen. Der Nachteil ist aber, das der Anwender mehr auf sich selber angewiesen ist. Das gilt besonders bei Problemen und bei Beschaffung und Installieren der Zugangssoftware. Der Anwender hat auch kein Anrecht auf Betrieb des Servers. Mit anderen Worten, ist der Server nicht immer erreichbar, liegt das Risiko beim Anwender. Fairerweise muß aber gesagt werden, das viele private Betreiber sich sehr um ihr System bemühen!
Bei kommerziellen Anbietern gibt es eine mehr oder weniger kompetente Hotline und ein Starthilfepaket. Der Anwender hat auch Anspruch auf Betrieb des Servers. Bei Ausfallzeiten kann er die entsprechenden entgangenen Stunden von der Rechnung abziehen. Bei den meisten Providern gibt es verschiedene Tarife. Diese Tarife beziehen sich auf die Anzahl von Stunden die der Server pro Monat genutzt werden darf, oder auf die Menge der übertragenen Daten. Es gibt auch Tarife ohne jede Beschränkung, doch diese können recht teuer sein.
Wer also mehr Professionalität und Verläßlichkeit will, der sollte einen kommerziellen Provider vorziehen. Für InterNet-Anbindung von Firmen besteht ohnehin nur diese Möglichkeit. Allerdings muß Service (wie immer) bezahlt werden.
Wer weniger ausgeben möchte und sich mehr in der EDV auskennt, sollte sich einen nicht-komerziellen Anbieter auswählen. Wer Angehöriger einer Hochschule ist, braucht oft nichts zu bezahlen. Kontaktieren Sie in diesem Falle das Rechnerteam an der Uni.
An das UseNet kann der Anwender recht einfach Anschluß finden. Die meisten Mailboxen mit irgendeinem Netz offerieren die Newsgroups aus dem UseNet und haben auch für ihre Nutzer eine weltweit einmalige UseNet-Adresse (gleich InterNet-Adresse, ungleich IP-Nummer!). Mittels eines Pointprogrammes (der Mailbearbeitungssoftware), lassen sich die Nachrichten beim Server pollen. Der Server wird im UseNet auch Newsfeed (kurz: Feed) genannt. Das Pollen ist der Vorgang, in dem die Pointsoftware beim Server automatisch anruft und die Nachrichten für den Nutzer abruft. Bei den meisten Servern kann der Anwender selber entscheiden, welche Newsgroups er abonnieren will. Hat er sich für eine Reihe von Gruppen entschieden, schickt er die Liste zum Feed. Dieser speichert dann alle neuen Nachrichten (engl.: spoolen) in diesen Gruppen bis zum Poll des Nutzers. Mit dem mitgelieferten Pointprogramm CrossPoint (auf der CD-ROM) ist dies ohne weiteres möglich. Die Übertragung vom Server zum Anwender erfolgt mit UUCP oder ZMODEM. Im Kapitel 3.8 wird genauer darauf eingegangen werden.
Wer sich für einen Provider entschieden hat, muß nun eine InterNet Verbindung zum Server bzw. Host herstellen. Um die Online-Dienste nutzen zu können, ist für die Dauer der Nutzung eine permanente Verbindung zum Host notwendig. Durch die Verbindung zum InterNet-Server wird der eigene Heim-PC selber Teil des InterNets.
Wenn eine Datei z. B. per FTP geholt wird, ist ihre Endstation auf der Festplatte des Heim-PCs. Die Datei wird nirgends zwischengespeichert. Vom Computer auf dem Schreibtisch, hat der Nutzer also eine transparente InterNet-Leitung zum Zielrechner irgendwo auf der Welt. Die Modem-Leitung muß also auch die IP-Daten transportieren.
Für die Übertragung von InterNet-Daten vom Heim-PC zum Provider, muß ein Protokoll die Steuerung übernehmen. Dieses Protokoll sorgt dafür, daß die InterNet-Applikation auf dem eigenen Rechner mit dem InterNet Rechner kommunizieren kann. Wie schon erwähnt, läuft die Kommunikation im InterNet über TCP/ IP ab. Es wird also ein Protokoll gebraucht, welches TCP/ IP über das Modem ermöglicht.
Diese Funktion übernimmt das SLIP-Protokoll. SLIP steht für "Serial Line IP", also IP über eine serielle Schnittstelle. Dies ist für ein Modem gerade richtig. Ein Programm wie FTP auf dem Heim-PC, bekommt und sendet seine Daten dann durch diesen SLIP.
Um bei sich einen SLIP zu installieren wird eine Treibersoftware gebraucht. Unter MS-Windows kann man dazu das komfortable Programm Trumpet-Winsock benutzen (s. CD-ROM). Trumpet wählt den Provider an und loggt sich ein und installiert in Windows eine SLIP-Schnittstelle.
Alle InterNet-Software für WWW, TelNet, FTP etc. setzen dann auf Trumpet auf. Somit muß nur Trumpet konfiguriert werden. Bei den anderen Programmen ist dies nicht notwendig. Bei OS/2 und bei Windows95 sind bereits Treiber für SLIP mit im Lieferumfang enthalten.

Abb 3.25: Setupmenü für Trumpet.
In Trumpet muß die eigene IP-Adresse eingetragen werden und die des DNS. Weiterhin benötigt Trumpet die MTU, MSS und RWIN Size. MTU ist die maximale Paketgröße, die per TCP übertragen werden kann. MSS ist die maximale Länge der Daten in einem TCP-Header. Der Wert von MSS berechnet sich nach MSS=MTU-40. RWIN ist ein Vielfaches (meist das zwei- bis fünffache) von MSS (also RWIN=MSS*5). Die genauen Daten erfahren Sie von Ihrem Provider. Ansonsten stehen die standardmäßig üblichen Daten in Abb 3.25. Die Modemeinstellungen können ebenso übernommen werden.
Einige Provider verwenden keinen Standard-SLIP, sondern eine modernere Version. Diese heißt CSLIP und beinhaltet eine leichte Komprimierung der Daten. Ob Ihr Provider CSLIP verwendet, erfahren Sie bei seiner Hotline.
Ein anderes Protokoll, das TCP/ IP über das Modem ermöglicht ist PPP. PPP steht für "Point-to-Point Protocol". PPP ist neuer als SLIP und offeriert eine eingebaute Fehlerkorrektur. Außerdem ermöglicht PPP ermöglicht die IP-Adresse des Benutzers zu ermitteln. Bei einigen Providern, insbesondere Universitäten, ist die IP-Adresse des Benutzers variabel. Damit der Nutzer diese nicht immer von Hand ändern muß, kann PPP dies automatisch einstellen. Bei kommerziellen Providern ist dies aber nicht üblich. Von der Fehlerkorrektur hat der Eigentümer von einem modernen Modem auch nichts, da es dies bereits selber erledigt. Ansonsten konfiguriert sich Trumpet mit PPP genauso wie mit SLIP Bei den meisten Providern ist SLIP oder PPP gleich oft anzutreffen.
Bei einigen Organisationen, insbesondere Unis, ist es üblich dem Anrufer eine IP-Adresse aus einem Pool zuzuteilen. Diese kann sich ändern. Es wird also ein System gebraucht, das diese Adresse beim eigenen Rechner jeweils ändert. Wird die IP-Adresse nicht angepaßt, kann das InterNet nicht korrekt benutzt werden. Einerseits kann das besprochene PPP diese Aufgabe erledigen, andererseits ist dies auch mit SLIP möglich. Je nach Art der Adressübermittlung, kann Trumpet die neue IP-Adresse einstellen. Einerseits ist dies mit dem Befehl BOOTP in dem Feld "IP-Adress" möglich, andererseits kann Trumpet die neue Adresse auch aus den Textausgaben des Hosts "fischen". Welche Art der Adressübermittlung der Host anbietet, können nur die zuständigen Rechnerbetreuer sagen.
Normalerweise sind aber feste Adressen die Regel.
Nachdem bei Trumpet die erforderlichen Verbindungsdaten eingetragen sind, muß Trumpet "nur" noch gesagt werden, wie es die Verbindung zum InterNet-Provider herstellen soll. Zu diesem Zweck gibt es das Login-Script. Ein Script ist eine Text-Datei mit einer Folge von Anweisungen. Mit diesen Anweisungen wird ein Programm, in diesem Falle Trumpet, gesteuert. Das Login-Script hat die Aufgabe den Provider anzuwählen und seine Login-Prozedur zu durchlaufen. Das Ergebnis des Scripts ist am Ende die hergestellte InterNet-Verbindung.
# Modem initialisieren
output atz\13
input 10 OK\n
# Anwahl
output atdp8175954\13
# Warten auf Verbindung....
input 120 CONNECT
# System starten
output \27\27
# Warten auf Namenseingabe zur Identifizierung
input 60 Zuname)\32:\32
# Und Namen eingeben XXXXXX muß durch eigenen _Nachnamen_ erstetzt
# werden
output TCP\32XXXXXX\13
# Warten auf Passworteingabe
input 60 word:\32
# Und Passwort eingeben (XXXXX muß natürlich wieder erstezt
# werden)
output XXXXX\13
# Eventuelle Ankündigungen des Hosts überspringen
sleep 1
output \13s
# In das TCP-Menu
sleep 1
output i
# SLIP starten
sleep 1
output s
# SLIP hergestellt !!
Listing 3.13: Beispiel eines Login-Scripts
Anhand von Listing 3.13 ist zu sehen, wie die Herstellung der Verbindung funktioniert. Die Zeilen mit einem "#"-Zeichen (einer Raute) sind nur Kommentare zum besseren Verständnis. Sie haben im Programm keine relevante Bedeutung. Mittels des "output"-Befehls, werden Befehle zum Modem gesendet. Durch den "input"-Befehl wird auf eine bestimmte Äußerung des Servers gewartet. Durch "sleep" läßt man das Script einige Zeit anhalten.
Das Script in Listing 3.13 wählt zuerst das System an, schaltet sich zur Mailbox durch, identifiziert sich, überspringt Ankündigungen des Betreibers und startet am Ende den SLIP.
Ein genaues Script erhalten Sie bei Ihrem Provider. Das gezeigte Beispiel klappt genau bei einem System. Es soll nur das Prinzip verdeutlichen.
Wer über ein Netzwerk Zugang zum InterNet haben möchte, braucht zuerst natürlich einen Router im LAN. Dieser Router stellt die Verbindung zum Provider her, bzw. verfügt sowieso über eine Standleitung. Über das LAN kann dann der Arbeitsplatz-PC Zugang zum Router und damit zum InterNet erhalten. Wer aber über ein Netzwerk Verbindung zum InterNet aufnimmt, braucht statt des Modems eine Netzwerkkarte. Für diese Karte braucht er einen speziellen Treiber, der dem PC IP-Möglichkeiten gibt. Dieser Treiber wird gleich beim hochfahren des PCs in der Netzwerk-Config geladen. Dieser Packet-Treiber gibt es für alle möglichen Netzwerke und Karten.
Für Profis: Wer seine Karte über einen NDIS-Treiber anspricht, kann auch einen Packet-Treiber an diesen NDIS schalten. Damit ist der Packettreiber sogar unabhängig von der Netzkartenhardware. Bei Netzwerken, die einen ODI mit laden, kann ebenfalls ein ODI-Packet-Treiber mit geladen werden. Auch hier gibt es keine Hardwarebindung. Wer Netzwerke mit IPX fährt und weder eine ODI noch NDIS Lösung praktikabel ist, kann auch einen IPX-Packet-Treiber nutzen. Dieser packt alle IP-Daten in ein IPX Packet und sendet sie zum Router. Dieser muß den IPX Umschlag wieder öffnen und nur das IP-Packet versenden. Neben Netzen mit fremdem Protokollen (wie IPX), gibt es auch welche, die direkt TCP/ IP fahren. Auch hier gibt es Packet-Treiber, die direkt auf die Netzwerkhardware abgestimmt sind. Die beliebtesten EtherNet Karten wie WD, NE2000 und 3COM werden unter anderem unterstützt (s. CD-ROM). Einige Netzwerke sind auch direkt Multiprotokollfähig.
Selbst ISDN-Karten können über einen Packet-Treiber angesprochen werden, sofern sie über einen CAPI verfügen. Dies wird besonders für einen Router interessant sein.
Ist ein passender Packet-Treiber gefunden, muß diesem ein Software-Interrupt zugeteilt werden. Dieser Intererrupt dient dazu, das TCP/ IP Applikationen den Packet-Treiber später auch im Speicher finden können. Die Software-Interrupts liegen bei Werten zwischen 0x60 und 0xFF, der Anwender kann frei wählen.
Trumpet kann dann auch auf mit Packet-Treiber kooperieren, sofern im Feld "Packet Vector" der Software-Interrupt des Treibers angegeben ist. Die Notwendigkeit für ein Login-Script entfällt hierbei. Einige Packet-Treiber erfordern noch das laden von WINPKT, welches den Packet-Treiber Windows-fähig macht. Damit Trumpet den Router findet, muß in dem "Gateway"-Feld die IP-Adresse des Routers eingetragen werden. Gleichfalls muß die "Netmask" angepaßt werden. Fragen Sie Ihren Rechnerverwalter! Falls Sie keine genaue Information über Ihre Netmask haben, geben Sie einfach mal Ihre IP-Adresse dort ein. In einigen Fällen führt dies zum Erfolg.
Trumpet bietet auch die Möglichkeit, eine Firewall zu durchbrechen. Firewalls sind Einrichtungen des Providers, die Bewegungsfähigkeit des Anwenders im InterNet zu beschränken. Provider an denen z. B. Schulen angeschlossen sind, beschränken den Zugang nur auf ein paar lehrreiche InterNet Rechner. So werden die lieben Kleinen von Gewalt und Perversion ferngehalten (die sie dann im Fernsehen erleben). :-) Damit sich aber die Lehrer, im Auftrag der Bildung, alle Sites ansehen können, gibt es in der Firewall Schlupflöcher. Für diese Schlupflöcher ist ein Codewort und einige andere Daten wichtig. Diese können Sie, bei Berechtigung, über Ihren Provider erfahren.
In diesem Unterkapitel werden nun Anwendungen des InterNets mit ihren Möglichkeiten präsentiert. Es gibt drei Arten, wie der Nutzer das InterNet benutzen kann. Entweder wählt er sich mit einem Terminal-Programm in eine InterNet-Mailbox ein, oder er nutzt das InterNet bzw. UseNet als Point oder er nutzt den direkten Zugang, den SLIP. Je nach Zugangsart haben die Nutzungsmöglichkeiten verschiedene Namen.
q
Wählt sich der Nutzer mit einem Terminal-Programm ganz konventionell in eine InterNet-Mailbox ein ist die ein Online-Account oder Shell-Account. Der Nutzer ist bei dieser Art des Zuganges nicht Teil des InterNets. Allerdings lassen sich einige Online-Dienste des InterNets nutzen.q
Das Offlinelesen mit spezieller Software wird oft Point-Account, Offline-Account oder UUCP-Account genannt. Die Termini bezeichnen alle das gleiche, werden aber abwechselnd gebraucht. Beim Offlinelesen braucht der Nutzer nicht ständig mit dem Server verbunden sein. Er ruft nur kurz an, überträgt die für ihn gespeicherten Nachrichten auf seinen PC und beendet dann die Verbindung. Mit spezieller und einfach zu bedienender Software, kann der Anwender dann in Ruhe die Nachrichten bearbeiten.q
Letztlich der SLIP-Account, PPP-Account oder IP-Account. Auch hier bezeichnen verschiedene Namen eigentlich das gleiche Kind. Mit diesem Zugang wird der Anwender selber zu einem vollwertigen InterNet Rechner. Die SLIP -oder PPP-Accounts gehören damit einerseits zu den besten, aber andererseits auch zu den teuersten Zugangsarten.Im folgenden werden alle Zugänge und ihre Anwendungen vorgestellt. Bei den Anwendungen werden nur die wichtigsten Möglichkeiten demonstriert. Um das Programm richtig kennenzulernen, sollte die Onlinehilfe oder Dokumentation in Anspruch genommen werden.
Beim Online-Account ist die Verfahrensweise genauso wie bei einer normalen Mailbox (s. Kap. 2). Der Nutzer startet sein Terminal-Programm, ruft den Server an und kann die Dienste wie in einer Mailbox nutzen. Der Vorteil des InterNets ist es unter anderem ja, auch multimediale Daten übertragen zu können. Das ist bei einem Online-

Abb 3.26: Anwahl aus TELIX
Account nicht möglich. Es können nur die Dienste benutzt werden, die auf reinem Text basieren. Etwas anderes könnte ein Terminal-Programm wie z. B. "Telix for Windows" auch gar nicht darstellen.
Der Anwender trägt die Nummer in das Telefonbuch seine Terminalprogrammes ein (s. Abb 3.26). Bei den meisten Programmen lassen sich die wichtigsten Verbindungsdaten mit eintragen. Das können die Terminalemulationen sein, das voreingestelle Übertragunsprotokoll oder auch die Art der Mailbox die angewählt wird.
Der Nutzer kann, wenn der Server erstmal eingetragen ist, den InterNet-Rechner durch Mausklick anwählen lassen. Die standardmäßige Terminalemulation für InterNet-Rechner, sollte VT100 sein.

Abb 3.27: Die Anwahl des Servers
Nach dem melden der Verbindung durch das Terminalprogramm, fragt der Server den "username" und das "password" des Nutzers ab.
Durch die Prozedur wird der Zugang zum Server nur auf berechtigte Personen beschränkt. Da bestimmte Dienste im InterNet Kosten verursachen, liegt es auch im Interesse des Anwenders seine Kennung geheim zu halten. Der "username" ist gleichfalls der Name, mit dem die E-Mail Adresse des Nutzers gebildet wird. Aus dem Nutzer "Herbert Müller" wird der User "h.mueller", des Systems "blume", beim Provider "intec" in Deutschland. Seine E-Mail Adresse lautet dann: "h.mueller@blume.intec.de". Wenn ein Nutzer des InterNets irgendwo eine Nachricht an diese Adresse schreibt, wird sie "h.mueller" beim Login angezeigt. Schreibt Herbert eine Mail, steht die E-Mail-Adresse als Absender in der Nachricht.
Jeder Nutzer ist für die Mitteilungen die unter seiner Kennung verbreitet werden, presserechtlich verantwortlich. Wird die Kennung von Dritten ausgespäht und damit im Netz rechtswidrige (rassistische, etc.) Nachrichten verbreitet, oder Kosten verursacht, ist der Nutzer dafür verantwortlich. Zumindest bis er den "Datenklau" gemerkt hat. Der Provider kann aber recht unbürokratisch die Kennung bei Verdacht sperren. Eine neue Kennung kann dann zugeteilt werden.

Abb 3.28: Neue Nachrichten für den Nutzer
Die meisten InterNet Systeme laufen unter dem Betriebssystem UNIX. UNIX ermöglicht es, daß verschiedene Programme auf einem Rechner parallel arbeiten können (die wird Multitasking genannt). Im Prinzip wie bei Windows, doch das Multitasking funktioniert bei UNIX wesentlich zuverlässiger. Der Nachteil von UNIX ist, daß es nicht sehr Anwenderfreundlich ist. Wenn sich der Anwender im System befindet, erwartet ihn kein buntes und übersichtliches Menü wie bei "richtigen" Mailboxen, sondern nur eine Eingabeaufforderung. An dieser Eingabeaufforderung (dem Prompt) muß der Nutzer das System durch Befehle steuern. Diese Befehle sind denen von MS-DOS ähnlich. Am Ende jedes Befehls wird die "
Ü"-Taste gedrückt. So kann durch "cd <Verzeichnis>" ein Verzeichnis gewechselt werden. Mit "ls -l" kann, wie mit "dir", der Inhalt des Verzeichnisses ausgegeben werden. Alles in allem für Neulinge recht verwirrend.Trotzdem gibt es einige Mailbox im InterNet, die den Nutzer über Menüs führen können. Auch einige UNIX-Systeme bieten Menüs an, doch leider sind diese Programme noch nicht sehr weit entwickelt.
Dem Nutzer wird bei den meisten Mailbox-Systemen nach dem Login angezeigt, das neue Nachrichten für sie eingegangen sind. Mittels eines Leseprogrammes kann die Nachricht dann gelesen werden. Dieses Leseprogramm wird Mail-Reader genannt und heißt meistens "elm".

Abb 3.29: Die Mail wird angezeigt.
Geben Sie bei der Eingabeaufforderung also einfach "elm
Ü" ein und schon zeigt Ihnen das Programm ein ähnliches Bild wie in Abb 3.28. An der unteren Zeile sind die Funktionen des Programms aufgeführt.Mit "r" kann eine Antwort geschickt werden, mit "d" kann die selektierte Nachricht gelöscht werden. Mit "q" kann der Anwender dem elm wieder verlassen und zur Kommandozeile zurückkehren.
Durch drücken von "
Ü" können Sie die Mail an Sie lesen.Mit der Taste "i" ist es möglich, wieder in das ursprüngliche Fenster zu gelangen. Um die Nachricht zu beantworten, tippt man nur ein "r" ein. Der "elm" fragt noch, ob aus der Ursprungsmail zitiert werden soll, dann ruft er den Editor auf.
Der Anwender sollte dann ungefähr etwas wie in Abb 3.29 angezeigt bekommen. Nun kommt der eigentliche Pferdefuß. Der Editor. Auf UNIX Systemen wird meistens der "vi"-Editor verwendet. Kenner behaupten der "vi" sei sehr vielfältig. Es wurden auch schon dicke Bücher über diesen Editor geschrieben. Doch der "vi" ist recht schwer zu bedienen. Anfänger könnten mit diesem Editor ihre Probleme haben. Wer einige grundlegende Sachen beachtet, wird sich mit diesem Editor zwar nicht anfreunden, doch zumindest mit ihm auskommen.
Der "vi" hat zwei Modi. In dem einen kann man ganz normal Text eingeben, in dem anderen werden Kommandos an den Editor gegeben (wie etwa das Speichern des Textes). Mit der Taste "i" kommt der Editor vom Kommando-Modus in den Textmodus. Der Text kann eingegeben werden. Vom Textmodus in den Kommando-Modus kommt der Anwender mit der "
E"-Taste. In diesem Kommando-Modus können nun z. B. auch die Pfeiltasten benutzt werden. Um den Text abzuspeichern, geben Sie im Kommando-Modus::write
ein. Um den Editor zu verlassen wird der Befehl:
:quit
verwendet. Um mehr über den "vi" zu erfahren, kann die Onlinehilfe (engl.: MANual) von UNIX befragt werden. Bei der Eingabeaufforderung wird dazu
man <Befehl>
eingegeben. Für <Befehl> setzen Sie das Programm ein, über das Sie mehr erfahren möchten (also z. B.: man vi
Ü). So kann bei allen UNIX-Befehlen verfahren werden, bei denen etwas unklar ist.Nach dem der Editor verlassen wurde, fragt der elm, was mit der geschriebenen Nachricht geschehen soll (s. Abb. 3.30).
![]()
Abb 3.30: Abfrage von elm
Die Nachricht kann nun nochmals editiert, gelöscht oder versendet werden. Im Normalfall wird also "s" für das Senden eingegeben.
Private Nachrichten zu lesen ist eine Sache, aber wer hat schon täglich persönliche E-Mails zu erledigen. Viel interessanter ist das stöbern in den knapp 7000 Gruppen des UseNets. Der Nutzer hat die Möglichkeit sich in interessante Diskussionen zu vertiefen, Informationen zu sammeln und neue Kontakte zu knüpfen.
Um in den News zu lesen, wird wieder ein Leseprogramm benötigt, etwa wie der "elm" für Mails. Ein Leseprogramm für Newsgroups wird News-Reader genannt. So ein News-Reader ist auf UNIX-Systemen der "nn".

Abb 3.31: Eine Newsgroup mit dem "nn" lesen.

Abb 3.32: Eine Beispiel-Nachricht.
Der "nn" wird von der Kommandozeile aus aufgerufen, mit der gewünschten Newsgroup dahinter. Das Programm listet dann die einzelnen Artikel untereinander auf. Der Anwender kann dann sehen, von wem die Nachricht ist und um was es ungefähr in dem Artikel geht.
Durch das Drücken der Buchstaben, die vor den einzelnen Artikel stehen, selektiert der Nutzer die Nachrichten für ein späteres lesen. Mit der "
Ü"-Taste wird die nächste Seite mit neuen Artikeln aufgebaut. Die geschieht solange, bis keine Artikel mehr in der Gruppe enthalten sind.Ist das Ende aller Artikel erreicht, werden dem Nutzer alle selektierten Nachrichten angezeigt.
Der "nn" News-Reader verfügt über sehr viel Funktionen, die Beschreibung dieser Fülle würde den Rahmen dieses Buches sprengen. Der Anwender hat aber die Möglichkeit mit Hilfe der "?"-Taste eine Onlinehilfe zu bekommen.

Abb 3.33: Die Onlinehilfe des nn
Durch die "r"-Taste kann dem Absender des Artikels eine private Nachricht geschrieben werden. Durch drücken der "f"-Taste kann dem Absender in der Newsgroup geantwortet werden, ein sogenanntes Follow-up (engl.: Nachfolgen). Alle angeschlossenen Systeme können dann Ihre Nachricht auch lesen! Mit ":post" kann in einer Newsgruppe ein neuer Artikel vom Nutzer kreiert werden. Bei den meisten UNIX-Systemen wird wie gehabt meistens der vi-Editor benutzt. Die Bedienung ist wie bereits beschrieben.
Um von einer Newsgroup in eine andere zu kommen, gibt der Anwender "
HG" ein. Das System fragt dann, in welche Newsgroup gewechselt werden soll. Mit "HY" gibt das System eine Liste aller verfügbaren Newsgroups aus. Der Rechnerverwalter kann dem Benutzer aber sicher, eine komprimierte Liste zur Verfügung stellen, die dieser dann in Ruhe zuhause durchgehen kann. Der Anwender bekommt so einen groben Überblick und kann beim nächsten Login gezielt die Gruppen lesen, die für ihn/ sie von Interesse sind.Über die Newsgroups können auch Programme bezogen werden. Gruppen die Programme oder Archive befördern heißen "Binaries".

Abb. 3.34: Ein Programm für PC-kompatible dekodieren
Wie schon weiter oben beschrieben, werden Programme 7-Bit kodiert (bzw. UUencoded) als Text in den Newsgroups verbreitet. Der Anwender muß die Dateien aus den einzelnen Artikeln zusammenfügen und dekodieren.
Die Gruppe aus dem Beispiel in Abb 3.34 heißt "comp.binaries.ibm.pc". Mit dem nn wird in diese Gruppe gewechselt und die Artikel markiert, die das gewollte Programm enthalten. Der Betreff einer Nachricht, enthält meistens den Dateinamen. Weiterhin wird dort auch angegeben, der wievielte Teil diese Nachricht vom gesamten Programm ist. Da einige Programme größer sind, als die Nachrichten in Newsgroups lang sein dürfen, wurden diese in mehrere Nachrichten aufgeteilt. Im Betreff steht deshalb noch die Nummer des Teiles mit dabei. Bei einem Programm, das z. B. in sechs Teile aufgespalten werden mußte, werden die Teile mit: (1/6), (2/6), (3/6), usw. bezeichnet. Der Nutzer muß alle Artikel eines Programmes (im Beispiel also alle sechs) markieren, um wieder ein vollständiges Programm zu erhalten. Sind alle Nachrichten markiert, gibt der Anwender
:decode
ein (mit dem Doppelpunkt!). Der "nn" dekodiert nun, nach Abfrage des Zielverzeichnisses, die Nachrichten zu einem Programm. Wer beim Zielverzeichnis einen Punkt eingegeben hat, kann die Dateien dann in seinem Verzeichnis finden (und mit "ls -l" auflisten).
Wenn nun die komplette Datei auf dem Server liegt, möchte der Anwender diese natürlich auf seinen PC transferieren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste ist, wenn das Übertragunsprotokoll ZMODEM benutzt wird. Bei der Eingabeaufforderung wird einfach "sz <Dateiname>" eingegeben. Der Befehl "sz" startet das ZMODEM. Das Protokoll ZMODEM ist sehr schnell und es ermöglicht unterbrochene Downloads wieder fortzusetzen. Die Bedingung ist aber, daß der Server bei sich ZMODEM installiert hat. Dies ist nicht bei allen Servern der Fall (insbesondere bei den Unis).

Abb 3.35: Eine Datei wird vom Server geholt.
Die meisten Terminalprogramme starten beim ZMODEM Empfang allein. Nach Abschluß des Transfers ist die Datei auf dem Heim-PC und kann gestartet oder entpackt werden.
Wenn der InterNet-Rechner kein ZMODEM anbietet (und auch kein YMODEM), muß Kermit benutzt werden. Ein Übertragunsprotokoll aus der Großrechnerzeit. Kermit kann sogar 8-Bit Daten (also Programme und Archive etc.) über 7-Bit Leitungen übertragen. Leider ist Kermit alles andere als einfach zu bedienen.
Schnell ist das Programm leider auch nicht, es ist nur eine Möglichkeit. Einen Kermit für DOS finden Sie trotzdem auf der CD-ROM.
Wenn der Nutzer einen Online-Account auf einem Rechner hat, der selber am InterNet hängt, kann er auch einige Online-Dienste des InterNets nutzen. Allen voran wird das FTP von Interesse sein. Mit FTP lassen sich Dateien von weit entfernten Rechner übertragen.
Abb 3.36: Ein FTP zur FU-Berlin.

Abb 3.37: Datei Auswahl und Übertragung
Um einen FTP ausführen zu können, muß zuerst das FTP Programm aufgerufen werden. Die geschieht mit "ftp". Um eine FTP-Verbindung aufzubauen, wird mit "open <InterNet-Rechner>" die Verbindung zu einem FTP-Server hergestellt. Wenn der Nutzer auf dem fernen FTP-Server nicht auch einen Account hat, den er benutzen möchte, muß er den anonymous-ftp benutzen. Dazu gibt er nur "ftp" und seine E-Mail-Adresse ein. Der FTP-Rechner quittiert entsprechend den Zugang.
Um an den öffentlichen Bereich heranzukommen, muß der Nutzer in das "/pub" Verzeichnis wechseln. In die gewünschten Verzeichnisse kommt der Anwender mittels des Befehls "cd <Verzeichnisname>". Den Inhalt jedes Verzeichnisses kann sich der Anwender, gleich wie in MS-DOS, mit dem Befehl "dir" anzeigen lassen.
Ist der Anwender im richtigen Verzeichnis angekommen, wird die gewünschte Datei ausgewählt. Anschließend wird dem FTP-Server, mittels des "bin"-Befehls, zu verstehen gegeben, daß die gewählte Datei ein Binary (also Programm, Archiv, Bild etc.).
Mit "get <Dateiname>" wird dann die Datei vom fernen FTP-Server auf den Rechner des Providers des Nutzers übertragen. Der Befehl "get" kann nur eine exakte Datei übertragen. Mit "mget" können mehrere Dateien auf einmal vom FTP-Server geholt werden. Anstatt des kompletten Dateinamens dürfen bei "mget" z. B. auch Platzhalter (Wildcards wie * o. ? ) benutzt werden. Sind alle Dateien übertragen wird die Verbindung zum FTP-Server mit "quit" beendet. Das FTP-Programm wird mit "exit" verlassen.
Von der Mailbox kann die Datei dann auf den Heim-PC geladen werden. Die Prozedur ist die gleiche wie beim Download in Abb 3.35.
Vielleicht wundert es den Leser, das die Bilder in Abb 3.36 und Abb 3.37 so von dem FTP-Mitschnitt in Listing 3.4 abweichen. Es ist aber durchaus nicht ungewöhnlich, daß sich FTP-Server voneinander unterscheiden. Beim letzten Beispiel lief der FTP-Server unter UNIX, beim Beispiel in Listing 3.4 war der FTP-Server ein MS-DOS Rechner.
Mit dem Befehl
finger <E-Mail-Adresse>
Übekommt der Nutzer heraus, wann sich ein bestimmter anderer Netzteilnehmer (derjenige der <E-Mail Adresse>) das letztemal in InterNet eingeloggt hat. Das "finger"-Programm gibt den Tag des letztens Logins an, wie lange seit dem vergangen ist und eine kleine Info-Datei über den entsprechenden User (die von ihm selber gestaltet werden kann).
Mit dem Archie Dienst, lassen sich im Netz Dateien suchen. Der Archie Client vom Host gibt eine Suchmeldung für die gewünschte Datei an einen Archie-Server. Dieser schaut dann in seine Datenbanken und versucht die gesuchte Datei zu finden.
Die Datenbanken des Archie-Servers bestehen aus den gesamten Dateilisten vieler FTP-Server. Der Archie-Server gibt bei Erfolg dann die FTP-Server heraus, die das Programm haben. Der Archie wird mit :
archie -s <Dateiname>
Üaufgerufen. Der Parameter "-s" gibt an, daß nicht auf die Groß -und Kleinschreibung geachtet werden soll. Die Dateinamen müssen nicht vollständig sein, es darf mit Wildcards gearbeitet werden.
Da es verschiedene Archie-Server auf der Welt gibt, kann der Archie-Client auch verschiedene Datenbanken befragen. Fragen Sie Ihren Betreiber, welche Server zur Verfügung stehen, falls der Standardmäßig eingestellte Archie-Server Ihre Datei nicht findet.
Obwohl das WorldWideWeb eigentlich von seiner Grafik lebt, gibt es auch auf Text basierende Client-Programme. Diese kann der Online-User auch nutzen. Allerdings muß auf Grafik, Videos und Musikclips etc. verzichtet werden. Der Text-WWW-Client (Jargon WWW-Browser) heißt auf den meisten Systemen "lynx".

Abb 3.38: Ein Text-WWW-Browser (DOS-Lynx).
Zwar fehlt bei Text-WWW-Browsern die Faszination, doch zum simplen Abrufen von Daten reicht auch der "lynx" völlig aus. Mit dem lynx-Programm können nicht nur WWW-Seiten abgerufen werden, sondern es können u. a. auch Gopher-Datenbanken abgefragt werden. Je nachdem welcher Service gewählt wird, muß der URL entsprechend anders lauten. Um eine WWW-Seite darzustellen muß dem "lynx" durch "http://<WWW-Server>/" der Ort mitgeteilt werden, wo sich die Seite befindet. Mit "gopher://<Gopher-Server>/" wird dem entsprechend eine Gopher-Datenbank geöffnet.
Es gibt auch noch separate Gopher-Clients, die jedoch durch die Multifunkttionalität von "lynx", bzw. allen WWW-Browsern langsam aussterben.
Mittels des Befehls:
telnet <Hostname>
Üläßt sich eine TelNet Verbindung zu einem anderen InterNet-Rechner aufbauen. Dadurch sind sie in der Lage den Rechner so zu steuern, als würden sie direkt dort anrufen.
Dadurch das einige InterNet-Leitungen recht langsam sind, kann es unter Umständen recht lange dauern, bis auf die Tastatureingaben Reaktionen erfolgen.
Wenn dies vom Provider freigeschaltet wurde, ist vom Online-Account auch IRC möglich. Im IRC ist eine Live-Diskussion in verschiedenen Kanälen möglich. Die Sätze die der Nutzer tippt, wandern in sekundenschnelle um die ganze Welt, zu anderen Teilnehmern des selben Kanals. Der IRC kann meistens ohne Parameter aufgerufen werden. Manchmal allerdings (bei Fehlern im Netz) ist es notwendig, daß der Nutzer einen IRC-Server angibt. Dieser Server wird dann einfach hinter dem Befehl mit angegeben, z. B. "irc irc.fu-berlin.de". Ist der Nutzer erst im IRC-Programm, kann er sich mit einigen Befehlen die Liste der Kanäle ausgeben lassen.

Abb3.39: Ein Mitschnitt im InterNet Relay Chat.
Mit dem Befehl "/LIST" lassen sich sich die Kanäle ausgeben. Hat der Nutzer einen Kanal gefunden, kann ihm mit "/JOIN <Kanal>" beitreten. Um selber in diesen Kanal zu schreiben, muß "/QUERY <Kanal>" eingegeben werden. Alles was dann getippt wird, können die anderen Teilnehmer auch sehen. Mit "/LEAVE <Kanal>" verläßt man den Kanal wieder, mit "/QUIT" das gesamte IRC-Programm.
Gerade für den IRC-Client gibt es viele extra Funktionen. Bitten Sie den Systembetreiber um die Anleitung, oder versuchen sie mit "man irc
Ü" eine Onlinehilfe zu erhalten.Der Vorteil vom Point-Account ist, das der Anwender nur die Zeit mit dem Server verbunden bleibt die er braucht um alle Dateien die ihn interessieren zu übertragen. Danach legt das Point-System wieder auf. Der Anwender liest und bearbeitet seine Mails und Newsgroups in Ruhe und ohne Ticken von Gebührenzähler.
Vom Prinzip her, ist das Point-System sehr einfach. Der Server oder Host wird auch oft als Newsfeed (engl.: Nachrichtenlieferant, sprich: Njus-Fied) bezeichnet. Der Nutzer teilt dem Feed nun mit, welche Newsgroups er lesen möchte. Beim Feed existiert eine Liste in der alle Gruppen stehen, die den Point interessieren, das sogenannte active. Kommen nun Nachrichten in diesen Gruppen an, werden sie zusammenkopiert und komprimiert. Dieser Vorgang wird auch spoolen (engl.: aufwickeln, sprich: spulen) genannt. Der Nutzer muß dann nur noch ab und zu anrufen und seine Nachrichten abholen, beim gleichen Anruf sendet er die Antworten und Nachrichten mit, die er in der Zwischenzeit geschrieben hat. Dieser Anruf mit gegenseitigem Mail-Austausch wird auch Pollen genannt. Beim Anwender entpackt die Pointsoftware dann automatisch die Nachrichten und sortiert sie allein in die entsprechenden Bereiche ein.
Ändert sich das Interesse des Points, und er möchte andere Newsgroups lesen, muß das "active" beim Feed geändert werden. Dies kann entweder durch den Betreiber selber geschehen, oder durch einen Automatismus, der durch eine Mail gesteuert wird. Beim ersten Fall, muß dem Betreiber (meistens "root" genannt, engl.: Wurzel) eine Nachricht geschrieben werden, welche Gruppen gelesen werden wollen und welche nicht.
Im zweiten und häufigeren Fall, schreibt der Nutzer eine Mail an den fiktiven User "changesys", "gup" oder "dynafeed". Diese Programme (leider nicht einheitlich) können dann das "active" des Points manipulieren. In der Mail werden die neuen Gruppen gesendet, bzw. die alten weggelassen. Welches System zum Wechsel der Newsgroups benutzt wird, kann Ihnen nur der Betreiber selber sagen.

Abb 3.40: Pointprogramm u.a. für UseNet
Der Anruf beim Feed, der Poll, wird mit dem UUCP-Protokoll ausgeführt. Dieses Protokoll ist über die Jahre ständig verbessert worden. Inzwischen gibt es verschiedene Unterarten des UUCPs. Für den Anruf verantwortlich ist ein Programm namens UUCICO. Dieser überträgt dann die Dateien mit Hilfe des UUCP-Protokolls. Damit die Kommunikation zwischen den beiden Rechner klappt, muß der Host das gleiche Protokoll unterstützen. Von den UUCP-Protokollen gibt es sechs einigermaßen verbreitete Varianten:
Protokoll Beschreibung
e Ein schnelles Protokoll, ohne Fehlerkorrektur (die muß das Modem alleine schaffen).
g Das Standardprotokoll. Es überträgt nur in kleinen Datenblöcken und ist recht langsam. Neuere Versionen können mit flexibler Blockgröße arbeiten
G Modifizierte Variante von g, meistens bei SVR4 UNIX zu finden.
f Ein 7-Bit Protokoll, das für einige Großrechner verwendet wird. 8-Bit Daten werden konvertiert. Dieses Protokoll ist recht langsam
i Ein schnelles Protokoll, das auf ZMODEM Basis arbeitet. Auf UNIX wird dies von Taylor-UUCP unterstützt.
z Ebenfalls ein schnelles Protokoll, das nur von einigen UUCICOs unterstützt wird.
Tab 3.8: Liste der bekanntesten UUCP-Protokolle.
Der gemeinsame Nenner zwischen allen UUCP-Sites ist das "g"-Protokoll. Verwendet der Host Taylor-UUCP, kann die Geschwindigkeit des "g"-Protokolls enorm verbessert werden.
Online-Dienste können von einem Point aus, nicht genutzt werden! Lediglich das Schreiben und Lesen von Mail und News sind möglich.
Wie beim Anonymous-FTP, gibt es auch einen Anonymous-UUCP. Der Nutzer kann bei einem fremden UUCP-System anrufen und von dort mittels UUCP Dateien downloaden. Leider ist das System hier nicht so komfortabel wie z. B. im FidoNet. Es existieren keine standardisierten Namen für eine Index-Liste der Dateien, die Verzeichnisstruktur des Servers ist dem Anrufer unbekannt und UUCP ist in der Standardausführung kein sicheres und schnelles Protokoll.
Theoretisch loggt sich der Point automatisch mit "Anonymous uucp" beim Host ein. Mittels UUCP wird dann eine bestimmte Datei aus einem Verzeichnis des Hosts auf den eigenen Rechner kopiert. Wer nicht weis, wie der Server die Verzeichnisse angelegt hat, muß rückfragen. Trotzdem ist eine Liste von Systemen, die Anonymous-UUCP erlauben im Anhang enthalten.
Das Pointprogramm CrossPoint, bietet viele Möglichkeiten auch für UUCP-Points. Deshalb ist es auch auf der CD-ROM enthalten. Eine genaue Beschreibung der Installation erhalten Sie in Kapitel 3.8.
Um das InterNet in allen Belangen wirklich richtig ausnutzen zu können, ist der SLIP/ PPP-Account genau richtig. Erst durch die direkte Verbindung des eigenen PCs zum großen weltweiten Netz, eröffnen sich viele Möglichkeiten (wie etwa WWW). In diesem Unterkapitel werden die interessantesten Anwendungen gezeigt werden. Allerdings entwickelt sich das Netz sehr schnell, es gibt immer wieder neue Ideen. Die gezeigten Anwengungen laufen alle unter MS-Windows 3.x/95/NT. Oftmals gibt es das gleiche Programm auch für andere Plattformen wie MAC, OS/2 oder Amiga (und natürlich UNIX).
Um das InterNet als vollwertiger Rechner nutzen zu können, muß erst eine Verbindung zum Provider geschaffen werden, die auch TCP/ IP Daten übertragen kann. TCP/ IP ist die Grundlage des Datenaustausches zwischen zwei Rechnern im InterNet. Das Programm muß also IP-Pakete über eine Datenleitung (Modem, LAN oder ähnliches) vom eigenen PC zum Host-Rechner übertragen können. Zu diesem Zweck gibt es unter Windows eine Softwareschnittstelle: WinSock. Programme die InterNet-Dienste nutzen (sogenannte InterNet-Clients), setzen auf dieser WinSock-Schnittstelle auf und können darüber mit dem InterNet kommunizieren. Für Modem-Verbindungen gibt es den WinSock der Firma Trumpet (auf der CD-ROM). Dieses Programm wird vom Benutzer aufgerufen und stellt im Hintergrund die Verbindung zum Provider her. Anschließend kann die InterNet-Software vom Nutzer gestartet werden. Diese schickt die Daten durch den WinSock, über das Modem zum Provider. Der Vorteil dieser Kombination ist, das für den InterNet-Betrieb nur der WinSock konfiguriert werden muß.
Zur Konfiguration von WinSock gucken Sie bitte in das Unterkapitel "Anschluß an das InterNet".
Programme die auf den WinSock aufsetzen brauchen dies im allgemeinen nicht, oder nur in kleinem Umfang. Früher mußte jedes Programm genauestens eingestellt werden. Die meisten Programme konnten auch nicht miteinander kooperieren. Dies ist mit WinSock nicht so, verschiedene InterNet-Applikationen laufen nebeneinander.
Wird kein weiterer InterNet-Dienst vom Anwender mehr gewünscht, trennt der WinSock die Modem-Verbindung.
Die Mails im InterNet werden, sobald sie geschrieben sind, sehr schnell versendet. Ist die Nachricht (engl.: Message, sprich: Mäßetsch) erst einmal im InterNet, ist sie auch schon am Zielort angekommen (wenn der Empfänger ebenfalls im InterNet ist). Um Mails auf seinem Heim-PC zu schreiben oder zu beantworten, wird ein Mail-Reader gebraucht.
Die Mails im InterNet werden durch ein Protokoll von einem Rechner zum anderen übertragen (wie könnte es auch anders sein :-)). Dieses Protokoll mit dem Namen SMTP (Simple-Mail-Transfer-Protocol), setzt auf TCP/ IP auf, also es benutzt nach wie vor TCP/ IP! Eine

Abb 3.41: Beispiel- Einstellungen von Eudora.
neuere Variante ist POP-Mail. Dies ist vom Anwender her gesehen aber eher eine sekundäre Information. Welches Protokoll Sie einstellen sollten, muß der Provider wissen. In Abb 3.41 sehen Sie die Konfiguration des Buchautors. In diesem Setup-Fenster geben Sie auch Ihre E-Mail Adresse an, damit die Empfänger Ihrer Nachrichten antworten können. Eudora fragt bei der ersten Installation die meisten Dinge ab.
Das Mail-Programm "Eudora" ist einerseits sehr gut zu bedienen und hat andererseits auch in der Shareware-Version viele Funktionen. Mit Eudora kann der Nutzer bei einer bestehenden SLIP oder PPP-Verbindung neue Mails beim Server abholen beantworten etc. Besteht die Verbindung nicht mehr, können die Mails trotzdem bearbeitet werden. Neue Nachrichten die zum Versand anstehen, können erst später abgesetzt werden; dann wenn eine Verbindung zum Provider gewünscht wird.

Abb 3.42: Das Mail-Programm Eudora zeigt neue Mails.
Über die Menüfunktion "File Check new Mail" läßt der Anwender beim Server nachsehen, ob neue Nachrichten für ihn vorhanden sind. Sind welche vorhanden werden sie sogleich auf das eigene System transferiert. Das System zeigt dann an, daß neue Nachrichten eingetroffen sind (s. Abb 3.42).
In Eudora hat der Anwender standardmäßig zwei Postfächer, den Post-Eingang (IN) und den Postausgang (OUT). Kommen Nachrichten an, werden sie im Fach "IN" abgelegt. Der Anwender kann dann auch diese Nachricht klicken und sie anschließend lesen.

Abb 3.43: Neue Nachricht lesen.
Wenn auf diese Nachricht geantwortet werden soll, benutzt der Anwender entweder die Ikone für Reply im "IN"-Fenster, die Tastenkombination "
Sr" oder er geht über das Menü "Messages Reply".Um eine Nachricht bearbeiten zu können muß sie immer vorher mit der Maus selektiert worden sein!
Wird ein Reply auf eine empfangene Nachricht geschrieben, wird die alte Nachricht in ein Fenster kopiert. Der Nutzer hat dann die Möglichkeit, Teile der Nachricht wegzulöschen und seine eigenen Zeilen dazuzuschreiben. Dieses Prinzip des zitierens der alten Mail (quoten) dient dazu, dem Empfänger der neuen Nachricht ein paar Anhaltspunkt zu geben, worum es in seiner letzten Nachricht ging. Bei längeren Mails, oder älteren ist diese Gedankenstütze durchaus hilfreich.

Abb 3.44: Ein Reply auf die neue Nachricht schreiben.
Möchte der Anwender eine neue Nachricht kreieren, kann er entweder die Kombination "
Sd" drücken, oder er geht über das Menü "Messages New-Message". Eudora öffnet dann wieder ein Fenster wie in Abb 3.44, doch die Felder für den Empfänger und für das Subject (Betreff) muß der Nutzer diesmal selber ausfüllen. Im Text-Teil, kann dann die Nachricht eingegeben werden. Mit der "Send"-Ikone kann die Nachricht dann bis zur nächsten Verbindung zum Server bereitgestellt werden.An die Nachrichten kann eine Signatur-Datei angehängt werden. In dieser Datei steht der Name des Anwenders, Telefonnummer, Firma etc. Signatures sollte nicht länger als vier Zeilen sein. In Eudora kann unter "Window Signature" eine eigene Signatur eingegeben werden.
Für das lesen von Newsgroups im InterNet gibt es ein Programm, welches von der Funktion her News-Reader heißt. Dieser News-Reader holt vom Server die Artikel der Newsgroups und schickt die Nachrichten des Anwenders ebenfalls dorthin. Für den Transport von News ist das Protokoll NNTP (NetNews Transfer Protocol) zuständig, was seinerseits wieder auf TCP/ IP aufbaut.
Auf der Festplatte des Anwenders wird von diesem News-Reader eine Datei angelegt, die die Newsgroups enthält, die der Anwender gerne lesen möchte. Diese Datei mit dem Namen "newsrc" (von News-Record) kann vom Anwender frei editiert werden. Auch dabei hilft der News-Reader. Vom News-Feed holt der News-Reader auf Wunsch eine komplette Liste aller Newsgruppen die dieser führt (das kann dauern!). Aus dieser Liste entscheidet sich der Nutzer für die Gruppen die er regelmäßiger lesen möchte. Dies ist keine statische Sache, die Einstellungen können zu jeder Zeit vom Anwender verändert werden.
Hat er sich für die Gruppen entschieden, holt der News-Reader die Artikel in der gewünschten Gruppe und präsentiert sie dem Anwender.

Abb. 3.45: Beispiel-Konfiguration von NewsXpress des Buchautors
Der Anwender kann dann die Nachrichten lesen, eine Antwort in diese Newsgroup oder mehrere Newsgroups setzen, kodierte Dateien dekodieren und vieles mehr.
Vor der Anwendung hat InterNet aber noch eine marginale Konfiguration gesetzt. Der Anwender muß seinen NNTP-Server angeben (meistens der Provider), seine E-Mail Adresse und eine eventuelle extra Identifikation. Auch diese Daten sind nur vom Provider zu erfahren.
Für Windows ist das Programm NewsXpress gut geeignet. Einerseits ist es Freeware (d. h. kein Copyright) und bietet andererseits auch eine Fülle von Funktionen. NewsXpress liegt mit auf der CD-ROM.
Angenommen NewsXpress ist konfiguriert worden, dann sollte zum erstenmal die komplette Newsgroups-Liste des Servers eingelesen werden. Dieser Vorgang kann ganz nach Anschlußart mehrere Minuten dauern (beim erstenmal macht NewsXpress das allein). In dem Fenster für Newsgroups kann dann in jedes Kästchen vor jeder Newsgroups

Abb 3.46: Newsgroups auswählen.
ein Kreuzchen gemacht werden (mit der Maus), die den Anwender interessieren. Um nicht die tausenden von Newsgroups durchzugehen, kann der Anwender auf der untersten Zeile einen Filter setzten, oder nach einer bestimmten Gruppe suchen. Sind alle Gruppen selektiert, können mit der Tastenkombination "
As" die Gruppen in die newsrc-Datei auf der eigenen Festplatte kopiert werden. Der Anwender hat dann diese Gruppen abonniert (engl.: subscribe).Um nur noch die Gruppen auf dem Bildschirm zu sehen, die auch abonniert wurden, kann im Menü "View" der Haken vor dem Eintrag "All-Newsgroups" entfernt werden.
Wird eine Gruppe irgendwann nicht mehr gewünscht, wird sie "unsubscribed", das Abonnement also aufgelöst. Gleiches, kann außer über die Menüs, auch durch die Ikonen-Leiste erreicht werden. Welche Funktion die einzelnen Ikonen haben, können Sie leicht feststellen, indem der Mauszeiger über eine solche Ikone gebracht wird. Nach ca. einer Sekunde gibt es einen kleinen gelben erklärenden Text.

Abb 3.47: Nachricht lesen.
Um schließlich in einer Newsgroup zu lesen, wird auf die gewünschte Gruppe doppelt mit der Maus geklickt. NewsXpress baut nun ein weiteres Fenster auf, in dem alle Artikel des gleichen Betreffs (engl.: Thread, sprich: th-red) in einem Ordner zusammengefaßt sind. Nachrichten, zu denen keine zweite Nachricht mit gleichem Betreff existiert, werden allein ohne Ordner dargestellt.
Im Fenster ist der Verfasser und der Betreff der Nachricht zu sehen. Soll ein Artikel dann gelesen werden, wird nochmals auf den speziellen Artikel geklickt. Ein neues Fenster geht auf und der Artikel ist darin zu lesen. Die nächste Nachricht kann dann wieder mit der Maus selektiert werden. Schneller geht es aber, wenn der Nutzer auf die ">"-Ikone klickt, dann präsentiert NewsXpress automatisch den nächsten Artikel. Mit der "<"-Ikone kommt man entsprechend einen Artikel zurück.

Abb 3.48: Nachricht in einer Newsgroup beantworten.
Wenn nun auf einen Artikel geantwortet werden soll, gibt es einmal die Möglichkeit des Follow-ups (engl.: Nachfolgen). Bei dieser Methode, wird die Antwort des Nutzers in der gleichen Newsgroups verbreitet. Also alle Personen können sie lesen. Das sollte nur gebraucht werden, wenn die Antwort auch von allgemeine Interesse sein könnte. Das Follow-up wird bei NewsXpress mit der "
&"-Taste ausgelöst. In Abb 3.48 ist zu sehen, das NewsXpress die Nachricht wieder zitiert. Der Anwender kann die Zeilen weglöschen die er für unwichtig hält. Ist die Nachricht fertig kann sie über das Menü "File Send" oder die "Send"-Ikone (eine Schublade) ins Netz gegeben werden.Wer mit einem News-Reader in den Gruppen liest, sollte beachten, daß der Nutzer nur auf die Artikel Zugriff hat, die momentan beim Server verfügbar sind. Um Plattenplatz zu sparen, löscht der Server alle Nachrichten, die älter als ein paar Tage sind. Dieser Vorgang des Löschens, wird Expire (engl.: abgelaufen sein) genannt. Kann der Nutzer ein paar Tage lang nicht in den Gruppen lesen, ist es möglich, daß einige Artikel die er noch nicht kennt, schon wieder gelöscht worden sind! Im Gegensatz zu dem Offline-Account, werden alte Nachrichten nicht für den User aufgehoben.
Bei den anderen Zugangsarten gab es auch die Möglichkeit, UUcodierte Nachrichten wieder zu dekodieren. In einigen Newsgroups werden Programme, sogenannte Binaries (so heißen dann teilweise auch die Gruppen), verbreitet.

Abb 3.49: Binaries dekodieren
Hat der Anwender die Binaries-Newsgroup geöffnet und alle Artikel vor sich, können die Artikel die Dateien beinhalten mit der Maus markiert werden. Gehören mehrere Artikel zu einer Datei (bei großen Programmen), dann muß zusätzlich zur linken Maus-Taste beim selektieren noch die "
H"-Taste gehalten werden. Dann können die Artikel mit der ")"-Taste dekodiert werden. NewsXress fragt sogar noch, in welches Verzeichnis der Festplatte es die dekodierte Datei schreiben soll.Um eine völlig neue Nachricht in einer Gruppe zu schreiben (Jargon zu posten), drückt der Anwender "
%", benutzt das Menü "Article Post" oder die entsprechende Ikone. Die Newsgroup in die gepostet werden soll, muß vorher mit der Maus markiert worden sein. Dann setzt NewsXpress die Gruppe gleich in das entsprechende Feld ein. Ist die Nachricht geschrieben, wird sie wieder gesendet.
Abb 3.50: Eine neue Nachricht schreiben.
Schlußendlich kann noch auf einen existierenden Artikel eine private Antwort geschrieben werden. Auch hier muß der Artikel erst selektiert sein, dann kann durch das Menü "Article Reply" oder der entsprechenden Funktionstaste eine Mail an den Verfasser der öffentlichen Nachricht geschrieben werden.

Abb 3.51: Eine öffentliche Nachricht privat beantworten.
Dies ist immer dann der öffentlichen Antwort vorzuziehen, wenn der Inhalt nicht für andere Netzteilnehmer von Interesse sein könnte.
Da einige Netzteilnehmer notorische Störer sind, gibt es die Möglichkeit die Nachrichten von diesen Leuten gleich zu löschen, ohne sie überhaupt erst angezeigt zu bekommen. Damit erspart sich der Leser Überdosen an Adrenalin und lebt friedlich weiter, er braucht sich nicht über diese speziellen Leute zu ärgern. Diese nützliche Einrichtung (Freaks sprechen von der nützlichsten Erfindung überhaupt) heißt Killfile. In anderen Netzen wird diese Einrichtung z. B. auch Twitfilter genannt. Auch in NewsXpress kann ein Killfile erstellt werden.
TelNet ist ein recht einfacher Dienst. Der Client zu TelNet ist einem normalen Terminalprogramm recht ähnlich. Doch anstatt der Telefonnummer der Mailbox, wird die Adresse des InterNet-Rechners angegeben.
Bei einigen TelNet Programmen für WinSock kann die Terminal-Emulation verstellt werden. Bei einigen einfachen Programmen ist sie standardmäßig vt100. Auf der CD-ROM sind mehrere TelNet Varianten enthalten.

Abb 3.52: Verbindung zu einem Server aufnehmen.
Ist die Verbindung erst einmal hergestellt, kann der Server bedient werden, als ob der Nutzer an einer lokalen Konsole des Rechners sitzen würden. TelNet dient zur Fernbedienung von Programmen. Grafische Ausgaben sind aber nicht möglich.

Abb 3.53: Im Server ein Programm bedienen.
In Abb 3.53 wird z. B. der Mail-Reader "ELM" auf dem Server benutzt. Mit TelNet können die verschiedensten Programme auf dem Server ausgeführt werden. Mit einer Einschränkung: Anwendungen die Grafik zu benutzen, funktionieren nicht. Die Emulation von TelNet basiert nur auf Text.
Für WinSock gibt es auch verschiedene IRC-Clients. IRC (InterNet Relay Chat) ist mit CB-Funk zu vergleichen. In mehreren hundert bis tausend Kanälen diskutieren viele hundert Anwender live. Vom Prinzip her funktioniert das so: Der Anwender loggt sich mit seinem IRC-Client in einen IRC-Server ein. Er braucht dazu nur die Adresse eine IRC-Severs und einen Nickname.
Fast jede deutsche Uni hat einen IRC-Server (z. B. irc.rz.uni-karlsruhe.de). Der Nickname ist der Name, unter dem der Anwender im IRC auftritt. Wenn der Nutzer etwas schreibt, ist das praktisch der Absender. Allerdings ist der Nickname nicht zu verwechseln mit der E-Mail Adresse. Er ist vielmehr so etwas wie ein Pseudonym oder Rufname.
Ist der Nutzer mit seinem Client eingeloggt, läßt er sich die Liste der wählbaren Kanäle ausgeben. Hat er sich dann für einen entschieden, kann er in diesem Kanal etwas schreiben. Alle anderen weltweit angeschlossenen Nutzer dieses Kanals, bekommen die Meldung innerhalb von Sekunden. Die Antworten von diesen Leuten sieht der Nutzer ebenfalls auf seinem Bildschirm. Durch die schnelle und wechselseitige Kommunikation sind Diskussionen etc. möglich.
Auf der CD-ROM ist der IRC-Client II enthalten. Es ist zwar nicht das beste Programm, aber es funktioniert immer. Einige andere Programme laufen nach einer Weile aus und starten nicht mehr. Nicht weil der Nutzer die Shareware nicht bezahlt hat, sondern weil die Software intern ein Zerfallsdatum hat.

Abb 3.54: Eine Unterhaltung im IRC
Hat der Anwender beim IRC-Client den Server unter dem Menüpunkt "Server" eingetragen, kann er mit "Server Connect" oder der entsprechenden Ikone die Verbindung zum IRC-Server herstellen. Im teilweise verdeckten "Server Window" werden die Meldungen des IRC-Servers ausgegeben.
Einige ausländische IRC-Server lehnen IRC-Clients aus anderen Ländern, als ihr eigene ab.
Mit dem Befehl "/LIST", der in der untersten Zeile des "Server Windows" eingegeben wird, listet der IRC-Client alle verfügbaren Kanäle auf. Wird dann mit der Maus ein Kanal doppelt angeklickt, öffnet sich ein weiteres Fenster. In diesem werden die Eingaben der anderen IRC-User ausgegeben. In einer schmalen Spalte daneben stehen die Teilnehmer am aktuellen Kanal. Einige Freaks diskutieren sogar parallel in mehreren Fenstern.
Kanäle die nur einen oder zwei User haben, können ignoriert werden. Hierbei handelt es sich bei diesen Teilnehmern um keine richtigen Menschen, sondern um Robots. Robots sind kleine Dienstprogramme, die einen IRC-Kanal offenhalten.

Abb 3.55: Talk-Verbindung zwischen zwei Usern.
Soll der Kanal geschlossen werden, wird auf die linke obere Ecke des Fensters geklickt. Um den IRC-Client zu verlassen wird im "Server"-Menü der Eintrag "Disconnect" ausgeführt.
Die privatere Variante von IRC ist Talk. Mit Talk können private Unterhaltungen (das geht mit einem Trick auch bei IRC) zu einem anderen Teilnehmer im Netzwerk geführt werden. Beim vorliegenden Programm WINTALK sieht der Anwender den Text den er schreibt, auf der oberen Hälfte und den Text den der Partner schreibt, auf der unteren Hälfte.
Beide Nutzer können schreiben, ohne auf den Anderen zu warten.
Wird das Programm in Windows immer gestartet gelassen, kann auch ein Nutzer von außen den lokalen Rechner erreichen. Allerdings muß dann eine permanente Verbindung zum Provider gehalten werden. Wird der eigene Rechner angerufen (Jargon: gecalled), hat der Anwender die Möglichkeit den Ruf anzunehmen, ihn zu ignorieren oder ihn abzuweisen.
Damit der andere Netzteilnehmer weiß wen er sprechen (Jargon: antalken) möchte, muß der Nutzer im Wintalk Programm die Namen eingeben, auf die sein Talk reagieren soll. Wird der falsche Name verlangt, klingelt das eigene Talk Programm nicht.
Nicht alle Talk Programme sind zueinander kompatibel. Selbst wenn alles richtig eingestellt wurde, ist es nicht sicher, das nicht ein anderes Problem vorliegt.
Mit Finger kann der Anwender etwas über einen anderen Anwender im InterNet erfahren. Zu diesen Informationen gehört z. B. wann dieser das letztemal eingeloggt war und wie er zu erreichen ist. Meistens wird noch eine kleine Textdatei mit übertragen, die der "gefingerte" Nutzer selber editieren kann.

Abb 3.56: Einen User eingeben, der "gefingert" werden soll.
Der Finger-Client kommt ganz ohne Konfiguration aus. Neben dem Finger-Client gibt es auch einen Finger-Server, der Information über einen selbst gibt, falls man selber mit "finger" abgefragt wird. Auf der CD-ROM sind beide Versionen enthalten.

Abb 3.57: Die Antwort des Finger-Servers.
Finger wird immer dann gerne verwendet, wenn ein Bekannter etc. versucht wird zu erreichen. Einige Finger-Server geben dann auch die Zeit an, wie lange der Nutzer der "gefingert" wurde, nicht am Rechner war, oder wie lange er am Rechner untätig war.
Finger wird außerdem dazu benutzt, Informationsdateien verfügbar zu machen. Einige Firmen bieten per Finger kurze Infotexte an. Beispielsweise "finger info@cdrom.com", bietet Informationen über die CD-ROMs an, die über sie bezogen werden können.
Mit dem Dienst FTP, können auf einfach Weise Dateien von irgendendeinem FTP-Server der Welt, auf den Heim-PC kopiert werden. Das Programm WINFTP ist unter Windows sehr komfortabel. Es ermöglicht die Bedienung des FTP-Servers durch klicken mit der Maus. Der Server muß aber vorher eingestellt werden.

Abb 3.58: Rechner in WINFTP eintragen.
Um einen Server in die Datenbank von WINFTP aufzunehmen wird auf die "CONNECT" Schaltfläche (die in WINFTP, nicht die im "Host"-Fenster!) des Programmes geklickt. Das "Host"-Fenster öffnet sich (s. Abb. 3.58), und der Nutzer kann nun den Namen des Hosts eintragen, sein Passwort (fall er eins hat) und das war es auch schon. Die anderen Einstellungen werden nur in Spezialfällen gebraucht. Abschließend wird auf das Feld "SaveCfg" geklickt. Diese Einstellung ist nun abgespeichert. Wenn es gewünscht wird, kann mit der Fläche "Connect" im "Host"-Fenster eine Verbindung zum eingetragenen Server hergestellt werden.
Wenn die Verbindung aufgebaut wurde, loggt sich WinFTP automatisch ein. Auf der rechten Hälfte, im oberen Fenster, sind die Verzeichnisse des Hosts, darunter sind die Dateien die darin enthalten sind. Wenn mit der Maus auf ein Verzeichnis geklickt wird, öffnet sich dieses und im unteren Fenster werden die Dateien angezeigt, die darin enthalten sind. Wird der Verzeichniseintrag ".." ausgeführt, kommt der Anwender wieder eine Ebene höher.

Abb 3.59: Eine Datei vom Host übertragen.
Auf der linken Seite sind die Verzeichnisse des lokalen Rechners (also des Heim-PCs). Auch hier kommt der Anwender durch Mausklicks durch seine Verzeichnisse.
Soll nun eine Datei vom Host geholt werden, wird diese mit der Maus markiert (einmal klicken). Dann wird auf das "<-"-Feld geklickt. Die Datei wird nun auf den eigenen Rechner übertragen. Der Fortschritt der Übertragung kann der Anwender am Prozentbalken verfolgen. Durch das Feld "->" können Dateien vom eigenen Rechner auf den Host übertragen werden, also das umgekehrte Prinzip. Auch bei diesem Vorgang muß die Datei, oder die Dateien die transferiert werden sollen, markiert werden.
Falls der Anwender die Übertragung unterbrechen möchte, muß er auf die "Abort"-Fläche des Programmes klicken. Zum ausloggen wird die Verbindung zuerst mit dem "Close"-Feld beendet, dann das Programm it "Exit" verlassen.
Um anderen Rechnern FTP-Zugriff auf dem eigenen Rechner zu gewähren, muß auf dem Heim-PC ein FTP-Server installiert werden. Das Programm Win-QVT, das sich ebenfalls auf der CD-ROM befindet, kann dazu genommen werden. Die Standardinstallation funktioniert bereits, wenn der entsprechende Service im Menü freigeschaltet wurde (s. Abb 3.60).

Abb 3.60: FTP-Server bei Win-QVT freischalten.
Passwörter und Accounts werden mit dem DOS-Befehl "Passwd psfile.ftp" geändert, gelöscht und hinzugefügt. Sogar für einen Anonymous-FTP kann der Nutzer in der WINQVT.INI Datei das Grundverzeichnis einstellen.
In einigen Versionen von Win-QVT erlaubt das Programm nur einen FTP-Zugriff. Das bedeutet, es kann nicht mehr als eine Person von Ihrem Rechner per FTP Dateien kopieren. Andere Versionen haben diese Macke nicht. :-}
Mit dem Archie Dienst lassen sich im Netz Dateien suchen. Der Archie Client gibt eine Suchmeldung für die gewünschte Datei an einen Archie-Server. Dieser schaut dann in seine Datenbanken und versucht die gesuchte Datei zu finden. Die Datenbanken des Archie-Servers besteht aus den gesamten Dateilisten vieler FTP-Server. Der Archie-

Abb 3.61: Archie sucht Winftp...:-)
Server gibt bei Erfolg dann die FTP-Server heraus, die das Programm haben. Auf der CD-ROM befindet sich WSARCHIE06, das keine Konfiguration braucht. Als Archie-Server kann der Host in Darmstadt genommen werden. Leider läßt dieser einige Suchanfragen nicht zu. Als Ersatz kann aber auf jeden anderen Archie-Server der Welt zugegriffen werden.
Die Dateinamen müssen nicht vollständig sein, es darf mit Wildcards gearbeitet werden. In Abb 3.61 wurde z. B. die Datei Winftp in Neuseeland gefunden.
Es gibt verschiedene Suchmethode. Mit Substring wird darauf geachtet, das der Suchbegriff ein Teil des Verzeichnis- oder Dateinamens ist. Das Wort "Handel" ist beispielsweise in "Autohandel" enthalten. Die Groß -und Kleinschreibung wird aber ignoriert. Beim nächsten Punkt ist dies nicht so. Beim Punkt "Exact" wird genau nach der eingegeben Zeichenkette gesucht. Wenn Dateien oder Verzeichnisse geringfügig anders heißen, werden sie nicht mit angezeigt. Die Einstellung "Regex" ist die flexibelste, die sucht nach der Zeichenkette in allen Kombinationen, ohne Groß -und Kleinschreibung. Es können auch mehrere Wildcards benutzt werden, z. B. kann nach "A*handel" gesucht werden. Passende Begriffe wären dann "Autohandel", aber auch "Automobilhandel".
Da es verschiedene Archie-Server auf der Welt gibt, kann der Archie-Client auch verschiedene Datenbanken befragen. Fragen Sie Ihren Betreiber, welche Server zur Verfügung stehen, falls der standardmäßig eingestellte Archie-Server Ihre Datei nicht findet
Mittels CuSeeMe können bewegte Bilder über InterNet übertragen werden (s. Abb 3.19). Allerdings kann kein Ton dazu gesendet werden. Die Installation ist sehr einfach. Der Anwender muß nur seinen Namen eintragen. In der Dokumentation zum Programm sind einige CuSeeMe Server, die Reflektoren heißen, zu finden. Hat der Anwender selber eine Videokamera und eine TV-Karte für den PC, kann er auch Bilder von sich senden. Je nach Geschwindigkeit der Übertragung sind die Briefmarken großen Bilder teilweise sehr ruckelig. CuSeeMe ist in seiner neuesten Version auf der CD-ROM enthalten.
Mittels des Programmes IP-Phone (auch auf der CD-ROM) läßt es sich preisgünstig über InterNet telefonieren. Die Daten werden wie gewohnt über das InterNet übertragen und kommen beim Gesprächspartner aus dem Lautsprecher. Voraussetzung dazu ist aber eine Soundkarte und ein Mikrofon.
Um andere IP-Phoner zu finden, müssen sich die Nutzer in einen IRC-Server einloggen (das macht IP-Phone allein!). Dann kann sich der Anwender für verschiedene Kanäle entscheiden (s. Abb 3.20) und darauf warten angerufen zu werden, oder selber jemanden anrufen. Wirklich witzig wird diese Variante in Verbindung mit CuSeeMe. Leider ist die Sharewareversion von IP-Phone auf nur eine Minute Gesprächszeit beschränkt.
Damit wären die InterNet Standarddienste abgeschlossen. Es folgt ein eigenes Unterkapitel zu WWW.
Zwar gehört WWW auch zu den Online-Diensten die per SLIP/ PPP genutzt werden können, doch die Anwendungen sind so vielfältig, daß sie der Übersichtlichkeit halber in ein eigenes Unterkapitel müssen.
Der in letzter Zeit bekannteste Dienst des InterNets, ist wohl das Worl-Wide-Web. Die meisten Leute, die heute ins InterNet wollen, sind vor allem am WWW interessiert. Die Möglichkeit mit einem Mausklick durch die ganze Welt zu Reisen ist auch sehr verlockend. Die meisten WWW-Clients (auch WWW-Browser genannt), sind beinahe intuitiv zu bedienen. Der Nutzer stellt eine Verbindung zu einem WWW-Server her und dann klickt er nur auf die entsprechend markierten Wörter, um mehr Informationen zu diesem Punkt zu bekommen. Dabei ist es völlig unerheblich welcher Art die Information ist, oder woher sie kommt. Dadurch, daß mit einem WWW-Browser nicht nur Text, sondern auch Grafik, Video und Audiomöglichkeiten vereinigt werden, bekommt der Anwender ein viel breiteres Spektrum an Eindrücken geboten. Die Ersteller von WWW-Seiten haben dadurch aber auch die Möglichkeit, viel mehr auszudrücken.
Neben der Multimediafähigkeit von WWW, können WWW-Browser auch andere Dienste des InterNet nutzen z. B. Gopher, FTP und News. Durch das WWW können auch noch andere Dienste genutzt werden, da der WWW-Client dann versucht die entsprechende Applikation (etwa TelNet) von der Platte zu starten.
Ein WWW-Client für MS-Windows ist z. B. Netscape, der in der neuesten Version Daten sogar kodiert übertragen kann. Dies ist z. B. wichtig für Leute, die über WWW einkaufen gehen wollen und die Kreditkarten Nummer übertragen müssen. Zwei andere bekannte Browser für Windows sind Mosaic und Cello. Auf der CD-ROM ist aber nur Netscape enthalten, da dieses Programm die meisten Funktionen beinhaltet.
Die häufigsten Anwendungen von WWW sollen hier vorgestellt werden. Dieses Unterkapitel gibt darüber Auskunft, wie sich der Anwender im WWW bewegen kann. Es gibt noch keine Antwort darauf, wie Informationen gefunden werden. Das ist Thema des nächsten großen Kapitels.
Wie eine WWW-Seite erstellt wird und wie ein WWW-Server installiert wird, ist Thema eines neuen Buches.
Um einen ersten Schritt in den Cyberspace zu machen, muß eine WWW-Seite geöffnet werden. In den meisten Fällen ist dies die des Providers. Es kann natürlich auch jede andere WWW-Seite sein. Geöffnet wird so eine Seite mit der "open"-Ikone in Netscape. Das System fragt dann nach dem URL. Der URL war eine Art Adresse von Diensten im InterNet (s. Kap "Einheitliche Bezeichnung von Online-Diensten"). Da eine WWW-Seite dargestellt werden soll, gibt der Nutzer ein :
http://<WWW-Server>/[<Verzeichnisse>/<HTML-Seite>]
Für <WWW-Server> kann der Server des Providers genommen werden, oder der der Uni. Da ein WWW-Server mehrere WWW-Seiten zu verschiedenen Themen hat, sind diese der besseren Übersichtlichkeithalber in verschiedenen Verzeichnissen abgelegt. Damit der Anwender sich nicht immer vom Anfang des WWW-Servers bis zu seinem Dokument durchklicken muß, kann eine WWW-Seite auch direkt angesprochen werden. Der genaue Pfad zu der aktuellen WWW-Seite kann der Anwender aus der "Location"-Zeile von Netscape entnehmen.
Wird nur der Server ohne Verzeichnisse angegeben, stellt der WWW-Server seine Indexseite dar, mit der man die anderen Informationen abrufen kann. Diese erste Seite wird Homepage (engl.: die "Heimatseite", sprich: Houm-päitsch) genannt. Der Anwender legt sich normalerweise auf eine Homepage fest, von dieser er dann in die weite Welt startet.
Im Beispiel wurde der Server der Freien Universität Berlin genommen, der "http://www.fu-berlin.de/" lautet.
Der WWW-Client stellt nun die Verbindung zu diesem Server her und präsentiert die erste Seite. Darauf ist dann das Logo der Uni zu erkennen, weiterhin ist ein (blau) unterlegter Text zu sehen. Dieser unterlegte Text ist ein HyperLink. Klickt der Anweder auf so einen Text, bekommt er dazu mehr Informationen.

Abb 3.62: Ein Klick auf einen HyperLink.
Auf der WWW-Seite der FU-Berlin gibt es z. B. den blauen Eintrag "Fachbereiche und Zentraleinrichtungen". Wird auf diesen Eintrag mit der Maus geklickt, kommt der Anwender auf die Seite, die ihm die Fachbereiche und Zentraleinrichtungen der FU-Berlin nennt (s. Abb 3.62). Klickt er wieder auf einen unterlegten Text, bekommt er Informationen zu diesem Punkt.
Es ist nicht zwingend erforderlich das sich diese Information auf dem gleichen Server befindet. Ein HyperLink kann auch auf einen anderen WWW-Server verweisen, den der WWW-Browser dann selber kontaktiert und die Seite darstellt. Im Falle der Abb. 3.63 ist das Dokument aber ebenfalls auf der FU-Berlin.
URLs die der Anwender schon einmal ausgeführt hat, sind in Netscape mit violetter Farbe unterlegt, anstatt mit Blau. Trotzdem belieben Sie ausführbar.
Möchte der Anwender auf die Seite davor zurückkehren, klickt er auf die "<-"-Ikone (Bez. Back). Soll ein neuer WWW-Server kontaktiert werden, klickt der Anwender einfach wieder auf die "Open"-Ikone.
Einige WWW-Server haben einige Bilder in ihren Datenbanken. Da ein Bild aber sehr viel Informationen enthält, wird meistens nur eine verkleinerte Abbildung auf einer WWW-Seite gezeigt. Die Übertragung würde sonst sehr viel länger dauern.
Der Anwender kann nun aber auf so ein kleines Bild mir der Maus klicken, und bekommt dann eine größere Version gezeigt.

Abb 3.63: WWW-Server der TV-Serie "Akte-X ".
In Abb. 3.63 sind in dem großen Bild die beiden Hauptdarsteller der TV-Serie "Akte X" (Pro 7) zu sehen. Das entsprechende kleine Bild, ist neben anderen, am unteren Rand der WWW-Seite zu sehen. Das große Bild wurde erst eingeblendet, als der Nutzer das kleine Bild mit der Maus angeklickt hat.
Der Browser Netscape kann die meisten Bilder selber darstellen. Bei einigen Formaten, die überwiegend auf anderen Rechner als auf Windows vorkommen, muß der Anwender über das Menü "Options Preferences Helper-Applications" einen Betrachter für diese Formate einstellen. Durch dieses Prinzip können sich z. B. auch Postscript Dateien angeschaut werden. Diese Hilfsprogramme werden ebenfalls auf der CD-ROM enthalten sein.
Wird ein anderes Bild von der entsprechenden WWW-Seite gewünscht, kann der Anwender nach dem Schließen des ersten Bildes, auf ein anderes Bild klicken.
Neben der Möglichkeit über markierten Text auf andere Seiten zu gelangen, gibt es auch die Möglichkeit, auf eine Grafik zu klicken. Einige Informationen lassen sich öfter als anschauliche Grafik besser darstellen, als als Text, wie in Abb. 3.64 die Liste der deutschen WWW-Server. Der Anwender kann auf eine Stadt mit der Maus klicken und der Server präsentiert die WWW-Server die in der gewählten Stadt vorhanden sind.
In diesem Falle wurde die Stadt Leipzig gewählt. Gerade in den neuen Bundesländern gibt es viele neue WWW-Server. Im Zuge der Datenautobahn, sind viele Server dort auch schon sehr schnell zu erreichen.

Abb 3.64: Karte der deutschen WWW-Server

Abb. 3.65: Liste der WWW-Server in Leipzig.
Von dieser Auswahlliste kann der Anwender sich dann einen Rechner suchen der ihn interessiert. Einen "Klick" auf den entsprechenden HyperLink und der Anwender ist auf der Homepage des betreffenden Rechners (s. Abb 3.66).

Abb. 3.66: Ein Leipziger Rechner.
Sind auf diesem Server mehrere interessante Dokumente, muß der Anwender nicht immer dem Umweg über die Deutschlandkarte gehen. Es genügt, sich die "Location"-Zeile zu merken, die einen URL darstellt. Mittels der "open"-Ikone kann dann dieser URL wieder eingegeben werden, und der Anwender ist wieder auf dem Leipziger Rechner.
Neben der etwas umständlichen Methode des Aufschreibens, kann auch der Computer diese Arbeit übernehmen (wozu hat man das Ding schließlich). Ist der Anwender in der Seite, die er sich merken möchte, klickt er im Menü "Bookmarks" auf den Eintrag "Add Bookmark". Der Eintrag der WWW-Seite wird dann dem Menü "Bookmark" zusätzlich zugefügt. Über das Menü "Bookmark" können dann jederzeit die gespeicherten WWW-Seiten wieder aufgerufen werden.
Über eine WWW-Seite lassen sich nicht nur statische Informationen wie Texte oder Bilder darstellen, sondern auch Videos.
Um Videos auf dem PC darstellen zu können, müssen sie erst computerlesbar sein. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Formate entwickelt. Im WWW werden die zwei bekanntesten benutzt, das MPEG (was auch bei u. a. auch vom Philips CD-I genutzt wird) und QuickTime-Movie (aus der MAC-Welt). Der Anwender hat zwar nicht mit den Formaten zu tun, muß aber eine entsprechende Abspielsoftware installiert haben. Für MPEG gibt es PD oder Sharewareprogramme, aber für QuickTime gibt es nur eine kommerzielle Lösung. Sind die entsprechenden Abspielprogramme vorhanden (z. B. auf der CD-ROM), können Sie in NetScape unter dem Menü "Options Preferences Helper-Applications" eingetragen werden.

Abb. 3.67: Ein Video über Golfmöglichkeiten in Canada.
Ist ein Abspielprogramm nicht eingetragen, fragt Netscape nach selektieren eines Videos nach, welchem Programm das Video zum anzeigen übergeben werden soll.
In Abb 3.67 wurde über das grafische Menü links, auf der WWW-Seite ein Video über Golfmöglichkeiten, in einem Touristengebiet angefordert. Vor dem abspielen muß sich das Video komplett auf dem eigenen PC befinden.
Videos können sehr lang sein, von einigen hundert KByte bis zu mehreren MByte. Gerade für SLIP/ PPP Verbindungen über ein Modem mit 14.400 bis 28.800 Bit/s, kann das in ein Geduldsspiel ausarten. Von den Kosten durch die lange Verbindung zum Provider und der Netzbelastung ganz zu schweigen.
Außer Bildern, ob nun bewegt oder nicht, können auch Audio-Clips übertragen werden. Diese werden wieder über einen HyperLink selektiert und dann vom Browser auf den eigenen PC übertragen. Der Browser gibt die Töne dann auf einer Soundkarte aus. Die Audio-Clips werden oft im Windows WAV-Format oder im Sun AU-Format angeboten (Abspielsoftware auf der CD-ROM).
Wie beim Video muß die Datei aber erst komplett auf dem eigenen PC sein, bevor sie abgehört