Jeder von uns ist im Alltag bereits mit dem Begriff "DFÜ" oder Datenferübertragung konfrontiert worden. Doch was für manche bereits der Weg in eine faszinierende neue Welt geworden ist, erscheint Anderen noch wie ein unübersichtlicher Dschungel aus technischen Einzelheiten und Fachbegriffen. Aber auch versierte Nutzer von Modems und Mailboxen können nicht alle Anwendungen, Soft- und Hardware-Lösungen und Definitionen im Gedächtnis gespeichert haben.
"Reise durch die Netze" ist ein Reiseführer in die Welt der DFÜ und hat anderen Informations- und Nachschlagewerken vor allem eins voraus: Vorgestellt werden nicht einzelne Bereiche aus der Welt der Datenfernübertragung, wie bereits reichlich auf dem Markt vorhanden - dieses Buch vereint alles Wissenwerte unter einem Cover und bietet vor allem Neueinsteigern die Chance einer übersichtlichen und greifbaren Information, ohne daß für die verschiedenen Themen mehrere Bücher gekauft werden müssen.
Der Autor Alexandros Gougousoudis ist in Berlin als Wissenschaftsjournalist aktiv und studiert Publizistik und Informatik. In der DFÜ-Szene ist er bereits seit 10 Jahren in vielen Netzen aktiv und ist Mitglied in der InterNet Society (USA).
Reise durch die Netze
Von Alexandros Gougousoudis
Inhaltsverzeichnis
Vorwort
*Einführung
*1. Die Hardware
*1.1 Was ist ein Modem?
*Wo liegen die Unterschiede?
*Übertragunsgeschwindigkeiten
*Zusätzliche Funktionen
*Verbindungsprobleme
*Was soll gekauft werden?
*Euro-ISDN
*Anschlußarten
*Endgeräte für ISDN
*Was sollte gekauft werden (ISDN)?
*1.2 Der Anschluß an den Computer
*Der Blick in den Rechner
*Die seriellen Schnittstellen
*Modems installieren
*Internes Modem einbauen
*Externes Modem anschließen
*Der erste Test
*ISDN-Karten
*Der erste Test (ISDN)
*Die Treibersoftware
*1.3 Der PC steuert das Modem
*Die Grundlagen der Modemsteuerung
*Die "AT"-Befehle
*Die S-Register
*Das Modem richtig einstellen
*Die V.25bis Befehle
*Zusammenfassung
*2. Die Anwendung des Modems
*2.1 Die Mailbox (BBS)
*Terminal-Emulationen
*Die Identifizierung
*Nachrichtendatenbank
*Persönliche Nachrichten
*Öffentliche Nachrichten
*Netiquette
*Programmdatenbank
*Dateiauswahl
*Transferieren der Dateien
*Onlinespiele
*Sonstiges
*2.2 Eine eigene Mailbox
*Der Hostmodus
*Direkte Verbindung
*2.3 Spielen über das Modem
*2.4 Der FOSSIL-Treiber
*2.5 Modems im Netzwerk
*Die Methode
*Die Softwareschnittstelle
*Ein Beispielprogramm
*2.6 Die FAX-Option
*Faxen aus DOS
*Faxen aus Windows
*Faxe abrufen
*Faxe und Sprache aufnehmen
*Faxen per Mail
*2.7 ISDN
*2.8 Zusammenfassung
*3. Die Netze
*3.1 Grundlagen
*Nachrichten
*Private Nachrichten
*Öffentliche Nachrichten
*Netiquette
*Verschiedene Netze
*Online vs. Offline
*Von Hand zu Hand
*3.2 FidoNet
*Kosten eines Zuganges
*Die Geschichte des FidoNet
*Die Technik
*Nachrichtenarten
*Verwaltungsstruktur
*Routing im FidoNet
*Regelwächter in den Echos
*Die Nodelist
*Der FIDO-Point
*Brettmanagment
*Dateien up -und downloaden
*File-Netze
*Overlay Netze
*Stärken und Schwächen
*3.3 Das InterNet
*Kosten eines Zuganges
*Die Geschichte des InterNet
*Die technischen Möglichkeiten
*Offline Dienste
*Adressierung
*Online-Dienste
*Einheitliche Bezeichnung von Online-Diensten
*Download im InterNet
*Regelwächter in den Newsgroups
*Grundlagen zu Netzwerken allgemein.
*TCP/ IP als Grundlage des InterNets
*TCP/ IP im Überblick
*Die Funktionsweise
*Beispielübertragung
*Die Liste der InterNet-Systeme
*Zugang zum Netz
*Anschluß an das UseNet
*Anschluß an das InterNet
*Anwendung der Dienste
*Der Online-Account
*Der Point-Account
*SLIP/ PPP- Account
*World Wide Web (WWW)
*Welcher Account den nun?
*Die Zukunft des InterNets
*Stärken und Schwächen
*3.4 CompuServe
*Kosten eines Zuganges
*Die Geschichte von CompuServe
*Die Technik
*Nachrichtenarten
*Adressierung
*Zugangsarten
*Dienstleistungen von CompuServe
*CompuServe per Terminalprogramm
*CompuServe per WinCIM
*Allgemeines
*In ein Forum gelangen
*Nachrichtenbereich
*Dateibereich
*Konferenzräume
*Forum verlassen
*Online / Offline mit WinCIM
*Interaktive Dienste
*InterNet mit CompuServe
*CompuServe mit einem Offline-Reader
*Allgemeines
*Mail schreiben
*Neues Forum erstellen
*Forum bearbeiten
*Nachrichten lesen
*Nachrichten schreiben
*Dateien senden und empfangen
*Austausch der Daten
*Stärken und Schwächen
*3.5 Datex-J (BTX)
*Kosten eines Zuganges
*Die Geschichte von Datex-J
*Die Technik
*Der Anschluß
*Die Software
*Die Steuerung
*Anbieter suchen
*Regionalbereiche
*Mitbenutzer
*Die Datex-J Dienste
*Mitteilungen lesen / schreiben
*Foren
*Multimedia-BTX
*Homebanking
*Shopping
*Verreisen
*Tickern
*InterNet
*Telesoftware
*Das Telefonbuch
*Sonstiges
*Stärken und Schwächen
*3.6 Z-Netz
*Die Kosten eine Zuganges
*Die Geschichte des Z-Netzes
*Die Technik
*Nachrichtenarten
*Adressierung
*Der Z-Netz Point
*Stärken und Schwächen
*3.7 MausNet
*Kosten eines Zuganges
*Die Geschichte des MausNet
*Die Technik des MausNets
*Nachrichtenarten
*Adressierung
*Point im MausNet
*Stärken und Schwächen
*3.8 Der Point
*Die Geschichte der Pointsoftware
*In welches Netz als Point?
*CrossPoint installieren
*Zugangsdaten
*Daten eintragen
*Mit CrossPoint arbeiten.
*Brettliste anfordern.
*Der erste Anruf
*Bretter an -und abmelden
*Die Nachrichtendatenbank
*Nachrichten lesen
*Nachrichten schreiben
*Nachrichten löschen
*Pflichten eines Points
*Stärken und Schwächen
*3.9 Querverbindungen
*Gateways für Online-Dienste und Mail
*Aus dem InterNet
*Aus CompuServe
*Aus dem Datex-J
*Aus dem FidoNet
*Aus dem MausNet
*Aus dem Z-Netz
*Mehrere Netze bei einer Box
*3.10 Andere Netze
*America Online
*Mircosoft Network (existiert nicht mehr)
*Europe Online (existier nicht mehr)
*3.11 Zusammenfassung
*4. Die Recherche
*4.1 Recherche mit Offline-Diensten
*Diskussionsforen
*UseNet
*Z-Netz/ Maus
*FidoNet
*4.2 Recherche mit Online-Diensten
*Recherche im InterNet
*Gophersuche mit Veronica
*Infosuche mit WAIS
*Das WWW als Wissensspeicher
*Recherche in CompuServe
*Executive News Service
*Superhirn IQuest
*Recherche im Datex-J
*Mega-Datenbank Genios
*Suche im SPIEGEL-Archiv
*4.3 Zusammenfassung
*5. Der Blick in die Zukunft
*5.1 Die Entwicklung
*Dienste für Jeden
*Konsequenzen
*5.2 Die Nutzer
*Wer nutzt die Netze?
*Eine kleine Statistik
*5.3 CyberSex
*Heute
*Morgen
*5.4 Zusammenfassung
*Anhang A
*Anhang B
*Anhang C
*Anhang D
*Die CD-ROM
*Spiele
*Programme
*InterNet
*Point
*Texte
*Datex-J
*CompuServe
*Sonstige
*Nullus liber est tam malus, ut non aliqua parte prosit.
Kein Buch ist so schlecht, daß es nicht in irgendeiner Beziehung nützt. (Plinius)
Wer heute verreisen möchte, wälzt Kataloge und geht irgendwann in ein Reisebüro. Wer heute ein Auto kaufen möchte, wälzt Kataloge und geht irgendwann zum Autohändler. Wer Geld überweisen möchte, geht zur Bank, füllt Formulare aus, die er schließlich am Schalter abgibt. Warum? Die Antwort: weil es schon immer so war.
Dabei gibt es heute so vielfältige Möglichkeiten sich das Leben leichter zu machen. Einen Teil der Lösung findet man schon fast in jedem Haushalt. Einen PC und eine Telefonleitung.
Viele Millionen Menschen nutzen weltweit schon ihren PC, um mit Datenbanken oder Menschen zu kommunizieren. Die Motivationen dieser Leute sind vielfältig, sie wollen preiswert einkaufen, Meinungen einholen und austauschen oder sich einfach nur amüsieren.
Dieses Buch soll dem Anfänger, wie dem fortgeschrittenen Nutzer ein Lehrbuch und Werkzeug sein, sich durch Begriffe wie "Infobahn", "Daten-Highway", "Cyberspace" oder "DFÜ" zurechtfinden. Es wird nicht nur einzelne technische Teilaspekte behandeln, sondern auch erklären, wie er das Gelernte sinnvoll und effektiv nutzen kann.
An Vorwissen ist kaum mehr erforderlich, als zu wissen, wo der Computer angeschaltet wird. An diesem Buch wird jeder Spaß haben, der dahin gehen möchte, wo noch nie ein Mensch vorher war.... im CYBERSPACE!
An dieser Stelle, möchte ich mich auch bei meiner Familie, insbesondere bei meiner Mutter und bei meiner Oma und bei meinen Freunden Kai und Oli, für ihre Unterstützung bedanken.
Berlin, Juni 1995 Alexandros Gougousoudis
Dieses Buch richtet sich an diejenigen Leser, die gerne schnell und effizient arbeiten wollen. Einerseits wird erklärt, warum überhaupt ein Modem gekauft werden sollte, andererseits werden viele interessante Möglichkeiten auch bis ins Detail genau erklärt. So wird weder der Anfänger noch der fortgeschrittene Leser etwas vermissen, und alle haben ihren Spaß.
Dieses Buch richtet sich auch an alle Neugierigen, die durch die vielen Berichte in der Presse verunsichert sind und endlich wissen möchten, was es mit dem "Datenhighway" auf sich hat. Neugier ist sowieso eine wichtige Voraussetzung, um dieses Buch zu mögen. Es wird sehr viel Neues geben!
In unserer modernen Gesellschaft ist Information zu einem sehr wichtigen Faktor geworden. Informationen sind Geld, Informationen sind Zeit. Um wichtige Entscheidungen sicher treffen zu können, müssen auch die wichtigen Informationen vorliegen.
Das betrifft nicht nur die Vorstandsetagen, sondern auch den "normalen" Menschen, der sich vielleicht ein Auto kaufen möchte und nun "ungefilterte" Erfahrungsberichte hören will. Wer in absehbarer Zeit also nicht an irgendeinen Informationsdienst teilnimmt, verliert den Anschluß.
Um Informationen beschaffen und senden zu können, sind die Netze entstanden. Computernetze sind Ansammlungen von Rechnern, die entweder über die ganze Welt oder nur in einer Stadt verteilt sind. Diese Rechner sind mit spezieller Hardware (z. B. Modem) und Software verbunden.
Von den vielen Medien, die heute um unsere Gunst buhlen, sind Netze die bislang einzigen, welche bidirektional (in beide Richtungen) arbeiten. Jeder kann Nachrichten empfangen und auch senden. Wer dies an geeigneter Stelle macht, hat ein deutlich größeres Publikum, als so mancher Lokalsender!
Wer also dieses Buch liest, wird am Ende wissen, was ein Modem ist, und welches er sich kaufen sollte. Die Möglichkeiten, die sich daraus ergeben wie Netze (z.B. InterNet, BTX), Faxen, Datenaustausch mit der Firma und Spielen werden ganze Kapitel füllen. Dem Leser wird von der Entstehungsgeschichte bis zum heutigen Stand alles von Anfang an erklärt!
Wer soviel über das Heute schreibt, muß sich auch Gedanken über das Morgen machen. Deshalb gibt es in diesem Buch auch schon Infos über Möglichkeiten, die erst in den nächsten Jahren auf uns zukommen werden.
Als Vorwissen ist nicht sehr viel erforderlich. Jeder weiß, wo sein Computer aktiviert wird und wie man auf einer grafischen Oberfläche á la Windows arbeitet. Alles andere lernen Sie hier!
Das Hauptthema dieses Kapitels wird die Technik des Modems sein. Alle geläufigen Funktionen werden erklärt, sodaß der Anwender selber entscheiden kann, was er braucht und was nicht. Trotzdem werden Vorschläge für verschiedene Bedürfnisse gegeben. Da auch ISDN immer beliebter wird, gibt es auch eine Erklärung zu diesem Dienst der Telekom und der Hardware die dazu nötig ist.
Verschiedene Fachzeitschriften oder die Tageszeitungen bieten in ihrem Anzeigenteil eine Menge an sogenannten Modems an. Wer im späteren Betrieb nicht mehr Ärger als Spaß haben will, sollte vorher genau klären, was er kauft und auf keinen Fall am falschen Ende sparen.
Das Wort "Modem" besteht aus den Teilen "MOdulator - DEModulator". Im Sprachgebrauch spricht man von "dem Modem", wobei Puristen gerne von "der Modem" sprechen, da es ja korrekterweise "der Modulator- Demodulator" heißt. In diesem Buch wird aber nur von "dem Modem" gesprochen, da dies der normalen Ausdrucksweise in der Presse entspricht.
Ein Modem wird an einen Computer angeschlossen und dient diesem als Verbindungsglied zur Telefonleitung. Am anderen Ende der Leitung ist ebenfalls ein Modem mit Computer, sodaß sich über die Telefonleitung beide Computer Daten, gleich welcher Form, schicken können.
Um die Daten über das Telefon übertragen zu können, müssen die Daten erst in Töne gewandelt werden; das wird "modulieren" genannt. Die Gegenstelle muß diese Töne wieder in computerlesbare Daten verwandeln können, dieser Vorgang heißt "demodulieren".

Abb. 1.1: Daten in analoge Signale und zurück
Den Modems ist es egal, was für Daten sie übertragen; das können Bilder oder auch Kontonummern sein, daher gibt es keine Modems für spezielle Daten.
In der Werbung werden viele Modemtypen angeboten. Die Preise reichen von 30 DM bis 5000 DM und natürlich sind alle sehr gut. Doch irgendwo müssen die Unterschiede ja sein. Einerseits liegen sie sicher in der Verarbeitung. Ein großer Unterschied ist aber die Übertragungsgeschwindigkeit. Dieser Faktor gibt an, wie schnell Daten von Punkt A nach Punkt B kommen. Da das telefonieren aber keinesfalls billig ist, sollte schon vor dem Kauf klar sein, wie groß die zu übertragenen Datenmengen sein werden. Eine DIN A4 Seite ist mit fast jeder Technik schnell zu übertragen, aber z.B. hochauflösende Bilder mit vielen Farben können schon einige Minuten dauern.
Je schneller die Modems sind, desto teurer sind sie meist auch, da eine höhere Übertragunsgeschwindigkeit gleichbedeutend mit komplizierterer Technik ist, die dann auch mehr kostet. Natürlich ist es auch wichtig, daß eine Gegenstelle existiert, die die gewünschte Geschwindigkeit unterstützt.
Um immer Anschluß zu bekommen, wurden verschiedene Normen von einer zentralen Behörde, der CCITT (Comite Consultatif Internationale de Telegraphique et Telephonique), zur Transfergeschwindigkeit entwickelt. Die wichtigsten sind:
Standards Geschwindigkeit in Bit/s
V.22bis 2400
V.32 9600
V.32bis 14400
V.34 28800
Tab 1.1: Die wichtigsten Transferstandards
Auf dem Markt werden auch Modems verkauft, die noch mehr zusätzliche Geschwindigkeiten können, doch handelt es sich hier meist um herstellerspezifische Standards, die nur von Modems des gleichen Hersteller verstanden werden. Ein klassisches Beispiel ist hier die Firma "ZyXEL", die außer dem Standard V.32bis mit 14.400 Bit/s auch noch 16800 Bit/s und 19200 Bit/s beherrschen.
Da die Normungsbehörden langsamer als die technische Entwicklung sind, entwickeln sich oft "wilde" Standards aus der Industrie. Diese Standards sind meist herstellerübergreifend, aber nicht immer sehr zuverlässig. Beispiele für diese Standards sind V.TERBO und V.FC bzw. V.FastClass.
Modems, die solche Standards unterstützen, können sehr gut sein, doch sollte man bedenken, daß diese "wilden" Standards langsam aussterben, wenn entsprechende "echte" Standards veröffentlicht werden. Gegenstellen, die z.B. V.TERBO (ein Beispiel für einen "wilden" Standard) etc. unterstützen, werden weniger. Von dem Modem kann man dann nur noch die "offiziellen" Modi nutzen.
Eine kleine Beispielrechnung, um die verschiedenen Übertragunsgeschwindigkeiten beurteilen zu können.
In der Computertechnik hat ein Byte gewöhnlich acht Bit. Also können Modems mit 14400 Bit/s 1800 Byte (also Zeichen) in der Sekunde übertragen. Abzüglich gewisser Steuerinformationen bleiben noch ca. 1400 Bytes/s übrig. Dies nennt man Durchsatz. Der Transfer eines Spieles, das eine Länge von ca. 500 KByte (also 500000 Bytes) hat, verbraucht also ca. 6 Minuten. Mit einem 28800 Bit/s Modem können diese Daten in nur drei Minuten versendet werden.
Die maximale Geschwindigkeit der Modems hängt zu einem großen Teil von der Leitungsqualität ab. Sind die Geräte technisch in der Lage mit 28800 Bit/s zu übertragen, so heißt dies nicht, daß dies auch in der Realität so ist. Wer über eine Überlandleitung versorgt wird, oder in Teilen der Neuen Länder wohnt, wird große Probleme bekommen. Teilweise sind über diese Leitungen nicht einmal normale Gespräche zu führen. Ein Modem wird noch viel größere Probleme haben. Wer in Stadt wohnt und / oder an einer digitalen Vermittlungsstelle angeschlossen ist (Fernmeldeamt anrufen!), wird sicher Freude an seinem High-Speed Modem haben (vorausgesetzt die Gegenstelle ist ähnlich verkabelt). Doch wenn nicht, dann sollte das Geld lieber gespart und ein billigeres Modem gekauft werden (mit max. 14400 Bit/s). Wer dennoch auf die Geschwindigkeit angewiesen ist, muß Speziallösungen kaufen oder gleich auf ISDN umsteigen (das wird später erklärt).
Um noch mehr Daten durch eine Leitung schicken zu können, werden sie noch komprimiert; man spricht von der Online-Kompression. Durch diese Kompression werden normale Textdaten oder Programme auf einen Bruchteil ihrer realen Größe verdichtet, am anderen Ende werden sie wieder dekomprimiert. Durch dieses Verfahren erhöht sich der Durchsatz teilweise auf das zwei -bis dreifache! Ein Modem sollte also über eine Online-Kompression nach V.42bis verfügen. V.42bis ist auch so intelligent, Daten die schon komprimiert sind, nicht nochmals zu komprimieren, was Zeit spart. Der Durchsatz bei 14400 Bit/s Verbindung mit komprimierten Dateien (der Regelfall) liegt bei ca. 1600 Zeichen pro Sekunde, bei unkomprimierten Text dagegen bei bis zu 5000 Zeichen pro Sekunde (was von der Werbung natürlich ausgeschlachtet wird).
Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Fehlerkorrektur. Wenn zwei Modems über eine normale Telefonleitung miteiander kommunizieren, kommt es leider sehr oft vor, daß die Leitungsqualität sehr schlecht ist. Wenn nun das Empfangsmodem durch Rauschen oder Knacken auf der Leitung etwas anderes versteht als das Sendemodem abgeschickt, hat man einen Übertragungsfehler. Um dies abzufangen, gibt es die Fehlerkorrektur, die im Modem eingebaut ist. Werden Daten fehlerhaft bzw. unverständlich empfangen, wird das Sendemodem veranlaßt, die Daten nochmals zu übertragen. Dazu wird bei dem Sendemodem eine Prüfsumme aus den gesendeten Daten gebildet und ebenfalls mitgeschickt. Das Empfangsmodem bildet aus den empfangenen Daten ebenfalls eine Prüfsumme und vergleicht diese mit der Prüfsumme vom Sendemodem. Sind beide Ergebnisse gleich, sind die Daten in Ordnung, wenn nicht, wird der fehlerhafte Abschnitt nochmals übertragen.
Für Profis: Die Prüfsummen werden nach dem CRC-Verfahren (Cyclic Redundancy Check) gebildet, das auf Polynomfunktionen beruht.
Auch für die Fehlerkorrektur hat die CCITT eine Norm erlassen, genannt V.42 (nicht V.42bis!). Nur durch diese Absicherung können Programme oder wichtige Daten übertragen werden, eine kleine Änderung z.B. in der Kontonummer könnte fatale Folgen haben.
Ältere Modems beherrschen nur den Vorläufer dieser beiden Normen, der von einer Firma namens MicroCom entwickelt wurden. Für die Online-Kompression benutze man MNP 5 (MicroCom Network Protocol) und für die Fehlerkorrektur MNP 4. MNP 5 hatte den Nachteil, bei bereits komprimierten Dateien trotzdem zu versuchen, sie nochmals zu komprimieren. Das hatte leider den Effekt, daß mehr statt weniger Daten übertragen werden mußten. Die meisten modernen Modems unterstützen allerdings alle Standards.
Eine sinnvolle Option kann z. B. das Voicekit sein. Diese ermöglicht es, mit dem Modem Sprache oder Musik direkt von der Telefonleitung aufzunehmen und auch wieder abzuspielen. Zusammen mit der Faxoption kann der Rechner dann so eine Art Multianrufbeantworter sein (mit der richtigen Software). Der Nachteil ist leider, daß der Rechner permanent laufen muß. Der Stromversorger wird es bei der nächsten Rechnung danken, Computer brauchen zwischen 50 und 200 Watt Leistung.
Apropos Faxoption; mit einem derart ausgestatteten Modem lassen sich auch mit diesem Modem, Faxe an handelsübliche Faxgeräte schicken und auch empfangen. Beim Kauf sollte darauf geachtet werden, daß die Faxoption entsprechenden Standards gehorcht, damit es auch keine Probleme mit der Faxsoftware gibt (auf die wird nochmals gesondert eingegangen). Einerseits müssen sich die Faxe untereinander verstehen. Das Modem muß also dem Fax-Standard G3 gehorchen (Faxe werden max. mit 9600 Bit/s übertragen). Da der Computer die Daten für das Faxen aber ans Modem senden muß, sollte das Modem auch den Standard CLASS 2.0 verstehen (nicht CLASS 2, das ist wieder Pseudo Standard!). Der G3 Standard ist also dazu da, daß sich Fax A und Fax B verstehen, der CLASS 2.0 Standard ist dazu da, daß sich die Fax-Software auf dem eigenen PC mit dem Fax-Modem versteht. Nur wenn dieses gewährleistet ist, können ohne Probleme Faxe empfangen und versendet werden.
Ein weiteres wichtiges Merkmal ist das Fax-Polling oder Abruf-Fax. Das Modem ruft eine Nummer an und empfängt dann ein bereitgestelltes Fax. Viele Datenbanken oder Servicepunkte stellen schon auf diese Weise Informationen bereit. Der Kunde muß nur anrufen und bekommt diese Informationen dann schwarz auf weiß per Fax. Ein besonderer Standard ist hierzu nicht erforderlich, doch sollte der Händler Auskunft geben können, ob Modem und Software zu dieser Option fähig sind. Das Thema Fax wird noch in einem späteren Kapitel ausführlich behandelt.
Für Firmen sind Modems mit Call-Back Funktion wichtig. Wenn diese Funktion aktiviert wird, nimmt das Modem einen Anruf entgegen und fragt nach einem Codewort, dann legt es auf. Anschließend ruft es eine vorher eingespeicherte Nummer an und gibt dann erst den Zugang zum eigentlichen Rechner frei. Diese Option ist eine mächtige Sicherungsfunktion, denn selbst wenn das Codewort ausgespäht wurde, kann der Hacker (jemand der widerrechtlich in Computersysteme eindringt und Daten ausspäht) nicht in das System, da das Modem zuerst auflegt und dann den wahren Berechtigten anruft. Bei einige Modellen können auch mehrere Nummern eingespeichert werden; dann wird je nach Codewort eine andere Nummer zurückgerufen.
Falls ein Modem nicht über eine solche Funktion verfügt, kann meist entsprechende Software diese ersetzen.
Modems brauchen wie Computer ein Betriebssystem. Da Modems aber kein Diskettenlaufwerk haben, muß das Betriebssystem in sogenannten ROMs (nicht löschbarer Speicher), genauer EPROMs (löschbarer und programmierbarer permanent Speicher) untergebracht werden. Da Software (bei Peripheriegeräten spricht man von Firmware) aber selten fehlerfrei ist, muß es die Möglichkeit geben, diese auszutauschen. Normalerweise muß das Gerät aufgeschraubt werden und die EPROMs ausgebaut und mir Spezialhardware reprogrammiert werden. Mit Flash ROMs kann die neue Firmware direkt vom Computer eingespielt werden, ohne daß am Gerät geschraubt werden muß.
Speziallösungen sind immer dann gefragt, wenn die Standardlösungen nicht funktionieren oder nicht die gewollte Leistung bringen. Ein weiter oben aufgeführtes Problem war, daß die Leitungsqualität nicht gut genug ist, um Daten mit hoher Geschwindigkeit zu transportieren. Dies kommt in der Bundesrepublik in vielen Gebieten sehr häufig vor, in anderen Ländern mit schlechter ausgebauten Telefonnetz ist dies die Regel. Hervorgerufen werden diese Störungen durch schlechte Kabel, Interferenzen mit Radiosendern aller Art, alte Vermittlungstechnik, Überlandleitungen und vieles mehr.
Da Modems die Daten in Form von Tönen in verschiedener Höhe übertragen, müssen die entsprechenden Telefonleitungen auch in der Lage sein, diese Frequenzen zu transportieren. Je höher die Übertragungsgeschwindigkeit ist, desto größer muß auch der Frequenzbereich sein; dies wird Bandbreite genannt. Extrem hohe Geschwindigkeiten erfordern auch eine sehr hohe Bandbreite, gleichbedeutend einer glasklaren Telefonverbindung. Durch technische Konstanten sind die möglichen Bandbreiten selbst von guten Telefonleitungen begrenzt. Es gibt also physikalische Grenzen, die nur mit Tricks umgangen werden können. Sinkt die Bandbreite durch Störungen, sinkt somit auch die Übertragungsgeschwindigkeit.
Die Übertragungsgeschwindigkeit auf normalen Gesprächsleitungen ist auf 2400 Baud begrenzt, die Bandbreite beträgt ca. 5000 Hz. Ein Baud ist gleich einer Übertragunseinheit pro Sekunde.
Wie ist es aber möglich, daß Modems mit 28800 Bit/s übertragen können? An der Maßeinheit Bit/s und andererseits Baud ist zu erkennen, daß es da einen Unterschied gibt. Früher war ein Baud gleich ein Bit, doch mit den neueren Modems war die Bandbreite des Telefons erschöpft. Also haben Techniker eine Möglichkeit entwickelt, mehrere Bits auf ein Baud zu setzen. Werden pro Baud vier Bits übertragen, macht dies bei 2400 Baud eine Geschwindigkeit von 9600 Bit/s. Bei höheren Geschwindigkeiten entsprechend mehr. Erreicht wird dies, indem die Übertragungsignale wie beim Fernseher moduliert werden. Auf eine Trägerfrequenz (genannt Carrier) werden andere Frequenzen aufmoduliert. Die kleinste Übertragunseinheit bei 9600 Bit/s ist also nicht ein Bit, sondern vier Bit!
Um selbst bei schlechten Leitungen eine Verbindung zu bekommen, kann als erstes versucht werden, die Übertragunsgeschwindigkeit des Modems zu reduzieren (wie steht im Kapitel 1.3). Soll selbst bei schlechten Leitungen eine schnelle Übertragung möglich sein, so gibt es Spezialverfahren einiger Hersteller, die auf einem großen Frequenzspektrum verschiedene Trägerfrequenzen gleichzeitig senden. Fällt eine aus, sind noch einige andere Frequenzen als Ersatz vorhanden. Dies nennt man Multi-Carrier Verfahren. Die Firma Telebit hat dieses Verfahren in den "Trailblazer" Modems verwirklicht. Ein entsprechendes Gegenmodem muß aber vorhanden sein, da es für das Multi-Carrier Verfahren keinen herstellerübergreifenden Standard gibt.
In der heutigen Zeit wachsen die Länder der Erde immer mehr zusammen, dies gilt natürlich auch für die Telekommunikation. Darum laufen die Telefonverbindungen in ferne Länder inzwischen über Satelliten. Diese Fernverbindungen, die oft über hunderttausende von Kilometern gehen, haben längere Signallaufzeiten (also die Zeit, die ein Signal von Punkt A nach B braucht). Bedingt durch die Geschwindigkeit des Lichts (mit der sich elektrische Signale bewegen).
Andererseits können auch Telefonleitungen komprimiert werden, sodaß über einen Kanal mehrere Telefongespräche laufen können. Dies hat aber den Nachteil, daß die Bandbreite der Leitungen abnimmt. Durch diese Behinderungen gerät das "Timing" einiger Modems durcheinander, sodaß manchmal gar keine Verbindung (genannt CONNECT) hergestellt werden kann. Hier kann ebenfalls wieder versucht werden, die Übertragunsgeschwindigkeit zu reduzieren.
Neben den Problemen der Leitung gibt es auch Hardwareprobleme der Modems. Nur weil zwei Modems den gleichen Standard unterstützen und die Telefonleitung gut ist, muß dies noch lange nicht heißen, daß es zu einer Verbindung kommt. Manchmal sind Modems verschiedener Hersteller schlicht inkompatibel zu einigen Modems anderer Hersteller, obwohl (auf dem Papier) die gleichen Standards unterstützt werden. Der Anwender ist in diesem Falle leider immer der Dumme, da der Hersteller die Probleme leicht auf die Telefongesellschaften schieben kann. Sind nur unregelmäßige Verbindungen zu dem inkompatiblem Modem geplant, läßt es sich mit dem Fehler vielleicht leben. Durch senken der Übertragunsgeschwindigkeit, läßt sich oft ein Modus finden, in dem beide Modems miteinander kommunizieren können. Um keine Gebühren zu verschwenden, sollten Anrufe zu diesen Modems unterbleiben und stattdessen der Hersteller an seine Pflichten erinnert werden. Viele Firmen geben sogenannte ROM-Updates heraus. In diesen ROMs (gleich Speicher) ist die Betriebssoftware des Modems gespeichert. Durch ändern dieser Software (bzw. Firmware) können einige Probleme behoben werden. Allerdings ist so ein Austausch nicht unproblematisch, da zum programmieren der ROM-Chips (der EPROMS) ein Brenngerät vorhanden sein muß. Mit ein wenig Glück kann der Händler aber Adressen zum brennen nennen. Flash ROMs sind die bessere (und teurere) Alternative dazu; dies muß von den Modems aber unterstützt werden.
Im allgemeinen empfiehlt es sich, vor dem Kauf einen Testbericht in der Fachpresse zu lesen. Spezielles Augenmerk sollte auf Verbindungshäufigkeit und Sicherheit gerichtet werden.
Die Frage sollte eher lauten, was kann getrost im Regal stehenbleiben? Modems, die nur 2400 Bit/s können, sind veraltet und dem Datenaufkommen der heutigen Zeit nicht mehr angemessen; der Käufer wird nicht lange Freude haben. Dies trifft meist auf alle 30,00 DM bis 50,00 DM- Köderangebote zu. Für 28800er Modem, die nur V.FastClass können, gilt ebenfalls: lieber nicht.
Modems, die für den Heimanwender von Nutzen sind, können 14.400 Bit/s nach V.32bis (handelsüblich), Datenkompression (handelsüblich) und haben eine Sende- und Empfangsfax-Option (G3 nach Class 2 o. Class 2.0). Das sind die Eckdaten, die jedes Modem erfüllen muß. Eine BZT-Zulassung (der Telekom) ist noch wichtig, um es legal am deutschen Telefonnetz betreiben zu können. Die Bedürfnisse eines Heimanwenders könnte man mit der Mitgliedschaft in einem oder mehreren Informationsdiensten (Datex-J, InterNet, Mailbox) und gelegentlichem Faxen definieren.
Es ist ratsam der Fachpresse zu entnehmen, welche Modems bei Tests gut abgeschnitten haben. Selbst teure Modems können Probleme beim Verbindungsaufbau haben. Da die Hersteller verpflichtet sind, ein gutes und verständliches Handbuch zu liefern, sollte der potentielle Käufer vorher mit einen Blick in das Manual klären, ob er auch später damit klar kommt.
Modems werden auch als interne und externe Lösung angeboten. Die interne Lösung ist meist billiger und für Leute geeignet, die weniger Kabelsalat auf dem Schreibtischen haben wollen. Allerdings ist zum installieren mehr Wissen erforderlich, da der Computer aufgeschraubt werden und die vorhandene Hardware vielleicht sogar angepaßt werden muß. Auf jeden Fall sollte bei internen Modems ein 16550 FIFO-Chip mit eingebaut sein (dazu mehr in Kap 1.2), der eine Benutzung von höheren Datenraten erleichtert oder erst ermöglicht. Für einen geringen Aufpreis gibt es die externe Lösung, die einfacher anzuschließen und im Betrieb auch besser zu kontrollieren ist. Wenn der Rechner gewechselt wird, oder das Modem mitgenommen werden soll, ist dies mit einem externen Modem wesentlich leichter. Bis auf wenige Ausnahmen ist die externe Lösung immer zu favorisieren. Das Problem intern/ extern wird später noch genauer erläutert.
Oben angeführtes Idealmodem für Heimanwender kostet ca. 200 DM - 500 DM. Ist es teurer, muß es auch mehr können, ist es billiger hat die Sache einen Haken.
Selbst bei disziplinierten Anwendern steigt die Telefonrechnung um min. 50% ! Wenn sich der Junior der Familie ein Modem zulegt, sollte vorher abgeklärt werden, wer die überschüssigen Einheiten zahlt. Eltern neigen sonst dazu, bei der nächsten Rechnung der Telekom in Ohnmacht zu fallen. Nun, wer hat je gesagt, daß Australien billig ist...
Firmen, die größere Ansprüche als der Heimanwender haben, sollten auch mehr investieren. Firmen, erledigen oft die Bankgeschäfte über das Modem, versenden Rund-Faxe (also ein Fax an mehrere Teilnehmer) und möchten vielleicht ihren Kunden einen eigenen Informationsdienst oder eine Mailbox zur Verfügung stellen. Da vielleicht auch Außendienst-Mitarbeiter Zugriff auf den Firmencomputer brauchen und entfernte Filialen aus der Zentrale abgefragt werden sollen, müssen entsprechende Modems höhere Standards erfüllen. Damit die Modems vieler Hersteller keine Probleme beim Verbindungsaufbau zum Firmenrechner haben, sollte das Firmenmodem viele Übertragunsstandards unterstützen. Wenn viele Daten übertragen werden, sind Geschwindigkeiten bis zu 28800 Bit/s (nach V.34) sinnvoll. Einerseits hält es die Verbindungszeit niedrig und spart Kosten, andererseits können in gleicher Zeit mehr Kunden eine Verbindung zur Firma herstellen. Ebenso ist eine Faxfunktion (G3 nach Class 2 oder Class 2.0) und eine Call-Back Option sicher nützlich. Die sonstigen Optionen gleichen den Eckdaten für die Modems von Heimanwendern. Modems für Firmen incl. BZT- Zulassung kosten ca. zwischen DM 1000 und 2500 DM. Hier sei aber angemerkt, daß die Preise nach oben offen sind. Spezialmodems in 19" Technik, oder mit extrem hohen Übertragunsgeschwindigkeiten sind noch weitaus teurer.
Wer als Firma oder Privatperson ständig große Datenmengen übertragen muß, vielleicht noch aus einer anderen Stadt, für den wird sich ISDN lohnen. ISDN steht für "Integrated Services Data Network". Die europäischen Telefongesellschaften stellen mit diesem Service ein leistungsfähiges Werkzeug für die Datenübertragung zur Verfügung. ISDN läuft über die herkömmlichen Kupferdrahtleitungen, neue Leitungen brauchen also nicht verlegt werden. Die Telekom installiert eine Netzwerkterminator (NTBA) genannte Telefondose, in der die Endgeräte oder die Telefonanlage eingesteckt werden können. Da das ISDN Netz vollkommen digital ist, d. h. auch die Sprache wird digital übertragen, müssen neue Endgeräte oder Adapter gekauft werden. Die Daten werden durch sogenannte B-Kanäle übertragen.

Abb 1.2: Analoge Signale in digitale umwandeln und zurück
Mit einem ISDN-Anschluß stellt die Telekom mindestens zwei B-Kanäle zur Verfügung. Daher können also zwei Aktivitäten gleichzeitig durchgeführt werden (etwa Faxen und Telefonieren). Zusätzlich zu den B-Kanälen beinhaltet der ISDN-Anschluß noch einen sogenannten D-Kanal, der zu Steuerungszwecken von den Geräten und der Telekom gebraucht wird. Die neuen Endgeräte erlauben einerseits ganz normal mit der ganzen Welt zu telefonieren oder auch Computerdaten zu übertragen. Die Übertragunsgeschwindigkeit von einem B-Kanal beträgt 64000 Bit/s. Durch spezielle Programme können mehrere B-Kanäle auch zu einem Kanal gebündelt werden (Channel Bundling); dadurch wird die Übertragunsgeschwindigkeit vervielfacht. Die Steuerung des Datenflusses übernimmt z. B. der erwähnte D-Kanal. Allerdings kostet ein Channel-Bundling von zwei Kanälen auch das Doppelte. Deshalb ist diese Methode nur für solche Anwendungen interessant, die einen hohen Daten-Durchsatz benötigen; ein Kostenvorteil ergibt sich dadurch überhaupt nicht.
Der D-Kanal überträgt Steuerungsinformationen, damit über die B-Kanäle kommuniziert werden kann. Dazu benutzt die Telekom ein spezielles Protokoll, mit dem Namen DSS1 für Euro-ISDN. Ein paar Jahre zuvor, als es noch keine europäische Einigung zum D-Kanal gab, nutzte die Telekom das Protokoll 1TR6 und nannte ihren Dienst schlicht nur ISDN (heute "nationales ISDN" genannt). An der Technik hat sich nicht viel geändert, der Unterschied zwischen beiden Protokollen ist nur gering. Allerdings können keine "national ISDN" Geräte am Euro-ISDN betrieben werden und umgekehrt, es sei denn, sie lassen sich umstellen. Das "nationale ISDN" hatte mehr Servicemerkmale, die bei Euro-ISDN zusätzlich bezahlt werden müssen. Dafür sing Grundgebühr und Endgerätepreise von Euro-ISDN billiger. Die Telekom verlegt aber seit 1994 nur noch Euro-ISDN, "nationales ISDN" kann auf Wunsch bis 1996 noch gelegt werden (ist aber unnötig). Die Kommunikation zwischen den einzelnen Arten von ISDN klappt reibungslos. Ein "nationaler ISDN"-Anschluß kann mit einem Euro-ISDN Anschluß ohne Verluste Daten austauschen! Ebenso kann vom "nationalen ISDN" ohne Einschränkungen in die weite Welt telefoniert werden.
Von den ISDN Anschlüssen gibt es verschiedene Typen:
Beim Mehrgeräteanschluß, für Privatanwender meist völlig ausreichend, können bis zu acht Geräte an die ISDN-Dose (auch S0-Schnittstelle genannt) angeschlossen werden. Die Telekom installiert diese Dose an einem beliebigen Punkt in der Wohnung. Für eine Weiterverdrahtung in andere Räume muß man selbst sorgen und eine Firma beauftragen. Mit dem Mehrgeräteanschluß erteilt die Telekom mehrere Rufnummern (sogenannte MSN = Multi Subscriber Numbers), die den Endgeräten zugeteilt werden können. Da mehr Geräte angeschlossen werden können als Nummern vorhanden sind, müssen die Nummern mehrmals verteilt werden. Wird diese Nummer dann angerufen, klingeln alle Geräte mit dieser Kennung. Das erste Gerät, das den Ruf dann annimmt, bekommt das Gespräch. Werden mehr Nummern gebraucht, müssen diese extra beantragt und bezahlt werden (z. Zt. 5,00 DM/ Monat und Nummer).
Die Telekom bietet den Mehrgeräteanschluß einerseits als Basisanschluß an und andererseits als Primärmultiplexanschluß. Bei dem Basisanschluß liefert die Telekom drei Rufnummern mit. Damit können bis zu acht Geräte abwechselnd betrieben werden, doch nur zwei gleichzeitig, weil nur zwei B-Kanäle zum Installationsumfang gehören. Dieser Basisanschluß steht dann je nach montalichem Tarif als Standard -oder als Komfortanschluß zur Verfügung. Der Komfortanschluß bietet zusätzliche Leistungsmerkmale wie Anrufweiterleitung, 3er Konferenz und Gebührenabrechnung. Nach der gültigen Preisliste der Telekom (bei Drucklegung dieses Buches) kostet ein Standardbasisanschluß 64,00 DM ein Komfortanschluß 69,00 DM pro Monat. Die Gesprächsgebühren sind gleich denen im normalen analogen Telefonnetz.
Beim Primärmultiplexanschluß stehen 30 B-Kanäle zur Verfügung; es lassen sich also bis zu 30 Aktivitäten parallel betreiben. Die ISDN-Dose für diesen Anschluß wird auch S2M Schnittstelle genannt. Dieser Anschluß wird wohl nur für Firmen interessant sein, aber auch der Primärmultiplexanschluß steht ebenfalls als Standard und als Komfortanschluß zur Vefügung. Der Primärmultiplexanschluß kostet 598,00 DM pro Monat, Gesprächsgebühren nicht inbegriffen.
Neben dem Mehrgeräteanschluß für ISDN gibt es auch noch den TK-Anlagenanschluß (Telekommunikationsanlagen- Anschluß). Eine TK-Anlage ist eine Telefonanlage für ISDN. Bis zu acht Geräte kann eine TK-Anlage beim Basisanschluß verwalten. Nun werden nicht drei Rufnummern erteilt, sondern nur eine Teilnummer. Die letzte Ziffer in der Telefonnummer gibt dann das entsprechende Endgerät an, eine Durchwahl also. Mit einer TK-Anlage können demzufolge alle acht Geräte direkt erreicht werden. Doppelte Belegungen mit Nummern entfallen damit. Trotzdem können nicht mehr als zwei Gespräche gleichzeitig geführt werden! Ist das Aufkommen größer, können mehrere Basisanschlüsse im TK-Modus betrieben werden, die allerdings wieder beantragt werden müssen. Sind von vornherein viele Gespräche vorgesehen, sollte gleich der Primärmultiplexanschluß im TK-Modus mit seinen 30 B-Kanälen beantragt werden.
Bereits bei Antragstellung, muß genau feststehen, welche Leistungsmerkmale gewünscht sind und welche nicht. Da die Telekom leider recht langsam arbeitet, sind kurzfristige Änderungen problematisch. Außerdem sollten die Anträge möglichst direkt zum Fernmeldeamt geschickt werden, da das Personal in den Telefonläden der Telekom über ISDN oft weder beraten, noch damit umgehen können. Für Fachfragen gibt es aber kompetente Hotlines der Telekom (0130 / 808088).
Das ISDN-Netz ist vollkommen digital, selbst Sprache wird in eine beinahe endlose Reihe von Nullen und Einsen verwandelt und beim Empfänger wieder zurück in Sprache konvertiert. Dies hat den Vorteil, daß die Sprache in sehr guter Qualität übermittelt werden kann. Doch ISDN ist eigentlich zum schnellen Austausch von allen Daten geschaffen worden. Aber die alten Geräte sind inkompatibel zum neuen Netz. Um das gemeine Telefon zu ersetzen, gibt es die ISDN-Telefone. Diese werden in die ISDN-Dose gesteckt und funktionieren wie normale Telefone, haben aber weit mehr Funktionen. Es kann z. B. zwischen zwei Anrufern umgeschaltet (Makeln genannt) und Anrufe können weitergeleitet werden. Im Display ist die Telefonnummer des Anrufers zu sehen (wenn sie von diesem mitgesendet wird). ISDN-Telefone sind für ca. 400,00 DM zu kaufen.
Um analoge Geräte -wie das eigene Telefon, Fax oder Modem- weiterbenutzen zu können, ist ein Adapter nötig, der die Signale der alten Geräte ISDN-kompatibel aufbereitet. Dieses Gerät nennt sich a/b-Wandler. Diese Adapter werden zwischen das alte Telefon und der ISDN-Dose geschaltet. Die Kosten für solche a/b-Wandler liegen bei ca. 250,00 DM bis 700,00 DM.
Da es unterschiedliche Qualitäten von Wandlern gibt, sollte bei einem geplanten Betrieb mit einem Modem, der Hersteller des a/b-Wandlers gefragt werden, ob dieser dafür ausgelegt ist. Das ist allerdings oft der Fall.
Für kleine wie große Firmen bietet sich der Kauf einer TK-Anlage an. Die TK-Anlage ermöglicht, wie oben erwähnt, die direkte Anwahl von Endgeräten von außen. In TK-Anlagen sind bereits a/b-Wandler eingebaut, somit gibt es keine Probleme mit der Übernahme der alten Apparate. Für kleine Betriebe gibt es TK-Anlagen, die mit einem oder mehreren Basisanschlüssen arbeiten können, für mittlere bis große Betriebe gibt es auch Anlagen, die mit einem oder mehreren Primärmultiplexanschlüssen zurechtkommen. Verglichen mit dem Funktionsumfang von normalen Telefonanlagen, können ISDN TK-Anlagen gleichviel, wenn analoge Geräte verwendet werden. Je nach Preislage können auch digitale Geräte verwendet werden, die dann komplett über die Vielfalt der Funktionen von ISDN verfügen.
Es ist sinnvoll, für TK-Anlagen auch den TK-Anlagenanschluß zu beantragen; nur dann kann jedes der möglichen Geräte direkt angewählt werden. Einige TK-Anlagen arbeiten auch an einem Mehrgeräte-Anschluß, doch dann müssen die mitgelieferten Nummern (Beim Basisanschluß sind es drei) mehrmals verteilt werden.
Je nach gewünschtem Anschluß, kosten TK-Anlagen zwischen 750,00 DM bis 2500,00 DM für Basisanschlüsse und 15000,00 DM bis 35000,00 DM für Primärmultiplexanschlüsse.
Damit per ISDN auch Daten ausgetauscht werden können, muß für den PC entsprechende Hardware gekauft werden. Dies können ISDN-Karten oder ISDN-Modems sein. Bei ISDN-Karten gibt es die Unterscheidung zwischen aktiven Karten und passiven Karten. Die aktiven Karten haben oftmals mehr Rechenkraft als der PC in den sie eingebaut sind. Diese Computerpower wird benötigt, um mehrere B-Kanäle gleichzeitig zu bedienen, oder um die Daten vor der Übertragung noch zu komprimieren. Passive Karten haben weit weniger Rechenleistung, dafür wird der PC stärker belastet. Um eine passive ISDN-Karte betreiben zu können, sollte mindestens ein 386SX/16 zur Verfügung stehen.
Damit sich die ISDN-Karten unterschiedlicher Hersteller untereinander verstehen, gibt es verschiedene internationale Standards:
Standard Geschwindigkeit in Bit/s
V. 110 19200
" 38400
V.120 57600
X.75 64000
Tab 1.2 Standards bei ISDN Datenübertragung
Die hohen Geschwindigkeiten lassen sich in bare Münze umrechnen, da die Telekom sehr hohe Gesprächsgebühren verlangt (nach neuen Plänen sollen diese sogar noch weiter erhöht werden). Wer öfter viele Daten aus der Fernzone übertragen muß, kann mit ISDN viel Geld sparen. Die folgende Tabelle gibt die unterschiedlichen Kosten, bei unterschiedlichen Geschwindigkeiten wieder:
Zeit mit ISDN DM Zeit mit 14400 Bit/s DM
5,7 Min 7,82 60 Min 39,56
11,5 Min 15,18 120 Min 79,12
57,5 Min 75,90 600 Min 395,60
Tab 1.3: Kosten der jeweils gleichen Datenmenge mit ISDN und V.32bis
Der Computer übernimmt, wie bei einem "normalen" Modem, die Anwahl und den Verbindungsaufbau. Über eine Softwareschnittstelle, die vom Hersteller mitgeliefert wird, werden dann die Daten gesendet oder empfangen. ISDN-Modems funktionieren genau wie analoge Modems. Sie werden an die serielle Schnittstelle des PCs angeschlossen. Von der Ansteuerung unterscheidet sie nichts von einem analogen Modem, doch sie beherrschen die ISDN Übertragunsstandards. ISDN-Modems werden gerne dort verwendet, wo eine ISDN-Karte nicht unterstützt wird, oder wenn von einer analogen Modemverbindung auf die schnellere ISDN-Verbindung hochgerüstet werden soll, ohne die Software umzustellen. Einige Modems verfügen sogar über eine eingebaute a/b-Schnittstelle, über die auch ein analoges Modem oder Telefon betrieben werden kann. Für Multitaskingsysteme wie UNIX oder OS/2 sollte gleich ein ISDN-Modem gekauft werden, da die Treiber leider sehr oft mangelhaft sind und es außerdem zu Hardwareproblemen mit anderen Komponenten des PCs kommen kann. Neuere ISDN-Modems verfügen bereits, wie bei analogen Modems, über eine Online-Datenkompression nach V.42bis. Damit sind bei bereits komprimierten Daten noch Übertragunsraten von 10000 Zeichen pro Sekunde möglich.
Passive Karten kosten ca. 200,00 DM bis 750,00 DM, aktive Karten liegen ca. bei 1500,00 DM bis 4000,00 DM und ISDN-Modems kosten zwischen 800,00 DM und 3000,00 DM.
Normalerweise verschenkt die Telekom kein Geld, doch zeitweise fördert die Telekom die Einrichtung von ISDN-Anschlüssen mit bis zu 700,- DM! Ein Basisanschluß (64,00 DM/Monat) in Mehrgeräte Konfiguration wird mit 300,00 DM gefördert, eine TK-Anlage (an einen Mehrgeräteanschluß!) sogar mit 700,00 DM. Zwar gehen von dieser Förderung noch die Anschlußgebühr (130,00 DM) für ISDN ab, doch für das verbleibende Geld kann noch einfache aber gute ISDN-Hardware gekauft werden. Zumindest die Einrichtung von ISDN ist damit sehr preiswert geworden. Die Förderung ist momentan nur bis zum 31.3.96 begrenzt! Das Geld muß aber vorgestreckt werden, da die Förderung dem Fernmeldekonto gutgeschrieben wird, man bekommt das Geld nicht ausgezahlt! Es entfallen "lediglich" die Gesprächskosten im Wert von 170,00 DM bzw. 570,00 DM.
Was sollte gekauft werden (ISDN)?
Der Heimanwender mit DOS/Windows ist mit einer passiven Karte sicher gut beraten. Damit lassen sich Mailboxen, Datex-J und andere Dienste nutzen. Spezielles Augenmerk sollte auf den Lieferumfang der Software gerichtet werden. Einige Händler bieten gleich noch spezielle Software zum Faxen über ISDN mit an, die woanders sonst teuer eingekauft werden müßte. Auf keinen Fall sollte man sich die Förderung entgehen lassen!
Heimanwender mit UNIX oder OS/2 sollten lieber auf ein ISDN-Modem zugreifen; dies bringt einerseits weniger Ärger beim Einbau, andererseits gibt es keine Timing-Probleme beim Multitasking. Da die Treiber für passive ISDN Karten entweder nicht vorhanden oder sehr schlecht sind, kann sich der Anwender viel Zeit, Geld und Ärger ersparen, wenn er gleich ein ISDN-Modem kauft. Die serielle Kommunikation ist bei diesen Betriebssystemen sehr ausgereift, sodaß das ISDN dann ohne Probleme genutzt werden kann.
Um sein Haus zu verdrahten, genügt eine kleine TK-Anlage, die im Mehrgeräte Modus betrieben wird. Damit können alle alten analogen Geräte benutzt werden, ohne auf die Vorteile der digitalen Kommunikation verzichten zu müssen. Allerdings erlauben die meisten TK Anlagen keinen Anschluß von digitalen Geräten (z. B. einer Karte); diese müssen dann direkt an der ISDN-Dose (dem NTBA) angeschlossen werden. Dies sollte bei der Installation berücksichtigt werden.
Um eine kleine Firma mit ISDN zu versorgen, sind ein oder mehrere Basisanschlüsse im TK-Anlagen Modus zu empfehlen. Dazu sollte eine TK-Anlage gekauft werden, die eine Erweiterungsoption auf mehrere Basisanschlüsse offen hält. Beim Kauf der TK-Anlage sollte weiterhin darauf geachtet werden, daß die Anlage einerseits analoge und andererseits digitale Endgeräte versorgen kann (das können leider nicht alle).
Wenn Daten übertragen werden sollen, reicht auch für Firmen oft eine passive Karte, selbst wenn LANs verbunden werden. Sind viele (mehr als zwei) B-Kanäle zu bündeln, um der LAN-Brücke entsprechenden Durchsatz zu verleihen, sollte eine aktive Karte gekauft werden. Größere Firmen werden dann auch sicher einen oder mehrere Primärmultiplexanschlüsse beantragen (die leider nicht gefördert werden); auf jeden Fall sollte die TK-Anlage entsprechende Erweiterungsmöglicheiken haben.
1.2 Der Anschluß an den Computer
Bevor überhaupt irgendeine Art von Hardware an den Computer angeschlossen werden kann, sollte sich der Anwender erst Gedanken machen, was für Geräte bereits in seinem Computer installiert sind. Wenn, wie in diesem Falle, ein Modem angeschlossen werden soll, ist es zuerst sehr wichtig, ob es sich um ein internes oder um ein externes Modem handelt. Der Einbau eines internes Modems wird etwas später als Beispiel durchgeführt, doch bevor dies Geschehen kann, müssen einige Details aus der Rechnerorganisation bekannt sein. Der Anschluß von externen Modems ist allerdings wesentlich einfacher.
Moderne Hersteller rühmen sich zwar mit Schlagwörtern wie
"Plug and Play", was soviel bedeutet wie "Einbauen und Losspielen". In der Praxis wird daraus leicht etwas, daß die Szene "Plug and Pray" nennt. Was "Einbauen und Beten" (das es funktioniert) bedeutet. Bei Computern die schon auf die eine oder andere Art hochgerüstet sind, versagt leider dieses "Plug and Play" Prinzip. Nur das Wissen darüber, was bereits im Rechner eingebaut ist und wie diese miteinander kommunizieren, läßt den Laien meistens das Problem selber lösen. Dies klingt aber viel komplizierter als es wirklich ist. Alle heutigen Computer sind theoretisch gleich aufgebaut, zwar sind einige Computer sehr klein und andere sehr groß, doch alle haben eine gemeinsame Basis. Alle Geräte haben Ein -und Ausgabegeräte, Speicher und ein (oder mehrere) zentrales Rechenwerk. Ein schematischer Aufbau ist in Abb 1.3 zu sehen.

Abb 1.3: Vereinfachter Aufbau eines Computers
Das eigentliche Herz eines Computers ist die CPU (Central Processing Unit); das ist der Teil, der wirklich rechnet. Die CPU braucht aber Daten um zu rechnen, diese bekommt sie von den E/A-Modulen (Eingabe/Ausgabe Geräten), wie z. B. Tastatur, Maus oder Scanner. Diese Daten werden im Speicher abgelegt, um sie später darzustellen oder vielleicht neu zu berechnen.
Die Kommunikation zwischen CPU, Speicher und E/A-Modulen, läuft über den (bzw. die) Rechnerbus. Dieser Bus transportiert also die Daten z.B. von der Tastatur zur CPU und von dort zur Grafikkarte, die dann die Daten auf dem Monitor anzeigen kann. In einem Computer gibt es viele Eingabegeräte, die ihre Daten an die CPU senden möchten. Die CPU muß aber bereit sein, diese Daten auch entgegenzunehmen, d. h. sie muß wissen, was sie mit diesen Daten überhaupt anfangen soll. Um der CPU mitzuteilen, daß Daten zur Verarbeitung bereitstehen, müssen sich die Ein/Ausgabegeräte erst bemerkbar machen. Dies geschieht über eine Unterbrechungsanforderung.
Liegen also Daten bei der Tastatur an, fordert diese die CPU auf, ihre momentane Arbeit zu unterbrechen und die Daten (bzw. Zeichen bei einer Tastatur) abzuholen und zu bearbeiten. Dann kann die CPU wieder mit der alten Arbeit fortfahren. Diese Unterbrechungsanforderung wird fachlich InterruptReQuest genannt (kurz IRQ). In einem Computer existieren allerdings mehrere Eingabegeräte. Damit die CPU weiß, welches Eingabegerät Daten bereithält, muß es auch unterschiedliche Unterbrechungsanforderungen geben. Sonst würde die CPU vielleicht versuchen, von der Tastatur Daten zu bekommen, obwohl es die Maus war, die es gewagt hat, die CPU zu unterbrechen. Damit so etwas nicht geschieht, gibt es verschiedene Leitungen im Computer, die den entsprechenden Eingabegeräten zugeordnet sind, sogenannte Interruptleitungen (fälschlicherweise auch IRQs genannt). Liegen Daten bei der Tastatur an, wird die Interruptleitung Nr.1 betätigt, die CPU holt die Daten bei der Tastatur ab. Wurde die Maus bewegt, klingelt die Interruptleitung Nr. 4, also holt die CPU die Daten bei der Maus ab.
Ein PC hat aber nicht unendlich viele Interruptleitungen zur Verfügung, die Anzahl von Eingabegeräten, die Interrupts benutzen, ist also begrenzt. Es liegt auf der Hand, daß zwei Eingabegeräte nicht den gleichen IRQ benutzen dürfen.
Bislang wurde immer geschrieben, daß "Zeichen an der Tastatur anliegen". Genauer gesagt, liegen die Zeichen nicht an der Tastatur mitten auf dem Schreibtisch, sondern im Computerspeicher. Leider ist das Speichermodell eines PCs zu komplex, um es hier zu erläutern (das Buch wäre dann doppelt so dick), doch prinzipiell ist ein Speicher nichts anderes als ein riesiger Schrank voller kleiner durchnummerierter Schubladen. Die Numerierung der Speicheradressen ist nicht dezimal, also mit Ziffern von 0 bis 9, sondern hexadezimal, mit Ziffern von 0 bis F. Dies ist für den Computer leichter zu handhaben und ist für den Leser zum Verständnis des Grundprinzips nicht wichtig.
Wenn der Computer etwas abspeichern möchte, öffnet er einfach eine Schublade und legt dort das Datum (Einzahl von Daten) ab. Braucht er sie später wieder, macht er die Schublade auf und nimmt sich das Datum, verändert -oder löscht es. Alle Eingabegeräte haben feste Schubladen, ein Postfach sozusagen. Diese ändern sich nicht, die CPU weiß also immer, wo sie die Daten des entsprechenden Eingabegerätes abholen soll. Dieses "Postfach" nennt sich I/O-Adresse und liegt im Hauptspeicher (RAM) des Computers. Diese Adresse ist immer am gleichen Platz! Wenn nun die Maus der CPU signalisiert, daß Daten für sie da sind, guckt die CPU diese Speicheradresse an und liest das Zeichen aus. Die Maus beispielsweise liegt bei den meisten Anwendern auf dem IRQ 4 mit der I/O-Adresse: 03F8.
Nach dem kurzen Exkurs in die Rechnerorganisation, kommt das eigentliche Thema zum tragen: Die Schnittstelle für die Modems. Die Modems senden nacheinander Zeichen für Zeichen (also seriell) über die Telefonleitung. Da dies sehr schnell geschieht, können in kurzer Zeit auch große Datenmengen übertragen werden. Damit das Modem sinnvoll arbeiten kann, muß am Computer auch eine Schnittstelle (engl.: Interface) vorhanden sein, die dem Modem die Daten schon "mundgerecht" liefert. Das ist die serielle Schnittstelle (auch RS-232C oder V.24 genannt).
Die Daten fließen Bit für Bit hintereinander durch das mehradrige Kabel. Damit die Daten am anderen Ende des Kabels wieder einen Sinn ergeben, muß der Empfänger wissen, in welcher Reihenfolge die Daten losgeschickt wurden. Die meisten Dienste schicken heute acht Datenbits auf die Reise, mit einem Stopbit, daß das Ende des Abschnitts markiert. Dann geht es mit weiteren acht Bits und einem Stopbit weiter. Bei einigen Rechnern werden nur sieben Datenbits verschickt, dafür aber noch ein Kontrollbit, die sogenannte Parität, und wieder ein Stopbit. Die Parität wurde zur Fehlerkorrektur benutzt. Diese Schnittstellenparameter wurden in drei Zeichen gefaßt, um dem Anwender mitzuteilen, welche er einstellen soll. Acht Datenbits, keine Parität und ein Stopbit (die heute geläufige Einstellung) wird mit 8N1 abgekürzt. An Paritäten gibt es noch: EVEN, ODD, MARK und SPACE. Eine genaue Erklärung würde hier aber den Leser unnötig irre führen. Informationshalber sei noch erwähnt, daß einige Großrechner noch 7E1 (sieben Datenbits, EVEN Parität und ein Stopbit) benutzen.
Wie schon vorher erwähnt, muß der Empfänger irgendwie erfahren, was der Absender gesendet hat. Über die serielle Leitung können nur Bits und damit Zahlen versendet werden, aber keine Buchstaben wie z. B. beim Fax. Die Buchstaben müssen also in Zahlen kodiert werden, damit sie übertragen werden können. Um Daten sinnvoll austauschen zu können, müssen beide Seiten über den gleichen Code verfügen. Zu diesem Zweck wurde der ASCII-Code (sprich: "aski"-Code) entwickelt. Hier wurde jedem Buchstaben eine Zahl zugeordnet. Der Empfänger sieht in seiner Tabelle bei der empfangenen Zahl nach und gibt dann das entsprechende Zeichen aus. Nach dem ASCII-Code (American Standard Code for Information Interchange= Amerikanischer Standardcode zum Informationsaustausch) ist z.B. ein "A" immer gleich der Zahl 65. Eine Liste des ASCII-Codes finden Sie im Anhang.
Bei PC-Rechnern werden die seriellen Schnittstellen mit COM (wie Communication) bezeichnet. Da der PC mehrere davon hat, werden sie nach COM1, COM2, usw. durchnumeriert.
Die COM-Schnittstellen (auch COM-Ports genannt) haben folgenden Interrupt und I/O-Adressen (die "0" am Anfang kann auch weggelassen werden) Zuordnungen:
COM-Port I/O-Adresse IRQ
COM1 03F8 IRQ4
COM2 02F8 IRQ3
COM3 03E8 IRQ4
COM4 02E8 IRQ3
Tab 1.4: COM-Port Konfigurationen
Die meisten PCs haben nur zwei serielle Schnittstellen, nämlich COM1 und COM2. Durch eine Hardwareerweiterung können noch zwei COM-Ports relativ preiswert nachgerüstet werden. Wie in Tab 1.3 zu sehen ist, belegen COM1 und COM3, sowie COM2 und COM4 die gleiche Interruptleitung. Wie einiges in der PC-Welt ist dies wieder ein Beispiel für Inkonsequenz. Allerdings hat jeder COM-Port seine eigene I/O-Adresse. Der Nachteil dieser Anordnung ist, daß zwar vier verschiedene serielle Endgeräte einzeln betrieben werden können, allerdings nur zwei gleichzeitig.
Jedoch nur diese, die nicht den gleichen IRQ benutzen, also nur COM1 und COM2, COM3 und COM4, COM1 und COM4 oder COM2 und COM3!
Etwas teurer sind Spezialkarten, die jedem COM-Port eine eigene IRQ-Leitung zu Verfügung stellen, allerdings müssen im PC noch so viele frei sein. Ganz teuer und toll sind aktive Schnittstellen Karten mit eigener CPU, die bis zu mehreren Dutzend COM-Ports bedienen können. Dies ist vor allem für Firmen interessant, die an einem Netzserver mehrere Ein -oder Ausgänge installieren wollen. Wer so etwas kaufen möchte (und die erforderlichen Hundert bis Tausende von Mark ausgeben will), sollte sich vorher absichern, daß seine Software diese Karten auch unterstützt!
Bei SVGA-Karten mit S3 Chipsatz sowie einigen ATI (und ET4000-W32i unter OS/2) Karten gibt es Probleme bei der Benutzung vom COM4. Wer so eine SVGA Karte hat, sollte lieber auf einen anderen COM-Port ausweichen!
Die seriellen Schnittstellen des PCs können theoretisch auf Geschwindigkeiten von 110, 150, 300, 600, 1200, 2400, 4800, 9600, 19200, 38400, 57600 und 115200 Bit/s eingestellt werden. Zu den Problemen mit den hohen Geschwindigkeiten lesen Sie bitte weiter.
FIFO ist nicht der Name eines kleinen Hundes, sondern die Bezeichnung eines Zwischenspeichertyps. FIFO steht für "First In First Out". Das bedeutet, daß aus einer beliebigen Kette von Zeichen, das erste Zeichen, das ankam, auch wieder aus dem Speicher geht. Ein Beispiel:
Zeichenkette: "BUCH"
Der Buchstabe "B" kam als erster in den Speicher, "H" als letzter. Wenn der Speicher ausgelesen wird, wird zuerst wieder das "B" gelesen, dann das "U", usw. Diese kleinen Zwischenlager nennen sich Pufferspeicher. Für die Telekommunikation sind die FIFOs deswegen wichtig, weil sie erst eine hohe Datenübertragunsrate ermöglichen. Bei Multitaskingsystemen wie OS/2, Unix oder auch Windows ist der Computer ständig aktiv, aber Datenübertragungen mit hohen Geschwindigkeiten sind sehr zeitsensibel. Wie schon im vorigen Unterkapitel erwähnt, lösen serielle Schnittstellen immer einen Interrupt aus, der die CPU veranlaßt, das Zeichen von ihnen abzuholen. Nur wenn dieses Zeichen abgeholt wurde, kann die serielle Schnittstelle das nächste Zeichen vom Modem empfangen. Ist die CPU zu beschäftigt und bearbeitet einen Interrupt zu spät, oder vergißt ihn sogar (bei PCs tatsächlich möglich), kommt es zu Fehlern bei der Datenübertragung. Der FIFO Pufferspeicher kann mehrere Zeichen zwischenspeichern, bis die CPU die Daten abholen kann. Die Übertragung geht also weiter. Besonders bei hohen Geschwindigkeiten (ab 38400 Bit/s) bleibt der CPU nur sehr wenig Zeit die Interrupts zu bearbeiten, denn die serielle Schnittstelle ist nicht der einzige Störenfried im Rechner.
Wer nur mit niedrigen Datenraten arbeitet, wird keinen FIFO brauchen, doch der Trend geht ja gerade zu den immer höheren Geschwindigkeiten. Aus diesem Grunde sollte über die Anschaffung eines FIFOs nachgedacht werden. Der Chip (mit der Bezeichnung UART 16550AFN) selber kostet gerade mal 20,00 DM bis 30,00 DM. Die einfachste Lösung ist der Kauf einer seriellen Karte (ca. 40,00 DM bis 70,00 DM) mit dem besagten FIFO. Die schon vorhandenen alten COM-Ports müssen dann aber deaktiviert werden!
Auf einigen internen Modems ist ein FIFO bereits integriert, eine spätere Nachrüstung ist fast bei keinem internen Modem möglich!
Wer etwas basteln kann, versucht den alten seriellen Baustein (sehr oft ein UART 16450) auf seiner Karte gegen den neuen auszutauschen; allerdings müßte dann eventuell gelötet werden. Wer eine Multi I/O-Karte hat (wo der Festplatten -und Floppy-Controller gleich mit integriert ist), schaut leider in die Röhre, da dort alle Funktionen auf nur einem Chip integriert sind.
Eine Karte mit FIFO muß auf jeden Fall gekauft werden, wenn ein ISDN-Modem angeschafft wird, da hier die Geschwindigkeit vom PC zum Modem auf 115200 Bit/s geschaltet werden muß. Normale serielle Bausteine sind zu solchen Geschwindigkeiten gar nicht mehr in der Lage. Einige serielle Schnittstellen sind von so schlechter Qualität, daß nicht sehr viel mehr als Mäuse angeschlossen werden können. Diese Schnittstellen können praktisch maximal mit 19200 Bit/s betrieben werden, bei höheren Datenraten (die theoretisch eingestellt werden könnten) entstehen viele Fehler (gerade bei Multi-I/O Karten), obwohl das Modem die Daten einwandfrei empfängt.
Nachdem in dem Kapitel zuvor einige grundlegende Kenntnisse von Hardware vermittelt wurden, ist nun die Zeit gekommen, aktiv zu werden. Lesen Sie bitte die folgenden Kapitel zuerst durch, bevor Sie Veränderungen am PC vornehmen. Wenn möglich, lassen Sie sich von jemandem assistieren, der ebenfalls ein paar Kenntnisse in der PC-Technik hat. Um ein Modem an einen Rechner anzuschließen, braucht es keinen Ingenieur, doch Zeit sollte man sich genug lassen. Sorgen Sie vorher für passendes Werkzeug! Im wesentlichen wird ein kleiner Kreuzschlitz-Schraubendreher sowie ein kleiner flacher Schraubendreher und eine Pinzette gebraucht. Die Umgebung sollte staubfrei sein und der Körper gut geerdet, damit die empfindlichen Bauteile des Computers nicht durch kleine Partikel oder elektrostatische Ladung beschädigt werden. Erst wenn alle Bedingungen erfüllt sind, und der Bastler im Geiste die wichtigen Schritte schon durchgeführt hat, sollte es ans ein -und anbauen gehen.
Bevor der Rechner aufgeschraubt wird, sollte erstmal feststehen was für Hardware bereits vorhanden ist. Normalerweise ist dies eine Maus, eine Soundkarte und ein CD-ROM. Die Maus wird in 99% aller Fälle auf COM1 betrieben (selbst bei Busmäusen ist der entsprechende IRQ weg). Für das Modem bleibt also nur COM4 (da COM3 entfällt, weil dieser Port nicht mit COM1 zusammen betrieben werden kann, der normalerweise die Maus ansteuert). Wird mit dem Modem eine Installationssoftware mitgeliefert, sollte diese zum einstellen benutzt werden. Sind nur Steckbrücken (Jumper) auf der Karte, sollte anhand der Anleitung der IRQ und die I/O-Adresse eingestellt werden. Hier ein Beispiel von einem beliebigen Modem:

Abb 1.4: Jumper-Konfigurationsbeispiel
Da leider ein Modem nicht dem anderen gleicht, hat Abb. 1.4 nur Beispielcharakter. Falls es zu Überschneidungen mit anderer Hardware kommt, müssen diese durch Umkonfigurieren der anderen Hardware beseitigt werden. Modems lassen sich nur in sehr beschränktem Maße einstellen, da die Anwendungssoftware größtenteils auf die Standardwerte der seriellen Schnittstellen programmiert ist. COM4 ist also gleichbedeutend (nach Tab 1.3) mit IRQ Nr. 3, I/O-Adresse 2E8. Ist dieser COM-Port nicht mehr zu haben, kann auf COM3 ausgewichen werden, wenn nicht gleichzeitig dazu COM1 benutzt werden soll. Ebenso bietet sich COM2 an. Beispielsweise legen sich einige EtherNet-Karten (für Netzwerke) automatisch auf IRQ 3. Trifft dies zu, ist es einfacher, die EtherNet-Karte umzustellen als sämtliche Modem -und Faxsoftware.
Am problemlosesten ist aber für den Heimanwender die Installation des Modems auf COM4. Dies wird sehr oft von Seiten des Herstellers auch schon voreingestellt.
Funktioniert COM4 nicht, da es Inkompatibilitäten mit einer SVGA-Karte oder anderen Geräten gibt, muß das interne Modem auf COM3 geschaltet und die Maus an COM2 gehängt werden. Einige interne Modems erlauben es auch, sogenannte hohe IRQs (eine Interruptleitung mit einer Nummer die größer als sieben ist) zu verwenden. Dies ist bei 16-Bit Karten der Fall, die daran zu erkennen sind, daß sie den Steckplatz voll ausfüllen. Allerdings kann es dann zu Problemen bei der Anwendersoftware kommen. Bei der dritten Möglichkeit wird das interne Modem auf COM2 eingestellt und die COM2-Schnittstelle, die der PC schon vorher hatte, stillgelegt. Das geschieht ebenfalls per Jumper auf der entsprechenden Controller-Karte. Leider kann in diesem Buch kein Beispiel dazu gegeben werden, da sich die entsprechenden Controllerkarten zu sehr im Detail unterscheiden. Auf jeden Fall sollte die Anleitung der Karte benutzt werden. Wenn keine Anleitung vorhanden ist, bleibt nur das ausprobieren. An den Jumpern wird solange herumgestellt, bis z. B. MSD.EXE von Windows COM2 nicht mehr findet. Dazu muß die Karte jedesmal aus -und wieder eingebaut werden. Sicherheitshalber sollten Sie sich die ursprünglichen Jumperstellungen vorher notieren. Das durch das Herumprobieren irreparable Schäden auftreten, ist zwar wenig wahrscheinlich, doch auch nicht ausgeschlossen! Von diesen drei Möglichkeiten ist aber nur die erste wirklich empfehlenswert!
Hier nochmals eine kurze Checkliste:
Ist der gewünschte IRQ frei (ggf. mit MSD.EXE von MS-Windows überprüfen)?q
Ist die I/O-Adresse frei?q
Ist ein Steckplatz im Computer frei?q
Ist ein kleiner Kreuzschlitzschraubendreher vorhanden?q
Ist ein kleines Schälchen für die Schrauben gefunden?Wenn das Modem nun bereit zum Einbau ist und sichergestellt ist, daß keine andere Hardware den IRQ oder die I/O-Adresse belegt, dann geht es richtig los. Netz -und andere Stecker ziehen und aufschrauben!

Abb 1.5 Das Aufschrauben des Rechners
Auf dem Bild wird zwar ein Desktop-Gehäuse geöffnet, aber vom Prinzip gibt es keinen Unterschied zu einem Tower-Gehäuse. Vor der Aktion sollte noch ein Schälchen gesucht werden, das dann die Schrauben aufnehmen kann, die leider viel zu schnell in einem Paralleluniversum verschwinden. Ein kleiner Kreuzschlitz-Schraubenzieher ist für alle Schrauben am Gerät vollkommen ausreichend.
Ist der Deckel dann erstmal heruntergenommen, muß das Abdeckblech an der Seite von einem leeren Steckplatz entfernt werden. Diese Schraube extra markieren, da sie sich von den Gehäuseschrauben unterscheidet! Nun wird die Modemkarte zur Hand genommen und gerade an den Steckplatz angesetzt.

Abb 1.6: Der Einbau der Modem-Karte
Durch leichten Druck an allen Stellen der Oberkante, wird die Karte in den Steckplatz gedrückt. Das Seitenblech mit den Anschlußbuchsen liegt jetzt bündig am PC-Gehäuse. Die vorher separierte Schraube des Abdeckblechs wird nun wieder in das Loch geschraubt, um dem Modem Stabilität zu verleihen.
Lesen Sie nun bitte bei dem Unterkapitel "Der erste Test" weiter.
Nachdem sich der Anwender darüber klar geworden ist, an welchem COM-Port das Modem angeschlossen werden soll (dies ist in 99% aller Fälle COM2), stellt er die Verbindung mittels des RS-232 Kabels her. Bei externen Modems wird nur das (hoffentlich mitgelieferte) serielle Kabel an die COM-Schnittstelle des PCs gesteckt. Das ist entweder eine schmale 9-polige -oder eine breite 24-polige Buchse (Sub-D9 oder Sub-D24). Das andere Ende kommt an den RS-232C Stecker des Modems. Zuletzt wird das Modem an die Stromversorgung angeschlossen. Das war´ s prinzipiell schon. Hier zeigt sich eindeutig der Vorteil der kaum teureren externen Lösung!
Bevor der Rechner bei internen Modems wieder zugeschraubt wird, sollte ein kurzer Testlauf erfolgen. Dazu wird nur der Monitor, die Tastatur, Maus und das Netzkabel an den Computer angeschlossen. Fährt der Rechner nach dem Einschalten sauber hoch, ist die erste Hürde schon genommen. Dann sollte Windows gestartet werden.
Microsoft hat immerhin ein Terminalprogramm mitgeliefert, welches jetzt zum Testen benutzt werden kann. Zwar hat das Windows-Programm mit einem Terminalprogramm soviel gemeinsam wie ein Geländewagen mit einem Dreirad, doch für Testzwecke reicht es aus. Nach der Ausführung, muß dem Programm mitgeteilt werden, an welchem COM-Port das Modem hängt. Das ist unter dem Menüpunkt
Einstellungen/Datenübertragung
möglich. Dort wird nun der gewünschte COM-Port und die Übertragungsgeschwindigkeit, von 2400 Baud eingestellt. Höhere Geschwindigkeiten sind zum Testen des Modems unnötig, da sie nur wieder neue Fehlerquellen sein können. Die anderen möglichen Einstellungen werden später behandelt.

Abb 1.7: Testeinstellung des Windows-Terminalprogramms
Ist das Programm eingestellt, kann mit dem eigentlichen Test des Modems begonnen werden. In Abb 1.8 stehen die Befehle, die das Modem zum Selbsttest veranlassen. Momentan fehlt leider eine Erklärung dazu; das ist erst Bestandteil des nächsten Kapitels.
Um das Modem zu testen, geben Sie bitte untenstehende Zeilen ein und bestätigen mit
Ü.AT &F
ÜAT S18=10
ÜAT &T8
Ü
Abb 1.8: Testlauf des Modems
Nach 10 Sekunden sollte das Modem "000" ausgeben.
Der Befehl "AT &T8" löst einen Selbsttest des Modems aus. Die Ziffern, die das Modem zurückgibt, geben die Anzahl der gefundenen Fehler wieder. Außerdem wird jeder Befehl mit "OK" vom Modem quittiert.
Gibt das Modem beim letzten Befehl eine andere Zahl als "000" aus, kann dies mehrere Gründe haben.
q
Der IRQ, den das interne Modem benutzt, wird schon von einer anderen Karte verwendet. Der Tip: Nochmals die vorhandene Hardware überprüfen und ggf. alle zusätzlichen Karten bis auf das Modem ausbauen.q
Die I/O-Adresse des internen Modems überschneidet sich mit der einer schon vorher vorhandenen Karte. Hier gilt ebenfalls, daß nochmals die Hardware durchgesehen werden muß und ggf. alle anderen Karten zum Testen ausgebaut werden.q
Die Schnittstellengeschwindigkeit ist zu hoch. Stellen Sie eine niedrigere ein. Ist sie schon sehr niedrig, ist der serielle Baustein vielleicht defekt.
Das Kabel vom Computer zum externen Modem ist locker oder defekt. Die Steckkontakte sollten nochmals überprüft werden bzw. das Kabel ausgetauscht.q
Die serielle Schnittstelle des PCs ist fehlerhaft, das externe Modem erhält falsche Befehle. In diesem Falle sollte das Modem testweise auf einen anderen COM-Port gehängt werden (z. B. auf COM1). Bringt dies keine Verbesserung, sollte die serielle Karte ausgetauscht werden (Kostenpunkt ca. 30,00 DM bis 70,00 DM).q
Das interne/ externe Modem ist defekt. In diesem Falle sollte das Gerät zum Händler zurück, mit einer möglichst genauen Fehlerbeschreibung.Nachdem das Modem installiert worden ist und alle Tests erfolgreich bestanden hat, kann der Rechner wieder geschlossen bzw. auf dem Schreibtisch richtig plaziert werden.
Damit der Zugang zur weiten Welt gesichert ist, werden die Anschlüsse des Modems mit der Telefondose verbunden. Alle von der Telekom zugelassenen Modems werden mit dem TAE-6-Stecker (TAE= Telefon Anschluß Einheit) an den "N"-Schlitz der Telefon-Dose angeschlossen. Die Buchstaben stehen nur ganz klein an der Steckdose! Hat die Telefondose nur einen Schlitz, muß eine neue Telefondose im Kaufhaus oder im Telefonladen der Telekom gekauft werden (Kostenpunkt: ca. 15,00 DM). Die neue Telefondose sollte vom Typ "NFN" sein, also für ein Hauptgerät (etwa das Telefon) und zwei Nebengeräte (z.B. der Anrufbeantworter und das Modem). Wird mit dem Telefon telefoniert, kann das Modem vom "N"-Anschluß nicht wählen. Manche Modem melden dann bei einen Versuch "ERROR". Das Gerät am "F"-Anschluß hat immer Priorität und kann "Gespräche" vom "N"-Anschluß unterbrechen. Sonst könnte z. B. kein Anrufbeantworter bei seiner Ansage unterbrochen werden, wenn der Inhaber doch noch an das Telefon geht. Dieses Verfahren ist durch eine spezielle Verdrahtung in der Dose möglich und wird von allen Geräten mit BZT-Zulassung unterstützt.
Der viereckige Plastikstecker mit der langen Lasche (der RJ-12 Western-Stecker) wird beim Modem in eine Buchse gesteckt, die mit "Tel" oder einem Telefonsymbol bezeichnet ist.
Bei ISDN-Modems stecken Sie das ISDN-Kabel mit dem viereckigen, durchsichtigen IAE-8-Stecker (RJ-45 Westernstecker) mit der Lasche in die ISDN-Dose. Das andere Ende kann ein Stecker mit dem gleichen Äußeren sein (das ist herstellerabhängig), der dann an das Modem angeschlossen wird.
Bei internen Modems sieht die Verkabelung ungefähr so aus:

Abb 1.9: Die "Verkabelung" eines internen Modems.
Externe Modems haben, bedingt durch ihre Bauart, mehr Kabel, die irgendwo im Weg rumliegen:

Abb 1.10 Die "Verkabelung" eines externen Modems
Wie Sie ein ISDN-Modem anschließen, entnehmen Sie bitte dem vorherigen Kapitel "Externes Modem anschließen".
Nach dem Aufschrauben des Gehäuses geht der Einbau einer ISDN-Karte rein praktisch genauso vonstatten wie der Einbau eines internen Modems im gleichnamigen Kapitel. Allerdings werden andere Interruptkanäle (IRQ) und I/O-Adressen gebraucht. Wie bei den seriellen Schnittstellen, wird auch bei ISDN-Karten die CPU bei ihrer Arbeit unterbrochen, damit sie die neuen Zeichen abholen kann. Neben dem IRQ hat jede ISDN-Karte auch noch ihre I/O-Adresse; einige Karten belegen sogar noch einen größeren Bereich im Speicher für den Datenaustausch. Bei den IRQs können bei den meisten Karten sogar Kanäle belegt werden, die eine höhere Zahl als sieben haben. Ist dies möglich, sollte einer von diesen gewählt werden. Ist dies nicht möglich, ist sehr oft IRQ2 oder IRQ5 nicht belegt. Ebenso ist die I/O-Adresse bei ISDN-Karten nicht an irgendwelche alten Konventionen aus der PC-Geschichte gebunden. Hier kann ebenfalls eine beliebige Adresse gewählt werden, solange sie nicht von einer anderen Hardware belegt ist. Zum Einstellen der Karte benutzen sie das mitgelieferte Installationsprogramm oder verändern mittels der Anleitung die Jumper.
Bedenken Sie, daß außer den Adressen in Tab 1.4 auch die I/O-Adressen 220, 240 von Soundkarten und 300, 320, 340 von CD-ROMs oder Netzwerkkarten belegt sind. Die heutige Hardware bietet aber genügend Ausweichmöglichkeiten.
Durch technische Beschränkungen gibt es bei Rechnern mit ISA-Bussystem (16-Bit, bei älteren Modellen) Probleme z.B. bei den Adressen D80, E80, F80, die von Computer als 180, 280, 380 interpretiert werden. Liegen auf diesen Adressen andere Geräte, kann es zu Schwierigkeiten kommen. Für Profis: Diese Probleme sind technisch bedingt, da bei ISA-Rechnern von den I/O-Adressen nur die untersten 10 Bit ausgewertet werden.
Einige wenige Karten benötigen zusätzlich zum IRQ-Kanal und der I/O-Adresse noch einen eigenen Speicherbereich im Hauptspeicher (RAM) des Rechners. Damit dieser Speicherbereich nur für die ISDN-Karte reserviert ist, muß dem Computer mitgeteilt werden, daß dieser Bereich für normale Programme gesperrt ist. In der CONFIG.SYS muß dies dem Speichermanager (meistens EMM386.EXE oder QEMM386.SYS) mit der Option /X=<Speicherbereich> gesagt werden. Welcher Speicherbereich das ist, entnehmen Sie bitte der Anleitung zu der Karte. Bei einem Speicherbereich von D000 bis D0FF steht in der CONFIG.SYS u. a. :
C:\DOS\EMM386.EXE RAM /X=D000-D0FF
Einige Bereiche im Speicher können z. B. auch noch von alten Netzwerkkarten (z. B. ARCnet) belegt sein. Außerdem können bestimmte Bereiche im Speicher vom PC bereits genutzt werden, um langsameren Permanentspeicher (ROM) im Computer in den schnelleren Hauptspeicher (RAM) zu kopieren. Diese Funktion nennt sich Shadowram und wird vom BIOS (Basic Input Output System) des Rechners gesteuert; sie erhöht die Verarbeitungsgeschwindigkeit des Rechners. Wenn es nötig ist, diese Option abzuschalten, muß dies kurz nach dem Einschalten oder Neustart (Reset) des Rechners im BIOS-Menü geschehen. Dies finden Sie im Handbuch Ihres Computers (dem Mainboard Manual).
Wenn die ISDN-Karte installiert ist, wird die mitgelieferte Testsoftware gestartet (wie hier bei einer Teles-Karte):

Abb 1.11: Beispiel eines Testlaufes einer ISDN-Karte
Meldet sie in allen Bereichen "OK", kann der Rechner wieder geschlossen werden. Wenn nicht, dann gehen Sie bitte nochmals die drei Faktoren: IRQ, I/O-Adresse und evtl. den zusätzlichen Speicherbereich auf Fehler durch.
Stecken Sie das ISDN-Kabel mit dem viereckigen, durchsichtigen IAE-8-Stecker (RJ-45 Westernstecker) mit der Lasche in die ISDN-Dose. Das andere Ende kann ein Stecker mit dem gleichen Äußeren sein (das ist herstellerabhängig), der dann an die Karte angeschlossen wird. Führen Sie nochmals die mitgelieferte Testsoftware aus, da einige Programme noch einen Selbstanruf veranlassen, um wirklich alle Bestandteile der Karte zu testen.
Damit die ISDN-Karte mit Ihren Anwendungen arbeiten kann, gibt es eine genormte Software-Schnittstelle. Sozusagen eine Sammlung von Treibern und Dienstprogrammen, die den Anwendungsprogrammen erlaubt, auf die ISDN-Karte zuzugreifen. Diese Schnittstelle nennt sich CAPI (Common ISDN Application Programmer Interface) und wird von jedem Hersteller mitgeliefert. Dieser CAPI muß immer geladen sein, wenn mit der ISDN-Karte gearbeitet werden soll. Der CAPI ist bei vielen Herstellern leider sehr speicherintensiv, d. h. er braucht viel Speicher (ca. 100 KByte - 300 KByte). Es bleiben vielleicht nur 530 KByte oder weniger vom den 640 KByte unter DOS übrig.
Bei MS-DOS ist es leider immer sehr problematisch, zu wenig Speicher unter der 1 MB Grenze zu haben. Dienstprogramme wie MEMMAKER oder OPTIMIZE versuchen mit vielen Tricks, den unter DOS nutzbaren Hauptspeicher zu vergrößern. Doch der Speicherbedarf von ISDN-Karten ist sehr groß, sodaß die Treiber (samt CAPI) eventuell wieder aus dem Speicher entfernt werden müssen, damit andere DOS Programme arbeiten können. Bei ISDN-Modems bestehen diese Probleme alle natürlich nicht. Bei Windows ist der Speicherbedarf aber meist kein Problem.
Selbst ISDN-Karten können, durch spezielle Treiber -wie ein Modem- angesprochen werden. Dadurch fügen sie sich besser in bestehende ältere Software ein. Das wird aber erst im nächsten Kapitel behandelt.
Wie wird das Modem dazu gebracht, eine Nummer zu wählen? Wie werden Daten übertragen? Wie werden die verschiedenen Optionen eingestellt oder die Übertragungsrate dynamisch gehalten? Dieses Kapitel gibt Auskunft, wie ein Modem eingestellt werden muß, damit es in allen Lagen gut funktioniert. Natürlich fehlt auch eine genaue Beschreibung der wichtigsten Befehle nicht.
Für die erstem Schritte wird das Terminalprogramm von Windows benutzt. Sie können auch jedes andere Terminalprogramm benutzen!
Die Grundlagen der Modemsteuerung
Damit das Modem das tut, was der Anwender möchte, müssen ihm genaue Befehle übermittelt werden. Für diesen Zweck gibt es Normen, damit die Anwendungssoftware auch jedes Modem ansteuern kann. Der Modemhersteller HAYES hat in den achtziger Jahren bei seinen Modems eine Befehlssprache entwickelt, die sich über kurze Zeit zu einem Defacto-Standard entwickelt hat. Die heutige "Norm" heißt dann auch Hayes-Befehlssatz. Neben dem Hayes-Befehlssatz gibt es noch einen anderen, der richtig genormt, aber kaum verbreitet ist: V.25bis. Dadurch, daß der Hayes-Standard so weit verbreitet ist, führt der V.25bis Standard nur ein Schattendasein und wird auch in diesem Buch nur am Rande erwähnt. Eine Befehlsliste beider Standards finden Sie etwas weiter unten. Auf die FAX-Kommandos wurde bewußt verzichtet, da diese für den Anwender keine Bedeutung haben. Die Fax-Software stellt allein die richtigen Werte ein, der Anwender kann beim Faxen nicht eingreifen.
Zur Eingabe der Befehle wird ein Terminalprogramm benutzt, in das die Befehle eingetippt werden. Anwendungsprogramme, die das Modem nutzen, gehen genauso vor, nur schreiben sie die Befehle nicht sichtbar auf den Bildschirm. Trotzdem gehen die Befehle den gleichen Weg zum Modem.
Werden nun die Befehle in das Terminalprogramm eingegeben, erscheinen die Zeichen auf dem Bildschirm. Das ist eigentlich nichts Verwunderliches, doch das Zeichen das Sie auf dem Bildschirm sehen, ist nicht direkt von der Tastatur zum Bildschirm gewandert wie bei einer Textverarbeitung. Es wurde vielmehr erst zum Modem geschickt und von dort als Echo zum Terminalprogramm zurückgeworfen, um dann angezeigt zu werden. Sehen Sie also Ihre Buchstaben, wissen Sie, daß die Leitung vom PC zum Modem und die anderen Einstellungen zumindest grob in Ordnung sind.
Das Modem wird in zwei Modi betrieben, dem sogenannten Command-Modus und dem Online-Modus. Der Command-Modus (der Kommando-Modus) dient der Steuerung des Modems durch die später vorgestellten "AT"-Befehle. Damit dem Modem mitgeteilt werden kann, daß es eine Nummer wählen -oder auf einen Anruf beantworten soll, muß das Modem im Command-Modus sein. Wenn nach dem Wählen z. B. eine Verbindung zustande kommt, geht das Modem automatisch in den Online-Modus. In diesem Modus wird das Modem dann betrieben, wenn es Daten überträgt. Ist die Verbindung beendet das Modem hat also aufgelegt, ist es automatisch wieder im Command-Modus.
Manchmal kann es vorkommen, daß während einer Verbindung, der Modus gewechselt werden muß, um dem Modem neue Befehle zu geben. Dies kann z. B. notwendig werden, wenn das Modem eine aktuelle Verbindungsstatistik ausgeben soll. Um vom Online-Modus in den Command-Modus zu kommen, wird "+++" (also dreimal Plus) eingetippt. Jeweils vor dem ersten und letzten Plus läßt man eine Sekunde ohne Aktion verstreichen. Das Modem meldet dann "OK" und wartet auf Kommandos; dabei erhält es die Verbindung aufrecht. Das Zeichen, von deren drei das Modem zum Wechsel in den Command-Modus veranlassen, nennt sich Escape-Character. Der standardmäßige Escape-Character ist ein "+", welcher aber auch veränderbar ist. Um vom Command-Modus wieder in den Online-Modus zu kommen, um weiter Daten zu übertragen, wird das Kommando "AT O" gegeben.
Moderne Modems haben eine Fehlerkorrektur, die bei schlechten Leitungen die Störsignale herausfiltert und eine Datenkompression, um noch mehr Geschwindigkeit herauszuholen. Wenn ein Modem mit 14400 Bit/s eine schlecht komprimierte Datei überträgt, kann die Übertragungsrate leicht auf 30000 bit/s ansteigen (da dann die Datenkompression des Modems wirksamer arbeiten kann). Ist aber eine schlechte Leitung erwischt worden, sinkt die Übertragungsrate, aufgrund der vielen Fehler, vielleicht auf nur 9000 bit/s. Damit der Anwender etwas von dem hohen Datendurchsatz bei einer guten Kompression hat, müssen die Daten auch mit dieser Geschwindigkeit in den PC übertragen werden können. Dazu wird der COM-Port des Rechners auf 38400 Bit/s oder höher eingestellt. Diese Geschwindigkeit bleibt auch immer konstant, selbst wenn das Modem die Daten vom Gegenmodem mit einer viel geringeren Geschwindigkeit bekommt. Ist das der Fall, wird der PC in kurzen Intervallen vom Modem mit Daten gefüttert, dann folgt eine kurze Pause bis zu den nächsten Daten.
Es muß ganz deutlich in zwei Geschwindigkeiten unterschieden werden! Einerseits die Geschwindigkeit PC<->Modem und andererseits Modem<->Modem. Die Geschwindigkeit PC-Modem ist immer konstant, die vom Modem<->Modem ändert sich dynamisch, je nach Leitungsverhältnissen und Datenart.
Bei früheren Modems wurde die Geschwindigkeit vom Modem zum PC immer der jeweiligen Verbindungsgeschwindigkeit angepaßt. Doch bei Einführung von Fehlerkorrektur und Datenkompression, die den Datendurchsatz erheblich steigern kann, kamen die Hersteller davon ab. Seither wird die Geschwindigkeit vom Modem zum PC unabhängig von der Verbindungsgeschwindigkeit der Modems untereinander konstant auf hohem Niveau gehalten. Modems haben einen internen Wandler, der die unterschiedlichen Datenraten anpassen kann. Bei modernen Modems mit Geschwindigkeiten von 14400 Bit/s oder 28800 Bit/s gibt es sowieso kein Äquivalent in den Einstellungsmöglichkeiten des PCs. Serielle PC-Schnittstellen (und auch die von vielen anderen Rechnerplattformen) können nur auf 300, 600, 1200, 2400, 4800, 9600, 19200, 38400, 57600 und 115200 Bit/s eingestellt werden (zumindest theoretisch). Bei 14400 Bit/s - Modems benutzt man deswegen oft 38400 Bit/s Schnittstellengeschwindigkeit, bei 28800 Bit/s - Modems sind es 57600 Bit/s, wenn es die seriellen Bausteine hergeben (s. Kapitel über Hardware).
Die Schnittstellengeschwindigkeit sollte immer mehr als ca. doppelt so hoch sein, wie die maximale Geschwindigkeit des Modems.
Bislang wurde nur behandelt, wie Daten empfangen werden. Doch ein Modem arbeitet in zwei Richtungen, es kann auch viele Daten senden. Angenommen, ein 14400 Bit/s Modem wird vom PC aus mit 38400 Bit/s mit Daten gefüttert. 38400 Bit/s ist ja wesentlich schneller als die 14400 Bit/s, mit der das Modem die Daten zur Gegenstelle loswerden kann. Der Flaschenhals sitzt also am Modem, dort stauen sich die Daten. Damit es keinen "Datensalat" gibt, muß das Modem dem PC signalisieren, daß dieser momentan keine Daten mehr senden soll. Nur dann hat das Modem Zeit, seine Daten an das Gegenmodem loszuwerden, um vom PC dann weitere zu bekommen. Diese Signalisierung geschieht über die CTS-Leitung (Clear to send, engl.: klar zum Senden) des RS-232 Kabels, eine Art Schlagbaum geht runter. Kann das Modem wieder Daten aufnehmen, wird der Schlagbaum wieder angehoben. Den umgekehrten Fall gibt es auch, wenn der (alte) PC zu langsam ist, die Daten vom Modem aufzunehmen. Um dieses Problem zu lösen, nutzt der PC die RTS-Leitung des RS-232 Kabels als Schlagbaum. Fachlich wird dieser Kontrollmechanismus gegen Datenüberlauf RTS/CTS Hardware Flow-Control genannt. Hardware deswegen, weil er sich realer Drähte bedient.
Aus älterer Zeit gibt es auch noch eine Software-Datenflußkontrolle mit Namen XON/XOFF. XON (ASCII: 17) und XOFF (ASCII: 19) sind definierte Zeichen. Empfängt der Rechner ein XOFF-Zeichen, sendet er keine Daten mehr, bei XON sendet er weiter. Diese Art der Datenflußregulierung wird nur noch sehr selten verwendet, da sich hier Probleme mit der Übertragung von Programmen ergeben. Die XON/XOFF Software Flow-Control war ursprünglich nur für die Textübertragung, z.B. an Drucker, gedacht. RTS/CTS ist heute der Vorzug zu geben, da es problemloser für die heutige Technik mit ihren Anforderungen ist.
Alle Befehle des verbreiteten Hayes-Standards fangen mit "AT" an, was für ATtention (engl.: Achtung) steht. Sind die Befehle gültig, d.h. werden sie vom Modem verstanden, antwortet das Modem mit "OK" (und evtl. einer zusätzlichen Information). Sind sie ungültig erfolgt ein "ERROR" (Fehler). Geben Sie einfach mal ein simples
AT
Üim Terminalprogramm ein, das Modem wird mit "OK" antworten. Hinter einem "AT" kann ein Befehl stehen oder auch mehrere.
Um das Modem dazu zu bringen, eine Nummer zu wählen, wird beispielsweise "AT DP 66503342" eingegeben. Das "D" steht für Dial (engl.: wählen) und das "P" für Pulswahl. Wer an einer modernen Vermittlungsstelle der Telekom oder an einer neueren Nebenstellenanlage hängt, kann auch die Frequenzwahl benutzen (das Wählen ist dann eine schnelle Abfolge seltsam schräger Töne). In diesem Falle wird "AT DT 66503342" eingegeben.
Bei Modems, die von der Telekom mit einer BZT-Nummer zugelassen sind, werden Telefonnummern, bei denen mehrmals hintereinander keine Verbindung zustandegekommen ist (weil die Leitung besetzt ist, oder kein Modem abnimmt), für einige Zeit (ca. 30 Sekunden bis 5 Minuten) gesperrt. Die Telekom befürchtet wohl, daß die Leitungen zu sehr strapaziert werden. Diese Nummern sind dann in einem sogenannten "Blacklisting"-Speicher im Modem und das gibt beim Versuch diese Nummern anzuwählen ein "DELAYED" (engl.: verzögert) aus.
Der Anwender kann selbst herausfinden, ob er an einer modernen (digitalen) Vermittlungsstelle hängt. Geben Sie dieses Beispiel ein:
AT DT 232
ÜHören Sie immer noch das Freizeichen der Telekom im Lautsprecher des Modems, sind Sie noch an einer alten Vermittlungsstelle angeschlossen und müssen die Pulswahl benutzen. Hören Sie dagegen nichts, oder eine Ansage der Telekom, haben Sie Glück. Sie können die schnellere Frequenzwahl (MFV) benutzen!
Das Modem reagiert mit verschiedenen Antworten auf die entsprechenden Befehle. Diese Antworten sind auch Teil der Hayes-Norm, obwohl es keine Befehle sind. Wurde ein gültiger Befehl eingegeben, antwortet das Modem mit "OK", andernfalls mit "ERROR". Wurde eine Nummer gewählt (mit "ATDP <Nummer>"), antwortet das Modem entweder mit "BUSY", wenn die Leitung belegt ist (und legt dann auf), oder mit "CONNECT <Übertragungsgeschwindigkeit>" wenn eine Verbindung hergestellt wurde. Wenn weder besetzt ist, noch eine Verbindung zustande kam, antwortet das Modem mit "NO CARRIER" und legt auf. Wird das Modem angerufen, gibt es ein "RING" aus. Wird versucht eine Nummer zu wählen, und das Modem "hört" keinen Wählton auf der Leitung, antwortet es mit "NO DIALTONE" und bricht den Wahlvorgang ab.
Ein Verbindungsaufbau geht folgendermaßen von statten: Das Modem wählt die Nummer eines anderen Modems. Das andere Modem hebt ab und sendet seine Trägertöne (die CARRIER). Anhand dieser Trägertöne (eine Art von "Zwitschern") kann das anrufende Modem die vorhandenen Übertragunsgeschwindigkeiten des Gegenmodems erkennen. Sendet das Gegenmodem einen Trägerton, den das rufende Modem kennt, sendet dieses einen Antwortton und beide Modems stellen die Verbindung her. Der Vorgang wird Handshaking genannt. Das angerufene Modem präsentiert die verschiedenen Trägertöne mit der höchsten Übertragunsgeschwindigkeit zuerst, dann die nächst niedrigere, dann noch eine niedriger usw. So kommen Verbindungen (Jargon: Connects) immer mit der höchsten Übertragungs-geschwindigkeit zustande, die beide Modems beherrschen.
Wird die Verbindung beendet, legen die Modems einfach auf. Das gleiche geschieht, wenn der Trägerton durch schlechte Leitungen sehr leise oder gar nicht mehr zu hören ist. Hört eines der beiden Modems das andere für eine bestimmte Zeit nicht mehr (s. S10-Register), wird die Leitung getrennt.
Nun folgt eine Liste mit den wichtigsten AT-Befehlen. Zu berücksichtigen ist aber, daß der Hayes-Befehlssatz keine feste Norm ist. Der Teufel steckt im Detail, jedoch wurde bei der Erstellung dieser Tabelle darauf geachtet, keine Befehle zu verwenden, die verschieden interpretiert werden könnten. Gibt es doch Grund zum Zweifel, wird dies erwähnt.
Die Tabelle ist so zu lesen, als würde vor jedem Befehl ein AT stehen, bei kursiven Befehlen gibt es unterschiedliche Implementierungen der einzelnen Hersteller.
Befehl Bedeutung
A Beantwortet einen Anruf an das eigene Modem und versuch eine Verbindung herzustellen.
A/ Wiederholt den letzten Befehl, kein
Ü am Ende drücken.Bx Mögliche zugelassene, über x ausgewählte, Verbindungsgeschwindigkeiten. Bitte in die Anleitung sehen!
D Wählt eine Nummer und versucht dann eine Verbindung herzustellen.
E0 Die eingetippten Zeichen werden nicht zum Terminalprogramm zurückgegeben; man tippt "blind".
E1 Die Zeichen werden zurückgegeben; neudeutsch: "ge-echot" (Standard).
H0 Das Modem legt auf (geht vom Amt).
H1 Das Modem holt das Amt (nimmt den imaginären Hörer von der Gabel). Nicht zum wählen nötig!
Lx Stellt die Lautstärke des Lautsprecher ein; x steht für eine Ziffer von 0-3 (bei einigen bis 7), also L0, L1, etc.
M0 Schaltet den Lautsprecher immer aus.
M1 Der Lautsprecher bleibt nach dem Wählen solange an, bis eine Verbindung hergestellt werden konnte.
M2 Der Lautsprecher bleibt immer an (bei einer Verbindung ist das Gerausche sehr nervtötend!).
M3 Der Lautsprecher schaltet sich nach dem Wählen an und geht erst wieder bei einer Verbindung aus. Das erleichtert das Überwachen von Verbindungsproblemen (Standard).
O Ist das Modem im Kommando-Modus, kehrt es in den Online-Modus zurück.
P Für Pulswahl (in Verbindung mit D).
Sx=? Fragt den Inhalt des Registers x ab.
Sx=n Schreibt den Wert n in das Register x.
T Für Tonwahl (in Verbindung mit D).
V0 Gibt Rückmeldungen nur als Zahlencode aus (kaum gebräuchlich).
V1 Gibt Rückmeldungen im Klartext zurück (Standard).
Xx Gibt den Rückmeldungsumfang des Modems an. Bei X3 werden Besetztzeichen mit erkannt und als "BUSY" dem Benutzer gemeldet und bei X4 (Standard) wird vor dem Wählen darauf geachtet, daß ein Wählton vorhanden ist.
Zx Stellt das Modem auf vorher eingestellte und abgespeicherte Werte ein. Z1, Z2, Z3 sind unterschiedliche Einstellungen (für Mailbox, Btx, etc.).
Nun kommen die erweiterten Befehle, die teilweise sehr unterschiedlich sind.
&A7 Auf V.25bis wechseln.
&B0 Die Schnittstellengeschwindigkeit vom PC zum Modem stellt sich auf die Geschwindigkeit ein, mit der das Modem die Verbindung zu einem anderem Modem aufbaut.
&B1 Die Schnittstellengeschwindigkeit zwischen PC und Modem bleibt immer gleich (Standard).
&C0 Das Modem tut immer so, als hätte es eine Verbindung.
&C1 Das Modem meldet über eine Leitung im RS-232 Kabel nur eine Verbindung, wenn es auch tatsächlich eine besteht (Standard).
&D0 Egal, ob der PC bereit zum Datenübertragen ist oder nicht, das Modem verhält sich so, als ob der PC immer bereit ist.
&D1 Das Modem geht bei Aktivierung der DTR-Leitung im RS-232 Kabel in den Komando-Modus.
&D2 Das Modem unterbricht bei der Aktivierung der DTR-Leitung die Verbindung und kehrt in den Kommando-Modus zurück (Standard).
&D3 Wie &D2, doch zusätzlich wird das Modem noch mit AT Z0 initialisiert.
&E0 Bei einer besseren Leitung wird während einer Verbindung nicht versucht, eine höhere Geschwindigkeit zu erreichen.
&E1 Wird die Leitung während der Verbindung besser, wird die Übertragunsgeschwindigkeit auch erhöht (Standard).
&F Stellt die Werkseinstellungen wieder her.
&H0 Keine Flußkontrolle.
&H3 RTS/CTS Flußkontrolle (Standard).
&H4 XON/XOFF Flußkontrolle.
&K0 Alle Fehlerkorrektur und Kompressionen ausschalten.
&K1 MNP4 Fehlerkorrektur einschalten.
&K2 MNP4 mit MNP5 Kompression einschalten.
&K3 V.42 Fehlerkorrektur einschalten.
&K4 V.42 mit V.42bis Kompression einschalten (Standard).
&Nx Wie Bx, bitte in die Anleitung sehen!
&S0 Das Modem meldet sich immer bereit.
&S1 Das Modem meldet sich nur über die RS-232 Leitung bereit, wenn es auch bereit ist. Dies entspricht den CCITT Richtlinien (Standard).
&T0 Alles Selbsttests stoppen.
&Tx Verschiedene Testarten, bitte in die Anleitung sehen.
&V Die gegenwärtige Einstellung des Modems ausgeben.
&Wx Die Einstellungen des Modems unter 0,1,2,3 etc. abspeichern. Mit ATZ0,1,2,3 usw. kann dann unter verschiedenen Einstellungen ausgewählt werden.
\N0 Wie &K0.
\N5 Es werden nur Verbindungen mit Fehlerkorrektur erlaubt. Kommt diese nicht zustande, wird aufgelegt.
\N6 Es wird zuerst versucht, eine Verbindung mit Fehlerkorrektur aufzubauen, gelingt dies nicht, wird eine Verbindung ohne Korrektur aufgebaut.
\J0 Wie &B1.
\J1 Wie &B0.
\Q0 Wie &H0.
\Q1 Wie &H4.
\Q3 Wie &H3.
%E0 Das Modem erlaubt keine Geschwindigkeitsänderung bei einem Wechsel der Leitungsqualität.
%E1 Das Modem erlaubt Wechsel auf höhere oder niedriegerere Geschwindigkeiten.
*E0 Wie \N6.
*E1 Wie \N5.
*I1 Auf V.25bis wechseln.
*Q0 Wie %E0.
*Q1 Wie %E1.
*Q2 Wie &E1 und %E1.
*Q3 Bei einem zu schlechten Signal wird aufgelegt.
Tab 1.5: Die Liste der wichtigsten AT-Befehle
Nicht alle Funktionen eines Modems lassen sich mit Befehlen wie in Tab 1.5 steuern. Einige Daten müssen direkt in den Speicher des Modems geschrieben werden. Diese S-Register sind Teile des Modemspeichers. Sind spezielle Daten an bestimmten Orten dieses Speichers vorhanden, veranlaßt dies das Modem zu verschiedenen Funktionen oder Interpretationen von Befehlen. Bei Hayes-kompatiblen Modems sind die ersten zehn Register genormt sowie noch ein paar andere darüber. Der Wert eines S-Registers kann mit "AT Sx?" abgefragt werden; x steht für die Nummer des S-Registers.

Abb 1.12: Das S-Register 10 wird mit dem Wert 100 beschrieben und wieder gelesen.
Um einen Wert in ein Register zu schreiben, wird "AT Sx=n" eingegeben, wobei x die Nummer des S-Registers ist und n der Wert, der hineingeschrieben werden soll (z.B. AT S10=100, der Wert 100 wird in Register 10 geschrieben). Hier ein anschauliches Beispiel:
Es folgt eine Auflistung der wichtigsten S-Register:
S-Register Bedeutung
0 In diesem Register steht die Anzahl der Klingelzeichen die vergehen, bis das Modem den Anruf entgegennimmt und versucht eine Verbindung herzustellen. Diese Funktion nennt sich Auto-Answer. Ist in dem Register ein Wert von Null, werden keine Anrufe automatisch beantwortet, steht dagegen z.B. eine Drei in diesem Register, hebt das Modem nach dem dritten Klingeln allein ab und beantwortet den Ruf (Standard: 0).
1 In diesem Register werden die Klingelzeichen gezählt. Klingelt das Telefon (bzw. Modem), steigt der Wert dieses Registers um eins. Ist der Wert gleich dem im Register S0 und größer als null, hebt das Modem ab.
2 Hier wird der ASCII-Wert des Escape-Characters eingestellt, mit dem das Modem vom Online-Modus zum Command-Modus zurückkehrt (Standard: 43 ="+").
7 Dieses Register beinhaltet den Wert in Sekunden, die das Modem auf eine Verbindung wartet, wenn es gewählt hat (Standard: 45).
10 Das S10-Register trägt sehr zur Stabilität der Leitungen bei, weil hier die Zeit in Zehntelsekunden angegeben ist, die es wartet bevor es auflegt, wenn bei einer Verbindung das Trägersignal durch Leitungsstörungen verlorengegangen ist (Standard: 14, sollte auf 100 stehen).
18 Die Zeit die sich das Modem selber testet, wenn durch AT &T ein Test ausgelöst wurde.
Tab 1.6: Liste der wichtigsten S-Register.
Im Handbuch Ihres Modems finden Sie eine sehr viel längere Liste mit S-Registern, doch die meisten Register werden von jedem Hersteller anders belegt. Einige S-Register werden noch als bitmapped angegeben. Bitmapped Register werden auch mit einer Zahl beschrieben, doch ist hier nicht die einfache Zahl von Bedeutung. Wird hier z. B. die Zahl 45 hineingeschrieben, steht sie nicht für 45 Sekunden, Birnen oder Handys, sondern diese Zahl schlüsselt sich in ihre binären Bestandteile, den Bits auf. Aus der 45 wird binär 10110100. Die Einser in der Zahlenreihe stehen für aktivierte Optionen und die Nullen für deaktivierte. Acht Bits ergeben ein Byte. Die Bits werden von vorn nach hinten numeriert, und jedes Bit steht für eine Potenz der Zahl zwei:
Bits: 0 1 2 3 4 5 6 7
Wert: 1 2 4 8 16 32 64 128
Müssen für eine bestimmte Option im Register S44 z.B. die Bits 2,4 und 7 aktiviert werden, ergibt sich durch 4+16+128 = 148 die Zahl die in das Register geschrieben werden soll. Also mit AT S44=148, werden die entsprechenden Optionen aktiviert. Leider wird in den Handbüchern nicht sehr oft geschrieben, welche Bits für bestimmte Funktionen aktiviert werden müssen; die Register werden lediglich als "bitmapped" ausgegeben. Der Anwender hat davon leider gar nichts.
Um mit den meisten Anwendungen und Informationsdiensten keine Probleme zu haben, ist eine richtige Initialisierung des Modems sehr wichtig. Initialisierung wird das Einrichten des Modems durch bestimmte Befehle genannt. Die Zeichenfolge, die ein Modem auf die entsprechenden Erfordernisse einstellt, nennt sich neudeutsch Init-String (String = engl.: Kette). Für Datex-J ist z.B. ein anderer Init-String nötig als für eine Mailbox. Zu diesem Zweck kann das Modem auch mehrere abspeichern. In diesem Unterkapitel werden nur die Befehle zusammengefaßt, die vorher bereits erklärt wurden.
Wer sein Modem mit "AT &F" initialisiert, hat schon eine gute Ausgangsbasis, zusätzlich sollten folgende Befehle nacheinander eingegeben werden (die ungleichen Befehle sind wieder kursiv markiert) :
Befehl Bedeutung
AT &F Stellt den Grundzustand her.
AT M3 Der Lautsprecher wird zwischen Wahl und Verbindung zur Überwachung eingeschaltet.
AT X4 Das Modem gibt volle Rückmeldungen und überwacht, ob die Leitung besetzt ist oder überhaupt erst ein Wahlton zu hören ist.
AT &B2 PC-Schnittstellengeschwindigkeit immer gleich lassen.
AT \J0 "
AT &H3 RTS/CTS Flußkontrolle.
AT \Q3 "
AT &K4 Fehlerkorrektur und Datenkompression an.
AT \N6 "
AT *Q2 Die Übertragunsgeschwindigkeit den wechselnden Leitungsverhältnissen anpassen.
AT %E1 "
AT &E1 "
AT S10=100 Die Stabilität der Leitung erhöhen.
Tab 1.7: Tips für den Init-String für Mailboxen
Abspeichern können Sie die Einstellungen mit "AT &W0". Wenn Sie das Modem beim nächstenmal wieder anschalten, brauchen Sie nur noch "ATZ" einzugeben und Sie haben die neuen Einstellungen gleich parat.
Nutzen Sie Datex-J, sollten sie alle Fehlerkorrektur und Datenkompression abschalten (mit "AT &K0" oder "AT \N1") und sie mit "AT &W1" abspeichern. Mit "AT Z1" haben Sie dann diese Einstellungen parat.
Schauen Sie auf jeden Fall noch in Ihr Handbuch, einige Befehle differieren sehr stark. Gucken Sie einfach in Tab 1.7 auf die Bedeutung der Befehle und suchen Sie sich die entsprechenden Kommandos aus dem Handbuch heraus.
Um die Einstellung des Modems zu überprüfen, können Sie sich diese (Settings) mit dem Befehl "AT &V" oder "AT \S" anzeigen lassen.
Hier einige Beispiele zu folgenden Modems:
Zyxel EG-1496 E+:
Current Settings............
B0 E1 L3 M3 N0 Q0 V1 X6 &B1 &C1 &D2 &G0 &H3 &J0 *K4 &L0 &M0 &N0 &P0 &R1 &S1 &X0 &Y1*B0 *C0 *D0 *E0 *F0 *G0 *I0 *L0 *M1 *P9 *Q2 *S0
S00=000 S01=003 S02=043 S03=013 S04=010 S05=008 S06=003 S07=060 S08=002 S09=006 S10=100 S11=070 S12=000 S13=000 S14=003 S15=002 S16=000 S17=018 S18=000 S19=000 S20=001 S21=190 S22=000 S23=113 S24=096 S25=000 S26=000 S27=156 S28=068 S29=000 S30=000 S31=017 S32=019 S33=255 S34=030 S35=000 S36=000 S37=000 S38=000 S39=000 S40=000 S41=000 S42=000 S43=000 S44=000 S45=100 S46=028 S47=064 S48=000 S49=000 S50=000 S51=000 S52=000 S53=000 S54=000 S55=000 S56=000 S57=000 S58=000 S59=000
CPV Stollmann Delta V.34/V.FC:
ACTIVE PROFILE:
B0 E1 L2 M3 Q0 P V1 X4 Y0 &C1 &D2 &E1 &G0 &L0 &M0 &O0 &P0 &R0 &S0 &X0 &Y0 %A000 %C1 %D0 %E1 %P0 %S0 \A3 \C0 \E0 \G0 \J0 \K5 \N6 \Q3 \T000 \V1 \X0
S00:000 S01:000 S06:003 S07:045 S08:002 S09:006 S10:100 S11:085 S12:050 S16:1DH S18:000 S21:30H S22:7EH S23:1AH S25:005 S26:001 S27:A0H S28:08H
Creatix LC144FV:
ACTIVE PROFILE:
B0 E1 L1 M1 N1 P Q0 V1 W2 X4 Y0 &C1 &D2 &G0 &J0 &K3 &Q5 &R1 &S1 &T4 &X0 &Y0
S00:003 S01:000 S02:043 S03:013 S04:010 S05:008 S06:003 S07:100 S08:001 S09:006 S10:100 S11:090 S12:050 S18:000 S25:005 S26:001 S36:007 S37:000 S38:020 S44:020 S46:138 S48:007 S95:002
Da die V.25bis Befehle den Status eines Standards der CCITT haben, soll hier zumindest eine kurze Übersicht der Befehle gegeben werden. Zwar ist der Hayes-Standard immer vorzuziehen, wenn einem die Wahl gelassen wird, doch einige Großrechner können nur über V.25bis ein Modem steuern. Befehle, die kleiner als drei Zeichen sind, werden mit "INV" (invalid= ungültig) abgelehnt.
Befehl Bedeutung
CNL&A6 Stellt auf den Hayes-Befehlssatz um.
CRI Das Modem wählt eine Nummer und sendet eine Identifizierung.
CRN Das Modem wählt eine Nummer.
CRS Das Modem wählt eine abgespeicherte Nummer.
DIC Ein ankommender Anruf wird ignoriert.
PRI Mit diesem Kommando wird eine Identifizierung im ID-Speicher des Modems abgelegt.
PRN Mit diesem Befehl wird eine Telefonnummer im Modem abgespeichert.
RLD Dieser Befehl gibt die Nummern aus, die gerade verzögert werden.
RLF Das Modem gibt die Nummern aus, die zwölfmal angewählt wurden, ohne daß eine Verbindung zustande kam.
RLI Dieser Befehl gibt die eigene ID aus.
RLN Das Modem gibt die Liste der eingespeicherten Telefonnummern aus.
Tab 1.8: Die Liste der V.25bis Befehle
Im V.25bis Modus gibt das Modem sehr vielfältige Antworten.
Anwort Beschreibung
CIC Ein ankommender Anruf wird angenommen und eine Verbindung hergestellt.
CFI Ein Anruf führte zu keinem Ergebnis, zusätzlich wird noch kommentiert, was der Grund war:
AB Kein Wählton.
CB Keine Amtsleitung.
ET Besetzt.
FC Die gewählte Nummer ist verzögert.
NS Eine Nummer aus einem leeren. Nummernspeicher wurde gewählt.
NT Die Wahl wurde abgebrochen.
RT Gegenstelle antwortet nicht.
CNX Eine Verbindung wurde aufgebaut.
INC Das Modem "klingelt".
Tab 1.9: Die V.25bis Modemantworten.
In diesem Kapitel hat der Anwender einen Einblick in die Funktionsweise eines Modems bekommen, wie es angesteuert wird und mit welchen Befehlen er was bewirken kann. Die Installation von einem internen wie externen Modem wurde an einem Beispiel vorgenommen. Die Probleme die dabei auftauchen könnten, wurden ebenso behandelt wie die nötigen Grundlagen in der Rechnerorganisation.
Das ISDN-Netz der Telekom, mit seinen vielfältigen Merkmalen, war ebenso Bestandteil dieses Kapitels. Der Anwender wird nun im nächsten Kapitel die Möglichkeit erhalten, mit seinem Modem zum erstenmal etwas praktisch anzufangen!
Nach all der grauen Theorie, soll nun das Modem auch benutzt werden. Das Modem ist schließlich dazu da, Verbindungen aufzubauen und selbst große Distanzen zu überbrücken, um Informationen zu holen und zu senden.
Wie ein Modem eine Verbindung aufbaut, ist aus dem letzten Kapitel bekannt, obwohl hier nochmals eine kleine Hilfe gegeben wird. Doch im Mittelpunkt steht nun der Verbindungsaufbau zu fremden Computern, das Dateien übertragen und Nachrichten schreiben. Außerdem wird erklärt, wie mit einem Modem gefaxt wird, wie ein Modem in ein Netzwerk eingebaut werden kann, ja selbst wie über das Modem mit einem Partner ein Videospiel zu spielen ist. Viele Informationen sind teilweise allgemein gehalten, da die Realität sehr vielfältig ist. Das heißt aber nicht, daß praktische Übungen ausbleiben.
Das Modem ruft sehr oft bei Computern an, die von Menschen unbeaufsichtigt sind. Diese Computer haben eine Bedieneroberfläche, die vom Betreiber frei gestaltet werden kann. Der simpelste Fall eines unbeaufsichtigten Computers mit Modem, ist die Mailbox.
Die vielen anderen Anwendungsgebiete wie Faxen, Spielen oder Modems im Netzwerk, die erst ein Kapitel später behandelt werden, sind vom Prinzip dem folgenden sehr ähnlich. Je nach Art der Anwendung sind Englischkentnisse vorteilhaft.
Eine Mailbox (engl.: Briefkasten) ist optisch nichts weiter, als eine der üblichen Computerkisten mit Modem. Im amerikanischen Sprachraum wird eine Mailbox auch oft BBS genannt, was für Bulletin Board System steht (ein System der Schwarzen Bretter). Auf diesem Rechner läuft ein spezielles Mailboxprogramm, welches Anrufe entgegen nimmt und selbst welche ausführen kann. Es führt den Anrufer, nach seiner Identifizierung, auf ein Menüsystem und ermöglicht ihm darüber verschiedene Aktionen. Dieses Menüsystem ist das einzige, was der Benutzer auf seinem Terminalprogramm sieht. Über die Mailbox kann der Benutzer, anderen Benutzern eine Nachricht schreiben und Programme holen. Die Kontaktaufnahme funktioniert so:
q
Mit dem Terminalprogramm wird die Nummer der Mailbox gewählt. Das Modem stellt die Verbindung her.q
Die Mailbox fordert den Anrufer auf, sich zu identifizieren. Nach erfolgreicher Identifikation, schaltet die Mailbox den Anrufer zu dem Menüsystem durch. Bei mehrmaliger erfolgloser Identifikation, wird die Verbindung getrennt.q
Im Menüsystem lassen sich verschiedene Aktionen durchführen, bis der Benutzer die Verbindung durch einen Menüpunkt, selbst beendet.Doch damit die Mailbox die Menüs auch richtig formatiert, auf dem heimischen PC anzeigen kann, muß dieser gewisse Darstellungsnormen erfüllen.
Eine Terminal-Emulation ermöglicht es dem Computer, Daten die von der Mailbox kommen, übersichtlich auf dem PC darzustellen. Durch eine Terminal-Emulation kann dem Text eine gewisse Farbe gegeben, oder die Buchstaben an einer beliebigen Stelle des Bildschirms plaziert werden. Die Schrift kann z. B. "blinkend" oder "negativ" Attribute haben. Dies sind sehr wichtige Werkzeuge, wenn ein übersichtliches und verständliches Menü, vom Betreiber gestaltet werden soll. Die Terminal-Emulation ist also eine Art Konverter, der auf dem heimischen PC die Daten der Mailbox so darstellt, als würde der Nutzer an der Systemkonsole beim Betreiber Zuhause sitzen. Dies ist auch so geplant gewesen, da die ersten Terminal-Emulationen für Großrechner entwickelt wurden, die von mehreren angeschlossenen Stationen bedient werden konnten. Diese Stationen hatten nicht, wie der heutige PC, selber viel Speicherkapazität, Drucker etc., sondern bestanden nur aus Tastatur und einem Bildschirm. Diese Stationen (Terminals genannt) konnten dann über weite Strecken den Großrechner bedienen. Damit die Nutzer die Anwenderprogramme einigermaßen komfortabel nutzen konnten, wurden Verfahren entwickelt, um auch die Terminals per Software so aussehen zu lassen, als würde der Benutzer vor Ort sitzen.
Heutige PC-Programme bedienen sich dieser Errungenschaften, und emulieren die Terminals von damals (und heute). Daher kommt auch der Name Terminal-Emulation. Die PC-Programme die soetwas können, nennen sich ja auch Terminalprogramme. Um diese Emulationen zu nutzen, muß die Mailbox die Daten mit zusätzlicher Information senden, damit ein Terminalprogramm (wie das von Windows) die Texte oder Menüs auch entsprechend aufbereiten kann.
Zu diesem Zweck werden mit den eigentlichen Daten noch Steuercodes übertragen. Diese bleiben dem Benutzer verborgen, aber eine Terminal-Emulation eines Terminalprogrammes kann diese interpretieren. Ein Steuercode würde im Klartext so aussehen: "Male den Buchstaben "A" in gelb blinkender Schrift in die Mitte des Bildschirms". Der Computer sendet nun nicht diese lange Anweisung zum Terminalprogramm, sondern bedient sich eines Kürzels, das diese Bedeutung hat. Dieses Kürzel ist ein Steuercode (oder Befehl), der beim Terminalprogramm die entsprechende Reaktion auslöst. Damit dieses Zusammenspiel aber auch klappt, müssen beide Seiten wissen, welches Terminal emuliert werden soll. Geschieht dies nicht, sieht der Benutzer unter Umständen nur wirren Zeichensalat auf seinem Bildschirm. Für eine klare Darstellung verfügt der Empfänger, genau wie der Sender über eine Befehlsliste, wo den einzelnen Steuercodes die entsprechende Bedeutung zugeordnet ist. Erkennt ein Terminalprogramm einen Steuercode, sieht es in der Befehlstabelle der eingestellten Emulation nach und verfärbt, plaziert oder verändert den Text in der gewünschten Form.

Abb 2.1: Beispiel einer Grafik auf einem Terminal
Auch bei den Terminal-Emulationen, die meistens nur Text orientiert sind, ist die Entwicklung nicht stehengeblieben, inzwischen gibt es viele unterschiedliche Typen:
Emulation Bedeutung
TTY Es wird nur Text, ohne Steuerinformationen übertragen.
VT-52 Altes Terminal, wird nur noch von einigen Großrechnern benutzt.
VT-100 Nachfolger von VT-52 für Terminals der Firma DEC, wird noch sehr häufig in der UNIX Welt benutzt.
VT-102/ Neue Variante von VT-100, abwärtskompatibel zu
VT-100.
VT-220 "
ANSI Eine abgewandelte Variante von VT-100, extra auf IBM-PC Computer zugeschnitten. Diese Emulation wird heute noch sehr häufig in Mailboxen verwendet. Steht ANSI im Programm nicht zur Verfügung, kann mit geringen Abstrichen, auf VT-100 ausgewichen werden.
AVATAR Wie ANSI, aber durch bessere Steuercodes schneller im Bildaufbau.
TEK Grafikfähiges Terminal der Firma Tektronix, wird noch von einigen alten Großrechnern verlangt.
RIP Neue grafikfähige Emulation, die in der Version 2.0 auch Audio unterstützt. Wird in einigen Mailboxen verwendet, deren Betreiber viel Zeit haben...
Tab 2.1: Die bekanntesten Terminal-Emulationen
Leider ist das Terminalprogramm von MS-Windows nicht sehr komfortabel und hält nur wenige Emulationen bereit (die auch noch schlecht umgesetzt sind). Unter Windows ist das Terminalprogramm Telix-for-Windows, eines der besten und komfortabelsten. Eine Kopie dieses Shareware-Programmes, finden Sie auf der beigelegten CD-ROM.
Nach der Verbindungsmeldung (CONNECT usw.), erfolgt die Aufforderung zur Identifizierung. Fast alle Mailboxen verlangen eine Identifizierung des Anrufers. Dies ist nötig, da einige Mailboxen kostenpflichtig sind, und nur der zahlende Nutzer (engl.: User) berechtigt ist, Kosten zu verursachen. Andere Mailboxen dürfen aus sicherheits -und datenschutzrechtlichen Gründen, nur autorisierten Personen Zugriff gewähren. Diese gesamte Prozedur nennt sich "Login" oder "Logon". Das Gegenteil davon, daß beenden der Verbindung, nennt sich "Logout" oder "Logoff", man spricht von dem ausloggen.
Die Login-Prozedur ist bei jedem Anruf fällig. Wer öfter in Mailboxen oder anderen Diensten stöbert, wird dieser Prozedur bald überdrüssig. Um die Identifizierung zu automatisieren, können dem Terminalprogram Befehlsfolgen eingegeben werden, damit es sich selber einloggt. Diese Befehlsfolgen werden zu einem Login-Datei zusammengefaßt. Im Jargon, heißt so eine Datei auch Login-Script. Wenn das Modem nun eine Verbindung hergestellt hat, wird automatisch dieses Login-Script abgearbeitet. Nach Beendigung des Scriptes, ist der Benutzer in der Mailbox angelangt. Einige Terminalprogramme haben zum Erstellen dieser Scripte einen Lernen-Modus. Die Vebindung zur Mailbox wird auf gewohnte Art hergestellt. Nach der Verbindungsmeldung, wird dieser Lernen-Modus aktiviert und der Nutzer loggt sich ein. Dann wird der Lernen-Modus abgeschaltet. Wenn alles geklappt hat, befindet sich nun auf der Festplatte eine Script-Datei, die Ihnen beim nächstenmal die Login-Prozedur abnimmt. Ein paar Terminalprogramme haben noch die IEMSI-Funktion (Interactive Electronic Mail Standard Information). Unterstützt auch die Mailbox die IEMSI-Funktion (z.B. RemoteAccess Systeme), braucht der User kein Script. Das Terminalprogramm loggt sich allein in die Mailbox ein.
Eine Mailbox ist nur eine Art anrufbare Datenbank. Die Art der Informationen die dort gespeichert sind, kann sehr unterschiedlich sein. Es gibt Mailboxen von Privatleuten, von Firmen und Vereinen etc. Manche Mailboxen sind untereinander zu einem weltweiten Netzwerk verbunden (s. Kap. 3).
Wenn die Verbindung zwischen dem Nutzer und der Mailbox hergestellt worden ist, fragt die Mailbox nach einem Namen oder ID-Nummer und nach einem persönlichen Kennwort (dem Password). Wenn die Kombination aus beidem stimmt, öffnet die Mailbox den Zugang. Was passiert aber, wenn noch kein Password vorhanden ist? Viele Mailboxen geben dem neuen Nutzer (engl.: New-User) einen Gast-Zugang, (engl.: Guest-Account), der es dem Interessenten ermöglicht, zumindest einen ersten Eindruck zu gewinnen. Für diesen Gast-Zugang muß sehr oft die eigene Identität offengelegt werden, dann wählt sich der Benutzer oft selber sein Codewort.
Ist der Benutzer in der Mailbox angekommen, wird ihm ein Menü präsentiert, aus dem er verschiedene Aktionen auswählen kann. Er kann sich aus der Programmdatenbank der Mailbox eine Datei aussuchen (etwa ein Spiel) und sie auf seinen Heim-PC laden, oder Nachrichten schreiben. Das wird später noch ausführlicher behandelt.
Die folgenden Beispiele werden aus einer speziellen Mailbox gegeben, aus der des Autors. Dies ist bitte nicht als Werbung zu verstehen! Die ständige Verfügbarkeit und die einfache Bedienung machten es bei der Erstellung des Buches für den Autor einfacher, prägnante Beispiele zu geben. Außerdem ergeben sich mit der eigenen Mailbox weniger medienrechtliche -und Copyright Probleme, als mit fremden Systemen. Trotzdem sollen andere Mailboxen erwähnt werden.

Abb 2.2: Die Anwahl aus dem Windows-Teminal
Eine Login-Prozedur (die Eingaben sind fett gedruckt):
atdt 8175954
FrontDoor 2.20c.mL/CS000110; MultiLine
Press <Esc> twice for RA 2.02+
RA 2.02+ is being loaded.
<Titelbild>
The Node of Legend, Friendship, Loyalty and Courage ! (Ponderosa Cookie :-)
RemoteAccess 2.02+
Dein RICHTIGER Name (Vor -und Zuname) : Klarer Sprudel
Scanning user-file ...
Available languages: 1 ..... English 2 ..... Deutsch 3 ..... Ellinika (Greek)
Select your preferred language: 2
Ich kann den Namen nicht in meiner Benutzerdatenbank finden.
Eingegebener Name :Klarer Sprudel.
Ist der Name korrekt eingegeben ? (J/n)? Ja
Wievile Bildschirmzeilen fuer Ausgaben benutzen ? (10 - 66, 24 ist normal) : 24
Von wo aus rufen Sie an ? Berlin
Bitte Ihre Postanschrift eingeben (3 Zeilen):
1: Schlabbergasse 12
2: 12345 Berlin
3:
Sind Sie (M)aennlich oder (W)eiblich? : M
Bitte die GESPRAECHS - Telefonnummer eingeben (xxxxx-xxxxxxx) :
Nummer:030-1234567
Eingegebene Nummer :030-1234567
Ist das richtig ? (J/n)? Ja
Bitte die DATEN - Telefonnummer eingeben (xxxxx-xxxxxxx) :
Nummer:030-7654321
Eingegebene Nummer :030-7654321
Ist das richtig ? (J/n)? Ja
Bitte ein Pseudonym eingeben : Schlemiel
Bitte Geburtsdatum eingeben : (TT-MM-JJ): 01-04-65
Bitte ein Passwort eingeben (minimal 6eichen ) : ******
Zur Sicherheit bitte nochmals : ******
Sind alle Informationen korrekt eingegeben worden ? (J/n)? Ja
Ich ueberpruefe die Telefonnummern. Einen moment bitte ...
Hallo alle miteinander,
<Begrüßung für Neu-Nutzer>
Pruefe Ihr persoenliches Postfach ...
Es sind keine Nachrichten in Ihrem Postfach.
Hi Leute,
Ein neuer Menuepunkt ist hinzugekommen, unter 'T', damit kann man sich ein paar Angebote der Krypta anschauen und bestellen!
Die zweite Analogline ist da, allerdings nur fuer den Netzbetrieb, keine Mailbox. Tel.: 030 / 8470 90 61 (2:2410/258) 28k8 V.FC/V.34
Die ISDN-Line (mit Mailbox): 030 / 8470 90 59 (X.75)
Dros
An alle Neu-User,
Gebt beim Login bitte Eure Namen OHNE Umlaute ein, benutzt die gueltigen Umschreibungen! Enthaelt der Name Umlaute, kann der Userantrag nicht bearbeitet werden.
Druecke <RETURN>
An die weibliche Neu-User,
es ist im Box-Userantrag bei weiblichen Usern nicht noetig, das Feld Telefon und Adresse auszufuellen. Bitte stattdessen, '-' eingeben. Fuer den schriftlichen Userantrag gilt dies aber nicht.
Den Nutzungsantrag koennt ihr im Hauptmenue downloaden!
Viel Spass.
Dros (sysop Krypta)
Druecke <RETURN>
<usw.>
HAUPTMENUE
(P)rogramme
(E)instellungen (S)tatistik
(B)rief an Sysop
1. Sauge Info ueber Krypta und Fido Usergroup
2. Sauge Volluser- 'ANTRAG.ZIP'
3. Sauge die Liste aller InterNet Newsgroups (Areas)
4. Sauge die Liste aller FIDO-Areas
5. Sauge die Preisliste der Krypta
(!) Logoff (Raus hier)
Waehle (20 min.)
Listing 2.1: Login Mischnitt für Neu-User
Der neue Nutzer hat in einer Mailbox, sehr oft so gut wie keine Bewegungsfreiheit. Er darf nur sehr wenig der Funktionsvielfalt der Mailbox benutzen, und muß vom Systembetreiber (fachlich Sysop von System-Operator, oder Admin von Administrator) erst zu mehr autorisiert werden. Diese Autorisierung ist bei vielen Mailboxen unterteilt in verschiedene Stufen. Bei kostenpflichtigen Mailboxen sind die Autorisierungsstufen (die Accounts oder der Level genannt werden) an den bezahlten Tarif gebunden. Der Benutzer bezahlt bei den Mailboxen für die Nutzung oder Zurverfügungstellung von bestimmten Daten. Dies können Daten völlig unterschiedlicher Natur sein, von Spielen bis zu spartenspeziefischen Informationen (Börsenkurse, Vereinsinfos, etc.). Da Mailboxen von Firmen, Privatleuten, Vereinen oder anderen Körperschaften betrieben werden, sind die Gebühren und auch das Angebot sehr verschieden. Sind die Mailboxen nicht kommerzieller Natur, sind die Gebühren der Nutzer, nur ein Beitrag zu den Kosten des Betreibers. Bei anderen Mailboxen werden unterschiedliche Dienste zum Teil sehr hoch bezahlt.
Wenn der Anspruch, der an eine Mailbox gerichtet wird ungefähr klar ist, sollten immer auch die Preise von anderen Mailboxen eingeholt werden. Die Differenzen sind teilweise sehr groß, für das gleiche Angebot!
Je nach bezahltem Tarif, werden die Möglichkeiten die eine Mailbox dem Benutzer bietet vielfältiger. Optisch ist dies oft daran zu erkennen, unter wievielen Menüpunkten der Anrufer auswählen kann.
Das Hauptmenü einer Mailbox bei der höchsten Tarifstufe (Beispiel):
HAUPTMENUE
(N)achrichtenmenue
(P)rogramme
(E)instellungen (S)tatistik
(C)hatten (A)auslastung der Box
(B)rief an Sysop (I)P-Services
(O)nlinespiele
(K)ommunikation mit anderen Kanaelen
(T)olle Angebote der Krypta (*NEU*)
1. Sauge Info ueber Krypta und Fido Usergroup
2. Sauge Volluser- 'ANTRAG.ZIP'
3. Sauge die Liste aller InterNet Newsgroups (Areas)
4. Sauge die Liste aller FIDO-Areas
5. Sauge die Preisliste der Krypta
(!) Logoff (Raus hier)
Waehle (120 min):
Listing 2.2: Hauptmenü einer Mailbox
Nachdem der Nutzer vom Betreiber die entsprechende Autorisierung erhalten hat, ist das Menü entsprechend gewachsen, oder mehr Punkte anwählbar geworden. Doch was ist damit anzufangen?
Das Wort "Mailbox" heißt ja im englischen "Briefkasten". Briefkästen beinhalten Briefe, die zur Kommunikation dienen. Bei Computer-Mailboxen ist dies genauso, es lassen sich Briefe an andere Benutzer der Mailbox schreiben. Eine Computer-Mailbox wird deswegen in Deutschland auch oft "elektronischer Briefkasten" genannt. Wenn ein Benutzer der Mailbox, einem anderen eine Nachricht schreiben will, wählt er aus dem Menü die entsprechenden Punkte aus, und beginnt zu schreiben. Kommt der Adressat irgendwann einmal in die Mailbox, wird ihm diese neue Nachricht angezeigt. Diese kann er dann löschen, kopieren oder beantworten. Im folgenden wird zwischen persönlichen und öffentlichen Nachrichten unterschieden.
Die Mailbox bietet die Möglichkeit zum Versenden von persönlichen Nachrichten. Dabei ist weniger der Inhalt gemeint, als die Art der Nachricht. Persönliche Nachrichten (Mails genannt) werden von einem Absender, zu einem bestimmten Empfänger gesendet. Nur dieser kann die Nachricht dann auch lesen.
In Mailboxen gibt es oft einen Menüpunkt zum Schreiben von persönlichen Nachrichten. Wird dieser ausgewählt, setzt das Mailboxprogramm den Namen des gegenwärtigen Nutzers (dem Anrufer) als Absender ein und fragt nach dem Empfänger. Im einfachsten Fall wird dann der Name oder das Kürzel des Adressaten erfragt.

Abb 2.3: Die Eingabe des Benutzers
Ruft dann der Empfänger an, wird ihm diese Nachricht angezeigt. Um eine Mail zu schreiben, startet die Mailbox einen Text-Editor, der die entsprechenden Zeilen aufnimmt. Je nachdem welcher Typ von Editor gewählt wurde, kann der Benutzer seine Nachrichten, in einen zeilenorientierten Editor oder in einen Vollbildschirm Editor (Full screen Editor) eingeben. Bei einem zeilenorientierten Editor wird der Text Zeile für Zeile eingegeben und kann auch nur zeilenweise verändert werden. Mit den Cursortasten hin -und hergehen ist nicht möglich.

Abb 2.4: Das Schreiben einer Mail im Zeileneditor
Ein Zeileneditor ist nur für Terminalprogramme gedacht, die keine Terminal-Emulation haben. Ein zeilenorientierter Editor läuft immer, mit jedem Terminalprogramm.
Möchte man dagegen seine Nachrichten etwas komfortabler eingeben, und vielleicht den Text auch etwas formatieren, sollte der Vollbildschirmeditor genommen werden. Dieser Editor ist auch eigentlich das, was sich der normale Anwender unter einem Editor vorstellt. Eine Terminal-Emulation die dies ermöglicht ist z. B. ANSI o. VT-100.

Abb 2.5: Das Schreiben einer Mail im Fullscreeneditor
Die Cursortasten dienen zum verändern des Textes, wie in einer (einfachen) Textverarbeitung. Diese Editoren sind oft kompatibel zu dem alten Programm WordStar (und damit zum Turbo-Pascal Editor). Zum Verlassen kann
SkSd eingegeben werden, oft genügt auch ein E.Neben den privaten Nachrichten, kann der Nutzer auch jedermann zugängliche Artikel schreiben. Hier kommt der Begriff "Bulletin Board System" zum tragen, ein System mit schwarzen Brettern. An schwarze Bretter werden Zettel gehängt, in der Hoffnung das ein vorübergehender Interessent diesen liest. Der Zettel hängt an einem schwarzen Brett für Wohnungsgesuche. Daneben existiert noch ein schwarzes Brett mit dem Thema Autoverkauf, dann noch ein Brett mit Reisemöglichkeiten. Wer nun gerade ein Auto kaufen will, guckt nur an das Auto-Brett, derjenige der verreisen möchte schaut auf das Reisebrett. In einer Mailbox ist dies genauso, dort werden elektronische Zettel, geschrieben wie eine persönliche Mail, in einem elektronischen schwarzen Brett publiziert (gepostet). In der Mailbox existiert eine Liste mit allen Brettern. Der Interessent sucht sich nun ein Brett heraus, das seinen Interessen am meisten entgegen kommt.
Der Begriff "Bretter" wird in manchen Mailboxen nicht verwendet, stattdessen wird von Echos, Newsgroups oder Gruppen gesprochen. Prinzipiell sind diese Bezeichnungen mit den erklärten Brettern zu vergleichen. Warum diese unterschiedlich bezeichnet werden, kommt im nächsten Kapitel.
Wenn der User ein Thema angewählt hat, kann er die Nachrichten der anderen Nutzer lesen, oder selber eine schreiben, die dann von allen gelesen werden kann. Wer möchte kann auch auf Nachrichten, die bereits in der Datenbank sind antworten (ein Reply). Wenn er das öffentlich machen will, kann jeder seine Antwort lesen, aber auch ein private Antwort ist möglich. Je nach Art des Editors kann aus der zu beantwortenden Nachricht sogar Text automatisch zitiert werden (ein Quote). Die Themen (engl.: Topic) der Bretter sind nicht beschränkt, außer Autos, Reisen und Wohnungen gibt es auch Bretter die kulturelles, wissenschaftliches und vieles andere mehr behandeln.

Abb 2.6: Bretterauswahl einer Mailbox
Ist ein Brett ausgewählt, können die Nachrichten darin gelesen werden. Dazu wird nur der Menüpunkt gewählt, der das Lesen ermöglicht. Die Nachrichten können schnell durchgesehen werden, wenn ein Index benutzt wird. Es kann auch jede Nachricht einzeln angezeigt und gelesen werden.

Abb 2.7: Eine Beispielnachricht.
Da aber nur Nachrichten in einem Brett sind, wenn Leute diese auch schreiben, ist jeder angehalten, sein Wissen in solchen Brettern auch zu publizieren.
Die Netiquette regelt den Umgang der Nutzer untereinander. Im allgemeinen gibt es zwei Gebote, die immer beachtet werden sollten:
q
Verärgere niemanden.q
Sei selber nicht schnell verärgert.Wenn in großen Mailboxen, die vielleicht mit anderen Mailboxen im Kontakt stehen, viele hundert Nutzer ihre Nachrichten schreiben, kann es zu Mißverständnissen kommen. Gerade Neulinge machen (naturgemäß) viele Fehler aus Unwissenheit. Um gleich am Anfang einen guten Start zu haben, sollte folgendes beachtet werden:
q
Nachrichten mit privatem Inhalt gehören nicht in öffentliche Bretter, sondern werden als persönliche Mail geschickt.q
Ein Brett wird erst ein paar Tage lang nur gelesen, bevor selber eine Nachricht geschrieben wird.q
Das Thema der Nachricht, sollte möglichst genau zu dem Thema (engl.: Topic) des Brettes passen. Das wird ON-TOPIC genannt, im Gegensatz zu OFF-TOPIC, wenn das Thema nicht paßt.q
Ewige Diskussionen ohne neue Fakten sind unerwünscht, da sie keine neuen Informationen liefern und damit für die Allgemeinheit keinen Wert haben.q
Der zitierte Text aus anderen Nachrichten, sollte deutlich unter der Menge bleiben, die selber geschrieben wurde.Wenn nun aus irgendeinem Grunde ein anderer Nutzer so verärgert ist, daß er sich zu heftigen verbalen (schriftlich) Äußerungen hingezogen fühlt, wird das ein Flame (engl.: Flamme) genannt. Eine Wut-Nachricht also. Ist dann der Adressat oder andere Leser davon wiederum so verärgert, daß er seinerseits ein Flame schreibt, kommt es zum Flame-War (ein Schimpfwort-Krieg). Flames müssen ab und an sein, weil es dem menschlichen Naturell entspricht. Beim Verfassen der beleidigenden Nachricht sollte darauf geachtet werden, das nichts geschrieben wird, was der betreffenden Person nicht auch persönlich in einem Raum, mit anderen fremden Personen, ins Gesicht gesagt werden würde. Ein Flame sollte geschrieben, aber noch nicht abgesendet werden. Dann sollte sich der Autor zehn Minuten lang hinsetzen und nichts tun. Ärgert er sich danach immer noch so sehr, kann er die Mail abspeichern und abschicken. Hauptsache er bereut es später nicht.
Ein großes Problem in der elektronischen Kommunikation liegt darin, daß sich die Gesprächspartner nicht sehen können. Bei einem normalen Gespräch, sagt die Körpersprache sehr viel über den Gesprächspartner aus. Leider fehlt dieser Faktor bei den Nachrichten in Mailboxen völlig. Völlig? Nein! Findige Nutzer haben vor vielen Jahren eine art Code entwickelt, die dem Leser einer Nachricht verdeutlicht, wie sie gemeint ist. Dazu werden Buchstabenkürzel verwendet, oder bestimmte Ansammlungen von Satzzeichen. Satzzeichen wie z. B. ":-)", werden Smilies genannt. Drehen Sie im Geiste mal die Zeichenfolge :-) um 90 Grad nach rechts, schon haben Sie zwei Augen, eine Nase und einen lachenden Mund vor sich. Dieses Smiley (oder Emoticon) wird an Texte oder Sätze gehängt, die ironisch gemeint sind. Wenn etwa in einer Nachricht steht: "Der Hund redet drei Gänse und vier Enten :-)", wissen Sie, daß der Autor nicht mehr ganz richtig tickt. :-)
Diese Smilies gibt es für alle Situationen, z.B. wenn der Verfasser einer Nachricht traurig ist ":-(", oder wenn er ein kleines Mädchen mit nur einer Augenbraue und Bart ist: 8´:-)=
Es gibt sehr viele dieser Smilies in sehr unterschiedlicher Kombination, jeder kann seins erfinden.
Smiley Bedeutung
;-) augenzwinckerndes Smiley
8-) Brillen Smiley
B-) Bat-Man
=B-) Bat-Man mit straeubenden Haaren (bei einem zweideutigen Witz anzuwenden z.B. ;-))
:-)) Mit Doppelkinn, oder eine besondere ironische Unterstreichung
:-] Nach dem Motto: Was solls, ich kann damit nix anfangen aber der Mensch freut sich, wie nach der obligatorischen Krawatte zu Weihnachten!-)
!-) Der Groschen ist gefallen oder soll beim anderen fallen
?-) Keine Ahnung von nix
:-} C'est la vie.
:-)= Mit Bart
:-( traurig
:-) basic smilie
;-) winky smilie
:-( frowning smilie
:-I indifferent smilie
:-> sarcastic smilie
>:-> making a really devilish remark
>;-> winky and devilish combined
(-: user is lefthanded
%-) user has been staring at a green screen for 15 hours strait
:*) user is drunk
8-) user is wearing sunglasses
B-) user wears horn-rimmed glasses
8:-) user is a little girl
:-)-8 user is a big girl
:-#) user has a mustache
#:-) user wears a toupee
# :-( toupee in an updraft
:-C user is a vampire
:-E bucktoothed vampire
:-F bucktoothed vampire with one tooth missing
:-7 user just made a wry statement
:-* user just ate something sour
:'-( user is crying
:'-) user is so happy that she/he is crying
:-O user is screaming
:-# user wears braces
:n) user has a broken nose
:u) user has a broken nose but it is the other way
:-& user is tongue tied
=:-) user is a hosehead
--:-) user is a punk rocker
--:-( real punk rockers don`t smile
:=) user has two noses
+-:-) user it the pope or holds some other religious office
':-) user shaved one of his eyebrows this morning
|-I user is asleep
|-O user is jawning/snoring
:-Q user is a smoker
:-? user smokes a pipe
O-) megatron man on partol ! (or else user is a scuba diver)
O :-) user is an angel
:-P - no comment -
:-S user just made an incoherent statement
:-D user is laughing (at you!)
:-X users lips are sealed
<|-) user is a chinese
<|-( user is a chinese and doesnt like this kind of jokes
:-/ user is sceptical
@-* user is pro-nuclear war
:-o uh oh !!
(8-o it`s Mr. Bill !!
*:O) Bonzo the clown
:-9 user is licking his/her lips
%-9 user is braindead
[:-) user is wearing a walkman
(:I user is an egghead
<:-I user is a dunce
{:-) user is wearing a turban
:-: mutant smile
.-) user only has one eye
,-) dito, but he is winking
X-( user just died
8 :-) user is a wizard
Tab 2.2: Eine Liste der Smilies
Zusätzlich gibt es noch einige Zeichenkombinationen, die mitten im Text oder am Ende von Sätzen benutzt werden. Einerseits haben sie die gleichen Funktionen wie die Smilies, andererseits kürzen sie lästige Phrasen ab.
Kürzel Bedeutung
BTW "By The Way", Übrigens...
CU "See You", Auf Wiedersehen
GRIN Grinsen, wird auch mit <g> abgekürzt.
FAQ Freqently Asked Question, Häufige Fragen die alle in einer Datei stehen.
IMHO "In My Humble Opinion", Meiner bescheidenen Meinung nach.
RTFM "Read The Fucking Manual", Lies die verdammte Anleitung!
ROTFL "Rolling on the floor laughing", Vor Lachen auf dem Boden wälzend.
TIA "Thanks in advance", Danke im voraus.
FYI "For Your Information", Zu Deiner Information.
Tab 2.3: Liste der gängigen Abkürzungen
Erst die Kombination dieser vielen Möglichkeiten, gibt dem Empfänger eine Vorstellung davon, was Sie in ihrer Mail gemeint haben könnten. Trotzdem kann es immer noch zu Mißverständnissen kommen.
Zu 99% wird die persönliche Anrede "Du" benutzt, selbst wenn wildfremde Personen angeschrieben werden.
Bei elektronischen Nachrichten ist die Rechtschreibung und die Grammatik nicht sehr wichtig. Da auch in einigen Brettern in anderen Sprachen geschrieben wird, ist auch in deutschen Brettern Toleranz wichtig. Einige Nutzer kommen nicht aus Deutschland, oder lehnen die Groß -und Kleinschreibung, vielleicht aus ideologischen Gründen ab. Je größer die Mailbox wird, desto mehr Individualisten tummeln sich darin. Bis vor kurzer Zeit war die elektronische Kommunikation, auch nur das Spielfeld von einigen wenigen Freaks, was sich aber zum Glück geändert hat.
Auch wenn die Rechtschreibung und Grammatik beachtet wird, wird der Anfänger feststellen, daß sehr oft die Umlaute "äöü" und das "ß" durch die gültigen Umschreibungen "ae oe ue ss" ersetzt werden. Um es deutlich zu sagen, Umlaute sind verpönt, da sie im Gegensatz zu den anderen Buchstaben nicht von der ASCII-Norm erfaßt werden. Die ASCII-Norm definiert den Zeichensatz, damit Computer verschiedener Bauart Texte austauschen können. Werden Umlaute verwendet, könnte dies auf fremden Computern den Text total entstellen, weil sie nicht korrekt dargestellt werden. Besser, sie werden nicht verwendet!
WIRD EIN TEXT NUR IN GROSSEN BUCHSTABEN GESCHRIEBEN, WIRD DAS VON DEN MEISTEN LESERN ALS BRÜLLEN AUFGEFASST. ABGESEHEN DAVON, WIRD SO EIN TEXT MIT DER ZEIT RECHT SCHWER LESBAR. :-) andere wiederum schreiben immer alles klein. Der Nutzer sollte sich irgendetwas dazwischen angewöhnen.
Obwohl eine Mailbox dem Namen nach für die Verbreitung von Nachrichten zuständig ist, verteilen viele Mailboxen auch Programme. Einige Mailboxen sind leider zu reinen Fileboxen (Datei-Boxen) verkommen. Trotzdem ist die Versorgung der Benutzer mit Programmen ein sehr wichtiger Aspekt, in der heutigen Mailboxlandschaft.
Eine Mailbox kann, je nach Planung, Shareware und PD-Programme (kostenlos kopierbare Software) anbieten, oder auch Updates für kommerzielle Softwarepakete, oder auch gleich copyrightgeschützte Software. Letzteres ist wohl nur bei den Eigentümern des Copyrights zu erwarten. Gerade Firmen geben ihren Kunden durch diese Art von Mailbox, eine für sie kostengünstige Unterstützung. Gleich welche Programme die Mailbox nun anbietet, ist das System wie dies geschieht immer gleich. Genau wie die Prozedur die Dateien zum Anwender zu holen.
Ähnlich wie bei der Nachrichtendatenbank, gibt es auch bei der Programmdatenbank Bretter. Jedes Brett hat ein bestimmtes Thema, doch statt der Nachrichten gibt es hier eben Programme.
In einem Brett für Astronomie befinden sich dann z. B. Programme zur Umlaufbahnbestimmung oder digitale Sternkarten oder Bilder. Jede Datei ist in der Datenbank der Mailbox mit einer Bezeichnung vermerkt.

Abb 2.8: Auswahl an Dateibrettern
Kommt der Benutzer nach einer Weile wieder in das System, zeigt ihm die Mailbox sogar alle neuen Dateien. Der Anwender sucht sich dann die Dateien heraus die er haben möchte, und muß sie dann zu sich transferieren.

Abb 2.9: Liste von Dateien in einem Brett
Wenn sich der Nutzer nun für eine oder mehrere Dateien entschieden hat, muß er sie auf irgendeinem Wege auf seinen PC bekommen.
Der Vorgang, mit dem Dateien von der Mailbox auf den Heim-PC kopiert werden, nennt sich Download. Der Freak nennt dies allerdings "runtersaugen". :-)
Damit sich beim transferieren kein Fehler in die Dateien schleicht, wird ein Übertragunsprotokoll benutzt. Ähnlich wie die Fehlerkorrektur im Modem selber, federt das Übertragungsprotokoll Leitungsstörungen ab. Nachdem der User den Download per Menübefehl aufgerufen hat, wird er noch nach dem Übertragunsprotokoll gefragt. Wenn dieses ausgewählt wurde, muß es noch auf dem Terminalprogramm eingestellt werden. Bei einigen Protokollen muß dann der Transfer nicht mehr gestartet werden (wie ZMODEM), das Terminalprogramm weiß dann selbst wie es die Daten zu empfangen hat.

Abb 2.10: Beispiel Download mit "Telix for Windows"
Das senden von Dateien zur Mailbox nennt sich Upload. Der entsprechende Punkt wird im Menü der Mailbox selektiert, dann schaltet sich das System auf Empfang. Der Nutzer muß dann in seinem Terminalprogramm auf "Senden" gehen und die Datei auf seiner Festplatte selektieren, die übertragen werden soll. Auch hier ist es wichtig, daß das Übertragungsprotokoll vorher festgelegt ist. Ansonsten kommt kein Transfer zustande.
Protokoll Beschreibung
XMODEM Altes Übertragunsprotokoll, nicht mehr gebräuchlich.
XMODEM-1K Wie Xmodem, doch die Daten werden in größeren Kontrollabschnitten übertragen.
YMODEM Das erste Protokoll, das beim Download auch den Namen der Datei überträgt.
YMODEM-1K Eine Mischung aus Xmodem-1K und Ymodem
YMODEM-G Ein Protokoll, das sich auf die Fehlerkorrektur des Modems verläßt und dadurch einen sehr hohen Durchsatz ermöglicht.
ZMODEM Heute sehr gebräuchliches Protokoll, das auch bei unterbrochenem Transfer, an der Bruchstelle weitermacht und außerdem sehr schnell ist. Es erlaubt auch den Transfer von mehreren Programmen "in einem Rutsch".
KERMIT Auf Großrechnern noch geläufiges Protokoll um Dateien zu übertragen und das Modem anzusteuern.
BIMODEM Ein Protokoll das gleichzeitig Up -und Downloaden kann.
JANUS "
HYDRA "
LYNX/ PUMA Protokolle die selber noch die Daten komprimieren. Da oft komprimierte Daten, mit der Onlinekompression der Modems übertragen werden, ist dies nutzlos.
SEALINK/ MODEM7 Ähnliches Protokoll wie Xmodem.
Tab 2.4: Liste der Übertragungsprotokolle
Die Übertragung von Dateien ist eigentlich recht trivial. Allerdings sollte noch bemerkt werden, daß Dateien in Mailboxen oft als Archiv vorliegen. Archive sind komprimierte Zusammenfassungen von mehreren Dateien. Dadurch braucht der Nutzer nur eine Datei zu übertragen, die er bei sich Dekomprimieren muß. Nach der Dekomprimierung hat er wieder die verschiedenen Dateien auf seiner Festplatte.

Abb 2.11: Die Strategie eines Archivprogrammes
Software die eine Kompression von einer oder mehreren Dateien ermöglichen, gibt es als PD oder Shareware. Bekannte Lösungen sind ZIP von PKware, ARJ von Robert K. Jung, LHA von Haruyasu Yoshizaki oder RAR von Eugene Roshal. Ein Sammlung dieser Kompressionsprogramme, finden Sie auf der beigelegten CD. Welches Komressionsprogramm benutzt wurde, ist leicht an den letzten drei Buchstaben des Dateinamens (der Extension) zu erkennen. ZIP-Archive haben die Extension ZIP, bei LHA ist sie entweder auch LHA oder LZH, bei ARJ entsprechend ARJ und bei RAR ebenfalls RAR. DOS-Oberflächen wie der Norton-Commander (ab Version 4.0), können verschiedene Archive auch dekomprimieren, oder selber welche erstellen.
Ein kleines Gimmick sind die Onlinespiele einer Mailbox. Zwar können hier sehr oft nur textbasierende Spiele benutzt werden, doch der Reiz der Onlinespiele ist es, gegen richtige Menschen zu spielen. Einige Onlinespiele werden sogar mit eigenem Steuerprogramm geliefert, so daß doch richtige Grafik mit eingebaut werden kann. Es gibt viele hundert Onlinespiele, allerdings gibt es nur drei Kategorien davon. Die erste Kategorie, ist ein einfaches Onlinespiel, wo der Nutzer nur gegen den Computer spielt. Eigentlich relativ sinnlos, da sich der Nutzer das Spiel dann auch auf den Heim-PC laden kann und die Telefonkosten spart. Diese Spiele werden auch von mehreren Nutzern nacheinander gespielt, so daß es eine Highscoreliste gibt. Die meisten Onlinespiele sind außerdem in englisch. Das meiste Thema solcher Onlinespiele ist eine Art Trivial Pursuit. Aber auch Schach, Tetris oder andere Spiele sind auf diese Weise spielbar.

Abb 2.12 Ein Enterprise Abfragespiel
Die zweite Kategorie fällt in die komplexeren Spiele. Um diese auch voll spielen zu können, wird ein eigenes Terminalprogramm gebraucht. Dieses wird von den Spielen mit angeboten. Diese Terminalprogramme können dann auch Grafik und Töne mit ausgeben, die von der Mailbox mitgesendet werden.
Einige Rollenspiele oder Adventures, nutzen diese Methode. Der Spieler muß sich durch allerlei Gefahren schlagen, Gegner bezwingen und Labyrinthen trotzen. Der Nachteil ist ebenfalls wieder, daß der Nutzer während der Spielzeit ständig mir der Mailbox verbunden sein muß.

Abb 2.13:Das Spiel "Land of Devastation".
Die dritte Variante, ist weit kostengünstiger. Bei Rollenspielen entscheidet sich der Spieler für einen Charakter, oder ein Rasse. Diese Daten werden der Mailbox bei Beginn des Spieles mitgeteilt. Verschiedene andere Mitspieler handeln genauso, schon entsteht eine Spielerrunde.
Der Nutzer hat ein Spielprogramm auf seinem Heim-PC, über welches er seine Person steuern kann und sieht was die anderen Mitspieler machen. Hat der Spieler seinen Zug beendet, generiert das Steuerprogramm eine Datei.
Diese Datei wird beim nächsten Anruf in die Mailbox geschickt. Die anderen Mitspieler verfahren genauso und zu einem festen Zeitpunkt, wertet ein Masterprogramm alle Spielzüge aus. Dann generiert es für jeden Spieler seine Ergebnisse und schreibt diese dann in Dateien, die dann aus der Mailbox wieder geladen werden können.

Abb 2.14: Bildschirmfoto von VGAplanets
Der Spieler kann dann auf seinem lokalen Programm sehen, wie weit ihn sein letzter Zug gebracht hat. Der Vorteil dieser Spiele ist, daß nur eine kleine Datei aus der Mailbox übertragen werden muß. Das Spiel "VGAplanets" ist ein gutes Beispiel für solche Offline-Spiele.
In Mailboxen findet sich oft noch der Menüpunkt "Chat", was im englischen "Schnattern" bedeutet. Mit diesem Punkt kann der Sysop an die Konsole gerufen werden, wenn der Nutzer eine Frage zum System hat. Andere Menüpunkte erlauben dem Nutzer z. B. sein Paßwort oder seine Terminal-Emulation zu verändern, oder sich anzuschauen, zu welcher Uhrzeit die Mailbox welche Auslastung hat. Über diese Information kann sich der Benutzer eine Zeit ausgucken, in der er ohne lange Wartezeiten seinen Zugang bekommt.
Unter bestimmten Umständen ist es wichtig, selber eine Mailbox zu haben. Etwa wer bei Freunden oder Kunden Informationen benötigt, die nur auf seinem Heim-PC sind. Nach Murphys Gesetzen hat man immer genau das nicht dabei, was gerade gebraucht wird. Mit einer eigenen Mailbox kann dem Schicksal aber ein Schnippchen geschlagen werden. Vorausgesetzt, das Modem wurde nicht auch vergessen. In diesem Kapitel wird aber nur die Installation einer temporären Mailbox erklärt. Um eine richtige Mailbox zu kreiern, ist ein eigenes Buch notwendig.
Die hauptsächliche Aufgabe einer kleinen Mailbox ist:
q
einfach installierbar zu sein,q
autorisierten Personen Zugriff zu gewähren,q
Dateien zu senden und zu empfangen undq
mit dem Büro(?) Kontakt aufzunehmen.
In einigen Terminalprogrammen ist zu diesem Zweck ein Hostmodus eingebaut. Dieser Hostmodus stellt das Modem so ein, daß es auf Anrufe reagiert und eine Datenverbindung herstellt. Danach fragt es nach dem Namen des Anrufers und stellt ihn zum Hauptmenü durch. Von dort kann der Nutzer Dateien hoch -und runterladen. Über die Chat-Funktion, kann auch jemand an die Konsole gerufen werden. Einige Terminalprogramme ermöglichen noch Nachrichten zu schreiben. Wenn die Software auch unter Betriebssystemen wie Windows, OS/2 oder UNIX läuft, kann sie im Hintergrund laufen. Der Rechner ist dann nach wie vor für andere Anwendungen zu gebrauchen. Ganz im Gegenteil zu der Telefonleitung. Deswegen ist für die meisten Leute nur eine temporäre Mailbox von Interesse, da diese sich auch wieder abschalten läßt.

Abb 2.15: Hostmodus von "Telix for Windows"
Der Hostmodus von dem Windows (und DOS) Programm "Telix for Windows" ist einerseits sehr einfach zu installieren (er muß nur aufgerufen werden), andererseits ist er auch beliebig erweiterbar. Dies ist bedingt durch die mächtige Programmiersprache, die in Telix eingebaut ist. Die Programmierung ist mehr etwas für Profis, da die Scriptsprache an C angelehnt ist. Andere Programme die einen Hostmodus ermöglichen, finden Sie auf der beigelegten CD-ROM.
Eine Alternative zur Mailbox kann das direkte Übertragen zwischen zwei Terminalprogrammen sein. Wenn zwei Bekannte bloß ein paar Dateien austauschen wollen, ist es unsinnig dies über eine Mailbox oder einen Hostmodus zu machen. Terminalprogramme können außer Dateien empfangen, auch welche senden. Beide Seiten müssen sich vorher einigen, wer beim Modem den Antwortton auslöst und wer die Verbindung herstellt. Wenn beide das Terminalprogramm gestartet haben und das Modem initialisiert ist, gibt die eine Seite "ATA
Ü" ein. Hört der andere Nutzer die Töne des Modems, gibt er "ATX3DÜ" ein. Das Modem meldet dann die Verbindung mit "CONNECT <Geschwindigkeit>". Beide Seiten können sich dann über die Tastatur schreiben, allerdings können Sie nicht sehen was Sie selber geschrieben haben. Sie müssen blind tippen. Derjenige der etwas senden möchte, startet dann die Übertragung. Benutzt er ZMODEM als Protokoll, geht die andere Seite automatisch auf Empfang. Wenn alle Dateien übertragen worden sind, kann die Verbindung wieder getrennt werden (engl.: Hang-up). Am Telefon kann dann die Unterhaltung weiter geführt werden.Bei einigen Modems, geht die Verbindung auch sehr komfortabel herzustellen. Diese Modems verfügen über eine "Voice/Data"-Taste. Wenn gerade gesprochen wird (Voice) wird diese Taste gedrückt und das Modem geht in die Leitung und stellt eine Verbindung (Data) her. Allerdings müssen beide Seiten auf diese Taste drücken. Hat ein Modem diese Taste nicht, kann der Betreffende über die obige Prozedur natürlich trotzdem eine Verbindung aufbauen. Ein nochmaliger Druck auf die Taste beendet die Verbindung wieder. Andere Modems wiederum, haben noch zusätzlich zu der Voice/Data-Taste einen weiteren Knopf, mit dem vom Originate zum Answer Modus oder umgekehrt geschaltet werden kann. Im Answer-Modus, sendet das Modem aktiv bestimmte Erkennungstöne, auf die nur ein Modem im Originate-Modus antworten kann.
Mit dem Befehl "ATA" ist ein Modem automatisch im Answer-Modus, mit "ATD" im Originate-Modus. Von zwei Modems die eine Verbindung herstellen wollen, muß immer eins im Answer-Modus sein und das andere im Originate-Modus. Deswegen sollten sich beide Seiten vorher absprechen. Durch diese Tasten wird einem lediglich das eintippen der Befehle erspart. Diese Knöpfe sind zwar nicht notwendig aber sehr praktisch. Mailboxen sind immer im Answer-Modus.
Eine sehr lustige Angelegenheit, ist das Spielen über das Modem mit einem guten Freund und einem guten Spiel. Viele bekannte Spiele erlauben eine Verbindung über ein Modem, zu einem anderen Rechner, wo das gleiche Spiel läuft. Die Spieler können gegeneinander oder miteinander ein Spielziel erreichen. Das Interessante daran ist, daß nicht gegen ein Computer gespielt wird, sondern gegen einen erfindungsreichen Menschen. Außerdem stellt ein gutes Spiel, mit schneller Grafik und flottem Sound eine gute Atmosphäre her, die das Spiel sehr viel interessanter macht. Außerdem entfällt eine Wartezeit, bis neue Spielzüge generiert werden, wie bei einigen Mailboxspielen üblich. Der Nachteil dieser Spielmethode sind wieder die Gesprächsgebühren, die dabei anfallen. Eine permanente Verbindung zum Spielpartner ist erforderlich.
Allerdings halten sich die Kosten bei einem Ortsgespräch, das nach 18 Uhr geführt wird in Grenzen. Eine Stunde kostet dann nach gültigem Telekom-Tarif 1,15 DM.

Abb 2.16: Das Verbindungsmenü von "Heretic".
Die Mehrspielerfunktionen werden von vielen Spielen unterstützt.
Spiel Art des Spiels
Battle Isle 2 Scenery Disk SF-Strategiespiel
Empire Deluxe Klassisches Strategiespiel
Dogfight Flugsimulator
Doom Dungeonspiel
Falcon F-16 Flugsimulator
Flight-Simulator 5.0 Flugsimulator
Heretic Dungeonspiel
The Grandest Fleet Marine Strategiespiel
Dark Legions Fantasy Kampf -und Strategiespiel
Knights of the Sky Strategiespiel
Indycar Racing Auto-Rennsimulator
Rüsselsheim Wirtschafts-
simulation
Wingcommander Armada Weltraum Flugsi-
mulator
und Strategiespiel
Populus Strategiespiel
SSN-21 Seawolf U-Boot Simulation
Tab 2.5: Spiele mit Multiplayermodus über Modem
Allerdings sind die Multispielerfunktionen einiger Spiele nur sehr schlecht entwickelt und fehlerbehaftet. Bei manchem Spielen funktionieren keine Geschwindigkeiten die höher als 2400 Bit/s sind. Andere unterstützten keine Anwahl über das Puls-Verfahren, oder geraten bei der Fehlerkorrektur durcheinander. Leider lassen sich die Probleme nur bei jedem Spiel selber herausfinden, doch wie in der Spielanleitung beschrieben klappt es bei keinem. :-)

Abb 2.17: Modemverbindung im Spiel "Dogfight"
Eine einfache Lösung ist das Herstellen einer Verbindung in einem Terminalprogramm. Diese Verbindung wird dann mit in das Spiel genommen. Das funktioniert recht einfach. Vor der Verbindung einigen sich beide Spieler, wie die Verbindung hergestellt wird. Beide starten das Terminalprogramm und initialisieren das Modem. Ein Spieler gibt nun "AT A" ein. Wenn der andere Spieler die Modemsignale hört, gibt er "AT X3D" ein. Mit "CONNECT <...>" wird die Verbindung bestätigt. Dann wird das Terminalprogramm verlassen und eine eventuelle Rückfrage, ob die Leitung geschlossen werden soll, mit "nein" beantwortet. Das Spiel wird gestartet und im Programm eingestellt, auf welchem COM-Port das Modem hängt. Dann sollte wenn möglich, der Menüpunkt "direkt" oder "Nullmodem" gewählt werden. Das Spiel kann dann begonnen werden.
Wenn das Spiel nur niedrige Übertragunsraten ermöglicht, stellen sie im Terminalprogramm nur bis maximal 9600 Bit/s ein. Mehr wird von MS-DOS standardmäßig nicht unterstützt. Andere Spiele wollen mit "AT &K0" die Fehlerkorrektur ausgeschaltet haben. Sind diese Schwierigkeiten aber erst beseitigt, steht dem Spielspaß nichts mehr im Wege.
Bei MS-DOS waren die Betriebssystemteile, für die seriellen Schnittstellen noch nie sehr zuverlässig. Aus diesem Grunde verfügt fast jedes Programm, welches die seriellen Schnittstellen nutzt, über eigene Unterprogramme (Routinen) die die von MS-DOS ersetzen. Es gibt auch losgelöst von der Anwendersoftware, Programme die allein die serielle Schnittstelle ansteuern können. Diese Art von Programmen wird Treiber genannt. Anwendungsprogramme greifen dann auf diese Treiber zu und damit indirekt auf die Hardware, die dieser Treiber kontrolliert.
Ein verbreiteter Treiber für die seriellen Schnittstellen ist der FOSSIL (Fido Opus Seadog Serial Interface Layer). Der FOSSIL kommt ursprünglich aus dem FidoNet (s. Kap. 3) und ist kein prähistorisches Relikt! Vor Jahren hat es ein paar Programmierer sehr geärgert, daß die seriellen Routinen von MS-DOS so schlecht waren. Aus dieser Not entwickelten sie den FOSSIL, damit ihre Mailboxprogramme besser funktionieren konnten. Heute funktionieren nicht nur Mailboxprogramme mit einem FOSSIL-Treiber, sondern auch viele andere Programme die die seriellen Schnittstellen benutzen.

Abb 2.18: Der X00 FOSSIL
Der Vorteil eines FOSSIL-Treibers besteht darin, daß er sich auf fast jede beliebige Hardware einstellen kann. Egal ob es eine normale Schnittstelle ist, oder eine Spezialkarte. Kann ein FOSSIL Treiber diese Karte ansteuern, kann auch jede Software die einen FOSSIL-Treiber unterstützt damit umgehen!
Der FOSSIL-Treiber muß vor der Anwendungssoftware geladen werden.
Für Profis
: Dieses Prinzip ist sehr ähnlich dem TWAIN-Modell für Scanner oder dem CAPI-Treiber für ISDN Hardware (s. Kap. 1). Der Netfos ermöglicht z.B. Modems in einem Netzwerk anzusprechen (s. nächstes Kapitel).Ein FOSSIL-Treiber kann die Schnittstellengeschwindigkeit konstant halten und einen FIFO ansteuern. Es gibt auch FOSSIL-Treiber die auf anderen ähnlichen Treibern aufsetzten. Für ISDN-Karten, die mit einem CAPI-Treiber geliefert werden, gibt es auch einen FOSSIL. Dadurch kann jede ISDN-Karte, von einem FOSSIL-kompatiblen Terminalprogramm, wie ein Modem benutzt werden. Auch für OS/2 gibt es einen FOSSIL. Auf der CD-ROM sind mehrere der bekanntesten FOSSIL-Treiber enthalten (u.a. auch der für den CAPI).
Wer selber über mehrere Computer in einem Netzwerk verfügt, der möchte vielleicht die Modems so einsetzten, daß sie von allen Stationen (Clients) aus dem Netz benutzt werden. Um ein Modem in ein Netz einzubauen, gibt es sehr teure Software einiger Netzwerk-Hersteller. Novell oder Artisoft bieten eigene Lösungen an, doch leider haben diese Programme, teilweise Kompatibilitätsprobleme mit manchen Softwarepaketen.
Dieses Unterkapitel wird nur für Leute sofort zu verstehen sein, die bereits etwas Netzewerkerfahrung haben.
Auf den Rechnern die über die Modems verfügen, wird ein Steuerungsprogramm installiert. Einerseits kann dies ein TSR-Programm sein, für Systeme die unter MS-DOS laufen, andererseits ein NLM-Modul für Novell Systeme. Dieses Steuerungsprogramm überprüft dann, ob bei einem Zugriff ein Modem frei ist. Ist ein Modem frei, werden die ankommenden Daten zum Modem geschickt. Empfängt das Modem Daten von der Gegenstelle, werden diese in einen entsprechenden Netzwerk-Rahmen gesetzt und durch das Kabel zur Station gesandt, die momentan das Modem selektiert hat.
Versucht eine Station ein Modem zu selektieren, welches schon eine andere Station benutzt, bekommt diese eine Fehlermeldung. Ist das Modem wieder verfügbar, können es auch wieder andere Stationen nutzen. Weil pro Server mehrere Modems angeschlossen werden können, muß die Station ein bestimmtes Gerät für seine Arbeit angeben. Wird kein spezielles Gerät gewünscht (etwa ein ISDN-Modem), kann das Steuerprogramm einfach der Station, das nächste frei Modem zuweisen.
Normale Anwendersoftware ist sehr oft nicht dafür ausgelegt, ein Modem über ein Netz anzusteuern. Deswegen müssen diesen Programmen lokale Modems vorgetäuscht werden. Zu diesem Zweck gehört zum Modemprogramm auf dem Server noch ein Programm auf der Station, welches ein lokales Modem emuliert. Greift dann ein Anwendungsprogramm z. B. auf COM4 zu, wird geprüft, ob auf dem Server ein Modem frei ist, um dann die Daten automatisch zum Server zu senden. Auf dem PC wird also ein COM-Port emuliert. Es ist einfacher, wenn der COM-Port der emuliert wird, nicht wirklich hardwaremäßig vorhanden ist.
Auf der Clientseite übernimmt ein FOSSIL-Treiber die Kontrolle über den Datenaustausch mit dem Server. Dieser FOSSIL-Treiber wird von vielen Programmen schon unterstützt. Auch unter Windows gibt es einige Programme, die schon Daten mit einem FOSSIL austauschen können (z. B. Telix for Windows). Doch was ist zu tun, wenn die Fax-Software keinen FOSSIL unterstützt? Unter Windows ist es nicht weiter problematisch, da bei einigen Programmpaketen ein extra Treiber für Windows mitgeliefert wird. Durch diesen Treiber "merkt" Windows gar nicht, daß es auf ein Netzwerkmodem zugreift. Das Netzwerkmodem an COM4 ist für Windows lokal!
Bestimmte Software erlaubt es auch, daß zum Ansteuern des COM-Ports die Unterprogramme von MS-DOS benutzt werden (auch wenn Windows läuft) können. Meistens kann dies im Setup-Menü des betreffenden Programmes dadurch erkannt werden, daß für den COM-Port eine "Int-14" oder "BIOS" Auswahl zur Verfügung steht. Bei einiger Fax-Software ist dies leider der einzige Weg. Leider ist die BIOS Variante nicht sehr schnell und nicht für hohe Übertragunsraten geeignet, doch für Faxoperationen allemal ausreichend.
Reißen alle Stricke und nichts funktioniert, muß ein anderes Programm gefunden, oder ein lokales Modem benutzt werden.
Für OS/2 gibt es auch schon Lösungen, die sich als COM-Treiber im Setup des Betriebssystems verankern können, und dadurch dem Computer einen nichtexistenten COM-Port vorgaukeln. Das Netzwerkprotokoll sollte aber IPX oder NetBIOS sein.
Aus dem Sharewarebereich kommt ein gutes Programm (das auch auf der CD-ROM zu finden ist), welches Modems in Netzwerke, auf Basis von IPX oder NetBios-Protokoll, einbinden kann. Das Programm Stomper der Pflug Datentechnik, kann auf Peer-to-Peer als auch auf dedicated Servern benutzt werden. Wird das Steuerungsprogramm auf einem Server installiert, kann es sogar in einem sogenannten "Cooperative-Mode" betrieben werden. Dieser Modus erlaubt es, das Modem vom Server aus lokal weiter zu benutzen. Einerseits kann es der Allgemeinheit zur Verfügung gestellt werden, andererseits geht es dem Nutzer nicht verloren. Besonders bei Peer-to-Peer Netzen (wie Personal Netware oder LANtastic), ist dies sehr erfreulich. Selbst Mailboxen können mit dieser Option betrieben werden. Wird das Modem lokal gebraucht, bekommt der Nutzer der es anfordern will, eine Wartemeldung. Das Steuerungsprogramm des Stompers, kann seinerseits auch auf einen FOSSIL-Treiber aufsetzen, was es auch ermöglicht ISDN-Karten mit in das Netz zu bringen.

Abb 2.19: Der Stomper mit WinFax
Auf der Anwenderseite wird der "Stomper Netzwerk-FOSSIL" installiert. Dieser Netzwerk-FOSSIL Treiber ermöglicht außerdem noch eine Int-14 Emulation, um selbst hartnäckige Anwendungsprogramme zur Kooperation zu bewegen. Für Windows gibt es einen Treiber, der es sehr vielen Windows-Programmen ermöglicht auf ein Netzwerkmodem zuzugreifen.
Eine sehr sinnvolle Funktion des Modems ist das Faxen. Einerseits ist es sehr schnell und kostengünstig, andererseits werden Faxe im Allgemeinen von Firmen schneller beantwortet als Briefe. Nicht zuletzt sind Faxgeräte auch sehr billig geworden. Durch den Boom im Faxen, haben sich viele Informationsdatenbanken und Faxclubs (s. späteres Kapitel) gebildet. Mit einem Faxmodem können Faxe gesendet, empfangen, und Datenbanken empfangen werden. Werden Faxe empfangen können sie auf richtigem Papier (d. h. kein Thermopapier), mit dem eigenen Drucker ausgegeben werden. Ein großer Vorteil gegenüber den "Billigfaxen", die mit Thermopapier arbeiten welches mit der Zeit verblaßt. Papierfaxe, die ungefähr das gleiche leisten wie ein PC mit Drucker, sind leider noch sehr teuer. Es ergeben sich viele Möglichkeiten mit einem Faxmodem, die in diesem Kapitel behandelt werden.
Dem Faxen an sich, wird noch weiter hinten ein eigenes großes Hauptkapitel gewidmet!
Um die Faxsoftware richtig einstellen zu können, muß erst herausgefunden werden, welche Fax-Class (s. Kap. 1) das Modem hat. Dazu wird in einem Terminalprogramm (z. B. dem TERMINAL von Windows) der Befehl "AT+FCLASS=?
Ü" eingegeben. Das Modem gibt dann eine Reihe von Ziffern zurück. Aus diesen Ziffern kann anhand der folgenden Tabelle ersehen werden, welche Fax-Klasse das Modem hat:Ziffer Bedeutung
0 Daten
1 Fax-Class 1
2 Fax-Class 2
2.0 Fax-Class 2.0
6 Zyxel Modem
ERROR Keine Faxoption vorhanden
Tab 2.6: Die Fax-Klassen
Die meisten Modems unterstützten mehrere Fax-Standards. Natürlich kann die Fax-Klasse, auch von der Verpackung des Modems abgelesen werden...:-)
Wer nur mal so ein Fax absenden möchte, und Windows vielleicht nicht habhaft ist (auf Laptops?), der kann unter DOS sehr schnell ein Fax absetzen. Normalerweise wird mit einem Text-Editor (z. B. den EDIT von MS-DOS) eine Datei erstellt, welche dann mit einem Programm gefaxt wird. Viele Hersteller liefern mit ihren Modems gleich Fax-Software für MS-DOS und Windows mit. Deshalb kann hier nur eine Lösung gezeigt werden. Auf der CD-ROM sind einige Sharewareprodukte enthalten, die mit fast jedem Fax-Modem Daten versenden und empfangen können.
Jedes Fax muß noch eine ID-Nummer (üblicherweise Ihre Faxnummer) und einen Namen (normalerweise den Firmennamen) bekommen. Diese beiden Daten werden auf jeder Faxseite ganz oben mitgesendet. Dadurch kann der Empfänger Ihres Faxes den Absender erkennen. Faxprogramme fragen diese Daten immer ab.
Das Shareware-Programm SSFAXER von Simple Simon Software, kann von MS-DOS aus eine Text-Datei, an eine beliebige Nummer faxen. Das Programm erkennt selbständig, welche Fax-Klasse das Modem hat und stellt sich darauf ein. Der Aufruf des Programmes erfolgt durch:
SSFAXER <COM-Port> P o. T <Telefonnummer> <Datei>
ÜBeispiel: SSFAXER 2 P110 C:\SPIELE\NOTRUF.TXT
Vor die Telefonnummer wird noch ein "P" für Pulswahl oder "T" wie Tonwahl eingefügt. Je nachdem was die Telekom einem bietet.
Um Faxe unter DOS empfangen zu können, bietet sich z. B. die mitgelieferte Software an, oder das Sharewareprogramm BGFAX.

Abb 2.20: Die Statusanzeige von BGFAX
Mit einem Editor muß die Konfigurationsdatei von BGFAX angepaßt werden, anschließend wird das Programm mit "BGFAX /HOST
Ü" aufgerufen.Höchstwahrscheinlich wird die mitgelieferte DOS-Software komfortabler sein, doch leider ist das Angebot an Shareware Programmen für Fax auf MS-DOS sehr begrenzt. Um z.B. BGFAX zum laufen zu bekommen, ist schon etwas Erfahrung mit MS-DOS nötig. Fax-Software für Windows, oder anderen grafischen Oberflächen, ist wesentlich einfacher zu bedienen.
Windows bietet eine sehr einfach zu bedienende Oberfläche, um seine Faxe zu senden oder welche zu empfangen. Das Fax-Programm kann z. B. im Hintergrund laufen, der Computer bleibt also frei für andere Aktivitäten. Das Fax wird außerdem als Drucker in Windows installiert. Soll dann ein Dokument aus einer Textverarbeitung gefaxt werden, braucht man nur den Drucker zu wechseln. Wird das Fax als Drucker gewählt, wird Ihr Text auf dem angewählten Faxgerät ausgedruckt. Der Umweg über den normalen Papierausdruck und anschließendes "Wegfaxen" entfällt damit. Durch das direkte Faxen, ist die Qualität des Faxes auch sehr viel besser, weil die Daten vom PC so aufbereitet werden, daß sie besser in das elektronische Raster vom Faxgerät passen. Das Ergebnis ist ein, beim Empfänger gestochen scharfes Fax!
Wenn eine Firma öfter Rundfaxe versenden muß, wäre es sehr aufwendig diese immer durch ein normales Fax zu schicken. Wer einmal alle seine Empfänger eingegeben hat, kann dies mit einem Knopfdruck erledigen. Faxgeräte, die die gleichen Funktionen bieten, sind immer noch recht teuer.
Das Problem bei Computerfaxen ist leider, daß keine Papiervorlagen gefaxt werden können, wenn kein Scanner vorhanden ist. Dies gilt auch für Unterschriften, oder andere handschriftlichen Erzeugnissen.
Mit einigen Programmen können Vorlagen eingescannt werden, die dann entweder in den Text integriert oder gleich versandt werden können.

Abb 2.21: Das einscannen von Bildern unter WinFax.
Um seine Dokumente aus einer Textverarbeitung faxen zu können, muß in Windows ein Fax-Druckertreiber installiert werden. Das ist allerdings sehr einfach, da ein Installationsprogramm diese Aufgabe übernimmt. Auf der CD-ROM zu diesem Buch, ist ein Programm mit dem Namen FAXLINE der Firma GebaCom, welches (in deutsch) dem Benutzer diese Funktionen zur Verfügung stellt. Der Nutzer kann sehr komfortabel sein Modem und den COM-Port einstellen. Den Rest erledigt das Programm.
Das Programm FAXLINE ist eine Demoversion eines kommerziellen Programms. Bei der Installation fragt es eine Seriennummer ab. Bitte geben Sie da die Nummer: GE0000000FL100G ein. Das vorliegende Programm ist keine Raubkopie! Allerdings ist es in seinem Fuktionsumfang etwas eingeschränkt.
Ist das Programm installiert, kann unter dem Menüpunkt "Drucker wechseln" in Ihrer Textverarbeitung, das Faxmodem als Drucker gewählt werden. Danach können Sie wie gewohnt drucken, das Faxprogramm fragt dann nach einer Nummer. Bei FAXLINE müssen Sie dann den Menüpunkt "NEU" anwählen und die Nummer des Zieles eingeben.

Abb 2.22: Das drucken mit FAXLINE aus AmiPro
Bei vielen Faxprogrammen kann auch noch eine Uhrzeit eingegeben werden, wann das Fax versandt werden soll. Wer abends nicht mehr im Büro ist, kann trotzdem seine Faxe versenden und den günstigeren Gesprächstarif nutzen.
An dieser Stelle können bei den meisten Programmen auch mehrere Rezipienten eingegeben werden, damit das Fax auch an mehrere Leute geschickt werden kann. Sind Nummern oder Namen alle eingegeben, gehen einige Programme (z.B. WinFax) in einen Übersichtsmodus, was die nochmalige Kontrolle des Faxes, vor dem versenden erlaubt. Wenn wirklich alles stimmt, geht das Modem an die Leitung und wählt die entsprechende Nummer.

Abb 2.23: Das "Wegfaxen" mit FAXLINE
Um Faxe permanent zu empfangen, können die meisten Faxprogramme auch permanent auf Empfang stehen. Allerdings müssen sie dazu in Windows auch geladen sein. Als kleines Bildchen (Ikone oder Icon) sind sie dann am unteren Bildschirmrand zu sehen und machen bloß bei einem Fax-Empfang auf sich aufmerksam. Ist ein Fax empfangen, liegt es als Grafik vor. Um diese Grafik in einen Text umzuwandeln, wird spezielle Software gebraucht. Bei einigen Faxlösungen (z. B. WinFax) gehört so eine OCR-Software (Optical Character Recognition, engl.: Optische Zeichen Erkennung) zum Lieferumfang. Nach einem empfangenen Fax wird die OCR-Software gestartet und der Text so aufbereitet, daß Sie ihn z. B. in WinWord bearbeiten können.
Wenn die Programme Faxe empfangen, sollten lange Zugriffe auf die Festplatte unterbleiben. Am besten sollte für die Zeit des Faxempfangs, alle Tätigkeit auf dem Rechner ruhen. Leider ist unter Windows die Kooperation zwischen den Programmen nicht so gut. Das ist der Grund, warum einige Programme die Faxübertragung massiv stören können, daß es sogar zu Verbindungsabbrüchen kommen kann!
Zu vielen Faxprogrammen gibt es verschiedene Deckblätter. Deckblätter werden vor dem eigentlichen Fax-Dokument gesendet und enthalten z. B. lustige Grafiken. Über Sinn und Unsinn von Deckblättern ist schon viel diskutiert worden. :-) Da diese aber für den Anwender ebenso elementar sind, wie das Faxen selber, haben die Softwarehersteller die Fax-Treiber mit sehr vielen Deckblättern versehen. Durch die Fülle, hat der Anwender natürlich die Qual der Wahl. Welches Deckblatt verwendet werden soll, fragt das Faxprogramm bei Abfrage der Faxnummer.

Abb 2.24: Ein Deckblatt
Das komerzielle Faxprogramm WinFax der Firma Delrina hat einen großen Funktionsumfang und ist sehr zuverlässig. Beim Kauf eines Modems gibt es dieses Programm, teilweise billiger dazu. Andere Programme erfüllen zwar den gleichen Zweck, doch WinFax für Windows ist auf diesem Gebiet Marktführer.
Bei OS/2 Warp wird beim Bonuspak sogar ein Fax-Programm mitgeliefert, das sich als OS/2 Druckertreiber installieren läßt. Es ist zwar nicht sehr komfortabel, ermöglicht aber die Grundfunktionen des PC-faxens.
Ein wenig anders als das pure Senden oder Empfangen der Faxe, ist das Fax abrufen (auch Fax-Polling genannt). Beim Fax-Abruf wird eine Faxnummer gewählt, aber trotzdem ein Fax empfangen. Also für das Fax-Empfangen wird bezahlt. Über den Fax-Abruf, können Datenbanken leicht angezapft werden. Diese Datenbanken können wichtige Börseninformationen bereithalten, oder auch nur Katzenfutter-Infos. Das Gebiet ist sehr weit gestreut und wird an späterer Stelle ausführlich behandelt. Jetzt wird nur erklärt, wie solche Fax-Datenbanken angezapft werden können.
Mit einem normalen Telefon wird die Nummer einer Fax-Datenbank gewählt (z. B. NAX 08106 / 36 65 55). Dann hört man einige Anweisungen aus dem Telefonhörer, durch die ein Faxdokument in der Datenbank selektiert werden kann. Zum Selektieren muß das Telefon auf Frequenzwahl umgestellt werden, alternativ wird eine Fernabfrage von einem Anrufbeantworters benutzt. Ist das Dokument selektiert, geht die Datenbank in den Sendemodus.
Bereits dann sollte beim eigenen Faxprogramm der Sofortempfang per Menüpunkt ausgelöst werden. Das Fax überträgt dann die ausgewählten Seiten von der Faxdatenbank zu Ihnen. Danach wird die Verbindung getrennt, es sei denn der Hörer wird wieder aufgenommen und eine neues Dokument selektiert.

Abb 2.25: Fax-Abruf unter WinFax.
Einige Fax-Datenbanken, sind nur über Telefonnummern mit der Vorwahl 0190 zu erreichen. Diese Telefonnummern kosten 1,15 DM pro Minute. Bei vielen Faxdokumenten sind viele komplexe Grafiken enthalten, deren Übertragung wirklich ins Geld gehen kann. Dauert einem der Empfang zu lange, kann über "Abbrechen" die Verbindung jederzeit aktiv beendet werden.
Mit einigen Programmen können nicht nur Faxe im Hintergrund empfangen werden, sondern auch Sprache. Bedingung ist aber, daß das Modem auch eine Voice-Option hat (s. Kap. 1). Das Modem erkennt dann selbständig, ob der Anruf von einem Fax oder einem Menschen kommt. Über ein Mikrophon oder das Telefon können Ansagetexte aufgenommen werden, die diese Anrufbeantwortersoftware dann abspielen kann.

Abb 2.26: BALOON Anrufmanager
Das Problem ist aber, daß der PC ständig angeschaltet bleiben muß. Das Sharewareprogramm BALOON von Burghart + Schmidt, ist eine brauchbare Lösung für alle Zyxels oder Class 2 Modems mit Rockwell Chipsatz (z. B. im Creatix).
Um die Sprachfunktion auch nutzen zu können, muß das Modem über ein VoiceKit verfügen. Nur damit ist es möglich mit dem Modem auch Sprache aufzunehmen und abzuspielen. Beherrscht Ihr Modem dies nicht, kann nur die Fax-Option des Programmes benutzt werden.
Viele Hersteller liefern die entsprechende Software allerdings gleich mit.
Wer gerade kein Faxmodem hat, oder an einem Computernetz hängt, welches gar kein Modem besitzt, wird dankbar darüber sein, daß Faxen auch per Mail funktioniert. Einige Mailboxen, Datex-J oder CompuServe bieten spezielle Fax-Server an, denen eine persönliche Nachricht geschickt werden kann. In der Nachricht steht einerseits die Fax-Nummer und andererseits der Text, der gefaxt werden soll. Der Fax-Server empfängt die Nachricht und bearbeitet sie. Dann wird die Nachricht zu der angegeben Nummer geschickt.

Abb 2.27: Fax-Gate einer Mailbox
Der Nachteil dieser Methode ist seine geringe Verfügbarkeit. Nicht viele Systeme bieten den Mail->Faxversand an, zweitens können über diese Kombination keine Faxe empfangen werden, drittens kann keine Grafik mit in den Text eingefügt werden.
Die Nutzung von ISDN bietet sich zuerst wegen der hohen Geschwindigkeiten an. Zwar hat ISDN auch mehr Dienstmerkmale, wie das normale Telefonnetz der Telekom, doch ist dies nicht Thema dieses Buches. Wie ISDN funktioniert, können Sie in Kapitel 1 nachlesen.
Die PC-Software die ISDN-fähig ist, basiert auf dem CAPI-Treiber, der von jedem ISDN-Hardware Hersteller mitgeliefert werden sollte. Auf diesem CAPI kann, ganz nach Prinzip des FOSSIL-Treibers, Software aufsetzen die ISDN nutzen will. Der CAPI Treiber muß sich dazu aber vorher im Speicher befinden.
Entweder setzt die Anwendersoftware direkt auf dem CAPI auf, oder eine andere Softwareschnittstelle benutzt den CAPI. Ein Beispiel ist hierfür der CFOS Fossil-Treiber, der bei ISDN Karten eine Modememulation ermöglicht. Ein weiteres Beispiel ist der ISPA-Treiber, der für InterNet Anwendungen gebraucht wird (s. nächstes Kapitel).
Das wichtigste für einen funktionierenden ISDN Anschluß ist aber, daß die Nummern richtig verteilt wurden. Bei einem Basisanschluß liefert die Telekom drei Telefonnummern mit, die der Anwender unter seinen Geräten verteilen kann. Bei den meisten Geräten wie a/b-Wandlern oder ISDN-Telefonen, kann diese Nummer direkt eingegeben werden. Wird diese Nummer gewählt, klingelt das entsprechende Gerät.
Doch bei Software, die eine ISDN-Karte benutzt, muß diese Nummer teilweise etwas umständlich über eine Liste eingegeben werden.
Um das zu verstehen, sollte erst bekannt sein, das das ISDN der Telekom in den frühen 90iger Jahren, ein anderes System zur Datenübertragung genutzt hat. Dieses Protokoll hieß 1TR6, heute wird DSS1 benutzt und Euro-ISDN genannt. Vom Prinzip hat sich nicht viel geändert. Doch der Teufel steckt im Detail. Beim 1TR6 Protokoll, lieferte die Telekom nur einen Teil der Nummer, die letzte Ziffer konnte der Anwender selber vergeben und seinen Geräten zuordnen. Diese letzte Ziffer wurde Endgeräteauswahlziffer genannt, kurz EAZ. Wie schon erwähnt bekommt heute der Anwender drei unterschiedliche Nummern. Die CAPI Schnittstelle ist aber nur auf dem 1TR6 Protokoll definiert, deshalb "denkt" selbst die modernste Software noch, das sie mit 1TR6 arbeitet (selbst wenn sie Euro-ISDN auf dem Monitor schreibt). Dem CAPI Treiber muß deshalb intern eine Liste eingegeben werden, die die einzelnen Rufnummern einer EAZ zuordnet (engl.: gemapped). Der Anwendersoftware wird dann nur wieder gesagt, auf welche EAZ sie reagieren soll. Damit wird der Anwendersoftware also ein 1TR6 ISDN-Anschluß vorgegaukelt. Genauer bedeutet dies, das Anwendersoftware, die auf den CAPI (version 1.1) aufbaut nur auf die EAZs reagiert, nicht auf die Telefonnummern an sich!
EAZ Rufnummer
0 keine
1 8470 90 59
2 keine
3 keine
4 8470 90 60
5 keine
6 8470 90 61
7 keine
Tab 2.7: Beispiel eines EAZ mappings
Wird nach Tab 2.7 z. B. die Nummer 8470 90 61 angerufen, wird vom CAPI an die Anwendersoftware gemeldet, das die EAZ 6 angewählt wurde. Ist das Programm darauf konfiguriert auf diese EAZ zu hören, nimmt es den Ruf an, wenn nicht wird er ignoriert.
Mit drei Rufnummern lassen sich aber mehr als drei Geräte anschließen. Hier kommt der Begriff der Dienstekompatibilität ins Spiel. Die Dienstekompatibilität besteht zwischen Diensten die auf gleiche Weise funktionieren. Beispielsweise ist ein analoges Fax mit einem analogen Telefon kompatibel, oder eine ISDN-Karte mit einem ISDN-Fax. Eine Nummer kann nun z. B. mit zwei inkompatiblen Diensten belegt werden, wie Telefon und ISDN-Daten. Der Anrufer übermittelt beim anrufen seine Dienstekennung, also ob er telefonieren will, oder per ISDN Daten austauschen. Je nach Dienstekennung klingelt dann entweder das Telefon, wenn der Anrufer auch mit einem Telefon anruft, oder es kommt eine ISDN Datenverbindung zustande, wenn der Anrufer auch ein ISDN-Datengerät (z. B. eine ISDN Karte) benutzt.
Werden Nummern auf Geräte verteilt die kompatibel sind (z. B. eine Nummer auf vier Telefone), klingeln alle Geräte. Das erste Gerät das den Ruf animmt, bekommt das Gespräch.
Dieses Kapitel behandelte die primären Anwendungsgebiete eines Modems. Es wurde erklärt was eine Mailbox ist, wie sie bedient wird und welche Leistungsmerkmale sie bietet. Auf die Unterschiede zwischen den verschiedenen Nachrichtenarten wurde genauso eingegangen, wie auf die Höflichkeitsregeln beim Kommunizieren über eine Mailbox. Das zweite Standbein einer Mailbox ist das bereithalten von Dateien, die auf den eigenen PC kopiert werden können. Zu diesem Zweck gibt es die Übertragungsprotokolle, die einen fehlerfreien Transfer auf den Heim-PC ermöglichen. Damit der Anwender auch selber anderen Menschen Daten zur Verfügung stellen kann, wurde erläutert, mit welchen Mitteln eine eigene kleine Mailbox eingerichtet werden kann.
Bei Computern nur Nachrichten und Dateien runterzuladen, ist auf die Dauer etwas langweilig. Aus diesem Grunde wurde über die Möglichkeit berichtet, bestimmte Spiele auf der Mailbox, oder sogar zwischen zwei Anwender-PCs zu spielen (ohne Mailbox dazwischen). Sogenannte Spiele mit Multiplayer-Funktion. Eine kleine Liste mit Spielen, die das ermöglichen befindet sich ebenfalls in dem betreffenden Unterkapitel.
Um in großen Netzwerken die Modems allen Nutzern zur Vefügung zu stellen, selbst denen die keines an ihrem PC haben, wurde eine Lösung demonstriert. Dieses Unterkapitel ist wahrscheinlich nur für diejenigen klar verständlich, die sich schon etwas in der Netzwerktechnik auskennen.
Das letzte große Unterkapitel beschäftigte sich mit der FAX-Option des Modems. Es wurde die Handhabung und Funktionsweise der Fax-Software unter MS-DOS und Windows (und damit auf allen Plattformen) erklärt. Dieses Kapitel klärte z. B. auch, wie Fax-Datenbanken abgefragt werden können. Das Kapitel Fax wird an späterer Stelle noch ausführlich erläutert werden.
Um dem Leser einen guten Start zu ermöglichen, sind Programme zu den einzelnen Unterkapiteln, aus dem Shareware und PD-Bereich auf der CD-ROM enthalten.
Dieses Kapitel hat also die Verschiedenen primären Anwendungsgebiete von Modems erläutert.
Das Modem ist in erster Linie ein Werkzeug, das der Kommunikation dient.
Die Kommunikation ist das Hauptthema des nächsten großen Kapitels. Es wird um die weltweite Vernetzung von Rechnern gehen, an die der eigene PC ohne große Mühen angeschlossen werden kann.
Erst die weltweite Vernetzung macht die DFÜ zu einem multikulturellen und multimedialen Ereignis.
Vom Wohnzimmer aus...:-)
In der Presse wird vielfach über die Computernetze geschrieben. Doch was sind diese Computernetze, was benutzen die Hacker um die NASA auszuspionieren?
Computernetze sind untereinander verbundene Rechner. Als Verbindung dient eine Telefonleitung oder ähnliches. Durch diese Leitungen kann ein Rechner einem anderen Rechner Daten schicken. Ein Netzwerk zeichnet aus, das jeder Rechner, der an einem Netzwerk hängt, jeden anderen Rechner des gleichen Netzwerkes erreichen kann (und an ihn Daten senden kann).
Ein Computernetzwerk ist mit einer Stadt zu vergleichen. Jeder Rechner ist ein Haus. Die Straßen, in diesem Beispiel die Telefonleitungen, verbinden alle Häuser. Die Menschen sind hier gleichbedeutend mit den Daten. Jedes Haus hat seine eigene Adresse. Möchte ein Mensch von einem Haus A zu einem Haus B, braucht er die Adresse seines Zielortes. Um zu seinem Ziel zu kommen, bedient er sich der Straßen. Durch diese Straßen führt ein (oder mehrere) Weg zu seinem Ziel.
Sehr viel anders ist dies bei Computernetzwerken auch nicht. Jeder Computer hat seine Adresse, dadurch hat auch jeder Nutzer dieses Computers eine Netzwerk-Adresse. Jeder Nutzer eines anderen Rechners im Netzwerk hat auch eine (andere) Adresse (die von dem Computer den er nutzt).
Im Gegensatz zu herkömmlichen Medien wie Fernsehen, Zeitung oder Radio sind die Computernetze bidirektional. Das bedeutet, daß jeder Benutzer gleichzeitig Sender und Empfänger ist. Jedem Menschen steht es frei seine Meinung, unzensiert und ungefiltert vor hunderten, tausenden oder gar Millionen von Menschen zu publizieren. Dies kommt dem Grundrecht des Menschen auf Informationsfreiheit näher, als irgendein schlecht recherchiertes Nachrichtenmagazin im Fernsehen.
Schon während der vorletzten Umweltkonferenz in Brasilien, waren die Benutzer des Computernetzes "InterNet", immer im direkten Kontakt mit den Ereignissen dort. Beim Erdbeben von Kobe, wußten die Nutzer des gleichen Netzes eher von dem Beben als die Zeitungen. Berichterstattungen von Kriegen oder Naturkatastrophen, aber auch von guten Nachrichten, erlangen durch den Bericht von den direkt Betroffenen eine ganz andere Dimension, als durch den (naturgemäß) eingeengten Blickwinkel eines Korrespondenten. Für diese Insiderinformationen wäre so manche Nachrichtenagentur dankbar.
Vielleicht fällt es Außenstehenden ja schwer, die Faszination der Datennetze zu erfassen. Doch dazu dient ja, neben einer gewissen kosmopolitischen Grundeinstellung, auch dieses Buch.
In den Netzen tummeln sich Charaktere, die so vielfältig sind wie die Menschheit selber. Kulturen, Nationalitäten, Religionen und Überzeugungen sind für jeden Bürger zu erleben. Weltumspannende Freundschaften sind keine Seltenheit, der Freak spricht von der "globalen Stadt". Vom Ufologen bis zum Krebsforscher, vom Supermarktkassierer bis zu Hollywoodschauspielern sind alle Facetten unserer Zivilisation vertreten. Einige Ufologen behaupten sogar, das die Außerirdischen schon längst unter uns sind...:-)
Seit es die Computernetze gibt, steht es nicht nur einer elitären Gesellschaft zu, sich umfassend zu informieren. Jeder Bürger hat nun die Möglichkeiten die ganze Welt auszufragen. Dem Atomzeitalter folgt nun das Informationszeitalter, die Ausrede "Wir haben von nichts gewußt..." zählt nicht mehr! Jeder kann alles wissen.
Wie funktioniert so ein Netz aber nun genau? Ein Nutzer stellt mit dem Modem eine Verbindung mit einem Rechner her, der sich in einem Netzwerk befindet. Hat er die Verbindung hergestellt, ist es möglich mit diesem Rechner direkt Daten auszutauschen, oder ihn anzuweisen bestimmte Daten an einen anderen Rechner im Netzwerk weiterzuleiten. Der Rechner der angerufen wird, hat sehr oft den Charakter einer (zuvor beschriebenen) Mailbox. Aus dieser Mailbox können Programme auf den Heim-PC geladen werden, oder es können Nachrichten geschrieben werden. Allerdings haben diese Mailboxen dann noch zusätzlich einen besonderen Teil, der die Netzwerkfunktionen beinhaltet. Diese Funktionen können je nach Netzwerk sehr unterschiedlich sein (darauf wird später noch genauer eingegangen werden). Je nach art des Netzwerks ist die Mailbox auch gestaltet. Einige Systeme bieten Menüs, andere erwarten eine Befehlseingabe, wieder andere brauchen spezielle Terminalprogramme um sie zu bedienen. Vom Prinzip aber ruft der Nutzer immer an der gleichen Stelle, am gleichen Rechner an. Dieser Rechner ermöglicht dann dem Nutzer (engl.: User) den Datenaustausch mit anderen Rechnern aus dem Netzwerk. Was für Daten das sind, hängt auch wieder vom Netzwerk ab. Bei anderen Netzwerken können Dateien, etwa Programme, aus entfernten Rechnern (Server genannt) auf den Heim -PC kopiert werden. Wohlgemerkt, der Nutzer ruft nur bei einem Rechner an (möglichst zum Ortstarif)!
In allen Netzwerken können Nachrichten bzw. Mitteilungen an Benutzer anderer Rechner geschickt werden.
Eine Nachricht besteht aus einem Empfänger und einem Absender, außerdem noch eine "Subject-Line" (engl.: Betreff-Zeile), die eine Art Überschrift oder Themazusammenfassung der Nachricht ist.
Absender : Alexandros Gougousoudis @ (Krypta.UUCP, Berlin)
Empfaenger : Kai Schaeffer @ (Krypta.UUCP, Berlin)
Betreff : Kino heute abend
Datum : Do 25.05.95, 21:20
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Hallo Kai,
Du meintest am 25.05.95 um 20:28 zum Thema "Kino heute abend":
> Kommst Du heute mit ins Kino?
> Wir wollen uns den neuen Film ansehen...
Ne geht nicht, muß am Buch schreiben !-)
Komm zum Griechen
Mr. Dros
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Alexandros Gougousoudis´ Signature
FidoNet: 2:2410/208.1
InterNet: ag@krypta.aball.de
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Listing 3.1: Eine Beispielnachricht
Zum Schreiben der Nachrichten wird meist ein Mail-Editor (ein Schreibprogramm) benutzt. Der Absender wird automatisch erzeugt, doch der Anwender muß Adresse und Betreff einfügen.
Private Nachrichten gehen von einem Punkt zu einem anderen, sie können nicht von Dritten gelesen werden.
Allerdings sollten nicht zu persönliche Daten übermittelt werden, da auch persönliche Nachrichten ausgespäht werden können!
Wer also z. B. einen Cousin in Canada hat, kann ihm aus Hamburg einen elektronischen Brief schreiben (eine Mail) oder welche empfangen. Die Bedingung ist aber, daß die elektronische Adresse seines Briefkastens bekannt ist. Es spielt sehr oft nicht mal eine Rolle, in welchem Netzwerk der Empfänger sich befindet.
Eine Antwort auf eine empfangene Nachricht wird als Reply (engl.: Antwort) bezeichnet. Bei einem Reply kann die vorhergehende Nachricht zitiert (Quote) werden (s. Listing 3.1). Teile der Nachricht die empfangen wurde, werden an jedem Zeilenanfang mit einem ">"-Zeichen versehen. Der Empfänger des Replies (also der Schreiber der Ursprungsmail) weiß dann besser worüber geschrieben wird. Unübersichtlich wird es nur, wenn ein Quote auf einen Quote, auf einen Quote folgt. Zitate sollten aber kurz und prägnant gehalten werden!
An das Ende einer Nachricht wird gerne noch eine vom Anwender frei definierbare Datei gehängt. Diese Datei, die Signature genannt wird, enthält zusätzlich Daten über den Autor der Nachricht, wie Adresse Faxnummer und ähnliches. Die Signature sollte die Länge von vier Zeilen nicht überschreiten.
Wir die gleiche Mail an mehrere Empfänger gesendet, spricht man von einer Carbon-Copy (engl.: Blaupause), kurz CC genannt. Dies ist z. B. nützlich, wenn viele Leute von einem Ereignis erfahren sollen (z. B. der Ort eines Treffens).
Wird eine empfangene Nachricht an einen anderen Rezipienten weitergeleitet, ist dies ein Forward (eine Weiterleitung). Forwards werden z. B. benutzt, um eine Information auch jemand anderem interessierten zusenden zu können.
Werden sehr viele (ab ca. 30) Nachrichten gleichen Inhalts in das Netz gegeben, wird von einem Bombing Run gesprochen. Da jede Nachricht von den Systemen die an der Weiterleitung beteiligt sind, einzeln bearbeitet werden müssen, stellen sie eine große Belastung für so manches Netz dar. Deswegen sind Bombing Runs streng verpönt und können zum Netzausschluß (der Excommunication) des Verursachers führen.
Wie auch schon in Kapitel 2 erwähnt, gibt es noch die Möglichkeit des Schreibens von öffentlichen Nachrichten. Kurz wiederholt, werden öffentliche Nachrichten (genannt Artikel) in sogenannten Brettern geschrieben. Jedes Brett hat einen Hauptthema (Topic genannt), z. B. Autos, Reisen, etc. Die Nachrichten die in diesem Brett geschrieben werden, sollten sich ungefähr an dem Hauptthema ausrichten. Jeder Nutzer der sich ebenfalls für ein bestimmtes Thema interessiert, wählt sich dieses Brett aus und liest die darin enthaltenen Nachrichten. Jeder Nutzer der in ein Brett schreibt, wird von anderen Nutzern, die dieses Brett abonniert haben, gelesen. Je nach Art und Verbreitung des Brettes können dies ein paar Millionen Personen sein (oder auch nur ein paar einzelne Figuren).
Wenn in einem Brett eine Diskussion im Gange ist, ist es teilweise nicht so einfach den Nachrichten chronologisch zu folgen. Es bleibt also unklar welche Nachricht auf welche folgte. Zu diesem Zwecke bietet die meiste Mail-Software eine Funktion an, die sich Bezugsverkettung (engl.: Reply-Chain) nennt. Mit den Funktionstasten lassen sich dann alle Nachrichten eines Threads verfolgen. Einen Thread bilden mehrere Nachrichten des gleichen Betreffs (engl.: Subjects).
Bei einigen Brettern gibt es vom Thema her Überschneidungen, so daß nicht unbedingt klar ist, welches Brett am besten zur Frage paßt. Beispielsweise sucht jemand nach einem Windowstreiber für einen Laserdrucker. Schreibt er die Anfrage nun in ein Windows-Brett, oder lieber in ein Drucker-Brett? Die Antwort, es geht beides. Die meisten Programme erlauben, daß die eigene Nachricht in mehreren Bretter erscheint. Diese Verfahrensweise nennt sich Crossposting ("Querveröffentlichung").
Die Netze sind oft sehr groß und dementsprechend vielfältig ist das Angebot an Sprachen. Es gibt auch sehr viele deutsche Bretter. Allerdings ist Englisch nach wie vor Verkehrssprache Nummer eins! Wer mit der weiten Welt Verbindung aufnehmen will, sollte sein Englisch auffrischen. Die englische Sprache ist das Bindeglied zwischen allen Netzteilnehmern. Wer sich nur auf seinen nationalen Teil beschränkt, wird nie die wirkliche Vielfalt der Netze erleben können. Allerdings muß Englisch nicht perfekt beherrscht werden. Alle Netzteilnehmer sind sehr um Verständnis bemüht, man muß sich nur trauen zu schreiben. Niemand macht sich durch Fehler lächerlich!
Der Autor dieses Buches war früher in der Schule, in Englisch, nie eine Leuchte. :-) Erst durch die Netze haben sich seine Sprachkenntnisse im Englischen stark verbessert. Heute macht es kaum einen Unterschied welche Sprache er benutzt.
Nutzen auch Sie die Chance, durch die Netze zu lernen! Learning by doing, wie der Amerikaner sagt...
Wie auch schon in Kap. 2 ausführlich beschrieben, gelten beim Schreiben von Nachrichten in den Netzen gewissen Regeln. Der Autor einer Nachricht sollte nie vergessen, daß am anderen Ende der Leitung auch immer ein Mensch sitzt! Außer durch Konsequenzen (z. B. Netzausschluß) durch einige Funktionsträger in den Netzen, reagieren auch viele andere Nutzer auf ein Fehlverhalten. Im Extremfall mit hunderten von privaten Nachrichten an den Verursacher. Netzteilnehmer, die öfter negativ auffallen, werden als Twit bezeichnet. Wer die allgemeinen Regeln der Höflichkeit achtet, wird in den Netzen aber auch nicht so schnell anecken!
Eine Faustregel sollte beherzigt werden:
Schreibe keine Nachricht, die Du nicht selber gerne lesen würdest!
In der deutschen Sprache ergibt sich das Problem der Anrede in Nachrichten. Im Laufe der Jahre hat sich das persönliche "Du" eingebürgert, selbst wenn an wildfremde Personen geschrieben wird. Die meisten Teilnehmer des Netzes würden sich sogar sehr wundern, wenn sie auf einmal "gesiezt" werden würden.
Natürlich gibt es auch da Ausnahmen, z. B. beim Chef oder Professor oder anderen Personen von denen man abhängig ist...:-)
In den Netzen tummeln sich viele tausend Menschen. Jeder ist mehr oder weniger ein Individualist. Kommt ein neuer Nutzer hinzu, werden ihm zwei Arten von Usern besonders auffallen. Die Netsherrifs, die beim kleinsten Fehler sofort anfangen zu mäkeln und die Guardian Angels (engl.: Schutzengel), die auf alle Fragen eines Neulings bis ins kleinste Detail Auskunft geben und ihn belehren (wollen). Beide Arten von Usern sind oft Netz-Dinosaurier (also lange dabei), sie haben schon alles gemacht und alles gesehen und im übrigen gehen ihnen alle Neulinge auf den Keks (zumindest den Netsherrifs). Der neue Nutzer sollte sich von beiden Arten nicht einschüchtern lassen. Netsherrifs haben im Netz nicht mehr Kompetenzen als andere auch, harsche Töne sollten mit Sarkasmus beantwortet werden. Wer einen Guardian Angel trifft, sollte die Chance zur Information nutzten, wenn er die Netzhistorie von der Schöpfung an erklärt haben möchte. :-) Zuguterletzt gibt es noch die Net-Idiots, eine Erklärung erübrigt sich...
In den Netzen schreiben zu 99% Privatleute. Niemand in den Netzen ist gezwungen, Informationen zu geben oder zu schreiben. Ein Netzteilnehmer hat keinerlei Pflicht, auf eine Anfrage zu antworten. Wer sich mit Fragen an die Netzgemeinde wendet, sollte immer auf einen freundlichen Ton achten und ihm wird gerne geholfen werden. Aggressivität, Arroganz oder eine Anspruchshaltung geben dem Verfasser, vor einem großen Publikum, der Lächerlichkeit preis.
Es gilt als sehr grobe Unhöflichkeit, private Nachrichten, ohne Einverständnis des Verfassers, in ein öffentliches Forum weiterzuleiten. Es sei denn, der Verfasser teilt dem Empfänger mit, daß es ihm nichts ausmacht, seine private Nachricht einem größeren Publikum mitzuteilen.
Öffentliche Nachrichten, sollten nicht aus ihrem Zusammenhang gerissen, in anderen Foren verteilt werden. Es sei denn, jedem unbeteiligten Leser, wird der Sinn der Nachricht ohne weiteres Vorwissen deutlich.
Es gibt, zur Verwirrung der Anwender, nicht nur ein Computernetz. Es existieren derer sehr viele. Einige sind nur national, andere haben eine internationale Verbreitung. Die größten Netze werden nun, mit Ihren Stärken und Schwächen, einer kurzen Entstehungsgeschichte und ihrem technischem Aufbau vorgestellt. Einige Netze bieten nur sogenannte Offline-Dienste, d. h. der Anwender muß nur kurz bei seinem Server anrufen und kann den Rest seiner Arbeit erledigen, wenn er nicht mehr verbunden ist. Online-Dienste dagegen erfordern es, daß der Anwender die Zeit die er in den Netzen verbringt, mit seinem Server verbunden bleibt. Was dies im einzelnen bedeutet, wird später erklärt.
Abb 3.1: Die Verbreitung von Computernetzen.
Einige Netzwerke arbeiten gewinnorientiert, andere Netzwerke laufen nur auf Hobbybasis. In nicht-komerziellen Netzen sind z. B. Werbung für kommerzielle Produkte oder Dienstleistungen nicht nur verpönt, sondern auch regelrecht verboten. Wird gegen dieses Verbot mehrmals verstoßen, droht der Verlust des Netzzugangs.
Um genau zu verstehen, was ein Offline-Netz ist, sollte erst einmal ein Online-Netz erklärt werden. Um ein Online-Netz zu bedienen, muß der Anwender ständig mit seinem Server verbunden sein (also Online sein). Er sendet Kommandos an die Mailbox und erwartet die Ausführung auf seinem Bildschirm. Das bedeutet, daß die Mailbox bzw. Server die Daten sofort zu dem Anwender schickt. Wenn z. B. eine Datei von der Mailbox kopiert werden soll (Slang: "gesaugt"), empfängt der Anwender die Daten auch sofort, denn er will die Datei ja gleich haben.
Wenn der Nutzer Nachrichten lesen möchte, die an ihn adressiert sind, gibt er die entsprechenden Kommandos und die Mailbox zeigt ihm die entsprechenden Mails auf dem Schirm an. Wenn nun die Nachricht gelesen wird, hat das Modem ja eigentlich nichts zu tun. Der Anwender liest die Zeilen auf dem Monitor. Das Modem bekommt erst wieder etwas zu tun, wenn eine neue Nachricht angezeigt werden soll. Genau das gleiche trifft zu, wenn Nachrichten aus einem Brett gelesen werden sollen. Bei großen Brettern mit ein paar dutzend Artikeln kann das durcharbeiten Stunden dauern. Zwischen den einzelnen Artikeln hat zumindest das Modem eine Totzeit. Aber trotzdem es nichts zu tun hat, bleibt es mit dem Server verbunden und verursacht Kosten!
Wäre es nicht viel schöner, wenn der Server die entsprechenden persönlichen und öffentlichen Nachrichten für den Nutzer zu einer Datei zusammenkopiert und diese "in einem Rutsch" übertragen wird? Der Anwender kann, nachdem die Datei innerhalb von wenigen Minuten übertragen wurde, die Nachrichten auf seinem Heim-PC lesen und beantworten. Ganz ohne mit der Mailbox verbunden zu sein, also Offline! Mit einer speziellen Software (auch auf der CD-ROM) lassen sich die Nachrichten automatisch übertragen und anschließend bearbeiten. Beim nächsten Anruf zum Server, werden die eigenen Antworten zum Server übertragen und neue Nachrichten (die bis dahin angefallen sind) wieder auf den eigenen Rechner geholt. Das Modem überträgt nur die entsprechenden Dateien und legt dann wieder auf. Die Gebührenersparnis ist enorm, statt einer Stunde Online in der Mailbox, nur noch drei Minuten.
Das Offlineprinzip ist für alle jene interessant, die ständig viele Bretter lesen wollen und regelmäßig am Netzgeschehen teilnehmen. Das Offlineprinzip gilt aber oft nur für den Empfang und das Versenden von Nachrichten. Der Nutzer teilt dem Server mit, welche Bretter er lesen möchte. Der Server sammelt dann alle Nachrichten in den gewählten Brettern und schreibt sie in eine Datei die der Nutzer dann abholt. Diese Verfahrensweise wird Store-and-Forward Prinzip genannt (engl.: speichern und weiterleiten).
Einige Leistungen der Netze sind, technisch bedingt, nur Online verfügbar. Deshalb werden sie Online-Dienste genannt. Dazu zählt z. B. das in der Presse viel zitierte WWW oder Datenbankrecherchen. Das Lesen und Schreiben von privaten und öffentlichen Nachrichten wird z. B. dagegen sehr oft als Offline-Dienst angeboten.
Die meisten Netze unterstützen Online -und Offline Dienste, lassen sich also auf beide Weisen benutzen.
Wie schon geschrieben, besteht der Sinn eines Netzwerkes darin, Informationen schnell von einem Punkt zu einem anderen Punkt zu bringen. Ein Nutzer möchte z. B. aus der Mailbox A einem Nutzer der Mailbox E eine Nachricht schicken (s. Abb 3.2). Die Buchstaben stehen jetzt für die Adressen der Mailboxen. Die Mailbox A kann bei Mailbox F direkt anrufen und die Nachricht absetzen. Das wäre aber auf die Dauer sehr teuer (wenn die Mailbox F im Ausland ist). Bei mehreren hundert Nutzern würden selbst bei Inlandsgebühren die Telefonkosten der Mailboxen schnell steigen. Um dies zu vermeiden gibt es das sogenannte Routing. Eine Nachricht geht eine bestimmte Route, um an ihr Ziel zu kommen. In unserem Beispiel von Mailbox A zu C dann zu D, bis sie schließlich bei F angelangt ist. Mailbox A sendet also immer alle Nachrichten zu Mailbox C, die sendet sie immer zu D usw. Unter den Mailboxen gibt es eine Hierarchie, eine Art Baum. Die Route der Nachricht wäre also in diesem Fall: ACDF.

Abb 3.2: Das Routing von Daten
Damit Nachrichten von einem Punkt zu einem anderen Punkt kommt, müssen sie den entsprechenden Verbindungen des Baumes folgen. Die entsprechenden Knotenpunkte in den Bäumen verteilen die Nachrichten nach ihrem Ziel dann weiter. Wenn ein Nutzer der Mailbox A der Mailbox B schreiben möchte, sendet A die Nachricht zu C. Die Mailbox C "weiß" aber, daß die Nachrichten zu B und nicht zu D gehen kann, da B direkt an C hängt. Also sendet es die Daten dann zu B. Die Route ist dann ACB. Ein Nutzer der Mailbox E möchte einem Nutzer der Mailbox H schreiben. Die Weg heißt also EDFH. Dies wird im übrigen auch Routing-Pfad (engl.: Path) genannt. Knotenpunkte die über dem eigenen, im gleichen Baum liegen, heißen Uplinks. Liegen Knotenpunkte unterhalb des eigenen Knotens, sind dies Downlinks. Nach Abb. 3.2 sind A und B Downlinks von C. C ist der Downlink von D. Es könnte auch gesagt werden, D ist der Uplink von C. Allerdings ist z. B. G kein Downlink von C, sondern von F! G hat schließlich keine direkte Verbindung zu C.
Rechner können nur Downlinks oder Uplinks von Rechnern sein, mit denen sie eine direkte Verbindung haben.
In der Realität sind diese Bäume sehr tief geschachtelt. Das Routing ist also mitunter sehr kompliziert. Der Benutzer muß sich aber darum keine Gedanken machen, jeder Knotenpunkt "weiß" alleine wer sein nächster "Vorgesetzter" ist und welche Systeme eine direkte Verbindung zu ihm haben.
Das FidoNet ist das größte Hobbynetzwerk weltweit. Hobbynetzwerk heißt, daß die Betreiber der einzelnen Systeme nicht für ihre Leistungen bezahlt werden. Das Netz dient nur nicht-komerziellen Interessen. Im FidoNet befinden sich weltweit ca. 37 000 Systeme, davon allein in Europa ca. 15 000. Doch das FidoNet war nicht immer so groß.
Weil der Zugang zum FidoNet recht einfach und billig zu haben ist, können selbst in Osteuropa, Asien, Südamerika oder Afrika FidoNet-Systeme angetroffen werden. Lange bevor diese Regionen durch InterNet erschlossen werden.
Einen Zugang zum FidoNet finden Sie bei jeder FidoNet-Box. Da FidoNet in Deutschland sehr verbreitet ist, werden Sie sicher eine Mailbox in Ihrem Ortstarifbereich finden (Eine Liste ist auf der CD-ROM enthalten). Mit jedem Rechner, kann das FidoNet genutzt werden. Auf der Festplatte sollten 7 MByte bis 10 MByte an freiem Speicher zur Verfügung stehen. Die meisten FidoNet-Systeme unterstützen eine Übertragungsgeschwindigkeit von bis zu 14.400 Bit/s, viele inzwischen auch 28.800 Bit/s. In den meisten Städten sind auch ISDN Möglichkeiten gegeben.
Die Kosten für einen Zugang liegen zwischen DM 0,00 bis DM 10,00 pro Monat pauschal. Billig muß nicht gleich schlecht sein, doch die mittleren Preise für einen Zugang liegen bei DM 5,00 pro Monat, zuzüglich den Telefongebühren.
Das FidoNet ist das älteste Hobbynetzwerk der Welt. In San Francisco hatte es ein Apple Systemprogrammierer satt, ständig Ferngespräche mit einem Freund in Baltimore zu führen. Durch diese und andere Umstände, entwickelte der Programmierer Tom Jennings eine Software die fähig war, persönliche Textnachrichten (Mail) aufzunehmen und an seinen Freund John Madill in Baltimore zu senden. Das System rief direkt bei dem Computer von John an und lieferte die Nachrichten die Tom geschrieben hatte ab. Durch diese ersten Versuche entstand im Mai 1984 das FidoNet. Den Namen bekam das Netz, von Toms Hund.

Abb 3.3: Der Fido-Hund, das Logo des Netzes
Bereits einige Monate später war das Netz auf ein paar Dutzend Server (Im Fido "Nodes" genannt) angewachsen, die sich schon quer über die USA verteilt hatten. Doch noch immer mußte jedes System bei dem System anrufen, an das es eine Mail schicken wollte. Mit der stark steigenden Anzahl von Nodes (Fido-Systeme), verloren sich die Mitglieder aus den Augen. Ab einer gewissen Menge von Leuten, können sich nicht mehr alle kennen. Damit nicht alle Systeme angerufen werden mußten, wurde das Routing im FidoNet eingeführt. Damit das Routing funktionierte, wurde später eine Hierarchie unter den Systemen geschaffen (s. Abb 3.4).
Zur Erinnerung, im FidoNet gab es zu Anfang nur private Nachrichten. Sollten mehrere Leute die gleiche Nachricht erhalten, mußte sie zeitaufwendig dupliziert werden. 1985 wurde erst auf eine Idee von Jeff Rush, das Prinzip der Bretter im FidoNet installiert. Als Organ des FidoNets gilt seit damals die FidoNews (o. FNews). Eine elektronische Zeitung, (in englisch) die jeden Monat, über so ziemlich alles aus der Netzwelt berichtet. :-)
Um die Verwaltung aller Systeme doch noch zu bewerkstelligen, wurde eine Liste geschaffen in der alle aktiven Nodes enthalten ("gelisted") sein mußten. Die Liste wurde von einem Team in St.Louis ständig auf dem neuesten Stand gehalten. Diese Liste existiert auch heute noch, unter dem Namen "Nodelist". Allerdings ist das FidoNet heute zu groß um es von einer zentralen Stelle aus zu verwalten. Die Nodeliste wird inzwischen völlig dezentral organisiert.
Im Oktober 1985 kam FidoNet über Aachen bereits nach Deutschland. Im Verlauf der Jahre haben sich in allen Regionen Europas Fido-Systeme gebildet und alljährlich gibt es Treffen (sogenannte Fido- Conventions) von FidoNet Systembetreibern. Auf den Cons lassen sich manchmal die "alte Hasen" durch das Tragen von Spiegelsonnenbrillen (Mirror-Shades) und Schaumstoff Baseballschlägern erkennen. :-)
Die Entstehung und Entwicklung des FidoNets lief nicht immer ohne Probleme ab. In einigen Ländern (auch in Deutschland) gab es immer wieder Streit in den Netzen, so daß sich das Netz öfter mal in verschiedene Interessengruppen gespalten hat. Durch die vielen Streitereien (engl.: Flamewar) hat Fido den Beinamen "Fight ´O Net" (ein engl. Wortspiel, wo Fido in Fight, engl. für Kämpfen, umgewandelt wurde) bekommen. Doch nach einer Weile haben sich bislang immer wieder alle Teilnehmer "zusammengerauft", um gemeinsam ihrem faszinierenden Hobby nachzugehen.
Heute sind in Deutschland knapp 6000 Systeme, Nodes im FidoNet. An jedem Node sind dann noch Subsysteme und normale Anwender angeschlossen. Die geschätzte Teilnehmerzahl im FidoNet liegt damit bei ca. 5 bis 6 Millionen Menschen weltweit.
Das Grundgerüst im FidoNet bilden die Nodes (engl.: Knoten) genannten Server. Über einen Node kann der Nutzer Anschluß zum FidoNet finden. Der Betreiber eines Nodes hat auf seinem System eine spezielle Software installiert, die den automatischen Nachrichtenaustausch mit anderen FidoNet Systemen ermöglicht, diese Software wird Mailer genannt.
Nodes müssen in der Nacht zu einer bestimmten Zeit erreichbar sein, der ZoneMailHour (kurz ZMH genannt). Das ist die Zeit wo alle FidoNet-Systeme wichtige Nachrichten an andere FidoNet Systeme schicken. Damit die Nachrichten auch ankommen, müssen die entsprechenden Empfänger die Anrufe auch entgegen nehmen können.
Um die Mailer-Software eines Nodes bedienen zu können, wird auf Anwenderseite ein spezielles Programm gebraucht. Damit auch der Anwender ohne Spezialprogramm mit FidoNet Systemen Daten austauschen kann, haben viele Nodes noch eine Mailbox installiert. Die Mailbox, über die der Nutzer Nachrichten gleich auf welche Art (Online / Offline) austauscht, wird der BOSS-Node genannt. Diese Mailbox ist die Schnittstelle zum FidoNet. Über diese Mailbox lassen sich ohne Spezialprogramm Nachrichten schreiben und empfangen, oder auch Dateien übertragen. Wie Sie Nachrichten in einer Mailbox schreiben, oder Dateien übertragen, entnehmen Sie bitte dem Kapitel 2.
Wie in allen Netzen gibt es auch im FidoNet die Möglichkeit, private oder öffentliche Nachrichten zu schreiben. Allerdings ist bei fast jedem Netz das Vokabular (engl.: Glossary) für die gleichen Dienste etwas unterschiedlich.
Im FidoNet nennen sich private Nachrichten, also von einer bestimmten Person an eine bestimmte Person, NetMails. Wird die gleiche NetMail an verschiedene Empfänger gesendet, nennt sich die Carbon-Copy (engl.: Blaupause), kurz CC. In einigen FidoNet Systemen, deren Betreiber (Sysops) schon sehr lange dabei sind, werden NetMails auch noch Matrix-Mails genannt. Der Begriff Matrix-Mails kommt wohl aus der CyberSpace Kultur und bedeutet, das die Nachricht über die Matrix von dutzenden Systemen zum Zielort befördert wird.
Private Nachrichten werden normalerweise von einem System zum nächsten befördert, also geroutet. Allerdings ist diese Methode nicht immer sehr zuverlässig, weil Nachrichten aus irgendeinem Grunde verschwinden können, oder die am Routing beteiligten Systeme mitlesen können. Daher hat der Nutzer die Möglichkeit, seine Nachricht direkt an das Zielsystem zu schicken. Das eigene System ruft dabei das fremde System an und übermittelt die Mail. Der ganze Zwischenweg entfällt dabei. Diese Übermittlungsart wird CrashMail genannt.
Um einem System eine CrashMail schicken zu können, muß sichergestellt sein, das der Node auch bereit ist diese entgegenzunehmen. Der Node muß also Online sein. Ist der Rechner 24 Stunden am Tag erreichbar, heißt er im FidoNet CM-fähig (CM von Continious Mail). Da nicht alle FidoNet Systeme den ganzen Tag Online sind, sind demnach auch nicht alle CM-fähig. Wie der Anwender herausbekommt, ob ein System CM-fähig ist, wird später erklärt. Ist ein Node nicht CM-fähig, können ihm trotzdem CrashMails geschickt werden, wenn bekannt ist, wann dieser Online ist.
Die öffentlichen Bretter werden Echos genannt und die Nachrichten darin sind EchoMails. Der Name eines Echos, der ungefähr Aufschluß über das Thema gibt, wird als EchoTag (sprich: Echo-täk) bezeichnet. Synonym zum Begriff Echo, wird im FidoNet auch der Begriff Area benutzt. Eine Liste aller FidoNet Echos ist im Anhang mit beigefügt.
Das FidoNet ist international, deswegen gibt es Bretter in vielen Sprachen. Die deutschen Echos sind daran zu erkennen, das sie alle auf ".GER" enden, also z. B. "MEDIZIN.GER". Österreichische Bretter enden alle auf ".AUS", auch hier ist die Sprache deutsch. Bei Brettern ohne Endung, wird meistens englisch geschrieben. Der Nutzer sollte sich auch daran halten, weil es Leser aus anderen Nationen gibt, die sich vielleicht dadurch gestört fühlen könnten.
Im FidoNet können Nachrichten vom Ersteller bis zum Zielort mehrere Tage unterwegs sein. Innerhalb Deutschlands sind drei bis vier Tage die Regel. Internationale Verbindungen können teilweise Wochen dauern. Mit der Verbreitung einer Nachricht als EchoMail ist es ähnlich. Bis die eigene Nachricht bei allen angeschlossenen Systemen zu lesen ist, kann in Deutschland bis zu einer Woche vergehen. Die Antwort braucht dann auch noch ihre Zeit. Angemerkt sei, das FidoNet nachwievor ein Hobbynetzwerk ist!
Das FidoNet ist in erster Linie dezentral organisiert. Das bedeutet, daß es keine zentrale Stelle oder Organisation gibt, die das FidoNet verwaltet. Der Aufwand für diese Mengen an Mitgliedern wäre auch viel zu groß. Daher wurde das FidoNet in verschiedene geographische Regionen geteilt. In diesen Regionen haben dann, teils gewählte, teils bestimmte Leute Verwaltungsfunktionen übernommen. Auch diese Verwaltungspositionen gliedern sich in verschiedene Bereiche. Doch zuerst soll die geographische Gliederung des FidoNets vorgestellt werden.
Das FidoNet ist in sechs Zonen unterteilt. Jede Zone entspricht einem Kontinent oder Subkontinent.
Zone Kontinent
1 Nordamerika
2 Europa
3 Australien und Ozeanien
4 Südamerika
5 Afrika
6 Asien
Tab 3.1: Die verschiedenen Zonen vom FidoNet
Jede Zone besteht dann wieder aus verschiedenen Regionen. Eine Region ist oft gleichbedeutend mit einem Land.
Region Land
20 Schweden
21 Norwegen
22 Finnland
23 Dänemark
24 Deutschland
25 Großbritannien
26 Irland
27 Luxemburg
28 Niederlande
29 Belgien
30 Schweiz
31 Österreich
32 Frankreich
33 Italien
34 Spanien
35 Bulgarien
36 Portugal
37 Ungarn
38 AdriaNet
39 Island
40 Israel
41 Griechenland
42 CSFR
43 Türkei
46 Ukraine
47 Litauen
48 Polen
49 Estland
50 Rußland
Tab 3.2: Die Regionen in Europa
In dieser Region gibt es dann verschiedene Netze, die teilweise mit Städten, Landkreisen oder Interessengemeinschaften identisch sind.
Einen Stolperstein gibt es aber noch, die Ziffern der Region und die des Netzes darin, werden zu einer Zahl zusammengefaßt und ebenfalls auch als Netz bezeichnet (s. Abb 3.4).
In diesen Netzen befinden sich dann die eigentlichen Nodes, also die Systeme die der Anwender anruft, um ins FidoNet zu gelangen. Diese Anwender können dann User oder Points eines Nodes sein.
Die letzte Ziffer ist die Pointnummer. Ein Point ist ein Spezialprogramm beim Anwender, das es ihm erlaubt schnell, preisgünstig und übersichtlich die Nachrichten aus dem FidoNet Offline zu bearbeiten (dazu später mehr).

Abb 3.4: Die FidoNet Adresse des Autors in Berlin
Aus diesen Daten gründet sich dann die FidoNet Adresse, die jeden Benutzer des FidoNets weltweit einmalig und erreichbar macht:
Dies Adresse ist sehr logisch aufgebaut. Anhand der Adresse kann der Leser erkennen, woher ein Schreiber von einer Nachricht kommt. Da die FidoNet Adresse aus vier Teilen besteht, wird sie auch ab und an 4d-Adresse genannt. Die 3d-Adressen haben keine Pointnummer und geben damit nur den Node bzw. die Mailbox an. Wird bei einer 4d-Adresse für die Pointnummer eine Null eingesetzt, wird auch damit nur die Mailbox bezeichnet!
Wie schon erwähnt haben im FidoNet verschiedene Leute Verwaltungsposten übernommen. Sie sorgen dafür, daß neue Nodes aufgenommen werden, das der Nachrichtenfluß nicht behindert wird, die Disziplin im Netz gewahrt wird, etc. Diese Leute werden Koordinator genannt. Ihre Aufgaben werden von der FidoNet-Policy (das Fido Gesetzbuch) definiert. Jeder Nutzer des FidoNets sollte zumindest am Anfang mal einen Blick riskieren (die Policy ist auf der CD-ROM enthalten). Von die Koordinatoren (s. Abb. 3.5) gibt es eine ganze Menge. Jede Zone hat einen Zone-Coordinator (ZC), jede Region einen Region-Coordinator (RC) und jedes Netz hat seinen Net-Coordinator (NC). Über allem steht der International-Coordinator (IC). Jeder Koordinator wird meist von der nächst niedrigereren Schicht gewählt, was aber nicht zwingend erforderlich ist. Dem FidoNet wird deshalb oft auch seine "diktatorische" Struktur angelastet. Um die Bürokratie zu perfektionieren, hat jede Stufe noch einen EchoMail-Coordinator. Also einen ZEC (Zone EchoMail-Coordinator), einen REC und einen NEC, die sich nach der Echopol richten (EchoMail Gesetze). Diese sorgen z. B. dafür, daß Bretter in Netzen verfügbar sind, neue Bretter im Netz angemeldet werden etc. Die ganze Coordinator-Riege wird von Fidousern gerne auch lapidar als die "*Cs" bezeichnet. Die letzte Stufe im Netz ist der Node. User oder Points von Nodes zählen theoretisch nicht zum Netz und haben bei netzinternen Entscheidungen kein Mitspracherecht!
Ärgert sich ein Betreiber sehr über einen anderen Netzteilnehmer und dieser reagiert oder bessert sich nicht, besteht die Möglichkeit einen Beschwerdebrief zu schreiben. Einen sogenannten Complaint (engl.: sich beschweren). Dieser Complaint muß einer bestimmten Form genügen, die auch durch die Policy definiert wird. Außerdem muß er in Englisch abgefaßt sein. Ein entsprechender *C muß dann darüber entscheiden, ob die Vorwürfe gegen einen bestimmten Node wahr sind oder nicht. Entsprechen sie der Wahrheit, droht dem Betreffenden der Netzausschluß.
Ein Complaint kann aber nur von einem Netzteilnehmer gegen einen anderen Netzteilnehmer geschrieben werden. Das bedeutet, nur ein Node kann ein Complaint schreiben. User und Points haben diese Möglichkeit nicht! Fallen User und Points zu stark aus der Rolle (wie auch immer das definiert werden mag), können sie ohne "Verhandlung" ausgeschlossen werden.
Das Routing im FidoNet läuft teils streng hierarchisch ab, teils wie "Kraut und Rüben". Neben den *Cs im FidoNet gibt es noch andere Funktionen im Netz. Wie schon erwähnt, existieren in jeder Region mehrere Netzwerke. Der Host eines Netzes stellt gewissermaßen den Häuptling dar, er sammelt die NetMails von seinen Uplinks und gibt sie an die Downlinks weiter und umgekehrt. Der direkte Downlink eines Hosts ist der HUB (eng.: Nabe), dieser verteilt die NetMails und EchoMail an die Nodes. Die Nodes holen ihre Daten dann vom HUB ab, ihrem Uplink. Die Hosts bilden untereinander einen Ring, d. h. alle tauschen gegenseitig die Nachrichten aus, so daß jeder über die Nachrichten des anderen verfügt. Dieser Ring wird Backbone genannt. Von diesem Backbone gehen die Nachrichten dann wieder zu den Hubs und zu den Nodes (und damit den Usern).
Die Funktion des Hosts in einem Netz wird öfter von einem NC übernommen, was aber nicht zwingend notwendig ist.
Um die Verwirrung komplett zu machen, halten sich einige Nodes nicht an dieses Routingprinzip und holen ihren Nachrichten nicht immer bei ihrem zuständigen Host, sondern aus anderen Netzwerken. Wenn der Betreiber nicht aufpaßt, gibt er Nachrichten dann doppelt ins Netz. Die anderen Benutzer haben dann teilweise die gleichen Nachrichten mehrmals auf ihrem PC. Diese Dubletten nennen sich Dupes.
Eine wichtige Aufgabe des RECs ist das Einsetzen von Moderatoren. Moderatoren wachen in den Brettern darüber, das sich die geschriebenen Nachrichten, zumindest im Groben an dem Thema (dem Topic) des Brettes orientieren. Wenn ein Brett z. B. HIFI.GER heißt, sollte klar sein, das sich die Nachrichten nicht um Gartenmöbel drehen sollten. Darüber hinaus wacht der Moderator darüber, das Nachrichten persönlichen Inhaltes, also ohne informativen Nutzen für die Allgemeinheit, als NetMail geschrieben werden.
Der Anwender kann sich leicht darüber informieren, um was für ein Thema es sich bei dem Echo dreht. Einerseits ist eine grobe Abschätzung aus dem Namen möglich, andererseits können die Rules (engl.: Regeln) zu Rate gezogen werden. Die Rules werden von einem Moderator erstellt und beinhalten allerhand Regeln für das schreiben der Nachrichten. Dies betrifft in erster Linie z. B. das Thema, die verwendete Sprache oder sogar den verwendeten Zeichensatz. Die Rules werden vom Moderator meistens wöchentlich oder monatlich im Echo verbreitet (gepostet). Der Nutzer kann sich bei den meisten FidoNet Systemen die Rules aber auch selber aus der Mailbox runterladen.
Area : GOLF.GER
Topic : golfing.
Language : german, english
Moderator : Alexandros Gougousoudis, 2:2410/208.1
Rules : GOLF_G.RUL
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Stand: 29.09.1994
1. Gegenstand der Area:
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Dieses Echo soll dem Austausch von Informationen und Erfahrungen dienen, sowie der Diskussion ueber den Golfsport und seine Zusammenhaenge.
Weiterhin dient dieses Echo der Verbreitung dieses Sportes und dem abbauen von Vorurteilen.
On-Topic ist das grosse Golf sowie Minigolf. Keinesfalls der Wolfsburger Golf! :-)
*Und das Ganze wie immer in freundlichem Umgangston. Zur Gefuehlsausdrueckung gibt es ja diese Smilies :-)
*Bei Schreibfehlern und bei Greenhorns bitte stets Verstaendnis und Nachsicht ueben!
Willkommen sind also Beitraege, die uns Anhaenger dieser Sportart interessieren.
Beispiele:
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Umgang und Erfahrungen mit Golfschlaegern, Swing etc.
Erfahrungen und Erlebnisse auf Golfplaetzen rund um die Welt.
Austausch von Adressen von Golfplaetzen.
Tips und Tricks fuer alle Bereiche.
Juristische und auch Versicherungsfaelle etc.
Golfpartner (suche welche bzw. bin einer).
Veranstaltungshinweise (z.B. Messen, Vortraege, Filme, Kurse usw.).
Infos ueber Wettbewerbe.
Hinweise auf gute Pro-Shops
Sachdienliche Hinweise auf Software.
...
usw.
Angebote ueber den Kauf und Verkauf von Golfsportartikeln, sofern nicht kommerzieller Art, koennen per Netmail an den Moderator gerichtet werden. Der sich vor deren Veroeffentlichung eine Pruefung vorbehaelt. Dadurch soll eine Verletzung der Fido-Richtlinien von vornherein ausgeschlossen werden.
Unerwuenscht sind Beitraege, die durch ihren Inhalt, Zweck oder Stil geeignet sind, andere zu verletzen.
2. Moderation:
--------------
Die Moderation findet ausschliesslich durch den Moderator statt, eine Hilfsmoderation ist ausdruecklich unerwuenscht.
Moderiert wird grundsaetzlich per Netmail, Ausnahmen koennen bei allgemeinem Interesse gemacht werden.
Der Moderator kann Teilnehmer vom Bezug der Area ausschliessen, wenn sie gegen die Rules verstossen oder die Moderatorhinweise ignorieren.
3. Mails:
---------
*Sprache:
Im Echo wird die deutsche Sprache benutzt, Englisch wird geduldet.
*Zeichen:
Erlaubt sind die Zeichen der Codepage 437 und dort alle ASCII-Zeichen von dezimal 32 bis 126 (jeweils incl.). Also keine deutschen Umlaute und Sonderzeichen, ebenso keine Grafikzeichen ausserhalb 32-126. Entsprechendes gilt auch fuer Anwender von Nicht-IBM-kompatiblen Rechnersystemen.
=> Es gibt genuegend Software, die die Umlautkonvertierung automatisiert.
*Absender und Adressat:
Es sind nur reale Namen zulaessig (Pseudonyme sind untersagt).
*Subject:
Die Betreff-Zeile sollte einen Rueckschluss auf den Inhalt der Message erlauben.
Gegebenenfalls kann nach dem neuen Betreff noch ein Teil des urspruenglichen Betreffs wiederholt werden (z.B. "Subj.: Putten, war: Green").
*Quoting:
Das zitieren ist auf den Teil zu beschraenken, der zum Verstaendnis des Zusammenhangs notwendig ist. Alles Andere wie Grussformeln, Footer, Origins, SeenBys darf nicht mitgequotet werden. Statt laengerer Quotes sind kurze Zusammenfassungen zu verwenden. Ellenlange Quotes und dann ein "Das finde ich auch!" darunter verschwenden unnoetig unser aller Geld.
*Textlaenge:
Bitte stets daran denken, dass in der Kuerze die Wuerze liegt! Wer hat denn schon Lust, endloses Blabla zu lesen und dafuer noch zu bezahlen?
*Footer:
Auch hier gilt: alles Uebertriebene kostet Nerven und Geld.
*Originline:
Die Originzeile darf einschliesslich FidoNet-Adresse nicht laenger als 79 Zeichen sein.
*Replies:
Antworten auf Messages, die nicht von allgemeinem Interesse sind, haben per Netmail zu erfolgen. Metmail-Auszuege mit Allgemeininteresse duerfen jedoch gerne in das Echo eingebracht werden.
*Danksagungen:
Nicht notwendig, weil das Echo unnoetig belastend, ist es, sich im Echo fuer jeden erhaltenen Hinweis zu bedanken. Wenn aber Danksagungen, dann bitte per Netmail!
*Verantwortung:
Jeder Teilnehmer dieser Konferenz ist fuer seine Beitraege grundsaetzlich selbst verantwortlich, insbesondere fuer Konsequenzen rechtlicher Art.
### Vorrangig gelten jedoch die Fido-Richtlinien, ueber die ### sich jeder Teilnehmer zu informieren hat.
Verbesserungsvorschlaege bitte per Netmail!
*** So trocken sich dies alles anhoert -
aber es muss halt sein! :-) ***
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Alexandros Gougousoudis, 2:2410/208.1 (Mod.)
Listing 3.2: Beispiel einer Rule zum Echo GOLF.GER
Wenn der Moderator die Einstellung einer Diskussion fordert, oder die Verlagerung in die NetMail sollte dem Folge geleistet werden. Im allgemeinen werden die Leute die sich nicht an die Regeln halten zuerst per NetMail davon unterrichtet. Reagiert der Schreiber nicht darauf, wird die Ermahnung öffentlich im Echo wiederholt. In ganz hartnäckigen Fällen, kann der Moderator den Störenfried vom Bezug des Echos ausschließen!
Einige Echos verfügen weder über Rules noch über einen Moderator, hier ist die eigene Disziplin am stärksten gefordert. Allerdings arten viele dieser Echos in reine "Babbel-Bretter " aus, die kaum Informationen bieten.
Moderatoren gibt es auch in anderen Netzen. Im FidoNet werden die Moderatoren meistens von den Teilnehmern eines Echos gewählt. Die Wahl ist dann die Grundlage der Entscheidung des RECs, den Moderator für ein Echo anzuerkennen. Allerdings ist der REC nicht an die Entscheidung der Wähler gebunden.:-(
Abb 3.5: Die FidoNet Hierarchie
Im FidoNet gibt es ein Verzeichnis aller Systeme, das wöchentlich auf den neuesten Stand gebracht wird. Dieses Verzeichnis nennt sich Nodelist (Die Liste der Nodes) und ist nur FidoNet Mitgliedern zugänglich. In dieser Liste stehen die FidoNet Adresse, der Name des Betreibers, der Standort, die Telefonnummer, die maximale Übertragunsgeschwindigkeit und einige andere Informationen. Die Nodelist wird noch mit dem jeweiligen Jahrestag versehen, damit erkennbar ist, ob es sich um eine neue oder eine alte Liste handelt. Eine Liste mit dem Namen NODELIST.132 gibt an, daß die Nodelist vom 132ten Tag im Jahr ist. Die Zahl wird in 7er Schritten erhöht, also jede Woche einmal. Die Nodelist wird z. B. benutzt, wenn CrashMails versendet werden sollen oder wenn in einem bestimmten Land / Ort ein Ansprechpartner gesucht wird.
Die Nodelist wird jede Woche auf den neuesten Stand gebracht. Da die richtige Nodelist ca. 3.5 MB groß ist, wäre es sehr unsinnig die gesamte Nodelist jede Woche zu übertragen, nur weil sich ein paar Einträge geändert haben. Daher wird jede Woche nur eine Datei in den Netzen verbreitet, die nur die Änderungen zur letzten Nodelist enthält. Diese Differenzdatei wird Nodediff genannt. Auch hier wird der aktuelle Wochentag mit eingefügt, zusätzlich ist die Nodediff noch mit dem ARC Programm komprimiert. Eine Nodediff Datei heißt z. B. NODEDIFF.A39. Mit Hilfe eines Spezialprogrammes, dem Nodelisten-Compiler, wird die Liste erneuert und in das eigene System eingebaut.
In der Nodelist gibt es verschiedene Schlüsselwörter, aus der die komplette Adresse abgeleitet werden kann.
Zone,2,Europe_&_more,Belgium,Vorname_Nachname,32-3-548xxxx,9600,CM,XX,ZYX,U,K12
;
;
Region,24,Germany,GER,Vorname_Nachname,49-6772-xxxx,9600,H16,V34,V32T,VFC,CM,XX,MO
;
;
Host,2410,FidoNet-Berlin,Berlin,Vorname_Nachname,49-30-742xxxx,9600,V32B,V42B,XA,CM
;
Hub,200,Null_Device,Berlin,Vorname_Nachname,49-30-742xxxx,9600,V32B,V42B,XA,CM
;
;
,208,Krypta.UUCP,Berlin,Alexandros_Gougousoudis,49-30-8175954,9600,ZYX,XA,CM
;
,228,Krypta.UUCP_II_ISDN,Berlin,Alexandros_Gougousoudis,49-30-84709059,300,XA,MO,CM,ISDNC
;
,258,Krypta.UUCP_III,Berlin,Alexandros_Gougousoudis,49-30-84709061,9600,XA,MO,CM,V32B,V42B,V34,VFC
Listing 3.3: Ein Auszug aus der Mailbox
Wer normalerweise die Nodeliste nach einem geeigneten Ansprechpartner in einem anderen Land absucht, lädt die Liste in einen Editor und schaut sich um. Hat er jemanden gefunden, muß aus einer Zeile wie die letzte in Listing 3.3 eine Adresse gebildet werden. Die Zeile beinhaltet:
q
Die Nodenummer. Steht ein "Down"-Schlüsselwort vor dieser Nummer, ist die Mailbox zur Zeit nicht erreichbar.q
Den Systemnamenq
Den Standort des Systemsq
Den Namen des Betreibersq
Die internationale Telefonnummerq
Die maximale Übertragungsgeschwindigkeit. In der Nodelist ist sie aus historischen Gründen auf 9600 Bit/s beschränkt, obwohl die meisten Systeme natürlich schneller sind.q
Flags. CM=Continious Mail, MO=Mail Only (keine Mailbox) und die verschiedenen Übertragunsstandards die das Modem des Systems beherrscht.Doch nur die Nodenummer ergibt noch keine vollständige Adresse, also schaut man immer weiter nach oben, bis das "Host"-Schlüsselwort auftaucht. Die erste Zahl hinter diesem Schlüsselwort ist das Netz. Nun wird soweit nach oben gegangen, bis das erste "Zone"-Schlüsselwort auftaucht, die erste Zahl dahinter ist die Zone. Die Adresse wird nach Abb 3.4 gebildet, also: Zone:Netz/Node. Nun kann eine NetMail an diese Adresse geschrieben werden. Der Name wird ebenfalls aus der Nodelist entnommen, ist aber nur Zweitrangig, da FidoNet beim Routen nur auf die Adresse guckt und den Namen nicht beachtet. Wer den Namen eines Empfängers nicht kennt, sondern nur seine Adresse, braucht sich keine Gedanken machen, die NetMail kommt trotzdem an. Als genereller Name kann "SysOp" benutzt werden, wenn der richtige Name unbekannt ist.
Die echte Nodelist ist wesentlich größer als das Beispiel in Listing 3.4, die Größe beträgt ungefähr 3.5 MB und besteht aus ca. 40000 Zeilen.
Der Point ist die bequemste Art Nachrichten aus den Netzen zu bearbeiten. Für fast jedes Netz gibt es eine Pointsoftware. Ein Point ist in etwa eine Mini-Mailbox, die automatisch beim Server anruft und die gespeicherten Nachrichten abholt. Beim gleichen Anruf werden die eigenen Nachrichten auf den Server gesendet. Ist der Transfer abgeschlossen, beendet das Pointprogramm die Verbindung. Dieser Vorgang wird Pollen genannt. Der Anwender kann dann in Ruhe seine Nachrichten lesen, ohne das der Gebührenzähler tickt. Wie ein Point installiert wird, erfahren Sie in Kapitel 3.8.
Ein Pointprogramm legt alle Nachrichten in einer Nachrichten Datenbank ab. Der Nutzer kann dann sehr schnell und einfach auf die Nachrichten zugreifen. Die Nachrichten können natürlich gelesen, beantwortet, abgespeichert oder ausgedruckt werden. Die meiste Pointsoftware legt neue Bretter an und managt die privaten Nachrichten.
Wie schon am Anfang erwähnt, kopiert der Server, im FidoNet der BOSS-Node, alle Nachrichten für den Point in eine Datei. Doch was sind "alle" Nachrichten? Alle Nachrichten die auch der Server bekommt? Der BOSS-Node bekommt ein Vielfaches von dem, was er an einen einzelnen Nutzer abgibt. Wie kann der Anwender nun seine Auswahl treffen, damit er nur das bekommt was ihn interessiert?
In fast allen Netzwerken merken sich die Server in einer internen Liste, welcher Point welche Bretter liest. Kommen dann in diesen bestimmten Brettern Nachrichten an, kopiert der Server alle diese Nachrichten in eine Datei und komprimiert sie anschließend. Diese Datei wird Mail-Packet genannt. Kommen wieder neue Nachrichten in den vom Point bestellten Brettern an, wird das Mail-Packet wieder geöffnet und die neuen Nachrichten dazu addiert. Irgendwann ruft der Point an und holt sein Mail-Packet. War die Übertragung erfolgreich, wird das Mail-Packet beim BOSS gelöscht. Diese Liste existiert für jeden Point und wird in einigen Netzen "active" genannt. Nun ist aber vom Anwender nicht zu erwarten, das er sich immer für das gleiche zu interessieren hat. Was ist, wenn die Bretterkombination geändert werden soll? Muß dann der Sysop, diese Liste von Hand editieren? Nein! Im FidoNet existiert ein Automatismus, der per persönlicher Nachricht gesteuert werden kann.

Abb. 3.6 Nachricht an Areafix
Das Funktionsprinzip ist recht einfach. Auf dem Server existiert ein fiktiver Nutzer mit dem Namen "Areafix". Diesem Areafix müssen Sie eine private Nachricht schreiben, in der die Namen aller Bretter enthalten sind, die Sie lesen wollen. Im Betreff muß das entsprechende Passwort stehen. Die Bretter die Sie nicht mehr lesen wollen, haben ein Minus vor ihrem Namen. Der fiktive Nutzer Areafix ist nur ein Programm auf Serverseite, das die entsprechenden Listen für die Points verwaltet. Also schreiben Sie bitte keinen Geschäftsbrief an den Areafix, den würde er nicht verstehen. Beschränken Sie sich auf das Format, wie in Abb. 3.6 vorgestellt. Ein Brett pro Zeile, mit einem Minus zum abbestellen und einem Plus (das auch weggelassen werden kann) zum bestellen. Vom Areafix werden Sie dann ebenfalls eine persönliche Nachricht als Bestätigung zurück bekommen.
Der Areafix kann aber nicht nur Bretter an -und abmelden, er kann dem Nutzer auch eine komplette Brettliste (d. h. alle Bretter die der Server hat) schicken, dafür ist der Befehl "%LIST" zuständig. Mit dem Befehl "%QUERY" gibt der Areafix die gegenwärtige Liste der Bretter zurück, die der Nutzer bestellt hat.
Nun kann es sein, das der Nutzer ein Brett zwar haben möchte, aber er nicht darauf warten will, bis neue Nachrichten aus dem Netz ankommen. Mit dem Befehl "%RESCAN" und dann einem Brettnamen darunter, kopiert der Node alle alten Nachrichten in diesem Brett mit in das Mail-Packet. Der Nutzer erhält dann sämtliche Nachrichten, die bis zu ein paar Tagen alt sein können, in diesem Brett.
Nachrichten lesen ist nicht das einzige, was mit einem Fido-Point anzufangen ist. Mit einem Fido-Point haben Sie auch Zugriff auf die Programmdatenbanken aller anderen (immerhin ca. 37000) FidoNet Systeme. Das Pointprogramm kann bei einem Node anrufen und Nachrichten austauschen indem es eine Datei transferiert, das Mail-Packet. Vom Prinzip ist das Downloaden von Dateien auf den Heim-PC technisch nicht anders.
Jedes FidoNet-System hat eine Index-Liste von allen Dateien, die bei ihm zum Download bereitliegen. In dieser Liste, der Fileliste, stehen der Dateiname, die Größe und das Alter der vorhandenen Dateien und je eine kurze Beschreibung. Je nach Größe des Servers, ist auch die Fileliste bei einigen Systemen größer, bei anderen kleiner. Je nachdem wieviel Plattenkapazität der Betreiber für solche Programme reserviert hat. Die meisten Programme die ein Server zum Download anbietet, sind aus dem Shareware -oder PD-Bereich. Sie machen sich also nicht strafbar, wenn Sie diese Dateien kopieren und benutzen.
Ebenso funktioniert der umgekehrte Weg. Dateien können auch an andere FidoNet-Benutzer gesendet werden.
Um mit einem Point Dateien von einem FidoNet-System zu holen, gibt es ein standardisiertes Verfahren. Dieses Verfahren wird Fido-FileRequest (kurz F-req ) genannt. Bei diesem Verfahren wählt der Nutzer die Dateien, die er von FidoNet System haben will, bei sich zu Hause aus der Index-Liste aus und teilt sie dem Point mit. Wenn er dann den File-Request startet, ruft der Point beim Server an und schickt die Liste der gewünschten Dateien hinüber. Beim gleichen Anruf empfängt er die Dateien dann vom Server. Ist der Empfang beendet, legt der Point wieder auf. Der Vorteil dieser Methode ist, daß der Anwender nicht mehr Online, als User in der Mailbox die Dateien durchsuchen muß, bis er ein bestimmtes Programm gefunden hat. Er kann dies nun mit dem Point tun, ohne verbunden zu sein. Hat er die Dateien lokalisiert, geht auch der Transfer schneller. Außerdem kann der Point diese Arbeit auch unbeaufsichtigt tun, denn am Ende der Prozedur legt er ja auf.
Wie kommt der Anwender aber zu der Index-Liste? Auch diese muß erst "requested" (ein schlecht verdeutschtes Verb von Fido-"FileRequest") werden. Um an die Indexliste zu kommen, muß die imaginäre Datei "FILES" requested werden. Empfängt der Node diesen Namen, sendet er automatisch seine Index-Liste. Anhand dieses genormten Wortes erkennt der Server also, das die Index-Liste seiner Dateien gewünscht wird. Von diesen genormten Worten gibt es mehrere, sie werden Magic-Names (engl.: magische Namen) genannt. Magic-Names werden immer dann gebraucht, wenn auf eine bestimmte Anfrage, immer eine veränderliche Datei gesendet werden soll, z. B.:
q
Die Index-Liste aller Dateien wird bei jedem FidoNet-System durch einen Magic-Name (FILES) abgerufen.q
Wenn ein Programmierer z. B. ein Programm ständig weiterentwickelt, ändert sich auch der Dateiname des Programmes (etwa durch steigende Versionsnummern). Damit der Anwender aber immer die neueste Version bekommt, hat der Programmierer (der in diesem Falle auch Sysop ist) einen Magic-Name auf die jeweils neueste Version des Programmes gesetzt (z. B. KOPFBALL). Empfängt der Server den Magic-Name dieses Programmes, sendet er diese Datei (z. B. KOPF12B4.ZIP).
Abb 3.7: Request der Fileliste beim Node 2:2410/208

Abb 3.8: Dateien zum Request auswählen.
Hat der Anwender die Fileliste dann auf seinem Rechner, muß er sie sehr oft dekomprimieren. Diese Liste kann dann von einem Pointprogramm wie CrossPoint eingelesen werden. Der Benutzer kann dann komfortabel aus den Dateien des Nodes auswählen. Hat er alle Dateien gewählt, startet der Point sofort den Anruf. Das Pointprogramm kann aber den Request auch mit dem normalen Poll abwickeln, also wenn der Nutzer sowieso den Server anrufen muß um neue Nachrichten zu bekommen. Alternativ kann zu vollständigen Dateinamen auch nur Teile eines Dateinamens requestet werden. Platzhalter (z. B. "*" oder "?"), die auch Wildcards genannt werden, wie in MS-DOS sind möglich.
Ein Fido-FileRequest ist bei den meisten Pointsystemen nur in Verbindung mit der Nodelist möglich. Die Nodelist erhalten Sie bei jedem FidoNet-System.
Eingangs wurde erwähnt, daß ein Point mit dem Fido-Filerequest Zugang zu den Programmen aller FidoNet-Systeme hat. Wenn im Point die Nodeliste eingebunden ist, verfügt der Point über alle Telefonnummern der Systeme. Requests bei einem anderen System, als dem BOSS-Node sind immer dann sinnvoll, wenn die andere Box sich auf andere Themen spezialisiert hat. Einige Boxen haben Schwerpunkte bei OS/2, andere bei Novell, wieder andere bei Gesetzestexten usw. Da das Point-Programm bei einem Request immer fragt, bei welchem System angerufen werden soll, hat der Nutzer die Möglichkeit ein beliebiges FidoNet-System anzugeben. Der Point muß aber bei dem System anrufen, also sollte sehr deutlich darauf geachtet werden, wo das System liegt! Durch die Vereinheitlichung der Zugangsprozeduren, kann jeder Fido-Point bei jedem Node Dateien downloaden, ohne (wie bei Mailboxen üblich) beim betreffenden System bekannt zu sein (etwa per Passwort).
Es kann vorkommen, das FidoNet-Systeme Anrufe abweisen, ohne die Requests zu bearbeiten. Das kann dann passieren, wenn der Betreiber der Mailbox für eine gewisse Tageszeit keine Fido-Filerequests zuläßt. Sollte das der Fall sein, kann der Request später nochmals wiederholt werden. Ein anderer Grund könnte sein, daß die angeforderte Datei nicht beim Node vorhanden ist. In diesem Fall bekommt der Anwender beim gleichen Anruf eine persönliche Mail mit einer Fehlermeldung. Dies wird ein Bad-Request (engl.: Fehlgeschlagene Anforderung) genannt.
Hat der Node eine Datei mit einem Passwort belegt, muß der Anwender folgendes Schema beachten: <DATEINAME>/<PASSWORT>. Wird diese Kombination (wo natürlich die richtigen Daten eingefügt werden müssen) requestet, bekommt der Anwender die entsprechende geschützte Datei.
Außer dem requesten von Dateien, kann der Benutzer noch Dateien auf den Server schicken. Um eine Datei zu senden, wird eine persönliche Nachricht (eine NetMail) erzeugt. Diese Nachricht bekommt allerdings den Sonderstatus einer Datei-Anbindung, die im Jargon File-Attach heißt. An den Adressaten dieser Nachricht geht dann außer der Nachricht selber, noch die angehängte Datei. Im Pointprogramm CrossPoint wird der Punkt "BINÄR" gewählt, nachdem der Auswahlbalken auf einem Empfänger steht.

Abb 3.9: Eine Binärnachricht versenden.
File-Attaches funktionieren nicht im gesamten FidoNet. Meistens klappt das Senden von Dateien nur bei Nutzers des gleichen Servers. Eventuell noch im gleichen Netzwerk. Bevor eine Datei mitgesendet wird, sollte der Betreiber des Nodes gefragt werden, ob dieser Service zur Verfügung steht. Funktioniert der File-Attach nicht, kommt beim Empfänger der Nachricht nur die NetMail an, aber nicht die Datei. Wird eine Datei an einen Empfänger außerhalb des eigenen Servers gesendet, muß der Sysop auf seine Kosten die Datei an seinen Uplink übertragen, und der eventuell wieder. Es entstehen also eine Kette von Kosten, gerade bei größeren Dateien. Aus diesem Grunde haben die meisten Betreiber den File-Attach an Systeme außerhalb ihres Netzwerks unterbunden.
Soll trotzdem mit einem anderen Nutzer ein Programm ausgetauscht werden, kann es auf das BOSS-System geschickt werden, von dem es der eigentliche Empfänger dann requesten kann. Allerdings sollte mit dem Speicherplatz des Sysops sparsam umgegangen werden.
Es erklärt sich von selbst, warum Raubkopien tabu sind. Sie sind nicht nur illegal, sondern bedeuten für den Node ein großes Risiko! Raubkopien haben in ALLEN Netzen NICHTS zu suchen!
Eine Besonderheit von FidoNet sind die File-Netze (engl.: Datei-Netze). Über File-Netze werden im FidoNet Dateien verbreitet. Ein File-Netz arbeitet vom Prinzip her wie ein normales Netz. Es gibt verschiedene Bretter, die alle ein eigenen Themenbereich abdecken. Diese Bretter werden Fileechos genannt. Doch entgegen der normalen Echos, kommen in den Fileechos Dateien anstatt Nachrichten. In einem Fileecho mit dem Namen "WIN_GAMES" beispielsweise, werden nur Windows-Spiele kommen. Es gibt hunderte von Fileechos, zu allen möglichen Themen.
Wird irgendwo auf der Welt eine Datei in ein Fileecho gesetzt (Jargon: gehatcht, sprich: gehätscht), bekommen diese Datei alle Systeme, die dieses Fileecho auch abonniert haben.
Der Pointnutzer kann Fileechos wie normale Bretter anmelden. Dazu schreibt er, analog wie beim "Areafix", eine NetMail an den fiktiven User "FileFix". In der Nachricht an den FileFix schreibt der Nutzer die Namen der Fileechos, die er gerne regelmäßig haben möchte. Auch der FileFix gibt eine Bestätigung als persönliche Nachricht zurück.
Über ein File-Netz können sehr viele Daten kommen! Der Sysop sollte vorher gefragt werden, wie hoch das Datenaufkommen in den Fileechos ist. Aus dem Grunde, daß Fileechos teilweise sehr groß sind und die Points mit dem Übertragen der Dateien die Mailbox zu lange blockieren, haben viele Nodes das abonnieren von Fileechos durch Points unterbunden. Die Dateien, die in einem Fileecho kommen, können aber auch beim Node requested werden.
Es lohnt sich für Points oft nicht ein Fileecho zu abonnieren. Es kommen sehr viele Dateien, die für einen persönlich, oft keinen Nutzen haben.
File-Netze sind kein Teil von FidoNet, sie benutzten lediglich die Infrastruktur dieses Netzes. File-Netze sind deswegen nur eine Zugabe. Der Sinn von FidoNet ist die Kommunikation, also das Schreiben und Lesen von Nachrichten!
Es gibt einige Netze, die die gleiche Technik von FidoNet benutzen, also die Adressierung und die Software. Aber sie zählen nicht zum
<Kein Bild>
Abb 3.10: Inhalt eine TrekNet Brettes
FidoNet, da sie davon getrennt laufen, ein eigenes Routing haben, eigene Koordinatoren und eine eigene Nodeliste. Diese Netze werden Overlay Netze genannt.
Vom Prinzip her, funktionieren diese Netze aber wie FidoNet. Meistens sind Nodes in einem Overlay Netz auch Node im FidoNet. Overlay Netze sind wesentlich kleiner, damit besser zu handhaben, als das FidoNet und sind oft Zusammenschlüsse von Interessengemeinschaften.
Ein Overlay Netzwerk ist z. B. daran zu erkennen, daß es eine Zonenummer benutzt die höher als zehn ist. Allerdings gibt es auch Overlay Netze, die nicht die FidoNet Technologie als Grundlage haben. Einige ausgewählte Beispiele:
Zone Netzname Inhalt
16 ZyxelNet Alles rund um das Zyxel-Modem.
21 GerNet Netz des Heise Verlages (Zeitschriften wie c´t, iX oder elrad).
37 TrekNet Wo noch nie ein Kirk vorher war...:-)
78 LichtNet Übersinnliches.
80 MedNet Ein medizinisches Netzwerk.
202 KlinikNet Ein weiteres medizinisches Netzwerk. :-)
Tab. 3.3: Eine AUSWAHL an Overlay-Netz in FidoNet Technologie
Die Auswahl an Overlay Netzen ist sehr groß und unübersichtlich. Der BOSS-Node hat oft eine Auswahl an Overlay Netzen.
Wie schon erwähnt, haben Overlay-Netze ihre eigenen Zonen und Adressen. Deshalb ändert sich auch die Adresse eines Points in jedem Netz. Ein Fido-Point hat im TrekNet eine andere Adresse (z. B. 37:103/501.1), die dieser beim beschreiben von TrekNet Brettern (z. B. TNG.BORG) benutzen muß. Adressen die ein- und dieselbe Person bezeichnen, werden AKAs genannt. AKA steht für "Also Known Adress", was freiübersetzt, etwa "Alternativadresse" bedeutet. Dem Pointprogramm müssen diese Adressen mitgeteilt werden. Damit kann es sich beim Pollen gegenüber dem BOSS-Node vollständig identifizieren, und darf die Mail-Packets aus den Overlay-Netzen erst dann übertragen.
Es gilt als grob unhöflich in einem Overlay-Netz mit der falschen Adresse zu schreiben, da ja dann eine Rückantwort im gleichen Netz unmöglich ist.
Es gibt verschiedene Overlay-Netze, die radikale Gesinnungen verbreiten. Dies gilt für den links-, ebenso wie für den rechtsextremen Bereich. Der Anwender sollte sehr vorsichtig damit umgehen, da die Teilnehmer dieser Netze labile oder gewaltbereite Charaktere sein können. Außerdem stehen viele dieser Netzwerke unter Beobachtung des Verfassungsschutzes. Eine regelmäßige Mitarbeit kann also (in vielerlei Beziehung) unangenehme Folgen haben!
Wie alle Dinge hat auch das FidoNet zwei Seiten. Aber durch die enorme Vielfältigkeit, gibt es kein Schwarz und Weiß. Der Nutzer wird das Netz in allen Facetten erleben.
q
FidoNet ist das größte Hobbynetzwerk der Welt. Dem Benutzer stehen Ansprechpartner und Diskussionsgegner über den gesamten Globus zur Verfügung. Dadurch ist die Themenvielfalt sehr groß.q
Durch den Fido-Filerequest steht dem Nutzer eine weltweite Programm-Datenbank zur Verfügung.q
Sehr günstiger Zugang, meistens sogar im Ortsnetz.q
Durch die moderne Pointsoftware ist der Umgang mit FidoNet sehr handlich geworden.q
Sehr große Verbreitung auch in Deutschland, daher gibt es auch sehr viele deutschsprachige Bretter.q
Lange Mail-Laufzeiten.q
Kein Postgeheimnis, NetMails können mitgelesen werden.q
Verschlüsselung von NetMails ist verboten.q
Die Funktionsträger arbeiten zu langsam und nutzen ihren Einfluß im Netz teilweise aus.q
Teilweise wenig Informationen in den Brettern, trotz hohem Nachrichtenaufkommen (viel belangloses "blabla").
In der Presse hat das InterNet ja geradezu einen Boom erlebt. Jeder schreibt über das InterNet, alle wollen in das InterNet. Das globale Dorf, das Netz der Netze, der Datenhighway, etc. Alles wird zu einer Suppe gekocht, mit dem InterNet als Krönung. Doch was ist InterNet? Das Prinzip des InterNets ist schon fast dreißig Jahre alt. Das InterNet in seiner heutigen Form vielleicht 15 Jahre. Doch schon heute erreicht das InterNet die Grenze seiner Kapazität. Nach Schätzungen von Fachleuten bewegen sich ca. 30 Millionen Menschen aus 100 Ländern in ca. 7000 Brettern im InterNet. In Deutschland haben ca. 1,8 Millionen Menschen Zugang zum Netz. Das InterNet verbindet Regierungsinstitutionen, mit Militärbasen, mit Universitäten, mit Firmen und Organisationen, etc. Ist der Anwender an einem InterNet Rechner, hat er Zugang zu allen InterNet Rechnern, deren Anzahl inzwischen wohl die Millionengrenze überschritten haben dürfte.
Es gehört heute zum guten Ton eine InterNet Adresse auf der Visitenkarte zu haben, etwas das in Nordamerika schon Gewohnheit ist. Nachdem nun auch Europa im InterNet Fieber steckt, möchte fast jeder gerne in das InterNet.
Das InterNet bietet Online wie Offline Dienste an, wobei das InterNet in der Presse gerade durch die Online Dienste berühmt geworden ist. Der Offlinezweig ist als UseNet bekannt (dazu später mehr).
Zu 90 Prozent wird im InterNet Englisch gesprochen. Es gibt zwar einige deutsche "Ecken", doch der überaus größere Teil ist in Englisch!
Für den Anschluß an das InterNet gibt es eine verwirrende Vielfalt. Wer noch Student ist, oder bei einer Universität angestellt ist, braucht im Allgemeinen nichts für das InterNet zu bezahlen. In diesem Falle, bitte die Tutoren im Fachbereich Informatik oder Naturwissenschaften fragen.
Alle "normalen" Leute müssen sich an kommerzielle oder private Dienstleistungsanbierer (engl.: Provider) wenden. Je nachdem, ob ein InterNet-Anschluß für eine Person, für eine Mailbox, oder für eine Firma gesucht wird, steigen die Preise.
In der folgenden Tabelle finden Sie einen Ansprechpartner in Ihrem Bereich. Hinzuzufügen ist, das Tab 3.4 nur Provider enthält, die beim IN sind. Das IN steht für Individual Network und ist eine Organisation, die Privatleuten einen kostengünstigen Zugang zum InterNet ermöglichen will. Bei den meisten IN-Providern werden auch Mailboxen bedient. Allerdings muß dies vorher angemeldet werden!
Wenn Sie nur die Offline Dienste des InterNets nutzen wollen, ist für Sie der Preis interessant, der unter UUCP (UseNet) steht. Wenn Sie die vielbeworbenen Online Dienste nutzen wollen, schauen Sie bitte unter IP. Was das im Einzelnen bedeutet, wird später erklärt.
Stadt Provider Kosten
Aachen Christian Bode UUCP:
12,- DM
Hansmannstr. 34
IP: 25,- DM
52080 Aachen-
Eilendorf
Tel.: 0241/557707
Fax: 0241/4097554
info@oche.de
Augsburg Augsburger Computerf. e.V. UUCP only:
25 DM
c/o Arno Schneider IP/UUCP : 25 DM
Ludwig-Thoma-Str. 1 IP only : 25 DM
86157 Augsburg
Tel.: 0821/2280000
info@augusta.de
Berlin Jens F. Huenerberg UUCP: 20 DM
Kiplingweg 25
IP: a. A. DM
14055 Berlin
Tel.: 030/3041585
Bielefeld, FoeBuD e.V. UUCP: 20-25 DM
Paderborn
Ostwestfalen-Lippe
Marktstr. 18
33602 Bielefeld
Tel.: 0521/175254 (werktag 17-19
Uhr)
Fax: 0521/61172
INfo@owl.de
Bochum, Thomas Neumann UUCP: 15 DM
Dortmund Tel.: 0234/9270808 IP/UUCP : 20 DM
Essen, info@ruhr.de
Duisburg (Ruhrgebiet)
Modem: 0234/9489300 login=info
Bonn Regionalnetz Bonn e.V. UUCP only: 13-21 DM
Rhein-Sieg Wolli Steiner IP/UUCP : 30-44 DM
Kreis Meerstr. 64 IP only : 30-44 DM
53757 Sankt Augustin
info@rhein.de
Braun- escape e.V. UUCP only: 15,- DM
schweig Gliesmaroderstr. 44a
38106 Braunschweig
Tel.: 0531/682346 (Theodora Letz-Moritzen)
Fax: 0531/335025 vorstand@escape.de
Bremen, Christian Stelter UUCP: 20-30 DM
Oldenburg Graf-Spee-Str. 23b IP: 30 DM
Weser-Ems 26123 Oldenburg,
Tel.: 0441/37420 (19-21 Uhr)
Fax: 0441/383839
info@north.de
Chemnitz Verein IN-Chemnitz UUCP only: 20 DM
c/o Andreas Israel
Solbrigstr. 6
09120 Chemnitz
info@IN-Chemnitz.de
Darmstadt Christian Balzer UUCP only : 7 DM
Odenwald Tannenstr. 23c IP/UUCP : 47 DM
64342 Seeheim
Tel.: 06257/83036
Fax: 06257/83037
CB@brewhq.swb.de
Dortmund PING e.V. UUCP only: 15 DM
z.H. Torsten van Beeck IP/UUCP : 25 DM
Oberdorfstrasse 60
44309 Dortmund
0231/ 92 50 60 - 70 (Mo, Di, Fr, 16-18 Uhr)
info@ping.de
Dresden SaxNet e.V. UUCP only : 15 DM
c/o Joerg Wunsch IP/UUCP : 18 DM
Wilhelm-Liebknecht-Str. 97 IP only : 18 DM
01257 Dresden
sax-ac@sax.sax.de
Duisburg, Uli Klinkhammer UUCP only : 20 DM
Essen, Grabenstr. 45
Oberhausen, 47057 Duisburg IP only : 40 DM
Krefeld, Tel: 0203/9369350
Düsseldorf, Fax: 0203/374636
info@rhein-ruhr.de
Flensburg Sydlink e.V. UUCP: 20 DM
Rendsburg c/o Alexander Finger
Schleswig Im Winkel 8
24848 Kropp
postmaster@syd.de
Frankfurt Oliver Boehmer UUCP only: 15 DM
Mainz Linkstr. 15 IP/UUCP : 40 DM
Wiesbaden 65933 Frankfurt/Main IP only : 40 DM
Tel.: 069/39048413 IP plus Volumengebuehr
Data: 069/39048414
info@rhein-main.de
Fulda, INkompetent e.V. UUCP only: 17/22 DM
Ebersburg c/o Bernhard Kroenung
Bahnhofstr. 8
36157 Ebersburg
info@rhoen.de
Tel.: 06656/7914
Giessen UUCP-Freunde Lahn e.V. UUCP: 10 DM
Wetzlar Weidigstr. 5 IP: in Vorbereitung
Friedberg 35396 Giessen-Wieseck
info@lahn.de
Fax: 0641/53272
Hamburg Hanse Networking e.V. UUCP only: 25 DM
c/o Jan Wieck IP/UUCP : 40 DM
Glindwiese 1
22177 Hamburg
Tel.: 040/5395-1404
info@hanse.de
Hannover HanNet e.V. UUCP only: 17 DM
c/o Jens-Uwe Mager
Brahmsstr. 3
30177 Hannover
Tel.: 0511/660238
Vorstand@HanNet.han.de
Kaisers- Stefan Brandes UUCP: 17 DM
lautern Wackenmuehlstr. 16
67655 Kaiserslautern
Tel.: 0631/3100410
s_brandes@kiste.pfalz.de
Ludwigs- Christian Weisgerber UUCP: 17 DM
hafen Herzogstr. 9
67061 Ludwigshafen
Tel.: 0621/5870460
naddy@mips.pfalz.de
Kassel Steffen Weinreich UUCP: 11-21 DM
Göttingen Altenburgstr. 1
34132 Kassel
Tel.: 0561/473212
info@central.de
Karlsruhe INKA e.V. UUCP only: 15 DM
c/o Boris Schneider IP/UUCP : 40 DM
Karlstrasse 43 IP only : 40 DM
76133 Karlsruhe IP zzgl. Einrichtungsgeb.
info@inka.de
Kiel Toppoint Mailbox e.V. UUCP only: 21,50 DM
Eichhofstr. 10 IP/UUCP : 52,50 DM
24116 Kiel
Tel.: Q 0431/549050
info@in-kiel.de
Köln Regionalnetz Koeln UUCP only: noch offen
c/o Wolfgang Stangglmeier
Lochnerstrasse 22
50674 Koeln
info@cologne.de
Konstanz lake.de Domain UUCP only: 27 DM
Bodensee z.Hd. Stephen Bylo IP/UUCP : 42 DM
Bruelstrasse 25 IP only : 42 DM
78462 Konstanz
Tel.: 07531-18738 (abends)
Fax.: 07531-206153 (falls dringend)
eMail: info@lake.de
info-lake@lake.de
Leipzig, Joerg Mann UUCP only : 20 DM
Halle Aeussere Leipziger Str. 52a
04435 Leipzig IP only : 30 DM
Tel.: 034204/62598
Fax : 034204/64490
Data: 034204/60105, 18131, 18132
info@lipsia.de
Lübeck Offenes Netz e.V. UUCP: 20 DM
Technikzentrum Luebeck IP: auf Anfrage
Seelandstr. 3
23569 Luebeck
Tel.: 0451/3909-0
info@ON-Luebeck.DE
Lüneburg Rainer May UUCP only: ab 12 DM
Hauptstr. 36
21354 Bleckede
Tel.: 05854/204
info@heide.de
Magdeburg Hergo Pape UUCP only: 25 DM
PF. 10 IP/UUCP : 35 DM
39050 Magdeburg IP only : 35 DM
Tel.: 0391/4015566
info@boerde.de
Mannheim Martin Jangowski UUCP only: 14 DM
Heidelberg Koenigsbacherstr. 16 IP/UUCP : 48 DM
67067 Ludwigshafen
Telefon: 0621-539506
info@rhein-neckar.de
Minden Matthias Heider UUCP only: 30 DM
Bromberger Str. 9 a
D-32427 Minden
Telefon: 0571 580678
Telefax: 0571 508200
Mailbox: 0571 509525
heidi@minden.in-minden.de
München MUC.DE e.V. UUCP: 30 DM
Muenchener Technologiezentrum
Frankfurter Ring 193a IP: 40-55 DM
80807 Muenchen
Tel.: 089/324683-0
vorstand@muc.de
Münster Roger Schwentker UUCP only: 20 DM
Osnabrück Theissingstr. 1 IP/UUCP : 30 DM
Gronau 48153 Muenster IP only : 30 DM
Tel: 0251/534114-1
roger@larry.westfalen.de
Nürnberg Komm.-netz Franken e.V. UUCP: 20 DM
Würzburg c/o Maximilian Riegel IP: 30 DM
Nordbayern Maxfeldstr. 24a (IP, nur Nuernberg)
90409 Nuernberg
Tel./Fax: 0911/581 75 82
info@franken.de
Passau, Helmut Fromberger UUCP only : 15 DM
Rottau Kager 1
94086 Griesbach
Telefon: 08532/8178
info@in-passau.de
Rostock Baltic Netzbetrieb GbR UUCP only: 15,- DM
c/o Holger Meyer
Doberanerstr. 97
18057 Rostock
Tel.: 0381/44424 tagsueber
Tel.: 0381/4909311 (ab 19 Uhr)
info@baltic.de
Saarland Tilman Mueller-Gerbes UUCP only: 15 DM
Mainzer Str. 197 IP/UUCP : 40 DM
66121 Saarbruecken IP only : 40 DM
info@saar.de
Sauerland Sauerland Online e.V. i.G. UUCP only: 11-15 DM
Märkischer c/o Martin Loos IP/UUCP : 20 DM
Kreis Im Scheidt 25 IP only : 20 DM
58640 Iserlohn
Tel: 02371/46665
domain-info@sauerland.de
Schwerin Joern Kresse UUCP only: 27 DM
Lessingstr.24 IP/UUCP : 27 DM
19059 Schwerin IP only : 27 DM
Tel. 0385/77912 IP plus Volumengebuehr
info@obotrit.DE
Stuttgart Norman Fuerst UUCP only: 25 DM
Kleinknechtstr. 35 IP/UUCP : 35 DM
70567 Stuttgart IP only : 35 DM
bawue-net-info@bawue.de
Thüringen Thueringen-Netz e.V. UUCP only: 10-20 DM
c/o Erik Heinz UUCP/IP : 15-25 DM
Braendstroemstr. 45
07749 Jena
Tel.:03641/51584 (Jens Bookhagen, Ost)
Tel.:0361/6671259 (Christian Anger, Mittel/Sued/West)
Tel.:03632/603664 (Andreas Voelkner, Nord)
info@thur.de
Ulm Herbert Dampel UUCP only: 15 DM
Forchenweg 14 IP/UUCP : 35 DM
89081 Ulm IP only : 35 DM
Tel.: 0731/6021657
info@in-ulm.de
Wuppertal Thomas Mechtersheimer UUCP only: 15 DM
Zum Hasenkampsplatz 1 IP/UUCP : 35 DM
42553 Velbert IP only : 35 DM
Fax: 02053/50805 IP plus Zeitgebuehren
info@wupper.de
Sonstige Individual Network e.V.
Städte Scheideweg 65
26121 Oldenburg
Tel: 0441-9808556
Fax: 0441-9808557
Privater SubNetz e.V.
Provider Gerwigstr. 5
nicht im 76131 Karlsruhe
IN! Tel: 0721-9661521
Fax: 0721-661937
Tab 3.4: Liste der privaten InterNet Provider (veraltet)
Um für seine Firma einen Zugang zum InterNet zu ermöglichen, wenden Sie sich bitte an die folgenden zentralen Adressen. Die meisten komerziellen InterNet Anbieter haben Vertretungen, sogenannte POPs (Abk.: Points Of Presence) in jeder größeren Stadt. In letzter Zeit schießen auch komerzielle Anbieter wie Pilze aus dem Boden, beobachten Sie dem Anzeigenteil einer Fachzeitung. Wer sich das Betriebssystem OS/2 gekauft hat, wird feststellen, daß auch IBM einen InterNet-Zugang anbietet.
Provider Kontakt
DFN-Verein Pariser Str. 44
10707 Berlin
Tel: 030-884299-24
Fax: 030-884299-70
EUNET Deutschland Emil-Figge-Str. 80
GmbH 44227 Dortmund
Tel: 0231-972-00
Fax: 0231-972-1111
MAZ Karnapp 20
21079 Hamburg
Tel: 040-76629-1623
Fax: 040-76629-199
NTG/Xlink Vincenz-Priessnitz-Str. 3
76131 Karlsruhe
Tel: 0721-9652-0
Fax: 0721-9652-210
Tab 3.5: Liste einiger komerzieller Anbieter (veraltet).
Die Kosten für Firmen liegen bei einigen hundert bis zu einigen tausend DM pro Monat. Eine genaue Kalkulation und ein Preisvergleich lohnt sich auf alle Fälle! Sehr oft differieren die Preise für die gleichen Leistungen um bis zu 500 % !
Einige Provider haben auch günstige Tarife für Privatleute. Wer einerseits Professionalität und andererseits sparen möchte, sollte bei einigen kommerziellen Providern anfragen.
Die meisten Provider (inklusive der Universitäten) decken die Übertragunsgeschwindigkeiten von 14.400 Bit/s bis 64 000 Bit/s und darüber ab.
Neben der traditionellen Methode am InterNet teilzunehmen, gibt es auch Möglichkeiten über andere Netzwerke, wie Datex-J (das alte BTX) der Telekom oder CompuServe, Online-Dienste zu nutzen. Leider sind dies nicht vollwertige Zugänge. Neben Einschränkungen bei der Bedienung, ist die Übertragunsgeschwindigkeit auch recht niedrig und die Benutzung viel zu teuer. Nach Meinung des Buchautors sind diese neuen Leistungen mehr ein Werbegag, da es heutzutage "in" ist, einen InterNet-Zugang anzubieten. Wer jemals auf konventionelle Weise am InterNet teilgenommen hat, wird diese Ersatzlösungen ziemlich schnell als Spielerei abtun!
Ende der 60iger Jahre stellte sich den US-Militärs die Frage, wie man Verbindung zu bestimmten Basen halten kann, wenn das Gebiet dazwischen, etwa durch einen atomaren Angriff (das war wirklich der Denkansatz!), zerstört werden würde. Die Daten zu den einzelnen Außenstellen sollten dann nicht mehr versuchen, den direkten da zerstörten Weg zu nehmen, sondern über Umwege ihr Ziel erreichen.

Abb 3.11: Routing Umwege.
Der Plan bestand darin, in einem Netzwerk von Datenleitungen, die zerstörten durch intakte Verbindungen zu ersetzen. Da die physikalischen Leitungen (also die Kabel) an geographisch unterschiedlichen Strecken verliefen, war es unwahrscheinlich, daß alle Leitungen zerstört werden würden.
Außerdem sollten die Computer (aus unterschiedlicher Fabrikation) des Militärs, miteinander kommunizieren können. Dies war bis dahin nicht möglich. Es war weiterhin geplant, daß mehrere Computer über eine Leitung Daten austauschen können, was multiplexing genannt wird. Dies ist z. B. mit mehreren Personen zu vergleichen, die alle gleichzeitig dieselbe Telefonleitung benutzen.
Zur Lösung dieser Probleme wurde das Forschungsprojekt ARPA-Net (Advanced Research Project Agency Network) ins Leben gerufen. Grundlage dieses Netzes war eine Gruppe von Regeln, die vorschreiben, wie Computer unterschiedlicher Bauart Daten austauschen können. Zu diesem Zweck definierte man Übertragungsprotokolle (s. Kap. 2). Diese Protokolle geben nun eine fest definierte Art und Weise wieder, wann wie und auf welchem Wege die Daten zwischen Computern übertragen werden sollen. Der Name dieser Verkehrsregeln war (und ist) TCP/ IP (Transmission Control Protocol/ InterNet Protocol). Testweise wurden 1970 die ersten Universitäten damit vernetzt, und bereits zwei Jahre später hatte sich die Zahl der angeschlossenen Computer (Jargon: Sites, sprich: ßeits) verzehnfacht. Jeder Nutzer einer Site konnte mit jedem anderen Nutzer einer anderen Site kommunizieren.
1979 wurden dann die noch heute gültigen Versionen von TCP/IP bekannt gegeben. Diese Protokolle sind die Grundlage für Online Dienste wie Mail, FTP, WWW des InterNets. Diese werden später noch ausführlich behandelt.
Im Laufe der Zeit hatte sich das ARPAnet dramatisch vergrößert. Ende der 70iger Jahre bekam es dann den Namen InterNet. InterNet kommt von InterNetworking und ist der Name des Zusammenschlusses verschiedener amerikanischer Netze wie ARPAnet, NSFnet, NYSERnet, MILnet etc. zu einem großen Netzwerk. Alle Netze benutzen die gleiche Grundlage: TCP/IP. Das ARPAnet existiert noch heute als Forschungsnetz. Der militärische Zweig hat sich unter dem Namen MILnet abgespalten. Trotzdem stehen alle Netze untereinander in Verbindung! Die Bezeichnung für alle Netze zusammen ist InterNet. Es gibt also kein einzelnes Netz mit dem Namen InterNet.
Durch die Publizität des Betriebsystems UNIX, insbesondere mit Erscheinen des freien UNIX 4.2BSD (frei gleich kein Copyright) Anfang der 80iger Jahre, wurde TCP/IP zu der Methode um UNIX Rechner miteinander zu verbinden (etwa über eine Standleitung).
In der Duke University (NC) in den USA entwickelten Studenten (Tom Truscott und Jim Ellis) und Dozenten zur gleichen Zeit (Ende der 70er Jahre) ein weiteres Protokoll, mit dem UNIX Computer Daten austauschen konnten. Es war wesentlich einfacher als TCP/ IP, ermöglichte aber keine Online-Dienste. Das Protokoll hieß UUCP (Unix-to-Unix-CoPy). UUCP ist einem Übertragunsprotokoll wie YMODEM (s. Kap 2) sehr ähnlich. Mit UUCP können von einem UNIX Rechner auf einen anderen UNIX Rechner, Dateien kopiert werden. UUCP ist also nicht sehr viel mehr, als ein Kopierbefehl über eine Datenleitung. Durch UUCP konnten viele kleinere Rechner mit dem InterNet Nachrichten austauschen, die über keine Standleitung verfügten. UUCP-Lösungen gab es dann auch auf sehr vielen nicht UNIX-Rechnern.
Der reine Nachrichtenbereich von InterNet heißt UseNet und ist auch von der Duke University von Studenten (Tom Truscott, Jim Ellis, Steve Bellovin und Steve Daniel) entwickelt worden. 1981 wurde das System von Studenten der Berkley Universität (Mark Horton und Matt Glickman) perfektioniert. Der Inhalt von UseNet sind öffentliche Bretter, die Newsgroups genannt werden. Jede Newsgroup hat einen Namen, der ihren Zweck definiert (dazu später mehr). Private Nachrichten werden im UseNet Mail genannt.
Zur Erklärung: UNIX ist ein Betriebssystem das MS-DOS und MS-Windows vergleichbar ist, nur wesentlich leistungsfähiger.
Ebenfalls Ende der 70er Jahre (ja, es ist sehr viel passiert in dieser Zeit :-) ) war der Zeitpunkt, an dem die ersten Rechner in Deutschland am InterNet teilnahmen. Im Laufe der Jahre kamen immer mehr Organisation, Firmen, Universitäten und Privatleute aus allen Ländern hinzu.
Weil das Netz immer noch sehr stark wächst, steigt auch das Datenaufkommen immer weiter. Die Daten für viele Millionen Nutzer müssen ja übertragen werden. Demzufolge steigt auch der Bedarf an flotten Datenleitungen schnell an. Normale Telefonleitungen können die Datenmenge nicht mehr schnell genug transportieren. Was kann also dagegen getan werden? Wenn eine Landstraße den Verkehr nicht mehr schafft, wird eine Autobahn gebaut. In der Computerwelt werden dazu Glasfaserkabel benutzt, die mit jeder Menge Technik leicht das 100 bis 1000fache einer normalen Leitung schaffen. Dies ist die Datenautobahn. Die Clinton/ Gore Regierung in den USA hat diesen Begriff als Data-Highway geprägt. Ein großer InterNet-Rechner in den USA bewegt z. B. 2 GBit/s, was ausreicht, um den kompletten Brockhaus ein paarmal zu übertragen.
<Kein Bild>
Abb 3.12: Anzahl der angeschlossenen Länder
Die Festlegung auf UNIX besteht schon lange nicht mehr. Es gibt viele preiswerte Lösungen für alle Rechnerplattformen. In den 90iger Jahren, wird es Privatleuten daher sehr einfach gemacht, am InterNet und damit in der sogenannten globalen Stadt teilzunehmen. Was auch die steigenden Teilnehmerzahlen beweisen. Genaue Zahlen existieren aber nicht, da das InterNet keine Zentrale hat. Das Netz funktioniert, ganz nach dem Willen der Erfinder, völlig dezentral.
Eine parallele Entwicklung zum InterNet ist das Packet-Radio, das hier noch der Vollständigkeithalber erwähnt werden sollte. Packet-Radio verwendet ebenfalls TCP/ IP als Grundlage zum Datenaustausch. Doch anstatt über Datenleitungen aus Kabel werden die Daten via Funk übertragen. Leider ist diese Methode bis vor kurzem in Deutschland verboten gewesen.
Das Grundgerüst im InterNet sind die Sites. Über die Protokolle TCP/ IP haben alle eine gemeinsame Grundlage um sich zu verstehen. Die meisten InterNet Rechner sind über Standleitungen miteinander verbunden. Doch nicht jeder Rechner hat zu jedem Rechner eine eigene Leitung, das währe viel zu teuer und umständlich. Es gibt hier eine gewisse Infrastruktur. Jeder Rechner gibt die Daten an einen anderen Rechner weiter, der sie wieder weiter gibt usw. bis die Daten am Zielrechner angekommen sind. Dieser Vorgang dauert maximal nur einige Sekunden, selbst wenn der Anwender in Oslo sitzt und die Datenbank in Sydney. Der Anwender zahlt also nur die Gesprächsgebühren zu seinem InterNet Knoten (Host genannt).
Doch was für Daten werden ausgetauscht? Eingangs wurde immer mal wieder von Online und Offline Diensten gesprochen. Diese Dienste sollen hier zuerst kurz vorgestellt werden, da Sie zum Verständnis der Arbeitsweise des InterNets wichtig sind. Anhand dieser Dienste wird dann die Grundlage des TCP/ IP Protokolls erklärt. Die Online-Dienste werden später noch wesentlich genauer dargestellt.
Für Offline Dienste braucht der Anwender nicht andauernd mit seinem Server verbunden zu sein. Er ruft nur einmal die für ihn gespeicherten Daten ab. Das UseNet, als Untergruppe des InterNets ist komplett offline zu benutzen.
Private Nachrichten, also von einer Person an eine andere, werden im UseNet Mails genannt. Wird eine Mail an mehrere Rezipienten geschrieben, spricht man von einer "cc", einer Carbon-Copy (engl.: Blaupause). Die Nachricht wird vom Host dann entweder zu seinem Uplink (s. Kap. "Von Hand zu Hand") geschickt, der die Mail dann weitersendet, oder sie wird über InterNet direkt dem Empfänger zugestellt. Die erste Variante wird benutzt, wenn die Site nur per UUCP am Netz hängt, also keine Online-Dienste hat, was das direkt ausliefern von Mail aber ist. UUCP-Sites rufen in der Regel ein oder zweimal bei ihrem Host an (Pollen), und holen Nachrichten an sie ab. Dabei senden sie noch ihre eigenen Nachrichten weiter. Wenn dieses Prinzip von mehreren Sites benutzt wird, lagert die Nachricht in der nächst höheren Stelle einige Zeit, bis sie weiterbefördert werden kann.
Das Versenden von Mail im InterNet, geht zwar meist sehr schnell, doch sollten (wie schon einmal erwähnt) keine zu persönlichen Daten übermittelt werden. Kreditkartennummer, Codewörter etc. können von Dritten ausgespäht werden. Im InterNet ist aber das verschlüsseln von Nachrichten erlaubt (s. das Kapitel über Points).
Die Vielfalt von UseNet machen die öffentlichen Bretter aus, die im UseNet-Jargon Newsgroups (sprich: "Njuusgrups"), oder in der Kurzform News (engl.: Neuigkeiten) heißen. Im deutschen werden Newsgroups auch als Gruppen bezeichnet. Im UseNet existieren ca. 6000-7000 Newsgroups, mit jeweils eigenem Thema. Hier wird wohl jeder fündig werden. Eine Liste ist im Anhang mit beigefügt.
Eine Mischung zwischen Newsgroups und Mails sind Mailinglisten. Einige Themen sind zu speziell, als das es sich lohnen würde deswegen eine Newsgroup zu eröffnen. Daher schreiben sich Interessenten an einem zentralen Rechner in eine Liste zu diesem Spezialthema ein. Schreibt nun ein Teilnehmer dieser Liste an einen speziellen (fiktiven) Nutzer auf dem Listenserver, wird diese Nachricht an alle Teilnehmer in dieser Liste per Mail geschickt. Dieses Prinzip ist einem Presseverteiler sehr ähnlich. Bei einigen Mailinglisten kann sich der Nutzer selber eintragen, bei anderen muß er den Listenverwalter (engl.: List-Keeper) darum bitten.
Teilweise ist der Zugang zu bestimmten Listen nur auf Fachleute zu speziellen Themen beschränkt, um das Diskussionsniveau wissenschaftlich und hoch zu halten. Mailinglisten dienen aber auch Interessengemeinschaften zur Publikation unter ihren Mitgliedern. Weiterhin werden Mailinglisten verwendet, wenn zu bestimmten Themen die Newsgroups nicht überall erhältlich sind. Dies ist z. B. in anderen Netzen als InterNet möglich. Die Teilnehmer dort können aus dem InterNet vielleicht nur Mails empfangen, aber keine News.
Da das UseNet sehr international ist, mit anderen Worten, es ist überhaupt nicht national. Daher sind sehr viele Gruppen in Englisch, oder in einer anderen Sprache. Die deutschen Newsgroups sind daran zu erkennen, das sie mit "de." anfangen. Eine deutsche Newsgroup wäre z.B. "de.soc.verkehr".
Die Bezeichnungen der Newsgroups geben in etwa ihr Themengebiet wieder und folgen einem System. Außer "de." gibt es im UseNet mehrere übergeordnete Bezeichnungen aus denen sich der Name bildet. Gelesen und interpretiert wird der Name einer Newsgroups von links nach rechts.
Hauptgruppe Bedeutung
ALT ALTernativeNet, viele Diskus-sionsgruppen aus dem alltäglichen und Hobbybereich. Keine spezielle Richtung.
COMP COMPuterNet, hier handelt es sich um EDV spezifische Themen aller Facetten.
DE DEutsche Gruppen
MAUS Newsgroups aus dem MAUSnet zu allen Themen, ein kleines deutsches Netzwerk
REC RECreation (engl.: Erholung), beschäftigt sich mit Kunst, Hobby und Sport
SCI SCIence (engl.: Wissenschaft), beschäftigt sich mit naturwissenschaftlichen Themen.
SOC SOCiety (engl.: Gesellschaft), beschäftigt sich mit gesellschaftspolitischen, religiösen und kulturellen Themen.
Tab 3.6: Obergruppen im UseNet.
Tab 3.6 gibt nur eine Liste der Gruppen wieder, die am stärksten im UseNet vertreten sind. Sehr oft gibt es noch regionale Obergruppen, wie z. B. "BLN." für Berlin. Typische Namen für Newsgroups sind z. B. "sci.med.dentistry" für Zahnheilkunde, oder "rec.arts.movies" für Kinofilme.
Einige Newsgroups sind aufgeteilt. In der einen Gruppe werden Informationen verbreitet (manchmal von einer zentralen Stelle) und in der anderen wird über die Themen frei diskutiert. Diese Zweiteilung in zwei Gruppen ist immer dann vorteilhaft, wenn wegen der Übersichtlichkeit in einer Gruppe keine Diskussionen stattfinden sollen. Die Newsgroups in denen dieses Prinzip angewandt wird sind markiert. Existiert zu einer Newsgroup eine weitere Newsgroup gleichen Namens, aber mit dem Anhängsel ".d", wird in der mit ".d" markierten Gruppe diskutiert. Beispielsweise "bln.announce.in-berlin" ist eine Gruppe für Veröffentlichungen des Vereins "IN-Berlin e.V.". In dieser Gruppe darf vom Nutzer nicht geschrieben werden, sie ist ReadOnly (engl.: nur zum lesen). In der Gruppe "bln.announce.in-berlin.d", darf dann über die Artikel in der anderen Gruppe diskutiert werden.
Die Laufzeiten von Mail liegen im UseNet bei ca. ein bis zwei Tagen. Sind einige Sites aber zusätzlich auch InterNet Rechner, werden Nachrichten innerhalb von Sekunden an den Zielort durchgegeben. Öffentliche Nachrichten werden fast ebenso schnell verbreitet.
Wie auch in anderen Netzen hat jeder Rechner im InterNet eine Adresse. Es ist in einem Netzwerk unbedingt wichtig, daß jeder Rechner seine eigene Adresse hat. Mit dieser Adresse haben auch alle Nutzer dieses Rechners ihre weltweit einmalige eigene Adresse. Was aber gar nicht so einfach ist, da im InterNet/ UseNet eine immense Anzahl von Rechnern existieren. Wie werden Rechnernamen vergeben?
Eine InterNet-Adresse setzt sich aus dem Namen des Nutzers und dem Rechnernamen zusammen. Der Rechnername ist wiederum in eine weitere Hierarchie eingebunden, die angibt in welcher Organisation oder in welchem Land er steht. Dies könnte in gewisserweise also als Heimat des Servers interpretiert werden. Das ist die Idee, die hinter einer Domain (engl.: Heimat) steckt. Eine Domain ist ein Zusatz zum Rechnernamen. Erst Nutzername, Rechnername und Domain ergeben die vollständige Adresse. Die Domain spaltet sich dann in verschiedene Teile auf.
Das Schema eine InterNet Adresse lautet:
<user>@<computer>.<domain>.<topleveldomain>
Das "@"-Zeichen wird als "at" gelesen, was übersetzt "bei" heißt. Der Nutzer "User" ist also beim Rechner "Computer" in "domain.topleveldomain". Die Topleveldomain gibt meistens das Land an, in dem der Computer steht, z. B. ".de" für Deutschland, ".gr" für Griechenland, etc. Das ist leider etwas unanschaulich. Ein praktisches Beispiel ist die Adresse des Buchautors:
ag@krypta.snafu.de
Der Anwender braucht nur die Adresse einzugeben, um eine Nachricht zu schreiben, aber der Computer der diese Nachricht befördern soll, muß wissen was er damit tun soll. Sitzt der Sender der Nachricht vielleicht in den USA, kann der dortige Rechner mit einer deutschen Adresse herzlich wenig anfangen. InterNet Rechner interpretieren von Adressen aber nur die Teile die sie kennen. Dabei gehen sie von rechts nach links vor. Von der deutschen Adresse kennt der amerikanische Rechner aber nun rein gar nichts. Also schickt er sie weiter nach oben zu seinem Uplink. Der höhere Rechner kennt die Toplevel-Domain ".de" und sendet die Nachricht an einen deutschen Server. Der deutsche Server kennt zwar ".krypta" nicht, aber "snafu." sagt ihm was, also sendet er die Nachricht zu dem "snafu."-Server in Berlin. Der "snafu."-Server kennt keinen "ag", aber dafür "krypta.". Auf dem Rechner "krypta" angekommen, wird die Nachricht in das Postfach des Users "ag" kopiert. Die Mail ist angekommen. Durch diese stufenweise Weiterleitung, muß nicht jeder Rechner jeden anderen kennen. Es genügt, wenn jeder ein Stück weis, dadurch lassen sich viele Daten sparen. Die Domain wird einem Rechner meist vom Provider zugeteilt.
Eine Liste der Länderkürzel wird im Anhang mit beigefügt.
Die Online-Dienste haben das InterNet erst beliebt gemacht. Um Online-Dienste zu nutzen muß der Anwender für die Dauer seines Aufenthaltes im Netz, mit dem Server verbunden werden. Mit Online-Diensten lassen sich Datenbank direkt abfragen, d. h. Sie bekommen die Antwort auf Ihre Anfrage kurz nachdem sie gestellt wurden. Damit Sie die Antworten aber bekommen können müssen Sie verbunden bleiben. Diese Dienste werden auch interaktive Dienste genannt, da sie direkt mit dem Anwender kommunizieren.
Die Anfragen die gestartet werden und die Antworten der Datenbanken die darauf erfolgen sind Daten. Diese Daten werden in kleine handliche Pakete zerhackt, die dann vom InterNet mittels TCP/ IP übertragen werden. Jeder InterNet Rechner ist über eine Datenleitung zu seiner übergeordneten Stelle verbunden. Die Datenleitung kann ein Modem, ISDN, X.25 (dem Datex-P der Telekom) oder eine Funkstrecke sein. Durch diese Verbindungen werden die Daten von einem Rechner zu anderen gesendet (geroutet), bis sie sich am Zielort befinden (s. Listing 3.11). Die Antwort nimmt den gleichen Weg zurück. Das bedeutet für den Anwender, daß für ihn nur Verbindungskosten zum nächsten InterNet-Rechner anfallen, nicht aber irgendwelche Ferngespräche, nur weil die Datenbank in Australien steht. Der InterNet Server kümmert sich um die Weiterleitung der Daten.
Einige InterNet Provider rechnen nach der über sie übertragenen Datenmenge ab. Bestimmte Provider berechnen für internationalen Verkehr, sogar höhere Gebühren. Im eigenen Interesse sollte sich der Anwender einen Provider suchen, der nur pauschale Preise nimmt. Ansonsten werden die Kosten ziemlich schnell unübersichtlich. Die Datenbanken im InterNet sind aber meistens kostenlos.
Im InterNet gibt es verschiedene Online-Dienste. Einige können Dateien (also Programme) übertragen, andere können multimediale Daten übertragen. Um bestimmte Online-Dienste auf einem fernen Server nutzen zu können, muß aber der gewünschte Server diese Dienste auch unterstützen. Auf dem Heim-PC muß entsprechend zum gewünschten Online-Dienst auch noch ein Steuerprogramm (ein Client-Programm) installiert werden. Die Client-Programme sind meisten PD oder Shareware. Auf der CD-ROM sind alle wichtigen Programme mit enthalten.
Es ist unerheblich, ob der InterNet Rechner bei dem der Anwender mit seinem Modem anruft, bestimmte InterNet Dienste unterstützt. Dieser fungiert nur als Relais, der die Daten des Anwenders zu einem fernen InterNet Rechner durchgibt.
FTP bedeutet File-Transfer-Protocol. Dieser Dienst wird zum übertragen von Dateien benutzt. Der Nutzer stellt mittels eines FTP-Programmes eine Verbindung zu einem beliebigen FTP-Server her. Dieser FTP-Server stellt dem Anwender dann innerhalb von Verzeichnissen auf seiner Festplatte, Dateien zur Verfügung, die dieser sich auf den Heim-PC kopieren kann. Im FTP-Server kann der Anwender dann die Verzeichnisse wechseln und Dateien hinein oder heraus kopieren. Der FTP-Server wird vom Anwender mit Kommandos gesteuert, die denen von MS-DOS ähnlich sind. Moderne Client-Software ermöglicht aber auch die Bedienung per Maus.
Um die volle Bandbreite des FTP nutzen zu können, wird ein Passwort gebraucht, das den Anwender als berechtigte Person ausweist. Existiert keine solche Identifikation, kann der Anwender z. B. keine Dateien löschen. Allerdings hat der Anwender meistens trotzdem Zugang zu einem Dateibereich des FTP-Servers, den dieser der Allgemeinheit der Netzteilnehmer zur Verfügung stellt. Dieser Zugang nennt sich anonymous-ftp. Wenn der FTP-Rechner nach einem Passwort fragt, gibt der Anwender "anonymous" oder "ftp" ein, was standardmäßig den Zugang für alle Anwender öffnen. Als Passwort wird die E-Mail-Adresse verlangt.
Resolving krypta.snafu.de... Trying 194.64.152.200:21...
FTP session 1 connected to 194.64.152.200
220- krypta, JNOS FTP version 1.10b (80386)
220 Ready on Mon May 29 12:05:18 1995
Enter user name: ftp
331- Anonymous login OK. Please give e-mail address as password!
331 Enter PASS command
Password:
230 Logged in as anonymous, restrictions apply
ftp> dir
200 Port command okay
150 Opening data connection for LIST g:/pub/*.* (1348 bytes)
24000/ 18:21 3/25/95 ad-os2ap/ 23:10 4/03/95
astro/ 18:21 3/25/95 bios/ 18:21 3/25/95
cross/ 18:21 3/25/95 ct/ 18:21 3/25/95
dos/ 18:21 3/25/95 fax/ 18:21 3/25/95
fidprg/ 18:22 3/25/95 fidtext/ 18:22 3/25/95
ftpup/ 10:54 4/16/95 g_index/ 6:49 4/14/95
games/ 18:22 3/25/95 grafix/ 18:22 3/25/95
i_spiele/ 6:52 5/01/95 i_sware/ 5:54 4/08/95
nokids/ 18:22 3/25/95 os2/ 18:22 3/25/95
vir/ 18:22 3/25/95 winprg/ 18:22 3/25/95
20 files. 290,662,752 bytes free. Disk size 647,551,348 bytes.
LIST *.*: 1348 bytes in 0 sec (3063/sec)
226 File sent OK
ftp> cd winprg
257 "g:/pub/winprg" is current directory
ftp> dir
200 Port command okay
150 Opening data connection for LIST g:/pub/winprg/*.* (429 Bytes)
index.txt 1,830 2:01 5/03/95
tvvp_1mb.104 752,580 18:30 10/21/94
w32sole.exe 2,287,315 2:35 4/12/95
ww0981.zip 577,891 19:13 6/21/94
4 files. 290,662,752 bytes free. Disk size 647,551,348 bytes.
LIST *.*: 429 bytes in 0 sec (2600/sec)
226 File sent OK
ftp> bin
ftp> hash
ftp> get ww0981.zip
200 Type I OK
200 Port command okay
150 Opening data connection for RETR g:/pub/winprg/ww0981.zip (577891 bytes)
#############################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################################
RETR ww0981.zip: 577891 bytes in 18 sec (31364/sec)
226 File sent OK
ftp> quit
221 Goodbye!
FTP session 1 closed: EOF
Hit enter to continue
Listing 3.4: Einloggen als anonymer User und Datei downloaden.
Wie in Listing 3.4 zu sehen ist, sind die Eingaben des Benutzers fett gedruckt. In diesem Listing ist eine Beispiel FTP-Verbindung, wie sie sich dem Anwender darstellt abgedruckt. Der Befehl ist "bin" für alle Dateien notwendig, die (für Menschen) keine lesbaren Texte sind. Der Befehl "bin" ermöglicht erst das übertragen von Programmen oder komprimierten Archiven. Mit dem Befehl "get" holt sich der Anwender die gewünschte Datei auf seinen PC.
Die meisten InterNet-Rechner achten auf Groß -und Kleinschreibung! Der Nutzer muß bei Dateinamen genau hinsehen, sonst bekommt er vom Server eine Fehlermeldung. Unter UNIX ist die Datei "Prog1.ZIP" ungleich "prog1.zip"!
Mit dem Befehl "put" könnte er eine Datei von seinem Heim-PC auf den FTP-Server schicken (wenn er dazu die Berechtigung hat). Die "#"-Zeichen (Raute) sind eine Fortschrittsanzeige des Datentransfers. Jede Raute steht für 1024 Bytes, dadurch kann der Benutzer sehen, wieviel seiner Datei schon übertragen wurde.
Nicht alle FTP-Server lassen einen anonymous-ftp zu. Bei einigen werden nur Nutzer zugelassen, die dem System bekannt sind (etwa Mitarbeiter).
Um Dateien im InterNet zu suchen, gibt es ein weiteren Online-Service. Dieser wird Archie genannt. An Archie können die Dateinamen (oder Teile davon) gesendet werden und Archie gibt (bei erfolgreicher Suche) den Server aus, wo die Datei per FTP geholt werden kann.
Der TelNet-Dienst ist eine Art Terminalprogramm (s. Kap. 2), der es dem Anwender erlaubt, einen InterNet Rechner wie eine Mailbox, zu bedienen. Der eigene PC wird dann zum Terminal eines entfernten InterNet Rechners. Der Anwender kann den InterNet-Rechner dann so bedienen, als würde er lokal vor dessen Konsole sitzen. Das bedeutet, die Tastendrücke auf dem Heim-PC werden an den TelNet-Server geschickt und die Reaktion darauf sieht der Anwender auf seinem Monitor. Die InterNet Leitung ist also in diesem Falle mit einem langen Tastatur -und Monitorkabel zu vergleichen.

Abb 3.13: Bedienung eines entfernten Rechners vom Heim-PC aus.
Durch TelNet kann z. B. der wissenschaftliche Mitarbeiter einer Uni, sich in seinen Uni-Rechern einloggen, um zu sehen ob neue Post für ihn da ist. Um TelNet zu benutzen, muß der Anwender in den meisten Fällen dem entsprechenden System bekannt sein. Eine Standardprozedur wie "anonymous TelNet" gibt es nicht. Allerdings sind Identifizierungen bei einigen Datenbanken nicht nötig.
NFS bedeutet Network-FileSystem. Mittels NFS kann ein Nutzer über eine TCP/ IP Verbindung, die Festplattenlaufwerke eines NFS-Servers bei sich installieren (mounten). Er kann dann auf diese Laufwerke genauso zugreifen, als ob sie bei ihm lokal existieren würden. Dies ist aber nur für lokale Netzwerke (LANs) interessant, da sonst die Geschwindigkeit einer normalen TCP/ IP Verbindung nicht ausreichend ist.
Gopher (Engl.: Maulwurf) ist ein echtes Datenbanksystem, das von der University of Minnesota (ein Gopher ist ihr Maskottchen) entwickelt wurde. Es gibt mehrere zehntausend Gopherserver auf der Welt. Mittels eines Gopherprogrammes kann der Heim-PC einen Gopher-Server abfragen. Das System eines Gopherservers ist sehr einfach. Die Daten

Abb 3.14: Hierarchie in einem Gopher-Server

Abb 3.15: Ein Gopherserver in Canada
liegen in Verzeichnissen. Die Verzeichnisse haben aussagekräftige Namen, so daß der Anwender erkennen kann, ob in den Verzeichnissen etwas interessantes für ihn ist.
Wenn sich der Nutzer an einen Gopher-Server schalten läßt, kommt er zuerst in die Eingangspforte. Der Gopher-Server präsentiert ihm alle Hauptverzeichnisse bzw. Oberbegriffe.
Aus diesem Menü "klickt" der Anwender mit der Maus auf die entsprechend unterlegten Begriffe und der Gopher-Server sendet ihm die nächste Menüstufe zu, wo der Anwender wieder die Wahl hat, sein Informationsgebiet durch Spezifikation des Problems einzuengen. Ist er dann weit genug gekommen, gibt der Gopher-Server die entsprechende Information als Text-Datei aus.

Abb 3.16: Textdatei zu Bewerbungsvoraussetzungen an einer Uni.
Diese kann der Anwender dann ausdrucken oder abspeichern. Ist es nicht die gewünschte Information, kann der Anwender ein oder mehrere Stufen in der Hierarchie "höher" gehen und seine Suche erneut beginnen.
Ein weiterer bekannter Online Dienst im InterNet ist der IRC. IRC steht für Internet Relay Chat, was freiübersetzt etwas wie "Konversation mit Hilfe des InterNets" heißt. Der IRC ist mit dem CB-Funk vergleichbar, und wurde 1988 in der Universität Oulu (Finnland) von Jarkko Oikarinen entwickelt. Auf verschiedenen Kanälen haben sich Leute eingefunden, die sich online miteinander unterhalten können (via Tastatur). Gleich den öffentlichen Brettern, den Newsgroups, haben auch im IRC Kanäle Namen, die etwas über das Gesprächsthema aussagen. Der Anwender loggt sich mit einem IRC-Client Programm auf seinem PC in einen IRC-Server ein. Dort ist er dann unter seinem Namen, Spitznamen oder Pseudonym bekannt (das hier zulässig ist). Dann kann er sich alle Kanäle ausgeben lassen und sich für einen (oder mehrere) entscheiden. Ist er in einem dieser Kanäle, kann er sich auch schon mit anderen unterhalten. Die Nachrichten die der Anwender eintippt, werden gleich zu den anderen Teilnehmern geschickt und alles was diese tippen bekommt der Anwender auf seinen Schirm.

Abb 3.17: Eine IRC Unterhaltung.
Über IRC lassen sich Diskussionen führen oder einfach nur locker plaudern. Weltweit! Alle IRC-Server sind untereinander via InterNet verbunden. Also können natürlich auch Gespräche mit Japanern oder Chilenen geführt werden. Sollen private Gespräche geführt werden, wird einfach ein privater Kanal zum anderen Gesprächspartner geöffnet.
Der bekannteste Online-Dienst im InterNet dürfte wohl das WWW sein. WWW steht für World-Wide-Web, was "Weltweites Netz" bedeutet. Ursprünglich eine schweizerische Erfindung, ist WWW erst durch das starke Engagement der Amerikaner so beliebt geworden. WWW ist von der Anwendung her, der Windows-Hilfe sehr ähnlich. Mit einem WWW-Client (Jargon: WWW-Browser, sprich: WWW-Brauser) kann der Anwender auf seinem PC eine WWW-Seite darstellen. In einer WWW-Seite können neben Text auch Musik, Videos und Bilder dargestellt werden. Auf einer WWW-Seite gibt es farbig unterlegten Text. Dieser Text ist ein Verweis auf ein anderes WWW-Dokument oder Video, Musikclip etc. Dieses kann entweder auf dem gleichen Server liegen, oder sonst irgendwo auf der Welt. Diese Querverweise werden HyperLinks oder URLs (Uniform Ressource Locator) genannt.

Abb 3.18: Eine Kino-Vorschau im WWW
Der Nutzer braucht nur die entsprechenden aktiven Felder, auf einer WWW-Seite mit der Maus zu klicken, und schon werden ihm die neuen Daten präsentiert. Dabei kann es passieren, daß sich der Anwender rund um die Welt klickt, dies nennt dann der Freak "surfen". In Abb 3.17 ist eine Kino-Vorschau zum Film "Braveheart" der Paramount Pictures zu sehen. Vom eigenen WWW-Server der Paramount Pictures. Neben wichtigen Infos zum Film, sind auch Ausschnitte des Films zu sehen (mit Ton!). Diese Videos werden durch URLs gekennzeichnet.
Bei vielen Anfängern gibt es das Mißverständnis, daß das WWW ein eigenes Netz ist, oder ein zentraler Server. Das stimmt nicht. Jeder Rechner der sich im InterNet befindet kann WWW anbieten. Das bedeutet WWW ist Teil des InterNets und ebenso dezentral. Die Illusion des geschlossenen Netzes ergibt sich erst dadurch, das von einem WWW Dokument Verbindungen zu anderen Dokumenten existieren.
Die WWW-Seiten sind im sogenannten HTML-Format (HyperText MarkUp Language) geschrieben, ein Dateiformat, wie etwa das von Word für Windows. Um HTML Dokumente zu erstellen, ist ein extra Editor nötig (der auf der CD-ROM ist), oder ein Konverterprogramm, das Texte von Textverarbeitungen in HTML-Dokumente umwandelt .
Ein WWW-Browser ist gleichzeitig ein Bedienungsprogramm für FTP und Gopher.

Abb 3.19 Fernsehen über einen InterNet-Rechner
Das InterNet ist sehr vielfältig, die Anwendungen ebenso. Da das InterNet nur eine Art Telefonleitung darstellt, können findige Programmierer immer neue Möglichkeiten für eine Anwendung finden. Neben den oben beschriebenen Standardanwendungen, gibt es auch das Fernsehen oder das Radio über das InterNet (dazu später mehr).
Mittels des Programmes CuSeeMe (ein englisches Wortspiel für "ich seh Dich und Du mich"), können von einem entfernten InterNet-Rechner (kleine) bewegte Bilder übertragen werden. Manchmal läuft sogar eine US-Serie die es hier noch nicht gibt. :-)
Eine weitere faszinierende Möglichkeit ist das Telefonieren über InterNet. Dazu wird eine Soundkarte im Heim-PC gebraucht und ein Mikrofon. das Programm IP-Phone stellt dann die Verbindung zwischen zwei Netzteilnehmern her. Wer Bekannte und Verwandte in Übersee hat, wird sich freuen. Es fallen nach wie vor nur die Gesprächsgebühren zum InterNet-Provider an, also in 90% aller Fälle der Ortstarif.

Abb 3.20: Telefonieren im InterNet
Über eine TCP/ IP Verbindung kann mit einem entsprechenden Programm auch auf dem Heim-PC Xwindows (eine grafische Benutzeroberfläche für UNIX) gefahren werden. Damit kann der eigene PC z. B. auf die Ressourcen von weit stärkeren Rechnern zugreifen.
Damit sich zwei Menschen über InterNet unterhalten können, müssen natürlich beide Zugang zu InterNet haben und beide müssen das IP-Phone Programm auch gestartet haben. Auch das IP-Phone Programm ist auf der CD-ROM enthalten.
Besonders die letzten vorgestellten InterNet Dienste sind als Killerapplication im Netz berüchtigt. Gerade das Übertragen von multimedialen Daten, also von Text, Grafik, Audio und Video gleichzeitig ist sehr aufwendig und verschlingt eine große Bandbreite. Für die WWW-Seite in Abb 3.18 hätten leicht 500 persönliche Nachrichten übertragen werden können.

Abb 3.21: Das geschätzte Datenaufkommen im Netz allein durch WWW.
So ist es teilweise heute schon ein wahres Geduldsspiel, im InterNet zu "surfen", da die Antwortszeiten der Server manchmal schon einige Minuten betragen können. Dies ist bedingt durch die Überlastung der bestehenden Verbindungen. Wer ungestört im InterNet "surfen" möchte, muß sich bestimmte Tageszeiten heraussuchen, in denen seine Lieblingsserver weniger zu tun haben.
Im InterNet gibt es Informationen aller Art, früher wurde mehr mit dem Sammeln von Information sogar Geld verdient, aber heute wird eher damit Geld verdient, zu wissen wo sich Informationen befinden. Das Recherchieren im Netz wird auch das gesamte nächste Hauptkapitel füllen.
Einheitliche Bezeichnung von Online-Diensten
Weil mit einem WWW-Browser, außer HTML-Seiten (HyperText Markup Language) auch noch Gopher-Seiten, Newsgroups gelesen und FTPs gemacht werden können, ist es notwendig die Bezeichnung der einzelnen Services zu vereinheitlichen. WWW-Browser wie Netscape oder Mosaic sind Generalisten. Sie können fast jeden InterNet-Server bedienen. Damit ist die Zeit vorbei, wo jeder einzelne Service seinen eigenen Client braucht. Ein FTP-Client um per FTP Daten zu übertragen, ein Gopher-Client um Gopher-Datenbanken abzufragen etc. Die Tatsache, das auch heute noch zu jedem Dienst ein Client genommen wird, ist nur vorrübergehender Natur, bis die Software der WWW-Browser perfektioniert wurde.
In einer HTML-Seite können ja die unterschiedlichsten Querverweise auf andere Quellen im Netz stehen. Es können Videos gezeigt, Dateien übertragen, oder Artikel einer Newsgroup gelesen werden und vieles andere mehr. Jedes Video, jede Datei und jeder Artikel kann irgendwo auf der Welt im Netz sein, auf irgendeinem Server. Eine HTML-Seite kann also fast alle Netzressourcen nutzen. In den Querverweisen der HTML-Seiten, steht immer genau drin, was für ein InterNet-Dienst (also FTP, etc.) angefordert wird, welcher Server diesen Service bietet und welche Daten übertragen werden sollen. Zu diesem Zweck existiert in dem Querverweis ein URL (bzw. der Querverweis ist der URL). Das ist die Kurzform für "Uniform Ressource Locator", was soviel bedeutet wie "Einheitlicher Zeiger auf Ressourcen". Durch einen URL wird also immer ein Quelle im Netz genau bezeichnet (darauf gezeigt). Die Schreibweise (Syntax) der URLs lauten so:
Protokoll://Server/Verzeichnis/Datei
Die Protokolle sind gleich der einzelnen Services im Netz
Protokoll Dienst
file Das Protokoll "file" steht für den Verweise auf eine Datei der eigenen Festplatte.
ftp "File Transfer Protocol", Mit diesem Protocol werden Dateien von einem FTP-Server übertragen.
gopher Dies wird benutzt um einen Gopher-Server zu bedienen.
http "HyperText Transfer Protocol", mit diesem Protocol werden WWW (HTML) Seiten übertragen.
news Durch dieses Protocol wird ein NNTP (NetNews Transfer Protocol) News-Server angesprochen. Dadurch können Anwender mit einem WWW-Browser auch Newsgroups lesen.
telnet das Protokoll "telnet" baut eine TelNet Verbindung auf.
Tab 3.7: Die wichtigsten InterNet-Protokolle.
Um auf eine Datei per FTP zuzugreifen ist z. B. nur der URL "ftp://ftp.fu-berlin.de/pub/pc/win3/driver/grafik.zip" bei einem WWW-Browser einzugeben. Wenn keine spezielle Datei angegeben wird, gibt der WWW-Browser den Inhalt des Verzeichnisses aus.
Eine WWW-Seite wird beispielsweise so beschrieben: "http://www.novell.com/index.html".
Die URLs sind kein neues Protokoll, oder ein neuer Service, sondern nur eine neue Bezeichnungsart. Durch einen URL lassen sich alle InterNet-Dienste auf die gleiche Art und Weise beschreiben. Erst dadurch lassen sich alle Dienste mit einer HTML-Seite darstellen und mit der Maus ausführen.
Über das InterNet kann der Anwender auch unter einer Vielzahl von Programmen wählen. Das Verfahren per FTP Programme und andere Dateien zu bekommen, wurde schon erklärt. Doch es gibt noch mehr Möglichkeiten. Besonders für die Nutzer die keinen InterNet-Anschluß haben, sondern nur einen UseNet Anschluß, also lediglich über Mail und News verfügen. Wie können Programme trotzdem versendet werden? Indem das genommen wird, was jedem zur Verfügung steht, eben Mail und News. Doch mit Mail und News können nur Buchstaben übertragen werden, aber keine Programme.
Normaler Text wird in Form von ASCII Zeichen ausgetauscht (s. Kapitel 2). ASCII ist eine Norm der Codierung von Zeichen, damit alle Computer verschiedener Bauart Texte austauschen können. Prinzipiell sagt ASCII nur aus, das wenn Computer 1 ein "A" schreibt, Computer 2 auch ein "A" liest.
Diese ASCII-Codes existieren für alle Buchstaben des Alphabets. Computer tauschen die Daten aber nun nicht in Form von Klartext aus, sondern in einer fast endlosen Reihe von Nullen und Einsen. In Bits. Jedes Bit kann entweder Null oder Eins sein. Acht Bit ergeben ein Byte. Der Heim-PC wird zum Beispiel meistens einen Hauptspeicher zwischen 4 und 32 Millionen Bytes haben (je nach Finanzkraft des Eigentümers). Ein ASCII-Code braucht aber nur sieben Bits, Programme oder Archive aber acht. Dateien die eine Breite von acht Bits brauchen, werden im UseNet Binaries genannt. Ein Text besteht aus Buchstaben und damit aus ASCII-Codes, also einem Vielfachen von sieben Bits. Mail und News sind im UseNet auf Text, also nur auf sieben Bits programmiert. Ein Programm welches ein Vielfaches von acht Bits braucht, kann nicht ohne weiteres übertragen werden. Diese Situation ist vergleichbar mit einer Brücke, die für einen LKW zu niedrig ist.
Der LKW kann die Luft aus den Reifen lassen und aus acht Bit Daten können sieben Bit Daten gemacht werden. Mit Spezialprogrammen werden acht Bit Daten, sieben Bit kodiert. Es wird ein lesbarer Text erzeugt, der in seiner Länge etwa die Hälfte größer ist als das eigentliche Programm. Dieser Text kann dann per Mail oder News verschickt werden. Der Empfänger muß mit einem zweiten Spezialprogramm aus dem Text wieder das Ursprungsprogramm erzeugen. Den Vorgang des Umwandelns von einem acht Bit Programm in einen sieben Bit Text nennt sich UUENCODE (sprich: ju-ju-enkoud). Die Umkehrung davon ist das UUDECODE.
Das Archiv (komprimierte Datei) PROG1.ZIP, mit einer Länge von 366 Bytes soll uuencodet (neudeutsch) werden. Durch die entsprechende Prozedur (es gibt ein Windows-Programm das das erledigt), wird daraus die uuencodete Datei PROG1.UUE mit einer Länge von 706 Bytes. Die Datei sieht nun so aus:
section 1 of uuencode 5.10 of file prog1.zip by R.E.M.
begin 644 prog1.zip
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```
`
end
sum -r/size 34423/532 section (from "begin" to "end")
sum -r/size 60613/366 entire input file
Listing 3.5: Eine 7-Bit codierte Datei.
Durch das dekodieren, entsteht wieder die Datei PROG1.ZIP. Mittels UUENCODE können Dateien beliebiger Größe versendet werden. Bei längeren Programmen zerstückelt UUENCODE die Datei in mehrere Segmente, die dann auch einzeln verschickt werden müssen. Dies hat den Grund, das sehr oft die maximale Länge einer Mail auf 64 KByte limitiert ist.
Für wichtige Belange können FTPs auch per Mail durchgeführt werden. Dieser Service wird Mail-Server genannt. Der Nutzer schreibt eine Mail an einen InterNet-Rechner. In dieser Mail steht z. B. welche Datei er von wo haben möchte. Dieser InterNet-Recher führt dann die Befehle (die gleich denen im richtigen FTP sind) in der Mail aus.
To: ftpmail@info2.rus.uni-stuttgart.de
open ftp-os2.cdrom.com
size 10K
compress
cd /pub
get index.txt
quit
Listing 3.6 Mail an einen FTP-Email-Server
Entsprechend dem Beispiel in Listing 3.6, holt er dann die Datei und uucodiert diese, um sie dem Nutzer dann zu schicken.
Bevor Dateien extensiv hin und her geschickt werden, sollte sich der Anwender klar sein, das durch das Versenden solcher Mails eventuell hohe Sekundärkosten entstehen können.
Ist der Nutzer an einen nicht-komerziellen Provider angeschlossen, so muß der Betreiber dieses Servers die Mails auf seine Kosten übertragen. Da am Routing mehrere Sites beteiligt sind, haben viele Leute durch solche Mail unter Umständen hohe Kosten! Gleiches gilt für die Verbreitung von uucodierten Programmen via Newsgroups. Einige Newsgroups werden weltweit verbreitet, vergewissern Sie sich dreimal, ob ein Posting dann wirklich notwendig ist!
Sind Sie an einen kommerziellen Provider angeschlossen, kann es sein, daß für internationale Mail extra gezahlt werden muß. Andere Provider rechnen nach der Menge der übertragenen Daten ab. Die Kosten für den Anwender können schnell steigen, wenn diese Methode Dateien auszutauschen öfter angewendet wird.
In einigen Newsgroups werden regelmäßig uucodierte Dateien veröffentlicht. Der Anwender muß diese Gruppen abonnieren und mit seiner Software dann die entsprechenden Nachrichten dekodieren. Die Newsgroups die solche Binaries transportieren, sind oft leicht am Namen zu erkennen. Sie heißen: "alt.binaries." oder "comp.binaries.". Doch gerade wer mit einem Modem am Netz teilnimmt, sollte aufpassen, das Nachrichtenaufkommen in diesen Gruppen kann leicht einige MBytes pro Gruppe betragen.
In einigen Newsgroups werden Bilder, Texte oder Videos verbreitet, die Jugendlichen nicht zugänglich gemacht werden dürfen. Es handelt sich hier einerseits um normale erotische Darstellungen aber auch um blanke und eindeutige Pornographie! Eltern oder Lehrer sollten bei Ihren Schützlingen darauf achten, daß die Newsgroupssammlung sexfrei ist. Einiges an der verbreiteten Pornographie ist in den meisten Ländern (inkl. Deutschland) rechtswidrig! Seit neuestem gibt es Programme, die solche Angebote filtern können.
Regelwächter in den Newsgroups
Viele Gruppen sind selbstregulierend, d. h. es existiert keine Autorität die irgendwie eingreift. Fallen User unangenehm auf, kann es sein das sie dutzende oder gar hunderte von teils freundlichen, teils weniger freundlichen Mails bekommen. In diesen werden sie aufgefordert, ihr Verhalten zu ändern. Doch einige Newsgroups haben einen oder mehrere Moderatoren. Die Moderatoren achten darauf, das die Nachrichten auch in etwa dem Thema der Gruppe entsprechen. In moderierten Gruppen, senden die Leute, die etwas in dieser Gruppe veröffentlichen wollen, ihre Nachricht per Mail an den Moderator. Dieser veröffentlicht dann die Mail in der Newsgroup, wo diese dann von allen angeschlossenen Usern gelesen werden kann. Entspricht die Nachricht nicht den Anforderungen für eine Veröffentlichung, wird sie gelöscht. Diese Funktion des Moderators, wird kommunikationswissenschaftlich Gatekeeper (engl.: Torwächter) genannt. Er allein entscheidet, welche Nachrichten veröffentlicht werden und welche nicht. Der Moderator hat eine große Verantwortung und muß viel Fachwissen besitzen, damit dieses Prinzip nicht in Zensur ausartet. Newsgroups die "moderated" sind, kommen meist aus naturwissenschaftlich/ technischen Bereichen.
In einigen Newsgroups existieren Textdateien, die monatlich publiziert werden. In diesen Textdateien stehen die häufigsten Fragen, die ein Neuling zum Thema des Brettes haben könnte und die entsprechenden Antworten. Damit wird das Niveau der Newsgroup hoch gehalten und es müssen nicht immer wieder grundsätzliche Dinge diskutiert oder behandelt werden. Außerdem ist es für den Nutzer wesentlich komfortabler die richtige Antwort auf seine Frage gleich nachlesen zu können, als noch Tage darauf zu warten. Diese Textdateien nennen sich FAQs, was eine Abkürzung für "Frequently Asked Questions" ist (engl.: Häufig gestellte Fragen).
* WHAT ABOUT A HYPERTEXT INFO FILE?
Well, some moons have passed since edition 1.00, and now it's there! But you need to patch "makeinfo v1.55" with the included "makeinfo-1.55. patch" file, and compile it with "-DJOKES=1" defined. Then type "make info" for the Info, and "make txt" for a TEXT/ASCII version.
-=- * -=-
* HOW TO CREATE THE HTML FILES?
Just say "make html" which runs "texi2html" on "bdgtti.texi" and creates a bunch of HTML files; Note that "texi2html" needs Larry Wall's "perl" program to be installed on your system. Maybe you need to edit the first line in the perl script "#!/usr/local/bin/perl" to whatever directory "perl" is installed on your system.
-=- * -=-
* HOW TO HANDLE TYPOS, MISTAKES, AND OTHER BUGS?
Given, that this is still the first edition, some "bugs" or other "quirks" are inevitable, that might have been overseen during Texinfo production. If you find something, drop me an e-mail; if you have any comments or questions, want to make further addition or corrections, please send "all-your-stuff" to the address below. I'll probably include them into future releases of this guide.
But, please, folks, don't expect an answer on your question until the weekend following your quest. And thus you might drop me the question on Fridays. I am currently writing my thesis on something completely different than the Internet, WWW, Information Retrieval, or something alike, and thus like to limit the e-mail traffic on this project to the weekends.
Thanx in advance for your patience!
-=- * -=-
Listing 3.7: Ausschnitt aus einer FAQ des Big-Dummy-Guide-through-the-InterNet
Es gibt auch einige FAQs in deutsch. Außer durch die monatliche Verbreitung in der betreffenden Newsgroup, können viele FAQs auch per FTP bezogen werden.
Grundlagen zu Netzwerken allgemein.
Damit Computer verschiedener Hersteller in einem Netzwerk miteinander kommunizieren können, müssen die Datenformate in der die Computer die Daten verschicken, teilweise geändert werden. Ein typisches Netzwerk wird in Abb 3.22 gezeigt.

Abb. 3.22: Beispiel eines Netzwerkes.
In einer großen Organisationen existieren meist mehrere Netzwerke. Es wäre aber optimal, wirklich auf alle Ressourcen in der gesamten Organisation zugreifen zu können. Daher werden die Netzwerke wiederum untereinander vernetzt. Aus der Abb. 3.22 ist zu sehen, daß die meisten Hersteller (Rechner A, B, C) ihre eigenen Protokolle haben. Um alle Rechner unter einen Hut zu bringen, müssen die Protokolle gewandelt werden. Dies wird von sogenannten Gateways (Protokollkonverter) erledigt. Gateways bringen in der Informatik generell ein Format in die Form eines anderen. Um mehrere Netze des gleichen Typs zu verbinden (etwa zwei Gebäude, oder Filialen) werden sogenannte Router (sprich: "Rauter") benötigt (Datenvermittlungseinheit). Diese Router können anhand der Zieladresse der Daten entscheiden, über welche Kanäle diese geschickt werden. Wird z. B auf einen Rechner in München zugegriffen, gehen die Daten ins ISDN Netz der Telekom. Werden aber nur die Daten von "nebenan " abgefragt, laufen die Daten intern in der Firma zum Ziel.
Hier kommt auch die anfangs erwähnte Redundanz der Verbindungen zum tragen. Wie erwähnt, war es dem US-Militär wichtig, auch bei teilweise zerstörten Leitungen die Verbindung zu den Außenposten nicht abreißen zu lassen. Es gibt (softwaremäßig) intelligente Router, die erfassen können, das eine Leitung/ Kabel gestört ist und sofort schalten sie auf eine andere Leitung (sofern vorhanden) um. Dieser Vorgang wird ganz banal lernen genannt. Sind die primären Leitungen wieder operabel, schalten sie wieder auf diese zurück. Im Idealfall merkt der Benutzer nichts davon. Im schlimmsten Fall (engl.: worst case) bricht die Verbindung ab. Dieser Zustand ist fast jedem Bankkunden als offline bekannt.
Dann gibt es noch Bridges (engl.: Brücken), die zwischen verschiedenen Rechnern im Netzwerk vermitteln können. Es existieren weiterhin noch Hybriden zwischen Routern und Bridges, die Brouter (sprich: Brauter) genannt werden. Damit verschiedene Terminals die gleiche Leitung und den gleichen Rechner nutzen können, werden Multiplexer gebraucht. Ein Multiplexer fäßt die Daten von vielen Terminals zusammen und versendet sie. Anhand der Daten kann er erkennen, von welchem oder an welches Terminal die Daten laufen.
Leider sind viele Begriffe nicht eindeutig definiert. Viele Fachleute verwenden die Termini immer nach belieben. So geht ein Protokollkonverter schon mal als Router durch, obwohl es ein Gateway ist.
TCP/ IP als Grundlage des InterNets
Für den Alltag des Anwenders ist es wichtig, daß er ohne große Vorkenntnisse der Computertechnik die globale Vernetzung nutzen kann, etwa aus seiner Textverarbeitung heraus. Über welche Leitungen und Computer seine Daten gehen, braucht er nicht zu wissen. Wichtig ist nur, daß die Daten auch da ankommen wo sie hin sollen, natürlich möglichst schnell. Diese Zusammenarbeit von Computern wird in der Fachwelt oft von Interconnectivity/ Interoperabilität genannt. Unter diesen Schlagwörtern versteht der Fachmann, wann sich welcher Computer über welche Leitung mit welcher Software an andere Computer verbindet und ob er die Daten für andere Systeme konvertieren muß.

Abb 3.23. Die Verbindungen untereinander sind nicht sichtbar
Es wäre vom Anwender natürlich zuviel verlangt, wenn er selbst dafür Sorge tragen müßte, wie seine Daten übertragen werden. Deswegen stellt sich die Interconnectivity/ Interoperabilität dem Anwender als Wolke dar (Abb3.23). Er gibt seine Daten in die Wolke und am Ende kommen die Daten wieder aus der Wolke, am Zielort. Diese "Wolken" werden im nächsten Unterkapitel gelüftet. TCP/ IP hat dabei die Rolle des Fadens der Ariadne, der die Daten durch die Wolken führt (einer muß es ja wissen). :-)
Nachdem nun grob geklärt ist, welche Dienste möglich sind, kann das InterNet als Netz der Netze genauer betrachtet werden. Die Grundlage des InterNets ist das Protokoll TCP/IP. Bei TCP/IP von einem Protokoll zu sprechen ist falsch, es ist eine Protokollgruppe (s. Abb. 3.24). In diesem Kapitel wird auch nur das Protokoll TCP behandelt, das viele der InterNet typischen Anwendungen ermöglicht, ein weiteres Protokoll der Gruppe ist u. a. UDP (User Datagramm Protocol), was hier aber nicht näher erwähnt wird, da es dem TCP ähnlich ist. UDP wird für den Online-Dienst NFS gebraucht, das Festplattenlaufwerke über das Netz ansprechbar macht.

Abb 3.24: Schema von Netzdiensten
Die meisten der Dienste in Abb 3.23 sind schon ein paar Unterkapitel vorher erklärt worden. Der Dienst "BOOTP" dient dazu, einen entfernten InterNet Rechner neu einzustellen. Bestimmte Terminals holen sich z. B. auf diese Weise die neueste Netzwerkparameter.
Eine InterNet Adresse ist aus 32 Bits aufgebaut. Diese Adresse gibt jedem InterNet Rechner weltweit seine einmalige ´Hausnummer´. Als Schreibweise für diese Adresse hat sich die Aufteilung á 8 Bit eingebürgert: z.B. 194.64.152.200. Diese Ziffernfolge wird IP-Adresse genannt.
Die IP-Adresse wird in mehrere Klassen aufgeteilt. Eine Klasse besteht aus einem Bündel von IP-Adressen. Organisationen oder Firmen können sich dann eine gewisse Klasse zuweisen lassen. Aus diesem Bündel können sie ihre eigenen Rechner mit IP-Adressen versorgen. Klassen werden zentral vergeben, da nicht unendlich viele zur Verfügung stehen. Eine IP-Adresse besteht, kurz wiederholt, aus 32 Bits. Damit ergeben sich rund 4 Milliarden Kombinationen als mögliche IP-Adressen. Allerdings ist dieser Wert nur theoretisch. Durch diverse technische und organisatorische Einschränkungen, reduziert sich diese Zahl erheblich, auf ein paar Millionen. Kritiker sagen, das InterNet ist damit zu klein für die kommende Informationsgesellschaft.
Die IP-Adresse wird mit vier Zahlen repräsentiert, also etwas wie 194.64.152.200. Anhand der Repräsentation erklären sich die Klassen.
q
Class-A Netze. Hier wird nur die erste Ziffer vorgegeben, also z. B. 194.x.x.x. Die restlichen Nummern (die "x"-Zeichen) innerhalb dieser Klasse, können sich Organisationen selber zuweisen. Class-A Netze bekommen nur sehr große Organisationen oder Konzerne.q
Class-B Netze. Hier werden die ersten beiden Ziffern vorgegeben, also z. B. 194.64.x.x. Der Rest liegt wieder im Bereich der Firma oder Uni etc., an die solche Netze vergeben werden.q
Class-C Netze. Bei diesem Typ werden die ersten drei Ziffern vorgegeben, also z. B. 194.64.152.x. Die letzte Ziffer wird dann wieder von dem Eigentümer des Class-C Netzes vergeben. Diese sind meist kleinere Provider oder Domains.Es gibt keine Class-D Netze! Bei einem Class-D Netz müßten ja alle vier Ziffern vorgegeben werden, also eine vollständige IP-Adresse. Dies geschieht ja bereits von den Eigner der Class-A bis C Netze. Das wäre damit also überflüssig.
Zu den IP-Adressen ist die Textadresse assoziiert, die sich besser merken läßt. Dies ist die bereits erwähnte "rechner.domain.topleveldomain" Adressierung aus den vorherigen Unterkapiteln. Spezielle Computer lösen diese Namen dann in die Nummern auf, die für den Datenverkehr per InterNet unverzichtbar sind. Systeme die eine Textadresse in eine IP-Adresse auflösen können, heißen Domain-Name-Server (kurz: DNS). Ein InterNet Rechner der einen anderen InterNet Rechner kontaktieren will, muß immer dessen IP-Adresse kennen. Erst der DNS macht z. B. aus der Adresse "ramses.snafu.de" die IP-Nummer 194.64.152.202. Das sich der Nutzer aber Namen besser als Ziffern merken kann, kann bei einem Verbindungswunsch die Textadresse angegeben werden. Das InterNet-Programm auf dem Heim-PC ermittelt dann selber mit Hilfe des DNS die IP-Adresse und stellt die Verbindung dann her.
Alle InterNet Rechner haben auch eine Textadresse und eine IP-Nummer. Rechner die nur im UseNet liegen (also keine Online-Kapazitäten haben) haben zwar eine Textadresse (und können damit jeden InterNet Rechner erreichen und umgekehrt), aber keine IP-Nummer.
Da alle InterNet Rechner miteinander vernetzt sind, spricht man auch von einem WAN (Wide Area Network) Einem Weitverkehrsnetz.
Für Profis: Diese Kapitel ist zum Verständnis der folgenden Kapitel nicht nötig. Es dient nur dazu, dem interessierten Leser einen tieferen Einblick in die Funktionsweise des InterNets auf unterster Ebene zu geben. Interessieren Sie sich nicht dafür, lesen Sie einfach beim nächsten Unterkapitel weiter.
Um die Funktionsweise zu verstehen, stelle man sich eine 50000 Bytes große Datei vor, die versendet werden soll. Der Datenstrom soll durch eine Reihe von Punkten visualisiert werden und entspricht den Daten der Datei ohne irgendwelche Zusätze.
Die 50000 Bytes lange Testdatei repräsentieren wir so:
Datenstrom: ..................................................
TCP ist nun dafür verantwortlich, die Daten aufzuspalten. Die Aufspaltung ist notwendig, da viele Personen gleichzeitig eine Leitung benutzen und die Leitung nicht nur von einer Verbindung blockiert werden soll. Durch die Aufteilung in kleine Päckchen (Datagramme o. engl.: chunks) haben alle Benutzer die Chancen die Leitung zu nutzen, was aber bei entsprechender Auslastung auf die Übertragungsgeschwindigkeit geht.
TCP teilt die Daten z.B. in gleich große Pakete á 10000 Bytes. Die 50000 Bytes große Datei wird also in 10 Pakete zerteilt. Die Größe der Pakete gibt die maximal zulässige Übertragunseinheit des Netzes wieder, dies nennt man MTU (Maximum Transmittable Unit). Diese Übertragunseinheit richtet sich in der Praxis nach der Größe die die Gegenstelle unterstützt. Im InterNet hat man sich aber auf einen Quasi-Standard geeinigt, damit die Pakete unterwegs nicht vielleicht nochmals zusätzlich aufgeteilt werden müssen.
Beim TCP/IP spricht man eigentlich auch nicht von Bytes, sondern von Octetten, obwohl ein Octet, genau wie ein Byte 8 Bits hat. Doch dies ist nicht bei allen Rechnern so, deswegen wurde eine alternative Bezeichnung gewählt.
Diesem Datenpaket wird nun ein Informationskopf (Header) vorangestellt:
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Source Port | Destination Port |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Sequence Number | -+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Acknowledgment Number |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Data | |U|A|P|R|S|F| |
| Offset| Reserved |R|C|S|S|Y|I| Window |
| | |G|K|H|T|N|N| |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Checksum | Urgent Pointer |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| your data ... next 500 octets |
| ...... |
Listing 3.8: Kopf des TCP-Paketes
In diesem Header steht z.B. zu welchem Service (Online Dienst) die Daten gehören (z.B. FTP zum Dateitransfer). Die Services haben alle eigene Nummern, die in den "Port"-Feldern stehen. Die "Sequence Number" gibt an, welche Nummer das Paket hat. Diese Nummer ist wichtig, damit das TCP auf dem Zielrechner die Daten wieder richtig zusammensetzen kann. Hier liegt auch der Unterschied zum UDP Header, es hat keine fortlaufende Numerierung. Die "checksum" ist eine Art Prüfsumme, die beim Sender und beim Empfänger berechnet wird. Weicht die Nummer von der Nummer im Header ab, ist ein Fehler im Datenpaket und es muß neu angefordert werden. Im "Window"-Feld steht die Anzahl von Daten, die ohne Bestätigung durch die Gegenseite gesendet werden kann. Bei sehr langen Leitungen (z.B. nach Übersee) entstehen sonst sehr lange Wartezeiten, schon allein durch die Laufzeit der Signale.
Mit diesen Angaben kann das TCP der Gegenseite die Daten wieder in der Reihenfolge zusammensetzen in der sie losgeschickt wurden. Es ist nämlich nicht selbstverständlich, daß Daten nicht bunt gewürfelt wieder ankommen, da viele hundert oder gar tausend Anwender die Leitungen gleichzeitig nutzen können.
Außerdem kann es je nach Portnummer die Daten gleich an die entsprechend zuständige Anwendung weiterleiten.
Der Datenstrom sieht nun so aus, die "T"s repräsentieren den TCP-Header darin:
Datenstrom: T..........T..........T..........T..........T..........
Nachdem die Daten nun alle in Pakete aufgeteilt wurden, müssen sie noch versendet werden, das übernimmt der IP-Header:
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
|Version| IHL |Type of Service| Total Length |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Identification |Flags| Fragment Offset |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Time to Live | Protocol | Header Checksum |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Source Address |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Destination Address |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| TCP header, then your data ...... |
| |
Listing 3.9: Kopf des IP Paketes.
In diesem Header ist die Adresse angeben, wo die Daten herkommen (Source Address) und die Zieladresse. Damit alle Rechner auf dem Wege zum Ziel auch wissen wie sie die Daten weiterschicken können, wird das "Destination Address"-Feld (engl.: Ziel-Adresse) ausgelesen. Im "Time to Live"-Feld steht die Zeit in Sekunden, die das Paket altern darf. Wird es auf dem Wege zum Ziel älter, darf es von einem Rechner auf dem Weg dorthin gelöscht werden. Damit verhindert man, daß Pakete auf fehlerhaft geschalteten Leitungen ewig im Kreis laufen (Dupe Rings).
Anschließend an den IP-Header (repräsentiert durch "I"s) folgt der erwähnte TCP-Header, samt den eigentlichen Daten. Der Datenstrom sieht dann so aus:
Datenstrom: IT.........IT.........IT.........IT........IT........
Damit wäre die Kommunikation über das InterNet direkt abgeschlossen. Allerdings hat man in der Praxis meist ein LAN (Local Area Network) genanntes lokales Netzwerk, das mittels EtherNet (Ein LAN-Standard) vernetzt ist.
In diesem EtherNet müssen die InterNet Daten ja erstmal zu der Stelle gelangen, die die Daten dann auch ins InterNet senden kann. Das EtherNet ist ein Standard, bei dem Daten in einer Firma oder Organisation etc. über Koaxialkabel (ThinEtherNet) übertragen werden. Jeder EtherNet Rechner hat auch eine einmalige Adresse im Netzwerk, die allerdings aus 48 Bits besteht. Repräsentiert wird diese Adresse mit sechs hexadezimal dargestellten Bytes: z.B. 01:23:2b:65:ff:7e. Die hexadezimale Schreibweise, ist für den Computer leichter zu interpretieren (s. Kap. 1).
Um nun im EtherNet die TCP/IP Daten zu übertragen, werden sie in einen weiteren Header verpackt:
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Ethernet destination address (first 32 bits) |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Ethernet dest (last 16 bits) |Ethernet source (first 16 bits)|
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Ethernet source address (last 32 bits) |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Type code | |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| IP header, then TCP header, then your data |
| |
| ... |
| |
| end of your data |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
| Ethernet Checksum |
+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+-+
Listing 3.10: Kopf des EtherNet-Paketes.
In diesem Header steht die Zieladresse zuerst.
Die "EtherNet Destination address" ist nicht zu verwechseln mit der "Destination address" des IP-Headers! Die Zieladresse bezieht sich nur auf das Netzwerk im Hause und kann beispielsweise ein Router sein, der die Pakete in das InterNet schickt.
Die "EtherNet Checksum" bildet den Abschluß, damit die EtherNet-Hardware des Zielrechners weis, das die Daten fehlerfrei sind. Der Datenstrom erweitert sich (mit "E" für den EtherNet-Header und "C" für die Checksumme) wie folgt:
Datenstrom: EIT.........CEIT..........CEIT..........CEIT.........CEIT..........C
Wenn der Zielrechner ein Router zum InterNet ist, wird dieser Header wieder gelöscht, so daß nur der IP und TCP Header übrig bleibt. Es gibt noch den Spezialfall, daß der EtherNet Header mit versandt wird um z.B. entfernte Rechner mit in das eigene LAN zu integrieren, die Methode nennt man EtherNet-802.3-framing.
Sind im Netzwerk noch andere Netzwerke integriert, die nicht das TCP/IP Protokoll beherrschen, müßten die Daten noch in extra Pakete des entsprechenden Protokolls verpackt werden. Bei Novells IPX z.B. wäre der Datenstrom in der Weise verändert worden:
Datenstrom: XEIT........C etc.
Zusammenfassend kann also gesagt werden, daß der IP-Header eine Art Briefumschlag für das TCP-Paket (und der darin enthaltenen Daten) ist. TCP selber weiß nicht wohin die Daten sollen, die es beinhaltet. Erst im IP-Header stehen die notwendigen Adressen. Die Stationen auf dem Wege zum Zielrechner betrachten nur die Informationen die der IP-Kopf präsentiert. Am Zielrechner ist es dann die Aufgabe von TCP die übertragenen Daten in der richtigen Reihenfolge zusammenzusetzen.
Neben dem TCP/ IP gibt es noch andere Alternativen und Standards um Rechner verschiedener Bauart zu vernetzen. Im Jahre 1977 hatte die ISO (International Organization for Standardization) auch die Idee, wie bei TCP/IP, Interoperation und Interkommunikation bei verschiedenen Rechner herzustellen. Die Initiative OSI (Open Systems Interconnections) ist entwickelt worden, damit sie offen für alle Rechnerarchitekturen ist. Das OSI Modell ist in Schichten aufgeteilt, wobei jede ihre Aufgabe bei der Datenübermittlung hat. Neben dem OSI Modell gibt es noch herstellereigene Standards, wie IPX/SPX der Firma Novell. Novell ist der Marktführer im Bereich der lokalen Vernetzung. Durch die Verbreitung von TCP/ IP und der Stellung von Novell, hat das OSI Prinzip kaum eine Chance erhalten sich zu verbreiten. Es sollte hier nur der Vollständigkeit halber erwähnt werden.
Durch die Erläuterungen in diesem Kapitel wurde verdeutlicht, wie Daten im InterNet übertragen werden, es folgt ein Beispiel.
Der Rechner ramses.snafu.de (IP Nummer: 194.64.152.203) möchte ein Ping (ein einzelnes Paket wird gesendet und vom Zielrechner zurückgeschickt) an die Freie Universität Berlin (FU), genauer an ftp.fu-berlin.de (160.45.10.6) senden. Ramses ist ein Rechner im LAN des Buchautors, der weiß, daß er über den Router Krypta (194.64.152.200) in das InterNet kommt.
q
Ramses erkennt als Argument des Befehls ´ping ftp.fu-berlin.de´ eine Adresse die er nicht interpretieren kann, also muß er sie in eine umwandeln die er versteht.q
Der Rechner Ramses sendet erst eine Anfrage an alle Rechner im LAN, welcher die EtherNet Adresse zu 194.64.152.200 (also Krypta) hat Diese allgemeine Anfrage nennt sich Broadcast.q
Krypta antwortet als einziger Rechner und sendet seine EtherNet Adresse an die EtherNet Adresse des Fragenden (also Ramses). Dieses Verfahren nennt man ARP (Address Resolution Protocol)q
Ramses sendet nun über Krypta eine Anforderung zur Übersetzung des Rechnernamens ftp.fu-berlin.de in eine IP-Nummer, an den DNS (Domain Name Server) .q
Der DNS liegt auf 194.64.15.1, also nicht im Netz von Krypta und Ramses. Da Krypta weis, das alles was außerhalb (des Subnets) liegt, über die ISDN Leitung zum Router des nächsten Rechners gehen soll, schickt es die Daten zur Standardgegenstelle hagate.snafu.de (194.64.152.193). Der EtherNet-Header wird entfernt (stripped).q
Der DNS löst den Rechnernamen in eine IP-Nummer auf (160.45.10.6 für die FU) und sendet dies an Ramses 194.64.152.203, den Adressaten der Anfrage.q
Ist das Paket bei Krypta angekommen, liest der Router die Zieladresse aus, und sieht das Ramses innerhalb seines LANs liegt. Er sendet das Paket also an die EtherNet Adresse von Ramses.q
Ramses empfängt die IP-Nummer von der FU und sendet nun sein Ping zu dieser Adresse los. Dann wird es wieder auf die ISDN Leitung geschickt, um weiter über diverse Router bis zur FU und zurück zu gelangen.Resolving ftp.fu-berlin.de... traceroute to 160.45.10.6:33434
1: 194.64.152.203 ramses.snafu.de. (0 ms) (0 ms) (0 ms)
2: 194.64.152.200 krypta.snafu.de. (0 ms) (0 ms) (55 ms)
3: 194.64.152.193 hagate.snafu.de. (0 ms) (55 ms) (55 ms)
4: 194.64.152.193 hagate.snafu.de. (55 ms)
194.64.15.90 ugate2in1.unlisys.net. (55 ms) (330 ms)
5: 194.64.15.95 ucisco01.unlisys.net. (220 ms) (55 ms) (55 ms)
6: 194.64.15.96 ugate2mx.unlisys.net. (165 ms) (110 ms)(110 ms)
7: 192.76.152.207 gatembx4-gw.netmbx.de. (1210 ms) (1045 ms)(1045 ms)
8: 192.76.152.246 gatembx4-h.netmbx.de. (1045 ms) (440 ms) (220 ms)
9: 192.76.152.1 gatembx.netmbx.de. (495 ms) (275 ms) (385 ms)
10: 192.76.152.201 gatembx-gw.netmbx.de. (220 ms) (550 ms) (935 ms)
11: 192.86.163.227 iwu20lu.gate.TU-Berlin.DE. (1430 ms) (1375 ms) (1155 ms)
12: 192.86.163.230 pc41.gate.TU-Berlin.DE. (1320 ms) (1100 ms) (1045 ms)
13: 192.86.163.49 routp1.ZIB-Berlin.DE. (1485 ms) (1815 ms) (1320 ms)
14: 192.86.163.129 routz.ZIB-Berlin.DE. (1595 ms) (1375 ms) (1375 ms)
15: 130.73.208.97 routv.ZIB-Berlin.DE. (1320 ms) (1705 ms) (1265 ms)
16: 188.1.87.1 (1540 ms) (1100 ms) (1100 ms)
17: 160.45.4.1 tolkien.fddi4.fu-berlin.de. (1815 ms) (2035 ms) ***
18: 192.86.163.49 routp1.ZIB-Berlin.DE. (2860 ms)
160.45.1.1 heiss.fddi1.fu-berlin.de. (1155 ms) (1375 ms)
19: 160.45.10.6 pascal.zedat.fu-berlin.de. (1320 ms) (1540 ms) (2200 ms)
traceroute done: normal (Unreachable Port)
Hit enter to continue
Listing 3.11: Das Routing vom Buchautor zur FU-Berlin.
Auf der Krypta wird dann die Laufzeit des Signals (in Millisekunden) angezeigt. Dieser ganze Prozeß dauert nur Bruchteile einer Sekunde und ist beispielhaft für andere Übertragungen wie FTP, wo nicht nur ein Paket sondern mehrere übertragen werden können.
Die Wolke aus dem Vorkapitel sollte sich nun in Wohlgefallen aufgelöst haben. :-)
Die Liste der InterNet-Systeme
Die meisten Sites im InterNet und UseNet werden in einer Liste (der Map) geführt. Die Einträge (engl.: Map-Entry) in dieser Liste enthalten den Namen des Systems, den Ort (in Längen- und Breitengraden), den Namen des Betreibers, die Rechnern mit denen das System Nachrichten austauscht und vieles mehr. Anhand dieser Liste, die mehrere dutzend MByte groß ist, kann der Nutzer Informationen oder Ansprechpartner in der ganzen Welt finden. Große InterNet Rechner benutzen die Map um Routingwege zu anderen Rechnern zu finden.
#N krypta, krypta.snafu.de
#S 3xSchaeffer 386/40 / MS-DOS 5.0
#O Krypta, Node of Friendship, Berlin, FRG
#C Alexandros Gougousoudis
#E alec@krypta.snafu.de
#P Darser Str. 29, 14167 Berlin 37, Germany
#T +49 172 310 64 63
#L 52 31 N / -13 24 E city
#W alec@krypta.snafu.de; Thu Nov 25 17:00:35 MEZ 1993
#
harvey snafu.de(DAILY)
Listing 3.12: Der Map-Entry der Krypta
Die Map selber ist zu groß, um sie sich auf den Heim-PC zu kopieren, aber es lassen sich Teile der Map (in Länder unterteilt) von einigen FTP-Servern holen (z. B. ftp.tu-berlin.de). Es ist im InterNet/ UseNet aber nicht Pflicht, sich in die World-Map (die größte aller Maps) eintragen zu lassen. Es ist deshalb möglich, das es Sites gibt, die nicht eingetragen sind.
InterNet, UseNet, alles gut und schön, doch wie geht der Zugang nun praktisch vor sich? Am Anfang des Kapitels sind einige Kontaktadressen angegeben. Wer sich an diese wendet wird seinen Zugang erhalten, oder zumindest Informationen wo Zugänge zu haben sind.
Private Provider haben den Vorteil preiswert zu sein, da meistens keine kommerziellen Interessen bestehen. Der Nachteil ist aber, das der Anwender mehr auf sich selber angewiesen ist. Das gilt besonders bei Problemen und bei Beschaffung und Installieren der Zugangssoftware. Der Anwender hat auch kein Anrecht auf Betrieb des Servers. Mit anderen Worten, ist der Server nicht immer erreichbar, liegt das Risiko beim Anwender. Fairerweise muß aber gesagt werden, das viele private Betreiber sich sehr um ihr System bemühen!
Bei kommerziellen Anbietern gibt es eine mehr oder weniger kompetente Hotline und ein Starthilfepaket. Der Anwender hat auch Anspruch auf Betrieb des Servers. Bei Ausfallzeiten kann er die entsprechenden entgangenen Stunden von der Rechnung abziehen. Bei den meisten Providern gibt es verschiedene Tarife. Diese Tarife beziehen sich auf die Anzahl von Stunden die der Server pro Monat genutzt werden darf, oder auf die Menge der übertragenen Daten. Es gibt auch Tarife ohne jede Beschränkung, doch diese können recht teuer sein.
Wer also mehr Professionalität und Verläßlichkeit will, der sollte einen kommerziellen Provider vorziehen. Für InterNet-Anbindung von Firmen besteht ohnehin nur diese Möglichkeit. Allerdings muß Service (wie immer) bezahlt werden.
Wer weniger ausgeben möchte und sich mehr in der EDV auskennt, sollte sich einen nicht-komerziellen Anbieter auswählen. Wer Angehöriger einer Hochschule ist, braucht oft nichts zu bezahlen. Kontaktieren Sie in diesem Falle das Rechnerteam an der Uni.
An das UseNet kann der Anwender recht einfach Anschluß finden. Die meisten Mailboxen mit irgendeinem Netz offerieren die Newsgroups aus dem UseNet und haben auch für ihre Nutzer eine weltweit einmalige UseNet-Adresse (gleich InterNet-Adresse, ungleich IP-Nummer!). Mittels eines Pointprogrammes (der Mailbearbeitungssoftware), lassen sich die Nachrichten beim Server pollen. Der Server wird im UseNet auch Newsfeed (kurz: Feed) genannt. Das Pollen ist der Vorgang, in dem die Pointsoftware beim Server automatisch anruft und die Nachrichten für den Nutzer abruft. Bei den meisten Servern kann der Anwender selber entscheiden, welche Newsgroups er abonnieren will. Hat er sich für eine Reihe von Gruppen entschieden, schickt er die Liste zum Feed. Dieser speichert dann alle neuen Nachrichten (engl.: spoolen) in diesen Gruppen bis zum Poll des Nutzers. Mit dem mitgelieferten Pointprogramm CrossPoint (auf der CD-ROM) ist dies ohne weiteres möglich. Die Übertragung vom Server zum Anwender erfolgt mit UUCP oder ZMODEM. Im Kapitel 3.8 wird genauer darauf eingegangen werden.
Wer sich für einen Provider entschieden hat, muß nun eine InterNet Verbindung zum Server bzw. Host herstellen. Um die Online-Dienste nutzen zu können, ist für die Dauer der Nutzung eine permanente Verbindung zum Host notwendig. Durch die Verbindung zum InterNet-Server wird der eigene Heim-PC selber Teil des InterNets.
Wenn eine Datei z. B. per FTP geholt wird, ist ihre Endstation auf der Festplatte des Heim-PCs. Die Datei wird nirgends zwischengespeichert. Vom Computer auf dem Schreibtisch, hat der Nutzer also eine transparente InterNet-Leitung zum Zielrechner irgendwo auf der Welt. Die Modem-Leitung muß also auch die IP-Daten transportieren.
Für die Übertragung von InterNet-Daten vom Heim-PC zum Provider, muß ein Protokoll die Steuerung übernehmen. Dieses Protokoll sorgt dafür, daß die InterNet-Applikation auf dem eigenen Rechner mit dem InterNet Rechner kommunizieren kann. Wie schon erwähnt, läuft die Kommunikation im InterNet über TCP/ IP ab. Es wird also ein Protokoll gebraucht, welches TCP/ IP über das Modem ermöglicht.
Diese Funktion übernimmt das SLIP-Protokoll. SLIP steht für "Serial Line IP", also IP über eine serielle Schnittstelle. Dies ist für ein Modem gerade richtig. Ein Programm wie FTP auf dem Heim-PC, bekommt und sendet seine Daten dann durch diesen SLIP.
Um bei sich einen SLIP zu installieren wird eine Treibersoftware gebraucht. Unter MS-Windows kann man dazu das komfortable Programm Trumpet-Winsock benutzen (s. CD-ROM). Trumpet wählt den Provider an und loggt sich ein und installiert in Windows eine SLIP-Schnittstelle.
Alle InterNet-Software für WWW, TelNet, FTP etc. setzen dann auf Trumpet auf. Somit muß nur Trumpet konfiguriert werden. Bei den anderen Programmen ist dies nicht notwendig. Bei OS/2 und bei Windows95 sind bereits Treiber für SLIP mit im Lieferumfang enthalten.

Abb 3.25: Setupmenü für Trumpet.
In Trumpet muß die eigene IP-Adresse eingetragen werden und die des DNS. Weiterhin benötigt Trumpet die MTU, MSS und RWIN Size. MTU ist die maximale Paketgröße, die per TCP übertragen werden kann. MSS ist die maximale Länge der Daten in einem TCP-Header. Der Wert von MSS berechnet sich nach MSS=MTU-40. RWIN ist ein Vielfaches (meist das zwei- bis fünffache) von MSS (also RWIN=MSS*5). Die genauen Daten erfahren Sie von Ihrem Provider. Ansonsten stehen die standardmäßig üblichen Daten in Abb 3.25. Die Modemeinstellungen können ebenso übernommen werden.
Einige Provider verwenden keinen Standard-SLIP, sondern eine modernere Version. Diese heißt CSLIP und beinhaltet eine leichte Komprimierung der Daten. Ob Ihr Provider CSLIP verwendet, erfahren Sie bei seiner Hotline.
Ein anderes Protokoll, das TCP/ IP über das Modem ermöglicht ist PPP. PPP steht für "Point-to-Point Protocol". PPP ist neuer als SLIP und offeriert eine eingebaute Fehlerkorrektur. Außerdem ermöglicht PPP ermöglicht die IP-Adresse des Benutzers zu ermitteln. Bei einigen Providern, insbesondere Universitäten, ist die IP-Adresse des Benutzers variabel. Damit der Nutzer diese nicht immer von Hand ändern muß, kann PPP dies automatisch einstellen. Bei kommerziellen Providern ist dies aber nicht üblich. Von der Fehlerkorrektur hat der Eigentümer von einem modernen Modem auch nichts, da es dies bereits selber erledigt. Ansonsten konfiguriert sich Trumpet mit PPP genauso wie mit SLIP Bei den meisten Providern ist SLIP oder PPP gleich oft anzutreffen.
Bei einigen Organisationen, insbesondere Unis, ist es üblich dem Anrufer eine IP-Adresse aus einem Pool zuzuteilen. Diese kann sich ändern. Es wird also ein System gebraucht, das diese Adresse beim eigenen Rechner jeweils ändert. Wird die IP-Adresse nicht angepaßt, kann das InterNet nicht korrekt benutzt werden. Einerseits kann das besprochene PPP diese Aufgabe erledigen, andererseits ist dies auch mit SLIP möglich. Je nach Art der Adressübermittlung, kann Trumpet die neue IP-Adresse einstellen. Einerseits ist dies mit dem Befehl BOOTP in dem Feld "IP-Adress" möglich, andererseits kann Trumpet die neue Adresse auch aus den Textausgaben des Hosts "fischen". Welche Art der Adressübermittlung der Host anbietet, können nur die zuständigen Rechnerbetreuer sagen.
Normalerweise sind aber feste Adressen die Regel.
Nachdem bei Trumpet die erforderlichen Verbindungsdaten eingetragen sind, muß Trumpet "nur" noch gesagt werden, wie es die Verbindung zum InterNet-Provider herstellen soll. Zu diesem Zweck gibt es das Login-Script. Ein Script ist eine Text-Datei mit einer Folge von Anweisungen. Mit diesen Anweisungen wird ein Programm, in diesem Falle Trumpet, gesteuert. Das Login-Script hat die Aufgabe den Provider anzuwählen und seine Login-Prozedur zu durchlaufen. Das Ergebnis des Scripts ist am Ende die hergestellte InterNet-Verbindung.
# Modem initialisieren
output atz\13
input 10 OK\n
# Anwahl
output atdp8175954\13
# Warten auf Verbindung....
input 120 CONNECT
# System starten
output \27\27
# Warten auf Namenseingabe zur Identifizierung
input 60 Zuname)\32:\32
# Und Namen eingeben XXXXXX muß durch eigenen _Nachnamen_ erstetzt
# werden
output TCP\32XXXXXX\13
# Warten auf Passworteingabe
input 60 word:\32
# Und Passwort eingeben (XXXXX muß natürlich wieder erstezt
# werden)
output XXXXX\13
# Eventuelle Ankündigungen des Hosts überspringen
sleep 1
output \13s
# In das TCP-Menu
sleep 1
output i
# SLIP starten
sleep 1
output s
# SLIP hergestellt !!
Listing 3.13: Beispiel eines Login-Scripts
Anhand von Listing 3.13 ist zu sehen, wie die Herstellung der Verbindung funktioniert. Die Zeilen mit einem "#"-Zeichen (einer Raute) sind nur Kommentare zum besseren Verständnis. Sie haben im Programm keine relevante Bedeutung. Mittels des "output"-Befehls, werden Befehle zum Modem gesendet. Durch den "input"-Befehl wird auf eine bestimmte Äußerung des Servers gewartet. Durch "sleep" läßt man das Script einige Zeit anhalten.
Das Script in Listing 3.13 wählt zuerst das System an, schaltet sich zur Mailbox durch, identifiziert sich, überspringt Ankündigungen des Betreibers und startet am Ende den SLIP.
Ein genaues Script erhalten Sie bei Ihrem Provider. Das gezeigte Beispiel klappt genau bei einem System. Es soll nur das Prinzip verdeutlichen.
Wer über ein Netzwerk Zugang zum InterNet haben möchte, braucht zuerst natürlich einen Router im LAN. Dieser Router stellt die Verbindung zum Provider her, bzw. verfügt sowieso über eine Standleitung. Über das LAN kann dann der Arbeitsplatz-PC Zugang zum Router und damit zum InterNet erhalten. Wer aber über ein Netzwerk Verbindung zum InterNet aufnimmt, braucht statt des Modems eine Netzwerkkarte. Für diese Karte braucht er einen speziellen Treiber, der dem PC IP-Möglichkeiten gibt. Dieser Treiber wird gleich beim hochfahren des PCs in der Netzwerk-Config geladen. Dieser Packet-Treiber gibt es für alle möglichen Netzwerke und Karten.
Für Profis: Wer seine Karte über einen NDIS-Treiber anspricht, kann auch einen Packet-Treiber an diesen NDIS schalten. Damit ist der Packettreiber sogar unabhängig von der Netzkartenhardware. Bei Netzwerken, die einen ODI mit laden, kann ebenfalls ein ODI-Packet-Treiber mit geladen werden. Auch hier gibt es keine Hardwarebindung. Wer Netzwerke mit IPX fährt und weder eine ODI noch NDIS Lösung praktikabel ist, kann auch einen IPX-Packet-Treiber nutzen. Dieser packt alle IP-Daten in ein IPX Packet und sendet sie zum Router. Dieser muß den IPX Umschlag wieder öffnen und nur das IP-Packet versenden. Neben Netzen mit fremdem Protokollen (wie IPX), gibt es auch welche, die direkt TCP/ IP fahren. Auch hier gibt es Packet-Treiber, die direkt auf die Netzwerkhardware abgestimmt sind. Die beliebtesten EtherNet Karten wie WD, NE2000 und 3COM werden unter anderem unterstützt (s. CD-ROM). Einige Netzwerke sind auch direkt Multiprotokollfähig.
Selbst ISDN-Karten können über einen Packet-Treiber angesprochen werden, sofern sie über einen CAPI verfügen. Dies wird besonders für einen Router interessant sein.
Ist ein passender Packet-Treiber gefunden, muß diesem ein Software-Interrupt zugeteilt werden. Dieser Intererrupt dient dazu, das TCP/ IP Applikationen den Packet-Treiber später auch im Speicher finden können. Die Software-Interrupts liegen bei Werten zwischen 0x60 und 0xFF, der Anwender kann frei wählen.
Trumpet kann dann auch auf mit Packet-Treiber kooperieren, sofern im Feld "Packet Vector" der Software-Interrupt des Treibers angegeben ist. Die Notwendigkeit für ein Login-Script entfällt hierbei. Einige Packet-Treiber erfordern noch das laden von WINPKT, welches den Packet-Treiber Windows-fähig macht. Damit Trumpet den Router findet, muß in dem "Gateway"-Feld die IP-Adresse des Routers eingetragen werden. Gleichfalls muß die "Netmask" angepaßt werden. Fragen Sie Ihren Rechnerverwalter! Falls Sie keine genaue Information über Ihre Netmask haben, geben Sie einfach mal Ihre IP-Adresse dort ein. In einigen Fällen führt dies zum Erfolg.
Trumpet bietet auch die Möglichkeit, eine Firewall zu durchbrechen. Firewalls sind Einrichtungen des Providers, die Bewegungsfähigkeit des Anwenders im InterNet zu beschränken. Provider an denen z. B. Schulen angeschlossen sind, beschränken den Zugang nur auf ein paar lehrreiche InterNet Rechner. So werden die lieben Kleinen von Gewalt und Perversion ferngehalten (die sie dann im Fernsehen erleben). :-) Damit sich aber die Lehrer, im Auftrag der Bildung, alle Sites ansehen können, gibt es in der Firewall Schlupflöcher. Für diese Schlupflöcher ist ein Codewort und einige andere Daten wichtig. Diese können Sie, bei Berechtigung, über Ihren Provider erfahren.
In diesem Unterkapitel werden nun Anwendungen des InterNets mit ihren Möglichkeiten präsentiert. Es gibt drei Arten, wie der Nutzer das InterNet benutzen kann. Entweder wählt er sich mit einem Terminal-Programm in eine InterNet-Mailbox ein, oder er nutzt das InterNet bzw. UseNet als Point oder er nutzt den direkten Zugang, den SLIP. Je nach Zugangsart haben die Nutzungsmöglichkeiten verschiedene Namen.
q
Wählt sich der Nutzer mit einem Terminal-Programm ganz konventionell in eine InterNet-Mailbox ein ist die ein Online-Account oder Shell-Account. Der Nutzer ist bei dieser Art des Zuganges nicht Teil des InterNets. Allerdings lassen sich einige Online-Dienste des InterNets nutzen.q
Das Offlinelesen mit spezieller Software wird oft Point-Account, Offline-Account oder UUCP-Account genannt. Die Termini bezeichnen alle das gleiche, werden aber abwechselnd gebraucht. Beim Offlinelesen braucht der Nutzer nicht ständig mit dem Server verbunden sein. Er ruft nur kurz an, überträgt die für ihn gespeicherten Nachrichten auf seinen PC und beendet dann die Verbindung. Mit spezieller und einfach zu bedienender Software, kann der Anwender dann in Ruhe die Nachrichten bearbeiten.q
Letztlich der SLIP-Account, PPP-Account oder IP-Account. Auch hier bezeichnen verschiedene Namen eigentlich das gleiche Kind. Mit diesem Zugang wird der Anwender selber zu einem vollwertigen InterNet Rechner. Die SLIP -oder PPP-Accounts gehören damit einerseits zu den besten, aber andererseits auch zu den teuersten Zugangsarten.Im folgenden werden alle Zugänge und ihre Anwendungen vorgestellt. Bei den Anwendungen werden nur die wichtigsten Möglichkeiten demonstriert. Um das Programm richtig kennenzulernen, sollte die Onlinehilfe oder Dokumentation in Anspruch genommen werden.
Beim Online-Account ist die Verfahrensweise genauso wie bei einer normalen Mailbox (s. Kap. 2). Der Nutzer startet sein Terminal-Programm, ruft den Server an und kann die Dienste wie in einer Mailbox nutzen. Der Vorteil des InterNets ist es unter anderem ja, auch multimediale Daten übertragen zu können. Das ist bei einem Online-

Abb 3.26: Anwahl aus TELIX
Account nicht möglich. Es können nur die Dienste benutzt werden, die auf reinem Text basieren. Etwas anderes könnte ein Terminal-Programm wie z. B. "Telix for Windows" auch gar nicht darstellen.
Der Anwender trägt die Nummer in das Telefonbuch seine Terminalprogrammes ein (s. Abb 3.26). Bei den meisten Programmen lassen sich die wichtigsten Verbindungsdaten mit eintragen. Das können die Terminalemulationen sein, das voreingestelle Übertragunsprotokoll oder auch die Art der Mailbox die angewählt wird.
Der Nutzer kann, wenn der Server erstmal eingetragen ist, den InterNet-Rechner durch Mausklick anwählen lassen. Die standardmäßige Terminalemulation für InterNet-Rechner, sollte VT100 sein.

Abb 3.27: Die Anwahl des Servers
Nach dem melden der Verbindung durch das Terminalprogramm, fragt der Server den "username" und das "password" des Nutzers ab.
Durch die Prozedur wird der Zugang zum Server nur auf berechtigte Personen beschränkt. Da bestimmte Dienste im InterNet Kosten verursachen, liegt es auch im Interesse des Anwenders seine Kennung geheim zu halten. Der "username" ist gleichfalls der Name, mit dem die E-Mail Adresse des Nutzers gebildet wird. Aus dem Nutzer "Herbert Müller" wird der User "h.mueller", des Systems "blume", beim Provider "intec" in Deutschland. Seine E-Mail Adresse lautet dann: "h.mueller@blume.intec.de". Wenn ein Nutzer des InterNets irgendwo eine Nachricht an diese Adresse schreibt, wird sie "h.mueller" beim Login angezeigt. Schreibt Herbert eine Mail, steht die E-Mail-Adresse als Absender in der Nachricht.
Jeder Nutzer ist für die Mitteilungen die unter seiner Kennung verbreitet werden, presserechtlich verantwortlich. Wird die Kennung von Dritten ausgespäht und damit im Netz rechtswidrige (rassistische, etc.) Nachrichten verbreitet, oder Kosten verursacht, ist der Nutzer dafür verantwortlich. Zumindest bis er den "Datenklau" gemerkt hat. Der Provider kann aber recht unbürokratisch die Kennung bei Verdacht sperren. Eine neue Kennung kann dann zugeteilt werden.

Abb 3.28: Neue Nachrichten für den Nutzer
Die meisten InterNet Systeme laufen unter dem Betriebssystem UNIX. UNIX ermöglicht es, daß verschiedene Programme auf einem Rechner parallel arbeiten können (die wird Multitasking genannt). Im Prinzip wie bei Windows, doch das Multitasking funktioniert bei UNIX wesentlich zuverlässiger. Der Nachteil von UNIX ist, daß es nicht sehr Anwenderfreundlich ist. Wenn sich der Anwender im System befindet, erwartet ihn kein buntes und übersichtliches Menü wie bei "richtigen" Mailboxen, sondern nur eine Eingabeaufforderung. An dieser Eingabeaufforderung (dem Prompt) muß der Nutzer das System durch Befehle steuern. Diese Befehle sind denen von MS-DOS ähnlich. Am Ende jedes Befehls wird die "
Ü"-Taste gedrückt. So kann durch "cd <Verzeichnis>" ein Verzeichnis gewechselt werden. Mit "ls -l" kann, wie mit "dir", der Inhalt des Verzeichnisses ausgegeben werden. Alles in allem für Neulinge recht verwirrend.Trotzdem gibt es einige Mailbox im InterNet, die den Nutzer über Menüs führen können. Auch einige UNIX-Systeme bieten Menüs an, doch leider sind diese Programme noch nicht sehr weit entwickelt.
Dem Nutzer wird bei den meisten Mailbox-Systemen nach dem Login angezeigt, das neue Nachrichten für sie eingegangen sind. Mittels eines Leseprogrammes kann die Nachricht dann gelesen werden. Dieses Leseprogramm wird Mail-Reader genannt und heißt meistens "elm".

Abb 3.29: Die Mail wird angezeigt.
Geben Sie bei der Eingabeaufforderung also einfach "elm
Ü" ein und schon zeigt Ihnen das Programm ein ähnliches Bild wie in Abb 3.28. An der unteren Zeile sind die Funktionen des Programms aufgeführt.Mit "r" kann eine Antwort geschickt werden, mit "d" kann die selektierte Nachricht gelöscht werden. Mit "q" kann der Anwender dem elm wieder verlassen und zur Kommandozeile zurückkehren.
Durch drücken von "
Ü" können Sie die Mail an Sie lesen.Mit der Taste "i" ist es möglich, wieder in das ursprüngliche Fenster zu gelangen. Um die Nachricht zu beantworten, tippt man nur ein "r" ein. Der "elm" fragt noch, ob aus der Ursprungsmail zitiert werden soll, dann ruft er den Editor auf.
Der Anwender sollte dann ungefähr etwas wie in Abb 3.29 angezeigt bekommen. Nun kommt der eigentliche Pferdefuß. Der Editor. Auf UNIX Systemen wird meistens der "vi"-Editor verwendet. Kenner behaupten der "vi" sei sehr vielfältig. Es wurden auch schon dicke Bücher über diesen Editor geschrieben. Doch der "vi" ist recht schwer zu bedienen. Anfänger könnten mit diesem Editor ihre Probleme haben. Wer einige grundlegende Sachen beachtet, wird sich mit diesem Editor zwar nicht anfreunden, doch zumindest mit ihm auskommen.
Der "vi" hat zwei Modi. In dem einen kann man ganz normal Text eingeben, in dem anderen werden Kommandos an den Editor gegeben (wie etwa das Speichern des Textes). Mit der Taste "i" kommt der Editor vom Kommando-Modus in den Textmodus. Der Text kann eingegeben werden. Vom Textmodus in den Kommando-Modus kommt der Anwender mit der "
E"-Taste. In diesem Kommando-Modus können nun z. B. auch die Pfeiltasten benutzt werden. Um den Text abzuspeichern, geben Sie im Kommando-Modus::write
ein. Um den Editor zu verlassen wird der Befehl:
:quit
verwendet. Um mehr über den "vi" zu erfahren, kann die Onlinehilfe (engl.: MANual) von UNIX befragt werden. Bei der Eingabeaufforderung wird dazu
man <Befehl>
eingegeben. Für <Befehl> setzen Sie das Programm ein, über das Sie mehr erfahren möchten (also z. B.: man vi
Ü). So kann bei allen UNIX-Befehlen verfahren werden, bei denen etwas unklar ist.Nach dem der Editor verlassen wurde, fragt der elm, was mit der geschriebenen Nachricht geschehen soll (s. Abb. 3.30).
![]()
Abb 3.30: Abfrage von elm
Die Nachricht kann nun nochmals editiert, gelöscht oder versendet werden. Im Normalfall wird also "s" für das Senden eingegeben.
Private Nachrichten zu lesen ist eine Sache, aber wer hat schon täglich persönliche E-Mails zu erledigen. Viel interessanter ist das stöbern in den knapp 7000 Gruppen des UseNets. Der Nutzer hat die Möglichkeit sich in interessante Diskussionen zu vertiefen, Informationen zu sammeln und neue Kontakte zu knüpfen.
Um in den News zu lesen, wird wieder ein Leseprogramm benötigt, etwa wie der "elm" für Mails. Ein Leseprogramm für Newsgroups wird News-Reader genannt. So ein News-Reader ist auf UNIX-Systemen der "nn".

Abb 3.31: Eine Newsgroup mit dem "nn" lesen.

Abb 3.32: Eine Beispiel-Nachricht.
Der "nn" wird von der Kommandozeile aus aufgerufen, mit der gewünschten Newsgroup dahinter. Das Programm listet dann die einzelnen Artikel untereinander auf. Der Anwender kann dann sehen, von wem die Nachricht ist und um was es ungefähr in dem Artikel geht.
Durch das Drücken der Buchstaben, die vor den einzelnen Artikel stehen, selektiert der Nutzer die Nachrichten für ein späteres lesen. Mit der "
Ü"-Taste wird die nächste Seite mit neuen Artikeln aufgebaut. Die geschieht solange, bis keine Artikel mehr in der Gruppe enthalten sind.Ist das Ende aller Artikel erreicht, werden dem Nutzer alle selektierten Nachrichten angezeigt.
Der "nn" News-Reader verfügt über sehr viel Funktionen, die Beschreibung dieser Fülle würde den Rahmen dieses Buches sprengen. Der Anwender hat aber die Möglichkeit mit Hilfe der "?"-Taste eine Onlinehilfe zu bekommen.

Abb 3.33: Die Onlinehilfe des nn
Durch die "r"-Taste kann dem Absender des Artikels eine private Nachricht geschrieben werden. Durch drücken der "f"-Taste kann dem Absender in der Newsgroup geantwortet werden, ein sogenanntes Follow-up (engl.: Nachfolgen). Alle angeschlossenen Systeme können dann Ihre Nachricht auch lesen! Mit ":post" kann in einer Newsgruppe ein neuer Artikel vom Nutzer kreiert werden. Bei den meisten UNIX-Systemen wird wie gehabt meistens der vi-Editor benutzt. Die Bedienung ist wie bereits beschrieben.
Um von einer Newsgroup in eine andere zu kommen, gibt der Anwender "
HG" ein. Das System fragt dann, in welche Newsgroup gewechselt werden soll. Mit "HY" gibt das System eine Liste aller verfügbaren Newsgroups aus. Der Rechnerverwalter kann dem Benutzer aber sicher, eine komprimierte Liste zur Verfügung stellen, die dieser dann in Ruhe zuhause durchgehen kann. Der Anwender bekommt so einen groben Überblick und kann beim nächsten Login gezielt die Gruppen lesen, die für ihn/ sie von Interesse sind.Über die Newsgroups können auch Programme bezogen werden. Gruppen die Programme oder Archive befördern heißen "Binaries".

Abb. 3.34: Ein Programm für PC-kompatible dekodieren
Wie schon weiter oben beschrieben, werden Programme 7-Bit kodiert (bzw. UUencoded) als Text in den Newsgroups verbreitet. Der Anwender muß die Dateien aus den einzelnen Artikeln zusammenfügen und dekodieren.
Die Gruppe aus dem Beispiel in Abb 3.34 heißt "comp.binaries.ibm.pc". Mit dem nn wird in diese Gruppe gewechselt und die Artikel markiert, die das gewollte Programm enthalten. Der Betreff einer Nachricht, enthält meistens den Dateinamen. Weiterhin wird dort auch angegeben, der wievielte Teil diese Nachricht vom gesamten Programm ist. Da einige Programme größer sind, als die Nachrichten in Newsgroups lang sein dürfen, wurden diese in mehrere Nachrichten aufgeteilt. Im Betreff steht deshalb noch die Nummer des Teiles mit dabei. Bei einem Programm, das z. B. in sechs Teile aufgespalten werden mußte, werden die Teile mit: (1/6), (2/6), (3/6), usw. bezeichnet. Der Nutzer muß alle Artikel eines Programmes (im Beispiel also alle sechs) markieren, um wieder ein vollständiges Programm zu erhalten. Sind alle Nachrichten markiert, gibt der Anwender
:decode
ein (mit dem Doppelpunkt!). Der "nn" dekodiert nun, nach Abfrage des Zielverzeichnisses, die Nachrichten zu einem Programm. Wer beim Zielverzeichnis einen Punkt eingegeben hat, kann die Dateien dann in seinem Verzeichnis finden (und mit "ls -l" auflisten).
Wenn nun die komplette Datei auf dem Server liegt, möchte der Anwender diese natürlich auf seinen PC transferieren. Dazu gibt es verschiedene Möglichkeiten. Die einfachste ist, wenn das Übertragunsprotokoll ZMODEM benutzt wird. Bei der Eingabeaufforderung wird einfach "sz <Dateiname>" eingegeben. Der Befehl "sz" startet das ZMODEM. Das Protokoll ZMODEM ist sehr schnell und es ermöglicht unterbrochene Downloads wieder fortzusetzen. Die Bedingung ist aber, daß der Server bei sich ZMODEM installiert hat. Dies ist nicht bei allen Servern der Fall (insbesondere bei den Unis).

Abb 3.35: Eine Datei wird vom Server geholt.
Die meisten Terminalprogramme starten beim ZMODEM Empfang allein. Nach Abschluß des Transfers ist die Datei auf dem Heim-PC und kann gestartet oder entpackt werden.
Wenn der InterNet-Rechner kein ZMODEM anbietet (und auch kein YMODEM), muß Kermit benutzt werden. Ein Übertragunsprotokoll aus der Großrechnerzeit. Kermit kann sogar 8-Bit Daten (also Programme und Archive etc.) über 7-Bit Leitungen übertragen. Leider ist Kermit alles andere als einfach zu bedienen.
Schnell ist das Programm leider auch nicht, es ist nur eine Möglichkeit. Einen Kermit für DOS finden Sie trotzdem auf der CD-ROM.
Wenn der Nutzer einen Online-Account auf einem Rechner hat, der selber am InterNet hängt, kann er auch einige Online-Dienste des InterNets nutzen. Allen voran wird das FTP von Interesse sein. Mit FTP lassen sich Dateien von weit entfernten Rechner übertragen.
Abb 3.36: Ein FTP zur FU-Berlin.

Abb 3.37: Datei Auswahl und Übertragung
Um einen FTP ausführen zu können, muß zuerst das FTP Programm aufgerufen werden. Die geschieht mit "ftp". Um eine FTP-Verbindung aufzubauen, wird mit "open <InterNet-Rechner>" die Verbindung zu einem FTP-Server hergestellt. Wenn der Nutzer auf dem fernen FTP-Server nicht auch einen Account hat, den er benutzen möchte, muß er den anonymous-ftp benutzen. Dazu gibt er nur "ftp" und seine E-Mail-Adresse ein. Der FTP-Rechner quittiert entsprechend den Zugang.
Um an den öffentlichen Bereich heranzukommen, muß der Nutzer in das "/pub" Verzeichnis wechseln. In die gewünschten Verzeichnisse kommt der Anwender mittels des Befehls "cd <Verzeichnisname>". Den Inhalt jedes Verzeichnisses kann sich der Anwender, gleich wie in MS-DOS, mit dem Befehl "dir" anzeigen lassen.
Ist der Anwender im richtigen Verzeichnis angekommen, wird die gewünschte Datei ausgewählt. Anschließend wird dem FTP-Server, mittels des "bin"-Befehls, zu verstehen gegeben, daß die gewählte Datei ein Binary (also Programm, Archiv, Bild etc.).
Mit "get <Dateiname>" wird dann die Datei vom fernen FTP-Server auf den Rechner des Providers des Nutzers übertragen. Der Befehl "get" kann nur eine exakte Datei übertragen. Mit "mget" können mehrere Dateien auf einmal vom FTP-Server geholt werden. Anstatt des kompletten Dateinamens dürfen bei "mget" z. B. auch Platzhalter (Wildcards wie * o. ? ) benutzt werden. Sind alle Dateien übertragen wird die Verbindung zum FTP-Server mit "quit" beendet. Das FTP-Programm wird mit "exit" verlassen.
Von der Mailbox kann die Datei dann auf den Heim-PC geladen werden. Die Prozedur ist die gleiche wie beim Download in Abb 3.35.
Vielleicht wundert es den Leser, das die Bilder in Abb 3.36 und Abb 3.37 so von dem FTP-Mitschnitt in Listing 3.4 abweichen. Es ist aber durchaus nicht ungewöhnlich, daß sich FTP-Server voneinander unterscheiden. Beim letzten Beispiel lief der FTP-Server unter UNIX, beim Beispiel in Listing 3.4 war der FTP-Server ein MS-DOS Rechner.
Mit dem Befehl
finger <E-Mail-Adresse>
Übekommt der Nutzer heraus, wann sich ein bestimmter anderer Netzteilnehmer (derjenige der <E-Mail Adresse>) das letztemal in InterNet eingeloggt hat. Das "finger"-Programm gibt den Tag des letztens Logins an, wie lange seit dem vergangen ist und eine kleine Info-Datei über den entsprechenden User (die von ihm selber gestaltet werden kann).
Mit dem Archie Dienst, lassen sich im Netz Dateien suchen. Der Archie Client vom Host gibt eine Suchmeldung für die gewünschte Datei an einen Archie-Server. Dieser schaut dann in seine Datenbanken und versucht die gesuchte Datei zu finden.
Die Datenbanken des Archie-Servers bestehen aus den gesamten Dateilisten vieler FTP-Server. Der Archie-Server gibt bei Erfolg dann die FTP-Server heraus, die das Programm haben. Der Archie wird mit :
archie -s <Dateiname>
Üaufgerufen. Der Parameter "-s" gibt an, daß nicht auf die Groß -und Kleinschreibung geachtet werden soll. Die Dateinamen müssen nicht vollständig sein, es darf mit Wildcards gearbeitet werden.
Da es verschiedene Archie-Server auf der Welt gibt, kann der Archie-Client auch verschiedene Datenbanken befragen. Fragen Sie Ihren Betreiber, welche Server zur Verfügung stehen, falls der Standardmäßig eingestellte Archie-Server Ihre Datei nicht findet.
Obwohl das WorldWideWeb eigentlich von seiner Grafik lebt, gibt es auch auf Text basierende Client-Programme. Diese kann der Online-User auch nutzen. Allerdings muß auf Grafik, Videos und Musikclips etc. verzichtet werden. Der Text-WWW-Client (Jargon WWW-Browser) heißt auf den meisten Systemen "lynx".

Abb 3.38: Ein Text-WWW-Browser (DOS-Lynx).
Zwar fehlt bei Text-WWW-Browsern die Faszination, doch zum simplen Abrufen von Daten reicht auch der "lynx" völlig aus. Mit dem lynx-Programm können nicht nur WWW-Seiten abgerufen werden, sondern es können u. a. auch Gopher-Datenbanken abgefragt werden. Je nachdem welcher Service gewählt wird, muß der URL entsprechend anders lauten. Um eine WWW-Seite darzustellen muß dem "lynx" durch "http://<WWW-Server>/" der Ort mitgeteilt werden, wo sich die Seite befindet. Mit "gopher://<Gopher-Server>/" wird dem entsprechend eine Gopher-Datenbank geöffnet.
Es gibt auch noch separate Gopher-Clients, die jedoch durch die Multifunkttionalität von "lynx", bzw. allen WWW-Browsern langsam aussterben.
Mittels des Befehls:
telnet <Hostname>
Üläßt sich eine TelNet Verbindung zu einem anderen InterNet-Rechner aufbauen. Dadurch sind sie in der Lage den Rechner so zu steuern, als würden sie direkt dort anrufen.
Dadurch das einige InterNet-Leitungen recht langsam sind, kann es unter Umständen recht lange dauern, bis auf die Tastatureingaben Reaktionen erfolgen.
Wenn dies vom Provider freigeschaltet wurde, ist vom Online-Account auch IRC möglich. Im IRC ist eine Live-Diskussion in verschiedenen Kanälen möglich. Die Sätze die der Nutzer tippt, wandern in sekundenschnelle um die ganze Welt, zu anderen Teilnehmern des selben Kanals. Der IRC kann meistens ohne Parameter aufgerufen werden. Manchmal allerdings (bei Fehlern im Netz) ist es notwendig, daß der Nutzer einen IRC-Server angibt. Dieser Server wird dann einfach hinter dem Befehl mit angegeben, z. B. "irc irc.fu-berlin.de". Ist der Nutzer erst im IRC-Programm, kann er sich mit einigen Befehlen die Liste der Kanäle ausgeben lassen.

Abb3.39: Ein Mitschnitt im InterNet Relay Chat.
Mit dem Befehl "/LIST" lassen sich sich die Kanäle ausgeben. Hat der Nutzer einen Kanal gefunden, kann ihm mit "/JOIN <Kanal>" beitreten. Um selber in diesen Kanal zu schreiben, muß "/QUERY <Kanal>" eingegeben werden. Alles was dann getippt wird, können die anderen Teilnehmer auch sehen. Mit "/LEAVE <Kanal>" verläßt man den Kanal wieder, mit "/QUIT" das gesamte IRC-Programm.
Gerade für den IRC-Client gibt es viele extra Funktionen. Bitten Sie den Systembetreiber um die Anleitung, oder versuchen sie mit "man irc
Ü" eine Onlinehilfe zu erhalten.Der Vorteil vom Point-Account ist, das der Anwender nur die Zeit mit dem Server verbunden bleibt die er braucht um alle Dateien die ihn interessieren zu übertragen. Danach legt das Point-System wieder auf. Der Anwender liest und bearbeitet seine Mails und Newsgroups in Ruhe und ohne Ticken von Gebührenzähler.
Vom Prinzip her, ist das Point-System sehr einfach. Der Server oder Host wird auch oft als Newsfeed (engl.: Nachrichtenlieferant, sprich: Njus-Fied) bezeichnet. Der Nutzer teilt dem Feed nun mit, welche Newsgroups er lesen möchte. Beim Feed existiert eine Liste in der alle Gruppen stehen, die den Point interessieren, das sogenannte active. Kommen nun Nachrichten in diesen Gruppen an, werden sie zusammenkopiert und komprimiert. Dieser Vorgang wird auch spoolen (engl.: aufwickeln, sprich: spulen) genannt. Der Nutzer muß dann nur noch ab und zu anrufen und seine Nachrichten abholen, beim gleichen Anruf sendet er die Antworten und Nachrichten mit, die er in der Zwischenzeit geschrieben hat. Dieser Anruf mit gegenseitigem Mail-Austausch wird auch Pollen genannt. Beim Anwender entpackt die Pointsoftware dann automatisch die Nachrichten und sortiert sie allein in die entsprechenden Bereiche ein.
Ändert sich das Interesse des Points, und er möchte andere Newsgroups lesen, muß das "active" beim Feed geändert werden. Dies kann entweder durch den Betreiber selber geschehen, oder durch einen Automatismus, der durch eine Mail gesteuert wird. Beim ersten Fall, muß dem Betreiber (meistens "root" genannt, engl.: Wurzel) eine Nachricht geschrieben werden, welche Gruppen gelesen werden wollen und welche nicht.
Im zweiten und häufigeren Fall, schreibt der Nutzer eine Mail an den fiktiven User "changesys", "gup" oder "dynafeed". Diese Programme (leider nicht einheitlich) können dann das "active" des Points manipulieren. In der Mail werden die neuen Gruppen gesendet, bzw. die alten weggelassen. Welches System zum Wechsel der Newsgroups benutzt wird, kann Ihnen nur der Betreiber selber sagen.

Abb 3.40: Pointprogramm u.a. für UseNet
Der Anruf beim Feed, der Poll, wird mit dem UUCP-Protokoll ausgeführt. Dieses Protokoll ist über die Jahre ständig verbessert worden. Inzwischen gibt es verschiedene Unterarten des UUCPs. Für den Anruf verantwortlich ist ein Programm namens UUCICO. Dieser überträgt dann die Dateien mit Hilfe des UUCP-Protokolls. Damit die Kommunikation zwischen den beiden Rechner klappt, muß der Host das gleiche Protokoll unterstützen. Von den UUCP-Protokollen gibt es sechs einigermaßen verbreitete Varianten:
Protokoll Beschreibung
e Ein schnelles Protokoll, ohne Fehlerkorrektur (die muß das Modem alleine schaffen).
g Das Standardprotokoll. Es überträgt nur in kleinen Datenblöcken und ist recht langsam. Neuere Versionen können mit flexibler Blockgröße arbeiten
G Modifizierte Variante von g, meistens bei SVR4 UNIX zu finden.
f Ein 7-Bit Protokoll, das für einige Großrechner verwendet wird. 8-Bit Daten werden konvertiert. Dieses Protokoll ist recht langsam
i Ein schnelles Protokoll, das auf ZMODEM Basis arbeitet. Auf UNIX wird dies von Taylor-UUCP unterstützt.
z Ebenfalls ein schnelles Protokoll, das nur von einigen UUCICOs unterstützt wird.
Tab 3.8: Liste der bekanntesten UUCP-Protokolle.
Der gemeinsame Nenner zwischen allen UUCP-Sites ist das "g"-Protokoll. Verwendet der Host Taylor-UUCP, kann die Geschwindigkeit des "g"-Protokolls enorm verbessert werden.
Online-Dienste können von einem Point aus, nicht genutzt werden! Lediglich das Schreiben und Lesen von Mail und News sind möglich.
Wie beim Anonymous-FTP, gibt es auch einen Anonymous-UUCP. Der Nutzer kann bei einem fremden UUCP-System anrufen und von dort mittels UUCP Dateien downloaden. Leider ist das System hier nicht so komfortabel wie z. B. im FidoNet. Es existieren keine standardisierten Namen für eine Index-Liste der Dateien, die Verzeichnisstruktur des Servers ist dem Anrufer unbekannt und UUCP ist in der Standardausführung kein sicheres und schnelles Protokoll.
Theoretisch loggt sich der Point automatisch mit "Anonymous uucp" beim Host ein. Mittels UUCP wird dann eine bestimmte Datei aus einem Verzeichnis des Hosts auf den eigenen Rechner kopiert. Wer nicht weis, wie der Server die Verzeichnisse angelegt hat, muß rückfragen. Trotzdem ist eine Liste von Systemen, die Anonymous-UUCP erlauben im Anhang enthalten.
Das Pointprogramm CrossPoint, bietet viele Möglichkeiten auch für UUCP-Points. Deshalb ist es auch auf der CD-ROM enthalten. Eine genaue Beschreibung der Installation erhalten Sie in Kapitel 3.8.
Um das InterNet in allen Belangen wirklich richtig ausnutzen zu können, ist der SLIP/ PPP-Account genau richtig. Erst durch die direkte Verbindung des eigenen PCs zum großen weltweiten Netz, eröffnen sich viele Möglichkeiten (wie etwa WWW). In diesem Unterkapitel werden die interessantesten Anwendungen gezeigt werden. Allerdings entwickelt sich das Netz sehr schnell, es gibt immer wieder neue Ideen. Die gezeigten Anwengungen laufen alle unter MS-Windows 3.x/95/NT. Oftmals gibt es das gleiche Programm auch für andere Plattformen wie MAC, OS/2 oder Amiga (und natürlich UNIX).
Um das InterNet als vollwertiger Rechner nutzen zu können, muß erst eine Verbindung zum Provider geschaffen werden, die auch TCP/ IP Daten übertragen kann. TCP/ IP ist die Grundlage des Datenaustausches zwischen zwei Rechnern im InterNet. Das Programm muß also IP-Pakete über eine Datenleitung (Modem, LAN oder ähnliches) vom eigenen PC zum Host-Rechner übertragen können. Zu diesem Zweck gibt es unter Windows eine Softwareschnittstelle: WinSock. Programme die InterNet-Dienste nutzen (sogenannte InterNet-Clients), setzen auf dieser WinSock-Schnittstelle auf und können darüber mit dem InterNet kommunizieren. Für Modem-Verbindungen gibt es den WinSock der Firma Trumpet (auf der CD-ROM). Dieses Programm wird vom Benutzer aufgerufen und stellt im Hintergrund die Verbindung zum Provider her. Anschließend kann die InterNet-Software vom Nutzer gestartet werden. Diese schickt die Daten durch den WinSock, über das Modem zum Provider. Der Vorteil dieser Kombination ist, das für den InterNet-Betrieb nur der WinSock konfiguriert werden muß.
Zur Konfiguration von WinSock gucken Sie bitte in das Unterkapitel "Anschluß an das InterNet".
Programme die auf den WinSock aufsetzen brauchen dies im allgemeinen nicht, oder nur in kleinem Umfang. Früher mußte jedes Programm genauestens eingestellt werden. Die meisten Programme konnten auch nicht miteinander kooperieren. Dies ist mit WinSock nicht so, verschiedene InterNet-Applikationen laufen nebeneinander.
Wird kein weiterer InterNet-Dienst vom Anwender mehr gewünscht, trennt der WinSock die Modem-Verbindung.
Die Mails im InterNet werden, sobald sie geschrieben sind, sehr schnell versendet. Ist die Nachricht (engl.: Message, sprich: Mäßetsch) erst einmal im InterNet, ist sie auch schon am Zielort angekommen (wenn der Empfänger ebenfalls im InterNet ist). Um Mails auf seinem Heim-PC zu schreiben oder zu beantworten, wird ein Mail-Reader gebraucht.
Die Mails im InterNet werden durch ein Protokoll von einem Rechner zum anderen übertragen (wie könnte es auch anders sein :-)). Dieses Protokoll mit dem Namen SMTP (Simple-Mail-Transfer-Protocol), setzt auf TCP/ IP auf, also es benutzt nach wie vor TCP/ IP! Eine

Abb 3.41: Beispiel- Einstellungen von Eudora.
neuere Variante ist POP-Mail. Dies ist vom Anwender her gesehen aber eher eine sekundäre Information. Welches Protokoll Sie einstellen sollten, muß der Provider wissen. In Abb 3.41 sehen Sie die Konfiguration des Buchautors. In diesem Setup-Fenster geben Sie auch Ihre E-Mail Adresse an, damit die Empfänger Ihrer Nachrichten antworten können. Eudora fragt bei der ersten Installation die meisten Dinge ab.
Das Mail-Programm "Eudora" ist einerseits sehr gut zu bedienen und hat andererseits auch in der Shareware-Version viele Funktionen. Mit Eudora kann der Nutzer bei einer bestehenden SLIP oder PPP-Verbindung neue Mails beim Server abholen beantworten etc. Besteht die Verbindung nicht mehr, können die Mails trotzdem bearbeitet werden. Neue Nachrichten die zum Versand anstehen, können erst später abgesetzt werden; dann wenn eine Verbindung zum Provider gewünscht wird.

Abb 3.42: Das Mail-Programm Eudora zeigt neue Mails.
Über die Menüfunktion "File Check new Mail" läßt der Anwender beim Server nachsehen, ob neue Nachrichten für ihn vorhanden sind. Sind welche vorhanden werden sie sogleich auf das eigene System transferiert. Das System zeigt dann an, daß neue Nachrichten eingetroffen sind (s. Abb 3.42).
In Eudora hat der Anwender standardmäßig zwei Postfächer, den Post-Eingang (IN) und den Postausgang (OUT). Kommen Nachrichten an, werden sie im Fach "IN" abgelegt. Der Anwender kann dann auch diese Nachricht klicken und sie anschließend lesen.

Abb 3.43: Neue Nachricht lesen.
Wenn auf diese Nachricht geantwortet werden soll, benutzt der Anwender entweder die Ikone für Reply im "IN"-Fenster, die Tastenkombination "
Sr" oder er geht über das Menü "Messages Reply".Um eine Nachricht bearbeiten zu können muß sie immer vorher mit der Maus selektiert worden sein!
Wird ein Reply auf eine empfangene Nachricht geschrieben, wird die alte Nachricht in ein Fenster kopiert. Der Nutzer hat dann die Möglichkeit, Teile der Nachricht wegzulöschen und seine eigenen Zeilen dazuzuschreiben. Dieses Prinzip des zitierens der alten Mail (quoten) dient dazu, dem Empfänger der neuen Nachricht ein paar Anhaltspunkt zu geben, worum es in seiner letzten Nachricht ging. Bei längeren Mails, oder älteren ist diese Gedankenstütze durchaus hilfreich.

Abb 3.44: Ein Reply auf die neue Nachricht schreiben.
Möchte der Anwender eine neue Nachricht kreieren, kann er entweder die Kombination "
Sd" drücken, oder er geht über das Menü "Messages New-Message". Eudora öffnet dann wieder ein Fenster wie in Abb 3.44, doch die Felder für den Empfänger und für das Subject (Betreff) muß der Nutzer diesmal selber ausfüllen. Im Text-Teil, kann dann die Nachricht eingegeben werden. Mit der "Send"-Ikone kann die Nachricht dann bis zur nächsten Verbindung zum Server bereitgestellt werden.An die Nachrichten kann eine Signatur-Datei angehängt werden. In dieser Datei steht der Name des Anwenders, Telefonnummer, Firma etc. Signatures sollte nicht länger als vier Zeilen sein. In Eudora kann unter "Window Signature" eine eigene Signatur eingegeben werden.
Für das lesen von Newsgroups im InterNet gibt es ein Programm, welches von der Funktion her News-Reader heißt. Dieser News-Reader holt vom Server die Artikel der Newsgroups und schickt die Nachrichten des Anwenders ebenfalls dorthin. Für den Transport von News ist das Protokoll NNTP (NetNews Transfer Protocol) zuständig, was seinerseits wieder auf TCP/ IP aufbaut.
Auf der Festplatte des Anwenders wird von diesem News-Reader eine Datei angelegt, die die Newsgroups enthält, die der Anwender gerne lesen möchte. Diese Datei mit dem Namen "newsrc" (von News-Record) kann vom Anwender frei editiert werden. Auch dabei hilft der News-Reader. Vom News-Feed holt der News-Reader auf Wunsch eine komplette Liste aller Newsgruppen die dieser führt (das kann dauern!). Aus dieser Liste entscheidet sich der Nutzer für die Gruppen die er regelmäßiger lesen möchte. Dies ist keine statische Sache, die Einstellungen können zu jeder Zeit vom Anwender verändert werden.
Hat er sich für die Gruppen entschieden, holt der News-Reader die Artikel in der gewünschten Gruppe und präsentiert sie dem Anwender.

Abb. 3.45: Beispiel-Konfiguration von NewsXpress des Buchautors
Der Anwender kann dann die Nachrichten lesen, eine Antwort in diese Newsgroup oder mehrere Newsgroups setzen, kodierte Dateien dekodieren und vieles mehr.
Vor der Anwendung hat InterNet aber noch eine marginale Konfiguration gesetzt. Der Anwender muß seinen NNTP-Server angeben (meistens der Provider), seine E-Mail Adresse und eine eventuelle extra Identifikation. Auch diese Daten sind nur vom Provider zu erfahren.
Für Windows ist das Programm NewsXpress gut geeignet. Einerseits ist es Freeware (d. h. kein Copyright) und bietet andererseits auch eine Fülle von Funktionen. NewsXpress liegt mit auf der CD-ROM.
Angenommen NewsXpress ist konfiguriert worden, dann sollte zum erstenmal die komplette Newsgroups-Liste des Servers eingelesen werden. Dieser Vorgang kann ganz nach Anschlußart mehrere Minuten dauern (beim erstenmal macht NewsXpress das allein). In dem Fenster für Newsgroups kann dann in jedes Kästchen vor jeder Newsgroups

Abb 3.46: Newsgroups auswählen.
ein Kreuzchen gemacht werden (mit der Maus), die den Anwender interessieren. Um nicht die tausenden von Newsgroups durchzugehen, kann der Anwender auf der untersten Zeile einen Filter setzten, oder nach einer bestimmten Gruppe suchen. Sind alle Gruppen selektiert, können mit der Tastenkombination "
As" die Gruppen in die newsrc-Datei auf der eigenen Festplatte kopiert werden. Der Anwender hat dann diese Gruppen abonniert (engl.: subscribe).Um nur noch die Gruppen auf dem Bildschirm zu sehen, die auch abonniert wurden, kann im Menü "View" der Haken vor dem Eintrag "All-Newsgroups" entfernt werden.
Wird eine Gruppe irgendwann nicht mehr gewünscht, wird sie "unsubscribed", das Abonnement also aufgelöst. Gleiches, kann außer über die Menüs, auch durch die Ikonen-Leiste erreicht werden. Welche Funktion die einzelnen Ikonen haben, können Sie leicht feststellen, indem der Mauszeiger über eine solche Ikone gebracht wird. Nach ca. einer Sekunde gibt es einen kleinen gelben erklärenden Text.

Abb 3.47: Nachricht lesen.
Um schließlich in einer Newsgroup zu lesen, wird auf die gewünschte Gruppe doppelt mit der Maus geklickt. NewsXpress baut nun ein weiteres Fenster auf, in dem alle Artikel des gleichen Betreffs (engl.: Thread, sprich: th-red) in einem Ordner zusammengefaßt sind. Nachrichten, zu denen keine zweite Nachricht mit gleichem Betreff existiert, werden allein ohne Ordner dargestellt.
Im Fenster ist der Verfasser und der Betreff der Nachricht zu sehen. Soll ein Artikel dann gelesen werden, wird nochmals auf den speziellen Artikel geklickt. Ein neues Fenster geht auf und der Artikel ist darin zu lesen. Die nächste Nachricht kann dann wieder mit der Maus selektiert werden. Schneller geht es aber, wenn der Nutzer auf die ">"-Ikone klickt, dann präsentiert NewsXpress automatisch den nächsten Artikel. Mit der "<"-Ikone kommt man entsprechend einen Artikel zurück.

Abb 3.48: Nachricht in einer Newsgroup beantworten.
Wenn nun auf einen Artikel geantwortet werden soll, gibt es einmal die Möglichkeit des Follow-ups (engl.: Nachfolgen). Bei dieser Methode, wird die Antwort des Nutzers in der gleichen Newsgroups verbreitet. Also alle Personen können sie lesen. Das sollte nur gebraucht werden, wenn die Antwort auch von allgemeine Interesse sein könnte. Das Follow-up wird bei NewsXpress mit der "
&"-Taste ausgelöst. In Abb 3.48 ist zu sehen, das NewsXpress die Nachricht wieder zitiert. Der Anwender kann die Zeilen weglöschen die er für unwichtig hält. Ist die Nachricht fertig kann sie über das Menü "File Send" oder die "Send"-Ikone (eine Schublade) ins Netz gegeben werden.Wer mit einem News-Reader in den Gruppen liest, sollte beachten, daß der Nutzer nur auf die Artikel Zugriff hat, die momentan beim Server verfügbar sind. Um Plattenplatz zu sparen, löscht der Server alle Nachrichten, die älter als ein paar Tage sind. Dieser Vorgang des Löschens, wird Expire (engl.: abgelaufen sein) genannt. Kann der Nutzer ein paar Tage lang nicht in den Gruppen lesen, ist es möglich, daß einige Artikel die er noch nicht kennt, schon wieder gelöscht worden sind! Im Gegensatz zu dem Offline-Account, werden alte Nachrichten nicht für den User aufgehoben.
Bei den anderen Zugangsarten gab es auch die Möglichkeit, UUcodierte Nachrichten wieder zu dekodieren. In einigen Newsgroups werden Programme, sogenannte Binaries (so heißen dann teilweise auch die Gruppen), verbreitet.

Abb 3.49: Binaries dekodieren
Hat der Anwender die Binaries-Newsgroup geöffnet und alle Artikel vor sich, können die Artikel die Dateien beinhalten mit der Maus markiert werden. Gehören mehrere Artikel zu einer Datei (bei großen Programmen), dann muß zusätzlich zur linken Maus-Taste beim selektieren noch die "
H"-Taste gehalten werden. Dann können die Artikel mit der ")"-Taste dekodiert werden. NewsXress fragt sogar noch, in welches Verzeichnis der Festplatte es die dekodierte Datei schreiben soll.Um eine völlig neue Nachricht in einer Gruppe zu schreiben (Jargon zu posten), drückt der Anwender "
%", benutzt das Menü "Article Post" oder die entsprechende Ikone. Die Newsgroup in die gepostet werden soll, muß vorher mit der Maus markiert worden sein. Dann setzt NewsXpress die Gruppe gleich in das entsprechende Feld ein. Ist die Nachricht geschrieben, wird sie wieder gesendet.
Abb 3.50: Eine neue Nachricht schreiben.
Schlußendlich kann noch auf einen existierenden Artikel eine private Antwort geschrieben werden. Auch hier muß der Artikel erst selektiert sein, dann kann durch das Menü "Article Reply" oder der entsprechenden Funktionstaste eine Mail an den Verfasser der öffentlichen Nachricht geschrieben werden.

Abb 3.51: Eine öffentliche Nachricht privat beantworten.
Dies ist immer dann der öffentlichen Antwort vorzuziehen, wenn der Inhalt nicht für andere Netzteilnehmer von Interesse sein könnte.
Da einige Netzteilnehmer notorische Störer sind, gibt es die Möglichkeit die Nachrichten von diesen Leuten gleich zu löschen, ohne sie überhaupt erst angezeigt zu bekommen. Damit erspart sich der Leser Überdosen an Adrenalin und lebt friedlich weiter, er braucht sich nicht über diese speziellen Leute zu ärgern. Diese nützliche Einrichtung (Freaks sprechen von der nützlichsten Erfindung überhaupt) heißt Killfile. In anderen Netzen wird diese Einrichtung z. B. auch Twitfilter genannt. Auch in NewsXpress kann ein Killfile erstellt werden.
TelNet ist ein recht einfacher Dienst. Der Client zu TelNet ist einem normalen Terminalprogramm recht ähnlich. Doch anstatt der Telefonnummer der Mailbox, wird die Adresse des InterNet-Rechners angegeben.
Bei einigen TelNet Programmen für WinSock kann die Terminal-Emulation verstellt werden. Bei einigen einfachen Programmen ist sie standardmäßig vt100. Auf der CD-ROM sind mehrere TelNet Varianten enthalten.

Abb 3.52: Verbindung zu einem Server aufnehmen.
Ist die Verbindung erst einmal hergestellt, kann der Server bedient werden, als ob der Nutzer an einer lokalen Konsole des Rechners sitzen würden. TelNet dient zur Fernbedienung von Programmen. Grafische Ausgaben sind aber nicht möglich.

Abb 3.53: Im Server ein Programm bedienen.
In Abb 3.53 wird z. B. der Mail-Reader "ELM" auf dem Server benutzt. Mit TelNet können die verschiedensten Programme auf dem Server ausgeführt werden. Mit einer Einschränkung: Anwendungen die Grafik zu benutzen, funktionieren nicht. Die Emulation von TelNet basiert nur auf Text.
Für WinSock gibt es auch verschiedene IRC-Clients. IRC (InterNet Relay Chat) ist mit CB-Funk zu vergleichen. In mehreren hundert bis tausend Kanälen diskutieren viele hundert Anwender live. Vom Prinzip her funktioniert das so: Der Anwender loggt sich mit seinem IRC-Client in einen IRC-Server ein. Er braucht dazu nur die Adresse eine IRC-Severs und einen Nickname.
Fast jede deutsche Uni hat einen IRC-Server (z. B. irc.rz.uni-karlsruhe.de). Der Nickname ist der Name, unter dem der Anwender im IRC auftritt. Wenn der Nutzer etwas schreibt, ist das praktisch der Absender. Allerdings ist der Nickname nicht zu verwechseln mit der E-Mail Adresse. Er ist vielmehr so etwas wie ein Pseudonym oder Rufname.
Ist der Nutzer mit seinem Client eingeloggt, läßt er sich die Liste der wählbaren Kanäle ausgeben. Hat er sich dann für einen entschieden, kann er in diesem Kanal etwas schreiben. Alle anderen weltweit angeschlossenen Nutzer dieses Kanals, bekommen die Meldung innerhalb von Sekunden. Die Antworten von diesen Leuten sieht der Nutzer ebenfalls auf seinem Bildschirm. Durch die schnelle und wechselseitige Kommunikation sind Diskussionen etc. möglich.
Auf der CD-ROM ist der IRC-Client II enthalten. Es ist zwar nicht das beste Programm, aber es funktioniert immer. Einige andere Programme laufen nach einer Weile aus und starten nicht mehr. Nicht weil der Nutzer die Shareware nicht bezahlt hat, sondern weil die Software intern ein Zerfallsdatum hat.

Abb 3.54: Eine Unterhaltung im IRC
Hat der Anwender beim IRC-Client den Server unter dem Menüpunkt "Server" eingetragen, kann er mit "Server Connect" oder der entsprechenden Ikone die Verbindung zum IRC-Server herstellen. Im teilweise verdeckten "Server Window" werden die Meldungen des IRC-Servers ausgegeben.
Einige ausländische IRC-Server lehnen IRC-Clients aus anderen Ländern, als ihr eigene ab.
Mit dem Befehl "/LIST", der in der untersten Zeile des "Server Windows" eingegeben wird, listet der IRC-Client alle verfügbaren Kanäle auf. Wird dann mit der Maus ein Kanal doppelt angeklickt, öffnet sich ein weiteres Fenster. In diesem werden die Eingaben der anderen IRC-User ausgegeben. In einer schmalen Spalte daneben stehen die Teilnehmer am aktuellen Kanal. Einige Freaks diskutieren sogar parallel in mehreren Fenstern.
Kanäle die nur einen oder zwei User haben, können ignoriert werden. Hierbei handelt es sich bei diesen Teilnehmern um keine richtigen Menschen, sondern um Robots. Robots sind kleine Dienstprogramme, die einen IRC-Kanal offenhalten.

Abb 3.55: Talk-Verbindung zwischen zwei Usern.
Soll der Kanal geschlossen werden, wird auf die linke obere Ecke des Fensters geklickt. Um den IRC-Client zu verlassen wird im "Server"-Menü der Eintrag "Disconnect" ausgeführt.
Die privatere Variante von IRC ist Talk. Mit Talk können private Unterhaltungen (das geht mit einem Trick auch bei IRC) zu einem anderen Teilnehmer im Netzwerk geführt werden. Beim vorliegenden Programm WINTALK sieht der Anwender den Text den er schreibt, auf der oberen Hälfte und den Text den der Partner schreibt, auf der unteren Hälfte.
Beide Nutzer können schreiben, ohne auf den Anderen zu warten.
Wird das Programm in Windows immer gestartet gelassen, kann auch ein Nutzer von außen den lokalen Rechner erreichen. Allerdings muß dann eine permanente Verbindung zum Provider gehalten werden. Wird der eigene Rechner angerufen (Jargon: gecalled), hat der Anwender die Möglichkeit den Ruf anzunehmen, ihn zu ignorieren oder ihn abzuweisen.
Damit der andere Netzteilnehmer weiß wen er sprechen (Jargon: antalken) möchte, muß der Nutzer im Wintalk Programm die Namen eingeben, auf die sein Talk reagieren soll. Wird der falsche Name verlangt, klingelt das eigene Talk Programm nicht.
Nicht alle Talk Programme sind zueinander kompatibel. Selbst wenn alles richtig eingestellt wurde, ist es nicht sicher, das nicht ein anderes Problem vorliegt.
Mit Finger kann der Anwender etwas über einen anderen Anwender im InterNet erfahren. Zu diesen Informationen gehört z. B. wann dieser das letztemal eingeloggt war und wie er zu erreichen ist. Meistens wird noch eine kleine Textdatei mit übertragen, die der "gefingerte" Nutzer selber editieren kann.

Abb 3.56: Einen User eingeben, der "gefingert" werden soll.
Der Finger-Client kommt ganz ohne Konfiguration aus. Neben dem Finger-Client gibt es auch einen Finger-Server, der Information über einen selbst gibt, falls man selber mit "finger" abgefragt wird. Auf der CD-ROM sind beide Versionen enthalten.

Abb 3.57: Die Antwort des Finger-Servers.
Finger wird immer dann gerne verwendet, wenn ein Bekannter etc. versucht wird zu erreichen. Einige Finger-Server geben dann auch die Zeit an, wie lange der Nutzer der "gefingert" wurde, nicht am Rechner war, oder wie lange er am Rechner untätig war.
Finger wird außerdem dazu benutzt, Informationsdateien verfügbar zu machen. Einige Firmen bieten per Finger kurze Infotexte an. Beispielsweise "finger info@cdrom.com", bietet Informationen über die CD-ROMs an, die über sie bezogen werden können.
Mit dem Dienst FTP, können auf einfach Weise Dateien von irgendendeinem FTP-Server der Welt, auf den Heim-PC kopiert werden. Das Programm WINFTP ist unter Windows sehr komfortabel. Es ermöglicht die Bedienung des FTP-Servers durch klicken mit der Maus. Der Server muß aber vorher eingestellt werden.

Abb 3.58: Rechner in WINFTP eintragen.
Um einen Server in die Datenbank von WINFTP aufzunehmen wird auf die "CONNECT" Schaltfläche (die in WINFTP, nicht die im "Host"-Fenster!) des Programmes geklickt. Das "Host"-Fenster öffnet sich (s. Abb. 3.58), und der Nutzer kann nun den Namen des Hosts eintragen, sein Passwort (fall er eins hat) und das war es auch schon. Die anderen Einstellungen werden nur in Spezialfällen gebraucht. Abschließend wird auf das Feld "SaveCfg" geklickt. Diese Einstellung ist nun abgespeichert. Wenn es gewünscht wird, kann mit der Fläche "Connect" im "Host"-Fenster eine Verbindung zum eingetragenen Server hergestellt werden.
Wenn die Verbindung aufgebaut wurde, loggt sich WinFTP automatisch ein. Auf der rechten Hälfte, im oberen Fenster, sind die Verzeichnisse des Hosts, darunter sind die Dateien die darin enthalten sind. Wenn mit der Maus auf ein Verzeichnis geklickt wird, öffnet sich dieses und im unteren Fenster werden die Dateien angezeigt, die darin enthalten sind. Wird der Verzeichniseintrag ".." ausgeführt, kommt der Anwender wieder eine Ebene höher.

Abb 3.59: Eine Datei vom Host übertragen.
Auf der linken Seite sind die Verzeichnisse des lokalen Rechners (also des Heim-PCs). Auch hier kommt der Anwender durch Mausklicks durch seine Verzeichnisse.
Soll nun eine Datei vom Host geholt werden, wird diese mit der Maus markiert (einmal klicken). Dann wird auf das "<-"-Feld geklickt. Die Datei wird nun auf den eigenen Rechner übertragen. Der Fortschritt der Übertragung kann der Anwender am Prozentbalken verfolgen. Durch das Feld "->" können Dateien vom eigenen Rechner auf den Host übertragen werden, also das umgekehrte Prinzip. Auch bei diesem Vorgang muß die Datei, oder die Dateien die transferiert werden sollen, markiert werden.
Falls der Anwender die Übertragung unterbrechen möchte, muß er auf die "Abort"-Fläche des Programmes klicken. Zum ausloggen wird die Verbindung zuerst mit dem "Close"-Feld beendet, dann das Programm it "Exit" verlassen.
Um anderen Rechnern FTP-Zugriff auf dem eigenen Rechner zu gewähren, muß auf dem Heim-PC ein FTP-Server installiert werden. Das Programm Win-QVT, das sich ebenfalls auf der CD-ROM befindet, kann dazu genommen werden. Die Standardinstallation funktioniert bereits, wenn der entsprechende Service im Menü freigeschaltet wurde (s. Abb 3.60).

Abb 3.60: FTP-Server bei Win-QVT freischalten.
Passwörter und Accounts werden mit dem DOS-Befehl "Passwd psfile.ftp" geändert, gelöscht und hinzugefügt. Sogar für einen Anonymous-FTP kann der Nutzer in der WINQVT.INI Datei das Grundverzeichnis einstellen.
In einigen Versionen von Win-QVT erlaubt das Programm nur einen FTP-Zugriff. Das bedeutet, es kann nicht mehr als eine Person von Ihrem Rechner per FTP Dateien kopieren. Andere Versionen haben diese Macke nicht. :-}
Mit dem Archie Dienst lassen sich im Netz Dateien suchen. Der Archie Client gibt eine Suchmeldung für die gewünschte Datei an einen Archie-Server. Dieser schaut dann in seine Datenbanken und versucht die gesuchte Datei zu finden. Die Datenbanken des Archie-Servers besteht aus den gesamten Dateilisten vieler FTP-Server. Der Archie-

Abb 3.61: Archie sucht Winftp...:-)
Server gibt bei Erfolg dann die FTP-Server heraus, die das Programm haben. Auf der CD-ROM befindet sich WSARCHIE06, das keine Konfiguration braucht. Als Archie-Server kann der Host in Darmstadt genommen werden. Leider läßt dieser einige Suchanfragen nicht zu. Als Ersatz kann aber auf jeden anderen Archie-Server der Welt zugegriffen werden.
Die Dateinamen müssen nicht vollständig sein, es darf mit Wildcards gearbeitet werden. In Abb 3.61 wurde z. B. die Datei Winftp in Neuseeland gefunden.
Es gibt verschiedene Suchmethode. Mit Substring wird darauf geachtet, das der Suchbegriff ein Teil des Verzeichnis- oder Dateinamens ist. Das Wort "Handel" ist beispielsweise in "Autohandel" enthalten. Die Groß -und Kleinschreibung wird aber ignoriert. Beim nächsten Punkt ist dies nicht so. Beim Punkt "Exact" wird genau nach der eingegeben Zeichenkette gesucht. Wenn Dateien oder Verzeichnisse geringfügig anders heißen, werden sie nicht mit angezeigt. Die Einstellung "Regex" ist die flexibelste, die sucht nach der Zeichenkette in allen Kombinationen, ohne Groß -und Kleinschreibung. Es können auch mehrere Wildcards benutzt werden, z. B. kann nach "A*handel" gesucht werden. Passende Begriffe wären dann "Autohandel", aber auch "Automobilhandel".
Da es verschiedene Archie-Server auf der Welt gibt, kann der Archie-Client auch verschiedene Datenbanken befragen. Fragen Sie Ihren Betreiber, welche Server zur Verfügung stehen, falls der standardmäßig eingestellte Archie-Server Ihre Datei nicht findet
Mittels CuSeeMe können bewegte Bilder über InterNet übertragen werden (s. Abb 3.19). Allerdings kann kein Ton dazu gesendet werden. Die Installation ist sehr einfach. Der Anwender muß nur seinen Namen eintragen. In der Dokumentation zum Programm sind einige CuSeeMe Server, die Reflektoren heißen, zu finden. Hat der Anwender selber eine Videokamera und eine TV-Karte für den PC, kann er auch Bilder von sich senden. Je nach Geschwindigkeit der Übertragung sind die Briefmarken großen Bilder teilweise sehr ruckelig. CuSeeMe ist in seiner neuesten Version auf der CD-ROM enthalten.
Mittels des Programmes IP-Phone (auch auf der CD-ROM) läßt es sich preisgünstig über InterNet telefonieren. Die Daten werden wie gewohnt über das InterNet übertragen und kommen beim Gesprächspartner aus dem Lautsprecher. Voraussetzung dazu ist aber eine Soundkarte und ein Mikrofon.
Um andere IP-Phoner zu finden, müssen sich die Nutzer in einen IRC-Server einloggen (das macht IP-Phone allein!). Dann kann sich der Anwender für verschiedene Kanäle entscheiden (s. Abb 3.20) und darauf warten angerufen zu werden, oder selber jemanden anrufen. Wirklich witzig wird diese Variante in Verbindung mit CuSeeMe. Leider ist die Sharewareversion von IP-Phone auf nur eine Minute Gesprächszeit beschränkt.
Damit wären die InterNet Standarddienste abgeschlossen. Es folgt ein eigenes Unterkapitel zu WWW.
Zwar gehört WWW auch zu den Online-Diensten die per SLIP/ PPP genutzt werden können, doch die Anwendungen sind so vielfältig, daß sie der Übersichtlichkeit halber in ein eigenes Unterkapitel müssen.
Der in letzter Zeit bekannteste Dienst des InterNets, ist wohl das Worl-Wide-Web. Die meisten Leute, die heute ins InterNet wollen, sind vor allem am WWW interessiert. Die Möglichkeit mit einem Mausklick durch die ganze Welt zu Reisen ist auch sehr verlockend. Die meisten WWW-Clients (auch WWW-Browser genannt), sind beinahe intuitiv zu bedienen. Der Nutzer stellt eine Verbindung zu einem WWW-Server her und dann klickt er nur auf die entsprechend markierten Wörter, um mehr Informationen zu diesem Punkt zu bekommen. Dabei ist es völlig unerheblich welcher Art die Information ist, oder woher sie kommt. Dadurch, daß mit einem WWW-Browser nicht nur Text, sondern auch Grafik, Video und Audiomöglichkeiten vereinigt werden, bekommt der Anwender ein viel breiteres Spektrum an Eindrücken geboten. Die Ersteller von WWW-Seiten haben dadurch aber auch die Möglichkeit, viel mehr auszudrücken.
Neben der Multimediafähigkeit von WWW, können WWW-Browser auch andere Dienste des InterNet nutzen z. B. Gopher, FTP und News. Durch das WWW können auch noch andere Dienste genutzt werden, da der WWW-Client dann versucht die entsprechende Applikation (etwa TelNet) von der Platte zu starten.
Ein WWW-Client für MS-Windows ist z. B. Netscape, der in der neuesten Version Daten sogar kodiert übertragen kann. Dies ist z. B. wichtig für Leute, die über WWW einkaufen gehen wollen und die Kreditkarten Nummer übertragen müssen. Zwei andere bekannte Browser für Windows sind Mosaic und Cello. Auf der CD-ROM ist aber nur Netscape enthalten, da dieses Programm die meisten Funktionen beinhaltet.
Die häufigsten Anwendungen von WWW sollen hier vorgestellt werden. Dieses Unterkapitel gibt darüber Auskunft, wie sich der Anwender im WWW bewegen kann. Es gibt noch keine Antwort darauf, wie Informationen gefunden werden. Das ist Thema des nächsten großen Kapitels.
Wie eine WWW-Seite erstellt wird und wie ein WWW-Server installiert wird, ist Thema eines neuen Buches.
Um einen ersten Schritt in den Cyberspace zu machen, muß eine WWW-Seite geöffnet werden. In den meisten Fällen ist dies die des Providers. Es kann natürlich auch jede andere WWW-Seite sein. Geöffnet wird so eine Seite mit der "open"-Ikone in Netscape. Das System fragt dann nach dem URL. Der URL war eine Art Adresse von Diensten im InterNet (s. Kap "Einheitliche Bezeichnung von Online-Diensten"). Da eine WWW-Seite dargestellt werden soll, gibt der Nutzer ein :
http://<WWW-Server>/[<Verzeichnisse>/<HTML-Seite>]
Für <WWW-Server> kann der Server des Providers genommen werden, oder der der Uni. Da ein WWW-Server mehrere WWW-Seiten zu verschiedenen Themen hat, sind diese der besseren Übersichtlichkeithalber in verschiedenen Verzeichnissen abgelegt. Damit der Anwender sich nicht immer vom Anfang des WWW-Servers bis zu seinem Dokument durchklicken muß, kann eine WWW-Seite auch direkt angesprochen werden. Der genaue Pfad zu der aktuellen WWW-Seite kann der Anwender aus der "Location"-Zeile von Netscape entnehmen.
Wird nur der Server ohne Verzeichnisse angegeben, stellt der WWW-Server seine Indexseite dar, mit der man die anderen Informationen abrufen kann. Diese erste Seite wird Homepage (engl.: die "Heimatseite", sprich: Houm-päitsch) genannt. Der Anwender legt sich normalerweise auf eine Homepage fest, von dieser er dann in die weite Welt startet.
Im Beispiel wurde der Server der Freien Universität Berlin genommen, der "http://www.fu-berlin.de/" lautet.
Der WWW-Client stellt nun die Verbindung zu diesem Server her und präsentiert die erste Seite. Darauf ist dann das Logo der Uni zu erkennen, weiterhin ist ein (blau) unterlegter Text zu sehen. Dieser unterlegte Text ist ein HyperLink. Klickt der Anweder auf so einen Text, bekommt er dazu mehr Informationen.

Abb 3.62: Ein Klick auf einen HyperLink.
Auf der WWW-Seite der FU-Berlin gibt es z. B. den blauen Eintrag "Fachbereiche und Zentraleinrichtungen". Wird auf diesen Eintrag mit der Maus geklickt, kommt der Anwender auf die Seite, die ihm die Fachbereiche und Zentraleinrichtungen der FU-Berlin nennt (s. Abb 3.62). Klickt er wieder auf einen unterlegten Text, bekommt er Informationen zu diesem Punkt.
Es ist nicht zwingend erforderlich das sich diese Information auf dem gleichen Server befindet. Ein HyperLink kann auch auf einen anderen WWW-Server verweisen, den der WWW-Browser dann selber kontaktiert und die Seite darstellt. Im Falle der Abb. 3.63 ist das Dokument aber ebenfalls auf der FU-Berlin.
URLs die der Anwender schon einmal ausgeführt hat, sind in Netscape mit violetter Farbe unterlegt, anstatt mit Blau. Trotzdem belieben Sie ausführbar.
Möchte der Anwender auf die Seite davor zurückkehren, klickt er auf die "<-"-Ikone (Bez. Back). Soll ein neuer WWW-Server kontaktiert werden, klickt der Anwender einfach wieder auf die "Open"-Ikone.
Einige WWW-Server haben einige Bilder in ihren Datenbanken. Da ein Bild aber sehr viel Informationen enthält, wird meistens nur eine verkleinerte Abbildung auf einer WWW-Seite gezeigt. Die Übertragung würde sonst sehr viel länger dauern.
Der Anwender kann nun aber auf so ein kleines Bild mir der Maus klicken, und bekommt dann eine größere Version gezeigt.

Abb 3.63: WWW-Server der TV-Serie "Akte-X ".
In Abb. 3.63 sind in dem großen Bild die beiden Hauptdarsteller der TV-Serie "Akte X" (Pro 7) zu sehen. Das entsprechende kleine Bild, ist neben anderen, am unteren Rand der WWW-Seite zu sehen. Das große Bild wurde erst eingeblendet, als der Nutzer das kleine Bild mit der Maus angeklickt hat.
Der Browser Netscape kann die meisten Bilder selber darstellen. Bei einigen Formaten, die überwiegend auf anderen Rechner als auf Windows vorkommen, muß der Anwender über das Menü "Options Preferences Helper-Applications" einen Betrachter für diese Formate einstellen. Durch dieses Prinzip können sich z. B. auch Postscript Dateien angeschaut werden. Diese Hilfsprogramme werden ebenfalls auf der CD-ROM enthalten sein.
Wird ein anderes Bild von der entsprechenden WWW-Seite gewünscht, kann der Anwender nach dem Schließen des ersten Bildes, auf ein anderes Bild klicken.
Neben der Möglichkeit über markierten Text auf andere Seiten zu gelangen, gibt es auch die Möglichkeit, auf eine Grafik zu klicken. Einige Informationen lassen sich öfter als anschauliche Grafik besser darstellen, als als Text, wie in Abb. 3.64 die Liste der deutschen WWW-Server. Der Anwender kann auf eine Stadt mit der Maus klicken und der Server präsentiert die WWW-Server die in der gewählten Stadt vorhanden sind.
In diesem Falle wurde die Stadt Leipzig gewählt. Gerade in den neuen Bundesländern gibt es viele neue WWW-Server. Im Zuge der Datenautobahn, sind viele Server dort auch schon sehr schnell zu erreichen.

Abb 3.64: Karte der deutschen WWW-Server

Abb. 3.65: Liste der WWW-Server in Leipzig.
Von dieser Auswahlliste kann der Anwender sich dann einen Rechner suchen der ihn interessiert. Einen "Klick" auf den entsprechenden HyperLink und der Anwender ist auf der Homepage des betreffenden Rechners (s. Abb 3.66).

Abb. 3.66: Ein Leipziger Rechner.
Sind auf diesem Server mehrere interessante Dokumente, muß der Anwender nicht immer dem Umweg über die Deutschlandkarte gehen. Es genügt, sich die "Location"-Zeile zu merken, die einen URL darstellt. Mittels der "open"-Ikone kann dann dieser URL wieder eingegeben werden, und der Anwender ist wieder auf dem Leipziger Rechner.
Neben der etwas umständlichen Methode des Aufschreibens, kann auch der Computer diese Arbeit übernehmen (wozu hat man das Ding schließlich). Ist der Anwender in der Seite, die er sich merken möchte, klickt er im Menü "Bookmarks" auf den Eintrag "Add Bookmark". Der Eintrag der WWW-Seite wird dann dem Menü "Bookmark" zusätzlich zugefügt. Über das Menü "Bookmark" können dann jederzeit die gespeicherten WWW-Seiten wieder aufgerufen werden.
Über eine WWW-Seite lassen sich nicht nur statische Informationen wie Texte oder Bilder darstellen, sondern auch Videos.
Um Videos auf dem PC darstellen zu können, müssen sie erst computerlesbar sein. Zu diesem Zweck wurden verschiedene Formate entwickelt. Im WWW werden die zwei bekanntesten benutzt, das MPEG (was auch bei u. a. auch vom Philips CD-I genutzt wird) und QuickTime-Movie (aus der MAC-Welt). Der Anwender hat zwar nicht mit den Formaten zu tun, muß aber eine entsprechende Abspielsoftware installiert haben. Für MPEG gibt es PD oder Sharewareprogramme, aber für QuickTime gibt es nur eine kommerzielle Lösung. Sind die entsprechenden Abspielprogramme vorhanden (z. B. auf der CD-ROM), können Sie in NetScape unter dem Menü "Options Preferences Helper-Applications" eingetragen werden.

Abb. 3.67: Ein Video über Golfmöglichkeiten in Canada.
Ist ein Abspielprogramm nicht eingetragen, fragt Netscape nach selektieren eines Videos nach, welchem Programm das Video zum anzeigen übergeben werden soll.
In Abb 3.67 wurde über das grafische Menü links, auf der WWW-Seite ein Video über Golfmöglichkeiten, in einem Touristengebiet angefordert. Vor dem abspielen muß sich das Video komplett auf dem eigenen PC befinden.
Videos können sehr lang sein, von einigen hundert KByte bis zu mehreren MByte. Gerade für SLIP/ PPP Verbindungen über ein Modem mit 14.400 bis 28.800 Bit/s, kann das in ein Geduldsspiel ausarten. Von den Kosten durch die lange Verbindung zum Provider und der Netzbelastung ganz zu schweigen.
Außer Bildern, ob nun bewegt oder nicht, können auch Audio-Clips übertragen werden. Diese werden wieder über einen HyperLink selektiert und dann vom Browser auf den eigenen PC übertragen. Der Browser gibt die Töne dann auf einer Soundkarte aus. Die Audio-Clips werden oft im Windows WAV-Format oder im Sun AU-Format angeboten (Abspielsoftware auf der CD-ROM).
Wie beim Video muß die Datei aber erst komplett auf dem eigenen PC sein, bevor sie abgehört werden kann. Bei längeren Clips wächst die Datenmenge aber zu sehr großen Dateien. Die Übertragung dauert entsprechend lange.
Eine recht neue Applikation des WWW, ist das Radio hören über InterNet. Ein Programm von Real-Audio ermöglicht es, die Töne in dem Moment auszugeben, in dem sie im Heim-PC ankommen. Der Anwender kann also die Musik sofort hören.

Abb. 3.68: Aktuelle Nachrichten des US-Senders ABC hören.
Der Anwender hat zwischendrin die Möglichkeit die Übertragung anzuhalten, vorzuspulen und sich ein Index der gesendeten Dateien anzeigen zu lassen. Die Bedienung ist ungefähr ähnlich der eines CD-Players. Was von dem Klang aber nicht behauptet werden kann. :-)
Durch die relativ schmale Bandbreite des InterNets, müssen die Daten sehr stark komprimiert werden. Durch die Kompression kommt es zu einem Verlust der Klangqualität. Beethovens Neunte wird wohl eher zu einer Qual werden, aber Nachrichten (auch in deutsch) sind damit verständlich zu hören. Das Projekt von Real-Audio zeigt vor allem, was in der Zukunft möglich sein wird.
Das Jahr 1995 ist wahrscheinlich als das Jahr der Kommerzialisierung des InterNet in die Geschichte eingegangen. Nie zuvor haben sich so viele Firmen im InterNet getummelt.
Doch Vorteil des InterNet, die weltweite Verfügbarkeit, kann der Anwender auch dazu nutzen, billig einzukaufen. Im WWW tummeln sich inzwischen viele Anbieter, die ihre Waren auch elektronisch feilbieten. Der Anwender schaut sich einfach die WWW-Seiten der Händler an (kostenlos) und kann sich unter Produkten umsehen. Hat der Nutzer etwas gefunden was ihn interessiert, kann er ganz bequem über WWW bestellen. Die Bezahlung erfolgt meistens über eine Kreditkarte wie VISA, Euro/Mastercard oder American Express. Ein paar Tage oder Wochen nach der Bestellung kommt das Produkt per Paketdienst.
Ohne Kreditkarte ist das einkaufen in USA unmöglich. Der Anwender sollte aber immer bedenken, das Dritte mitlesen können, wenn er seine Kartennummer etc. an den Händler per WWW übermittelt! Das Programm Netscape unterstützt zwar inzwischen eine Absicherung, doch diese muß vom Server auch unterstützt werden! Ist eine Kodierung nicht gegeben, sollte das Produkt letztendlich per Fax bestellt werden.
Für den deutschen Nutzer werden besonders die Anbieter in Nordamerika interessant sein. Viele Produkte vom Autozubehör über

Abb 3.69: Literaturrecherche bei einem Buchhändler.
Computerhardware und Erotikhandel sind bei verschiedenen Servern zu haben. Trotz Porto und Zoll sind viele Artikel immer noch billiger als in Deutschland. Der andere Vorteil ist, daß bestimmte Produkte in den USA früher erhältlich sind als in Europa, oder hier erst gar nicht auf den Markt kommen.
Selbst bei einem deutschen Buchhändler können, nach einer Recherche in seiner Datenbank, Bücher bestellt werden. Bezahlt wird per Kreditkarte oder Rechnung. In Abb 3.69 wurde nach Büchern zu Thema "ISDN" gesucht. Nachdem der Server eine Liste von Büchern präsentiert, kann sich der Anwender mittels Mausklick sie Beschreibung des jeweiligen Buches ansehen (s. Abb. 3.70).

Abb. 3.70: Die Kurzbeschreibung eines ISDN-Buches.
Hat der Anwender ein Buch gefunden, welches er lesen möchte, teilt er die Bestellung dem WWW-Server mit Hilfe eines Formulars mit.
Der WWW-Server überträgt ein Formular an den Anwender das er ausfüllen muß, sind alle Daten angegeben werden sie vom WWW-Browser zurück an den WWW-Server gesendet. Dieses Prinzip findet aber nicht nur bei Bestellungen Anwendung!

Abb. 3.71: Der Kopf eines Bestellformulars.

Abb. 3.72: Der zweite Teil des Formulars.
Die entsprechenden Felder kann der Anwender ausfüllen, wenn er dort mit der Maus einmal hineinklickt. Mit der Tastatur werden die Angaben vervollständigt. Von einem Feld ins nächste kommt der Anwender entweder mit einem weiteren Mausklick, oder er betätigt die "
T"-Taste (Tabulator).Mit der Bildlaufleiste des Netscape-Fensters werden die anderen Teile des Formulars sichtbar. Der Anwender kann auch bereits gemacht Eingaben ändern, oder mit der "Back"-Ikone den Bestellzettel verlassen. Die bereits gemachten Daten werden noch nicht zum Server gesendet.

Abb 3.73: Der letzte Teil der Bestellung
Erst wenn alle Angaben korrekt sind, werden die Daten durch Mausklick auf das "Bestellung absenden" zum WWW-Server übertragen. Dann ist die Bestellung rechtsgültig.
Das Layout eines Formulars kann der Anbieter selber bestimmen, deshalb können die Segmente in Details voneinander abweichen. Das gilt besonders für amerikanische Server. Aber am Prinzip ändert das nichts.
Weil WWW-Anwendungen immer ein großes Datenvolumen haben, ist es sinnvoll, häufig genutzte Seiten zu Speichern. Diese Speicherung wird nicht vom Anwender vorgenommen, sondern vom Provider. Wenn eine Seite dann nochmals geholt werden muß, geht der Transfer oft schneller. Die Seite muß nicht vom eigentlichen WWW-Server geholt werden, sondern nur vom Zwischenspeicher des Providers. Dieser Zwischenspeicher (oder Cache), wird Proxy genannt. Netscape unterstützt die Nutzung von Proxies, der Anwender merkt von alledem nichts, er benutzt das Programm ganz normal. Für die genauen Einstellungen muß aber der Provider gefragt werden.
Die Vielseitigkeit eines WWW-Browser beinhaltet auch ein Gopher-Interface. Durch dieses Interface kann der Nutzer auch Kontakt zu Gopher Datenbanken aufnehmen. Gopher war die erste Methode (WWW die zweite) Datenbanken nach einem einheitlichen Prinzip zu befragen. Es gibt tausende von Gopherdatenbanken weltweit. Zwar sind die Gopher-Server nur zu Textausgaben fähig, doch das ist selten ein Hindernis. Den Gopher zeichnen sehr gute Suchfunktionen aus, mit denen sich viele Informationen weltweit lokalisieren lassen.

Abb. 3.74: Ein Gopher-Server zeigt auf eine TelNet Datenbank.
In Netscape können Gopher-Server sehr einfach angesprochen werden. Wird beim öffnen mit dem Feld "open" ein URL mit "gopher://" eingegeben, stellt sich Netscape automatisch auf Gopher ein. Ein Gopher-URL lautet:
gopher://<Gopher-Server>/<Verzeichnisse>/<Datensatzbezeichnug>
In Abb. 3.74 wurde ein Gopher-Server der FU-Berlin angewählt. Die Daten werden einem immer in der gleichen Form präsentiert. Überbegriffe die weitere Begriffe enthalten, werden durch ein Ordner-Symbol bezeichnet.
Einen Mausklick darauf und die nächsten Begriffe zu dem Thema werden angezeigt. Dies geht solange, bis der Anwender sein Gebiet genügend eingekreist hat. Dann zeigt Gopher die Dokumente an, die er zu dem Fachgebiet hat.
In Abb. 3.74 hat Gopher sogar an einen TelNet-Server der ESA verwiesen, da es dort zu den gewünschten Daten mehr Informationen gibt.
Per WWW läßt sich auch Zugriff auf andere Inforamtionssysteme des InterNets nehmen. Auf einigen WWW-Servern existieren Konverter, die dem Anwender das Nutzen dieser Informationssysteme ermöglichen.
Ein Dienst der hier zu nennen wäre, ist das WAIS (Wide Area Information Service), der aus vielen Datenbanken weltweit die gewünschten Information zusammensucht. Der Anwender muß nicht mehr selber alle möglichen Datenbanken abklappern.

Abb 3.75: Eine WAIS Suchanfrage per WWW.

Abb 3.76: Eine Hyper-G Datenbank in Graz.
Wie diese Recherchen funktionieren wird im nächsten Kapitel erklärt.
Eine Weiterentwicklung von WWW ist das Hyper-G Protokoll, das an der Technischen Universität Graz entwickelt wurde. Auch zu diesem Service existiert ein Gateway zum WWW. Durch Hyper-G sind verschiedene Datenbankfunktionen möglich, die in WWW nicht implementiert wurden.
So können Hyper-G Datensätze einen Vorgänger und einen Nachfolger haben, die auch auf anderen Datenbanken sitzen können. Dies ist zwar auch in HTML-Seiten programmierbar, doch wurde diese Struktur im WWW bislang nicht verwirklicht. Hyper-G hat noch einige andere Vorteile, die hier nicht aufgezählt werden, da Hyper-G einfach (noch?) zuwenig verbreitet ist. Unter MS-Windows gibt es nur ein Programm das Hyper-G beherrscht, es heißt Amadeus.
Nach dem die drei möglichen Zugangsarten aufgezählt wurden, stellt sich für den Anwender die Frage, welcher Account für ihn wohl am besten paßt.
Der Online-Account ist nur für die Leute interessant, die selten das InterNet nutzen. Ein Online-Account ist ausreichend, um ab und an mal News zu lesen und ein paar E-Mails zu verschicken. Dies ist auch meistens der billigste von allen Accounts
Der Offline-Account ist für alle diejenigen interessant, die häufig News lesen und auch angeregt E-Mails austauschen. Von den laufenden Kosten ist dieser Account auch am billigsten. Der Nutzer überträgt nur die für ihn wichtigen Daten und legt dann auf. Der Nachteil des Offline-Account liegt aber im Fehlen von jeglichen Online-Diensten wie FTP etc.
Der SLIP/ PPP Account ist zwar der teuerste von allen Accounts, bietet dafür aber auch am meisten. Das Daten-Surfen ist nur mit diesem Account richtig möglich. Ebenso dient es Leuten die oft Recherchieren müssen als gute Basis. Der SLIP/ PPP Account ist der eigentliche "richtige" InterNet Anschluß!
Viele Leute machen sich momentan Gedanken über die Zukunft des InterNets. Es werden immer mehr Menschen angeschlossen werden, die Leitungen werden immer schneller werden, es wird immer mehr Informationen geben. So die InterNet Society, von denen auch die folgenden Bilder stammen.
Allein in Europa hat sich die Anzahl der angeschlossenen Netzwerke mehr als verdoppelt, teilweise verdreifacht!

Abb 3.77: Anschlüsse von neuen Netzwerken.
Bis zum Jahr 2000 (weiter ist eine Vorhersage nicht sinnvoll), soll es ca. 100 Millionen Systeme im InterNet geben. Heute sind ca. 6 Millionen Systeme im Netz. Die Nutzer dieser Systeme sind noch gar nicht dazugerechnet.

Abb. 3.78: Die Anzahl der Hosts bis zum Jahr 2000.

Abb. 3.79: Entwicklung des WWW-Verkehrs bis zum Jahre 2000 in Bytes/Mon
Der IP-Verkehr, der nur durch World-Wide-Web verursacht wird, steigt von heute ca. 1 0000 GBytes pro Monat auf ca. 1 000 000 000 0 GBytes pro Monat! Eine eins mit 19 Nullen...:-)
Doch das InterNet stößt irgendwann an seine Grenzen. Es werden bald nicht mehr genügend IP-Adressen zur Vefügung stehen. Immer mehr Menschen wollen ins InterNet, auch viele Firmen, Behörden, Vereine etc. Aus diesem Grunde arbeiten Entwickler schon an der nächsten Generation des InterNets. Der neue InterNet-Standard wird natürlich für mehr Benutzer ausgelegt sein. Zusätzlich wird es auch Sicherungsmechanismen haben, damit der Zahlungsverkehr via InterNet besser geschützt ist.
Dies wird nicht nur technische Auswirkungen haben, sondern auch soziologische Aspekte der Gesellschaft berühren.
Was die Zukunft wirklich bringen wird, ist in einer Informationsgesellschaft nicht wirklich zu erfassen. Wir dürfen gespannt sein...
Wie alle Dinge hat auch das InterNet zwei Seiten. Abschließend sollen hier die wichtigsten Punkte herausgestellt werden.
q
Das größte Netzwerk überhaupt. Viele Gesprächspartner und Diskussionsgegner.q
Große Auswahl an Newsgroups.q
Große Auswahl an Datenbanken zu vielen verschiedenen Themen. Meistens kostenlos!q
Große Verbreitung auch in Deutschland, dadurch ist ein Zugang im Ortsnetz wahrscheinlich.q
Kurze Laufzeiten für Nachrichten, zuverlässiger Transport.q
Viele fachlich kompetente Teilnehmer in den wissenschaftlichen Gruppen.q
Gute Shoppingmöglichkeiten in Nordamerika.q
Teurer Zugang für Nicht-Studenten.q
Bei kommerziellen Providern teilweise undurchsichtige Gebührenstruktur.q
99% aller Beiträge und Datenbanken im InterNet sind in Englisch.
CompuServe ist der erste rein kommerzielle Netzdienst in diesem Buch. Im Gegensatz zum InterNet, kann beim CompuServe von einem Netz gesprochen werden.
Durch CompuServe (Kurzform: CServe) hat der Anwender Zugriff auf ca. 2500 Datenbanken. Viele Computer und Softwarefirmen sind ebenfalls im CompuServe mit eigenen Bereichen vertreten. Die Firmen wickeln z. B. einen großen Teil ihres Kundendienstes über CompuServe ab. Der Anwender kann sich in firmeninternen Brettern mit den Entwicklern von Hard -und Software unterhalten, oder sich die neuesten Treiber für seine Hardware auf den Heim-PC laden.
Außerdem hat der CompuServe-Nutzer die Auswahl zwischen vielen hunterttausenden Produkten, die er über CompuServe bestellen kann. Durch den günstigen Wechselkurs kann sie sowas sehr oft lohnen.
Mit CompuServe können auch Reisen und Mietautos gebucht, Wetterkarten geladen oder Golfplätze im voraus besichtigt werden.
Der Anwender hat auch die Möglichkeit, das InterNet über CompuServe zu benutzen.
Mittels CompuServe kann der Anwender verschiedene Zeitungen online lesen, oder in großen Datenbanken der Nachrichtenagenturen recherchieren.
Auch Shareware läßt sich leicht mittels CompuServe registrieren, wenn die Autoren der Software das ermöglicht haben.
CompuServe hier, CompuServe da, die Sache hat natürlich einen Haken! Sie kostet Geld, unter Umständen sogar sehr viel. Der Anwender muß aufpassen, das er die Kosten die er verursacht (und bezahlt) nicht aus den Augen verliert. Ein sorgloses Cyberspace-Surfen, wie im InterNet, ist mir CompuServe nicht ohne weiteres möglich. Es sei denn man ist mit Rockefeller oder einem arabischen Scheich verwandt. Wegen der teilweise hohen Kosten, hat CompuServe von Freaks den Spitznamen Compu$pend erhalten.
Der zweite Haken: wie im InterNet sind die meisten der Beiträge und Foren in englisch. Zwar gibt es auch einen deutschen Teil, doch die vorherrschende Sprache ist Englisch! Es gibt allerdings auch deutsche Zugangssoftware, die dem Anwender den Umgang mit CompuServe erleichtert. Doch sollte sich niemand der Illusion hingeben, ohne geringste Englischkenntnisse viel mit CompuServe anfangen zu können. Selbst bei der deutschen Bedienungssoftware, ist während des Zuganges zu CompuServe, oft nur die erste Menüebene in deutsch.
Wer gerne in den USA via CompuServe shoppen geht, sollte auch Plastikgeld bereithalten. Die Abrechnung über CompuServe geht in Deutschland zwar schon über das Lastschriftverfahren vom Girokonto, doch mit Kreditkarten fällt die Nutzung von CompuServe leichter.
Die einzigen Anbieter von CompuServe-Zugängen ist CompuServe selber. Im Gegensatz z InterNet oder FidoNet gibt es keine privaten Anbieter. CompuServe kostet immer und überall das gleiche. Zugänge gibt es in jeder größeren deutschen Stadt. Neben dem normalen Modemzugang, kann der Anwender auch über InterNet (via TelNet) und via Datex-J (Extrakosten) das CompuServe nutzen.
Nummer Ort
0211 / 4792424 Düsseldorf
0221 / 2406202 Köln
030 / 606021 Berlin
040 / 6913666 Hamburg
0511 / 7242908 Hannover
069 / 20976 Frankfurt
0711 / 450080 Stuttgart
0721 / 859818 Karlsruhe
089 / 66530170 München
0911 / 5215050 Nürnberg
1 / 5056178 Wien
01 / 2731028 Zürich
031 / 2826060 Bern
041 / 227389740 Genf
Tab. 3.9: Zugänge zu CompuServe
Firmenanschrift: CompuServe
Kundendienst
Postfach 11 69
82001 Unterhaching
Tel.: 0130 / 86 46 43
Fax.: 089 / 6653 52 41
Neben den Zugängen in Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es in fast jedem Land der Welt Zugänge zu CompuServe. Darin liegt auch ein großer Vorteil gegenüber z. B. InterNet. Zwar ist das InterNet auch weltweit, aber der Nutzer erhält immer nur Zugang über einen ortsgebundenen Provider. Bei CompuServe kann sie der Nutzer an jedem Zugang einloggen und kann sich im Netz wie gewohnt bewegen. Es gibt ca. 1800 Zugänge in über 100 Ländern.
Wie schon erwähnt gibt es noch einen Zugang über InterNet, der mit
TELNET compuserve.com
erreicht werden kann. Allerdings ist die Bildschirmausgabe recht langsam.
Auch über Datex-J (s. nächstes Kapitel), dem Netz der Telekom, ist ein Zugang möglich. Allerdings muß sich der Nutzer im Datex-J mittels eines Terminalprogrammes (mit vt100 Emulation) anmelden. Dann kann mit
*compuserve#
die Verbindung zu einem CompuServe Rechner hergestellt werden. Allerdings entstehen hier zusätzlich Anschaltkosten (die von Datex-J und Extrakosten von CompuServe).
Die Kosten für die Nutzung von CompuServe, sind gestaffelt und nicht leicht zu durchschauen. Die Währung in CompuServe ist der US-Dollar. Alle Gebühren sind auch in US-Dollar angegeben. In Deutschland werden die Gebühren aber nach dem gültigen Wechselkurs umgerechnet und der Kreditkarte oder Girokonto in Rechnung gestellt.
In CompuServe gibt es drei Preisgruppen, die verschiedene Dienste und Datenbanken enthalten. Je nach Aufwand des entsprechenden Dienstes wird die Zugehörigkeit zu einer Preisgruppe bemessen. Es gibt die Gruppe der Basis-Dienste, die nichts extra kosten. Dann gibt es die Gruppe der Profi-Dienste, wo zusätzlich eine Gebühr pro Stunde anfällt. Zuletzt gibt es noch die Premium-Dienste, wo außer der Stundengebühr noch ein Extrazuschlag gezahlt werden muß. Diese Gebühren fallen aber nur an, wenn der Anwender diese Dienste auch nutzt.
Der Anwender erkennt die unterschiedlichen Preisgruppen der Dienste daran, das Basis-Dienste nicht markiert sind, Profi-Dienste mit einem "+"-Symbol versehen sind und Premium-Dienste mit einem "$"-Symbol haben.
Premium-Dienste sind durch den Zuschlag sehr teuer, bieten aber auch sehr viel. Der Zuschlag kann von den Erstellern dieses Dienstes selber festgelegt werden. So kann z. B. bei einer Suche in einer Datenbank jeder gefundene Datensatz extra bezahlt werden.
Zusätzlich zu diesen Gebühren kommt noch der Kommunikationszuschlag in CompuServe, also wie lange jemand mit CompuServe verbunden ist.
Daraus ergibt sich folgendes Schema (Preise in US-Dollar auf DM umgerechnet):
Monatsgebühr : 16,00 DM
plus
Anschaltgebühr (Preis pro Stunde):
Geschw. Basis Profi (+) Premium ($)
300 - 14400 0,00 DM 8,00 DM 8,00 DM plus Zuschlag
Tab. 3.10: Gebühren für verschiedene Dienste.
plus
Kommunikationszuschlag:
Verbindung über CompuServe Einwählknoten: 0,00 DM
oder
Verbindung über Datex-J o. Datex-P (300-2400 Bit/s):
Billigtarif (19:00-8:00 Uhr und Wochenende) : 18,00 DM / Stunde
Normaltarif : 25,00 DM / Stunde
plus Datex-J o. Datex-P übliche Gebühren
plus
Telefongebühren zum nächsten CompuServe oder Datex-J/P Knoten.
Die Gebühren von CompuServe werden im Minutentakt abgerechnet.
Bei intensiver Nutzung, kann CompuServe schon einige hundert bis tausend DM pro Monat kosten. Es ist also unbedingt angebracht, daß der Nutzer genau aufpaßt welche Dienste er wie lange anwählt!
In den Basisdiensten ist aber schon sehr viel Interessantes enthalten. Der Anwender wird deswegen, bei disziplinierter Nutzung, monatlich mit unter 50 DM wegkommen.
CompuServe verteilt Probezugänge, mit einer Gutschrift von $15. Nutzen Sie diese Möglichkeiten um CompuServe zu testen. Viele Modemhersteller legen auch solche Gutschriften inklusive Software zu ihren Produkten dazu. Wenn Sie einen Bekannten haben, der bereits CompuServe nutzt, lassen Sie sich von ihm dort empfehlen. Dann bekommen Sie die Unterlagen zugeschickt, inkl. einer Gutschrift von $15. Ihr Bekannter bekommt als Belohnung dann ebenfalls eine Gutschrift. Beim ersten Monat entfällt übrigens die Grundgebühr.
CompuServe entstand in der Zeit der Großrechner, etwa um 1969 herum. Die große Microcomputer-Ära wird noch über zehn Jahre auf sich warten lassen müssen. Ein Computer füllte damals noch ein paar Schränke. Diese Computer waren äußerst teuer (Computer sind immer teuer.. :-) ), was für eine Firma eine große Investition bedeutete. Um die Rechner zu amortisieren, mußten sie dauernd rechnen. Es wurde also Rechenzeit an andere Firmen verkauft, die auf dem System ihre Anwendungen fahren konnten. Dieses System ist als Timesharing bekannt. Das gleiche Prinzip wird übrigens auch bei einigen Ferienhäusern angewendet. Mehrere Familien teilen sich die gleiche Ferienwohnung und sparen bei den laufenden Kosten.
Als mehr als zehn Jahre später die Revolution der Kleincomputer einsetzte, wurde CompuServe an den "H & R Block"-Konzern verkauft. Durch das neue Kapital, das damit zu CompuServe geflossen ist, konnten neue Ideen verwirklicht werden. Durch namhafte Anbieter aus dem Dienstleistungsbereich, wurde das Angebot von CompuServe stark erweitert. Innerhalb von kurzer Zeit kamen viele neue Nutzer hinzu. Im Jahre 1992 wurde die Schallmauer von einer Million Nutzer durchbrochen. Heute sind es knapp drei Millionen Menschen. In Deutschland nutzen ca. 150 000 Menschen CompuServe.
CompuServe ist längst einer kleinen Krauterbude entwachsen. Im Heimatort des Konzerns, in Columbus Ohio (USA), stehen momentan knapp 100 DEC-Großrechner (die sind nach wie vor groß). Dieses System IST CompuServe. Auf diesen Computern sind alle Datenbanken gespeichert, die auch der deutsche Anwender nutzt. Um den CompuServe Usern in aller Welt einen günstigen Zugang zu verschaffen, gibt es inzwischen in mehr als 100 Ländern Einwählorte. Der Anwender zahlt also keine Gebühren für ein Gespräch in die USA.
Durch eine clevere Vernetzung der Großrechner in Ohio, ist es fast ausgeschlossen, daß es bei dem Computersystem zu Ausfallszeiten kommt.
Der Nutzer wählt den Knoten der, der am nächsten zu ihm liegt. Dort gibt er seine Kennung und sein Passwort ein. Nach der Identifikation gelangt der Nutzer in ein Menüsystem, durch das er durch Kommandos Datenbanken und Foren etc. anwählen kann. In Deutschland sind die Knoten mit dem Datex-P (X.25) Netz der Telekom mit einem Server in München verbunden. Über diese Stelle werden die Daten dann an die Zentrale in Ohio übermittelt. Mehr war leider nicht zu der Technik des CompuServe in Erfahrung zu bringen.
Um CompuServe zu nutzen, braucht der Anwender nur ein Terminalprogramm und ein Modem. Es ist egal auf welchem Rechner dieses Programm läuft. Durch ein Spezialprogramm ist die Nutzung von CompuServe aber viel komfortabler. Das wird auch Thema in einem der nächsten Kapitel sein. Dieses Spezialprogramm läuft auf PCs mit DOS o. Windows 3.x/95/NT oder Macintosh Computern.
Im CompuServe gibt es die Möglichkeiten private Nachrichten und öffentliche Nachrichten in Brettern zu verfassen.
Die privaten Nachrichten gehen wie in jedem Netzwerk, von einer bestimmten Person, an eine bestimmte Person. Im CompuServe werden persönliche Nachrichten auch Mails genannt.
Öffentliche Nachrichten werden in Brettern geschrieben. Jeder Teilnehmer eines Brettes kann die Nachrichten von den anderen Mitgliedern dieses Brettes lesen. Schreibt er eine Nachricht in dieses Brett, können es auch alle angeschlossenen Mitglieder lesen.

Abb. 3.80: Aufbau von CompuServe.
In CompuServe ist die Organisation etwas anders. Jede Firma oder Organisation hat ein Forum. In diesem Forum gibt es Nachrichtenbereiche, die mit den schon beschrieben Brettern identisch sind. Außer Nachrichtenbrettern gibt es noch Dateibereiche, in denen Programme zum Download auf den eigenen Rechner warten. Mittels Kommandos oder Menüs kann der Nutzer zwischen den Foren wechseln.
Sehr viele Foren gehören zum Profi-Service, deren Benutzung zusätzlich Geld kostet!
Bei allen Forumsnachrichten gibt es einen Absender und einen Adressaten. Wenn eine öffentliche Nachricht geschrieben werden soll, die an niemand speziellen gerichtet ist, wird als Adressat "ALL" angegeben. Allerdings kann der Nutzer auch in öffentlichen Nachrichten an eine Person direkt schreiben. Allerdings können trotzdem alle anderen sein Nachricht lesen. Zur der Nachricht gehört zudem noch ein Betreff (auch Thema oder Subject genannt), der kurz umschreibt, um was es sich bei der Nachricht dreht.
Selbst private Nachrichten werden in einem Forum geschrieben. Das Forum für private Nachrichten heißt "MAIL".
Die Foren werden von sogenannten SYSOPs verwaltet. Die SYSOPs wachen darüber, das das Thema eines Forums eingehalten wird und stehen für Rückfragen von Neulingen zur Verfügung.
Im CompuServe hat jeder Nutzer seine eigene einmalige Adresse. Diese Adresse ermöglicht es anderen CompuServe Nutzern weltweit an den Nutzer eine Nachricht zu schreiben. Auch aus vielen anderen Netzen, wie z. B. InterNet, können Nachrichten an den Anwender geschrieben werden. Natürlich geht auch der umgekehrte Weg, daß der Anwender die Nachrichten an die anderen Nutzer schrieben kann. In diesem Falle, oder beim verfassen von Forumsnachrichten, wird die Adresse des Nutzers als Absender eingesetzt.
Die Adresse eines Nutzers (die User-ID, sprich: "Juser ei di") besteht zu zwei Teilen aus mehrstelligen Nummern, mit einem Komma getrennt. Die CompuServe ID des Autors lautet z. B.: 100535,1033.
In Deutschland gibt es vier Möglichkeiten mit dem CompuServe Kontakt aufzunehmen. Die normale Methode ist die Anwahl eines CompuServe Knotenpunktes (s. Tab. 3.9) in einer Großstadt. Wer zu weit von der nächsten Stadt entfernt wohnt, kann mittels Datex-J (BTX) die Verbindung mit CompuServe aufnehmen. Allerdings fallen bei dieser Zugangsart noch Kommunikationszuschläge seitens CompuServe an. Die Kosten für Datex-J nicht mitgerechnet. Außerdem ist ein Zugang via Datex-P, dem X.25 Netz der Telekom möglich. Auch hier fallen neben den üblichen Netzgebühren noch Zuschläge von CompuServe an. Die letzte Möglichkeit ist der Zugang über InterNet.
Die letzteren drei Methode haben alle die Nachteile, daß sie extra Geld kosten und noch dazu sehr langsam sind. Langsam bedeutet in diesem Falle, das der CompuServe nur sehr langsam auf die Eingaben des Benutzers reagiert und der Datenfluß zum Benutzer lange dauert. Dies hängt mit der technischen Struktur zusammen, wie CompuServe mit diesen Netzen verbunden ist. Der Normalfall wird also die Verbindung zu einem Einwählknoten sein.
Doch auch da gibt es verschiedene Methoden.
Die erste Möglichkeit das CompuServe zu bedienen, ist durch ein Terminalprogramm gegeben. Mit dem Terminalprogramm wird die Verbindung zum CompuServe aufgebaut und bedient. Es empfiehlt sich die Terminalemulation VT100 zu benutzen.

Abb 3.81: Zugang mittels eines Terminalprogrammes.
Nach der Identifizierung, kann der Anwender das Menüsystem von CompuServe durch Kommandos steuern.
Diese Methode muß auch angewendet werden, wenn über Datex-J/P oder InterNet Verbindung mit dem CompuServe aufgenommen wird. Zwar variieren unter Umständen die Terminalprogramme etwas, doch CompuServe wird in allen Fällen über Kommandos gesteuert.
Die komfortablere Lösung zur Nutzung vom CompuServe, ist der CompuServe Information Manager. Dies ist ein Programm das bei PCs auf Windows läuft. Mit der Maus können alle Dienste des CompuServes genutzt werden. Diesen Manager gibt es auch in deutscher Sprache. In der ganzen Netzwelt gibt es keine komfortablere Methode, ein ganzes Netzwerk zu steuern. Dies ist aber auch nur möglich, weil CompuServe kein Konglomerat aus vielen Netzen und Rechnern ist. In CompuServe ist alles standardisiert. Das ist sehr zum Nutzen des Anwenders, weil es der Überschaubarkeit dient. Kritiker meinen, das dadurch die Vielfalt leidet, wie sie z. B. im InterNet zu finden ist.

Abb. 3.82: Der CompuServe Information Manager (WinCIM).
Der Nutzer hat es also nur mit diesem Manager zu tun. Der übliche Informationmanager für CompuServe heißt auf PCs WinCIM. Dieser WinCIM wird auf jeder Demodiskette für CompuServe mitgeliefert.
Da der WinCIM die beste Methode zum benutzen von CompuServe darstellt, wird dieser auch ausführlich behandelt. Die anderen Methoden werden nur am Rande erwähnt.
Einige Dienste von CompuServe sind recht teuer, weil die Gebühren nach der Nutzungszeit berechnet werden. Je kürzer also diese Zeit ist, desto weniger wird dem Anwender berechnet.

Abb. 3.83: Der Offline-Reader NavCIS.
Gerade das lesen von Nachrichten verbraucht sehr viel Zeit. In der Zwischenzeit, in der der Nutzer liest, macht das Modem gar nichts. Allerdings tickt die Gelduhr weiter. Es wäre also sehr praktisch, wenn ein Programm alle Nachrichten von Interesse von CompuServe in "einem Rutsch" liest und dann auflegt. Der Anwender kann dann alle Nachrichten lesen ohne den Gelddruck. Dieses Programm wird auch Offline-Reader genannt. Bekannte Programme dieser Art für Windows sind NavCIS, OzCIS oder CSnav. Für OS/2 gibt es das Programm "Golden Compass".
Wann sollte welche Methode angewendet werden? Im Normalfall, sollte der WinCIM angewendet werden, es geht nicht einfacher. Durch den WinCIM können Nachrichten auch offline geschrieben, aber auch alle Online-Dienste genutzt werden.
Falls aber kein Windows-PC mit Modem zur Verfügung steht, ist es auch möglich, Teile des Systems über die Terminalemulation zu nutzen. Dies ist z. B. in der Uni gegeben, wenn nur ein Text-Terminal mit InterNet Zugang zur Verfügung steht, oder nur ein alter Rechner vorhanden ist, auf dem kein CIM läuft. Die Terminalprogramm-Lösung funktioniert aber so gut wie auf allen Rechnern!
Wer regelmäßig Artikel in den Foren liest, sollte dies mit einem Offline-Reader tun. Im CompuServe gilt es ganz besonders, daß damit bares Geld gespart werden kann. In Kombination mit dem WinCIM für die Online-Dienste, ist dies der beste Weg mit CompuServe zu arbeiten.
Dienstleistungen von CompuServe
Im CompuServe gibt es drei verschiedene Preisklassen. Die Basis-Dienste, die Profi-Dienste und die Premium-Dienste. Diesen Preisklassen sind verschiedene Möglichkeiten zugeordnet, die der Anwender nutzen kann. Je komplexer der Service wird, desto teuer wird es auch, weil die komplizierteren Dinge auch den teureren Diensten zugeordnet wird.
In den Basis-Diensten (Basic- Service) sind die Services enthalten, die nichts extra kosten, also mit der monatlichen Grundgebühr abgegolten sind. Zu den Basis-Diensten gehören meistens Services aus dem Bereich des Kundendienstes von CompuServe, oder Einkaufsmöglichkeiten und Mitgliederinformationen. Einige deutsche Nachrichtendatenbanken, Foren und Magazine sind ebenfalls enthalten. Bis zu einem gewissen Limit gehören auch persönliche Nachrichten zum monatlichen Grundumfang. Es gibt zur Zeit ca. 100 Basis-Dienste.
Die meisten Foren im CompuServe gehören zu den Profi-Diensten (Extended- Service). Das bedeutet, pro Stunde kommt noch ein Zuschlag dazu. Die gilt auch dann, wenn Dateien aus den Programmbereichen auf den eigenen PC geladen werden.
Viele Firmen sind über Foren im Profi-Dienst vertreten. Der Anwender hat über sie die Möglichkeit mehr über sein Produkt zu erfahren, mit anderen darüber zu diskutieren oder neue Informationen zu erhalten. Bei Softwarefirmen findet er oft Updates oder Patches, die bei seiner Software etwaige Fehler beheben.
Zu dem Profi-Service gehören auch die CB-Simulatoren. Wie beim richtigen CB-Funkt gibt es verschiedene Kanäle. Jeder Kanal hat ein bestimmtes Thema, oder dient dem allgemeinen Palaver. Der Anwender kann sich nun in einen solchen Kanal einschalten. Gleichzeitig mit ihm, sind wahrscheinlich noch andere Leute auf dem gleichen Kanal. Nun kann der Nutzer einen Satz schreiben und alle angeschlossenen Nutzer des gleichen Kanals können innerhalb einer Sekunde diesen Text sehen. Gleichfalls können sie antworten und der Anwender kann auch das sehen. Es kann sich also eine Diskussion etc. entwickeln. Es ist beim CB-Simulator völlig unerheblich, wo sich die Teilnehmer befinden.
Einige Dienste kosten neben den stündlichen Kosten noch extra Zuschläge. Dies trifft z. B. auf einige Datenbanken zu, die pro dem Anwender pro gesichteten Datensatz eine extra Gebühr berechnen. Diese Datenbanken kommen oft aus der Wirtschaft oder verwandten Themen. Fairerweise muß gesagt werden, daß die Bereitstellung und Unterhaltung dieser Dienste nicht unerhebliche Kosten verursacht. Entsprechend höhere Gebühren können also durchaus gerechtfertigt sein.
CompuServe per Terminalprogramm
Je nachdem welche Zugangsart benutzt wird, gibt es verschieden Bedienungsmethoden. Normalerweise wird CompuServe über Kommandos gesteuert. So muß auch ein Nutzer über ein Terminalprogramm CompuServe mit wenigen Befehlen bedienen. Wer den WinCIM benutzt, der hier sehr ausführlich behandelt wird, klickt nur mit der Maus auf die entsprechenden Dienste die er nutzen möchte. Im Hintergrund allerdings, übersetzt der WinCIM dies in die Kommandosprache von CompuServe. Den Anwender braucht dies aber nicht zu kümmern, er hat damit nichts zu tun.
Die Kommandos müssen nur benutzt werden, wenn der Zugang durch ein Terminalprogramm oder sonstiges zustande kommt. Sonstiges kann z. B. ein Zugang über Datex-J oder InterNet sein. Auch in diesem Falle wird von dem Anwender erwartet, CompuServe mit Kommandos zu steuern. Grafik kann nicht ohne weiteres dargestellt werden.

Abb. 3.84: Anwahl über ein Terminalprogramm.
Mit dem Terminalprogramm muß zuerst die Verbindung zu CompuServe hergestellt werden.
Das Terminalprogramm muß bei den Schnittstellenparametern, entgegen der heute üblichen Werte, auf sieben Datenbits und EVEN Parität eingestellt werden. Das Stopbit bleibt auf dem Wert eins. Vergißt der Anwender das einzustellen, wird er nach der Verbindungsmeldung nur sinnlosen Zeichensalat auf dem Schirm sehen! Die Übertragung von Daten sollte denn auch im CompuServe B Protokoll geschehen.
Das System fragt dann nach "Host: ", welches mit "CIS" beantwortet werden muß. Dann gibt der CompuServe Kunde seine User-ID und sein Passwort ein. Danach ist der Nutzer schon im Hauptmenü. Über dieses kann er die weiteren Aktionen bestimmen.
Der Anwender gibt die entsprechende Ziffer des Menüpunktes ein, den er ausführen möchte und drückt die "
Ü"-Taste.Dann gibt es weitere Informationen, wieder durch ein Menü. Dieses Verfahren kann solange angewendet werden, bis der gewünschte Dienst bzw. Forum erreicht ist. Es gibt aber auch noch einen schnelleren Weg. Über einen Index (z. B. auf der CD-ROM) der Foren kann der Nutzer direkt auf ein bestimmtes Forum gehen. Das Forum wird über seinen speziellen Namen ausgewählt. Der Befehl dazu lautet "GO" (engl.: gehen). Mit "GO <Forum>
Ü" kann ein Forum gewählt werden, z. B. "GO SYBEX" wählt das Forum des Verlages an, "GO NOVELL" das Forum des Netzwerkanbieters Novell an.In diesen Foren kann der Nutzer dann zwischen verschiedenen Bereichen wählen. In Dateibereichen können dann Programme auf den PC geladen werden. In den Nachrichtenbrettern können die entsprechenden Artikel über ein Menü gelesen werden, oder mit dem Befehl "COMPOSE
Ü" neue geschrieben werden.CompuServe wird am Ende der Nutzung mit dem Befehl "BYE
Ü" verlassen.0009BEP
Host Name: CIS
User ID: 100535,1033
Password:
CompuServe Information Service
14:57 CEST Sunday 04-Jun-95
(Executive Option)
Last access: 14:38 04-Jun-95
Copyright (c) 1995
CompuServe Incorporated
All Rights Reserved
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CompuServe Mail
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Used Car Valuation Reports provide the current wholesale and retail market price ranges and include adjustments for major optional accessories and information about the normal mileage for
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To: [100535,1033]
Subj: 2nd test
Section: 2
Is this correct(Y or N)? y
Message # 738339 posted
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Thank you for visiting The Practice Forum
Thank you for using CompuServe!
Off at 15:06 CEST 4-Jun-95
Connect time = 0:09
Listing 3.14: Nutzungsbeispiel
In Listing 3.14 wird nach dem einloggen bei CompuServe erst nachgesehen, ob persönliche Mails vorhanden sind (mit GO MAIL). Da keine da sind, wird das Hauptmenü der Basis-Dienste angezeigt (mit GO BASIC). Nun werden Informationen zu "Jeeps" gesucht (mit FIND Jeep). Durch den FIND Befehl lassen sich Informationen über den gewählten Begriff aus dem gesamten CompuServe filtern. Das System zeigt die gefundenen Einträge an. Davon kann nun jeder über seine Nummer ausgewählt werden. In einem wird etwas herumgestöbert.
Danach wird zu einem Übungsforum für Anfänger gewechselt, mit dem Befehl GO PRACTICE. Neulinge können hier Nachrichten schreiben, üben und Dateien hoch -und runterladen. Das Forum PRACTICE gehört zum Basis-Dienst und kostet nichts extra. Mit dem Befehl "MESSAGE" wird das Nachrichtenmenü geöffnet (mit "LIB" würde das Dateimenü aufgerufen werden). Mit "COMPOSE" wird die Nachricht geschrieben. Mit "POST" wird die geschriebene Nachricht abgesendet. CompuServe möchte nun wissen in welches Brett die Nachricht geschrieben werden soll. Der Nutzer wählt das entsprechende Brett mit einer Nummer aus. CompuServe bestätigt das erfolgreiche versenden.
Das wars auch schon, CompuServe wird mit dem Befehl BYE verlassen.
Mit dem Befehl "HELP" gibt es zu jedem Menüpunkt eine (englische) Hilfe.
Eine genauere Beschreibung der Befehle kann sich der Anwender online holen unter GO COMMAND. An dieser Stelle macht ein genaueres eingehen auf den Terminalmodus wenig Sinn, da CompuServe über den CIM viel besser bedient werden kann.
Der CompuServe Information Manager for Windows, kurz WinCIM, ist die einfachste Methode CompuServe zu bedienen und auch wirklich auf alle Optionen des Netzes einen schnellen Zugriff zu haben. Der WinCIM übernimmt für den Anwender die Anmeldung und Steuerung von CompuServe. Die Kommandosprache fällt für den Nutzer also weg. Für den WinCIM ist nicht mehr erforderlich, als ein PC mit Windows 3.x/95/NT und ein normales Modem (Hayeskompatibel).
Das Programm kann sich der Interessent direkt von CompuServe zum Nulltarif schicken lassen, oder er erwischt eine von den Werbeaktion der Firma.
Der WinCIM läßt sich sehr einfach konfigurieren. Das eigene Modemmodell läßt sich aus einer Vielzahl von anderen auswählen, die User-ID und das Passwort sind dem Nutzer dann bereits bekannt.

Abb. 3.85: Einstellungsmenü von WinCIM.
Das Programm stellt eine Übersicht über die meisten Dienste von CompuServe zur Verfügung.
Möchte der Anwender ein paar Foren besuchen, braucht er nur mit der Maus die entsprechenden Gruppen anzuwählen. WinCIM kümmert sich im den Auf -und Abbau der Verbindung.
Das WinCIM Hauptfenster ist recht einfach aufgebaut. Im "Dienste"-Fenster sind viele interessante Dienste unter verschiedenen Obergruppen zusammengefaßt.

Abb. 3.86: Der WinCIM.
Wird eines selektiert, versucht der WinCIM eine Verbindung zu CompuServe aufzubauen. Nachdem das geschehen ist, präsentiert das Programm weitere Fenster, die es dem Anwender erlauben, den gewünschten Dienst immer weiter einzukreisen.
Im "Dienste"-Fenster kann sich der Anwender für eine grobes Thema entscheiden. Wird z. B. eine Zeitung gesucht, wird die Ikone für "Nachrichten" oder "Magazine" angewählt. Je nachdem, in welche der Kategorien das Ziel fällt. Das reine Suchen nach Diensten im CompuServe, kostet kein Geld. Erst wenn ein Forum angewählt wird, dieses aber nicht zum Basis-Dienst gehört, sind Gebühren fällig. Diese hierarchische Einteilung ist wichtig, um die große Flut von Anwendungen und Anbietern in CompuServe zu bändigen.
In jedem Fenster und zu jeder Einstellung kann mit der "
!"-Taste eine deutsche Hilfe aufgerufen werden.Im Menü "Hilfe CompuServe-Verzeichnis", kann sich der Anwender in Ruhe über die meisten der Foren informieren. Dazu braucht er sich nur von den entsprechenden Oberbegriffen, zu den immer präziser werdenden Informationen durchzuklicken. Wird ein bestimmter Dienst gesucht, kann dies mit der "suchen"-Funktion, der Windowshilfe erledigt werden.
Im Fenster gibt es dann am oberen Rand mehrere Ikonen. Die Funktion dieser Ikonen kann der Nutzer herausfinden, in dem er mit dem Mauszeiger auf eine Ikone geht und die linke Maustaste drückt UND gedrückt hält! In der untersten Zeile des WinCIM wird die Funktion angezeigt. Dann wird der Mauszeiger wieder von der Ikone heruntergeführt und die Taste losgelassen. Der Befehl wird dann nicht ausgeführt.
Die verschiedenen Foren sind ja das Mark von CompuServe. Wie lassen sich diese Foren aber nun nutzen? Eigentlich ist es recht einfach. Aus dem "Dienste"-Fenster wird eine Obergruppe angeklickt und das Spiel solange getrieben, bis der Anwender in einem Forum seiner Wahl ist.

Abb. 3.87: Spezifizierung des Wunsches.
Der Nutzer muß sich nicht jedesmal durch eine endlose Schlange von Menüs klicken. Wenn der Name des Forums bekannt ist, kann er auch einfach durch das Menü "Dienste GO" eingegeben werden. In dem Fenster das beim Anwählen dieses Menüpunktes erscheint, wird dann einfach der Name des Forums eingegeben. Alternativ kann dieses Fenster auch mit der Tastenkombination "
Sg" erzeugt werden.Ist der Nutzer erst in dem Forum angelangt, gibt es zwei Möglichkeiten.
Ist der Anwender zum erstenmal in diesem Forum, erscheint ein Fenster mit einem Text. In diesem wird gefragt, ob der Anwender dem Forum beitreten möchte, oder es nur besuchen will. Der Anwender braucht nicht zu befürchten, daß ihm zusätzliche Kosten durch einen Beitritt entstehen. Diese Abfrage hat nur statistischen Wert.

Abb. 3.88: Beitreten oder nur als Gast reingucken?
Ist diese Hürde genommen, ist der Anwender im Forum. Ab jetzt gelten die zusätzlichen Gebühren, wenn es sich im keinen Basis-Dienst handelt.
In der untersten Zeile von WinCIM erscheint immer eine kurze Meldung, ob das gewählte Forum zum Basis-Dienst gehört oder nicht. Wird der Basis-Bereich verlassen, schreibt das Programm "You have left Basic-Service". Ist der Anwender wieder in den Basis-Dienst zurückgekehrt, schreibt es "You entered Basic-Service".
In dem Forum hat der Nutzer nun die Möglichkeit, in den Nachrichtenbereichen zu lesen, oder im Dateibereich Programme auf den Heim-PC zu laden.
Wenn der Nutzer schon eine Weile im CompuServe dabei ist, haben sich schon einige Foren aus der Masse herauskristallisiert, die öfter als andere genutzt werden. In einem Forum sind vielleicht schon die Leute bekannt, oder die Informationen sehr hochwertig. Nun wäre es sehr umständlich die Foren immer über eine endlose Reihe von Menüs zu erreichen. Für Abkürzungen direkt zum Forum, gibt es ja auch das "GO"-Kommando. Doch manche Forennamen sind schwer zu merken und überhaupt, wer will schon tippen. :--)
Aus diesem Grunde, kann sich der Anwender im CompuServe die wichtigsten Foren in ein Persönliches Menü schreiben. Möchte er dann wieder auf dieses Forum zugreifen, braucht er nur in dem persönlichen Menü den entsprechenden Eintrag anzuklicken. Der WinCIM ruft dann das entsprechenden Forum ohne Umwege auf.
Um das persönliche Menü aufzurufen, kann der Anwender auf die "Menü"-Ikone auf der oberen Ikonenleiste klicken, oder aber die Tastenkombination "
Sp" drücken. Außerdem ist das Menü auch über die Menüleiste des WinCIM zu erreichen, unter "Dienste Persönliches-Menü".Mit dem "einfügen"-Feld wird, oh Wunder, ein Eintrag in das persönliche Menü eingefügt. Im Feld "Beschreibung" kann eine kurze Beschreibung eingegeben werden, die aber nur der eigenen Information dient. Im nächsten Feld wird der eigentliche Dienst eingetragen, also der Forumsname. Mit "OK" ist dieser Eintrag dann im persönlichen Menü.
Wird ein Eintrag mit der Maus nur selektiert (also blau unterlegt), kann er z. B. mit dem "Löschen Feld" gelöscht werden, oder mit dem "ändern"-Feld verändert.
Soll nun ein Dienst aus dem persönlichen Menü angewählt werden, wird wieder ein Dienst selektiert und dann auf das "Go"-Feld geklickt. WinCIM stellt dann, wenn erforderlich die Verbindung zu CompuServe her und wählt den Dienst direkt an. Das klappt auch, wenn der Anwender bereits verbunden ist.
Im Nachrichtenbereich, können öffentliche Nachrichten in verschiedenen Brettern geschrieben und gelesen werden. Zum Üben empfiehlt sich der Basis-Dienst "PRACTICE". In diesem Forum kann der Anwender erst ein wenig testen, bevor er in die richtigen (und kostenpflichtigen) Foren schreibt.

Abb 3.89: Bretterauswahl.
Mit dem Befehl "GO PRACTICE" (GO s. o.), wird das "PRACTICE" Forum angewählt.
Das "Dienste"-Fenster wird zu einer kleinen Weltkugel in der linken Ecke. Am rechten Rand erscheint eine neue Leite mit Ikonen.
Um in den Foren zu lesen, wird auf die linke Ikone mit den drei Blättern und dem weißen Zeigefinger geklickt wird, erscheint ein weiteres Fenster, das die gesamten Nachrichtenbretter im Forum enthält.
Klickt der Anwender nun auf ein Brett, dessen Name ihn interessiert, geht ein weiteres Fenster auf, in dem alle Nachrichten in diesem Brett aufgelistet sind. Das Sortierkriterium dabei ist der Betreff der Nachricht. Die Zahl dahinter gibt an, wieviele Nachrichten es zu diesem Betreff gibt.

Abb. 3.90: Nachrichten lesen.
Interessiert sich der Anwender für eine dieser Nachrichten, klickt er entweder doppelt auf den entsprechenden Betreff, oder er markiert ihn mit einem Klick und klickt nochmals auf das "Lesen"-Feld des gleichen Fensters.
Danach wird ein neues Fenster vom WinCIM geöffnet, in dem er die entsprechenden Nachrichten anzeigt. Der Anwender kann dann eine Nachricht nach der anderen lesen, beantworten oder abspeichern.
Um alle neuen Nachrichten, die an den Anwender geschrieben wurden zu lesen, wird der Menüpunkt "Post Gesamte neue Post lesen" ausgeführt.
Neben dem lesen von Nachrichten, möchte der Anwender ja auch Nachrichten verfassen. Dazu wird die Ikone mit der schreibenden Hand angeklickt. Der WinCIM öffnet dann ein neues Fenster, in dem die Nachricht geschrieben werden kann. Dieses Fenster hat den Titel "Forumsnachricht verfassen"
Der Anwender muß die entsprechenden Felder wie Adressat und Betreff ausfüllen. Dann muß im rechten "Forum:"-Feld noch der Name des Forums eingetragen werden. Dies geschieht recht einfach, wenn auf das "
F"-Symbol geklickt wird. Das Programm zeigt dann eine Liste
Abb. 3.90a: Nachricht in einem Forum schreiben.
wählbarer Foren an. Hier sollte dann der Name des gerade aktiven Forums gewählt werden. In "Bereich"-Feld darunter, wird das Brett, in dem die Nachricht innerhalb eines Forums erscheinen soll, eingetragen. In diesem Falle in "My Test Message".
Ist dies alles vollbracht, kann der Text im größeren Fenster darunter eingetragen werden. Hat der Anwender seine Nachricht eingegeben, kann er wählen, ob sie gleich versendet werden soll, oder ob die Nachricht ins Postkörbchen soll. Wird das "senden"-Feld gewählt, verschickt WinCIM die Nachricht sofort. Wird dagegen das "Postausgang"-Feld benutzt, speichert WinCIM die Nachricht zwischen. Diese Funktion ist deshalb wichtig, da WinCIM auch noch bestimmte Offline-Fähigkeiten hat.
Wenn der Anwender aber sowieso gerade mit CompuServe verbunden ist, kann er auch gleich "senden" wählen. Die Nachricht wird dann entsprechend abgesetzt.
Vorher wurden auch öffentliche Nachrichten in einem Forum generiert, aber es können auch öffentliche Nachrichten generiert werden, wenn sich der Anwender gerade nicht in diesem Forum befindet.
In diesem Falle wird im "Post"-Menü der Eintrag "Forumsnachricht verfassen" gewählt. Nun wird wie vorher der Betreff und das gewünschte Forum selektiert und die Nachricht eingegeben. Danach hat der Anwender wieder die Wahl zwischen "Senden" und "Postausgang".
Vielleicht hat der Leser gemerkt, daß die Beschreibung der privaten Nachrichten gefehlt hat. Dies hat ist aus gutem Grund so geschehen. In anderen Netzwerken gibt es eine deutliche Trennung zwischen privaten und öffentlichen Nachrichten. In CompuServe ist aber beides in Foren organisiert. Es mußte dem Nutzer also erst verdeutlicht werden was ein Forum ist.
Möchte der Anwender nun eine private Nachricht an einen anderen CompuServe Nutzer schreiben, geschieht dies im Forum MAIL. Allerdings braucht sich der Nutzer von WinCIM darüber keine Gedanken zu machen.

Abb. 3.91: Private Nachricht generieren.
Im Menü "Post" wird der Eintrag "Brief verfassen" gewählt. WinCIM öffnet dann sein Adreßbuch und der Anwender muß den Adressaten seiner Nachricht entweder eingeben oder aus dem Adreßbuch wählen.
Der Anwender kann den Namen des Adressaten im Feld "Name" eintragen. Da dies eine private Nachricht ist, muß auch eine Adresse angegeben werden, die geschieht im "Adresse"-Feld. Dies ist in den meisten Fällen die CompuServe-ID des Rezipienten.
Befindet sich der Empfänger schon im "Adreßbuch", braucht dieser nur mit der Maus selektiert zu werden. Anschließend wird auf das "Kopieren"-Feld geklickt und die Nachricht hat einen Empfänger. Soll die Nachricht an mehrere Empfänger gehen, wird diese Prozedur wiederholt. Sind alle Empfänger der privaten Nachricht selektiert, klickt der Anwender auf das "OK"-Feld. Automatisch ist dann das "Brief verfassen" Fenster aktiv. Der Cursor ist automatisch im "Betreff"-Feld. Hier gibt der Anwender einen kurzen Text ein, der die Nachricht kurz beschreibt. Mit der "
T"-Taste oder der Maus kommt der Anwender in das Textfenster, in dem er seine eigentliche Nachricht schreiben kann.Soll noch eine Datei mit dieser Nachricht geschickt werden, wird auf das "Anhängen"-Feld geklickt. Der WinCIM öffnet dann ein neues Fenster "Datei anhängen". Hier kann dann eine eventuelle Datei selektiert werden. Dies ist aber nur eine Option. Der Adressat der Nachricht, bekommt dann außer der Nachricht noch die Datei mitgeschickt.
Hat der Anwender nun alles eingegeben, drückt er per Maus auf das "Senden"-Feld. Die Nachricht wird unmittelbar zu CompuServe gesendet. Dies ist nur sinnvoll, wenn Sie bereits mit CompuServe verbunden sind.
Weil es recht unpraktisch wäre, bei gleichen Adressaten immer wieder die gleiche Adresse eingeben zu müssen, gibt es im WinCIM ein Adreßbuch.

Abb. 3.92: Das Adreßbuch
das Adreßbuch kann über das Menü "Post Adreßbuch" aufgerufen werden, oder mit der Tastenkombination "
Sb". Mittels dem Feld "Einfügen" kann ein neue Nutzer dem Adreßbuch zugefügt werden.Das System fragt nach dem Namen und der Adresse des Empfängers. Zusätzlich besteht noch die Möglichkeit einen kleinen Kommentar für die eigene Ordnung einzufügen.
Aus dem CompuServe können auch Mails in das InterNet geschrieben werden. Bei dem Feld "Adresse" muß vor der InterNet-Adresse das Wort "INTERNET:" eingefügt werden. Ein komplette Adresse für das InterNet lautet dann aus CompuServe:
INTERNET: user@site.domain.topleveldomain
Die Nachricht wird dann in das InterNet gesendet. Aus dem InterNet können auch Mails an CompuServe Teilnehmer geschickt werden. Beispielsweise:
Nummer1.Nummer2@compuserve.com
Zu beachten ist dabei, das statt des üblichen Kommas, zwischen beiden Nummern ein Punkt geschrieben werden muß. Genaueres zu InterNet erfahren Sie ein Kapitel vorher.
Der Empfang und das versenden von E-Mails in und aus dem InterNet ist in CompuServe kostenpflichtig.
Wenn eine Nachricht an:
FAX: Nummer
Bei Nachrichten die an mehrere Teilnehmer geschrieben werden soll, gilt:
FAX: Nummer2;FAX:Nummer2 etc.
Die Nummer muß die internationale Vorwahl des Landes ohne Nullen enthalten. Dies gilt auch für Faxe nach Deutschland. Eine gültige Faxnummer währe z. B.: 0049301234567.
Allerdings ist dieser Service mit der starken Verbreitung von Faxmodems überflüssig geworden.
Wie schon eingangs erwähnt, spalten sich die meisten Foren in zwei Bereiche auf. Die Nachrichtenbretter auf der einen Seite und die Dateibretter auf der anderen. Die Dateibretter sind eine sehr praktische Einrichtung von CompuServe. Viele Firmen oder auch private Anbieter, bieten eine Auswahl von Dateien zum Download an. Firmen von Computer Hard -und Software haben oft eine Sammlung von Treibern oder Updates verfügbar. Da die meisten Foren aber zum Profi-Service gehören, fällt eine stündliche Gebühr an. Das gilt auch für den Download von Dateien, die manchmal recht lange dauern können.
Um die Dateibereiche zu aktivieren, klickt der Anwender bei den Ikonen auf der rechten Seite, auf die Ikone mit den aufrechstehenden Büchern und dem weißen Zeigefinger. Die Dateibereiche im CompuServe heißen "Libaries".
Ist der Anwender erstmal im Forum (für Anfänger ist auch für diese Schritte PRACTICE zu empfehlen), hat er die Wahl zwischen verschiedenen Dateibrettern. Die Dateibretter sind nach ihrem Inhalt bezeichnet, ganz wie die Nachrichtenbretter.

Abb. 3.93: Dateibretter und Download.
Der Anwender kann nun ein Brett mit der Maus selektieren, z. B. durch einen Doppelklick. Der WinCIM öffnet dann ein neues Fenster mit dem Namen des gewählten Dateibrettes. In diesem Fenster sind dann der Titel, die Größe, Datum und die Anzahl der erfolgten Zugriffe angegeben. Die Anzahl der erfolgten Zugriffe ist ein Indiz für den Nutzer, welche Dateien besonders nützlich sind. Allerdings kann das auch nur eine Illusion sein, wenn jeder die Datei aus dem Grunde kopiert. :-)
Bei einigen Downloads aktiviert der WinCIM ein Terminal-Fenster, in dem der Anwender zu einer kurzen Eingabe aufgefordert wird. Dies braucht den Nutzer nicht zu beunruhigen, CompuServe fragt dann nur noch mal nach, ob die Datei wirklich geladen werden soll.
Wird nun eine Datei mit der Maus markiert, kann eine erweiterte Beschreibung des Programmes gelesen werden. Ist die Datei so interessant, daß der Anwender sie laden möchte, klickt er auf das "Empfangen"-Feld. WinCIM fragt noch kurz nach dem Verzeichnis, in das die Datei gespeichert werden soll, und dann wird die Datei übertragen. Der Zustand der Übertragung wird mit einem Prozentbalken angezeigt.

Abb.: 3.94: Upload einer Datei.
Der Upload funktioniert so ähnlich. Wieder muß eine Forum und ein Dateibrett gewählt werden. Ist der Bereich gewählt, klickt der Anwender mit der Maus auf das Diskettensysmbol in der rechten Ikonenleiste. Das WinCIM Programm öffnet dann ein neues Fenster mit dem Namen "Beitrag an die Bibliothek senden".
In diesem Fenster können dann mit dem Feld "Dateiname", eine Datei von der Festplatte selektiert werden. Der Zielname ist gleicht dem Dateinamen. Dann sollte sich der Anwender einen möglichst treffenden Titel für sein Programm einfallen lassen. Anhand dieses Titels entscheiden die anderen Anwender, ob sie die Datei laden möchten oder nicht. Wieder muß das Feld "Forum" auf das gewünschte Forum eingestellt werden. Im Feld "Bibliotheksbereich" muß das Dateibrett angegeben werden, in das die Datei gesendet werden soll. Das Feld "Suchbegriffe" nützt anderen Nutzern, die global im gesamten CompuServe nach bestimmten Begriffen suchen lassen. Im großen Textfeld kann der Nutzer dann eine längere Beschreibung der Datei verfassen. Ist dann alles in Ordnung, wird die Aktion mit "OK" gestartet.
Für einen Upload wird meistens die Gebührenuhr angehalten. Dadurch soll der Anwender ermutigt werden, seinen Teil zu der Vielfalt des Netzes beitragen.
In CompuServe gibt es viele hunderttausend Dateien. Wie soll ein Anwender eine bestimmte Datei finden? Zu diesem Zweck gibt es im CompuServe eine Suchmechanismus, den IBM FileFinder. Dieser FileFinder wird mit Daten zum gesuchten Programm gefüttert und sucht aus der Menge von Programmen diese heraus, auf die die Suchkriterien zutreffen. Im WinCIM wird mit "GO IBMFF" dieser Dienst angewählt.
Übrigens, mit der Firma IBM hat diese Suchfunktion nichts zu tun! Der Name IBM bedeutet lediglich, das die Dateien die gesucht werden, zu IBM-kompatiblen Computern gehören.
Ist der Anwender in dem Forum, präsentiert der WinCIM dem Anwender eine Eingabemaske. In dieser Maske kann der Anwender mit der Maus einen Eintrag selektieren und auf das "auswählen"-Feld klicken. Der WinCIM präsentiert nun ein neues Fenster, in dem der Anwender nun den Suchbegriff eingeben kann. Dies kann mit den anderen Einträgen wiederholt werden. Nur eine genau Spezifizierung schränkt die ungeheure Programmvielfalt zu einem überschaubaren Maß ein.
Hat der Anwender alle ihm bekannten Suchbegriffe eingegeben, wird das Feld "Display selected Titles" mit der Maus angeklickt und anschließend wieder "auswählen" benutzt. Der FileFinder präsentiert nun alle Dateien, auf die das gewählte Kriterium zutrifft. Diese Dateien können dann auf den Heim-PC transferiert werden.
In einem Forum gibt es auch Konferenzräume. In diesen Konferenzräumen können andere Besucher des Forums eingeladen werden. An diese kann dann in Echtzeit geschrieben werden. Die Beiträge der anderen Nutzer sind auch sofort auf dem eigenen Rechner. Es ist egal, wo sich die jeweiligen Personen befinden! Durch dieses Wechselspiel, können sich Diskussionen und Unterhaltungen entwickeln. Genaueres ist im Unterkapitel "CB-Simulator" weiter unten zu finden
Um zu erfahren wer noch in dem Forum ist, wird auf die Ikone mit den Köpfen und dem Fragezeichen geklickt. Der Rechner zeigt dann ein neues Fenster mit den gerade aktiven Nutzern des Forums. Der Anwender kann dann einer laufenden Konferenz beitreten, oder andere Nutzer zu einer Konferenz einladen.
Hat der Anwender seine Aktivitäten im Forum beendet, kann es verlassen werden. Dazu wird mit der Maus auf der oberen Ikonen-Leiste ein Klick auf die "Tür"-Ikone ausgeführt.

Abb. 3.95: Das Forum sofort verlassen.
Der WinCIM wird nachfragen, ob markierte Nachrichten verworfen oder empfangen werden sollen, wenn Nachrichten markiert wurden. Der Anwender kann ohne bedenken das "verwerfen"-Feld wählen. Das Feld "empfangen" ist nur für das Offlinelesen wichtig, das im nächsten Kapitel behandelt wird. Hat der Anwender das Forum verlassen, werden auch keine Gebühren mehr dafür fällig.
WinCIM hat auch ein paar beschränke offline Möglichkeiten. Zwar bietet es nicht soviel Funktionen wie z. B. NavCIS oder andere Offline-Reader, doch für den gelegentlichen Zugriff auf CompuServe ist das auch genug.
Wer eine private oder Forumsnachricht schreiben möchte, kann dies auch tun, wenn er nicht mit dem Netzwerk verbunden ist. Zu diesem Zweck wird bei den Fenstern, die zum erfassen der Nachrichten dienen (s. Abb. 3.91), statt des "senden"-Feldes das Feld "Postausgang" gewählt. CompuServe speichert die Nachricht dann auf der Festplatte ab. Erst beim nächsten Anruf wird die Nachricht versendet.
Um mit CompuServe die Nachrichten auszutauschen, wird im Menü "Post" der Eintrag "Gesamte Post empfangen/ versenden" aktiviert. Der WinCIM fragt noch zurück, ob er bei erfolgreicher Übertragung die Leitung kappen, oder ob sie bestehen bleiben soll. Möchte der Anwender nach dem Austausch von Nachrichten CompuServe noch weiter benutzen, wäre es äußerst unpraktisch, wenn CompuServe nochmals angewählt werden müßte.
Soll dagegen aufgelegt werden, wird dieser Punkt bei der Rückfrage einfach selektiert.
Die gesamte neue Post befindet sich dann im Posteingang. Egal ob aufgelegt wurde oder nicht, die neue Post kann mit einem Klick auf die gelbe Ablagen-Ikone gelesen werden. Wird eine der neuen Nachrichten angezeigt, ist darauf auch eine Antwort oder Weiterleitung möglich.
Wer gerne in Foren lesen möchte, wird bald feststellen, daß das lesen recht lange dauert. Zeit ist aber Geld! Das gilt ganz besonders in einem Profi- oder Premium-Dienst. Es währe sehr sinnvoll, alle Nachrichten auf den eigenen Rechner zu holen und dann die Verbindung zu kappen. Ohne Gebührentakt von CompuServe und Telekom könnten die Nachrichten in den entsprechenden Foren dann gelesen und beantwortet werden.
Genau das ist mit WinCIM auch möglich. Wird ein Forum angewählt und mittels Ikone die verfügbaren Nachrichtenbretter angezeigt, können die einzelnen Bretter markiert werden. Am Ende werden alle markierten Bretter übertragen.
Die Handhabung ist recht einfach. Der Anwender läßt sich im Forum wieder eine Liste der Nachrichtenbretter anzeigen. Vor jedem Eintrag in dem neuen Fenster, ist ein Kästchen (s. Abb. 3.89). Möchte der Anwender nun die entsprechenden Bretter übertragen, muß ein Kreuzchen mit der Maus in das Kästchen geklickt werden.

Abb.: 3.95a: Bretter und Nachrichten selektieren.
Es können auch mehrere Bretter mit einem Kreuzchen versehen werden.
Wird ein Brett ausgewählt, so daß die Nachrichten gelesen werden können, können auch dort alle Nachrichten von einem Betreff zum Download markiert werden.
Es können also ganze Nachrichtenbretter, oder auch nur Nachrichten zu einem Betreff selektiert werden!
Beim verlassen des Forums wird der Anwender wieder gefragt, ob er die markierten Nachrichten übertragen will, oder ob die Markierungen verworfen werden sollen. Diesmal sollen sie aber übertragen werden, da der Anwender die Nachrichten ja zu Hause lesen möchte. Der WinCIM präsentiert nun noch ein Fenster, in dem der Anwender nochmals die Möglichkeit hat, bestimmte Nachrichten vom Download auszuklammern. In der Regel kann der Anwender aber auf das Feld "Alles lesen" klicken. Die Nachrichten werden dann alle zum eigenen Rechner übertragen.

Abb. 3.96: Nachrichten übertragen.

Abb. 3.97: Die Dateiablage
Wenn die Verbindung zu CompuServe beendet ist (z. B. durch den Menüpunkt "Datei Auflegen") können die Nachrichten gelesen werden. Dazu wird entweder der Menüpunkt "Post Dateiablage" ausgeführt, die Tastenkombination "
Sd" gedrückt, oder die Ikone mit dem Karteischrank angeklickt.Der WinCIM öffnet dann ein neues Fenster mit dem Namen "Dateiablage". In diesem Fenster sind alle Nachrichtenbretter mit dem Namen aufgeführt, den sie im Forum hatten.
Um ein bestimmtes Forum zu öffnen wird doppelt auf den Namen geklickt, oder nur einfach mit der Maus selektiert und dann das "öffnen"-Feld benutzt. Der WinCIM öffnen dann ein neues Fenster mit dem Namen des gewählten Forums. In diesem Fenster stehen alle Artikel die der Anwender auf seinen PC geladen hat.

Abb. 3.98: Fenster mit Artikeln, ein Beitrag wird angezeigt.
Die Artikel sind alle untereinander aufgereiht. Jede Zeile gibt Auskunft über das Forum aus dem der Artikel kam. Dazu gehört der Betreff der Nachricht und aus welchem Nachrichtenbrett im Forum sie herstammt sowie ihr Erstellungsdatum.
Möchte der Anwender nun eine Nachricht lesen, braucht er nur mit der Maus die entsprechende Nachricht anwählen und öffnen. Der WinCIM präsentiert dann in einem neuen Fenster die Nachricht (s. Abb. 3.98). Auf diese Nachricht kann der Anwender dann wie gewohnt (und weiter oben beschrieben) antworten. Damit CompuServe beim speichern der Antwort nicht gleich loswählt, wird statt dem "senden"-Feld wieder das "Postausgang"-Feld benutzt.
Sollen Artikel aus dem Ordner gelöscht werden, wird ein Artikel mit der Maus selektiert und mit dem "löschen"-Feld gelöscht. So sollte mit allen Nachrichten verfahren werden, die nicht mehr gebraucht werden. Dies spart Speicherplatz auf der Festplatte und hält den Ordner übersichtlich.
Ein komplettes Forum kann auch aus der Dateiablage gelöscht werden, in dem ebenfalls das Forum selektiert und mit dem "löschen"-Feld gelöscht wird.
Der WinCIM ist vorallem dazu geeignet die vielen interaktiven Dienste von CompuServe zu bedienen. Unter interaktiven Diensten versteht man die Dienste, die direkt mit dem Nutzer kommunizieren und von ihm Eingaben erwarten. In CompuServe gibt es einige Dienste, die nur so bedient werden können. Da wären z. B. die vielen Shoppingmöglichkeiten zu nennen, oder die Recherchen in den Datenbanken.
Eine sehr faszinierende Möglichkeit von CompuServe ist das Einkaufen gehen in fiktiven Läden. Der Anwender kann durch verschiedene Geschäfte gehen, sich die Produkte ansehen und die Preise vergleichen. Wenn ihm etwas zusagt, kann er es via CompuServe bestellen, mit der Kreditkarte bezahlen und per UPS (oder ähnlichem) geliefert bekommen. Doch Vorsicht, der deutsche Zoll langt nochmals bei eingeführten Produkten zu. Allerdings gibt es einige Artikel, die in Europa nur sehr schwer oder gar nicht zu bekommen sind. Viele Dinge sind in den USA auch einfach nur wesentlich billiger. Ob sich das für den einzelnen lohnt, muß jeder selber durchrechnen. Doch bei einem günstigen Dollarkurs, gibt es schon einige Dinge, wie Kleidung oder Software, die trotzdem recht billig sind.
CompuServe bietet mehrere Einkaufszentren an, die der Nutzer wählen kann. In diesen Einkaufszentren kann dann ein Laden ausgewählt werden, oder ein Produkt nach seiner Zugehörigkeit (z. B. Sport, Hobby, Auto, etc.) ausgewählt werden.
Das pure Bummeln gehen ist bei CompuServe ein Basis-Dienst, der also nichts extra kostet.
Der Zugang öffnet sich mit dem klicken auf das "einkaufen" Symbol im "Basis-Dienste"-Fenster. Der WinCIM stellt dann die Verbindung her und öffnet ein weiteres Fenster, in dem der Anwender die Wahl zwischen mehrere Einkaufszentren hat. Einige Einkaufszentren haben ein "(CIM)" am Ende. Genau diese sollten auch ausgewählt werden, weil sie mit dem WinCIM besonders gut zu bedienen sind. Die anderen Dienste ohne den Zusatz, haben genau die gleichen Produkte, sind aber schwerer zu bedienen.

Abb. 3.99: WinCIM zeigt die Shopping-Möglichkeiten.
Nun wird z. B. der Dienst "The electronic Mall (CIM)" ausgewählt. Der WinCIM öffnet nach einer Weile ein neues Fenster, in dem gefragt wird, wie auf das Einkaufszentrum zugegriffen werden soll (s. Abb. 3.99). Einerseits können die Produkte über die Händler ausgewählt werden (was aber nicht so sinnvoll ist), andererseits können die Produkte nach ihrer Kategorie ausgesucht werden.
Hat sich der Anwender für diese Methode entschieden, wird ein weiteres Fenster geöffnet. In diesem kann dann die eigentliche Produktkategorie ausgewählt werden. Wenn der Anwender die Kategorie gewählt hat, öffnet der WinCIM ein neues Fenster. In diesem Fenster sind alle Läden angegeben, die Produkte aus dieser Kategorie haben.
Doch außer dem Namen des Ladens, sind noch die akzeptierten Kreditkarten angegeben und in welche Länder der Laden liefern kann. Die Abkürzungen bei den Kreditkarten bedeuten:
Abk. Karte
VI VISA
MC MasterCard (in Europa gleich EuroCard).
AM American Express
DIS Discover (eine amerikanische Karte).
Tab. 3.11: Abkürzungen der Kreditkarten.
Die Namen der Lieferländer ist folgendermaßen abgekürzt:
Abk. Land
US USA
CD Canada
JP Japan
OT Other Countries, Andere Länder , also auch Deutschland.
Tab. 3.12: Länderabkürzungen.
Nur bei Läden, die Ihre Kreditkarte akzeptieren und mit einem "OT" gekennzeichnet sind, können Sie einkaufen.

Abb. 3.100: Der gewählte Laden.
Nun kann ein beliebiger Laden mit der Maus ausgewählt werden. Der entsprechende Laden wird vielleicht noch eine Meldung ausgeben und dann kann der Laden benutzt werden (s. Abb. 3.100).
Im Beispiel wird der "Computer Express" Shop gewählt. Neben verschiedenen Suchmethoden, gibt es den direkten Zugriff. Der wird in diesem Beispiel auch gewählt. Die anderen Suchmethoden sind nur dafür da, wenn der Nutzer etwas ganz Spezielles sucht.

Abb. 3.101: In den ausgewählten Laden "gehen".

Abb. 3.102: Den Produktwunsch spezifizieren.
Hat sich der Anwender dafür entschieden in den Laden zu gehen, klickt er auf den entsprechenden Eintrag im Fenster. Nun werden mehrere weitere Fenster geöffnet, die dem Anwender die Spezifizierung seines Wunsches erlauben.
Im Beispiel wird eine Windows CD-ROM gesucht, die ein bestimmtes Spiel enthält. In Abb. 3.102 wird das Problem mit einer Reihe von Menüs eingekreist.
Dieser Schritt ist von Laden zu Laden im Detail verschieden, doch vom Prinzip, muß sich der Anwender immer durch eine Reihe von Menüs klicken, bis er zu den gewünschten Produkten kommt.
Ist das entsprechende Produkt gefunden, kann es durch einen Mausklick selektiert werden.
CompuServe sendet dann eine genauere Beschreibung des gewünschten Produktes. Der Anwender kann nun vergleichen, ob es das Produkt ist was er sucht.
<Kein Bild>
Abb. 3.103: Die Bestellung
Wenn dem Anwender das Produkt zusagt, kann er bei "Quantity" (s. Abb. 3.103) die Bestellmenge angeben. Das "Order"-Feld verweist auf den nächsten Dialog.
Die Bestellung kann jederzeit mit dem "Cancel"-Feld abgebrochen werden! Niemand muß Angst haben, das er etwas verkauft bekommt, was er nicht wirklich will!

Abb. 3.104: Einkaufsliste
Das nächste Fenster ist die Einkaufsliste, zu der das gerade gewählte Produkt hinzugefügt wird.
Möchte der Anwender noch mehr kaufen, klickt er einfach auf das "Shop more"-Feld, ansonsten verläßt er den Laden mit "Checkout". Mit dem Feld "Delete Item" kann das Produkt wieder von der Liste gestrichen werden.

Abb. 3.105: Zahlungsmodalitäten.
In den nächsten Feldern gibt der Kunde Auskunft über seine Adresse und seine gewünschte Zahlungsart. Bei Amerikanern beschränkt sich das auf die Auswahl der Kreditkarten. :-)
Am Ende wird nochmals zurückgefragt, ob das Produkt wirklich gekauft werden soll. Wird dann bejaht, ist der Kauf rechtskräftig und nicht mehr zu annullieren.
Bei Käufen über Läden von CompuServe, ist CompuServe nicht haftbar. Bei defekten Geräten muß die Ware in die USA geschickt werden. Es gilt nur die Garantie des Verkäufers in den USA und die Herstellergarantie. Die sechs Pflichtmonate in Deutschland gelten nicht!
In der heutigen Zeit gilt: Wissen ist Macht!
(Wir wissen nichts, macht nichts) :-)
Wer viel weis, hat anderen Mitbewerbern oder Konkurrenten einen Schritt voraus. Wissen ist aber nicht homogen verteilt, jeder hat Lücken, besonders auf Gebieten die er nicht kennt. Diese Lücken können spezielle Datenbanken füllen.
Im CompuServe gibt es viele Datenbanken, die zwar teilweise sehr teuer sind, aber andererseits auch viel bieten. Diese Datenbanken speichern von chemischen Daten, bis zu Zeitungsartikeln alles. Diese Daten stellen sie den Anwendern kostenpflichtig zur Verfügung. Da CompuServe ein einheitliches Netzwerk ist (im Gegensatz zum InterNet), sind die Datenbanken auch alle recht einfach zu finden und mit dem WinCIM zu bearbeiten.

Abb. 3.106: Eine Medizin-Datenbank abfragen.
Im Beispiel wird eine medizinische Datenbank abgefragt. Über das "Datenbank"-Sysmbol im "Dienste"-Menü kann das Themengebiet der Datenbank ausgewählt werden. Eine ausführlichere Recherche ist im nächsten Hauptkapitel genauer erklärt.
Im Beispiel möchte der Anwender wissen, was bestimmte Symptome bei ihm sein könnten. Dazu bemüht er die medizinische Datenbank von CompuServe. Er kreist seine Beschwerden immer mehr ein, bis ihm CompuServe eine Erklärung präsentiert. Natürlich ist das kein Ersatz für einen richtigen Arzt, doch es kann vielleicht helfen dem Hausarzt die richtigen Fragen zu stellen. :-)
Im CompuServe gibt es noch viele weitere Datenbanken, wie Enzyklopädien, oder Wirtschaftsdienste. Die meisten Datenbanken sind sehr speziell und sehr teuer. Sie sollte nur benutzt werden, wenn sie wirklich gebraucht werden. Zum rumsurfen und reinschnuppern ist der Spaß zu teuer.
Einige Datenbanken verlangen sogar schon für gefundene Einträge Geld, obwohl sie der Anwender noch nicht einmal angesehen hat. Für Spezialisten ist dies sicher egal, doch für private Anwender trifft dies meist nicht zu. Trotzdem wird im nächsten Hauptkapitel mehr dazu geschrieben werden.
Der CB-Simulator ist ein Dienst, der dem IRC aus dem InterNet sehr ähnlich ist. Aus verschiedenen Kanälen kann der Anwender einen wählen, in dem er sich in Echtzeit mit den anderen Teilnehmern unterhalten kann.
Seine Eingaben werden sofort an die anderen Teilnehmer ausgeliefert und der Anwender sieht auch sofort die Beiträge der anderen Mitnutzer. Dies ist vollkommen egal vom jeweiligen Standort der Nutzer. Die CB-Simulatoren gehören zum Profi-Service, es fällt eine stündliche Gebühr an.
Der Anwender kommt im den CB-Simulator, durch den Eintrag "CB-Funk" im Dienste Menü des WinCIM. Das Programm öffnet dann zwei weitere Fenster (s. Abb. 3.107). In dem einen gibt der Rechner Statusmeldungen über den CB-Funkverkehr aus. Dies ist vom Anwender eher von geringem Nutzen. Das zweite Fenster ermöglicht dem Anwender einen Kanal auszuwählen.

Abb. 3.107: Der CB-Simulator.
Mit einem Doppelklick schaltet sich der Anwender in einen Kanal ein. Um zu wissen wieviel Leute sich in einem Kanal tummeln, klickt der Anwender auf das "Status"-Feld im "Kanal auswählen"-Fenster.
Der WinCIM stellt dann ein Balkendiagramm in einem weiteren Fenster dar. Sind in einem Kanal ein paar Leute, kann die Unterhaltung bzw. Diskussion losgehen. Wer vor der Teilnahme noch nachgucken will, wer auf dem Kanal ist, der wählt das "Wer ist da?"-Feld.
Der Anwender kann auch im Kanal mithören, wenn "mithören" gewählt wird. Aber mitreden kann nur derjenige der sich auch in einen Kanal einschaltet. Die geht, wie erwähnt mit einem Doppelklick auf die entsprechende Ziffer.

Abb. 3.108: Unterhaltung im CB.
Das System öffnet dann ein neues Fenster, in dem die Beiträge der anderen zu sehen sind und in das die eigenen Beiträge eingegeben werden können (s. Abb. 3.108). Im linken Teil des Fensters stehen die Rufnamen der anderen Teilnehmern, im rechten Teil die besagten Äußerungen der anderen Teilnehmen und im unteren Teil ist Platz für die eigenen Beiträge. Die Zeile die der Anwender getippt hat, wird aber erst abgesandt wenn am Ende der Zeile die "
Ü"-Taste gedrückt wurde.Der Anwender kann den Kanal wieder verlassen, wenn auf die linke obere Ecke des Konversationsfensters geklickt wird.
Im CompuServe gibt es momentan fast drei Millionen Nutzer. Es werden täglich immer mehr. Über eine Funktion im CompuServe können andere Mitglieder nach Namen gesucht werden. Wer weis, daß eine Person ein CompuServe Kunde ist, aber deren User-ID nicht kennt, bedient sich des Mitgliederverzeichnisses.

Abb. 3.109: Mitgliederverzeichnis.
Unter Angabe des Namens (und eventueller weiterer Angaben) sucht das System nach den entsprechenden Teilnehmern. Findet es welche, stellt WinCIM sie in einem Fenster dar. Auf die gewünschte Information kann dann wieder geklickt werden. Der Rechner präsentiert dann weitere Information zu der Person. In WinCIM gibt es dann noch die überaus sinnvolle Funktion, die gefundene Adresse gleich dem eigenen Adreßbuch zuzufügen. Dies geschieht mit dem "Adressen"-Feld.
CompuServe bietet auch ein bzw. mehrere Reisbüros (Basis-Dienst). Der Anwender kann sich in diesem Büros Reiseverbindungen ausgeben lassen, Mietwagen buchen, oder Hotelzimmer reservieren lassen. Um so einen Dienst zu finden, wird im "Basis-Dienste"-Fenster das Symbol für Reisen angewählt. Der WinCIM präsentiert dann ein paar Auswahlmöglichkeiten. Der Anwender muß sich dann nur für einen speziellen Dienst entscheiden.

Abb. 3.110: Eine Reisegesellschaft wählen.
Im Beispiel (s. Abb. 3.110) soll eine Flugverbindung gefunden und gebucht werden. In dem Auswahlmenü des WinCIM wird der die CIM-Version des "Travelshoppers" angewählt.
In einem Auswahlmenü wählt der Anwender, ob er einen Flug buchen möchte, oder Autos reservieren will, etc.
Es soll ein Flug von Berlin nach Athen gebucht werden. Natürlich Athen in Georgia, USA! :-)
Das System fragt nach dem Abflugort und Termin sowie den Zielort. Nachdem das festgelegt ist, sucht der "Travelshopper" in seiner Datenbank. Das Ergebnis ist ein Flug von Berlin Tegel nach Frankfurt, von Frankfurt nach Charlotte USA und von Charlotte USA nach Athen USA.

Abb. 3.111: Flug buchen.

Abb. 3.111a: Die Details des Fluges werden ausgegeben.
Der Anwender kann sich zu diesem Flug noch weitere Details ausgeben lassen (s. Abb. 3.111a).
Ist alles zur Zufriedenheit des Anwenders, kann er den Flug buchen oder sich einen oder mehrere Plätze reservieren lassen. Die Zahlungsprozedur ist ähnlich der, wie beim normalen einkaufen gehen in CompuServe.
Durch das "Spiele" Symbol in WinCIM, kann der Anwender einige (englische) Spiele bei CompuServe spielen. Diese Spiele sind den Onlinespielen einer Mailbox (s. Kap 2) sehr ähnlich. Dadurch, daß viele Spiele nur auf Text basieren, ist sehr viel Vorstellungskraft nötig, seinen Spaß daran zu finden.
Zu weiteren Spielen gehört auch Fernschach, oder eine Vermittlungsstelle, die Modemfähige Spiele auf dem Heim-PC (z. B. Doom) miteinander vernetzt (GO MODEMGAMES). Dadurch können Spieler aus der ganzen Welt miteinander spielen, was allerdings teuer werden kann, da diese Vermittlungsstelle ein Profi-Service ist.
Da die Kosten bei CompuServe leicht explodieren können, ist mit "GO RECHUNG" immer eine Kontrolle möglich, wieviel bereits ausgegeben wurde.
Mit dem Befehl "GO INTERNET" ist der Zugang zum InterNet über CompuServe möglich. Nicht nur Mails können ins InterNet geschrieben, sondern auch viele Online-Dienste genutzt werden die InterNet bietet. Da wären z. B. FTP oder WWW zu nennen, oder das schreiben und lesen in den tausenden von Newsgroups des InterNets. Die genauen Beschreibungen der einzelnen InterNet-Dienste sind im vorhergehenden Kapitel nachzulesen. Verglichen mit einem richtigen InterNet-Zugang ist der CompuServe Übergang zwar teuer und langsam, doch für einen gelegentlichen Blick in das größte Netzwerk der Erde ausreichend.
Der WinCIM präsentiert nach Anwahl des InterNet-Forums ein neues Fenster, in dem die verschiedenen Dienste des InterNets angewählt werden können.

Abb. 3.112: Auswahl der InterNet Dienste
Ohne große Vorbereitungen, können Dienste wie TelNet oder FTP genutzt werden.
Mit TelNet kann sich der Anwender an einen InterNet-Rechner schalten lassen und ihn so bedienen, als würde er an einer lokalen Konsole des Rechners sitzen.
Wird das TelNet-Symbol mit der Maus gewählt, fragt das System nach dem InterNet-Rechner zu dem verbunden werden soll. Anschließend wird versucht die Verbindung herzustellen, der Anwender kann den InterNet-Rechner dann über ein Terminalfenster im WinCIM bedienen.
Durch den FTP-Dienst kann der Anwender Dateien von anderen InterNet-Rechnern auf seinen eigenen kopieren. Nachdem im InterNet-Fenster (s. Abb. 3.112) das Symbol für FTP angewählt wurde, fragt das System, ob ein bestimmter InterNet-Rechner gewählt werden so, oder ob der Anwender aus einer Liste bekannter Rechner wählen möchte.
Wenn sich ein Anwender im InterNet auskennt, möchte er sicher einen bestimmten Rechner erreichen (z. B. den der Uni). Ist der Anwender dagegen mehr ein Neuling im InterNet, ist er für eine Liste der interessantesten FTP-Server sicher dankbar.

Abb. 3.113: FTP-Server wählen.
Im Beispiel wird ein bestimmter FTP-Server ausgewählt. Der Anwender gibt den Namen des Servers ein, das Startverzeichnis und seine Identifikation.
Ist der Nutzer beim Server nicht bekannt, kann er trotzdem darauf zugreifen, mit einem speziellen Account. Dieser ist von CompuServe auch standardmäßig vorgegeben. Sind die Daten im Fenster alle richtig, stellt CompuServe die Verbindung her.

Abb.3.114: Auf einem InterNet-Rechner.
Ist die Verbindung erst hergestellt (s. Abb 3.114), kann der Anwender auf der linken Seite zwischen den Verzeichnissen des Servers wechseln und auf der rechten Seite Dateien zum Transfer aussuchen. Möchte der Anwender ein paar Dateien laden, wird ein Kreuzchen in das Kästchen vor den Dateinamen eingefügt. Mit dem Feld "Retrieve", können die Daten dann auf den Heim-PC geholt werden. Mit "Upload" können Dateien gesendet werden und mit "view" kann sich der Anwender Textdateien ansehen. Um den FTP-Server wieder zu verlassen, klickt der Anwender auf das "leave"-Feld.
Über CompuServe gibt es auch die Möglichkeit das World-Wide-Web zu benutzen. Eine genauere Beschreibung dieses umfangreichen Themas, ist ein Kapitel vorher zu finden.
Um via CompuServe WWW machen zu können, stellt CompuServe einen PPP Zugang zur Verfügung. Um diesen zu nutzen ist ein spezielles Programm nötig, der NetLauncher. Mit diesem NetLauncher wird die Verbindung zum normalen CompuServe-Knoten hergestellt. Dieses Programm sorgt einerseits für die richtige Identifizierung des Anwenders. Für die Rechnung andererseits, ermöglicht es die Darstellung der WWW-Seiten. Dieser NetLauncher ist via CompuServe kostenlos zu beziehen.
Installiert wird das Programm im WinCIM Verzeichnis, von dem es auch die meisten Einstellungsdaten übernehmen kann. Die Installation ist also recht einfach. Dann stellt dieses Programm die Verbindung zu CompuServe her und der Anwender kann das WWW nutzen. Zuletzt beendet das Programm die Verbindung auch wieder.
Neben dem InterNet kann der Anwender auch mit dem WinCIM auf die vielen Newsgruppen aus dem UseNet zugreifen. Das UseNet ist ein Teil des InterNets. Die Newsgroups sind den Nachrichtenbrettern in den CompuServe Foren sehr ähnlich.

Abb. 3.115: Newsgroups auswählen.
Wird dieser Dienst angewählt, kann der Anwender erst ein paar Newsgroups abonnieren. Das System öffnet dazu das Fenster "Subscribe to Newsgroups" (s. Abb. 3.115). Der Anwender kann sich nun aus der Gruppenhierarchie (genaueres s. Kap. 3.3) des UseNet für eine Obergruppe entscheiden. Im Beispiel für die "de.*"-Hierarchie, welche nur deutschsprachige Gruppen enthält. In einem neuen Fenster präsentiert der WinCIM alle Gruppen, die er in der "de.*"-Hierarchie gefunden hat.
Wenn diese Gruppen abonniert werden sollen, wird ein Kreuzchen in das Kästchen vor jeder Gruppe eingefügt und das Feld "Subscribe" gewählt. Mit dem Feld "Preview", kann sich der Anwender die Artikel in der Gruppe vorher ansehen, bevor er sie abonniert.
Das abonnieren hat den Vorteil, das dann nur die Gruppen angezeigt werden, die der Nutzer regelmäßig lesen will.
Wird eine Newsgroups ausgewählt, präsentiert der WinCIM alle Nachrichten in einem neuen Fenster. Diese Nachrichten sind im bekannten Prinzip, nach dem Betreff, angeordnet. Dahinter steht die Anzahl der Artikel, zu dem bestimmten Betreff.

Abb. 3.116: Artikel lesen.
Sollen dann Nachrichten zu einem bestimmten Betreff gelesen werden, klickt der Anwender auf diesen. Das System präsentiert dann in einem neuen Fenster (s. Abb. 3.116) den Artikel, auf den mit "Reply" geantwortet werden kann. Mit den "<" und ">"-Feldern kann der nächste Artikel des gleichen Betreffs (bei "Thread") gelesen werden, oder der nächste Artikel allgemein.
Als CompuServe damit begann InterNet-Dienste seinen Kunden bereitzustellen, gab es im InterNet große Diskussionen. Das InterNet ist in großen Bereichen nicht kommerziell organisiert, sondern wird von vielen ehrenamtlich oder als Hobby betrieben. Die kommerzielle Ausnutzung durch CompuServe ist vielen ein Dorn im Auge. Zwar gibt es auch andere kommerzielle InterNet-Anbieter, doch diese stellen auch ihre eigenen Ressourcen dem InterNet zur Verfügung. CompuServe dagegen sperrt sich gegen Zugriffe von außen, es nimmt also nur, ohne zu geben. Einige Betreiber von InterNet-Rechnern verweigern deshalb ihrerseits den CompuServe-Kunden den Zugriff auf ihre Datenbanken.
CompuServe mit einem Offline-Reader
Da die meisten Foren in CompuServe zum Profi-Dienst gehören, ist die häufige Benutzung recht teuer. Wenn Foren online per WinCIM gelesen werden, wird sehr viel Zeit vertan. Die Gebührenuhr tickt weiter, obwohl der Anwender während der meisten Zeit nicht auf die Daten zugreift. Der einfachste Weg ist es, mit einem Programm alle Nachrichtenbretter eines Forums zu überwachen. Neue Nachrichten werden gleich auf den Heim-PC kopiert, dann kann der Anwender alle Nachrichten bearbeiten, wenn die Verbindung zu CompuServe nicht mehr besteht. Beim nächsten Anruf werden die neuen Nachrichten wieder mitgesendet. Zusätzlich können noch Dateien aus den Bibliotheken der Foren kopiert werden.
Ein Programm, welches dies leistet ist z. B. NavCIS. Das Programm NavCIS wurde deshalb gewählt, weil es als einzigster Offline-Reader von CompuServe eine deutsche Sharewareversion bietet.
Nachdem das Programm auf der Platte installiert ist, müssen die entsprechenden Modem- und Userdaten des Anwenders eingetragen werden.

Abb. 3.117: Modemeinstellungen für NavCIS

Abb 3.118: CompuServe Zugangsdaten.
Bei der Wahl der Zugangsnummer ist zu beachten, daß die Ortsnetzkennzahl weggelassen wird, wenn der Teilnehmer sich im Ortsnetz befindet.
Zusätzlich zu den Modemdaten müssen auch die Zugangsdaten zu CompuServe eingegeben werden, also die User-ID und das Passwort. In der Abb. 3.118 sind hier nur Sternchen zu sehen, die NavCIS automatisch aus dem Passwort macht, damit andere Nutzer des Computer das Passwort nicht ausspähen können.
Sind alle Hürden genommen, ist NavCIS über seinen Hauptbildschirm voll zu bedienen.
<Kein Bild>
Abb. 3.119: Der Hauptbildschirm von NavCIS.
Auf der linken Seite sind alle Foren zu sehen, die NavCIS bereits von allein eingerichtet hat, wie etwa MAIL für persönliche Nachrichten.
Auf der rechten Seite sind die Nachrichten-Ikonen, mit denen neue Nachrichten geschrieben, oder neue Foren erstellt werden können.
Um CompuServe darauf vorzubereiten, daß NavCIS benutzt werden soll, muß der Menüpunkt "Online Zurücksetzen_der_CIS-Parameter" ausgeführt werden. NavCIS führt dann einen Anruf bei CompuServe durch und ändert die Einstellungen. Ein Zugang durch WinCIM ist trotzdem noch ohne Einschränkungen möglich.
Das schreiben einer Nachricht ist recht einfach. Das Symbol "Nachricht" wird vom rechten Rand mit der Maus angeklickt, aber die Taste wird gedrückt gehalten! Dann wird das Symbol auf den Ordner "MAIL" der linken Seite gezogen, erst dann kann die Maustaste losgelassen werden.

Abb. 3.120: Nachricht eingeben.
Das Programm öffnet dann ein neues Fenster, in dem die Nachricht eingegeben werden kann.
Sind die Adresse und der Betreff ausgefüllt, kann das "Sende"-Feld gedrückt werden. Der NavCIS kopiert die Nachricht nun in den Postausgang. Keine Angst, das System versucht nicht gleich die Verbindung zu CompuServe herzustellen.
Ist die Nachricht zum senden versehen, ist am Briefkasten der "MAIL"-Ikone ein rotes Fähnchen zu sehen.
Um sich ein Forum erstellen zu können, wird auf das rechte Symbol "Neues Forum", mit der Maus etwas nach links auf die graue Fläche gezogen. NavCIS öffnet dann ein Fenster, in das der Name des neuen Forums eingegeben werden kann. Wer nicht genau weis wie das Forum heißt, kann das "suchen"-Feld benutzen, dann beendet NavCIS eine Liste aller Foren ein.

Abb. 3.121: Neues Forum eintragen.
Wird dann auf "OK" geklickt, fügt NavCIS das neue Forum als zusätzlichen Briefkasten in der linken Leiste ein. Soll noch ein Forum hinzugefügt werden, wird die Prozedur wiederholt.
Ist die Forenliste nach Wunsch des Anwenders, muß ein Anruf bei CompuServe getätigt werden, damit NavCIS zusätzliche Daten über die Foren gewinnen kann.
Wie schon beschrieben, bestehen Foren meistens aus mehreren Nachrichtenbrettern und Dateibereichen. Diese Informationen sind NavCIS aber noch nicht bekannt.
Zu diesem Zweck wird die "NEU"-Ikone aus der oberen Leiste angeklickt.
Hat NavCIS den Anruf ausgeführt, sind die Zusammensetzungen der gewünschten Foren bekannt.
Manchmal sind die Briefkästen rot durchgestrichen, das hat die Bedeutung, das diese Foren aus irgendeinem Grunde nicht mit NavCIS bedienbar sind. Diese Foren sind nur Online mit WinCIM zugänglich.
Um die neuen Nachrichten zu lesen gibt es nun zwei Möglichkeiten:
Mit einem Doppelklick auf ein Forumssymbol wird ein Fenster geöffnet, in dem nun das Feld "Themen" angeklickt werden kann. Ein weiteres Fenster öffnet sich, in dem alle Nachrichten zu einzelnen Themen aufgelistet sind (s. Abb. 3.122). In diesem Fenster sind aber alle Themen aus allen Nachrichtenbrettern enthalten!

Abb. 3.122: Themenliste eines Forums
Die erste Nummer ist nur eine Identifizierungsnummer, ohne Wert für den Anwender. In der zweiten Spalte steht die Anzahl der Nachrichten zu einem Thema, welches in der dritten Spalte erwähnt wird. Die vierte Spalte enthält den Namen des Nachrichtenbrettes aus dem Forum.
Um nun Nachrichten zu einem Thread zu lesen (Nachrichtenkette zu einem Betreff), wird das Thema mit der Maus einmal angeklickt. Die Zeile ist dann blau unterlegt. Dies kann mit allen anderen Themen genauso gemacht werden.
Am Ende wird das Fenster wieder mit "OK" geschlossen, genauso wie das nächste. Wird dann wieder ein Anruf bei CompuServe getätigt, werden die entsprechenden Nachrichten geholt.
Möglicherweise interessiert sich der Anwender so für einen gewissen Themenbereich, so das er gerne alle Nachrichten in einem Brett haben möchte, ohne sie vorher auszuwählen. Auch das ist möglich. Wieder wird der Briefkasten eines Forums angeklickt, doch dann wird das "Einstellungen"-Feld benutzt.
Es erscheint ein neues Fenster, für die Forumseisntellungen. Nun wird das "Bereiche"-Feld angeklickt und der Anwender bekommt ein neues Fenster. In diesem sind die Nachrichtenbereiche und die Dateibereiche des Forums, in zwei Fenstern getrennt dargestellt.
Bei den Nachrichtenbereichen ist vor jedem Bereich ein Haken. Möchte der Anwender nicht die Betreffsübersicht zu den Themen empfangen, wird dieser Haken mit der Maus entfernt.

Abb. 3.123: Themen auswählen.
Sind aber einige Themen so interessant, das wie gewümscht, gleich alle Nachrichten empfangen werden, wird im zweiten Kästchen dahinter, ein Haken gesetzt. Dann werden alle Nachrichten in diesem Bereich geholt (DL alles = Download alles).
Außerdem kann ein Schlüsselwort eingegeben werden, mit dem automatisch alle Nachrichten zum Empfang markiert werden, die dieses Wort enthalten.
Diese Aktionen sind auch für die Dateibretter zulässig. Allerdings ist hier die "DL alles" nicht zu empfehlen, da bei vielen Dateien, auch alle geholt werden, was unter Umständen viele Stunden dauern kann.
Um die geholten Nachrichten schließlich lesen zu können, wird wieder auf eine Forumsikone doppelt geklickt. Wieder öffnet sich ein Fenster, in dem nun mit dem Feld "neu" alle neuen Nachrichten gelesen werden.

Abb. 3.124: Nachricht lesen.
Mit der "vor"-Ikone kommt der Anwender zu der nächsten Nachricht und mit der "zurück"-Ikone entsprechend zurück. Mittels einem Klick auf "Antwort", kann die aktuelle Nachricht im Forum beantwortet werden.
Mit einem Klick auf die "Sicht"-Ikone, kann die Anzeigeart geändert werden. Normalerweise zeigt NavCIS die Nachrichten im Klartext. Aber bei einigen duzend Nachrichten ist das sehr unübersichtlich. Aus diesem Grunde kann beim folgenden neuen Fenster der Eintrag "kurzübersicht" eingestellt werden. Nach "OK", werden alle Nachrichten untereinander aufgereiht, mit dem entsprechenden Betreff dahinter.

Abb. 3.125: Kurzübersicht der Nachrichten
Mit einem Doppelklick auf die gewünschte Nachricht kann diese dann angezeigt werden.
Der Anwender möchte ja auch gerne Nachrichten schreiben, wird wieder die Nachrichten-Ikone vom rechten Rand auf das gewünschte Forum links gezogen. Das Programm öffnet dann ein Eingabefenster, in dem der Anwender die Nachricht schreiben kann.

Abb. 3.126: Eine Forumsnachricht verfassen.
Als Adressat wird entweder "Alle" eingetragen, wenn die Nachricht für alle bestimmt ist, oder ein bestimmter Rezipient. Auch der Betreff muß noch von Anwender eingetragen werden. Das Forum setzt NavCIS schon selber ein, doch muß der Unterbereich vom Nutzer selber festgelegt werden.
Mit dem NavCIS sind auch der Empfang und das Versenden von Dateien aus und in Foren möglich. Damit im NavCIS eine ausführliche Dateiliste vorhanden ist, kann mit der "Katalog"-Ikone der rechten Seite so ein Index erstellt werden. Dazu wird sie einfach, wie schon die anderen Ikonen, auf das entsprechende Forum fallengelassen.

Abb. 3.127: Katalog erstellen.
Der Anwender kann nun eine Dateimaske eingeben, dann werden nur Dateien in den Katalog aufgenommen, auf die diese paßt. Ansonsten kann das "*.*" stehenbleiben, dann werden alle Dateien beachtet. Weiter unten kann dann der Name des Dateibereiches (oder Bibliothek) eingegeben werden in der gesucht werden soll.
Beim nächsten Anruf, erstellt der NavCIS eine Liste, aus der der Anwender dann Dateien zum Download auswählen kann.
Das markieren von Dateien zum Download geschieht, in dem auf ein Briefkastensymbol doppelt geklickt wird. Es erscheint wieder ein Fenster wie in Abb. 3.122. Wird nun das Feld "Katalog" angeklickt, erscheint eine Liste aller Dateien. Aus dieser können dann mit der Maus, die Dateien selektiert werden, die beim nächsten Anruf geholt werden sollen. Zum selektieren wird mit der Maus nur einmal auf die entsprechende Datei geklickt.

Abb. 3.128: Dateiauswahlliste.

Abb. 3.129: Upload einer Datei
Ein Upload geht noch einfacher. Es muß nur die "Upload"-Ikone von der rechten Seite auf ein Forum gezogen werden.
Im folgenden Fenster (s. Abb. 3.129), kann dann der Name der zu schickenden Datei eingegeben werden. Mittels des "suchen "-Feldes, kann die Datei einfach auf der Festplatte lokalisiert werden. In dem Feld CIS-Name wird meistens der pure Dateiname (ohne Pfad) nochmals angegeben. Diese Unterscheidung war wichtig, da CompuServe vor kurzer Zeit noch Probleme mit DOS-kompatiblen Dateinamen hatte.
Im Bereich Schlüsselwörter werden ein paar Schlagwörter eingegeben, die auf die Datei zutreffen. Damit erleichtert es der Nutzer anderen Teilnehmern, die Datei über eine Suchfunktion (z. B. IBM FileFinder) zu lokalisieren.
Im "Bereich"-Feld wird über das "
F"-Feld der Dateibereich eingestellt, in die die Datei geschickt werden soll. Dann hat der Anwender noch die Möglichkeit der Datei einen Titel zu geben, die die Datei bestmöglichst beschreibt.Im Feld "Beschreibung" kann dann eine genauere Beschreibung eingegeben werden.
Beim nächsten Anruf (Jargon: Poll), wird die Datei dann mit allen anderen Informationen übertragen.
Das Programm NavCIS tauscht alle Daten, die der Anwender eingegeben oder angefordert hat, beim "Pollen" mit CompuServe. Pollen wird der Vorgang genannt, in dem der Offline-Reader beim Server anruft und Daten automatisch mit ihm austauscht. Sind alle Daten versendet, legt das System wieder auf.

Abb. 3.130: Das Pollen mit NavCIS.
Mit NavCIS wird dieser Vorgang durch einen Klick auf die "NEU"-Ikone ausgelöst.
Dieser Vorgang muß immer dann ausgelöst werden ,wenn der Anwender neue Foren anmeldet, Nachrichten oder Dateien schicken oder holen will.
Im "Post"-Menü gibt es auch einige Variationen dieser Aktion. So können z. B. nur Nachrichten versendet, aber keine geladen werden. Oder es wird nur nach neuer Post geguckt und dann aufgelegt. Der Anwender kann also entscheiden, ob zu der Aktion die er geplant hat, ein "großer" Poll nötig ist, oder ein "kleiner" Poll ausreichend ist.
Im allgemeinen wird einmal am Tag ein großer Poll ausgeführt. Nur wenn unplanmäßige Aktionen, wie der Download einer dringenden Datei, ist ein kleiner Poll angemessen.
CompuServe hat viele gute und einige weniger gute Seiten. Im folgenden werden noch einmal die auffälligsten Vor -und Nachteile aufgezählt:
q
Mächtige Datenbanken aus Wirtschaft, Hobby und Kultur.q
Weltweites Netz von Einwählknoten, deshalb für reisende Geschäftsleute sehr interessant.q
Gute Shoppingmöglichkeiten in Nordamerika.q
Support von allen großen Hard- und Softwarefirmen.q
Gebührenfreie Hotline.q
Zugang zum InterNet (wenn auch langsam).q
Schnelle Laufzeiten von Nachrichten.q
Großes Diensteangebot.q
Sehr einfache Bedienung durch Programme wie WinCIM.q
Sehr viele Informationen in den Nachrichtenbrettern.q
Undurchsichtige Gebührenstruktur, vor allem bei den Kommunikationszuschlägen für Datex-J/P.q
Teilweise sehr teuer.q
99% des Angebots ist in Englisch.q
Gerät ein Programm wie WinCIM oder NavCIS bei der Kommunikation mit CompuServe aus dem Takt (durch Übertragungsfehler etc.), hilft nur auflegen und neu anwählen.q
Die Daten zu den Offline-Readern werden entgegen den meisten anderen Netzwerken, unkomprimiert übertragen.q
Ohne Bedienungsprogramme wie WinCIM, eine total veraltete und schwer bedienbare Oberfläche.q
Nur Zugänge mit 9600 Bit/s oder 14.400 Bit/s. Wenig ISDN, kein bekannter V.34-Port.q
Kommunikationsparameter 7E1, dadurch Probleme mit Übertragungsprotokollen.q
Dem InterNet wird nicht das gleiche zur Verfügung gestellt, was aus ihm entnommen wird.
Das Datex-J, das früher Bildschirmtext (kurz: BTX) hieß, ist der zweite kommerzielle Anbieter in diesem Buch. Datex-J unterscheidet sich aber auch wieder etwas von den anderen Netzen.
Im Datex-J existieren auch viele Datenbanken und Firmen, die Benutzung von den meisten Diensten ist auch kostenpflichtig. Aber es gibt keine einheitliche Bedienungsoberfläche der einzelnen Datenbanken. Trotzdem ist Datex-J recht einfach zu bedienen.
Im Gegensatz zu einigen anderen Netzen, ist Datex-J fast komplett in deutsch! Also für denjenigen, der nicht unbedingt englisch kann, oder lernen möchte eine echte Alternative.
Über Datex-J, das ein Dienst der deutschen Telekom AG ist, kann der Anwender auch Zeitungen lesen, Recherchieren, Banküberweisungen machen, oder Reisen buchen.
Über Datex-J hat der Anwender auch Zugriff auf eine große Softwaredatenbank, der einzelnen Anbieter. Das größte Problem von Datex-J aber ist, die Informationen zu finden. Noch gibt es keinen globalen Mechanismus, wie in anderen Netzen, der einem die Auffindung von bestimmten Informationen erleichtert. Zwar gibt es Schlagwortverzeichnisse, doch helfen die bei einigen Problemen nur bedingt weiter.
Um sich an das Datex-J anschließen zu können, ist nicht viel notwendig. Software dafür gibt es auf jedem Rechner, teilweise sogar umsonst.
Ein weiterer großer Vorteil des Datex-J ist, daß die Verbindung zum nächsten Einwählknoten IMMER ein Ortsgespräch ist. Klar das sich diesen Luxus nur die Telekom leisten kann.
Die Zugangsnummer für Datex-J lautet einheitlich im gesamten Bundesgebiet: 01910
Unter dieser Nummer existieren viele Modemzugänge, die eine maximale Geschwindigkeit von 2400 Bit/s unterstützen. Zug um Zug wird diese Geschwindigkeit aber auf 14.400 Bit/s und 28.800 Bit/s ausgebaut.
Weiterhin ist unter der gleichen Rufnummer auch eine ISDN-Verbindung zum Datex-J möglich, was die Geschwindigkeit sehr steigert.
In einigen deutschen Großstädten ist noch ein weiterer Zugang möglich, unter der Nummer : 19304
Da die Standardnummer 01910 oft nur 2400 Bit/s unterstützt, ist die neue Nummer bereits mit höheren Übertragunsgeschwindigkeiten (bis 28.800 Bit/s) ausgerüstet. Aber wie schon geschrieben, rüstet die Telekom ihre Zugänge allgemein mit höheren Geschwindigkeiten auf. Doch solange dies nicht flächendeckend möglich ist, gibt es diese zwei Nummern. Auf das Angebot in Datex-J hat dies keinen Einfluß. Der Anwender erreicht unter beiden Nummern genau den gleichen Service.
Mehr Informationen oder einen Datex-J Anschluß kann der Anwender bei seinem zuständigen Fernmeldeamt bekommen. Zusätzliche Infos gibt es auch telefonisch (gebührenfrei) unter: 0130 0190
Die Kosten von Datex-J splitten sich in mehrere Bestandteile:
Die Anmeldegebühr : 50,00 DM
Die monatliche Grundgebühr : 8,00 DM
Das Nutzungsentgelt (werktags) : 0,06 DM / Min. (von 8 - 18 Uhr)
" (Feiertags und abends) : 0,02 DM / Min. (restliche Zeit)
zuzüglich Anbietervergütungen und regulären Telefonkosten.
Das bedeutet, die 8,00 DM sind jeden Monat fällig, auch wenn Datex-J nicht genutzt wurde.
Das Nutzungsentgelt wird von der Telekom zusätzlich, für die Dauer der tatsächlichen Nutzung erhoben (Onlinezeit).
Die Anbietervergütungen sind von den Diensten abhängig, die der Anwender auswählt. Die extra Kosten werden aber vor jedem Zugriff auf so einen Dienst angezeigt, und müssen vom Anwender extra bestätigt werden.
Lediglich die monatliche Grundgebühr und das Nutzungsentgelt laufen unbemerkt vom Anwender.
Weiterhin kann für 2,00 DM zusätzlich im Monat, das "btx magazin" bezogen werden. Über diese Zeitschrift erfährt der interessierte Anwender immer das neueste über das Netz.
Die Bezahlung der in Datex-J genutzten Leistungen geschieht über die Telefonrechnung.
Einige Händler übernehmen die Anmeldegebühr, wenn der Anwender sein Modem bei ihm kauft.
Die Telekom sperrt selbständig Anschlußkennungen, wenn die Summe der Datex-J Rechnung mehr als 600,00 DM beträgt. Dies ist als Notbremse zu verstehen, damit die Rechnung bei allzu sorglosem Umgang, nicht astronomisch hoch wird. Auf besonderen Antrag kann diese Sperre aber aufgehoben werden.
"Datex-J" heißt jetzt der frühere Bildschirmtext (kurz: BTX) der Deutschen Bundespost. Ende der siebziger Jahre gab es Überlegungen, ein flächendeckendes, elektronisches Informationssystem in Deutschland aufzubauen. Der Anwender sollte dadurch die Möglichkeit erhalten, auf Datenbanken zuzugreifen und über elektronische Medien zu kommunizieren. Das Resultat war das BTX, dessen Träger die Deutsche Bundespost war. Die rechtliche Grundlage bildet auch heute noch der entsprechende "BTX"-Staatsvertrag.
Die ersten Anschlüsse wurden über einen Fernseher ermöglicht. Später kamen noch extra Terminals der Bundespost hinzu.
Leider hatte das BTX durch die hohen fixen Kosten keinen Erfolg bei den Anwendern. Es verkam mehr und mehr zu einem Anbieter für zweideutige Firmen.
Erst als die Bundespost die Nutzung von BTX mit einem PC ermöglichte, wuchsen die Teilnehmerzahlen langsam.
Der Dienst BTX wurde mit der Gründung der Telekom AG in Datex-J umbenannt. Aber das war auch schon alles, ansonsten hat sich nichts geändert.
Die Telekom bemüht sich nun um schnellere Zugänge zum Datex-J. Für die Anforderungen der neunziger Jahre wurde der KIT Standard entwickelt, der mehr Darstellungsmöglichkeiten auf dem PC ermöglicht.
Das Datex-J erlebt zur Zeit einen Boom. Dieser ging los, als die Telekom damit anfing, die Anmeldegebühr zu erlassen. Heutzutage, gibt es mehr als 850.000 Nutzer im Datex-J und fast 2600 Anbieter.
Viele Firmen, Parteien, Vereine und andere Organisationen sind bereits im Datex-J präsent. Bei einigen beschränkt sich dies zwar nur auf die Bekanntgabe der Firmenadresse, andere aber haben ein sehr viel umfangreicheres Angebot.
Das Datex-J ist einem Buch ähnlich. Alle Informationen sind auf Seiten festgehalten. Möchte der Anwender ein Angebot haben, wählt er die entsprechende Seitennummer an. Diese Seiten liegen in einem speziellen Datenformat vor, welches CEPT genannt wird.
Das Datex-J System selber, besteht aus einer Leitzentrale und regionalen Netzknoten. In diese Netzknoten wählt sich der Anwender mit seinem Modem ein.
Diese Leitzentrale ist für die Steuerung des gesamten Netzwerks verantwortlich. Sie weis, wo welche Informationen oder Datenbanken bereitliegen und hält einen Index der entsprechenden Seitennummern parat. Außerdem verwaltet die Leitzentrale alle Daten der Teilnehmer und der Anbieter.
Die regionalen Netzknoten sind mit der Leitzentrale verbunden, stellen also den Kontakt zwischen Nutzer und Datex-J her.

Abb. 3.131: Der Systemaufbau von Datex-J
Weiterhin gehören zum Datex-J noch externe Rechner (ER). Diese sind ebenfalls mit einem Netzknoten verbunden. In diesen externen Rechnern sind Informationen oder Dienste gespeichert, die nicht in der Leitzentrale vorhanden sind (oder sein können). Als Beispiel wären die Banken zu nennen, die nicht alle Kontoinformationen der Kunden auf die Leitzentrale überspielen dürfen.
Für den Anwender ist der Zugriff auf einen externen Rechner aber kaum zu erkennen, da diese komplett ins Datex-J Netz integriert sind.
Der Zugang zum Datex-J kann auf mehrere Art und Weisen erfolgen. Einerseits mit speziellen von der Telekom gebauten Endgeräten, und andererseits mit dem Heim-PC. In diesem Kapitel wird allerdings nur die letztere Möglichkeit vorgestellt.
Um aber mit seinem PC den Datex-J Dienst nutzen zu können, muß sich der Anwender erst beim Netzknoten identifizieren. Dazu erhält er von der Telekom drei wichtige Nummern: die Anschlußkennung, das Startkennwort und die Datex-J-Nummer.
Die Anschlußkennung und das Startkennwort sind geheim und nur dem Anwender bekannt. Sie dienen dazu, die genutzten Dienste im Datex-J auf die richtige Rechnung zu setzen.
Die Datex-J-Nummer ist dagegen öffentlich. Meistens ist sie sogar mit der regulären Telefonnummer (inkl. Vorwahl) des Anwenders identisch. Diese Nummer dient auch gleichzeitig als Adresse, für den elektronischen Briefverkehr.
Die Telekom bietet auch einen Gast-Zugang zum Datex-J. Dieser ist kostenlos, aber sehr stark eingeschränkt. Um diesen Gast-Zugang zu nutzen, braucht der Anwender also keine besonderen Vorkehrungen zu treffen. Allerdings muß auch die Zugangssoftware installiert werden.
Damit der Anwender das Datex-J Netz nutzen kann, wird eine Zugangssoftware gebraucht. Diese Zugangssoftware wird BTX-Decoder genannt. Sie "dekodiert" sozusagen die Daten die vom Netzknoten kommen, in eine für den Anwender lesbare Form.
Solche Decoder gibt es für alle Rechnerplattformen, also auch für Windows. In diesem Kapitel wird der Decoder der Firma "1&1" vorgestellt. Dieses Softwarepaket zeichnet sich durch eine einfache Bedienung aus und ist auf dem neuesten Stand der Technik.
Es ist außerdem auch frei kopierbar und damit ebenfalls auf der beiliegenden CD-ROM enthalten. Der Datex-J Zugang wird dadurch sehr vereinfacht, weil das Programm dem Anwender sehr viel Unterstützung bietet.
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Abb. 3.132: Der Hauptbildschirm vom 1&1 Decoder
Für eine erfolgreiche Installation braucht der Anwender ca. 5 MB freien Platz auf seiner Festplatte, die Daten seines Modems und die Anschlußcodes der Telekom.
Die Installation auf die Festplatte ist relativ problemlos, da sie das Programm allein bewerkstelligt. Schwieriger wird da schon die Konfiguration des Modems. Allerdings kann das Programm auch dort sehr viel allein machen.
Ist das Programm auf der Festplatte installiert, kann es der Anwender starten. Allerdings gibt es den Start mit zwei unterschiedlichen Programmeneinstellungen. Einmal mit "Gastzugang" und einmal mit einem vollen Zugang. Derjenige, der keinen vollen Zugang zum Datex-J beantragt hat, muß mit der Gastkennung arbeiten. Allerdings ist dann von den Diensten im Datex-J nicht viel zu sehen.
Ansonsten wird das Programm für den vollen Zugang gestartet. Der Decoder möchte nun wissen, ob das Modem vollautomatisch konfiguriert werden soll. Dies kann der Anwender ruhig bejahen. Das System sucht dann den seriellen Anschluß heraus, an dem das Modem hängt. Danach müssen die Kennwörter für den Zugang eingetragen werden. Anschließend möchte das Programm noch eine Testverbindung zum Datex-J herstellen. Dies kann der Anwender zulassen oder aber auch unterbinden. Anschließend präsentiert das Programm seinen Hauptbildschirm.
Wie es aber mit vollautomatischen Konfigurationen so ist, sind sie selten vollständig. Der Anwender sollte sie also kontrollieren.
Um die Modemeinstellungen zu kontrollieren, führt der Anwender aus dem Menü "1&1 Online" den Punkt "Automatische Konfiguration" aus. Dann erscheint ein Fenster, indem das Feld "Experten Konfiguration" angeklickt wird. Danach erscheint ein weiteres Fenster in dem das Feld "Modem-Betrieb konfigurieren" ausgeführt wird. Warum dieser Menüpunkt von den Programmierern so versteckt wurde, ist unbekannt.
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Abb. 3.133: Modem-Betrieb konfigurieren.
In diesem Fenster (s. Abb. 3.133) kann der Anwender nun noch mal überprüfen, ob sein Modemtyp richtig angegeben wurde und ob auch die serielle Schnittstelle stimmt, oder das Wahlverfahren.
Allerdings stellt sich die Frage, welcher Zugang genutzt werden soll. Wie schon eingangs erwähnt, gibt es an einigen Orten zwei Zugangsnummern zu Datex-J. Einmal 01910 für den normalen Betrieb bis 2400 Bit/s, und einmal einen schnelleren Zugang unter der Nummer 19304.
Wer in keinem Bereich wohnt, wo es einen 19304 Zugang gibt, der kann alles so lassen wie es ist. Soll aber der schnellere Zugang genutzt werden, muß die Telefonnummer geändert werden (mit einem Klick auf das "ändern"-Feld). Dann muß noch ein Kreuzchen in das Kästchen vor "Highspeed-Zugang...", mit einem Mausklick eingefügt werden. Anschließend wird die Einstellung mit "OK" bestätigt.
Ist das Modem des Anwenders nicht in der Auswahlliste des Programmes enthalten, ist dies kein Verzweifelungsgrund. In diesem Fall wird das Modem eingetragen gelassen, das der Decoder selber ermittelt hat, auch wenn die Marke nicht stimmt.
Für eine Verbindung über den 2400 Bit/s Zugang ist es nötig, das beim Modem die Fehlerkorrektur und die Datenkompression per Befehl abgeschaltet wird. Wird dagegen eine Verbindung über einen schnelleren Zugang hergestellt, muß die Fehlerkorrektur etc. aber wiederum eingeschaltet sein. Der Decoder stellt dies eigentlich immer allein ein. Doch bei Modems die nicht in der Liste stehen, könnten die entsprechenden Codes nicht funktionieren. Der Anwender sollte dann in seine Anleitung gucken, oder sich im Kapitel 1 einen Überblick über die entsprechenden Modem-Befehle verschaffen. Wer sich aber unsicher ist, sollte immer erst eine Testverbindung aufbauen, bevor er etwas verändert.
Für einen schnelleren Zugang zu Datex-J, ist es nicht damit getan, ein schnelles Modem zu haben und die entsprechende Nummer zu wählen. Es muß auch sichergestellt sein, das der Computer die Daten des Modems entsprechend schnell empfangen kann. Dazu muß aber die serielle Schnittstelle des PCs, das Modem auch schnell genug ansteuern. Die Übertragunsgeschwindigkeit vom PC zum Modem muß also höher sein, als die höchst mögliche Übertragunsgeschwindigkeit des Modems (s. Kapitel 1).
Um dies zu prüfen und eventuell zu berichtigen, wird aus dem Menü "1&1 Online", der Eintrag "Konfiguration Schnittstelle" ausgewählt.
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Abb. 3.134: Serielle Schnittstelle konfigurieren.
Hier kann der Anwender genau einstellen auf welchem COM-Port mit welcher Geschwindigkeit sein Modem laufen soll. Hat der Anwender eine ISDN-Karte, kann hier auch ein entsprechender Eintrag vorgenommen werden. Mit "OK" werden auch diese Einstellungen bestätigt.
Zuguterletzt sollte noch geprüft werden, ob die Kennung stimmt. Dies wird über das Menü "1&1 Online", mit dem Punkt "Zugangskennung..." eingestellt. Dies ist besonders wichtig, wenn der Anwender sein persönliches Passwort im Datex-J ändert.
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Abb. 3.135: Zugangsdaten editieren.
Sind diese Daten alle vollständig, sollte der Decoder mit "Beenden mit Speichern" verlassen und anschließend gleich wieder neu gestartet werden. Die Änderungen sind dann permanent gesichert.
Neben der Benutzung eines Softwaredecoders, ist auch der Zugang mit einem Terminalprogramm möglich. Als Terminalemulation muß VT100 eingestellt werden. Die Zugangsnummern und die Login-Prozedur (die Identifikation) muß allerdings per Hand durchgeführt werden. Wenn das Modem die Verbindung meldet ("CONNECT ..."), muß schnell ein Punkt "." eingegeben werden. Dann ist Datex-J auch ohne speziellen Decoder zu bedienen. Allerdings werden viele Seiten nicht darstellbar sein, da sie Grafik enthalten. Datex-J meldet dies aber und versucht gar nicht erst, diese Seiten anzuzeigen.
Bevor die erste Verbindung mit Datex-J aufgebaut werden kann, sollte jedoch noch geklärt werden, wie dieses Netz überhaupt bedient wird. Die Steuerung im Netz ist recht einfach. Wie schon erwähnt werden die Informationen von Datex-J auf Seiten zusammengefaßt. Wie in einem Buch, kann dann eine Seite aufgeschlagen, oder das Inhaltsverzeichnis und der Index benutzt werden.
Diese Datex-J Seiten sind in einem speziellen Format in den Hauptrechnern der Telekom gespeichert. Dieses CEPT Format, gibt den Datex-J Seiten erst ihr aussehen und kann Text, Farben und Grafik auf einer Seite zusammenfassen.
Datex-J Seiten sind immer nach dem gleichen Schema aufgebaut. Eine Seite besteht aus 24 Zeilen. Jede Zeile kann bis zu 40 Zeichen darstellen. Aus diesen 24 Zeilen werden jedoch einige gebraucht, um spezielle Systeminformationen auszugeben.

Abb. 3.136: Eine Datex-J Seite
In der ersten Zeile steht der Name des Anbieters der Seite und die Höhe der Gebühren, die für das Anzeigen dieser Seite berechnet wird. Die vorletzte Zeile enthält oft Informationen, wie der Anwender auf andere Seiten des Anbieters gelangen kann.
Die letzte Zeile ist für die Kommandos des Anwenders reserviert, über die er Datex-J letztendlich steuert. Am rechten Seitenrand der letzten Zeile steht zusätzlich noch immer die Nummer der aktuellen Seite.
Durch Kommandos die in der letzten Zeile eingegeben werden, kann der Nutzer sich im Datex-J Netz bewegen. Möchte der Anwender ein Kommando eingeben, setzt Datex-J den Cursor automatisch in die letzte Zeile.
Also bleiben von den gesamten 24 Zeilen, nur 21 Zeilen übrig, in denen wirkliche Informationen (wie Nachrichten etc.) dargestellt werden können.
Die Kommandosprache von Datex-J ist eigentlich einfach. Die beiden grundlegenden Tasten, die zur Befehlssprache gehören sind "*", welche auch "INI" genannt wird, und "#" die den Datex-J Namen "TER" hat.
Wie schon geschrieben, hat der Anwender durch die Kommandos die Möglichkeit, beliebige Seiten des Datex-J Angebots direkt anzuwählen.
Dazu wird die Seitennummer in die Symbole "*" und "#" eingefaßt. Beispielsweise kann der Anwender "*42357744#" eingeben und wählt damit ein bestimmtes Angebot an. Nun ist aber nicht zu erwarten, das der Anwender alle Seitennummern auswendig kennt. Deshalb gibt es Inhaltsverzeichnisse, die den Anwender zu Angeboten führen können.
Das Inhaltsverzeichnis ist standardmäßig auf der Seite "*0#" zu finden.
Bei einigen Datex-J Kennungen, die nicht direkt von der Telekom stammen, kommt der Anwender durch die Eingabe von "*0#" zu einem weiteren Menü. In diesem wird gefragt, welches Inhaltsverzeichnis er denn nutzen möchte. Es besteht die Wahl zwischen dem normalen Telekom-Verzeichnis und einem BTX-Premium Verzeichnis. Letzteres ist aber kostenpflichtig. Welches genutzt wird, ist unerheblich. Die teurere Variante gibt dem Anfänger aber einen besseren Überblick.
In diesen Inhaltsverzeichnissen sind die einzelnen Menüpunkte mit Zahlen versehen.
Gibt der Anwender dann die Zahl zum entsprechenden Menüpunkt ein, baut sich ein neues Menü auf. In dem kann der Anwender seine Wünsche präzisieren. Am Ende verbindet ein Menüpunkt den Anwender dann mit der entsprechenden Seite eines Anbieters.
Es ist wichtig zu bemerken, daß die Zahlen der Menüpunkte ohne "*" und "#" eingeben werden. Diese Sonderzeichen sind nur dazu da, Datex-J Befehle zu geben, was auf die Auswahl von Menüpunkten aber nicht zutrifft.
Auch wenn sich der Anwender in einem Angebot eines Anbieters befindet, kann jederzeit ein anderes Angebot ausgewählt werden. Es ist also möglich im Datex-J, zwischen verschiedenen Seiten hin- und herzuspringen.

Abb. 3.137: Das Inhaltsverzeichnis.
Die erste Seite des Datex-J Angebots eines Anbieters, wird Leitseite genannt. Wenn sich ein Anbieter z. B. durch die Eingabe "*vw#" zu dem Angebot von Volkswagen durchstellen läßt, dann ist die erste Seite die er sieht, die Leitseite.
In dieser Leitseite, wird der Anbieter wieder mit Menüs konfrontiert. Diese führen den Nutzer dann in verschiedene Bereiche des Angebots. Bei einer Computerfirma wird es vielleicht Soft -und Hardwarebereiche geben. Es sei nochmals wiederholt, daß alle Seiten im Datex-J numeriert sind (recht unten). Möchte ein Anwender genau auf eine bestimmte Seite zugreifen, braucht er sich nur die Nummer zu merken (die Nummer kann auch vom PC gespeichert werden).
Eine Liste vieler wichtiger Datex-J Kommandos:
Kommando Funktion
*1# Übersicht über die Grundfunktionen im Datex-J.
*Kürzel# Die Seite eines Anbieters abrufen, der über ein Kürzel erreichbar ist (z. B. *internet#).
*Seite# Eine bekannte Seite, direkt aufrufen.
Name# Einen Anbieter suchen, in dem ein passendes Schlüsselwort eingeben wird.
# Von einer Seite zur nächst folgenden Blättern.
*# Auf die vorherige Seite zurückblättern.
*0# Zum Inhaltsverzeichnis wechseln. Bei einigen Anbietern erscheint dann eine Abfrage, ob das Standardverzeichnis oder das (kostenpflichtige) erweiterte Inhaltsverzeichnis angezeigt werden soll.
*9# Datex-J beenden, oder sich aus einem externen Rechner verabschieden.
*90# Verbindung beenden, doch zuvor die Rechnungsinformationen anzeigen.
*55# Rücksprung in das zuletzt aufgerufene Angebot.
** Eingabe korrigieren.
*00# Seite nochmals anzeigen.
*09# Eine Seite aktualisieren. Dies ist z. B. bei Börsennotierungen sinnvoll, die sich schnell ändern können.
*8# Das private Nachrichtenmenü aufrufen.
*88# Nachsehen, ob Post eingegangen ist.
*811# Eine Seite erzeugen, in der eine persönliche Nachricht geschrieben werden kann. Die Postadresse des Anwenders wird mit eingefügt.
*812# Eine Seite für persönliche Nachrichten erzeugen, in der nicht die eigene Post- adresse eingefügt wird.
Tab. 3.13: Die wichtigsten Datex-J Kommandos.
Wenn sich der Anwender in den vielen Angeboten etwas verirrt hat, kann von jedem Punkt, immer wieder das Inhaltsverzeichnis mit "*0#" angewählt werden.
Bei dem direkten Zugriff auf Datex-J Seiten gibt es eine Ausnahme. An das Datex-J sind noch andere Computer angeschlossen, die dem Anwender extra Dienste oder Informationen ermöglichen. Diese extra Rechner, werden "externe Rechner" genannt. Die zusätzlichen Informationen sind dort auch im Datex-J Seitenformat gespeichert.
Bei der Benutzung merkt der Anwender nichts davon, daß er sich auf einem externen Rechner befindet. Die Darstellungen entsprechen immer noch den Aussehen von Seiten die direkt im Datex-J sind.
Der Verbindungspunkt von Datex-J zu einem externen Rechner, ist die Übergabeseite. Nur diese Übergabeseite ist per Direktwahl von Datex-J zu erreichen. Wird dann auf einen externen Rechner durchgestellt, haben alle Datex-J Seiten dort eigene Seitenzahlen. Diese können nicht direkt aus Datex-J erreicht werden. Soll der externe Rechner wieder verlassen werden, wird das Kommando "*9#" eingegeben. Danach befindet sich der Anwender wieder auf einer regulären Datex-J Seite.
Aber Vorsicht, befindet sich der Anwender nicht auf einem externen Rechner, beendet Datex-J die Verbindung komplett und legt auf!
Die meisten externen Rechner können auch durch einen Sprung in das Inhaltsverzeichnis von Datex-J, mit "*0#" verlassen werden.
Beim 1&1 Decoder kann der Anwender mit der Maus, auf das Feld "externen Rechner verlassen" (unten rechts) einmal klicken. Auch dann wird der externe Rechner verlassen. Dieses Feld ist aber nur zu sehen, wenn sich der Anwender wirklich in einem externen Rechner befindet. Ansonsten steht dort "Datex-J Verbindung beenden".
Manchmal ist der Zugang zu Seiten, oder externen Rechnern extra Gebührenpflichtig. In der letzten Zeile erscheinen dann in etwa folgende Hinweise:
"Anzeigen für DM X,XX? Ja: # Nein:**"
Bestätigt der Anwender dann den Preis (mit "#"), wird die entsprechende Seite angezeigt. Manche Preise werden nur einmal fällig andere gelten pro Minute. Deshalb sollte der Anwender genau beachten was für einen Preis er bestätigt.
Neben den Inhaltsverzeichnissen, gibt es noch andere Möglichkeiten einen Anbieter zu finden. Ein Anbieter kann direkt angewählt werden, wenn seine Seitennummer eingegeben wird.
Aber einige Anbieter sind nicht nur über ihre Seitennummer zu erreichen, sondern auch direkt über ihren Firmennamen. Große Organisationen wie Volkswagen, WDR (und viele andere), sind auch über ihr Kürzel anwählbar. So wird bei Volkswagen nur "*vw#" eingegeben, oder beim Westdeutschen Rundfunk nur "*wdr#". Wenn ein Anwender eine bestimmte Organisation erreichen möchte, kann er es zuerst mit deren Kürzel versuchen.
Wird dagegen eine Firma für ein bestimmtes Fachgebiet gesucht, wird das Anbieterverzeichnis (s. Abb. 3.138) von Datex-J benutzt. Dies ist entweder über das Inhaltsverzeichnis anwählbar, oder über "*12#".

Abb. 3.138: Das Anbieterverzeichnis.
Nach Auswahl der gewünschten Buchstabengruppe, werden die zugehörigen bundesweiten Anbieter gezeigt. Durch das Eingeben der Nummer, die vor dem Anbieter steht, wird der Nutzer dann mit der entsprechenden Leitseite des Anbieters verbunden.
Gleiches gilt für das Schlagwortverzeichnis, welches über das Inhaltsverzeichnis, oder direkt über "*103#" erreicht werden kann.
Wenn ein Teil des Namens der Firma oder Organisation bekannt ist, kann das Suchverfahren vielleicht noch verkürzt werden.
Im Anbieterverzeichnis kann Datex-J auch nach einer Zeichenkombination suchen und nur diese ausgeben. Der Anwender gibt dann z. B. "auto#" ein. Die Ausgabe können Sie in Abb. 3.139 sehen. Das Ergebnis einer Suchanfrage wird auch Ergebnisliste genannt.

Abb. 3.139: Das Ergebnis einer Schnellsuche
Jetzt kann wieder jeder Menüpunkt angewählt werden. Ist ein Angebot nicht das Gewünschte, kann mit der Eingabe "/#" das Ergebnis der letzten Suche wieder auf den Schirm geholt werden. Dann kann der nächste Eintrag getestet werden.
Bei einigen Schlüsselwörtern wird Datex-J sehr viele Einträge ausgeben, die dann mehrere Seiten füllen können. Das wird mit der Zeit sehr unübersichtlich. Deshalb kann die Suche eingeschränkt werden. Mittels "/xyz#" sucht der Rechner aus den bereits angezeigten Einträgen, nur noch die raus, die noch zusätzlich den Begriff "xyz" enthalten.
Bei der Eingabe von "=auto#" werden nur die Anbieter aufgelistet die EXAKT diese Zeichen enthalten. Also z. B. nicht "automatisierungs gmbh", sondern "auto karl".
Dann können noch zwei Suchbegriffe kombiniert werden. Erst wenn in einem Anbieternamen oder Schlagwort BEIDE Begriffe vorkommen, werden dieses angezeigt. Beispielsweise würde das Kommando "auto prod#" auf Einträge wie "Automatische Produktion" passen.
Die Suchfunktionen von Datex-J achten nicht auf Groß -und Kleinschreibung. Also "auto#" ist genau gleich mit "AuTo#"!
Seiten im Datex-J können von Firmen bundesweit angeboten werden, oder auch nur Regional. Danach richten sich die Gebühren, die der Anbieter an die Telekom zahlen muß.
Für den Anwender sind alle Seiten, die nicht in seinem Regionalbereich sind extra kostenpflichtig. Trotzdem sind sie erreichbar. In Deutschland gibt es zur Zeit 36 Regionalbereiche, die mit "*71#" abgerufen werden können.
Wenn Anbieter im Schlagwort -oder Anbieterverzeichnis aufgelistet werden, sind Angebote aus fremden Regionalbereichen immer mit einem "R" markiert. Der Wechsel in fremde Regionalbereiche kostet momentan 0,02 DM/ Seite. Der Anwender wird aber vorher von Datex-J gefragt, ob die Kosten übernommen werden sollen.
Angebote die nicht mit "R" gekennzeichnet sind, befinden sich entweder im eigenen Regionalbereich, oder sind überregional.
In Datex-J können mit einer Kennung, mehrere Personen das Angebot des Netzes nutzen. Dies ist z. B. für Firmenmitglieder oder Familienangehörige interessant. Eine neue Kennung braucht nicht extra beantragt werden. Die erforderlichen Eingaben sind direkt in Datex-J einzustellen. Allerdings muß beachtet werden, daß Mitbenutzerkennungen nicht kostenlos sind, sondern ein monatliches Entgelt erfordern (z. Z. 0,05 DM / Kennung und Tag).
Der Mitbenutzer arbeitet mit der gleichen Kennung wie der Hauptnutzer. Erkennbar ist ein Mitbenutzer lediglich am Zusatz zu seiner Datex-J Nummer. Die Datex-J Nummer ist meistens identisch mit der Telefonnummer des Hauptnutzers (inkl. Vorwahl).
Der Zusatz wird an jede Datex-J Nummer angehängt. Aus der Datex-J Nummer des Hauptnutzers z. B.: 0308332903 wird für den ersten Mitbenutzer zu: 0308332903-0002.
Der nächste Mitbenutzer bekommt den Zusatz 0003. Der Zusatz 0001 ist dem Hauptnutzer vorbehalten und wird ignoriert. Die Mitbenutzernummer 0000 gibt es nicht. Es können also insgesamt 9996 Mitbenutzer eingetragen werden.
Mit der Seite "*76#" kann der Bildschirm für die Verwaltung von Mitbenutzern aufgerufen werden. Um nun einen neuen Mitbenutzer einzutragen, wird das persönliche Kennwort eingegeben, und dann der Menüpunkt eins gewählt.

Abb. 3.140: Eingabeformular für Mitbenutzer.
Das System präsentiert dann auf einer neuen Seite das Anmeldeformular, das der Anwender ausfüllen muß (s. Abb. 3.140).
In der obersten Zeile muß zuerst die Nummer des Mitbenutzers eingegeben werden. Dann wird die Eingabe mit der "#"-Taste abgeschlossen (bei PCs meist
Ü). In der nächsten Zeile möchte das System die Anrede des Mitbenutzers wissen. Folgende Möglichkeiten gibt es:Ziffer gleich Anrede
1 Herr
2 Frau
3 Fräulein
4 Firma
5 Herr und Frau
6 Frau und Herr
9 Keine Anrede
Tab. 3.14: Anrede für Mitbenutzer
Nach Eingabe der entsprechenden Ziffer wird die Zeile wieder mit "#" bestätigt.
Die nächste Zeile ist mit dem Teilnehmernamen des Hauptbenutzers besetzt und kann nicht geändert werden.
Nach dem gleichen Prinzip wird die Adresse des Mitbenutzers eingegeben.
In den nächsten Zeilen wird der Umfang des Mitbenutzerzuganges eingestellt, in dem dieser genutzt werden darf. Durch die Eingabe von "j" für ja, oder "n" für nein kann entschieden werden, ob der Mitbenutzerzugang zeitweilig gesperrt ist. Bei einer Neueintragung ist dies aber mit "n" zu beantworten.
Wird die Vergütungssperrre aktiviert, kann der Mitbenutzer keine vergütungspflichtigen Angebote aufrufen. Wird die Entgeltsperre aktiviert, sind für den Mitbenutzer Datex-J Funktionen tabu, die zusätzliche Kosten verursachen (wie z. B. das Mitteilungen senden).
In der Zeile der maximalen Vergütung kann der Anwender die Summe Geld einstellen, die eine Seite maximal kosten darf, um vom Mitbenutzer aufgerufen werden zu können.
Die drei letzten Funktionen sind besonders wichtig, wenn der Hauptnutzer nicht möchte, das die Mitbenutzer unkontrolliert Kosten verursachen. Die Abrechnung für alle Mitbenutzer erfolgt immer unter einer Rechnung!
Das letzte Feld von Bedeutung enthält das Kennwort des Mitbenutzers, das nun festgelegt wird. Die nächste Zeile wird übersprungen, da sie nur für Anbieter von Datex-J Seiten von Interesse ist. Am Ende bestätigt der Hauptnutzer den neuen Eintrag mit seinem Kennwort und speichert es damit permanent im Datex-J ab.
Um einen Mitbenutzer zu löschen, wird im Menü der Seite "*76#" eine drei eingegeben. Das System fragt dann wieder nach der Mitbenutzer Nummer. Ist diese eingegeben, kann der Hauptnutzer den Mitbenutzer mittels seines Kennwortes wieder löschen.
Datex-J bietet dem Anwender viele Möglichkeiten. Von vielen Anwendern wird Datex-J benutzt um das Konto zu führen, einzukaufen oder mit anderen in Kontakt zu treten. Viele Firmen und Vereine, aber auch Bundesbehörden sind im Datex-J vorhanden und präsentieren dem Anwender zusätzliche Informationen zur Recherche.
Wenn der Leser den mitgelieferten 1&1 Decoder benutzt, braucht er bloß auf das grüne "Anwahl"-Feld zu klicken und schon geht es los. Nach einer Weile ist die Verbindung hergestellt und der Anwender kann anfangen das Netz zu nutzen.
Wird Datex-J über die Nummer 19304 betrieben, kann es sein das die Verbindung öfter abbricht, oder das die eingetippten Zeichen nicht alle auf dem Schirm zu sehen sind. Dies ist ein Fehler von Datex-J! Das System hat die Zeichen trotzdem empfangen, nur versäumt es auch alle darzustellen.
Mitteilungen lesen / schreiben
Was in anderen Netzen die Mail ist, ist in Datex-J die Mitteilung. Eine Mitteilung wird von einem Nutzer an einen (oder mehrere) andere Nutzer geschickt. Dies ist also mit einem elektronischen Brief vergleichbar. Liegen neue Nachrichten für den Nutzer an, bekommt er diese nach dem Einwählen angezeigt. Möchte er welche senden, kann die über die Datex-J Seite "*8#" geschehen. In diesem Menü kann auch gleichzeitig nochmals nachgesehen werden, ob Nachrichten angekommen sind (oder direkt mit "*88#").

Abb. 3.141: Nachrichtenmenü
Im Menü kann der Anwender entscheiden, welcher Art die zu sendenden Nachrichten sind. Bestehen sie nur aus Text (wie normalerweise üblich), wird der entsprechende Menüpunkt angewählt.
Der nächste Menüpunkt bezieht sich auf das Versenden von Werbung. Wird dieser Punkt ausgewählt, kann der Empfänger der Nachricht sehen, das er Werbung bekommen hat. Bei der Anzeige der neueingegangenen Nachrichten sind diese Mails mit einem kleinen "W" versehen.
Durch einen weiteren Menüpunkt, können transparente Daten als Nachricht verschickt werden. Also sozusagen eine Mail mit Dateianbindung. Allerdings kostet dieser Service extra Geld. Außerdem verfügen nicht alle Software-Decoder über eine Sendemöglichkeit, um Programme in das Datex-J zu schicken.
Wie geschrieben, ist die Textmitteilung die Regel.

Abb. 3.142: Die Eingabeseite für eine Nachricht.
Als Adresse des Empfängers wird seine Datex-J Nummer angegeben. Dies entspricht in den meisten Fällen der Telefonnummer plus Vorwahl des Teilnehmers. Ist diese eingegeben, springt der Cursor auf das Textfeld, in dem der Anwender ca. 720 Zeichen Platz hat, seine Nachricht zu schreiben. Dieser Platz ist in etwa mit dem zu vergleichen, die man auf einer normalen Postkarte hat.
Hat der Anwender alle Zeilen vollgeschrieben, oder ist mit der "#"-Taste durch alle Zeilen gegangen, wird die Nachricht versendet.
Das Versenden von Mitteilungen kostet 0,30 DM! Im Gegensatz zu anderen Netzen, ist dies unverhältnismäßig teuer. Deshalb gibt es Tricks dies zu umgehen. Viele Anbieter vergeben selber Postfächer an Datex-J Kunden. Dort können dann den anderen Nutzern desselben Anbieters, Nachrichten hinterlassen werden; meistens kostenlos. Allerdings werden neue Nachrichten in diesen Fächern, nicht beim Login angezeigt! Der Anwender muß erst in das Angebot des jeweiligen Anbieters wechseln. Das klingt nur auf den ersten Blick umständlich. Aber wer im Datex-J einen Bekanntenkreis gefunden hat, wird nur noch darüber private Mails austauschen.
Ein weiterer Mitteilungsdienst ist das senden von Telefaxen. Auf der Seite "*1060#" kann der Nutzer unter dem Menüpunkt eins, eine Mitteilung per Telefax absenden. Auf dieses Fax kann aber keine Antwort auf gleichem Wege erfolgen.
Dieser Dienst wird heute wohl nur noch von Nutzern alter Telekom-Terminals genutzt werden. Leser dieses Buches, die ja ein Faxmodem haben, sind diesen Lichtjahre voraus! :-)
Über Datex-J können auch Telexe abgesendet und empfangen werden. Auf der Seite "*1050#" kann der Anwender unter dem Punkt eins ein Telex absetzen. Die Texteingabe verläuft genauso wie bei einer normalen Mitteilung, nur das die Telexnummer des Empfängers eingegeben werden muß.
Der Abruf, ob Telexe für den Nutzer angekommen sind, erfolgen über Menüpunkt zwei. Jeder Datex-J Kunde hat eine eigene Telexnummer (die er aber über "*1053#" aktivieren muß). Wenn jemand dem Datex-J Kunden ein Telex schicken will, so muß er es an "1631 btx d" schicken. Im Telex-Text muß die Datex-J Nummer des Nutzers stehen, mit der vorangestellten Zeichenfolge "btx" oder "dxj". Also etwa: btx 02349985563. Dies muß IM Telex-Text stehen und ist nicht Bestandteil der Telexnummer!
Neben der privaten Mail, gibt es auch die öffentlichen Bretter. Genau wie bei anderen Netzen können Anwender Nachrichten schreiben, die von allen Teilnehmern des Forums gelesen werden können.
Im Datex-J sind die Foren nicht mit den Foren von CompuServe zu verwechseln! Im Datex-J sind die Foren gleichzusetzen mit den öffentlichen Brettern einer Mailbox. Im CompuServe hatte jedes Forum eine Unterteilung in mehrere Bereiche.
Leider sind die Foren in Datex-J nicht in einer Struktur zusammengefaßt, sondern über viele Anbieter verstreut. Allerdings sind viele interessante Foren trotzdem über ein Menü ("*3456250#") erreichbar.
Im Datex-J gibt es momentan zwischen 100 und 150 Foren, zu unterschiedlichen Themen.

Abb. 3.143: Übersicht über die Foren.
Hat der Anwender das Menü auf der Seite "*3456240#" angewählt (kostenpflichtig!), hat er die Auswahl über verschiedene Obergruppen. Interessiert sich der Anwender nun für den Informationsaustausch zu einem bestimmten Thema, wird der entsprechende Menüpunkt angewählt.
Auf einer neuen Seite kann der Anwender seinen Wunsch weiter spezifizieren. Allerdings ist die Auswahl, verglichen mit anderen Netzen, nicht sehr groß.
Hat sich der Anwender dann für eine Gruppe entschieden, wird er nach seinem Pseudonym gefragt. Dieses Pseudonym steht als Absender der Nachrichten, die der Anwender schreibt. Mit einem Pseudonym, bleibt der Anwender anonym. Die wahre Identität, wird nicht offengelegt.

Abb. 3.144: Forenübersicht.
Ist das gewünschte Forum gefunden, wird es über den entsprechenden Menüpunkt ausgewählt (s. Abb. 3.144). Dann präsentieren sich alle Nachrichten, die in diesem Forum geschrieben worden sind.
Von den jeweiligen Nachrichten ist nur der Betreff zu sehen. Erst wenn sich der Anwender die Nachricht anzeigen läßt, ist der Autor und das Datum der Erstellung zu sehen.
Im unteren Bereich der Seite stellt Datex-J die Befehle dar, mit denen Nachrichten geschrieben oder gelesen werden können.
Da jeder Anbieter im Datex-J auch Foren erstellen kann, ist die Bedienung nicht einheitlich. Aus diesem Grunde gibt die Befehlslegende immer genau Auskunft, welche Funktionen wie ausgelöst werden können.

Abb. 3.145: Nachrichten in einem Forum.

Abb. 3.146: Eine Nachricht.
Der Anwender sucht sich nun aus den ganzen Nachrichten die raus, die ihn interessieren.
Hat der Nutzer einen Betreff gefunden, zu dem er die entsprechende Nachricht lesen oder beantworten möchte, gibt er einfach die Nummer des entsprechenden Artikels ein.
Das System wird dann die Nachricht präsentieren (s. Abb. 3.146). Mit der "#"-Taste (bei PC meist
Ü), wird die gesamte Nachricht angezeigt, wenn sie mehr als eine Bildschirmseite füllen sollte.Gibt der Nutzer dann "55" ein, kann er die Antworten auf die gewählte Nachricht lesen. Dies klappt solange, wie das System die entsprechenden Nachrichten speichert. Um wieder zu der Auswahl zu gelangen, gibt der Anwender eine "0" ein.
Auf jeden Fall sollte die Befehlslegende am unteren Bildschirmrand gelesen werden. Bei Foren von anderen Anbietern ist die Bedienung wahrscheinlich anders!
Das Datex-J, so wie es heute aussieht, ist schon recht alt. Ende der siebziger Jahre wurden die entsprechenden Normen verabschiedet. Niemand hatte damals voraussehen können, daß sich die Computer so schnell entwickeln. Wer hätte schon voraussehen können, das die Computernutzer Audio, Video, Grafik und Text in einem wollen. Damals war jeder zufrieden, wenn er seine Texte oder Formeln eingeben konnte.
Da sich die anderen Netze aber auch immer weiterentwickelten und mehr Dienste anboten, mußte auch das alte BTX nachziehen. Es ist erstaunlich, das die Telekom allein auf diesen Gedanken kam. Im Winter 1993 setzten sich die Firmen: EUROTEL, Powerframe, Amaris, FUN!, Augur, InfoTeSys, Die Neue Mediengesellschaft und Microsoft zusammen, um einen neuen BTX-Standard zu entwickeln.
Dieser neue Standard wurde KIT genannt. KIT steht für "windows based Kernel for Intelligent communication Terminal", was auf deutsch ganz banal mit "Kernsoftware für Intelligente Terminals" übersetzt wurde. Der KIT Standard bildet die Grundlage für das, was Multimedia-BTX oder Foto-BTX genannt wird.
Mit KIT können Bilder, Töne und Text übertragen werden. Allerdings sollte beachtet werden, das dazu ein 2400 Bit/s Datex-J Zugang nicht mehr ausreicht. Zwar ist das theoretisch möglich, doch praktisch ist der Anwender schon alt und schwach bevor das erste Dokument komplett übertragen konnte.:-)
Aus diesem Grunde macht Multimedia-BTX, oder auch Foto-BTX nur ab einer Geschwindigkeit von 14.400 Bit/s Sinn.
Damit der Anwender in den Genuß von KIT kommen kann, braucht er einerseits einen KIT-fähigen Datex-J Decoder und andererseits müssen die Datex-J Seiten im KIT Format vorliegen. Es können momentan leider nur wenige KIT Angebote genutzt werden, weil die Anbieter erst langsam auf den neuen Standard umschwenken.
Der 1&1 Decoder auf der CD-ROM beherrscht diesen Standard bereits.

Abb. 3.147: Ein KIT-Angebot
Der Anwender kann sich die KIT Angebote im Datex-J bereits ansehen. Mit der Eingabe "*kit#" kommt der Anwender in ein Menü, wo viele Angebote bereits ausprobiert werden können.
Wird ein KIT Angebot angewählt (s. Abb. 3.147), öffnet sich ein großes Fenster. In diesem kann der Anwender zwischen verschiedenen Überthemen auswählen. Ein Thema wird durch Doppelklick mit der Maus ausgewählt. In einem neuen Fenster werden dann die neuen Informationen ausgewählt.
Am unteren Fensterrand sind Felder wie "Vollbild" oder "Schließen" zu finden. Mit diesen können die Informationen auf dem ganzen Bildschirm angezeigt werden. Mit "Schließen" kommt der Anwender wieder eine Stufe nach oben, von wo er gestartet ist. Allerdings ist die Beschriftung und Funktionen der Felder dem Anbieter überlassen. Genannte Beispiele, sind aber sehr oft anzutreffen.
Ein KIT Fenster kann auch mit einem Doppelklick, auf die linke obere Ecke geschlossen werden. Das System zeigt dann eine "normale" Datex-J Seite. Von dort gelangt der Nutzer auf bekanntem Wege wieder zu anderen Angeboten.
Gute Beispiele im KIT-Format sind z. B. mit "*wiso#", "*dpa#" oder "*vw#" zu sehen.
Allerdings sei noch darauf hingewiesen, das sich der KIT-Standard noch in der Entwicklung befindet.
Jeder Berufstätige kennt die Problematik. Die Bank ist immer dann geöffnet, wenn man arbeitet und wenn man frei hat, ist sie geschlossen. Tritt mal der Glücksfall ein, daß die Bank geöffnet hat und man selber Zeit, ist sie meist brechend voll. Dummerweise haben alle Leute vor einem in der Schlange, riskante Börsenspekulationen vor und jeder braucht am Schalter ca. zwei Stunden...:-) Man selber möchte ja nur ein Formular abgeben und wäre schnell fertig, aber so dehnt sich das alles ins Unendliche.
Fast jedem Bankkunden mit Modem und Datex-J Zugang kann aber geholfen werden. Viele Banken bieten, neben Phonebanking, auch die Kontoführung per PC an. Leider immer noch nicht alle Banken, doch viele Banken sind bereits auf dieser Schiene. Die meisten Unternehmen haben erkannt, daß ein Kunde der sein Konto selber per Datex-J führt, weniger Kosten verursacht als einer der immer zum Schalter kommt.
So bieten einige Banken sogar die Übernahme der Datex-J Anmeldekosten an, oder vergünstigen die Kontoführung. Neben diesen Vorteilen, können Banküberweisungen natürlich auch Samstag abend noch zu Hause eingegeben werden.
Der Bankcomputer wird jegliche Transaktionen aber erst am folgenden Werktag erledigen.
Neben Überweisungen können auch Daueraufträge eingerichtet, oder Kontostände abgefragt werden. Einige Banken bieten auch aktuelle Börsennotierungen von Aktien an.
Um herauszufinden, ob Ihre Bank diesen Service ebenfalls anbietet, geben sie im Datex-J einfach mal "bank#" ein. Das System listet dann alle Banken auf, die im Datex-J vertreten sind. Wenn die Bank im Datex-J vertreten ist, muß in deren Leitseite nachgesehen werden, ob sie Homebanking per Datex-J anbietet.
Das Konto muß von der Bank erst zum Homebanking freigegeben worden sein. Dazu muß der Anwender in seine Filiale gehen und anmelden, daß er sein Konto gerne von zu Hause führen möchte. Die Bank wird dann alles Nötige in die Wege leiten, und dem Anwender entsprechende zusätzliche Daten per Post zusenden.
Alle Banken haben den Zugriff auf die Konten mit zusätzlichen Zahlencodes belegt. Diese Codes muß der Nutzer kennen, sonst gewährt ihm der Bankcomputer keinen Zugriff auf seine Daten. Diese Codes bekommt der Anwender von seiner Bank per Post zugesandt. Es versteht sich, daß diese Codes sehr vertraulich behandelt werden müssen, z. B. wie die Geheimnummer einer EC-Karte.
Die Bank übermittelt zwei Arten von Codes, die PIN und die TAN.
Die PIN steht für "Personal Identification Number", sie ist der eigentliche Geheimcode, der nur dem Anwender und dem Bankcomputer bekannt sein darf. Eine PIN besteht aus mehreren Zahlen. Manche Banken vergeben sogar zwei PINs, die beide jedesmal eingegeben werden müssen.
Die TANs (TransAction Numbers), sind eine Gruppe von Nummern. Auch diese werden dem Anwender von der Bank mitgeteilt. Diese Nummern müssen nach jeder Transaktion (wie z. B. einer Überweisung) gewechselt werden. Für jede Transaktion muß also eine neue Nummer genommen werden! Die TANs dienen dazu, die Transaktionen im Datex-J rechtlich abzusichern.
Die Bank sendet dem Anwender eine Liste mit TANs, die für ihn reserviert wurden. Wurde eine TAN dann vom Nutzer gebraucht, muß sie auf der Liste ausgestrichen werden. Es können vom Nutzer also nur so viele Transaktionen getätigt werden, wie er TANs auf der Liste hat. Sind die TANs alle aufgebraucht, muß von der Bank eine neue TAN-Liste angefordert werden (das ist meist kostenlos).
Anhand der "Deutschen Bank" soll das Prinzip des Homebankings verdeutlicht werden. Neben vielen anderen Möglichkeiten ist das Datex-J Angebot der Deutschen Bank wirklich beispielhaft!
Um zur Leitseite dieser Bank zu kommen, gibt der Kunde "*deutsche bank#" ein. Auf dieser Seite angelangt, kann der Anwender wählen, ob er sich nur allgemein informieren will, oder ob er auf seine Konten zugreifen möchte.

Abb. 3.148: Auswahlmenü der Deutschen Bank.
Möchte der Anwender nun seine Konten kontrollieren, gibt er z. B. die "1" zweimal ein und danach die "7". Das System fragt dann noch nach seiner Legitimation (die PIN) und öffnet danach die Datenbank.
Das System präsentiert nun dem Anwender alle seine Konten und den entsprechenden Kontostand. Je nach Decoder können diese Informationen dann abgespeichert oder ausgedruckt werden.
Somit können die Kontobewegungen festgehalten und für eine spätere Überprüfung aufbewahrt werden.

Abb. 3.149: Kontenübersicht
Hat der Anwender genug gesehen, kann von einem Konto noch die einzelnen Umsätze in einer Kurzform angesehen werden.
Damit hat der Anwender die Kontrolle, wann wieviel Geld vom Konto abgebucht worden ist (s. Abb. 3.149).
Zu jedem Konto ist auch eine detailliertere Umsatzauflistung möglich. Als zusätzliche Information wird dann z. B. noch das Ziel einer Überweisung, oder der Absender einer Überweisung oder Lastschrift angegeben (s. Abb 3.150).
Allerdings müssen eventuelle Reklamationen oder Anfragen über die Filiale gestellt werden.

Abb. 3.150: Genauere Umsatzauflistung

Abb. 3.151: Ein Datex-J Überweisungsformular.
Eine weitere interessante Möglichkeit ist das Überweisen von Geld per Datex-J. Damit ist der Anwender unabhängig von den Öffnungszeiten seiner Bank. Dazu wird in der Auswahlseite der entsprechende Menüpunkt selektiert. Das System präsentiert dann einen leeren (elektronischen) Überweisungsschein. Der Anwender füllt diesen dann mit den entsprechenden Daten aus. Ist ein Feld vollgeschrieben, springt der Cursor auf das nächste Feld. Der Anwender kann aber auch selber mit der "#"-Taste zum jeweils nächsten Feld springen.
Ist das Feld ausgefüllt (s. Abb. 3.151), muß sich der Anwender mit seiner PIN legitimieren. Da es sich bei einer Überweisung um eine Transaktion handelt, muß auch eine neue TAN aus der Liste benutzt werden. Diese TAN kann dann nie wieder benutzt werden!
Hat der Anwender die Überweisung dann bestätigt, ist sie rechtsgültig und kann nicht mehr rückgängig gemacht werden (zumindest nicht einfach).
Neben der direkten Eingabe der Überweisungen, oder dem direkten Abruf der Kontostände mit dem Decoder, gibt es noch andere Möglichkeiten. Es gibt spezielle Programme, die eine Datex-J Schnittstelle haben. Diese Software kann Daten aus dem Datex-J holen und welche hineinschicken. Sie ist aber mit einem richtigen Decoder (wie der von 1&1) nicht zu vergleichen.
Bei diesen Programmen handelt es sich um spezielle Software, die immer neue Daten brauchen, oder die dem Anwender ein vereinfachtes Bestell -oder Kontoführungssystem bieten. Da wäre z. B. Börsensoftware zu nennen, die immer die neuesten Aktiennotierungen der Börsen braucht. Die holt sich das Programm aus dem Datex-J und kann dann allerlei Rechenoperationen durchführen, mit denen ein Datex-J Decoder überfordert wäre.
Ein sehr bekanntes Programm um die persönlichen Finanzen unter Kontrolle zu halten ist "Quicken" von Intuit-Software. Quicken kann gleichzeitig Konten verschiedener Art verwalten, Überweisungen durchführen und viele kaufmännische Rechenoperationen ausführen. Der Anwender kann in Quicken seine Überweisungen ausfüllen, und diese auf einmal, mit nur einem Anruf beim Datex-J buchen lassen. Er muß sich also nicht mehr selber mit der Bedienung von Datex-J herumschlagen, das erledigt Quicken.

Abb. 3.152: Der Quickenbildschirm.
Dies ist besonders interessant für Firmen oder Personen, die monatlich immer die gleichen Überweisungen durchführen müssen (etwa Löhne und Gehälter). Einmal in Quicken eingegeben, braucht der Anwender den Vorgang nur monatlich zu starten. Nebenbei kann Quicken auch Schecks oder andere Formulare bedrucken.
Für die finanziellen Belange von Firmen, gibt es auch von den Banken teilweise direkt spezielle Software. Mit dieser können z. B. immer wiederkehrende Überweisungen auf einer Diskette abgespeichert werden, die dann zur Bank gebracht wird (von einem Mitarbeiter). Dies ist ab einer gewissen Anzahl von Überweisungen sinnvoller, weil das über Datex-J sonst zu lange dauern würde.
Bei anderen Banken sieht der Homebanking Service zwar im Detail verschieden aus, doch das Prinzip ist trotzdem gleich.
Das Datex-J ist auch eine sehr beliebte Einkaufsmöglichkeit. Viele Firmen sind im Netz enthalten, die großen Versandhäuser inklusive. Im Datex-J sind Waren aller Kategorien zu kaufen. Wenn sich ein Anwender für ein bestimmtes Produkt interessiert, braucht er nur das Schlagwort einzugeben (z. B. "buch#"). Die Bezahlung erfolgt dann, wie in Deutschland üblich per Nachnahme oder Rechnung.
In diesem Unterkapitel wird u. a. ein Anbieter präsentiert, der Bücher vertreibt. Leider kann nicht, wie im CompuServe, damit eine allgemeine Verfahrensweise präsentiert werden. Jeder Anbieter von Versandartikeln hat seine eigene Auswahl -und Bestellprozedur. Allerdings muß der Anwender lediglich den Anweisungen auf dem Bildschirm folgen. Das System wird ihn durch Menüs und eine Befehlslegende erklärt.
Mit der Eingabe von "*telebuch#" kommt der Anwender zu der Leitseite eines Buchhändlers.

Abb. 3.153: Die Leitseite von "Telebuch".
Um sich ein Buch auszusuchen, wird der entsprechende Eintrag ausgewählt. Im Beispiel wird ein amerikanisches Buch gesucht. Ein Service den nebenbei bemerkt, nur sehr große Buchhandlungen haben.
In der folgenden Suchmaske, kann der Interessent den Autor, Verlag und den Titel eingeben. Auch ein Teil der Informationen ist völlig ausreichend. Das System startet nun in der internen Datenbank eine Suchanfrage.

Abb. 3.154: Die Parameter für eine Suchanfrage eingeben.
Nach der Suche gibt der Computer eine Liste aller Bücher aus, auf die die Beschreibung paßt. Jeder Eintrag ist wieder mit einer Nummer versehen (s. Abb. 3.155). Wird diese Nummer eingegeben, gibt der Rechner nähere Informationen zu dem Buch aus. Möchte der Anwender in die Liste zurück, um sich ein neues Buch auszusuchen, gibt er wieder "*#" ein.
Soll eine neue Anfrage gestartet werden, gibt der Kunde einfach "*3#" ein.

Abb. 3.155: Ergebnis der Suchanfrage.

Abb. 3.156: Das Bestellformular.
Ist das angezeigte Buch das Wunschbuch, geht der Anwender mit der "#"-Taste in den Bestellmodus (s. Abb. 3.156).
Die Bestellung kann jederzeit abgebrochen werden! Der Anwender kann dazu z. B. "*0#" eingeben
Neben anderen Branchen, ist besonders der Versandhandel sehr stark im Datex-J vertreten. Beim Versandhaus "Quelle" können alle Bestellungen per Datex-J getätigt werden.
Die Leitseite kann der Anwender mit "*quelle#" erreichen. Dann können z. B. alle Produkte aus dem Katalog bestellt werden. Allerdings muß der Anwender dazu den Katalog der Firma vor sich haben.

Abb. 3.157: Bestellformular von "Quelle".
Dies ist aber nicht sehr spektakulär. Interessanter ist schon die kleine Auswahl von Produkten, die direkt per Datex-J auch angeschaut werden können (s. Abb. 3.158). Die Ansicht des Produktes mit einem Foto, ist aber nur mit Decodern möglich, die den KIT Standard unterstützen.
Momentan ist das Angebot von solchen Online-Katalogen noch sehr eingeschränkt. Trotzdem gibt das einen Vorgeschmack auf die zukünftigen Einkaufsmöglichkeiten.

Abb. 3.158: Das Foto eines Produktes anschauen.
Über die Seiten des gleichen Anbieters können die besichtigten Waren natürlich gleich gekauft werden...
Einige Versandhäuser bieten ihre Kataloge auf CD-ROM an. Auf dieser CD-ROM ist außer den Produkten auch eine Software, die bei der Suche in den Angeboten und bei der Bestellung helfen kann. Die Bestellung wickelt das Programm dann allein, über das entsprechende Datex-J Angebot des Anbieters ab. Der Anwender hat dann nichts mehr mit der Bedienung von Datex-J zu tun, er braucht allenfalls die Bestellung zu bestätigen.
Über das Datex-J hat der Anwender auch die Möglichkeiten sich über sein Reiseland informieren, Lastminute Reisen zu buchen oder den Bahnfahrplan zu studieren.
Die einfachste Methode etwas über sein Wunschland herauszufinden ist, einfach den Landesnamen im Datex-J einzugeben. Möchte der Nutzer gerne mal nach Japan fahren, gibt er einfach "Japan#" ein. Das System gibt dann alle Anbieter aus, die etwas mit Japan im Angebot haben.
Außerdem kann im Schlagwortverzeichnis ("*103#") unter dem Schlagwort Fremdenverkehrsämter nachgeschaut werden. Die Botschaften vieler Länder, haben im Datex-J eine Informationsseite. Über diese Seite (s. Abb. 3.159) kann sich der Anwender allgemein Infos über das Land holen, oder sich auch weitergehende Prospekte zusenden lassen.

Abb. 3.159: Das Fremdenverkehrsamt der "Britischen Virgin Inseln". :-)
Meistens sind die Fremdenverkehrsämter die erste Anlaufstelle für Interessenten. Doch um sich eine Reise zu buchen, müssen die Seiten eines elektronischen Reisebüros aufgerufen werden.
Im Datex-J sind viele Reiseveranstalter vertreten. Einige geben nur die Adressen ihrer Filialen bekannt, andere lassen den Interessenten in den Datenbanken suchen. Bei wenigen ist auch gleich eine Reservierung und Buchung der Reise möglich.
Besonders das Lastminute Geschäft boomt momentan sehr. Bedingt durch die Art dieses Geschäfts ist es sehr schnellebig. Beim Anbieter "START Telematik", aber auch bei anderen kann der Anwender sich seine Lastminute Reise maßschneidern. Wer dazu mehr wissen möchte, gibt einfach mal "last minute#" ein.
Als Beispiel werden hier aber die Seiten der "START Telematik" vorgestellt, die unter "*35353500#" zu erreichen sind.
Hat der Anwender auf der Leitseite den Lastminute Teil angewählt, muß er seine Abflugregion eingeben (s. Abb. 3.160).

Abb. 3.160: Die Abflugregion wählen.
Dann fragt das System, wie der Anwender sich sein Reiseziel auswählen möchte. Das kann der Reisetermin sein, die Preisklasse aber auch der Zielort. Im Beispiel wurde die Selektion über den Zielort gewählt. Als Zielort wurde die Karibik (was sonst?) angegeben. Das System gibt dann die Reisepakete aus, die noch zu haben sind (s. Abb. 3.161).

Abb. 3.161: Lastminute Reiseangebote in der Karibik.
Ist etwas interessantes dabei, kann das Angebot gebucht oder reserviert werden. Wird die Zahl vor dem entsprechenden Angebot eingegeben, gibt der Rechner mehr Informationen zu der Reise aus. Ist nichts dabei, kann die Suche neu begonnen werden.
Neben den Reisebüros, gibt es ein weiteres interessantes Angebot im Datex-J. Dieses kommt von der Deutschen Bundesbahn und ermöglicht dem Nutzer, sich die günstigsten Bahnverbindungen zwischen zwei Punkten herauszusuchen und zu buchen.
Um sich das Angebot der Bundesbahn mal näher anzuschauen, gibt man "*db#" ein. Aus der Leitseite wird dann der Menüpunkt für die Fahrplanauskunft gewählt.

Abb. 3.162: Zieldaten eingeben.
Der Rechner präsentiert dann wieder ein Formular, in dem der Ursprung und das Ziel der Reise eingegeben wird.
Sind alle Daten eingegeben, gibt der Rechner eine Reihe von Bahnverbindungen aus, die dann zwischen den einzelnen Punkten fahren (s. Abb. 3.163).
Wird wieder die Zahl eingegeben, die vor einer Zugverbindung steht, listet der Bahncomputer Zusatzinformationen auf. Dies könnte z. B. der oder die Umsteigebahnhöfe sein, ob eine Speisewagen vorhanden ist, oder ob der Zug über einen Schlafwagen verfügt.
Das Datex-J Programm der Deutschen Bundesbahn ermöglicht auch Informationen über internationale Bahnverbindungen!

Abb. 3.163: Bahnverbindungen zwischen Berlin und Düsseldorf.
Hat der Anwender die gewünschte Bahnverbindung gefunden, kann er sich die entsprechenden Tickets buchen. Die Bezahlung erfolgt per Lastschrift, Kreditkarte oder Nachnahme. Die Tickets werden dem Käufer dann per Post zugesant, können aber auch in einem Reisebüro hinterlegt werden.
Eine weitere Beschäftigung im Datex-J ist das Tickern. Hier unterscheidet man zwischen dem Einzeldialogen und der Chat-Box. Auch hier gibt es sehr viele Anbieter, die meisten tummeln sich im Erotikbereich. Beim Tickern kann sich der Nutzer mit anderen Nutzern unterhalten, die ebenfalls das gleiche Angebot gewählt haben.
Die Prozedur ist immer gleich, der Anrufer wählt die Leitseite eines Anbieters und muß sich ein Pseudonym geben. Damit kein anderer das Pseudonym dann nehmen kann, muß noch ein Codewort eingegeben werden. Bei der ersten Anwahl muß sich der Anwender dies selber ausdenken. Dann wird eine elektronische Visitenkarte ausgefüllt. In dieser stehen z. B. ihre Hobbys oder Vorlieben.
Bei der Wahl von Pseudonymen ist der Anwender keinem Zwang ausgesetzt, diese können vom tatsächlichen Nachnamen bis "Rambo" reichen. Allerdings dürfen die Pseudos (Kurzform) im System nicht schon vorhanden sein. Dies würde das System dem Anwender aber mitteilen.
Ist der Anbieter dann in einem Angebot, hat er die Wahl ob er lieber in den Einzeldialog möchte, oder ob er sich mit mehreren Unterhalten will.
Hat sich der Anwender im Hauptmenü für den Einzeldialog entschieden, kommt er auf die nächste Seite. Auf dieser tauchen alle Teilnehmer mit ihrem Pseudonym auf. Gibt der Anwender nun die Nummer ein, die vor einem Pseudonym steht, bekommt er die Visitenkarte des Nutzers angezeigt (s. Abb 3.164). Allerdings sollte sich der Anwender bei zweideutigen Visitenkarten nicht wundern.

Abb. 3.164: Im Einzeldialog.
Mit der "#"-Taste werden ihm weitere Teilnehmer angezeigt, mit der "*#"-Kombination kommt er wieder eine Seite zurück.
Eine Nachricht läßt sich mit der "66" an einen Teilnehmer schreiben. Beachten Sie bitte immer die Befehlslegende, die bei jedem Anbieter etwas anders aussieht.
In der rechten oberen Ecke gibt eine Zahl an, wieviele Mitteilungen für den Anwender von anderen Teilnehmern eingegangen sind. Sollen diese Mitteilungen gelesen werden, gibt der Anwender "55" ein. Das System zeigt dann von wem die Nachricht ist (s. Abb. 3.165).

Abb. 3.165: Eine Nachricht lesen und beantworten.
Im oberen Fenster steht die Visitenkarte des Schreibers, oder die letzte Nachricht die Sie geschrieben haben. In der Mitte steht die Nachricht an Sie, im unteren Fenster haben Sie Platz um die Nachricht zu beantworten. Der Adressat bekommt die Nachricht dann nur wenige Augenblicke später.
So geht die Unterhaltung zwischen zwei Personen, immer hin und her.
Je nach Anbieter, kann es Animateure oder Animateurinnen geben. Diese wurden vom Anbieter dazu eingestellt, sich mit den Kunden zu unterhalten. Besonders oft wird so bei Tickern mit erotischen Inhalten verfahren! Außerdem kann sich jeder Teilnehmer ein beliebiges Pseudonym geben. Das bedeutet, ein weiblich klingendes Pseudonym muß nicht zwingend mit einer Teilnehmerin besetzt sein! Umgekehrt ist es natürlich genauso.
In der Chat-Box, auch CB-Funk oder Online-Chat genannt, können sich auch alle Teilnehmer direkt unterhalten. Doch hier können alle angeschlossenen Teilnehmer lesen, was jemand geschrieben hat. Dieses System ist mit einer Konferenz vergleichbar.
Auf dem Bildschirm (s. Abb. 3.166) stehen die Äußerungen der Personen direkt unter ihrem Pseudonym. Hat ein Teilnehmer etwas geschrieben, taucht die Mitteilung sofort auf der Seite auf.

Abb. 3.166: CB-Funk im Datex-J
Dies ist also das Gegenteil vom vorher erwähnten Einzeldialog. Allerdings können sich Anwender bei bestimmten Chat-Anbietern auch Nachrichten "zuflüstern", die dann nur der "Flüster-Adressat" lesen kann.
Mit der "66"-Funktion können wieder Nachrichten in den Chat gegeben werden. In sekundenschnelle ist die Mitteilung dann bei allen anderen Teilnehmern (inklusive Ihnen), auf dem Schirm zu sehen.
Einige Ticker-Anbieter haben teilweise sehr hohe Preise. Mitunter können die Gebühren 0,80 DM bis 1,30 DM pro Minute kosten! Bei anderen Anbietern muß pro gesendeter Nachricht bezahlt werden. Alles in allem ist das Tickern nicht billig. Zwar fragt Datex-J immer zurück wenn extra Kosten entstehen, aber achten Sie auf jeden Fall darauf, welche Preise Sie bestätigen!
Ein weiterer interessanter Dienst ist das InterNet. Was das InterNet ist, kann in Kapitel 3.3 nachgelesen werden.
Über die Eingabe "*internet#" kommt der Nutzer in das Hauptmenü des Anbieters FUN. Von dort können viele Dienste des InterNets bereits genutzt werden (s. Abb. 3.167).
Dienste wie TelNet, IRC, E-Mail und News sind bereits möglich. Seltsamerweise wird noch kein FTP angeboten.
Über Datex-J soll noch 1995 ein direkter InterNet-Zugang auf SLIP / PPP-Basis entstehen. Dann könnten Windows Nutzer alle InterNet-Dienste direkt von ihrem PC nutzen, ohne einen Datex-J Decoder zu benutzen. Damit kann der Nutzer dann direkt Teil des Netzes werden. So können alle InterNet Applikationen benutzt werden, die schon entwickelt wurden, oder noch entwickelt werden. Der InterNet Zugang wird dann den Windows Programmen in Form einer WinSock Softwareschnittstelle zur Verfügung gestellt. Genaueres ist im Kapitel 3.3 nachzulesen.

Abb. 3.167: Das Hauptmenü von FUN.
Wird im Hauptmenü die E-Mail ausgewählt, kann der Nutzer nachsehen, ob eine Mitteilung aus dem InterNet für ihn eingetroffen ist (s. Abb. 3.168). Das Nachschauen kostet noch kein Geld. Soll eine InterNet-Mail gelesen werden, kostet dies 0,20 DM pro Nachricht!
Jeder Datex-J Nutzer hat automatisch schon eine InterNet-Adresse. Die bildet sich aus seiner Datex-J Nummer.
Aus der Datex-J Nummer: 02346793256 wird die InterNet E-Mail Adresse: 02346793256@btxgate.de
Also an die Datex-J Nummer, wird im InterNet noch der Zusatz "@btxgate.de" gehängt. Mit dieser Adresse ist der Datex-J Teilnehmer aus der ganzen Welt über das InterNet erreichbar.
Mitbenutzer einer Datex-J Nummer, müssen noch zusätzlich ihre Mitbenutzernummer an die InterNet Adresse anhängen. Aus 02346793256-3 wird also 02346793256-3@btxgate.de.

Abb. 3.168: Eine E-Mail ist angekommen.
TelNet ist ein Dienst, mit dem sich der Anwender an einen weit entfernten InterNet Rechner schalten kann. Dieser ist dann so fernbedienbar geworden, als ob der Anwender an einer lokalen Konsole dieses Rechners sitzen würde.
Wird aus dem Hauptmenü der TelNet-Dienst ausgewählt, schaltet der Decoder auf den 80 Zeichen Modus um. In diesem Modus passen 80 Zeichen auf eine Datex-J Zeile und nicht nur 40 wie bislang.
Bei älteren Decodern kann es mit dieser Darstellung Probleme geben. Wenn der Anwender nur wirre Zeichen sieht, sollte er sich eine neuere Version seines Decoderprogrammes besorgen. Der TelNet-Dienst kann ansonsten nicht genutzt werden.
Im TelNet Modus kann nun mit dem Befehl "open <InterNet Rechner>", eine Verbindung zu einem InterNet Rechner hergestellt werden( s. Abb. 3.169). Für <InterNet Rechner> kann eine gültige InterNet Adresse, oder die IP-Nummer des entsprechenden Computers gewählt werden.

Abb. 3.169: Eine TelNet Sitzung.
Hat der Anwender die Verbindung zum InterNet Rechner beendet, kann er im gleichen Fenster eine neue Verbindung aufbauen, oder mit "quit" zum Hauptmenü zurückkehren.
Die Nutzung des InterNets über Datex-J ist recht langsam. Deshalb kann es bei einer TelNet Sitzung lange dauern, bis eine Eingabe auch auf dem Bildschirm erscheint. Die langen Antwortzeiten sind technisch bedingt und nicht zu vermeiden, wenn InterNet über Datex-J genutzt werden soll.
Den Foren im Datex-J sehr ähnlich, sind die Newsgroups im InterNet. Mehrere tausend dieser Newsgroups (auch Gruppen genannt) sind im Netz vorhanden. Der Name einer Gruppe gibt Aufschluß darüber, was das Hauptthema aller Nachrichten darin ist (siehe auch Kapitel 3.3).
Wird im Hauptmenü des Anbieters, das Newsgroupslesen ausgewählt, präsentiert das System eine Auswahl von Gruppen (s. Abb. 3.170). Der Nutzer kann sich aber auch führen lassen, und sich eine der "Top Ten" Newsgroups anschauen. Besonders für Anfänger könnte dies hilfreich sein.

Abb. 3.170: In den Newsgroups lesen.
Hat sich der Anwender eine Gruppe ausgewählt in der er lesen, oder etwas schreiben möchte, gibt er einfach die Nummer ein die davor steht. Das System präsentiert dann eine Liste aller Nachrichten die in dieser Gruppe stehen.
Möchte der Anwender dann eine von diesen lesen, gibt er wieder nur die Nummer ein, die vor der entsprechenden Nachricht steht. Dann kann diese spezielle Nachricht gelesen werden.
Beim schreiben (Jargon: posten) in einer Newsgroup, wird die InterNet Adresse des Nutzers automatisch als Absender eingesetzt. Antworten auf diese Nachricht, warten dann also im Postfach von FUN. Sie werden nicht beim Einwählen in das Datex-J automatisch angezeigt.
Über das Hauptmenü ist auch IRC möglich. IRC steht für InterNet Relay Chat und ist ungefähr dem CB-Funk im Datex-J ähnlich. Allerdings hat hier der Anwender die Möglichkeit, zwischen verschiedenen Kanälen zu wechseln. Jeder Kanal hat ein Hauptthema, das ungefähr aus seinem Namen hervorgeht. Jeder Beitrag, der vom Nutzer geschrieben wird, wird innerhalb von Sekunden an alle anderen Teilnehmer desselben Kanals verteilt. Im Gegensatz zum CB-Funk im Datex-J, können die Teilnehmer auf der ganzen Welt verteilt sitzen. Auch ist Deutsch sehr selten die Umgangssprache.
Beim IRC und auch beim schreiben in den Newsgroups gelten besondere Verhaltensregeln. Diese Regeln werden Netikette genannt und sind im Kapitel 2 und Kapitel 3.1 bereits erklärt. Die Netikette regelt den Umgang zwischen den einzelnen Netzteilnehmern. Ein Verstoß gegen die Netikette, könnte Dutzende von Protestmails verärgerter Netzteilnehmer bedeuten. Wer sich allerdings an die Grundregeln der Höflichkeit hält, wird auch im InterNet nirgends schlimm anecken.
Ein weiterer interessanter Punkt im Datex-J sind die Programmdatenbanken. Aus diesen Datenbanken, kann der Anwender sich Programme aussuchen und auf den eigenen Rechner übertragen. Dieses Prinzip wird im Datex-J "Telesoftware" genannt.
Das gewünschte Programm (meistens in Form eines komprimierten Archivs), wird in mehrere kleinere Teile zerlegt. Diese kleineren Teile, die auch Blöcke genannt werden, werden nun einer nach dem anderen, auf den Heim-PC übertragen. Diese Blöcke werden auch auf Datex-J Seiten übertragen. Nur wird der Inhalt dieser Seiten nicht auf dem Bildschirm dargestellt, sondern direkt auf der Festplatte abgespeichert.
Der Anwender muß dann die Blöcke bei sich auf der Festplatte wieder zusammenfügen. Dann kann er das Programm starten, oder das Archiv entpacken.
Die meisten Decoder (auch der von 1&1 auf der CD-ROM), starten den Telesoftwareempfang allein. Der Anwender muß lediglich dafür sorgen, daß genügend Platz auf seiner Festplatte vorhanden ist, um die entsprechende Datei auch abspeichern zu können.
Im Datex-J gibt es eine ganze Reihe von Anbietern, die eine Telesoftware-Datenbank haben. Die Nutzer des mitgelieferten Decoders können im Menü "Wahl Anwendung", einen Telesoftware-Rundgang machen. Das System stellt dann einige Anbieter von Telesoftwaredatenbanken vor.
In diesem Kapitel wird der Anbieter "Drews" vorgestellt, der unter "*drews#" zu erreichen ist.

Abb. 3.171: Ein Programm zum Download wählen.
Der Anwender kann sich über die Leitseite des Anbieters in die Telesoftwaredatenbank weiterschalten lassen. Dort kann ausgewählt werden, zu welcher Kategorie das gesuchte Programm gehört (z. B. Windows, Grafik, etc.). Die Datenbank zeigt dann alle Programme an, die in diese Kategorie passen (s. Abb. 3.171).
Neben den Programmen stehen wieder Ziffern. Über diese Ziffern kann sich der Anwender mehr Informationen über die entsprechende Datei holen (s. Abb. 3.172).
Sagt das Programm dem Nutzer zu, wird der Empfang gestartet. Beim Angebot von Drews ist dies die"#"-Funktion (s. Abb. 3.173). Aber, wie auch schon bei den anderen Angeboten erwähnt, sollte auch hier wieder die Befehlslegende am unteren Seitenrand beachtet werden. Jeder Anbieter kann seine Menüs so gestalten wie er will!

Abb. 3.172: Die Beschreibung des gewünschten Programmes

Abb. 3.173: Der eigentliche Download.
Sind alle Teile des Programmes auf dem Heim-PC müssen sie mit einem extra Programm zusammengefügt werden. Dieses Programm ist auch auf der CD-ROM enthalten.
Manchmal sind die Verbindungen zum nächsten Datex-J Einwählknoten recht instabil. Deshalb kann es vorkommen, daß die Verbindung zum Datex-J einfach abreißt. Der Telesoftware Download ist dann natürlich auch unterbrochen.
Damit der Anwender nicht das ganze Programm von vorne neu Laden muß, setzt er die Übertragung mit dem Block fort, bei dem die Verbindung abgebrochen ist. Da jeder Block ebenfalls wie Text auf Datex-J Seiten übertragen wird, gibt der Anwender die entsprechende Datex-J Seitennummer des fehlenden Blockes ein. Das System erkennt die angeforderte Seite dann als Telesoftware und speichert sie entsprechend ab.
Dazu muß aber die Anleitung des jeweiligen Anbieters gelesen werden, da hierfür keine Standardprozedur existiert. Bei manchen Anbietern existiert die Möglichkeit nicht, fehlende Blöcke nachzuladen. Dann muß der Transfer von vorn beginnen.
Das Problem des nachladens ist leider, daß der Decoder nur dann alle Blöcke automatisch hintereinander lädt, wenn der Download mit Block 1 (also dem ersten) begonnen hat. Bricht die Verbindung mittendrin ab, muß jeder folgende Block einzeln per Hand nachgeladen werden. Das kann bei größeren Programmen, die aus mehreren dutzend Blöcken bestehen, sehr umständlich sein. Deshalb kann es tatsächlich zeitsparender sein, die Übertragung von neuem zu beginnen und darauf zu hoffen, daß diesmal alles glatt geht.
Für das Laden von Telesoftware fällt bei vielen Anbietern eine Gebühr an. Bricht der Ladevorgang ab, muß die Gebühr eventuell erneut entrichtet werden.
Sie erinnern sich vielleicht noch, daß das abrufen von regionalen Seiten aus fremden Regionalbereichen extra bezahlt werden muß (z. Z. 0,02 DM / Seite)? Das gilt auch für regionale Telesoftware Angebote. Die Telesoftware wird, wie schon erläutert, auch über Datex-J Seiten transportiert. Da Programme von mehreren hundert KByte Größe über zig hundert Datex-J Seiten (vom Anwender unbemerkt) transportiert werden, fällt für jede Seite zusätzlich diese Gebühr an! Vermeiden Sie es deshalb, Telesoftware aus fremden Regionalbereichen zu übertragen! Ein 100 KByte Programm kann so leicht über 20,00 DM kosten! Beschränken Sie sich auf bundesweite Angebote, oder auf Anbieter in ihrem Regionalbereich.
Alles in allem ist der Download von Dateien im Datex-J recht umständlich und teuer. Außerdem ist die Transfergeschwindigkeit, selbst mit schnellen Modems, sehr gering. Wenn der Anwender sich gerne öfter mal Software auf den eigenen PC laden möchte, sollte er sich in den Mailboxen seiner Umgebung mal umsehen. Viele von ihnen bieten sogar kostenlosen Zugriff auf ihre Programmdatenbanken an und sind besser sortiert.
Eine sehr nützliche Anwendung von Datex-J ist das Elektronische Telefonbuch (kurz: ETB). Der Anwender kann im ganzen Bundesgebiet nach Telefonnummern suchen lassen.

Abb. 3.174: Suchanfrage an das ETB
Dabei braucht er nur einen Teil des Namens zu wissen, oder kann auch nach ähnlich klingenden Namen suchen. Datex-J gibt dann die entsprechenden Nummern aus.
Das Telefonbuch wird mit "*etb#" aufgerufen. Dann hat der Anwender die Wahl, welches Telefonbuch er denn benutzen möchte. Die Auswahl besteht zwischen dem normalen Telefonbuch, dem Branchenbuch (Gelbe Seiten), dem Fax-Verzeichnis und dem Datex-J Buch. Für den Anwender wird wahrscheinlich meistens das normale Telefonbuch ausreichen.
Wird dieses gewählt, bekommt der Anwender ein Formular auf dem Bildschirm dargestellt. Um die Ausgabe möglichst kurz zu halten, sollten dem Rechner so viele Informationen gegeben werden wie möglich. Mit der "#"-Taste kommt der Anwender von einem Feld in das nächste.

Abb. 3.175: Das Ergebnis der Suchanfrage.
Das ETB ist nicht umsonst. Die Telekom verlangt eine Gebühr von 0,20 DM / Minute. Deshalb sollte die Suche schnell gehen.
In Abb. 3.175 ist dann das Ergebnis der Suchanfrage von Abb. 3.174 zu sehen (der Autor und sein Onkel :-) ).
Besonders Unternehmen, die gleich ganze Gruppen von Nummern finden müssen, ist das ETB sehr interessant. Die gleiche Arbeit mit dem richtigen Telefonbuch, oder der Auskunft, würde mehrere Stunden dauern.
Das Herausfinden eines Teilnehmers anhand seiner Nummer, ist aus datenschutzrechtlichen Gründen, auch im Datex-J nicht möglich.
Ein paar Datenbanken, die auch im Datex-J existieren, werden im nächsten Hauptkapitel vorgestellt.
Das Datex-J bietet noch weitere Dienstleistungen, die hier nicht erfaßt werden können. Wenn der Anwender aber ein wenig im Datex-J stöbert, wird er neben vielen zweideutigen Angeboten, auch die eine oder andere Perle finden.
Auch beim Datex-J, einem Datendienst der Deutschen Telekom, gibt es eine Menge Stärken und Schwächen.
q
Komplett in deutscher Sprache.q
Übergänge zu ausländischen Teletext Diensten (z. B. Frankreich: Minitel).q
Großes Angebot für Shopping und Dienstleistungen (Bundesbahn, Reisen).q
Das elektronische Telefonbuch. Dies gibt’s allerdings umsonst auf CD-Rom (Regional).q
Möglichkeit zum Homebanking bei vielen Bankhäusern.q
Zugang zum InterNet.q
Überall zum Ortstarif erreichbar.q
Recht einfache Bedienung (gerade auch durch KIT).q
Keine einheitliche Regelung, durch die alle Anbieter des Netzes gleich bedient werden können.q
Undurchsichtige Kostenstruktur.q
Fast jedes Angebot ist kostenpflichtig.q
Die Kosten sind teilweise für die gebotenen Leistungen zu hoch.q
Die Verbindungen zu schnellen Datex-J Knoten sind instabil.q
Der Download von Dateien ist zu umständlich und zu langsam.q
Die Darstellung von 40 Zeichen auf 24 Zeilen entspricht nicht mehr dem Stand der Technik.
Das Z-Netz ist fast ein komplett deutsches Netzwerk. In Deutschland gibt es ca. 250 Z-Netz Boxen sowie ein paar einzelne Systeme im Ausland. Anders als das FidoNet, ist das Z-Netz weniger auf technischen Themen aufgebaut, sondern beschäftigt sich mehr mit sozialen, politischen und gesellschaftlichen Inhalten. Wie das FidoNet, ist auch das Z-Netz als Hobbynetzwerk konzipiert.
Auf der technischen Basis vom Z-Netz, gibt es auch noch andere Netzwerke. Als Beispiel seien hier das politische ComLink und das FemNet genannt, welches nur für Frauen zugänglich ist.
Netze die auf den technischen Grundlagen eines anderen Netzes beruhen, werden Overlaynetze genannt. Auch diese Overlaynetze werden in diesem Kapitel kurz beschrieben.
Bitte lesen Sie zum Verständnis dieses Kapitels, auch das Kapitel über das FidoNet (3.2). Zwar hat sich das Z-Netz eigenständig entwickelt, doch die technischen Grundlagen sind denen von FidoNet ähnlich.
Je nach Umfang der Box, sind ca. 5,00 DM bis 10,00 DM pro Monat als Kostenbeitrag an den Betreiber zu entrichten.
Im Nahtarif des Lesers wird sich fast immer eine Z-Netz Box befinden. Ob sich eine Z-Netz/ ComLink/ FemNet Box in Ihrem Bereich befindet, lesen Sie bitte in der Mailboxliste auf der CD-ROM nach.
Kontaktadresse für das FemNet:
FemNet e.V.
Koselstr. 7
60318 Frankfurt/M.
E-Mail: Sysopin@FEM-F.rhein-main.de
Tel.: 069 / 5976453
Fax.: 069 / 550499
Mailbox: 069 / 553507
Zugänge sind zur Zeit in Berlin, Frankfurt, Köln und Wiesbaden. Der Zugang ist nur auf Frauen beschränkt!
Kontaktadresse für das ComLink:
Computernetzwerk Linksysteme (/CL)
c/o Kommunikation und neue Medien e. V.
Postfach 190520
80605 München
Tel.: 089 / 1675106
Fax.: 089 / 131406
E-Mail: cl-service@link-m.muc.de
Das Z-Netz geht auf den Programmierer Wolfgang Mexner zurück, der Mitte der 80iger Jahre die Mailboxsoftware "Zerberus" entwickelte. Dieses Mailboxprogramm war auf Apple Z-Basic geschrieben. Auf den Namen "Zerberus" kam der Programmierer, weil dies das erste Wort war, das in (seinem) Lexikon beim Buchstaben Z stand. Nach einiger Zeit bekam das System 1988 Netzwerkfunktionen und ermöglichte so, die bundesweite Vernetzung von Computern.
Mit der Zeit haben sich auf der Basis von Z-Netz, mehrere kompatible Netze entwickelt.
Das ComLink hat eine bewegte Geschichte hinter sich, allerdings hieß es nicht immer ComLink. Bereits 1981 machten sich der Lehrer Peter Capito und die Akademikerin Dr. Gabriele Hooffacker, Gedanken über ein linkes Kommunikationssystem in Deutschland. In diesem sollten Lehrer, Professoren und Studenten per Computer miteinander kommunizieren können. Leider blieb es, durch viele Schwierigkeiten bedingt, nur bei mehreren Versuchen. Erst 1987 ging die erste Mailbox mit dem Namen "Links" ans Netz. Wie die Mailbox hieß auch das Netz. Sie benutzte das Zerberus Programm von Wolfgang Mexner. Durch die Netzwerkfähigkeit von Zerberus, schlossen sich immer mehr Systeme diesem Netz an. Zur Zeit des Umbruches in der früheren DDR, schickten die Bürgerrechtsbewegungen bereits ihre Gründungsdokumente und Lageberichte an eine Mailbox aus dem Links-Verbund. Im gleichen Jahr mußte das Links-Netz, nach einem Rechtsstreit, seinen Namen in Linksys ändern. 1991 legten verschiedene Umweltmailboxen legen ihr Angebot mit Linksys zusammen.
Ein Jahr später wird der ComLink e. V. gegründet. Zur gleichen Zeit hat sich das ComLink-Netz mit dem APC-Netz (Association for Progressive Communications) verbündet. Das APC-Netz ist ein weltweiter Verbund von Systemen, welche sich besonders um Menschenrechte, Ökologie und Soziologie kümmern.
Mehr und mehr Z-Netz Boxen bieten nun auch die Bretter aus dem ComLink an. Heute werden diese Bretter sogar im InterNet als Newsgroups geführt (unter den Hierarchien "z-netz.*" und "cl.*"). Mehr als 50000 Menschen können momentan die Nachrichten aus dem CL (so die Abkürzung für ComLink) lesen. Sogar Organisationen wie "amnesty international", GreenPeace, IG-Metall (und andere Gewerkschaften), Tierschutzvereine, Parteien etc. publizieren im CL-Netz.
Inzwischen gibt es sogar CL-Systeme in der Türkei, in Serbien und in Kroatien.
Im Oktober 1993 in Frankfurt, hatten es einige Frauen satt, daß die (deutsche) DFÜ-Szene so stark von Männern dominiert ist. Aus diesem Grunde wurde das FemNet gegründet. FemNet steht nicht etwa für "Feminines Netz", sondern für "Frauen Erobern Mailbox Netze".
Technisch gesehen, wird das FemNet wieder durch die Z-Netz Software betrieben.
Die Ziele des FemNets sind u. a. die Frauen mit ihren Interessen in den Netzen zu repräsentieren, Frauen die Möglichkeit zu geben, sich am weltweiten Kommunikationsaustausch zu beteiligen, sexistische und pornographische Elemente aus den Netzen zu verbannen und Frauen den Zugang zu neuen Technologien zu ermöglichen.
Die Nutzung von FemNet Boxen, die es schon in jeder größeren deutschen Stadt gibt, ist nur Frauen vorbehalten. Neben dem Nachrichtenbereich mit frauenrelevanten Themen (Zitat), bekommt auch jede Userin eine weltweit gültige E-Mail Adresse.
Neben den Mailboxen, bietet das FemNet auch individuelle Beratungen und Trainingskurse, für Einzelpersonen oder Frauengruppen zu Hard -und Softwarethemen an.
Alle Netze auf der Basis von Z-Netz, verwenden dieselbe Technik. Die Sysops (System-Operator) von Z-Netz Boxen rufen einmal am Tag (oder öfter) ihren Server an, und tauschen mit diesem Nachrichten aus. Bei diesem Vorgang schickt die Z-Netz Box die Nachrichten ihrer User an den Server und empfängt die neuen Nachrichten. Dieser Vorgang wird, wie in allen anderen Netzen auch, Pollen oder Netcall genannt.
Im Z-Netz gibt es, wie in allen Netzen, zwei Arten von Nachrichten. Einerseits gibt es die privaten Nachrichten, die von einem Nutzer an einen anderen geschickt werden. Andererseits gibt es mehrere öffentliche Bretter. Jedes Brett beschäftigt sich mit einem eigenen Hauptthema. Der Anwender kann dann die Bretter abonnieren, deren Inhalte ihn interessieren. Jede Nachricht, die in ein öffentliches Brett geschrieben wird, kann von allen angeschlossenen Teilnehmern gelesen werden.
Die persönlichen Nachrichten, werden im Z-Netz PMs genannt. Die öffentlichen Nachrichten in den Brettern werden mit AMs bezeichnet.
Im Z-Netz gibt es keine Realname Pflicht. Das bedeutet, daß Nutzer nicht gezwungen sind ihre Identität zu offenbaren. Jeder kann also Nachrichten mit seinem Pseudonym verfassen. Dieses Pseudonym ist vom Anwender normalerweise frei wählbar. Allerdings sollte es in der gleichen Mailbox nicht schon existieren.
Damit die Mitglieder im Z-Netz sich Nachrichten schicken können, brauchen sie eine eigene einmalige Adresse. Das Schema für diese Adressen ist:
<user>@<boxname>.zer
Für <user> kann der Nutzer sein Pseudonym eintragen, für <boxname> wird der entsprechende Name des Systems eingetragen.
Diese Domainadressierung wird auch in den anderen Z-Netz-kompatiblen Netzen verwendet. Dadurch können auch andere, nicht Z-Netz-kompatible Netzwerke, erreicht werden.
Der Point ist die bequemste Art, Nachrichten aus dem Netz zu holen und diese zu bearbeiten. Der Point ist ein hochentwickelter Offline-Reader, der in den vorherigen Kapiteln bereits genau beschrieben wurde. Auch im Z-Netz, kann das auf der CD-ROM enthaltene Pointpaket CrossPoint, benutzt werden. Dieses Programm stammt sogar ursprünglich aus dem Z-Netz.
Allerdings sollte der Pointanwärter seinen Sysop fragen, welches Z-Netzprogramm er benutzt. Die Z-Netz Systeme arbeiten mit zwei verschiedenen Verfahren. Ältere Mailboxen arbeiten mit dem "Z3.8"-Verfahren, neuere benutzten das ZCONNECT Format. Der Nutzer muß wissen, welches Format die Mailbox benutzt.
Sind die technischen Dinge geklärt, muß sich der Nutzer einen neuen Usernamen und eine neues Passwort aussuchen. Er ist also bei seiner Mailbox dann zweimal eingetragen. Einmal als normaler Mailboxuser und einmal als Point! Wie der Point dann eingerichtet wird, ist in Kapitel 3.8 nachzulesen.
Damit sich der Nutzer von seinem Point aus, die Bretter abonnieren kann die ihn interessieren, muß er auf der Mailbox einen Mechanismus steuern. Dieser Mechanismus schickt ihm die Bretter, die er haben möchte und sperrt diese, die gelesen werden sollen. Dieser Brettmanager hat den Usernamen "MAPS". Der Nutzer schreibt also an diesen Nutzer eine PM und führt in der Nachricht die gewünschten Bretter auf. Das System sendet dann eine Quittungsnachricht zurück.
Im FidoNet gibt es den File-Request. Mit diesem kann ein Point aus einer fremden Mailbox Programme downloaden. Im Z-Netz gibt es diese Funktion nicht. Allerdings gibt es im Z-Netz Fileserver, die fremden Systemen Dateien zum Download zur Verfügung stellen. Die File-Server sind auch normale Z-Netz-Systeme, die aber ein zusätzliches Programm benutzten. Im Pointprogramm können dann diese Systeme als Fileserver eingetragen werden. Welche dies sind, kann der Sysop beantworten.
Das Z-Netz und die kompatiblen Netze sind ein sehr wichtiges Merkmal in der deutschen DFÜ-Szene. Durch die verschiedenen Overlaynetze werden viele Lücken, in der sonst eher technisch orientierten DFÜ-Landschaft, gefüllt.
q
Mehr auf nicht-technische Themen spezialisiert.q
Verbindungen in alle möglichen anderen Netze.q
Die Sprache der Artikel ist im allgemeinen Deutsch.q
Anonyme Dateidownloads sind nur mit Einschränkungen möglich.
Das MausNet ist wieder ein rein bundesdeutsches Netzwerk. Gegenwärtig gibt es in der Bundesrepublik ca. 100 MausNet Mailboxen. Wie auch das Z-Netz oder das FidoNet, hat das MausNet auch (außer Mailboxen) keine Online-Dienste.
Die User einer Mailbox im MausNet können aber sehr einfach Nachrichten mit anderen Netzen austauschen. Über Gateways genannte Schnittstellen, werden Nachrichten in andere Netzwerke wie InterNet, Z-Netz oder FidoNet gesandt.
Von der Konzeption her, ist das MausNet ein Hobbynetzwerk. Nutzer wie Betreiber sehen die DFÜ als ihr Hobby an.
Die Kosten für einen MausNet Zugang liegen bei ca. 60,00 DM / Jahr. Den Anschluß an dieses Netzwerk kann der Anwender über jede MausNet-Mailbox erhalten. Welche dies sind, steht z. B. in einer Text-Datei auf der CD-ROM zum Buch.
Das MausNet nahm seinen Ursprung im Jahre 1985. Damals wurde die erste Version des Maus-Mailboxprogrammes auf einem Apple Computer programmiert. Der Name "Maus" kommt ebenfalls aus der Apple-Welt und bedeutet: Münster Apple User Service. Doch dies war nur eine Mailbox, noch kein Netz! Als 1989 die Mailboxsoftware auch Netzwerkfunktionen hatte, gründete sich das MausNet. Nach einiger Zeit fanden nicht nur Apple-Fans gefallen an dem Netz. Mehr und mehr PC -und Atari ST User traten dem MausNet bei. Heute gibt es fast 100 Maus-Systeme in der Bundesrepublik. Gemessen an der Anzahl von Systemen, die in anderen Netzen existieren, ist das MausNet wirklich klein. Allerdings ist der Informationsgehalt in den öffentlichen Brettern höher, als anderswo. Im MausNet bemühen sich die Benutzer um fachlich gute Artikel.
Das MausNet ist auch ein Mailbox-Netz wie das Z-Netz oder das FidoNet. Entsprechend ähnlich ist der Aufbau. Allerdings hat das MausNet keine dezentrale Struktur wie die zuvor beschriebenen Netze, sondern orientieren sich an einer Zentrale. Allen Maus-Systemen sind die wichtigsten Daten der anderen Maus-Systeme, wie Telefonnummer und Ort, bekannt. Während der Nacht führen die Mailboxen einen Nachrichtenaustausch mit ihren übergeordneten Stellen durch. Dies wird in anderen Netzen Pollen genannt, im MausNet jedoch MausTausch.
Durch den schnellen Austausch von Informationen und die Struktur des MausNets, werden die geschriebenen Nachrichten sehr schnell ihrem Empfänger zugeteilt.
Wie in anderen Netzwerken auch, gibt es im MausNet öffentliche Bretter und private Nachrichten. Da das Prinzip schon so oft erläutert wurde, und sich im Bezug auf das MausNet keine Änderungen ergeben haben, bleibt hier die genaue Erklärung aus.
Im MausNet ist jeder User über seine einmalige Adresse erreichbar. Diese folgt dem Schema:
<Vorname> <Nachname>@<mausbox>
Im MausNet wird also die Domain-Adressierung benutzt (wie im UseNet). Für <mausbox> wird dann der entsprechende Name der Box eingesetzt, also für Berlin z. B. "MAUS-B". Die Namen der Maus-Boxen fangen immer mit "MAUS" an, der Ort kommt dann als Kürzel dahinter. Welche Maus, welches Kürzel benutzt, können Sie aus der Maus-Mailboxliste entnehmen.
Auch im MausNet besteht die Pflicht, seinen eigenen Namen zu benutzen. Pseudonyme sind sogar ausdrücklich verboten!
Wie schon erwähnt hat das MausNet eine sehr gute Anbindung an andere Netzwerke. So ist jeder Nutzer des MausNets, auch aus dem InterNet erreichbar. Ein InterNet User schreibt dann an:
<Vorname>_<Nachname>@<Boxkürzel>.maus.de
In der Domainadressierung darf nur das Boxkürzel verwendet werden, als nur das "B" aus "MAUS-B". Zwischen dem Vornamen und dem Nachnamen wird ein "_" eingefügt. Die Adresse darf keine Leerzeichen enthalten.
Wie auch bei den anderen Netzen, gibt es im MausNet eine Funktion, um seine Nachrichten auf einen Schlag, mit der Serverbox auszutauschen. Wieder ist dies mit dem CrossPoint Programm auf der CD-ROM möglich.
Allerdings hat das MausNet die Schwäche, die Nachrichten für den Nutzer erst in diesem Moment zusammenzustellen und zu komprimieren, in dem er anruft. Die Nachrichten werden nicht vorher bereits komprimiert. Doch dieses Prinzip ist immer noch besser, als alles Online zu lesen. Die Bretter die der Anwender lesen möchte, werden dann auch im Moment des Anrufs, von der Mailbox gelesen. Die Bretter die der Point nicht will, überspringt die Mailbox. Grob gesehen ist der MausTausch nur ein Script (s. Kapitel 2), welches die Maus-Mailbox steuert.
q
Hochwertige Beiträge in den öffentlichen Bretternq
Kurze Laufzeiten bei Nachrichtenq
Anbindung an viele Netze.q
Veraltetes Prinzip zum Offlinelesen.
Der Point ist die bequemste Art Nachrichten aus den Netzen zu bearbeiten. Für fast jedes Netz gibt es eine Pointsoftware. Ein Point ist in etwa eine Mini-Mailbox, die automatisch beim Server anruft und die gespeicherten Nachrichten abholt. Beim gleichen Anruf werden die eigenen Nachrichten auf den Server gesendet. Ist der Transfer abgeschlossen, beendet das Pointprogramm die Verbindung. Dieser Vorgang wird Pollen genannt. Der Anwender kann dann in Ruhe seine Nachrichten lesen, ohne das der Gebührenzähler der Telekom tickt.
Nutzt ein Anwender die Dienste eines Servers mit einer Pointsoftware, so bezeichnet man diesen Anwender (im DFÜ Jargon) ebenfalls als Point. In einem Gespräch kann z. B. gesagt werden: "Ich bin Point bei der Box soundso." Um einem Mißverständnis bei den weiblichen Lesern vorzubeugen, sei hier erklärt, daß weibliche Points auch Points heißen und nicht PointIN. Ein Point ist eine Zugangsform zu einem Server, und weder männlich noch weiblich. Ein Point ist mit einer Brücke vergleichbar. Nur würde sich niemand als eine Brücke bezeichnen, nur weil er ab und an mal eine benutzt hat. :-)
Als Pointprogramm soll hier CrossPoint (Kurzform: XP) vorgestellt werden, das einerseits Pointfunktionen für viele Netze bereithält und andererseits sehr einfach zu bedienen ist. Von Hause aus ist CrossPoint für das Z-Netz entwickelt worden. Doch mit der Zeit hat der Programmierer Peter Mandrella immer mehr Netze hinzugefügt. CrossPoint ist ein Sharewareprogramm auf der CD-ROM zu finden.
Mit einem Pointzugang kann der Nutzer private und öffentliche Nachrichten übertragen. Der Zugriff auf Online-Dienste entfällt.
Die Geschichte der Pointsoftware
Die Installation eines Pointprogrammes ist heute sehr einfach. Doch das war nicht immer so.
Bis vor wenigen Jahren mußte ein Point fast die gleiche Installation haben wie sein Server. Oftmals war der einzige Unterschied zu diesem nur der, daß der Point nicht wie eine Mailbox angerufen wurde. Das bedeutet, er mußte sehr spezielle Netzsoftware und die vielen zusätzlichen Dienstprogramme konfigurieren und installieren. Dies war und ist immer noch keine einfache Aufgabe.
Sysops wie Points brauchten Tage bis Wochen, bis ihre Installation funktionsfähig und abgestimmt war. Oftmals mußte halb ausgegorene Software, ohne richtige Anleitung (und schon gar nicht in deutsch) nur durch ausprobieren zum laufen gebracht werden. Das sich nur Freaks diese Mühe machten, ist wahrscheinlich verständlich. Dadurch das auch nur Freaks den Einstieg in die Datennetze schafften, war auch das Angebot der Nachrichten sehr einseitig. Dies traf auch auf fast alle Netze zu.
Vor wenigen Jahren kamen dann die Pointpakete auf. Das waren zuerst nur vorgefertigte Scripte, die die Software angesteuert hat. Der Anwender mußte immer noch über einiges Computerwissen verfügen um selbst diese vereinfachten Pakete installieren zu können. In den verschiedenen Netzen tauchten nach und nach dann Allgemeinlösungen für Points auf.
Das bedeutete, das keine Scripte mehr angepaßt werden mußten und keine extra Dienstprogramme benötigt wurden. Diese Pointprogramme lieferten alles was gebraucht wurde bereits mit. Im FidoNet kam das Pointpaket Yuppie auf, im Z-Netz CrossPoint. Mit der Weiterentwicklung dieser Softwarepakete, ist es jedem möglich an den Netzen teilzunehmen. Eine vorherige Ingenieursausbildung ist also nicht mehr Bedingung...:-)
Bevor Sie eine Pointsoftware installieren, sollten Sie wissen in welchem Netz Sie Point werden möchten. Außer in CompuServe oder Datex-J ist es mit CrossPoint zum Glück egal, in welchem Netzwerk eine Mitgliedschaft angestrebt wird. In den beiden genannten Netzwerken existiert entweder eine eigene Pointlösung, oder es ist momentan noch gar keine möglich. Ansonsten bietet CrossPoint Zugang zu jedem vorher beschriebenen Netz.
Doch alle Netze sind nicht gleich. Jedes hat so seine speziellen Seiten. Da auch jeder Mensch seine eigenen Interessengebiete hat, ist er vielleicht in einem Netz besser aufgehoben als in einem anderen.
Die Auswahlkriterien für ein Netzwerk sind recht einfach. Geht der Anwender nach dem Geld, bleibt meist nur ein Hobbynetzwerk übrig. Durch die Konzeption dieser Netzwerke sind die monatlichen Beiträge sehr niedrig (0,00 DM bis 10,00 DM). Doch dem Anwender muß klar sein, daß er für sein Geld auch nur eine hobbymäßge Leistung geboten bekommt. Das bedeutet, er hat keinen Anspruch auf einen fehlerfreien Betrieb, ohne Probleme. Zwar gibt es die, durch verantwortungsvolle Betreiber, nicht sehr oft, doch liegt im Ernstfall das Risiko beim Anwender.
Ein weiteres Kriterium sind die Inhalte der Netze. Ist der Anwender gesellschaftlich und sozial engagiert, bleibt nur das CL-Netz oder das Z-Netz übrig.
Wer gerne internationale Bekanntschaften schließen möchte, wird am FidoNet, als weltweit größtes Hobbynetzwerk, nicht vorbeikommen. Auch in Deutschland ist das FidoNet sehr verbreitet. Das FidoNet orientiert sich aber mehr an technischen Inhalten. Was nicht bedeutet, daß die gesellschaftspolitischen Themen völlig fehlen.
Wer sich lieber in einer festen Gemeinde unterhält, kann es im MausNet versuchen.
Die Themen sind in allen Netzen vielfältig, doch die Schwerpunkte sind verschieden. Leider bedingt die Vielfältigkeit, daß keine genau Empfehlung für ein einziges Netz gegeben werden kann.
Wenn dagegen die Kosten keine große Rolle spielen kommt auch das UseNet mit ins Spiel. Das UseNet ist, wie beschrieben, ein Teil des InterNets. Unter den Bereich UseNet fallen die Newsgruppen und die Mail. Die Online-Dienste wie WWW, FTP etc. sind dagegen InterNet.
Im UseNet gibt es (je nach Anbieter) zwischen 3000 und 7000 Newsgroups. In keinem anderen Netz ist die Themenauswahl so groß. Außerdem können über kein anderes Netz so viele Menschen erreicht werden. Die Sache hat nur einen Haken, im UseNet sind die meisten Beiträge in Englisch. Während man sich bei den anderen Netzen vor Englisch trefflich drücken kann, ist die beim UseNet unmöglich.
Außerdem ist ein Zugang zum UseNet etwas teurer. Je nach Anbieter und Region, können Anwender für 10,00 DM bis 30,00 DM pro Monat einen UseNet Anschluß bekommen.
Es ist also tatsächlich schwer, das richtige Netz zu finden. Wenn mich (den Buchautor und langjährigen Sysop) Leute fragen, in welches Netz sie gehen sollen, empfehle ich immer die Mitgliedschaft in mehreren Netzen. Wer sich in mehreren Netzen bewegt, kann die Vorteile dieser Netze vereinen und die Nachteile kompensieren. Außerdem fällt der Blick über den eigenen Tellerrand leichter, dies trifft besonders auf die rein deutschen Netzwerke zu.
Die Pointsoftware zu installieren ist heute recht einfach. Doch bevor dies geschehen kann, sollte klar sein in welchem Netzwerk der Anwender Point werden möchte. Dann sollte sich der Nutzer eine Mailbox in seinem Umfeld suchen, über die er seine Kommunikation abwickeln will. Dieses System sollte im telefonischen Nahbereich des Anwenders liegen, da er ja mehrmals die Woche dort anrufen muß.
Ist auch die Mailbox ausgewählt (Preise vergleichen!), sollte der Betreiber des entsprechenden Systems kontaktiert werden. Das kann beispielsweise durch einen Anruf in der Mailbox geschehen. Dort wird dem Sysop dann ein elektronischer Brief geschrieben, in dem der Point-Wunsch mitgeteilt wird. Der Sysop wird dann alles weitere veranlassen.
Einige Systeme gewähren fast sofort Zugriff, andere fordern den Anwender erst auf, einen "Point-Antrag" auszufüllen. Den Point-Antrag haben einige Systeme eingeführt, weil sich mit steigender Popularität der DFÜ, auch immer mehr zwielichtige Elemente für die elektronische Kommunikation interessieren. Der Point -oder Userantrag ist meistens auch mit einer Kopie des Personalausweises verbunden. In den Anträgen steht, daß der Nutzer das System nicht für kriminelle Handlungen nutzen darf und sich an allgemeine Regeln der Netikette halten muß. Somit wird die Identität des Points offengelegt.
Dann müssen noch die Gebühren überwiesen werden. Dies geschieht, wie bei Hobbymailboxen üblich, für einige Monate im voraus. Eine Quittung oder Abzüge irgendwelcher Art, sind bei Hobbymailboxen nicht üblich.
Sind alle Formalitäten erledigt, nennt der Sysop der Mailbox (also der Betreiber) die erforderlichen Zugangsdaten.
Die Zugangsdaten sind von Netz zu Netz etwas verschieden. Zuerst wird die Pointkennung gebraucht. Beim FidoNet ist dies die Pointnummer (s. Kap. 3.2), beim Z-Netz ist es der Pointname. Ein UseNet Point erfragt seinen Sitenamen.
Dann brauchen alle Netze ein Zugangspasswort. Weiterhin muß der Realname bei fast allen Netzen (FidoNet, Maus) eingetragen werden. Beim Z-Netz und UseNet ist es zwar erwünscht, aber nicht Pflicht.
Dann muß der Name des Serversystems erfragt werden, im FidoNet ist dies die Nodenummer vom Boss. FidoNet Points sollten den Sysop noch nach dem Pointnetz fragen. Dieses wurde von älteren Systemen noch für interne Zwecke gebraucht, ist aber heute zum Betrieb eines Points nicht mehr wichtig.
Beim allen Netzen muß geklärt werden, mit welchem Programm die Nachrichten komprimiert werden sollen. Häufig gewählte Kompressionsprogramme sind PKZIP, ARJ, LHA oder GZIP.
Beim Z-Netz und MausNet muß geklärt werden, welches Übertragunsprotokoll gewählt werden soll. Im UseNet ist dies zwar immer UUCP, doch gibt es hier die Standardeinstellung (die immer funktioniert) und erweiterte Versionen. Ob Sie die erweiterten Funktionen nutzen können, weiß nur der Sysop. Beim FidoNet braucht der Anwender nichts einzustellen, es gibt nur ein Protokoll.
Schließlich muß sich der Anwender nur noch die Telefonnummern des Systems notieren.
Bei Z-Netz Systemen sollte noch geklärt werden, ob es das modernere ZCONNECT Format beherrscht, oder eine konventionelle Z-Netz Box ist.
Wenn Sie nur an Overlaynetzen Teilnehmen wollen, fragen Sie den Betreiber, auf welcher Netztechnologie das Netz basiert.
Nachdem die Zugangsdaten bekannt sind, muß der Point eingerichtet werden. Das Programm CrossPoint liegt auf der CD-ROM, in Form der Dateien "XP302-1.EXE" und "XP302-2.EXE" vor. Diese müssen auf die Festplatte, in ein Unterverzeichnis kopiert werden. Die Platte sollte mindestens 10 MByte freien Speicher haben. Nach der ersten Ausführung (das Programm entpackt sich selber), müßten eine Menge Dateien zusätzlich auf der Platte sein.
Für den Pointbetrieb im FidoNet, muß noch die "XP302F.EXE" Datei zusätzlich ausgeführt werden. Für den Pointbetrieb im UseNet muß auch eine weitere Datei, "XP302U.EXE" ausgeführt werden.
Das Programm wird dann durch "XP
Ü" gestartet. Wird CrossPoint zum erstenmal gestartet, fragt es selber nach den wichtigsten Pointdaten.
Abb. 3.176: Die ersten Einstellungen.
Als erstes muß der Netztyp eingegeben werden. Drücken Sie nun bitte "
""-Taste. Das System blendet nun die Netze ein, die CrossPoint beherrscht. Bewegen Sie den Balken auf das Netz, in dem Sie Point werden wollen. Dann wird der Name der Box eingegeben. Im FidoNet ist dies die Nodenummer vom BOSS. In anderen Netzen ist es der richtige Boxname. Im nächsten Feld wird der Username des Nutzers eingegeben. In Boxen mit Realname Pflicht, ist dies der richtige Name des Anwenders. Hat der Anwender aus irgendeinem Grund etwas falsches eingegeben, ist dies nicht weiter schlimm. Bitte trotzdem weitermachen, die Fehler können später korrigiert werden.Mit der ""-Taste bekommt der Nutzer zu jedem Punkt eine deutsche Hilfe. Bei Zweifelsfällen, ist es immer richtig, zuerst die Hilfe zu lesen.
Schon sind die wichtigsten Daten in CrossPoint eingegeben. Doch dies sind noch nicht alle. Im Menü "eDit Boxen", werden die übrigen Daten eingegeben.
Im folgenden wird die Installation eines Points, für alle Netze fast gleichzeitig erklärt. Viele Verfahrensweisen sind absolut gleich. Die Bedienung von CrossPoint ist dann von dem verwendeten Netz unabhängig. Lesen Sie bitte in Ruhe dieses Kapitel komplett durch, bevor Sie mit der Konfiguration beginnen.
Nach dem der Nutzer beim Start von CrossPoint seine wichtigsten Daten eingegeben hat, muß er auch die weiteren Zugangsdaten einstellen. Wie schon in Kapitel 3.2 erwähnt, wird die Pointnummer an die Nodenummer vom Boss-System angehängt. Der Boss (der Server) hat beispielsweise die Nodenummer: 2:2410/208, der Point hat die Nummer 77. Daraus wird die komplette FidoNet Adresse: 2:2410/208.77.
Im Menü "EDit" wird der Menüpunkt "Boxen" angewählt. Dann erscheint ein neues Fenster in dem die Nodenummer der Mailbox, der Netztyp und der Name des Anwenders steht (s. Abb. 3.176). Am unteren Rand des Fensters, sind wieder mehrerer Menüpunkte zu erkennen. Da keine neue Box hinzugefügt oder gelöscht werden soll, fallen die ersten beiden Punkte "Neu" und "Löschen" weg. Der Punkt "Wählen" ist ebenfalls ohne momentane Bedeutung. Um die Einstellungen zu vervollständigen wird der Menüpunkt "Edit" gewählt. Dieser Punkt kann entweder durch das Drücken von "E", oder durch die Cursortasten erreicht werden. Dann entsteht ein neues kleines Menü (wie niedlich!).

Abb. 3.177: Übersicht über die Boxen

Abb. 3.178: Die Pointdaten.
In diesem wird der erste Punkt "Point" angewählt. Das System zeigt dann ein neues Fenster, in dem die wichtigsten Daten eingetragen werden (s. Abb. 3.178).
In diesem Fenster wird unter "Pointnummer" nur die PointNUMMER eingetragen. Also nur die Ziffern nach dem Punkt, losgelöst von der kompletten Nodenummer. Mittels der "
T"-Taste, oder der Maus, springt der Cursor in das nächste Feld. Dort wird nach dem Pointnetz gefragt. Sollte diese unbekannt sein, kann ruhig die Standardeinstellung gelassen werden. Im nächsten Feld wird die Telefonnummer des Servers eingetragen. Hat das System mehrere Nummern, werden sie einfach, getrennt durch Leerzeichen, hintereinander geschrieben. Das System ruft dann solange auf beiden Nummern an, bis es auf einem Anschluß erfolgreich war.Im nächsten Feld wird das Zugangspasswort eingetragen. Dies sollte Sie immer geheim halten! Die beiden folgenden Felder enthalten die Namen der Kompressionsprogramme. Mit der "
""-Taste erhalten Sie hier wieder eine Auswahl der üblichen Programme.Die Kompressionsprogramme gehören nicht zum Lieferumfang von CrossPoint. Sie befinden sich aber auch auf der CD-ROM, allerdings müssen sie vorher erst in das "C:\DOS"-Verzeichnis kopiert werden.
Welches Programm verwendet wird, muß mit dem Sysop abgesprochen werden, sonst klappt der Nachrichtenaustausch nicht.
Dann können alle anderen Einstellungen mit der "
Ü"-Taste übernommen werden. Am Ende ist wieder das Fenster aus Abb. 3.177 zu sehen. Allerdings müssen weitere Einstellungen eingegeben werden. Also wieder auf die "E"-Taste drücken. Aus dem kleinen Menü (s. Abb. 3.179) wird nun der Eintrag "Modem" gewählt.Der Anwender sollte für die folgenden Einstellungen wissen, an welchem Com-Port sich sein Modem befindet und auf welche Geschwindigkeit er seine serielle Schnittstelle einrichten kann (s. Kapitel 1).
In dem nun folgenden Fenster (s. Abb. 3.180), bestätigt der Anwender alle Felder mit "
T" oder mit "Ü", bis er am Feld "Schnittstelle" angekommen ist. Dort wird mit der """-Taste der richtige COM-Port
Abb. 3.179: Das "kleine" Menü. :-)
ausgewählt. Im nächsten Feld wird die Schnittstellengeschwindigkeit eingestellt.

Abb. 3.180: Das "Modem"-Menü
Damit ist auch dieses Menü beendet. Wieder ist der Anwender im alten Menü aus Abb. 3.177. Doch es müssen noch mehr Daten eingegeben werden. Also muß das kleine Menü wieder mit der "E"-Taste herbeigezaubert werden.
Diesmal wird aus dem kleinen Menü das "Namen"-Feld ausgewählt. Im folgenden Fenster (s. Abb. 3.181), steht die Nodenummer des Servers (oder im Fido-Jargon: BOSS). Die Nummer muß ohne Pointnummer dort stehen. Wenn beim ersten Start des Systems (s. Abb. 3.176) etwas falsch eingegeben wurde, kann es hier korrigiert werden.
Im nächsten Feld müßte der richtige Name des Points stehen. Im "Origin"-Feld steht ein mehr oder weniger kluger Spruch. Dieser wird dann unter jede Nachricht gehangen, die im FidoNet vom Point geschrieben wird. Im Feld "Boxname" wird der richtige Name der Mailbox eingetragen (nicht irgendwelche Nummern).
Im Feld "Domain" kann "fidonet.org" eingetragen werden. Allerdings ist dies nur optional. Dieser Eintrag wird im FidoNet nicht ausgewertet, sondern ist eher Kosmetik

Abb. 3.181: Das "Namen"-Menü
Doch leider ist die Konfiguration immer noch nicht beendet. Ein letztesmal wird wieder mit "E" das kleine Menü zurückgeholt. Diesmal wird der Eintrag "Fido" ausgewählt.
In diesem Menü muß im zweiten Feld das Passwort für den Areafix eingetragen werden. Der Areafix ist der Mechanismus, über den der Point selbständig Bretter abonnieren oder abbestellen kann. Im Allgemeinen wird für den Areafix das Zugangspasswort verwendet. Manchmal wird aber auch ein gesondertes Passwort verlangt. Das sollte mit dem Sysop geklärt werden.
Die nächsten Einstellungen sind wieder unwichtig. Erst beim "FileScan"-Feld sollte der Anwender den Namen des TIC-Prozessors vom Betreiber eintragen. Dadurch hat der Anwender auch Zugriff auf die Dateibretter (s. Kap. 3.2). Ebenso sollte das Passwort angepaßt werden. Dieses ist in den meisten Fällen wieder gleich dem Zugangspasswort.

Abb. 3.182: Das "Fido"-Menü.
Das letzte Feld kann dann wieder einfach nur mir "
Ü" bestätigt werden. Wieder im großen Menü angekommen, drückt der Anwender die "O"-Taste wie "OK" und die Einstellungen sind permanent. Der Fido-Point ist komplett eingetragen.Bitte beachten Sie, daß der FidoNet Point nur dann korrekt funktionieren kann, wenn Sie wenigstens einmal die "XP302F.EXE" Datei gestartet haben!
Die Konfiguration für einen UseNet Point ist auch nicht schwieriger. Allerdings sollte der Leser noch wissen, daß es im UseNet ursprünglich eigentlich gar keine richtigen Points gab. Erst durch CrossPoint wurde so etwas möglich (es ist halt wirklich gut!).
Hat der Anwender im anfänglichen Fenster von Abb. 3.176 beim Netztyp "RFC/UUCP" eingestellt, möchte er Point im UseNet werden. Gerade weil im UseNet ein Point nicht die Regel ist, ist hierbei eine engere Zusammenarbeit zwischen Point und Sysop (oder Admin im Jargon) nötig.
Nach dem Anfangsbild muß der Anwender das Menü "EDit Boxen" anwählen. Erst durch dieses Menü können die Daten vollständig eingegeben werden.

Abb. 3.183: Eine UUCP-Server Box eintragen.
Im neuen Fenster (s. Abb. 3.183) ist das Serversystem des Points aufgeführt. Wie auch beim FidoNet, muß die "E"-Taste gedrückt werden. Dann können die Daten zur Serverbox spezifiziert werden.
Das System präsentiert dann ein kleines Menü, das immer wieder aufgerufen werden muß, bis alle wichtigen Daten eingegeben wurden. Doch zuerst muß der "Point"-Eintrag angewählt werden.
In dem folgenden Fenster werden nun alle wichtigen Zugangsdaten eingetragen (s. Abb. 3.184). Angefangen mit dem Pointnamen. Hier muß der Pointname eingetragen werden, der mit dem Systembetreiber ausgemacht wurde. Im nächsten Feld wird das Zugangspasswort eingetragen. Von einem Feld in das nächste, kommt der Anwender übrigens immer mit der "
Ü"-Taste oder mit der Maus.Im nächsten Feld werden die Telefonnummern des Servers eingegeben. Es können auch mehrere hintereinander eingetragen werden, wenn der Server mehr als einen Anschluß hat.

Abb. 3.184: Das "Point"-Menü.
Dann wird noch der Loginname gebraucht. Bei den meisten Serverboxen ist dies der Pointname mit einem "U" davor.
Im nächsten Feld wird der Upload-Packer eingestellt. Dies ist das Komprimierungsprogramm, welches CrossPoint benutzt, wenn Daten zum Server (Jargon: Host) geschickt werden. Hier sollte auch der Systembetreiber gefragt werden, welchen Packer er verarbeiten kann. Der Anwender kann dann mittels der "
""-Taste das erforderliche Programm einstellen.Die nächsten Einstellungen können mit der "
Ü"-Taste alle akzeptiert werden.Die Kompressionsprogramme muß der Anwender selber von der CD-ROM auf die Festplatte kopieren. Am besten ins C:\DOS Verzeichnis. Ansonsten kann CrossPoint diese Programme nicht finden. Ein vernünftiger Nachrichtenaustausch ist dann nicht möglich.
Ist der Anwender am Punkt "Login mit 7/E/1" angelangt, muß er überlegen an was für ein System er sich koppeln möchte. Ist dies noch ein älterer Großrechner (z. B. in Unis), so muß mittels der Leertaste ein Kreuz in das Kästchen gemacht werden. Bei den meisten modernen Rechnern ist dies aber nicht notwendig. Der Systembetreiber sollte bei Zweifelsfällen gefragt werden.
Nachdem dieses Fenster mit einem weiteren Druck auf die "
Ü"-Taste verlassen wurde, muß mittels der "E"-Taste, wieder das kleine Menü aufgerufen werden. Nun wird der Modem-Eintrag ausgeführt. Im folgenden Fenster (s. Abb. 3.180) gehen Sie bitte so vor, wie im entsprechenden FidoNet- Abschnitt beschrieben.
Abb. 3.185: Das "Namen"-Menü
Auf gleichem Wege wird das "Namen"-Fenster aufgerufen (s. Abb. 3.185).
Fast alle Einträge können bestätigt werden. Im "Realname"-Feld kann der Nutzer seinen wirklichen Namen eintragen. Dies ist im UseNet aber nicht Pflicht. Im nächsten Feld muß die Domain des eigenen Rechners eingegeben werden. Ist die Adresse z. B. : "alec@krypta.snafu.de", wird bei Domain nur ".snafu.de" eingegeben. Das System setzt dies auch gleich im nächsten Feld ein. Damit ist auch dieses Menü beendet.
Trotz der bisherigen Konfiguration, muß noch einmal mit "E" das Menü aufgerufen werden. Diesmal wird der Eintrag "UUCP/RFC" ausgeführt.

Abb. 3.186: Das "UUCP/RFC"-Menü
Im Feld "Vertreteradresse" kann eine vollständige E-Mail Adresse eingegeben werden. Diese wird in alle Nachrichten eingesetzt, die vom Point aus geschrieben werden. Die Antworten auf diese Nachrichten, gehen dann aber an die Vertreteradresse und nicht an den Absender. Dies wird benutzt, wenn der Point keinen offiziellen UseNet-Namen hat. Da das UseNet dann Probleme hat, die Nachricht an einen ihm unbekannten Adressaten zuzustellen, wird an eine im UseNet bekannte Vertreteradresse geschrieben. Hat der Point aber einen bekannte UseNet-Namen, also eine Site, ist dies nicht notwendig. Hier sollte auf jeden Fall der Systembetreiber gefragt werden, ob das Pointsystem unter seinem eigenen Namen, international erreichbar ist.
Mit dem Namen im nächsten Feld, wird ein Programm beim Server gesteuert, der es dem Point erlaubt, Newsgroups zu abonnieren oder abzubestellen. Voreingestellt ist "changesys", allerdings können diese Programme auch mit "gup" oder "dynafeed" angesprochen werden. Je nachdem, welches Programm der Server eingebaut hat. Auch hier sollte der Systembetreiber gefragt werden.
Das Passwort für dieses Programm, sollte gleich dem Zugangspasswort sein. Aber auch hier, sollte im Zweifelsfalle der Sysop gefragt werden.
Dies wars auch schon für die Konfiguration für einen UseNet-Point. Mit "O" für "OK" können die Einstellungen gesichert werden.
Im Z-Netz können zwei Netztypen eingestellt werden. Einmal "Z-Netz" und einmal "ZConnect". Welches von beiden Netztypen genutzt wird, hat keinen Einfluß auf die Netzinhalte. Auch mit ZConnect ist man noch im Z-Netz. In CrossPoint wird aber mit "Z-Netz" noch eine veraltete Form (Z3.8-Format) des Datenaustausches mit dem Server bezeichnet, währen ZConnect die neue Version ist. Z3.8 und ZConnect sind also eigentlich keine Netze, sondern Übertragungsformate des gleichen Netzwerkes. Was die gewünschte Box bietet, ist vom Systembetreiber zu erfahren. Normalerweise ist das ZConnect dem Z3.8 vorzuziehen, weil es ausgereifter und zuverlässiger ist. Doch einige Boxen benutzten noch immer das Z3.8 Format.
Wenn klar ist, welches Format die Mailbox unterstützt, kann es losgehen. Wie in Abb. 3.176 beschrieben, wird der entsprechende Netztyp und der eigene Username (das Pseudonym) eingegeben. Die letzten Zeilen werden mit "
Ü" bestätigt.Über das Menü "EDit Boxen" wird wieder ein großes Fenster geöffnet. Mit "E" wie Edit, wird ein weiteres Menü aufgerufen, in dem im Eintrag "Point" ein Eingabebildschirm für wichtige Pointdaten erscheint (s. Abb. 3.187).
Im Feld "Pointname" wird der mit dem Sysop vereinbarte Name des Pointsystems eingegeben. Im Feld darunter steht das Zugangspasswort. Mit der "
T"-Taste wird der Cursor immer in das nächste Feld gesetzt. Das Feld "Telefonnummer" enthält die Nummer der Modems des Servers. Es können auch mehrere Nummern eingegeben werden. Das nächste Feld wird übersprungen, bis der Cursor auf dem Upload-Protokoll steht. Mittels der ""-Taste kann der Anwender wählen, welche Übertragunsprotokoll eingetragen werden soll. Diese Programme sind nicht Teil der Lieferung von CrossPoint! Sie befinden sich aber auf der CD-ROM. Diese Dateien sollte in das C:\DOS Verzeichnis kopiert werden.
Abb. 3.187: Das "Point"-Menü
In den "Packer"-Feldern wird das Kompressionsprogramm eingestellt, mit welchem die ausgehenden Daten gepackt und die eingehenden Daten entpackt werden sollen. Auch hier sollte der Sysop kontaktiert werden. Allerdings ist ZIP ein sehr verbreiteter Packer.
Auch hier sollte bedacht werden, das die Kompressionsprogramme extra auf die Festplatte kopiert werden müssen. Damit CrossPoint die Programme auch im Computer findet, sollten sie in das C:\DOS Verzeichnis kopiert werden.
Die nächsten beiden Felder können mit "
Ü" einfach übernommen werden.Um das Modem zu konfigurieren, muß mittels der "E"-Taste wieder das kleine Menü aufgerufen werden. Dann wird der Eintrag "Modem" ausgewählt. Die Prozedur ist bereits beim FidoNet Point beschrieben worden (s. Abb. 3.180), und kann dort nachgelesen werden.
Hat der Anwender beim Netztyp ZConnect angegeben, muß das kleine Menü muß nochmals aufgerufen werden. Der "Namen"-Eintrag muß diesmal gewählt werden (s. Abb. 3.188). Eigentlich können alle Felder, wie üblich, bestätigt werden. Erst im Feld "Realname" kann der Anwender seinen wirklichen Namen eintragen (muß er aber nicht). Im Feld Domain, kann mit "
"" die richtige Domain eingestellt werden, allerdings sollte der Systembetreiber vorher gefragt werden, welche dies ist.
Abb. 3.188: Das "Namen"-Menü.
Damit ist die Einrichtung eines Z-Netz Points, egal ob mit Netztyp Z-Netz oder ZConnect, auch abgeschlossen.
Es wäre müßig die gleiche Prozedur nochmals für das MausNet zu beschreiben. Deshalb wird nur noch einmal das wichtigste wiederholt. Als Netztyp muß "MausTausch" ausgewählt werden. Beim Namen des Servers wird das Kürzel der Mausbox eingetragen. Aus der "MAUS-HH" für Hamburg, wird also nur "HH" eingetragen.
Wird im Menü "EDit Boxen" nochmals Edit durch drücken der "E"-Taste aufgerufen, kann im folgenden Menü das "Point"-Fenster angezeigt werden. Darin werden die restlichen Pointdaten eingetragen (s. Abb. 3.189).

Abb. 3.189: Das "Point"-Fenster bei der Maus.
Im Feld "Passwort", wird das Zugangspasswort eingetragen. Im Feld "Telefon" die entsprechende Zugangsnummer. In den Feldern "Upload Protokoll" und "Download Protokoll" werden externe Programme eingetragen. Diese übernehmen die Übertragung der Daten vom Heim-PC zur Mailbox. Welches Protokoll benutzt werden soll kann mit der "
Ü"-Taste eingestellt werden. Allerdings sollte der Sysop konsultiert werden, wenn nicht bereits klar ist, was für ein Protokoll die Mailbox unterstützt. Auch die entsprechenden Upload und Downloadpacker können über die """ Taste eingestellt werden. Auch hier sollte der Sysop dem Point mitgeteilt haben, welches Kompressionsprogramm er benutzt. Im allgemeinen sollten aber die Einstellungen aus Abb. 3.189 funktionieren. Auch hier sollte beachtet werden, daß die entsprechenden Übertragungs -und Kompressionsprogramme vom Anwender selber von der CD-ROM in das C:\DOS Verzeichnis kopiert werden müssen. Ansonsten kann CrossPoint sie nicht finden, was jeden Datenaustausch verhindern dürfte.Sind dann alle Felder bestätigt, ist der Anwender wieder im Hauptfenster. Wird wieder "E" für Edit eingegeben, kann noch das Modem über das "Modem"-Feld festgelegt werden. Allerdings sollte da der Prozedur im FidoNet-Point Abschnitt (s. Abb. 3.180) gefolgt werden.
Ist dies alles erledigt, ist der Point im MausNet betriebsbereit.
Wird im "EDit Boxen" Menü der Eintrag "Neu" ausgeführt, können Mailboxen von gleichen oder verschiedenen Netzwerken noch mit eingefügt werden. Mit CrossPoint lassen sich also mehrere Points gleichzeitig betreiben!
Zwar wurde das Modem während der Pointkonfiguration auch mit eingestellt, doch muß noch einige Feinarbeit geleistet werden. Dazu wird im Hauptfenster das Menü "Config Modem" angewählt. Das System fragt dann, auf welchem COM-Port das System hängt. Wenn dann der richtige ausgewählt ist, erscheint ein neues Fenster (s. Abb. 3.190), in dem das Modem durch eine Kommandofolge initialisiert werden kann.
Soll ein FOSSIL-Treiber (s. Kap. 2.4) verwendet werden, muß im Kästchen mit der Leertaste ein Kreuzchen eingefügt werden. Dies ist aber für den normalen Pointbetrieb nicht notwendig.
Ansonsten kann auch das Feld "Modem-Init" bestätigt werden. Hat der Anwender eine bessere Initialisierung, kann diese hier eingegeben werden. Beim Wählbefehl kann nun unterschieden werden, ob das Modem Tonwahl (ATDT) oder Pulswahl (ATDP) benutzen soll. Je nachdem, was die telefonische Vermittlungsstelle der Telekom unterstützt, kann die entsprechende Einstellung mit der "
""-Taste eingestellt werden.Die weiteren Felder sind nicht besonders wichtig. Wenn aber ein 16550 FIFO Baustein die serielle Schnittstelle des PCs betreibt, sollte auch dort ein Kreuzchen eingefügt werden.

Abb. 3.190: Das große Modem-Fenster.
Das letzte Feld wird dann mit der "
Ü"-Taste abgeschlossen. Die Änderungen sind nun permanent in CrossPoint enthalten. Das System ist nun für den Pointbetrieb vollständig vorbereitet.
Nachdem die Installation abgeschlossen ist, kann eigentlich schon mit CrossPoint gearbeitet werden. Doch zuerst wird der Aufbau von diesem Pointprogramm erläutert. Die Fragen lauten: Wie werden Nachrichten abgelegt, wie werden sie gelesen und wie können welche geschrieben werden. Die Bedienung von CrossPoint ist unabhängig vom verwendeten Netztyp. Das System bietet zwar noch wesentlich mehr Funktionen als hier beschrieben sind, doch anhand dieser Anleitung, kann mit CrossPoint (Kurzform: XP) schon sinnvoll gearbeitet werden.
Damit der Anwender auch was zu lesen hat, muß er sich Nachrichtenbretter bestellen. Das Serversystem wird ihm dann alle Nachrichten schicken, die in diesen Brettern geschrieben werden. Doch um sich Bretter auswählen zu können, muß der Anwender ja erstmal wissen, welche Bretter es überhaupt gibt.
Zu diesem Zweck wird im Menü "Nachrichten BrettManager" der Menüpunkt "Liste anfordern" ausgewählt. Das Pointprogramm fragt, nur bei mehreren Serverboxen, von welcher Mailbox die Liste geholt werden soll. Ist nur eine Box eingetragen, fragt das System gar nicht nach.
Einige Betreiber schicken dem Neu-Point bereits alle Listen allein zu. Der Anwender muß dann nichts mehr anfordern. Ob dies bei Ihnen der Fall ist, kann nur der Sysop beantworten. Es schadet aber auf alle Fälle nichts, die Liste noch einmal anzufordern.
Die Listenanforderung ist nun in CrossPoint gespeichert. Allerdings wird sie erst beim nächsten Anruf übermittelt. Das Pointprogramm versucht nicht sofort beim Server anzurufen. Die Brettliste wird (je nach Netztyp) aber erst beim darauffolgenden Anruf, vom Server an den Point geschickt. Um an die Brettliste zu kommen sind also zwei Anrufe nötig.
Nun ist es Zeit für den ersten Anruf beim Server. Dazu wird "NeTcall" aus der Menüzeile aufgerufen. Ist nur ein Serversystem eingetragen, ruft CrossPoint dieses auch sofort an. Sind es mehrere, muß der Anwender auswählen, welcher Server angerufen (neudeutsch: "abgepollt") werden soll.
Der erste Anruf wird wahrscheinlich nicht sehr lange dauern. Der Anwender sollte nach Beendigung des Pollens, schon mehr auf seinem Schirm sehen als vorher. CrossPoint hat das Brett "/Netzanruf" angelegt. Wie dann mit CrossPoint gearbeitet werden kann, steht in den nächsten Kapiteln.
Geht der erste Anruf daneben, sollten die Passwörter über das Menü "EDit Boxen" nochmals überprüft werden. Ist die Pointnummer oder der Pointname richtig? Wird das Modem über den richtigen COM-Port angesteuert? Sind alle Einträge Ihrer Meinung nach richtig, kontaktieren Sie nochmals den Sysop. Anhand seines Anrufprotokolls, kann er wahrscheinlich sagen worin die Probleme bestehen.
Nach zwei Netcalls sollte der Server dem Point eine Brettliste zugestellt haben. Diese Liste wird in einem neuen Brett abgelegt. Dieses neue Brett trägt den Namen des Anwenders. In einem Netz mit Realname-Pflicht, trägt das neue Brett den richtigen Namen des Anwenders. Ansonsten ist das Brett mit dem Usernamen des Anwenders bezeichnet. In diesem Brett kommen normalerweise alle privaten Nachrichten an, die an den Anwender geschrieben werden.
Die Brettliste liegt aber auch in diesem Brett, daher der kleine Exkurs. Der Anwender bewegt den Balken auf dieses neue Brett und drückt "
Ü". In diesem Brett wird dann eine Nachricht sein, die vom Brettmanager des Systems kommt.Je nach Netztyp heiß der Absender z. B.: Areafix, Areamgr, MAPS oder changesys. Nun wird der Balken (mittels der Cursortasten) auf diese Nachricht bewegt. Ist es die einzige Nachricht, befindet sich der Balken bereits auf der Nachricht (s. Abb. 3.191).
Mittels des Menüpunktes "Nachricht BrettManager Liste_Einlesen", wird die empfangene Liste nun von CrossPoint eingelesen. Auf die Brettliste kann jetzt sehr einfach zugegriffen werden.
Diese etwas umständliche Prozedur muß aber nur alle paar Monate ausgeführt werden, wenn die Brettliste aktualisiert werden soll.
Der Anwender kann nun aus dem Angebot des Servers, Bretter abonnieren. Dazu wird das Menü "Nachricht BrettManager Bestellen" angewählt. Das System präsentiert jetzt eine Liste aller Bretter, die der Server führt.

Abb. 3.191: Die Brettliste einlesen.
Mittels der "
Y" und "V"-Taste, kann der Anwender die Liste durchgehen (s. Abb. 3.192). Möchte er ein bestimmtes Brett abonnieren, wird der Balken auf das entsprechende Brett gesetzt, und die Leertaste einmal gedrückt. Durch nochmaligen Druck auf die Leertaste wird die Markierung wieder rückgängig gemacht.Sind alle Bretter markiert, die in Zukunft gelesen werden sollen, kann der Anwender die "
Ü"-Taste drücken. Das System fragt dann noch einmal nach, ob die Bretter tatsächlich bestellt werden sollen. Entspricht alles dem Wunsch des Anwenders, wird diese Nachfrage bestätigt.Die Brettauswahl kann jederzeit mit der "
E"-Taste auch wieder abgebrochen werden.Die Bestellung wird dem Server dann beim nächsten NetCall automatisch mitgeteilt. Dieser beginnt dann, alle Nachrichten in diesen Brettern, für den Point zu sammeln. Die ersten Artikel in den neubestellten Brettern, werden aber erst bei einem nochmaligen Anruf gesendet.

Abb. 3.192: Bretter bestellen.
Dem Server sollte dann ein paar Stunden Zeit gelassen werden, die neuen Nachrichten zu sammeln. Ein sofortiger zweiter Anruf, wird wahrscheinlich keine neuen Nachrichten bringen.
Wenn die neuen Bretter ankommen, werden sie unter ihrem Namen in CrossPoint automatisch angelegt und auch angezeigt.
Das Abbestellen von Brettern funktioniert fast genauso. Der Balken wird auf dem Brett positioniert, welches abbestellt werden soll. Der Nutzer wählt dann das Menü "Nachricht BrettManager Abbestellen" an. Das System fragt kurz zurück, ob das Brett abbestellt werden soll, dann wird das Brett gelöscht. Dem Server wird dies beim nächsten Anruf dann mitgeteilt.
Alle Nachrichten die der Nutzer beim Pollen bekommt, werden in einer Nachrichtendatenbank abgelegt. Der Nutzer kann dann schnell, die neuen wie alten Nachrichten finden, bearbeiten, ausdrucken oder abspeichern.

Abb 3.193: Nachrichtenbretter in CrossPoint
Das Pointprogramm legt allein die entsprechenden Bretter an und sortiert selbständig die neuen Nachrichten in diese Bretter ein. Neben den öffentlichen Brettern, gibt es noch ein Brett das die persönlichen Nachrichten enthält. In CrossPoint, hat dieses Brett den Namen vom Benutzer (s. Abb. 3.193).
Mittels eines Auswählbalkens kann das Brett gewählt werden, welches der Anwender lesen möchte. Hat er eines mit der "
Ü"-Taste ausgewählt, präsentiert ihm das Pointprogramm alle neuen Nachrichten in diesem Brett.
Abb 3.194: Neue Nachrichten in einem Brett
Auch hier hat der Anwender die Qual der Wahl. Wie schon in diesem Buch erwähnt, besteht eine Nachricht aus einem Absender, einem Empfänger und einem Betreff. In einer Art Übersicht, die auch Index genannt wird, präsentiert CrossPoint dann alle Nachrichten in einem Format, das nur Absender, Empfänger und Betreff enthält. Der Leser kann sich nun einen ungefähren Überblick verschaffen, welche Nachrichten ihn interessieren und welche er nicht lesen möchte.
Mit dem Balken kann wieder eine Nachricht ausgewählt werden. Erscheint eine Nachricht interessant, wird sie mittels der "
Ü"-Taste angezeigt (s. Abb. 3.195).Eine Ebene höher, also zur erneuten Auswahl der Nachrichten, oder noch eine Ebene darüber, zur Auswahl eines anderen Brettes, kommt der Nutzer immer mit der "
E"-Taste.Wenn das System gepollt hat, zeigt CrossPoint nur die neuen Nachrichten an. Die Nachrichten von letzten Poll, werden ausgeblendet. Damit der Anwender die Nachrichten aber auch noch lesen kann, drückt er in der Hauptübersicht die "L"-Taste. Das System präsentiert dann eine kleines Menü, in dem der Anwender auswählen kann, welche Nachrichten ihm angezeigt werden. Es können z. B. alle vorhandenen Nachrichten, nur neue Nachrichten (Standard) oder auch nur ungelesene Nachrichten angezeigt werden.

Abb 3.195: Eine Nachricht wurde ausgewählt.
Nachrichten die vom Anwender noch nicht gelesen worden sind, werden von CrossPoint mit einem ">"-Zeichen markiert (s. Abb. 3.194).
Es wäre sehr langweilig, wenn nur Nachrichten gelesen werden könnten. Das Pointprogramm bietet deshalb auch verschiedene Möglichkeiten, um Nachrichten zu schreiben. Es können private, wie öffentliche Nachrichten verfaßt werden, oder der Anwender kann auf empfangene Nachrichten antworten.
Als einfachstes Beispiel, soll eine private Nachricht an einen Freund geschrieben werden.
Dazu wird der Menüpunkt "Nachricht Direkt" angewählt. Im folgenden Fenster (s. Abb. 3.196), wird die Adresse des Empfängers und der Betreff eingegeben.

Abb. 3.196: Nachricht eingeben.
Die Art der Adresse ist vom Netztyp verschieden. Aber alle Adressen werden in CrossPoint mit einem "@"-Zeichen eingegeben. Dies trifft auch auf Adressen zu, die normalerweise anders geschrieben werden (z. B. FidoNet).
Für das FidoNet ist folgende Adressierung zu beachten:
<Vorname Nachname>@<Zone>:<Netz>/<Node>[.<Point>]
Für alle anderen Netze kann die normale (Domain) Schreibweise benutzt werden, etwa wie
<user>@<rechner>.<domain>
Also z. B. "uli@bock.zer" oder "Karl Schmidt@MAUS-B".
Ist die Adresse und der Betreff eingegeben, startet CrossPoint seinen internen Editor. Die Nachricht kann dann ganz normal eingegeben werden (s. Abb. 3.197).

Abb. 3.197: Die Eingabe der Nachricht.
Ist die Nachricht komplett eingegeben worden, drückt der Anwender die "
E"-Taste. Das System vergewissert sich, daß alles korrekt ist und der Anwender abspeichern möchte.Wird dies bestätigt, wird der Editor geschlossen. Dann fragt CrossPoint nach, ob die Nachricht auch abgeschickt werden soll (s. Abb. 3.198). Eigentlich bräuchte der Anwender, die Abfrage nur mit der "
Ü"-Taste zu bestätigen. Soll die Nachricht doch nicht abgespeichert werden, braucht nur "N" wie Nein eingegeben werden.Die Nachricht ist dann für den Versand vorgesehen. Das System wird die Mail beim nächsten Poll, an den Server senden, der diese an den Empfänger weiterleiten wird.

Abb. 3.198: Die letzte Abfrage.
CrossPoint verfügt auch über ein elektronisches Adreßbuch. Doch dies wird in diesem Buch nicht beschrieben, da es über die wichtigsten Grundfunktionen hinaus geht.
Eine öffentliche Nachricht ist noch einfacher zu schreiben. Der Anwender wählt mit dem Balken das Brett aus, in dem er die Nachricht schreiben will. Der Betreff der Nachricht sollte möglichst genau an das Brett angepaßt werden. Ist der Balken auf dem gewünschten Brett, wird mit der "B"-Taste wieder die Abfrage wie in Abb. 3.196 aufgerufen. Der Anwender gibt dann den Empfänger der öffentlichen Nachricht ein. Wird kein betreffender Teilnehmer gemeint, gibt der Anwender "Alle" oder "All" als Empfänger ein.
Selbst wenn ein spezieller Teilnehmer eingegeben wurde, können trotzdem alle angeschlossenen Abonnenten des Brettes die Nachricht lesen! Bei einigen Netztypen, gibt es auch gar keine Empfänger von öffentlichen Nachrichten.
Das System präsentiert dann wieder den Editor, in dem der Point seine Nachricht eingeben kann. Dann wird die Nachricht wieder gespeichert und mit einer Bestätigung abgesendet. Wie schon zuvor beschrieben.
Wenn private oder öffentliche Nachrichten beantwortet werden sollen, wird der Auswahlbalken auf die zu beantwortende Nachricht gebracht. Soll nun eine öffentliche Nachricht im Brett (also auch öffentlich) beantwortet werden, gibt der Anwender "
Sb" ein.Soll die Antwort auf eine öffentliche Nachricht erfolgen, so daß nur der Verfasser sie lesen kann, wird "
Sp" gedrückt.Eine private Nachricht wird auch mit "
Sp" beantwortet. Auch hier kann nur der wirkliche Empfänger die Antwort lesen.Das System fragt wieder wie in Abb. 3.196 nach, an wen die Nachricht gehen soll. Doch jetzt hat das Programm die Eingabefelder selbst ausgefüllt. Der Nutzer muß also nur mit "
Ü" bestätigen.
Abb. 3.199: Eine Nachricht beantworten.
Der Rechner startet dann wieder den Editor. Dort ist die zu beantwortende Nachricht nochmals enthalten (s. Abb. 3.199). Allerdings ist jede Zeile mit einem ">"-Zeichen am Anfang versehen und andersfarbig dargestellt.
Dies gibt dem Anwender die Möglichkeit, aus der Ursprungsnachricht zu zitieren (Jargon: Quoten). Der Sinn von Zitaten liegt darin, dem Empfänger nochmals zu verdeutlichen, auf welche Teile seine Nachricht sich die eigene Antwort bezieht.
Die überflüssigen Zeilen können mit "
Sy" gelöscht werden.Beim Quoten gilt das Motto: Weniger ist Mehr! Zitieren Sie nur die Teile, die Sie wirklich für eine Antwort brauchen!
Die Nachricht wird dann wieder abgespeichert und kann, nach einer weiteren Abfrage (s. Abb. 3.198), beim nächsten NetCall an den Server geschickt werden.
Jede Nachricht verbraucht Speicherplatz. Wenn ein Point sehr aktiv ist, kommen schnell einige MBytes zusammen. Damit die Platte nicht so schnell voll wird, müssen gelesene oder unwichtige Nachrichten wieder gelöscht werden.
Die Nachrichten in CrossPoint werden in zwei Stufen gelöscht. Dadurch hat der Anwender die Möglichkeit, die Löschung im Notfall rückgängig zu machen.
Wenn der Anwender in einem Brett in der Nachrichtenübersicht ist, drückt er bei jeder Nachricht, die gelöscht werden soll die Taste "L". Der Rechner schreibt dann vor jede, zum löschen vorgesehene, Nachricht ein "-"-Zeichen.
So wird mit allen überflüssigen Nachrichten in allen Brettern verfahren. Um die Nachrichten wirklich permanent von der Platte zu putzen, wird das Menü "Wartung Reorganisation" ausgeführt. Der PC ist dann einige Minuten lang beschäftigt.
Wurde die Reorganisation ausgeführt, sind die gelöschten Nachrichten nicht mehr zu retten!
Auf diese Weise, kann der Point viele Monate (oder Jahre) ohne Probleme betrieben werden.
Ein Point ist mit seinem Server (technisch bedingt) enger verbunden, als ein normaler Mailbox-User. Der Point ruft mehrmals in der Woche beim System an. Der Betreiber reserviert für den Point einigen Platz auf der Festplatte für die Speicherung seiner Nachrichten. Auch macht das Einrichten und Administrieren eines Pointsystems, für den Betreiber und für den Point mehr Arbeit, als ein Mailbox-Zugang. Von einem Point wird deswegen auch mehr erwartet, als von einem einfachen Mailbox-User.
Die folgenden Alexandros´schen Gesetze sollten beachtet werden: :-)
q
Fährt der Point für länger in den Urlaub, sollte er die meisten seiner abonnierten Bretter abmelden. Ansonsten stapeln sich die Nachrichten unnötig auf der Festplatte des Betreibers. Auch sollte der Sysop, bei einem längeren Urlaub unterrichtet werden. Dann wundert er sich nicht, wenn der Point lange nicht mehr anruft.q
Von einem Point wird von anderen Netzteilnehmern, mehr Disziplin und Sachkenntnis beim Verfassen von Nachrichten erwartet. Erfahrenere Points helfen neuen Netzteilnehmern.q
Points sollten versuchen, der allgemeinen Konsumhaltung zu entrinnen, und selber gute Beiträge für das Netz zu schreiben.q
Wenn Points ihre Mitgliedschaft aufgeben, oder zu einem anderen Betreiber wechseln, sollte der Sysop auch davon in Kenntnis gesetzt werden. Es gilt als grob unhöflich, ohne ein Wort wegzubleiben.q
Die System-Betreiber, oder die ganzen regionalen Teile der Netze, veranstalten alle mehr oder weniger regelmäßige Treffen. Zumindest ab und an, sollte sich der Point zu solchen Anlässen sehen lassen. Bei der ganzen elektronischen Kommunikation, sollte die menschliche Seite nicht zu kurz kommen.q
Points geben immer ihrem Sysop recht! :-)
Der Pointzugang ist für den Anwender ein sehr wichtige Einrichtung. Sie ermöglicht die Informationsflut der Netze, kostengünstig zu bändigen und zu bearbeiten.
Technisch bedingt, können mit dem Point keine Online-Dienste genutzt werden. Obwohl einige Netze gerade durch ihre Online-Dienste bekannt geworden sind, liegt die "Seele" der Netze woanders. Das Faszinierende liegt am Gedanken -und Informationsaustausch über alle Grenzen hinweg. Der Anwender hat die Chance seine Bildungslücken zu schließen, oder neue Interessen bei sich wecken zu lassen.
Diese Informations -und Diskussionsfülle ist aber nur der Vielfalt der vielen Bretter zu verdanken. Gerade diese, sind mit einem Point sehr gut zu verwalten. Deshalb ist der erste Schritt, um an einem Netz als vollwertiges Mitglied teilzunehmen, die Beantragung eines Points.
Nicht nur die Netze verbinden viele Computer miteinander. Auch die Netze sind untereinander verbunden.
Aus dem CompuServe kann das InterNet genutzt werden (s. Kap. 3.4), aus dem Datex-J ebenfalls. Aus letzterem ist wiederum auch das CompuServe zu benutzten (s. Kap. 3.5).
Aus dem InterNet ist das CompuServe, aber auch andere Netze nutzbar. Überhaupt ist das InterNet, als Netz der Netze, mit so ziemlich jedem anderen Netz verbunden.
Bei einigen Netzen beschränkt sich die Verbindung nur auf den Austauch von persönlicher Mail, andere bieten auch mehr.
Die Querverbindungen zwischen den Netzen, werden Gateways genannt (Kurz: Gates). Diese Gateways sind spezielle Rechner in zwei Netzwerken. Sie nehmen die Daten aus dem einen Netzwerk und wandeln sie in die Form des anderen Netzwerkes (und zurück).
Um Daten in ein anderes Netz schicken zu können, müssen die Daten an diesen speziellen Rechner geschickt werden. In diesen Daten muß aber die Zieladresse für den Empfänger im neuen Netzwerk bereits enthalten sein.
Dieses Kapitel wird jedes Netz behandeln und die Übergänge von einem Netz in das andere kurz darstellen. Dabei werden Online-Gateways genauso vorgestellt wie Gateways für Mails. Oft werden auch öffentliche Bretter zwischen den Netzen ausgetauscht. Allerdings braucht sich der Anwender dann keine Sorgen wegen der Adressierung machen. Dies geschieht dann (und nur dann) völlig automatisch.
Gateways für Online-Dienste und Mail
Es gibt nur recht wenige Gateways, die auch Online-Dienste des Zielnetzes zur Verfügung stellen. Das mag zum einen daran liegen, das es nicht sehr viele Netze gibt, die überhaupt Online-Dienste haben. Bei vielen ist die Frage der Kostenübernahme auch nicht geklärt. Die Mitgliedschaft in einem Netz ist meistens nicht umsonst zu haben.
Das InterNet bietet sehr viele Übergänge in andere Netze, schon allein deswegen, weil viele Netze gerne eine Verbindung zum InterNet haben möchten.
Das CompuServe ist über InterNet auf zwei Arten zu erreichen. Die meisten Online-Dienste des CompuServe sind mit:
TELNET compuserve.com
zu erreichen. Allerdings muß dazu angemerkt werden, daß sich die Nutzung von CompuServe nur auf reine Textausgaben beschränken muß. Der WinCIM kann damit nicht genutzt werden.
Eine Mail kann in das CompuServe mit
<Nummer1>.<Nummer2>@compuserve.com
gesendet werden. Es sollte unbedingt darauf geachtet werden, daß zwischen den beiden Nummern ein Punkt und kein Komma steht!
Das Delphi Netz (rein amerikanisch) kann mit:
TELNET delphi.com
erreicht werden. Mails werden an:
<user>@delphi.com
geschickt.
Mails können ins BITNET (einem Firmennetz von IBM) mit:
<user>%<system>.BITNET@vmd.gmd.de
gesendet werden.
In das Datex-J können nur Mails an die Teilnehmer geschrieben werden. Eine Nutzung der Angebote von Datex-J ist via InterNet (noch) nicht möglich.
Mails werden in das Datex-J mit:
<Datex-J-Nummer>@btxgate.de
geschickt.
An Teilnehmer im FidoNet können mit:
<Vorname.Nachname>@[P<point>.]F<node>.N<netz>[.Zzone].fidonet.org
Leider ist die Adressierung durch die völlig verschiedenen Systeme in beiden Netzen, recht komplex. Der User John Smith ist Point der Box 3:120/443.45 in Australien. Seine InterNet-Adresse ist dann:
John.Smith@P45.F443.N120.Z3.fidonet.org
An User des MausNets kann sehr einfach mit:
<Vorname>_<Nachname>@<box>.maus.de
eine Mail geschickt werden. Für <box> wird nur der Buchstabe der Mausbox eingetragen. Für die MAUS-B, wäre es also nur das B.
Viele Maus-Bretter sind im UseNet als Newsgroups unter der "maus.*" Hierarchie zu lesen.
An Nutzer von MCI (rein amerikanisch) können mit:
<mci-id>@mcimail.com
private Nachrichten geschrieben werden.
Alle Systeme des Z-Netzes können über:
<username>@<box>.zer.de
erreicht werden. Für <box> wird der Kurzname der Mailbox eingesetzt.
Einige Z-Netz Boxen, oder Overlay-Netze (wie ComLink) können noch andere Domains haben. Für reine ComLink Systeme, müßte die Domain "comlink.de" funktionieren.
Viele Bretter aus dem Z-Netz sind auch oft als Newsgroup über das UseNet zu beziehen. Diese Bretter sind unter der Hierarchie "z-netz.*" zu finden. ComLink Bretter sind unter "cl.*" zu finden. Bei Interesse sollte der Systembetreiber gefragt werden.
Das CompuServe hat nicht sehr viele Verbindungen nach außen. Wahrscheinlich deswegen, weil es kostenpflichtig ist und bei Gateways keiner bezahlt.
Vom InterNet können einmal die Online-Dienste mit
GO INTERNET
genutzt werden. Außerdem lassen sich Mails direkt als Post verschicken. Der CompuServe-Kunde schreibt einfach an:
INTERNET: <user>@<rechner>.<domain>
also beispielsweise an "INTERNET: ag@krypta.snafu.de".
Aus dem CompuServe schreibt man mit:
MCIMAIL: <mci-id>
an MCI-Benutzer.
An das X400 Netz wird mit
X400: (c=<Ländercode>; a=<Provider>; p=<Abteilung>; o=<Firma>; s=<Nachname>; g=<Vorname>).
eine Nachricht geschickt.
Andere Netze können aus dem CompuServe nur über den Umweg InterNet erreicht werden. Eine Mail an einen FidoNet-Teilnehmer ist beispielsweise mit:
INTERNET: John.Smith@P45.F443.N120.Z3.fidonet.org
möglich. So können auch andere Gateways angesteuert werden.
Das Benutzen eines Drittnetzes, um zu seinem Ziel zu kommen, wird in den Netzen nicht gern gesehen. Deshalb sollte es nur bei wichtigen Nachrichten angewandt werden. Diese crossgating genannte Verfahrensweise, ist auch nicht sehr zuverlässig. Die Nachricht kann über dutzende von Systemen wandern, bis sie am Ziel ist. Manchmal geht leider etwas verloren.
Aus dem Datex-J sind nicht viele Netze direkt zu erreichen.
Wird das Datex-J mit einem Terminalprogramm und VT-100 Emulation aufgerufen, kann über die Seite
*compuserve#
ein Online-Zugang zu CompuServe bekommen werden. Allerdings ist dies sehr teuer (ca. 20,00 DM / Stunde).
Über den Anbieter
*fun# oder *internet#
können E-Mail in das InterNet verschickt werden, oder einige Online-Dienste sowie Newsgroups genutzt werden.
Über Datex-J läßt sich auch eine Verbindung zum französischen Minitel, oder zu anderen ausländischen Teletext-Diensten schalten. Für eine aktuelle Liste, sollte in die "*13#" Seite gesehen werden.
Andere Netze können nur über den Umweg InterNet genutzt werden.
Als einzigstes Netz bietet Datex-J auch die Ansteuerung von Cityruf-Geräten, auf Seite "*1690#" an (KEIN SCALL!!). Außerdem können SMS Textnachrichten, über die Leitseiten der Mobilfunkprovider, an Funktelefone verschickt werden.
Viele Netzwerke haben ein Gateway zum FidoNet. Vielleicht auch gerade weil FidoNet das größte Hobbynetzwerk der Welt ist. Durch die, von anderen Netzen verschiedene, Adressierung ist die Ansteuerung der Gateways aber nicht immer sehr einfach. Neben dem Namenfeld muß noch die FidoNet-Adresse des Gateways angegeben werden. CrossPoint User können aus dem Wort "an" ein "@"-Zeichen machen und die sich damit ergebende Adresse sofort eingeben.
Auch in das InterNet können Mails geschrieben werden. Es wird an den Fido-User
UUCP an 1:1/31
geschrieben. In der Mail selber wird in der ersten Zeile mit:
TO: <user>@<rechner>.<domain>
<Leerzeile>
die eigentliche InterNet-Adresse eingegeben. Wichtig dabei ist, daß die "TO:..."-Zeile wirklich ganz oben eingetragen wird. Dann eine Leerzeile, dann beginnt die eigentliche Nachricht (mit Begrüßung etc.).
Das vorgestellte Gateway ist das offizielle FidoNet<->InterNet Gateway. Allerdings ist es in den USA. Die Nachrichten brauchen also für ihren Weg recht lange. Es gibt auch einige lokale Gateways, welche dies sind, kann der Boss sagen.
An Maus-Nutzer wird an
<Vorname> <Nachname>%<mausbox> an 2:2452/101.6
Für <mausbox> wird wieder nur der Kürzel der Box benutzt, also von MAUS-B wird nur das B eingegeben.
Jeder User im Z-Netz kann mit:
<username>%<box>.ZER an 2:2464/333
erreicht werden.
Wie auch bei CompuServe, können über den Umweg InterNet, fast alle anderen Netze ebenfalls erreicht werden.
Aus dem MausNet können eigentlich fast alle anderen Netze ebenfalls erreicht werden, in dem einfach die normale Adresse des Empfängers eingegeben wird.
Fidoteilnehmer werden mit:
<Vorname> <Nachname>@FIDO [<Zone>:]<netz>/<node>[.<point>]
erreicht.
Alle InterNet Teilnehmer können unter Eingabe ihrer normalen Adresse erreicht werden. Also einfach, ohne welche Zusätze:
<user>@<rechner>.<domain>
wie z. B.: ag@krypta.snafu.de
Ebenso wird das Z-Netz angesprochen, einfach an
<username>@<box>.ZER
als Empfänger angeben.
Aus dem Z-Netz können auch in verschiedene Netze Nachrichten versendet werden. Allerdings haben sowieso viele Z-Netz Systeme eine eigene UseNet-Adresse.
An Fido Teilnehmer kann mit:
<Vorname>_<Nachname>%<zone>:<netz>/<node>.<point>@FIDZERCP.ZER
eine Nachricht geschrieben werden.
Über die Adresse:
<vorname>_<nachname>%<mausbox>@ZERMAUS.ZER
wird an die Mauser eine Mail geschrieben.
Für Empfänger im InterNet sollte folgendes funktionieren:
<user>%<rechner>.<domain>@UUCP.ZER
Allerdings sollte es bei neueren Systemen mit ZConnect auch möglich sein, die InterNet-Adresse einfach ohne Veränderung einzugeben.
Gateways werden für den Anfänger vielleicht sehr verwirrend sein. Normalerweise werden Gateways nur in Ausnahmefällen benutzt. Der Anwender wird meistens nur innerhalb seines eigenen Netzes mit anderen kommunizieren. Doch für die, die öfter mehrere Netze nutzen wollen sind Gateways auch unsicher, langsam und umständlich. Außerdem ermöglichen sie oft nur den Austausch von Mail.
Deshalb gibt es einige Systeme, die mehrere Netzwerke anbieten. Dadurch haben auch die Points Zugriff auf diese zusätzlichen Netze.
Weil durch die Presse das InterNet momentan sehr propagiert wird, bieten viele Netze die Newsgroups aus dem UseNet an. Manche bieten auch direkten Zugriff auf das InterNet mittels SLIP/PPP.
Die Systeme bieten beispielsweise MausNet und UseNet an, oder Z-Netz und UseNet. Einige bieten auch FidoNet und Z-Netz an. Allerdings sind die Kombinationen ohne UseNet bzw. InterNet eher gering. Wenn mehrere Netze angeboten werden, ist UseNet o. InterNet meistens mit dabei.
Bietet ein System UseNet-Gruppen an, sind dort auch meistens Gruppen aus anderen Netzwerken enthalten. In einigen Teilen Deutschlands, sind alle Maus-Gruppen im UseNet unter "maus.*" zu lesen. Gleiches gilt für Z-Netz und FidoNet (Hierarchie "z-netz.*" und "fido.*").
Solche Systeme werden auch Multinet-Provider genannt. Manchmal stellen diese Provider auch die regulären Gateways, für den Rest des Netzes dar.
In den letzten Kapiteln wurden nur die größten Netzwerke vorgestellt. Die Aufstellung der Netze, ja selbst die Darstellung der Funktionen hat gar nicht den Anspruch vollständig zu sein. Es gibt viele Overlay-Netze, die viele kleine Randspektren abdecken. Allerdings ist auch der Interessentenkreis recht klein. Manche Netze bestehen nur ein einem guten Dutzend Systeme, manche sind sogar noch kleiner (wahre Netzchen). Dies kann in diesem Buch leider keinen Eingang finden (vielleicht im zweiten Teil?-)). Fast jeden Monat sprießen neue Netze wie Pilze aus dem Boden. Nach einiger Zeit hört man gar nichts mehr von ihnen. Die Lebensdauer von einigen Netzen ist kaum länger als die einer alten Milchtüte.
Auf der anderen Seite haben viele Konzerne inzwischen verstanden, daß sich mit elektronischer Kommunikation viel Geld machen läßt. Deshalb wird z. B. das InterNet schleichend aufgekauft. Neue Netze warten auf ihren Start. In diesem Kapitel sollen der Vollständigkeit halber, die neuen Netze kurz vorgestellt werden. Zum jetzigen Zeitpunkt sind aber noch nicht viele Informationen verfügbar.
Doch die InterNet Society, einer Organisation, die sich mit der Institution des InterNets und der globalen Vernetzung beschäftigt, meint, daß im Jahre 2005 der Anschluß an mindestens ein globales Informationsnetzwerk, genauso wichtig sein wird wie ein Telefonanschluß.
In Europa stehen ein paar neue Netzwerke am Start, die ungefähr das Angebot vom InterNet und CompuServe zusammen haben sollen. Alle neuen komerziellen Netzwerke haben gemein, daß sie einen Übergang ins InterNet haben. Dies geschieht wohl, um (noch) den eigenen Mangel an Informationen zu überdecken. Alle neuen Netze werden auch mit einer komfortablen Benutzeroberfläche ausgestattet, ähnlich dem WinCIM von CompuServe. Einwählknoten werden in allen größeren Städten geplant.
America Online ist ein rein amerikanisches Netzwerk, das 1985 gegründet wurde. Es bietet in seinen Datenbanken Zugriff auf viele Zeitungen und Diskussionsforen. In den USA benutzen ca. 2 Millionen Menschen AOL (die Kurzform von America Online). Seit einiger Zeit hat auch dieses Netz einen Zugang zum InterNet für seine Kunden geöffnet.
Momentan ist ein Zugang zum AOL für 9,95 US$ pro Monat zu haben, was gegenüber allen anderen Netze relativ billig ist.
America Online hat auch erkannt, daß Europa ein wachsender Markt für Online-Dienstleistungen ist. So hat sich diese Firma mit dem deutschen Mediengiganten Bertelsmann AG zusammengetan. Das deutsche Angebot, unter dem Namen Bertelsmann Online, soll genauso komfortabel und preiswert sein, wie das amerikanische Original. Das allerdings in deutscher Sprache.
Inzwischen ist das Netz nach dem Telekom-Netz T-Online (der Nachfolger von Datex-J) zum größten Provider in Deutschland aufgestiegen.
Mircosoft Network (existiert nicht mehr)
Auch bei Mircosoft sitzen kühle Rechner (in jeder Beziehung). Diese Firma möchte ihr Netzwerk mit dem neuen Betriebssystem Windows95 verknüpfen. Ab Herbst 1995 soll der Testbetrieb von Microsoft Network aufgenommen werden.
< Kein Bild, Netz existiert nicht mehr>
Abb. 3.200: Der Aufbau von "Microsoft Network".
Die Inhalte des Netzes sollen sich sehr stark am Computer orientieren, besonders natürlich an Microsoft Produkten. Allerdings werden auch ein paar allgemeine Angebote geplant.
Der Zugang zu diesem Netz wird vollständig in das Betriebssystem Windows95 integriert sein. Daher ist es unerheblich, ob sich Daten auf der eigenen Festplatte befinden, oder im weltweiten Netzwerk. Das System macht darin keinen Unterschied. Sind die Daten nicht lokal verfügbar, geht die Suche oder der Zugriff nahtlos im Netz weiter. Die Kosten dieses Netzwerkes orientieren sich ungefähr an CompuServe. Auch ist ein direkter Übergang ins InterNet geplant.
Gegen sie Kopplung von Netzwerk und Betriebssystem, haben sich aber schon viele andere Betreiber von Datennetzen gewandt. Sie befürchten eine Marktbeherrschende Stellung von Microsoft, auch in der Online-Branche. Aus diesem Grunde muß sich auch momentan die Kartellbehörde der USA mit dem Fall beschäftigen.
Europe Online (existier nicht mehr)
Gegen Ende 1995 soll Europe Online seine Tore öffnen. Die Betreiber dieses Netzwerkes sind Firmen wie Burda (D), Pearson (GB), Matra-Hachette (F) und das Land Luxemburg.

Abb. 3.201: Das Logo von "Europe Online".
Die Inhalte dieses Netzwerkes werden in der Mehrzahl redaktionelle Beiträge, der Redaktionen der beteiligten Verlagshäuser sein (z. B. "Focus"). Europe Online wird auch ein großes deutsches Angebot haben, mit einem allgemeinen Schwerpunkt auf Europa. Wie auch bei den anderen Netzen wird es einen Übergang zum InterNet geben.
Zusätzlich werden Dienste wie Homeshopping oder Homebanking mit eingeplant.
Die Kosten sollten ca. bei 16 DM/Monat liegen, mit zusätzlichen Gebühren für abgerufene Informationen. Dies ist etwa das Niveau von CompuServe. Die Zentrale von Europe Online wird im Staat Luxemburg liegen.
In diesem sehr großen Kapitel, wurde erklärt, was Computernetze sind, wie sie funktionieren und wie sie bedient werden.
Alle bedeutenden Netzwerke wurden vorgestellt und der Anwender mit den Grundzügen ihrer Bedienung vertraut gemacht. Dieses Kapitel hat keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Viele Netze bieten noch mehr als hier teilweise recht kurz angeschnitten werden konnte. Das Tiefen der Netze wird der Anwender aber vielleicht auch gerne selber herausbekommen. Fast nichts macht soviel Spaß, wie im "Cyberspace" zu surfen.
Netze die nur Offline-Dienste bieten, wie FidoNet, Z-Netz oder MausNet, wurden genauso behandelt wie Netze mit Online-Diensten. Neben den nicht-komerziellen Netzen und den Hobbynetzen, wurden auch die komerziellen Netze beschrieben.
Jedes hat seine Stärken und Schwächen. So kann der Anwender selber herausfinden, welches Netz am besten zu ihm paßt. Dies kommt ganz auf das Interesse und den Geldbeutel des zukünftigen Nutzers an. Gerade für das InterNet gilt, daß nur herumspielen die wahre Größe und den Nutzen des Netzes zeigt. Im Gegensatz zu BTX sind außer den Onlinekosten keine versteckten und teuren Fallen eingebaut. Wenn etwas Geld kostet, wird nach einem Passwort oder der Kreditkarte gefragt.
Das nächste Kapitel wird dem Anwender zeigen, wie er in den Netzen an gewünschte Informationen herankommt. Die Recherche nach Informationen oder Programmen, ist für viele Menschen sehr wichtig, teilweise bare Münze.
Momentan sind die Netze sehr groß, sehr voll und damit unübersichtlich. Die Suche nach Informationen gestaltet sich als die sprichwörtliche Suche nach der Nadel im Heuhaufen.
Das nächste Kapitel gibt Tips, wie eine effektive Suche gestaltet werden kann.
In diesem Kapitel werden die vielfältigen Recherchemöglichkeiten in den Netzen vorgestellt. Recherche ist die Suche nach Informationen. Wenn für Seminararbeiten, Vortragsvorbereitungen oder Artikel Informationen gesammelt werden sollen, bieten sich elektronische Mittel geradezu an.
Zwar wird der Gang in die Bibliothek nicht immer zu vermeiden sein, doch die Recherche in elektronischen Medien ist meistens viel schneller. Wie läuft eine Recherche in der Bibliothek? Der Anwender sucht stundenlang im Stichwortkatalog, schreibt die Signaturen auf, rennt durch die Gänge um die Bücher zu suchen und stellt dann fest, daß die wichtigsten Exemplare gerade per Fernleihe in Neuguinea sind und nicht vor zwei Jahren zurückkommen.
Der Vorteil der elektronischen Recherche liegt dann auf der Hand. Dem System werden ein paar Schlüsselworte angegeben und der Computer listet unermüdlich alle passenden Dokumente auf.
Ob diese nun auf dem eigenen Uni-Computer oder tatsächlich in Neuguinea liegen ist den Daten egal. Im Netzwerk schrumpft jede Entfernung auf einen Mausklick zusammen. Es können auch mehrere hundert Personen gleichzeitig auf die Dateien zugreifen.
Allerdings hat die ganze Sache auch einen Haken. Die Informationsvielfalt der Netze ist nicht das Problem. Allerdings ist es nicht sehr einfach, die gewünschten Informationen bei hunderttausenden von Systemen zu lokalisieren.
Der Interessent muß wissen wo sich die gewünschten Informationen befinden. Doch die Netze sind alles andere als übersichtlich. So haben sich viele Netzteilnehmer die Mühe gemacht, die Datenbanken zu katalogisieren. Spezielle Suchfunktionen suchen dann das ganze Netz nach den gewünschten Informationen ab.
Der Nutzer wird beim "surfen" auch selber genug Anhaltspunkte sammeln, wo sich entsprechende Informationen befinden. In diesem Kapitel wird deswegen auch nicht geschrieben, wo sich jede einzelne Informationsquelle befindet. Das ist wahrscheinlich generell unmöglich. Allerdings kann erklärt werden, wie der Nutzer das Netz anwendet, um sich die gewünschten Informationen selber zu beschaffen. Dabei werden natürlich die grundlegenden Verfahrensweisen demonstriert.
Dieses Kapitel gliedert sich in zwei weitere Kapitel. In einem Kapitel werden Tip für die Recherche in Netzwerken ohne Online-Dienste gegeben. Dies betrifft vor allen Hobbynetzwerke wie FidoNet oder Z-Netz.
Im zweiten Kapitel werden Recherchemöglichkeiten in Netzen wie InterNet, CompuServe oder Datex-J gezeigt. Wie schon erwähnt wird dies nur ein Bruchteil der gesamten Möglichkeiten sein. Allerdings wurden die Beispiele mit Bedacht ausgewählt, so daß sie in den meisten Fällen, für den Anwender nützlich sein werden.
4.1 Recherche mit Offline-Diensten
Reine Offline-Netze haben mehrere Vor -und Nachteile. Einerseits sind sie einfach zu bedienen und billig, andererseits fehlen ihnen die Dynamik von Online-Diensten.
Die Recherchemöglichkeiten in Offline-Netzen sind relativ bescheiden. In einem Offline-Netz gibt es ja nur öffentliche Diskussionsbretter, private Nachrichten und den Up -und Download von Programmen. Dies muß nun entsprechend gut kombiniert werden. Je nach Netzwerk haben bestimmte Themen mehr Erfolg als andere. Ganz nach Schwerpunkt des Netzwerks.
Die öffentlichen Bretter eines Netzwerkes stellen eine große Informationsdatenbank dar. Diskussionsforen verbinden in erster Linie Menschen miteinander. Am Terminal jedes angeschlossenen Computers sitzt auch ein Anwender. Der Mensch ist bei weitem noch die größte und flexibelste Datenbank.
Der Anwender muß seine Anfragen nur in die richtigen Foren leiten, dann wird er meistens auch eine befriedigende Antwort erhalten. Da sich Foren immer um ein Topic (also ein Oberthema) drehen, wird dieses Brett auch nur solche Leute abonniert haben, die sich für dieses Thema interessieren.
Je größer das Netzwerk ist, desto größer wird auch die Chance sein, daß es jemanden gibt, der mehr als man selber weis. Dieser sieht nun die Anfrage und antwortet darauf. Das ist aber nur der Idealfall. Manchmal erfolgt auf eine Anfrage, von den anderen Teilnehmern schlicht gar keine Reaktion. Dann sollte die Frage wiederholt oder umformuliert werden. Vielleicht sollte auch ein anderes Brett gewählt werden.
Doch die direkte Anfrage ist nur eine Methode. Durch das Mitlesen und der eigenen Teilnahme an Diskussionen lernt der Anwender auch eine Menge. Im Laufe von Unterhaltungen gibt es immer wieder neue Anhaltspunkte oder Informationen. Manchmal ist es fast wichtiger zu wissen wo sich eine Information befindet, als die eigentliche Information.
Dieses System kann nur funktionieren, wenn jeder bereit ist über sein Wissen zu sprechen, wenn es gefragt wird.
Die meisten Informationen aus dem Netz sollten auch nochmals verifiziert werden. Einige Antworten dürften Halbwahrheiten oder Gerüchte enthalten, da auch die Absender der Informationen nicht immer hundertprozentig wissen, worüber sie reden. In den Netzen verbreitet sich nichts so schnell, wie Gerüchte. Deshalb sollte der Anwender vorsichtig sein und die erhaltenen Informationen der anderen Teilnehmer nicht für dogmatisch richtig halten!
Es empfiehlt sich weiterhin, die Bretter die im eigenen Interessengebiet liegen, wenigstens ab und an zu lesen. Es ist äußerst unfruchtbar, bestimmte Bretter nur für die Erlangung einer Information zu benutzen. Je nach Netzwerk sind manche Informationen einfacher zu erlangen.
Ein Alleskönner ist z. B. das UseNet. Mit seinen vielen Tausend Newsgroups, werden fast alle Themen abgedeckt.
Wenn der Anwender z. B. verreisen möchte, stellt er eine entsprechende Anfrage über sein Zielland (vielleicht Frankreich?) in rec.travel, oder soc.culture.france. Anfragen aus dem Bereich der Medizin werden in sci.med gestellt.
Der Anwender muß aus einer Liste aller Gruppen diejenigen heraussuchen, die vom Thema her ungefähr zur gesuchten Information passen. Allerdings müssen die meisten Anfragen in Englisch gestellt werden.
In vielen Newsgroups werden Zusammenfassungen der häufigsten Anfragen und deren Antworten erstellt. Diese Zusammenfassungen heißen FAQ (Frequently Asked Questions, engl.: Häufig gestellte Fragen) werden wöchentlich oder monatlich in diesem Newsgroups veröffentlicht (s. Kap. 3.3). Diese FAQs haben den Sinn, die Newsgroup lesbarer zu machen. Der Anwender muß nur warten bis die FAQ neu gepostet wurde, oder kann sie auch per Anfrage in der entsprechenden Newsgroup anfordern.
Es gibt nicht zu allen Newsgroups FAQs!
Für das Sammeln von Informationen aus dem deutschen Raum, ist das UseNet nur bedingt geeignet. Die meisten Teilnehmer (inkl. der Deutschen) beschränken sich mehr auf den internationalen Teil. Trotzdem eignet sich kein Netz so gut, für internationale Korrespondenz wie das UseNet.
Im Prinzip gilt das gleiche wie für das UseNet, ein Brett mit passendem Thema wird herausgesucht und abonniert. Die Anfrage wird gepostet und der Anwender hofft auf Antwort. Allerdings sind das Z-Netz und das MausNet ein rein deutsches Netz. Was sich auf den Themenbereich der gewünschten Informationen ebenfalls auswirkt.
Wer sich in politischen oder sozialen Punkten informieren möchte, ist sicher mit dem Z-Netz, insbesondere dem CL (ComLink) am besten bedient. Nirgends sonst, sind so viele Menschenrechts-, Umweltschutz- und Parteiorganisationen vertreten. Dafür sind technische Themen nicht so stark vorhanden.
Das FidoNet ist, neben dem UseNet, das einzige weitere große internationale Netz. Außerdem hat das FidoNet einen großen deutschen Teil. Die Auswahl an nationalen und internationalen Bretter ist auch hier recht groß. Zu fast allen Themen gibt es entsprechende Foren. Werden bestimmte Bereiche nicht, oder nur ungenügend, im FidoNet abgedeckt, gibt es immer noch die Overlaynetze.
Deutsche Bretter (im Fido Echos genannt), haben ".GER" als Namensendung, internationale Echos dagegen nicht. Der Schwerpunkt im FidoNet ist u. a. Computertechnik.
Weil das FidoNet aber recht einfach und billig zu haben ist, gibt es auch viele Außenposten in weniger erschlossenen Gebieten der Welt. Besonders in Afrika oder ärmeren Gebieten von Südamerika und Fernost, sind FidoNet Systeme bereits vorhanden, bevor InterNet oder UseNet diese Gebiete erreichen können.
Um Kontakt mit diesen Gebieten aufzunehmen, kann der Anwender in die aktuelle Nodelist schauen. Mit der Suchfunktion eines Editors, können dann den Landesnamen gesucht werden. Sind die entsprechenden Systeme ausfindig gemacht, können die entsprechenden Sysops direkt angeschrieben werden. Die Nachricht wird dann entweder durch einen eigenen Anruf dorthin geschickt, oder aber dem Routing anvertraut. Entgegen den Gebräuchen einiger anderer Netze, sind internationale Nachrichten im FidoNet nicht extra kostenpflichtig.
Die Laufzeiten von Nachrichten im FidoNet ist sehr lang. So können zwischen Anfrage und Antwort in einem nationalen Forum schon ca. vier bis fünf Tage vergehen. Private Nachrichten an ausländische Systeme können ca. eine Woche oder länger brauchen. Bei einem Problem, zu dem das FidoNet befragt werden soll, sollte also schon frühzeitig eine Anfrage gestellt werden.
Früher war das Weiterleiten von privaten Nachrichten im FidoNet sehr unzuverlässig. Dies traf gerade auf internationale Mails zu. Doch in den letzten Jahren hat sich dies sehr verbessert. Auch die Laufzeiten von Nachrichten werden immer weiter verkürzt. Auf die Rekord-auslieferungszeiten wie im InterNet (ein paar Minuten) wird das FidoNet aber wohl nie kommen. :-)
Eine sehr praktische Einrichtung ist ja auch der Fido-Filerequest (s. Kap. 3.2). Von jedem Fido-System auf der Welt können, mit einem Pointprogramm, Dateien geholt werden. Durch Mundpropaganda oder Mailboxlisten erfährt der Nutzer, welches Fido-System sich auf dem gesuchten Themenschwerpunkt spezialisiert hat. Von diesem wird sich dann eine Index-Liste aller seiner Dateien geholt. Aus den Dateibeschreibungen kann der Anwender ersehen, ob für ihn interessante Programme oder Texte dabei sind. Diese können dann mit dem Pointprogramm kopiert werden.
4.2 Recherche mit Online-Diensten
Für die Recherche in Datenbanken sind Online-Dienste unverzichtbar. Online-Dienste erfordern eine permanente Verbindung zu der entsprechenden Datenbank. Im InterNet, CompuServe oder Datex-J ist nur eine Verbindung zum nächsten Einwählknoten nötig. Die Verbindung zur eigentlichen Datenbank stellt das Netzwerk selber her.
In diesem Kapitel werden Methoden gezeigt, im Netz an seine Informationen zu kommen. Es werden aber nicht alle Datenbanken vorgestellt. Dies wäre ein sehr sinnloser Versuch, bei den vielen tausend Datenbanken.
Die Recherche mit Hilfe der Online-Dienste, läuft so ab wie sie sich der Anwender eine Computerrecherche vorstellt. An einem Terminal gibt der Nutzer die Suchbegriffe ein, und nach ein paar Sekunden bis Minuten spukt der Computer alles aus, was er darüber weis.
Bei einem Netzwerk ist die Recherche kostenlos (bis auf die regulären monatlichen Telefon und Netzzugangsgebühren), bei anderen ist sie richtig teuer. Der Anwender muß selber wissen, welche Art von Informationen er benötigt und wieviel er dafür ausgeben will. Es empfiehlt sich sicher, erst die kostenlosen Möglichkeiten zu testen, bevor die kostenpflichtigen Datenbanken angezapft werden.
Weil das InterNet sehr groß ist und viele Universitäten und Firmen daran angeschlossen sind, gibt es auch viele kleine und große Datenbanken im Netz. Weil das InterNet aber dezentral organisiert ist, gibt es keine zentralen Aufzeichnungen über alle verfügbaren Datenbanken. Trotzdem gibt es einige wenige zentrale Register, deren Inhaber sich die Mühe machen, einen Überblick über die verfügbaren Datenspeicher zu gewinnen. Dabei sind sie natürlich auch auf die Mithilfe der Ersteller von Datenbanken angewiesen.
Mit der Zeit haben diese Register sehr viel Daten über Datenbanken anhäufen können. Die meisten der Datenbanken im InterNet, sind mittels Gopher oder WWW zugänglich.
Aber auch damit ergeben sich mehrere Such -und Ortungsmöglichkeiten für Informationen im Netz.
Für dieses Kapitel braucht der Anwender nur einen WWW-Browser (wie Netscape) und einen direkten InterNet-Zugang.
Viele Datenbanken sind mittels Gopher zu erreichen. Aber da es viele tausend Gopher-Server in der Welt gibt, ist es recht schwer den richtigen Server herauszufinden, ja von seiner Existenz zu wissen. Dieses Problem behebt Veronica. Das Wort Veronica steht für "Very Easy Rodent-Oriented Net-wide Index to Computerized Archives", was soviel wie "Einfach zu bedienender Index für elektronische Datenbanken" bedeuten dürfte.
Die Lage fast aller (99,9%) Dokumente, die irgendwo auf der Welt per Gopher zu erreichen sind, werden in einer einzigen Datenbank gesammelt. Dies sind immerhin die Daten von ca. 10000 Servern, welche insgesamt 15 Millionen Datensätze enthalten. Werden dann an Veronica Schlüsselworte gesendet, sucht diese (oder sie?) alle Gopherdokumente heraus, auf die die Schlüsselworte passen.
Die gefundenen Dokumente werden dann alle auf dem Bildschirm ausgegeben, und der Anwender kann sich mittels Mausklick, jedes Dokument ansehen. Veronica ist also eine sehr praktische Einrichtung.
Die Gopherdokumente liegen aber nicht auf einem Veronica-Rechner. Das System speichert nur den Namen und den Ort des entsprechenden Gopherdokuments. Wird es dann angezeigt, lädt der Computer automatisch das Dokument vom angegeben Gopher-Server. Dieser kann sich überall befinden. Veronica ist nicht mehr als ein großer Index.
Weil dieses System so praktisch ist, wird es auch von vielen tausend Anwendern jeden Tag genutzt. Mit so vielen Anfragen, wäre ein Computer wohl überfordert. Deshalb gibt es mehrere Veronicas. Aber alle Veronica-Rechner verfügen über den gleichen Datenbestand.
Der Anwender sollte immer den Server nehmen, der am wenigsten zu tun hat. Dann geht die Suche auch am schnellsten. Tagsüber in Europa sollte ein amerikanischer Server gewählt werden, weil diese dann weniger zu tun haben. Wenn aber eine Suche am Abend gestartet wird, ist es in Amerika Tag. Millionen von InterNet-Nutzern machen dann das System sehr langsam. Dann sollte ein entsprechender europäischer Server gewählt werden.

Abb. 4.1: Eingang zu einer Veronicasuche .
Um eine Veronicasuche zu starten sollte der Anwender die Eingangsseite von Veronica aufrufen. In Netscape wird dazu auf die "Open"-Ikone geklickt. Dann wird folgendes eingegeben:
gopher://veronica.scs.unr.edu/11/veronica
Das Programm präsentiert dann eine Seite wie in Abb. 4.1. Dort kann der Anwender nun auswählen, auf welchem Veronica-Server er seine Suche beginnen will und auf welche Art er suchen möchte. Der Server sollte, wie oben beschrieben, nach der Tageszeit ausgewählt werden.
Der Anwender hat nun die Wahl ob er nur alle Verzeichnisse heraussuchen möchte, die sein Schlüsselwort enthalten, oder ob er alle Dokumente sehen will, in denen sein Schlüsselwort vorkommt. Wie auf der lokalen Festplatte, sind Dokumente in Verzeichnissen abgespeichert. Als kann ein Verzeichnis viele Dokumente enthalten.
Sucht der Nutzer nur nach einem Überbegriff, oder ist sich nicht sicher was er sucht, dann sollte die Verzeichnissuche angewandt werden ("Find GOPHER DIRECTORIES by Title word(s)...". Veronica gibt dann alle Verzeichnisse aus, auf die das Schlüsselwort paßt. Der Anwender kann sich dann in diesem Verzeichnis alle Dokumente anschauen.
Sind die gesuchten Informationen schon präziser, kann direkt nach Gopherdokumenten gesucht werden ("Search GopherSpace by Title word(s)..."). Das System gibt dann eine Liste aller Gopherdokumente aus, die etwas mit dem Schlüsselwort zu tun haben. Wenn die

Abb. 4.2: Eine Anfrage an Veronica richten.
Suchbegriffe nicht eindeutig genug waren, kann die Liste sehr lang werden. Bei der Suche nach Dokumenten gibt Veronica auch zusätzlich eine Liste von Verzeichnissen aus, die dem Suchbegriff enthalten. Es ist also die erweiterte Variante zur ersten Methode.
Hat sich der Anwender für eine Suchform und für einen Server entschieden, klickt er auf die entsprechende Zeile. Der Server präsentiert ihm dann ein Eingabefeld (s. Abb. 4.2), in dem die Suchwörter eingegeben werden können.
Die Auswahl der Stichworte sollte prägnant sein. In dieses Feld können ein oder mehrere Worte eingegeben werden. Je mehr Wörter gebraucht werden, desto mehr schränkt dies den Kreis der erhältlichen Informationen ein. Werden zu wenig Angaben gemacht, wird der Rechner vielleicht unübersichtlich viele Dokumente oder Verzeichnisse finden. Bei zu speziellen Angaben wird vielleicht gar nichts gefunden. Auch sollte auf die Schreibweise der Schlüsselwörter geachtet werden. Die Suche kann so oft wie nötig wiederholt werden, der Anwender kann also alle Variationen durchtesten.
Das System achtet nicht auf Groß -und Kleinschreibung und auch nicht auf die Reihenfolge der Suchbegriffe.
Die einfachste Suchform besteht aus einem Wort (s. Abb. 4.2) und dann der "
Ü"-Taste.Dann können mehrere Suchwörter eingegeben werden, z. B.: "startrek enterprise kirk" (Ahn.: Startrek ist eine TV-SF-Serie). Die Dokumente werden nur dann ausgegeben, wenn auf die Dokumente alle Begriffe zutreffen. Die einzelnen Begriffe sind also mit einem logischen UND (engl.: and) verknüpft. Leerzeichen werden als UND interpretiert.
Neben dem UND, können auch logische ODER (engl.: or) Verknüpfungen durchgeführt werden, als z. B. "startrek picard or kirk". Das System gibt dann nur diese Dokumente aus, die entweder die Begriffe "startrek" und "picard" beinhalten, oder "startrek" und "kirk".
Dazu gibt es noch das logische NICHT (engl.: not), welches Begriffe explizit ausklammert, etwa "startrek not enterprise". Dies gibt alle Dokumente aus, die etwas mit Startrek zu tun haben, aber nichts mit der Enterprise.
Als letztes können noch "*"-Zeichen verwendet werden. Diese Symbole können nur hinter dem letzten Buchstaben des Suchwortes stehen. Ab der Stelle ab der das Sternchen steht, achtet der Rechner nicht mehr darauf, ob das Schlüsselwort paßt oder nicht. Nach der Eingabe von "star*", wird der Rechner alles ausgeben was die Zeichenkette "star" am Anfang enthält, die kann dann "startrek, starwars, starlet, starbirth, starren, starrichter, etc." sein. Das "*"-Zeichen ist ein Wildcard und in der Funktion mit seinem Pendant aus MS-DOS vergleichbar.

Abb. 4.3: Ausgabe aller Dokumente mit "startrek".
Wenn Veronica zu den entsprechenden Schlüsselworten Einträge gefunden hat, gibt es diese in einer Liste aus (s. Abb. 4.3). Vor jeder Zeile ist ein Symbol. Dieses Symbol gibt an, ob der gefundene Eintrag ein Verzeichnis ist (Ordner-Symbol), oder ein Text ist. Außer diesen beiden gibt es noch ein paar andere, die aber hier nicht erläutert werden.
Klickt der Anwender mit der Maus auf einen Eintrag, versucht Netscape das entsprechende Dokument vom Gopher-Server zu laden. Steht der Eintrag für ein Verzeichnis, versucht Netscape dieses zu öffnen und den Inhalt anzuzeigen (s. Abb. 4.4).

Abb. 4.4: Ein Dokument wurde ausgewählt.
In der "Location"-Zeile von Netscape ist nun die Adresse des Gopherservers zu sehen.
Um wieder auf die Ausgabeliste (s. Abb. 4.3) von Veronica zurückzukommen, wird auf das "Back"-Feld von Netscape geklickt. Aus der Liste kann dann ein anderer Eintrag probiert werden.
In Stoßzeiten bekommt der Anwender bei Anfragen an Veronica, öfter die Meldung "Too many connections..." und die Anfrage wird abgelehnt. Dann versuchen zu viele Leute, Informationen von einem Veronica-Server zu bekommen. In diesem Falle sollte ein anderer Server probiert werden (s. Abb. 4.1). Die Suche mit Veronica kann schnell frustrierend werden, wenn die Netzlast so groß ist, das alle Veronica-Server belegt sind. Auch kann es vorkommen, das einige Dokumente nicht mehr gefunden werden, weil sie bereits zu alt sind.
Neben Gopher oder WWW gibt es auch noch andere Datenbanken im InterNet. Das Problem, das sich früher stellte war, daß jede Datenbank geringfügig anders angesteuert werden wollte. So mußte für eine Datenbankanfrage auch eine spezielle Sprache gelernt werden (SQL). Bei einigen Systemen ist dies zwar immer noch notwendig, doch gibt es dazu nun auch eine Alternative.
Die Alternative hat den Namen WAIS ("Wide Area Information System", sprich: Wäis). WAIS ist eine Schnittstelle zu unterschiedlichen Datenbanken. Der Anwender richtet seine Anfrage an WAIS und dieses sucht dann die entsprechenden Datenbanken heraus und sucht in diesen nach den Daten.
Um eine WAIS Anfrage zu starten, ist normalerweise ein WAIS-Client für den eigenen Computer notwendig. Dies ist aber nicht zwingend notwendig. Ein Zugang mit Netscape ist ebenfalls möglich. Dazu wird ein WWW<->WAIS Gateway angewählt. Dieses nimmt dann die Anfragen des Nutzers entgegen und leitet sie WAIS zu. Umgekehrt werden die Ergebnisse von WAIS dem Anwender als WWW-Seite dargestellt.
Um WAIS mit Netscape (oder einem anderen WWW-Browser) nutzen zu können, wird der Server:
http://wais.wais.com/directory-of-servers.html
angewählt. Das System präsentiert dann eine Eingabemaske und eine Liste aller Datenbanken (s. Abb. 4.5).
Nun werden wieder Schlüsselwörter eingegeben. Dies geschieht nach dem gleichen Prinzip wie bei Veronica. Der Anwender muß aufpassen, daß er nicht zu allgemein, oder zu speziell wird. Da es sich bei WAIS oft um englischsprachige Datenbanken handelt, sollten auch englische Schlüsselwörter gebraucht werden.
Werden Informationen zu deutschen Themen gesucht, sollten auch deutsche Schlüsselwörter ins Englische gewandelt werden. Ansonsten werden die Datenbanken nicht sehr viel finden.

Abb. 4.5: WAIS-Eingabe

Abb. 4.6: Ergebnis der WAIS-Suche
Wurde die Eingabe mit der "
Ü"-Taste dem Rechner übergeben, wird gewartet was die Datenbank herausgibt. Im Beispiel wurden Informationen über das Hubble Space Teleskop (kurz: HST) der Nasa gesucht. Als Antwort gibt das System eine Reihe von Datenbanken heraus, die Datensätze zu den entsprechenden Schlüsselwörtern haben (s. Abb. 4.6). Im Beispiel wird nur eine einzige Datenbank angegeben, die Suchkriterien haben das Thema also gut eingegrenzt.Wurde eine Datenbank angewählt, werden weitere Suchbegriffe eingegeben, die das Problem weiter eingrenzen (kein Bild). Im Beispiel wurde "status" als Suchbegriff eingegeben, da der momentane Status des Weltraumteleskops für eine Arbeit gesucht wird. Das System gibt nun eine Reihe von Dokumenten aus, die sich der Anwender per Mausklick anzeigen lassen kann (s. Abb 4.7).

Abb. 4.7: Statusinformationen vom Weltraumteleskop.
Der Anwender kann durch das "Back"-Feld von Netscape jederzeit die vorhergehenden Seiten aufrufen und sich die anderen Datensätze zeigen lassen.
Kein anderer Dienst als das World-Wide-Web hat so zur Popularität von InterNet beigetragen. Kein anderer Dienst hat aber auch so eine Zunahme von Servern zu verzeichnen. WWW ist nicht nur bei den Anwendern beliebt, sondern auch bei System -und Datenbankbetreibern. Mit kaum einem anderen Medium lassen sich Daten so anschaulich darstellen, wie mit WWW. Dies hat auch seinen Preis. WWW ist bereits als Killerapplication bekannt. Zehn Leute die WWW machen, verursachen soviel Datentransfer wie 1000 E-Mail Schreiber. In einigen Universitäten kam es schon vor, das die Computer so mit WWW beschäftigt waren, daß sie ihre routinemäßigen Aufgaben nicht mehr nachkommen konnten.
Die Provider tragen dem Sorge und erhöhen beständig die Kapazität der Leitungen. Es kommen täglich neue Server hinzu, wie sind diese Berge an Informationen zu katalogisieren?
Wieder ist dies nur mit Hilfe der Netzteilnehmer möglich. Diese melden ihre eigenen Server bei einigen Rechnern als WWW-Server an. Dies geschieht freiwillig, damit andere Nutzer diesen Server leichter finden können.
Der Anwender sieht sich dann nur den Index aller Server auf diesem einen Server an und kann seine Wahl treffen. Die WWW-Server sind nach verschiedenen Kategorien geordnet. Einerseits nach ihrem Standort (also nach Ländern) und andererseits nach ihrem Inhalt.
Für eine schnelle Suche zu einem bestimmten Thema, bietet sich der Themenkatalog an. Alle bekannten WWW-Server sind unter verschiedenen Themen eingeordnet. Um zu diesem Server zu kommen, gibt der Anwender:
http://www.w3.org/hypertext/DataSources/bySubject/Overview.html
ein (Groß -und Kleinschreibung beachten!). Das System präsentiert dann eine Liste mit vielen Themen von "Aboriginal Studies" bis "Wine" an (s. Abb. 4.8). Aus diesen Gruppen wird nun das Thema gewählt, welches der gesuchten Information am nächsten kommt.
Die Themen sind in englischer Sprache geschrieben. Unter einem englischsprachigen Betreff, kann aber auch ein deutscher Server stehen.

Abb. 4.8: Liste aller Themen.
Im Beispiel wurde das Schlüsselwort "Law" für Recht ausgewählt. Das System präsentiert dann eine weitere Seite (s. Abb. 4.9). In dieser (deutschen) Seite, kann dann ausgewählt werden, was zum Thema Recht einen nun ganz genau interessiert (s. Abb. 4.10).
Die Suchmethode ist immer gleich, von einer sehr allgemeinen Problembeschreibung, geht der Anwender auf eine immer speziellere Sichtweise über. Damit wird die Information Schritt um Schritt eingegrenzt, bis nur noch ein paar übrigbleiben.
Durch diesen Themenkatalog, sind sehr schnelle Zugriffe auf bestimmte Server möglich. Allerdings werden dann nicht Dokumente präsentiert, die sich genau auf die gesuchte Information beziehen. Das System zeigt nur Rechner auf, die sich mit dem Fachgebiet, aus dem die Information stammt beschäftigen.

Abb. 4.9: Die deutsche Jura-Seite.

Abb. 4.10: Veröffentlichungen von Regierungen und Parteien.
Es ist sehr schwierig, zielstrebig auf eine Information zuzugehen. Das InterNet verführt doch recht stark, vom Thema abzuschweifen. Schließlich ist der Unterschied zwischen einer Urteilssammlung in Deutschland und einer neuseeländischen Antarktis Tour, nur ein einziger Mausklick. :-)
Neben der Suche in einer Themenliste können auch Server nach Ländern gesucht werden. Wenn Informationen über bestimmte Länder oder Universitäten gesucht werden, ist ein Verzeichnis einzelner Server ergiebiger, als eine Themensuche. Möchte der Anwender herausfinden, ob eine amerikanische Uni, oder eine japanische Firma im WWW ist, schaut er sich nur die Serververzeichnisse der einzelnen Länder an.
Dazu gibt der Anwender bei seinem WWW-Browser:
http://www.w3.org/hypertext/DataSources/WWW/Servers.html
ein.

Abb. 4.11: Liste der Server nach Ländern.
Das System gibt dann eine Liste aller Länder aus (s. Abb. 4.11). Der Anwender selektiert sein Land, und dann gibt ihm das System eine Liste aller Server in diesem Land aus. Unter dem Menüpunkt für Deutschland, ist auch eine Karte der WWW-Server enthalten (s. Abb. 4.12). Der Anwender muß nur auf die betreffende Stadt klicken, schon listet das System die WWW-Server dieser Stadt.

Abb. 4.12: Deutsche WWW-Landschaft.
Orte, die mit einem dunklen Punkt gekennzeichnet sind, haben wenigstens einen WWW-Server mit touristischen Informationen. Diese WWW-Landkarten (engl.: sensitive map) gibt es auch für andere Länder.
Wenn nun aber explizit WWW-Dokumente nach Schlüsselwörtern gefunden werden sollen, ist eine Suche über Themen oder Landeslisten wenig erfolgreich.
Daher gibt es auch im WWW eine Suchfunktion, ähnlich der wie Veronica für Gopher, die über einen Index von vielen WWW-Seite verfügt. Gibt der Anwender seine Schlüsselwörter ein, sucht das System alle WWW-Seiten (nicht Server!) heraus, auf die diese Eingaben passen.
Der Rechner gibt dann die gefundenen Einträge in Form von einer Liste heraus. Der Anwender kann sich diese Dokumente wieder bequem per Mausklick ansehen.
Für die Suche im WWW gibt es mehrere Suchfunktionen. Hier wird aber nur die größte und mächtigste Datenbank dargestellt, der Webcrawler. Um den Webcrawler zu erreichen wird (über das "Open"-Feld :
http://www.webcrawler.com/
eingegeben. Das System präsentiert wieder eine Seite, in dem die Schlüsselwörter eingegeben werden können (s. Abb. 4.13). Weitere Suchmaschinen lauten:
www.yahoo.com, www.altavista.com oder www.metacrawler.com.
Abb. 4.13: Der Webcrawler.
Für die Eingabe der Schlüsselwörter, gelten die gleichen Bedingungen und Möglichkeiten, wie bei Veronica. Zuwenig Einschränkungen produzieren unübersichtliche Mengen, und zuviel Einschränkungen produzieren gar nichts.
Im Beispiel soll etwas über die japanische Wirtschaft herausgefunden werden. Als Keywords (engl. f. Schlüsselwort), werden "japanese" und "economy" gegeben.
Das System sucht dann alle WWW-Dokumente von verschiedenen Servern heraus, auf die beide Schlüsselwörter zutreffen (s. Abb. 4.14). Darunter ist dann auch die (gesuchte) ökonomische Einschätzung Japans.

Abb. 4.14: Ergebnisliste der Suche.
Mittels eines Mausklicks, wird dieses Dokument dann aufgerufen (s. Abb. 4.15). Netscape lädt diese Seite dann von einem japanischen Server. Ist das Dokument geladen, kann es abgespeichert oder ausgedruckt werden.
Durch den Webcrawler sind ca. vier Millionen WWW-Dokumente zu erfaßbar. Wenn der Anwender noch andere Such-Server anwählen möchte, braucht er bloß bei Netscape auf das "Net Search"-Feld zu klicken.

Abb. 4.15: Der Überblick über die japanische Wirtschaft.
Durch diese Methode ist es sehr einfach, selbst spezielle Informationen schnell zu finden.
Im InterNet befinden sich auch sehr viele Bibliotheken. Einige davon sogar in Deutschland. Der Anwender kann dann in diesen, via InterNet, nach Büchern oder anderen Publikationen (z. B.: Dissertationen) suchen. Einige Bibliotheken sind per Gopher, andere per WWW, doch die meisten per TelNet abfragbar.
Bei WWW Bibliotheken, wird dem Anwender ein elektronisches Formular präsentiert, das er mit Autoren-, Titel- oder Schlüsselwortangaben ausfüllen muß. Dann wird dieses Formular wieder an den WWW-Server zurückgeschickt, der dann die entsprechenden Bücher ausgibt. Bei Gopher ist die Verfahrensweise ähnlich.
Bei einer TelNet-Recherche, startet der WWW-Browser das TelNet-Programm, welches dann die Verbindung herstellt.
Auf der WWW-Seite (s. Abb. 4.16):
http://www.laum.uni-hannover.de/iln/bibliotheken/
sind alle deutschen Bibliotheken im InterNet, nach Fach- und Themengebiet angegeben.

Abb. 4.16: Deutsche Bibliotheken.
Neben normalen Bibliotheken, bietet die Seite auch den Zugang zu anderen Publikationssammlungen an. Der Anwender braucht nur auf das entsprechend unterlegte Feld zu klicken. Das System wird dann weitere Seiten präsentieren.
Nun sollen aber alle Bibliotheken, nach Fachgebieten gegliedert, ausgegeben werden. Es wird ein Computerbuch über Modula-2 (eine Programmiersprache) gesucht. Aus naheliegenden Gründen ist der Fachbereich Informatik im InterNet besonders häufig vertreten. Aber es gibt auch schon (besonders im Ausland) viele andere Bibliotheken im InterNet.
Um das Buch zu finden, wird die Bibliothek der Universität Stuttgart ausgewählt (s. Abb. 4.17). Das System startet das TelNet-Programm, auf welchem dann das Bibliotheksprogramm des fremden Rechners läuft. Da Stuttgart nicht so gut am InterNet angebunden ist, dauert es eine Weile, bis die Eingaben auf der anderen Seite angekommen sind.

Abb. 4.17: Die Suche nach einem bestimmten Buch.
Dann wird als Schlüsselwort "Modula-2" eingegeben. Das System findet zu diesem Punkt 17 Bücher. Diese werden auf Wunsch nun mit ihren wichtigsten Daten ausgegeben.
Bei einigen Bibliotheken, können die Bücher auch gleich für die Ausleihe vorgemerkt werden, bzw. es kann nachgesehen werden ob die Bücher ausgeliehen sind. Es wäre wirklich schön, wenn bald alle Büchereien diesen Service bieten würden. Viel Lauferei würde sich der Leser dann sicher ersparen können.
Wenn sich der Leser mal in ausländischen Bibliotheken umsehen möchte, kann er dies unter folgender Adresse tun:
http://galaxy.einet.net/hytelnet/HYTELNET.html
Das System präsentiert ihm eine Seite, auf der er ein Schlüsselwort (nicht Titel o. ä.) eingeben kann, zu dem gesuchten Buch. Das Programm wird dann die Bibliotheken auswählen, die ungefähr in das gesuchte Fachgebiet fallen. Der Anwender kann dies ausgegebenen Rechner auch gleich mit einem Mausklick erreichen. Die Recherche kann beginnen. Diese ist, wie im InterNet üblich, kostenlos!
Der WWW-Browser kann ein TelNet Programm nur aufrufen, wenn eines vorhanden und eingetragen ist. Ein entsprechendes TelNet Programm ist zwar auf der CD-ROM enthalten, muß aber vom Leser selber in NetScape eingetragen werden.
Die Recherche im CompuServe gestaltet sich einfacher. Da das CompuServe auch als ein Netz geplant war, es dazu noch eine Zentrale gibt, kann der Anwender auch sehr viel gezielter Suchen und Arbeiten. Die Informationen, wo welche Daten zu finden sind, kann der Nutzer auf einen Schlag sehen und die entsprechenden Datenbanken anwählen.
In diesem Kapitel werden zwei Recherchemöglichkeiten mit CompuServe vorgestellt. Einige Suchmethoden wurden ja bereits im Kapitel 3.4 erklärt. Da alle Informationen auf die bereits erklärte, oder die nun folgende Weise funktionieren, wird sich der Anwender sehr schnell an die Benutzung gewöhnen. Einfacher als mit dem WinCIM ist eine Netzwerkbedienung kaum noch möglich.
Die vorgestellten Suchmethoden, sind einerseits der Executive News Service, einer Art persönlicher Zeitung und IQuest. Einer großen Ansammlung aus Datenbanken, die alle gleichzeitig befragt werden.
Vielleicht hat sich der Anwender schon öfter geärgert, daß er in der gekauften Tageszeitung gerademal 30 % gelesen hat. Der Rest wird fachgerecht entsorgt. Darunter fallen das die Rubriken Immobilien, Wohnung, Sport und Werbung. Die Zeitung ist ein ganzes Stück dünner. Es wäre also recht praktisch, wenn man gleich eine Zeitung kaufen könnte, die nur aus den Teilen besteht, die man wirklich lesen möchte.
So etwas ist mit dem Executive News Service (kurz ENS) von CompuServe möglich. Der Anwender gibt dem System die Themen vor, die ihn interessieren. CompuServe übernimmt dann die Suche in den Artikeln der Nachrichtenagenturen. Nach einer Laufzeit von ein paar Stunden bis Tagen (der Anwender muß nicht Online bleiben!), hat das System einige Nachrichten zu diesen Themen zusammengesammelt.
Diese kann der CompuServe-Kunde dann auf seinen Rechner laden und lesen. Der ENS ist ein Profi-Service, seine Benutzung kostet als ein stündliches Entgelt (s. Kap. 3.4).
Der ENS ist nicht in jedem CompuServe-Account enthalten. Momentan aber, wird er in Deutschland bei neuen Kunden mit eingeschaltet. Ob nun der Anwender am ENS teilnehmen kann, erfährt er über "GO EXECUTIVE". Wenn der ENS nicht enthalten ist, kann er für 1,05 US$ im Monat zusätzlich, bekommen werden.
Um zum ENS zu kommen, gibt der Nutzer "GO ENS" ein, bzw. klickt beim WinCIM auf die "Ampel"-Ikone. Das System baut dann ein neues Fenster auf, in dem sich der ENS bedienen läßt (s. Abb. 4.18).
Die Funktionsweise des ENS ist recht einfach. Der Anwender muß Ordner anlegen. In diesen Ordnern legt er fest, welche Nachrichtenagenturen auf welche Schlüsselwörter überwacht werden sollen. Nach einer Weile befinden sich dann die Nachrichten, auf die die vorher eingegebenen Kriterien zutreffen, in diesem Ordner.
Der Anwender erstellt einen Ordner, in dem er auf die dritte Ikone von unten (die Hand mit Stift), am rechten Bildschirmrand, klickt. Der WinCIM öffnet nun ein neues Fenster (s. Abb. 4.19), in dem die entsprechenden Daten eingegeben werden.

Abb. 4.18: Der ENS Hauptbildschirm.

Abb. 4.19: Einen neuen Ordner erstellen.
In der linken Hälfte des Fensters, können die Nachrichtenagenturen, die Überwacht werden sollen, selektiert werden. Um die Überwachung einer Agentur einzuschalten, wird mit der Maus ein Kreuzchen in das Kästchen geklickt. Europäer können getrost die ganzen regionalen Nachrichtenagenturen vergessen. Sie sind meist nur auf Nordamerika fixiert. Sogar die Deutsche Presse Agentur ist im CompuServe vertreten.
Oben wird dem Ordner aber zuerst ein Name gegeben. Dann können in der rechten Hälfte die Suchbegriffe eingegeben werden. Die Schlüsselwörter sollten auch zweisprachig formuliert werden. Da dann auch die amerikanischen und englischen Nachrichtenagenturen besser überwacht werden können.
Es können nicht mehr als drei Ordner angelegt werden.
Bei der Wahl der Schlüsselwörter, sollte der Anwender wieder auf Prägnanz achten. Eine zu starke Eingrenzung führt vielleicht dazu, keine Nachrichten zu finden, eine zu schwache resultiert in zuvielen Nachrichten. Ein Gefühl dafür wird sich wohl erst mit der Zeit einstellen.
Es können mehrere Suchbegriffe in einer Zeile eingegeben werden. Die einzelnen Elemente können mit einem "+" verknüpft werden. Das Plus wird als logisches UND interpretiert. Es werden also nur Nachrichten in den Ordner kopiert, auf die beide Suchbegriffe zutreffen.
Neben dem UND gibt es auch (wie bei allen Datenbanken) noch das logische ODER, daß als "|"-Zeichen (
G<) repräsentiert wird. Als letztes logisches Element wird auch das NICHT, mittels des "-"-Zeichens dargestellt, verstanden.Neben den logischen Operatoren, gibt es auch noch das Sternchen "*". Mit dem Sternchen, können ab seiner Position im Suchwort, alle Schreibweisen akzeptiert werden (s. auch Veronica).
Mittels dieser Operatoren, kann der Nutzer dem ENS ziemlich genaue Vorgaben machen, welche Informationen er wünscht.
Mit dem Ablaufdatum gibt der Anwender an, wielange das System nach den Nachrichten suchen soll (maximal 14 Tage).
Nach ein paar Stunden oder Tagen, hat der ENS alle Nachrichten herausgefiltert, auf die die Schlüsselwörter zutreffen (s. Abb. 4.20).

Abb. 4.20: Gefundene Nachrichten.
Wenn der Anwender den ENS das nächstemal aufruft, kann er die Nachrichten lesen. Da dies aber recht lange dauert und dies im Profi-Service auch viel Geld kostet, sollten die Nachrichten nach Hause übertragen werden. Dann können sie offline gelesen werden. Wie dies funktioniert, ist in Kapitel 3.4 nachzulesen.
IQuest ist ein Sammelsurium aus vielen Datenbanken (ca. 1000). Der Anwender übermittelt seine Anfrage an IQuest und IQuest schaut in allen Datenbanken nach, ob es Datensätze findet, die den Angaben entsprechen. Vom Prinzip her, ist IQuest ungefähr mit WAIS vom InterNet zu vergleichen. Allerdings ist IQuest besser zu bedienen und weis viel mehr. IQuest ist also eine Art Nutzeroberfläche, die andere Datenbanken bedienen kann. Der Anwender muß sich also keine Gedanken machen, wie er an bestimmte Informationen kommt. Dies macht IQuest.
Leider hat die Sache einen Haken, IQuest mag alles sein, aber es ist ganz und gar nicht billig! Eine erfolglose Suche schlägt schon mit 1,00 US$ zu Buche. Selbst der Start der Suche kostet teilweise schon Geld. Werden aber Informationen gefunden, kostet dies pro Datenbank 5,00 US$ bis 75,00 US$! Genauere Preise können nicht genannt werden, da sich die einzelnen Datenbanken zu sehr unterscheiden. IQuest eignet sich also nicht zum Spielen. Allerdings sind diese Preise wahrscheinlich zu rechtfertigen, bei der Art und Menge der Informationen. IQuest fragt bei neuen Kosten auch immer nach und zeigt die laufenden Kosten ständig an.
Um eine Suche mit IQuest zu beginnen, gibt der Anwender "GO IQUEST" ein. Der WinCIM öffnet dann das Terminalfenster und IQuest startet. An dieser Stelle sollte der Anwender bereits die Dateiprotokollierung einschalten (mit einem Klick auf das entsprechende Feld des Terminalfensters vom WinCIM).
Für die laufenden Kosten, sollte der Anwender die Zeile "Total charges thus far: ", im Auge behalten. Diese gibt ihm einen genauen Überblick über die momentanen Kosten.
Nachdem IQuest aufgerufen wurde, stellt es als erstes ein Menü dar, in dem man das Thema der gesuchten Information klassifizieren muß. Dann werden die entsprechenden Datenbanken nach dem Begriff abgesucht.
In diesem Beispiel werden Informationen über den Pentium-Bug gesucht, die Eingaben des Anwenders sind fett gedruckt:
Welcome!
Logon 103 Sat Jun 17 1995 20:25:35 EST
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(c) 1995 Telebase Systems, Inc.
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6 PC Magazine
7 PC Week
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* ENTER COMPUTER TOPIC *
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SEARCH EXAMPLES: microcomputer/ AND business
electronic mail OR teleconferencing
(Lisp OR Prolog) AND expert systems
Type H for more help and examples.
ENTER COMPUTER TOPIC
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********************************
The scan is now in progress. Your query is being submitted to a selected group of databases.
When the scan is completed, a results menu will display. This special menu will show you which of the databases contains information on your topic. To help you select the appropriate databases to search, the menu will indicate the format of items in each database and the main source of information, such as journals, books, or newspapers. You'll also be able to see database descriptions by typing H. Further assistance will be available from the results menu by typing SOS to access our online reference support facility.
Note that database searches conducted from the scan results menu incur normal search charges. The scan process may take a few minutes. The message "Scanning, please wait..." will repeat until the scan is completed.
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Scanning, please wait...
Scanning, please wait...
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Scanning, please wait...
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INTEL AND BUG AND PENTIUM
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System is now searching Computer News Fulltext database, copyrighted 1995 by International Data Group, Boston, MA and available through Dialog Information Services, Inc.
Accessing Network...........Completed.
Accessing Database Host.....Completed.
Logging on..................Completed.
Logging on (second step)....Completed.
Selecting Database..........Completed.
Submitting Search Term......Completed.
There are 16 item(s) that satisfy your search phrase.
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Heading #1 Search: 06-17-1995 18:31
^S/^Q: start/stop; ^C/<ESC>: interrupt; ^T: Paging ON/OFF
DIALOG(R)File 674:Computer News Fulltext
(c) 1995 IDG Communications. All rts. reserv.
044232
nexgen nabs *intel* architect 16-year chip vet, named coo, to define product strategy Byline: jaikumar vijayan
Journal: Computerworld Page Number: 32
Publication Date: May 08, 1995
Word Count: 396 Line Count: 35
Section Heading: Computer Industry
Caption(s): photo, vinod dham
Text:
In one of its more significant catches so far, tiny chip maker NexGen, Inc. last week announced it had landed as its new chief operating officer Vinod Dham , one of the main architects of *Intel* Corp.'s *Pentium* processor
...
As a top gun at NexGen in Milpitas, Calif., Dham is expected to further hel p define the fast-growing chip maker's strategy to offer silicon that bests the market-leading *Pentium* and at a significantly lower price.
Press <return> to continue.
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TOTAL CHARGES: $ 9.50
Logoff 102 Sat Jun 17 1995 18:34:57 EST
Thank you for using IQuest.
Listing 4.1: Ein IQuest Mitschnitt.
Die Verknüpfung der Suchbegriffe erfolgte wieder mittels AND, einer logischen UND Operation. Für ODER Verknüpfungen wird entsprechend OR benutzt und für logisch NICHT ist es NOT.
Durch die Eingabe von "SOS" an der Eingabeaufforderung, kann ein Operator aus Fleisch und Blut gerufen werden. Der Anwender sollte dies nur in Notfällen verwenden, wenn er nicht mehr weiter weis.
Das System hat also erst in allen Datenbanken zu dem gewünschten Thema gesucht und dann die gelistet, in denen Datensätze zur gesuchten Information vorhanden waren. Dann wollte das System wissen, in welcher Datenbank gesucht werden sollte. Zu Demonstrationszwecken wurde hier die mit den wenigsten Treffern aufgerufen. Die Anzeige der gefundenen Daten kostete noch mal 7,50 US$. Insgesamt kostete der Spaß 9,50 US$ was für IQuest wirklich spottbillig ist. :-)
Ob sich die Suche für den Anwender lohnt, kann nur er selber beurteilen. IQuest bietet ein enorme Breite an Informationen. Zu ausgefallenen Themen wird man wahrscheinlich nur hier fündig. In dieser Situation, sind dann wahrscheinlich auch die hohen Preise zu rechtfertigen.
Die Recherche im Datex-J gestaltet sich auch recht einfach, wenn auch nicht so einfach wie in CompuServe. Dafür sind die meisten Datenbanken aber in deutscher Sprache. Im Datex-J finden sich Anbieter von Datenbanken wie das "WER ist WER", "WER liefert WAS", "VDI-Nachrichten" und viele Tages- und Wochenzeitungen. Bei einigen ist die Suche sehr teuer, bei anderen wiederum preiswerter.
Damit der Anwender eine Übersicht über die Datenbankanbieter im Datex-J bekommen kann, gibt es eine gute Zusammenfassung auf Seite:
*10467820#
Diese Übersicht ist auch über das generelle Hauptmenü der Telekom, über "*0#" zu erreichen. Von dort kann sich der Nutzer dann entscheiden, zu welchem Themengebiet er eine Datenbank sucht.
Eine sehr großer Anbieter von Datenbanken der verschiedensten Arten ist Genios. Zu dem Angebot von Genios kommt der Anwender über die oben angeführte Seite, oder per Direktwahl mit "*genios#".
Datex-J präsentiert dann die Leitseite von Genios (s. Abb. 4.21). Der Anwender kann sich hier aussuchen, ob er eine Datenbank nach ihrem Namen, oder nach ihrem Themengebiet aussuchen möchte.
Hier zeigt sich auch der Unterschied zu WAIS oder IQuest. Diese haben in allen vorhandenen Datenbanken nach den Schlüsselwörtern gesucht. Der Anwender konnte sich dann die betreffende Datenbank wählen. Bei Genios muß sich der Nutzer erst für eine Datenbank entscheiden und kann dann suchen.

Abb. 4.21: Die Leitseite von Genios.

Abb. 4.22: Eingabe der Suchkriterien.
Im Beispiel wurde aus der Rubrik "Wirtschaft" das WHO IS WHO ausgewählt. Diese Datenbank enthält sämtliche Biographien von Wirtschafts -und Finanzgrößen. Die gesuchte Person ist Edzard Reuter, ehemaliger Vorstandschef der Daimler Benz AG.
Bei der Eingabe der Suchkriterien, muß wie bei anderen Datenbanken ebenfalls darauf geachtet werden, dem System nicht zuviel -oder zuwenig Informationen vorzugeben.

Abb. 4.23: Liste der gefundenen Datensätze.
Nach einer kurzen Suche findet das System einen Eintrag. Die gesuchte Person ist also in der Datenbank enthalten. Der Abruf des Datensatzes kostet aber 9,99 DM! Also auch diese Datenbank ist nur etwas für Profis. Der Haken bei allen Datenbanken ist leider, daß sich der Anwender erst dann weis, daß sich die Daten für ihn lohnen oder nicht, wenn er bereits bezahlt hat. Der Nutzer kauft also die Katze im Sack.
Wird der Datensatz abgerufen, muß der Anwender den Preis entsprechend Bestätigen. Dann kann der Nutzer entscheiden, ob er sich die Datensätze gleich anschauen möchte (s. Abb. 4.24), oder ob er sie als Telesoftware zu sich nach Hause laden möchte.

Abb. 4.24: Der Abruf des Datensatzes.
Um sich den Datensatz sofort anzusehen, wird die Nummer eingegeben, die vor dem entsprechenden Datensatz steht. Soll der Datensatz auf den Heim-PC kopiert werden, muß zu der Nummer des Datensatzes noch die Zahl 30 hinzuaddiert werden. Für den Telesoftwaredownload wäre dies also für den Datensatz Nr. 10, die Zahl 40. Nach der Eingabe und der Bestätigung der Kosten, empfängt der Decoder den Datensatz selbständig.
Die Methode, einen Datensatz sofort zu transferieren und dann den Datenbankrechner zu verlassen, empfiehlt sich. Für die Benutzung mancher Datenbankrechner fällt nämlich eine Gebühr von 0,60 DM pro Minute an. Wenn einige Datensätze gelesen werden, kann dies einige Minuten dauern und entsprechend viel Geld kosten. Werden die Datensätze aber gleich transferiert, und die Datenbank verlassen, entsteht dieses Problem nicht.
In Genios gibt es noch viele weitere Datenbanken, die nach dem gleichen Prinzip wie das Beschriebene funktionieren.
Das Wochenmagazin "Der Spiegel" hat wohl das größte Zeitungsarchiv in der Republik, wenn nicht sogar in Europa. Zwar kann der Anwender Online nicht auf alle Datensätze des Spiegelarchivs zugreifen, doch trotzdem bietet diese Datenbank (s. Abb. 4.25) sehr viele Informationen.

Abb. 4.25: Das Spiegelarchiv (online).
An die Spiegeldatenbank, kommt der Anwender wieder über das Datenbankmenü der Telekom, oder durch die Direktwahl von:
*spiegel#
In der Datenbank hat der Anwender Zugriff auf alle Artikel, die in der Zeitschrift veröffentlicht worden sind. Um eine Anfrage an die Datenbank zu richten, wird auf der Leitseite die Ziffer "2" eingegeben. In der folgenden Seite können dann die Suchbegriffe dem Datex-J Rechner übermittelt werden.

Abb. 4.26: Eingabe der Suchbegriffe.
Im Beispiel wird nach einem Artikel im Spiegel gesucht, der von Leuten handelt, die glauben von Ufos entführt worden zu sein (auch solche Leute muß es geben :-)). Also werden die Begriffe, die die gewünschte Information spezifizieren, in den Rechner eingegeben. Der Spiegelrechner führt zwischen den einzelnen Wörtern eine UND Verknüpfung durch. In Wirklichkeit steht in Abb. 4.26 nicht "ufo entführung", sondern "ufo UND entführung". Der Spiegelrechner läßt allerdings keine anderen logischen Operatoren zu.
An dieser Stelle kann der Anwender aber auch bestimmte Artikel nach ihrem Titel etc. suchen lassen.
Nachdem die Anfrage an den Spiegelrechner abgeschickt wurde, sucht das System in seinem Speicher. Nach einer Weile gibt der Rechner die Anzahl der gefundenen Einträge, in der untersten Zeile aus. Möchte sich der Anwender angucken, welche Datensätze der Rechner gefunden hat, gibt er "*1#" ein. Auf einer neuen Seite werden die gefundenen Einträge dann ausgegeben (s. Abb. 4.27). Diese kann sich der Anwender dann anzeigen lassen, oder sie als Telesoftware downloaden.

Abb. 4.27: Ausgabe der gefundenen Einträge.
Auf der neuen Seite gibt der Computer dann aus, in welchem Spiegelheft der Artikel zu finden ist und welchen Titel er hat. Der Anwender kann sich den Artikel aber auch gleich anzeigen lassen, wenn er die entsprechende Ziffer eingibt. Für den Telesoftwaredownload, wird die entsprechende Ziffer um 10 erhöht.
Die Suche im Spiegelarchiv kostet 0,60 DM pro Minute, die Ausgabe der gefundenen Einträge schlägt nochmals mit 1,50 DM pro Eintrag zu Buche. Für eine so umfangreiche Datenbank recht preiswert.
Der Telesoftwaredownload hat im Spiegelarchiv nicht geklappt. Ein Transfer kam nicht zustande. Die zusätzlichen 1,50 DM wurden aber trotzdem berechnet! Es ist unklar ob der Fehler im Decoder oder in der Spiegeldatenbank zu suchen ist.
In diesem Kapitel wurden dem Anwender einige Recherchemöglichkeiten demonstriert. Dies betraf die Informationssuche in Offlinenetzen, wie dem FidoNet, Z-Netz oder dem UseNet. Als Informationsquelle kommen bei Offlinenetzen oft nur die öffentlichen Bretter in Frage. Einige Netze haben auch eine große Verbreitung in der Welt, so daß schon allein dieser Umstand viele Informationen in sich birgt.
Die Recherche in Netzen mit Online-Diensten, fällt dagegen natürlich weitaus umfangreicher aus. Der Anwender kann seine Anfragen direkt an einen Datenbankcomputer mit vielen GBytes an Informationen richten. Die Antwort erfolgt oft innerhalb weniger Sekunden bis Minuten. Allerdings hat dieser Komfort auch seinen Preis. Nicht alle Datenbanken sind umsonst zu haben, was auch nicht weiter verwundert, denn auch die Erstellung und der Unterhalt dieser Wissenspeicher kostet sehr viel Geld.
Im InterNet sind viele Datenbanken gratis, was aber nicht bedeutet, daß der Zugang zum InterNet gratis ist. Im CompuServe oder Datex-J gibt es viele kostenpflichtige Datenbanken. Aber der Anschlußpreis an diese Netze, ist für den Anwender günstiger als InterNet. Der Anwender muß selber entscheiden, welche Art der Informationen er braucht. Im InterNet gibt es, dank der Universitäten, sehr viele Informationen aus Forschung und Technik. Im CompuServe oder Datex-J gibt es dafür mehr aus dem gesellschaftlich, ökonomischen und politischen Bereich. Für die professionellere Suche, sind die komerziellen Netze auch besser zu gebrauchen, da das Auffinden und die Bedienung der Datenbanken wesentlich einfacher ist, als im InterNet. Das dies bezahlt werden muß, ist nicht verwerflich!
Wenn der Anwender seine eigenen Informationen sucht, braucht er sich nur an die im Buch angegeben Adressen halten und die Datenbanken auswählen, die ihm voraussichtlich am meisten helfen werden. Über die Wahl und Kombination der Suchbegriffe, sind viele Informationen schnell ein -und auszugrenzen.
Die Netze sind riesengroß und Speichern das Wissen der Menschheit. Mensch muß sich dieses Speichers nur bedienen. :-)
Dieses Kapitel wird sich mit einem Blick in die Zukunft der Vernetzung beschäftigen. Über dieses Thema gibt es von vielen Organisationen bereits Literatur, die ganze Regale füllen könnte. Die Aussichten auf die kommende Zeit, ruft Freude, aber auch Verwirrung und gar Angst hervor. Ebenso kontrovers, werden auch die Diskussionen über die kommende Informationsgesellschaft geführt. Dieses Kapitel kann die gesamten Facetten gar nicht alle berühren. Aber vielleicht ist ein Ausblick auf die zukünftigen Anwendungen der Computer möglich.
Um dieses Gebiet erschließen zu können, muß der Leser wissen, was auf dem Spiel steht. Viel Geld. Fachleute diskutieren über den Daten-Highway und über das Geld, das dabei verdient werden kann. Daneben steht der Anwender mit seinen Interessen. Zu diesem Zweck wurde für dieses Buch eine (nicht repräsentative) Umfrage unter den Netzbenutzern im Berliner Raum gemacht. Sie gibt ungefähre Anhaltspunkte, über das Nutzungsspektrum der Teilnehmer. Darüber werden die sozialen Aspekte der elektronischen Kommunikation erläutert. Stimmt das Sprichwort, daß nirgends Gefühle existieren können wo der Computer regiert? Was ist mit Computer-Partnersuche oder CyberSex?
Wie wichtig wird der Netzanschluß für den zukünftigen Bürger? Normalerweise bleibt es immer dem Kunden überlassen, ein Produkt zu kaufen oder auch nicht. Doch hat man eine Wahl in einer Informationsgesellschaft ohne Computer und Netzanschluß? Wahrscheinlich nicht.
Momentan strömen immer mehr große Konzerne auf den Markt der Telekommunikation. Vom Stromerzeuger bis zum Softwaregiganten ist jeder vertreten. Vorsichtige Schätzungen gehen von einem Gesamtumsatz, um 20 Milliarden DM im Jahre 2000 in Deutschland aus. Im Jahre 2010 sollen es gar 30 Milliarden DM sein. Der Softwareriese Microsoft, möchte mit seinem neuen Netzwerk "Mircosoft Network " ebenfalls mitmischen und rechnet sich aus, daß er bis zum Jahr 2000, Zwei Milliarden US$ verdient hat. Der Stromerzeuger, Maschinenbauer und Mobilfunkbetreiber Mannesmann ist bereits bei einer großen InterNet-Firma eingestiegen. Unternehmen wie der Kommunikationsriese Bertelsmann, haben sich mit großen amerikanischen Netz-Providern zusammengetan. Die Deutsche Telekom geht Bündnisse mit ausländischen Telekommunikationsriesen ein, damit sie bei der Aufhebung des deutschen Fernmeldemonopols 1998 nicht allzu schlechte Karten hat.
Der Modem -und Kommunikationshardware herstellende US-Konzern US-Robotics, hat bereits im letzten Jahr 200 Millionen US$ Umsatz gemacht. Momentan gibt es keinen anderen Markt, der so einen Boom erlebt, wie der der Telekommunikation.
In vielen deutschen Städten gibt es bereits Pilotprojekte, für das nächste Jahrtausend. Vom eigenen Fernseher aus, soll der Anwender einkaufen, sich Videofilme aussuchen und ansehen und spielen können. Die neuen Dienste werden auch interaktiv sein, also auch der Kunde kann beim Fernsehen eingreifen. Die Daten werden digital übertragen. Diese Dienste brauchen aber auch eine neue technische Infrastruktur, mit den gegenwärtigen technischen Einrichtungen ist dies nicht mehr zu bewältigen.
So soll es z. B. den Dienst "Homeshopping" geben. Der Anwender kann per Fernseher und Fernbedienung in einem Katalog eines Versandhauses blättern. Möchte er aus diesem Katalog etwas kaufen, tippt er dies in seine Fernbedienung ein. Der Fernseher leitet die Daten gleich and den Zentralcomputer weiter. Die Bilder und die entsprechenden Daten wandern sofort vom externen Zentralcomputer zum Fernseher in den Haushalt und zurück.
Der nächste Dienst ist "Pay per View". Schaut sich der Anwender mit seinem Fernseher ein bestimmtes Fernsehprogramm an, werden ihm dafür Gebühren berechnet. Im Prinzip fast das gleiche wie heutiges Pay-TV (z. B. Premiere), nur fallen dann keine monatlich fixen Kosten an, sondern Dynamische, je nachdem wieviel der Anwender dieses Programm sieht. Dies wird seine Anwendung auf Spartenkanäle finden. Dann wird es Kanäle nur mit Sport, Western, etc. und Kinderprogrammen geben. Der Anwender sucht sich dann einen entsprechenden Kanal heraus.
Nach dem Willen der Konzerne, wird es auch "Video on demand" geben. Der Nutzer wählt sich aus einer Liste (am Fernseher) einen Videofilm aus, den er anschließend sehen möchte. Der Zentralcomputer beginnt dann umgehend, diesen Film an das Fernsehgerät zu senden. Der Film kann nur von diesem einen Anwender gesehen werden! Der Kunde bezahlt dann diesen Film per Karte oder Bankeinzug. Der Gang zur Videothek entfällt dann also. Eine Abart davon ist das "Near Video on demand", bei dem der gewählte Film, aus Rechnerkapazitätsgründen, nicht sofort gesendet wird.
Besonders für Kinder werden die "Videogames" angepriesen. Diese sind grafisch sehr aufwendig und werden vom Zentralcomputer an den entsprechenden Fernseher gesendet. Die Eingaben gehen auf gleichem Weg zurück.
Diese Dienste sind für jeden angeschlossenen Nutzer erreichbar. Wenn wirklich später jeder Bürger diese Dienste nutzen soll, müssen riesige Mengen an Daten transportiert werden. Allein für Video on Demand, bei dem sich jeder Haushalt seinen eigenen Film zeigen lassen kann. Für einen normalen Film in Fernsehqualität, ist eine Transfergeschwindigkeit von 6 bis 8 MBit/s nötig. Man stelle sich einen Häuserblock vor, deren Bewohner sich alle ein unterschiedliches Video des Zentralcomputers, zur gleichen Zeit ansehen. Über Telefonleitungen ist dies nicht mehr zu schaffen. Da aber viele Haushalte heute schon mit Kabelanschluß ausgestattet sind, werden diese einfach zum Datentransfer umfunktioniert. Ein Koaxialkabel (wie das beim Kabelfernsehen) hat ungefähr eine Kapazität von 10 MBit/s. Es reicht also, um ein Fernsehbild zu transportieren. Sogar ein langsamerer Rückkanal zum Zentralrechner ist damit noch möglich. Doch einen Häuserblock kann man mit einem Koaxialkabel nicht versorgen. Deshalb werden von dort Glasfaserkabel verlegt, die eine weitaus höhere Kapazität haben. Die Verbindung zum Fernseher des Anwenders, schafft eine Set-Top Box. Dies ist ein kleiner Kasten, der zwischen Kabelanschluß und Fernseher geschaltet wird. Später, wenn die Fernseher von sich aus "Highwaytauglich" sind, können diese Boxen entfallen.
Ein weiteres Problem ist die Computertechnik. Momentan gibt es noch keine Computer zu kaufen, die diese Datenfluten regulieren können.
Problematisch könnte auch die Art und Weise der Konzeption sein. Der Anwender soll eine Box für seinen Fernseher kaufen, über die er die neuen Dienste nutzen kann. Über eine Nutzung per PC wird erst in zweiter Linie nachgedacht. Aus den Erfahrungen der Telekom mit BTX sollten die Verantwortlichen eigentlich etwas gelernt haben. Als damals das BTX mittels speziellen Fernsehern und Terminals möglich wurde, blieb der Erfolg aus. Erst als der Telekom-Vorläufer Bundespost auch die Nutzung per PC gestattete, setzte ein BTX bzw. Datex-J Boom ein. Es bleibt unverständlich, warum die PC-Nutzung soweit in den Hintergrund gerückt wird, zumal im Jahre 2000 sowieso die Hälfte aller deutschen Haushalte einen PC haben werden. Die Verbindung zum Netz würde dann eben mit eine Set-Top Karte, statt mit einer Box hergestellt werden.
Das diese neue Technik in der Industrie vielfach Zuspruch findet, erkennt man daran, das sich viele große Konzerne an den Pilotprojekten beteiligen. Von Axel Springer über Bertelsmann bis Quelle sind alle dabei, die in ihren Marktsegmenten führend sind.
Doch wie sieht es mit dem Anwender aus? Umfragen haben ergeben, daß sich der "normale" Bürger diese Dinge überhaupt nicht wünscht. Bei der ganzen Technik, gibt es zudem immer stärkere Bedenken wegen des Datenschutzes. Wie kann garantiert werden, das die Daten des Zentralcomputers nicht mißbraucht werden? Bei einigen der neuen Dienstleistungen, wird es auch so etwas wie einen Tele-Doktor geben, der Patienten über hunderte von Kilometern untersuchen kann. Wie können persönliche Daten, geheim gehalten werden? Bislang ist immer noch keine Lösung in Sicht.
Was wird auch der Anwender selber für eine Rolle in dieser Gesellschaft spielen. Ist er nur dazu da, auf seiner Fernbedienung auf die Taste "KAUFEN" zu drücken? Wird er nur zu einem Sesselsitzenden Knöpfendrücker degradiert, der gefälligst nicht zu denken hat? Wird es genügend Anspruchsvolle Programme für Bildung und Erziehung geben? Gerade bei den Videospielen, ist der Jugenschutz (und die Eltern) gefragt. Auf viele von diesen Fragen, konnte bislang kein Verantwortlicher eine überzeugende Erklärung abgeben.
Was ist mit Menschen aus sozial einkommensschwächeren Schichten. Werden sich die neuen Dienste alle Leute leisten können? Denn eins ist klar, um an der neuen Gesellschaft teilnehmen zu können, braucht man vorallem eines: Geld. Wenn ein Netzanschluß bald so elementar wird, dann muß sichergestellt sein, das ihn jeder bekommen kann. Allerdings gibt es nicht mal Regelungen für einfachere Fälle, siehe Girokonto. Die Kosten für den Anwender werden im einzelnen nicht sehr hoch sein. Doch wie im Datex-J kommen die einen 10 Pfennig zu den anderen. Am Monatsende, bekommt man ein Dankesschreiben der Telekom. :-)
Die neue Welt kann phantastisch werden, doch die Frage ist nur ob sie es wird. Die Kosten für die Konzerne sind immens, doch anscheinend wird sich die Investition lohnen; für die Konzerne.
Nach vorsichtigen Schätzungen haben ca. 7 % aller deutschen Haushalten eine eigenen PC mit Modem. Im Jahre 2000 sollen es sogar fast ein Drittel sein. In anderen westlichen Ländern wird es ähnliche Entwicklungen geben. Alle Universitäten und viele Firmen haben bereits einen Netzzugang. In Deutschland sind also mehrere Millionen Menschen per elektronischer Post zu erreichen.
Bei so vielen Menschen, ist es vielleicht interessant zu erfahren, wer welche Netze nutzt und warum. Einerseits ist die Information sicher der Hauptgrund. Aber in vielen Netzen haben sich auch viele Gemeinschaften aus Usern aufgebaut. Nach einer Weile kennen sich die Nutzer untereinander, wenn auch nur per Mail. Auf gemeinsamen Treffen, lernt man sich dann schließlich kennen. So kommen auch menschliche Kontakte ohne Hilfe des Computers zustande. Die Geschichte vom kontaktarmen DFÜ-Freak ist nur eine Mär. Es gibt kaum einen anderen Schlag von Menschen, der noch kontaktfreudiger ist.
Trotzdem sind die Netze für viele Menschen auch sehr nützlich, um im Kontakt mit anderen Menschen zu bleiben. Dies sind vor allem ältere Leute, Behinderte oder Kranke.
Durch die Netze haben Personen auch die Möglichkeit, relativ anonym ein eigenes Leben zuführen, wenn dies gewünscht wird (und im Netz zugelassen ist). Durch ein Pseudonym ist in vielen Netzen die Identität der Person relativ wirksam verschleiert. Der Anwender kann sich dann so verhalten, wie er es gerne möchte und nicht, wie es der Alltag von ihm verlangt. Eine Scheinwelt also. Bei Netzen mit Realname-Pflicht, ist dies nicht so einfach möglich. Aber im Datex-J gibt es sehr viele dieser Personen.
Vielleicht gibt es auch aus diesem Anlaß so viele zweideutige Anbieter im Datex-J.
Um zu klären, wer welche Netze nutzt, wurde im Berliner Raum eine kleine nicht repräsentative Umfrage, unter den Netzteilnehmern gemacht. Die Auswertung wird eine grobe Analyse zulassen, und kann zumindest einen Trend im Nutzungsverhalten angeben.
So kam bei der Umfrage heraus, daß 40 % aller Nutzer über Mundpropaganda durch ihre Freunde und Bekannten zum Netz kamen. Genauso viele kamen zum erstenmal an der Uni oder in der Firma in Kontakt mit einem Netzwerk (s. Abb. 5.1).

Abb. 5.1: Wer kam wie zum Netz.
Die meisten aller Nutzer kamen in den Jahren 1989 bis 1992 in mindestens ein Netz (s. Abb. 5.2). Das dieses Datum mit der Maueröffnung zusammenfällt, mag in Berlin kein Zufall sein.
In den alten Bundesländern, mag sich dies nicht so niedergeschlagen haben. Vielleicht werden dort die meisten Nutzer im Zeitraum 1993 bis 1995 ihren Zugang zu einem Netzwerk erhalten haben.
Dazu zeitgleich begannen ja auch die ersten Presseberichte über das InterNet und die allgemeine Vernetzung. Das öffentliche Interesse an diesen Themen mag einerseits die Proklamation des Datenhighways der Clinton-Regierung in den USA sein. Aber ebenfalls wohl auch die erschreckende Berichte über Kriminelle, die sich selber Vernetzten um gemeinsam kriminelle Handlungen zu planen.
Gleichfalls kamen die ersten Berichte und Diskussionen über Pornographie und Jugendschutz in den Medien auf.

Abb. 5.2: Der Zeitpunkt des Netzeintrittes.
Die meisten Teilnehmer mit 62 %, nehmen sich zwischen 10 und 30 Stunden pro Monat Zeit für das Lesen und Schreiben, aber auch das "surfen" im Netz. Nur 26 % nehmen sich dafür weniger als 10 Stunden Zeit.
Gerade bei Online-Diensten, kann eine lange und regelmäßige Nutzung sehr teuer werden. Bei den meisten Netzanbietern, werden extra Zeit -oder Volumenabhängige Gebühren fällig. So haben sich beim Datex-J viele Leute mit 2000,00 DM bis 3000,00 DM pro Monat schon in den Ruin getrieben, weil sie die standardmäßge 600,00 DM Sperre von Datex-J aufheben ließen. Im CompuServe sind Rechnungen um 1000,00 US$ ebenfalls nicht selten!

Abb. 5.3: In welchen Netzen
Aus der Umfrage war weiterhin zu erkennen, daß die meisten Netzteilnehmer Mitglieder im weltweiten FidoNet oder InterNet waren. Spitzenreiter unter den deutschen Netzen, war das Datex-J. Immerhin 12 % aller Teilnehmer sind regelmäßig im Datex-J aktiv. In der Realität wird der Unterschied wohl nicht so kraß ausfallen. Doch das Verhältnis mag in etwa stimmen. Viele Leute ziehen, aus Kostengründen, wohl die nichtkomerziellen Netze vor. Zumal ein InterNet Zugang für einen Studenten gar nichts kostet.
Der Zweck der Nutzung war fast bei allen Bereichen gleich hoch. So wollten 41 % in den Netzen Informationen sammeln, und je 29 % wollten das Netz lieber zur Kontaktaufnahme und als Programmdatenbank (z. B. mittels FTP) nutzen. Dieses war für 34 % beruflich wichtig, 16 % nutzen die Netze für Beruf und Hobby und für den Rest, war die Netzteilnahme ein reiner Zeitvertreib.
Die Netzteilnehmer interessierten sich meisten für technische -oder wissenschaftliche Dinge. Dicht gefolgt von kulturellen Themen (s. Abb. 5.4).

Abb. 5.4: Für welche Art von Informationen wird das Netz genutzt.
Die Informationen, die sie aus den Netzen erhielten, bewerteten 73 % aller Teilnehmer als gut bis befriedigend. Die Hälfte aller Netznutzer war auch mit der Bedienung der Zugangssoftware zufrieden und erteilten die Note gut.
Von den Modems der Teilnehmer waren 74 % zu einer Geschwindigkeit von 14.400 Bit/s bis 19.200 Bit/s fähig. Fast 18 % waren auch schon zu den neueren höheren Geschwindigkeiten bis 28.800 Bit/s imstande. Immerhin 8 % waren auch schon mittels ISDN zu einer noch höheren Geschwindigkeit in der Lage.
Regelrecht erschreckend ist der Frauenanteil. Von einhundert Netzteilnehmern, sind 98 % männlich, also nur einen Frauenanteil von 2 %! Diese Zahl gibt vielleicht nicht die genaue Zusammensetzung wieder, doch vom Prinzip her ist sie voll zutreffend. Aus diesem Grunde haben sich einige Initiativen gebildet, um Frauen den Zugang zu erleichtern (s. FemNet).
Viele elektronische Medien locken mit dem Ruf der Hormone. Wie damals beim Start der Videobranche, ist auch bei der Computertechnik die Erotik ein guter Wachstumsmotor. Programme oder CD-ROMs mit zweideutigen Inhalten gibt es ja schon lange, doch mit der weltweiten Vernetzung ergeben sich neue Möglichkeiten.
Wenn der Anwender einen InterNet Zugang hat, ist damit auch gleichzeitig, daß wohl größte erotische und pornographische Archiv der Welt erschlossen. Viele elektronische WWW-Server von "Männermagazinen" bieten auch im InterNet ihre Dienste an (s. Abb. 5.5).

Abb. 5.5: Die Playboy Homepage
Neben diesen Servern, finden sich auch allerlei Sex-CD-ROM Anbieter. Per spezieller InterNet-Software kann der Anwender sich auch einen Live-Strip ansehen. Wer von dem Briefmarkengroßen Abenteuer nicht genug hat, schaut sich die vielen freiverfügbaren Bilder in diversen eindeutigen Binaries Newsgroups an. Einige von den gezeigten Bildern sind nach deutschem Recht sogar gesetzwidrig. Da die meisten Nutzer in den Netzen Männer sind, stellen die meisten Bilder nackte Frauen dar. Eine Tatsache, die Frauenorganisationen, aber auch den Jugendschutz Sturm laufen lassen.
Wer vom statischen Gestöhne der Bits und Bytes die Nase voll hat und lieber auf eine richtige (elektronische) Unterhaltung Lust hat, der geht ins Datex-J. Dort hat er garantiert die Möglichkeit, für viel Geld mit einem bezahlten, als Frau getarnten Animateur zu flirten. Für die 1,30 DM pro Minute bekommt der Mann auch echt was geboten. Virtuelles Petting am eigenen PC. Ist das auch nicht das wahre, geht er an eine der Partnervermittlungsagenturen. Nach ein paar Wochen und viel Geld, kommt der Anwender selber dahinter, daß dies auch nicht die beste Art und Weise ist, sich zu amüsieren. Steht er dann doch wieder auf Sexbilder, stellt er fest, daß alle Bilder die im InterNet umsonst waren, hier mindestens 2,00 DM kosten.
Irgendwann kommt der Interessent dann generell dahinter, das der Online-Sex zwar ein großes Geschäft - aber nicht sehr anregend ist.
Die Entwicklung des klinisch sauberen Sex geht mit der Zeit. In den Zeiten von AIDS und anderen unheilbaren Krankheiten, möchte jeder Sex mit jedem, ohne dabei Kopf und Kragen zu riskieren. Was liegt da näher, aus der Datenautobahn eine Hormonobahn zu machen und Karl Klein aus Kiel mit Lisa Land aus Landshut zu verbinden. Beide bekommen vorgemacht, das Schäferstündchen haben sie mit einem Hollywoodstar verbracht, und für beide war es dann ganz wundervoll. Danach sind sie wieder sie selbst und kehren in den Alltag als Taxifahrer und Friseuse zurück.
Wie funktioniert diese Illusion? Alle Wahrnehmungsorgane des Menschen (inkl. der erogenen Zonen) werden durch äußere elektronische Reize stimuliert. Vor den Augen hängt eine Brille, mit kleinen Bildschirmen. Die Hände stecken in speziellen Sensorhandschuhen und die Genitalien sind ebenfalls mit Sensoren und Vibratoren bestückt. Der Anwender kann sich dann entscheiden, ob er kompletten CyberSex will und sucht sich eine Computersimulation aus. Oder er läßt sich mit einer anderen Person, weit weit weg, verbinden.
Die entsprechenden Reize und optischen Eindrücke werden über eine 10 MBit/s schnelle Datenleitung übertragen. Der Computer auf der Gegenseite interpretiert diese Daten, inklusive Puls und Atmung der Testperson. Aus einem Algorithmus, der den wahrscheinlichen Höhepunkt berechnet, werden die Frequenzen der Stimulationen gesteuert. Bei einem Quotienten von zwei, werden die Reservesysteme und Saugaggregate aktiviert. Fließen die Bits und Bytes nur noch in einem Strom schnell hin und her, löst der Computer die automatische Notabschaltung aus, weil die Datenleitung zusammengebrochen ist. Carrier lost... typisch Telekom.
Der Anwender kann sich aber zumindest die besten Szenen ausdrucken lassen und mit nach Hause nehmen. Dort kann er dann darüber nachdenken: Was wäre wenn... die Datenleitung nicht zusammengebrochen wäre. :-)
Diese Art des CyberSex ist bereits in einigen Versuchslabors in der Erprobung (im Ernst jetzt!). Es ist also in der Tat damit zu rechnen, das diese Art der Befriedigung eines Tages für alle zugänglich sein wird. Sie paßt aber auch in unsere immer unpersönlicherere Welt.
In diesem Kapitel wurden versucht zu erläutern, wie die Zukunft der Vernetzung aussieht. Im Telekommunikationsmarkt steckt sehr viel Geld. Die Zeit der Hobbyanbieter und nichtkomerziellen Anbieter ist vorbei. 1995 wird als Jahr der Komerzialisierung des InterNets eingehen.
Neben den konventionellen Datendiensten, wurden verschiedene neue Dienste vorgestellt, die in den nächsten Jahren auf die Verbraucher zukommen.
Diese neuen Dienste können das Leben von Menschen sicher sehr vereinfachen. Doch leider ist weder die Qualität, noch der Datenschutz und andere wichtige Fakten gesichert. Die Zukunft muß zeigen, ob die neue Info-Welt wirklich besser ist. Denn eines ist sicher, es gibt rein gar nichts umsonst. Alles hat seinen Preis, selbst angenehme Dinge.
Außerdem dem Ausblick auf die Zukunft, wurde versucht die Gewohnheiten von Netzteilnehmern zu erfassen. Dazu wurde eine Umfrage veranstaltet. Diese ist in diesem Kapitel entsprechend ausgewertet und interpretiert worden.
Im letzten Abschnitt wurde der CyberSex vorgestellt und ironisch beschrieben. Damit schließt dieses Buch.
Die ASCII-Codes:
Zei. Dez. Hex. Oct. Bin Tast
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17 11h 021 00010001 ^Q DC1
18 12h 022 00010010 ^R DC2
19 13h 023 00010011 ^S DC3
¶ 20 14h 024 00010100 ^T DC4
§ 21 15h 025 00010101 ^U NAK
22 16h 026 00010110 ^V SYN
23 17h 027 00010111 ^W ETB
24 18h 030 00011000 ^X CAN
25 19h 031 00011001 ^Y EM
26 1Ah 032 00011010 ^Z SUB
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' 39 27h 047 00100111
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Ç 128 80h 200 10000000
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é 130 82h 202 10000010
â 131 83h 203 10000011
ä 132 84h 204 10000100
à 133 85h 205 10000101
å 134 86h 206 10000110
ç 135 87h 207 10000111
ê 136 88h 210 10001000
ë 137 89h 211 10001001
è 138 8Ah 212 10001010
ï 139 8Bh 213 10001011
î 140 8Ch 214 10001100
ì 141 8Dh 215 10001101
Ä 142 8Eh 216 10001110
Å 143 8Fh 217 10001111
É 144 90h 220 10010000
æ 145 91h 221 10010001
Æ 146 92h 222 10010010
ô 147 93h 223 10010011
ö 148 94h 224 10010100
ò 149 95h 225 10010101
û 150 96h 226 10010110
ù 151 97h 227 10010111
ÿ 152 98h 230 10011000
Ö 153 99h 231 10011001
Ü 154 9Ah 232 10011010
¢ 155 9Bh 233 10011011
£ 156 9Ch 234 10011100
¥ 157 9Dh 235 10011101
p 158 9Eh 236 10011110
f 159 9Fh 237 10011111
á 160 A0h 240 10100000
í 161 A1h 241 10100001
ó 162 A2h 242 10100010
ú 163 A3h 243 10100011
ñ 164 A4h 244 10100100
Ñ 165 A5h 245 10100101
ª 166 A6h 246 10100110
º 167 A7h 247 10100111
¿ 168 A8h 250 10101000
_ 169 A9h 251 10101001
¬ 170 AAh 252 10101010
½ 171 ABh 253 10101011
¼ 172 ACh 254 10101100
¡ 173 ADh 255 10101101
« 174 AEh 256 10101110
» 175 AFh 257 10101111
_ 176 B0h 260 10110000
_ 177 B1h 261 10110001
_ 178 B2h 262 10110010
¦ 179 B3h 263 10110011
¦ 180 B4h 264 10110100
¦ 181 B5h 265 10110101
¦ 182 B6h 266 10110110
+ 183 B7h 267 10110111
+ 184 B8h 270 10111000
¦ 185 B9h 271 10111001
¦ 186 BAh 272 10111010
+ 187 BBh 273 10111011
+ 188 BCh 274 10111100
+ 189 BDh 275 10111101
+ 190 BEh 276 10111110
+ 191 BFh 277 10111111
+ 192 C0h 300 11000000
- 193 C1h 301 11000001
- 194 C2h 302 11000010
+ 195 C3h 303 11000011
- 196 C4h 304 11000100
+ 197 C5h 305 11000101
¦ 198 C6h 306 11000110
¦ 199 C7h 307 11000111
+ 200 C8h 310 11001000
+ 201 C9h 311 11001001
- 202 CAh 312 11001010
- 203 CBh 313 11001011
¦ 204 CCh 314 11001100
- 205 CDh 315 11001101
+ 206 CEh 316 11001110
- 207 CFh 317 11001111
- 208 D0h 320 11010000
- 209 D1h 321 11010001
- 210 D2h 322 11010010
+ 211 D3h 323 11010011
+ 212 D4h 324 11010100
+ 213 D5h 325 11010101
+ 214 D6h 326 11010110
+ 215 D7h 327 11010111
+ 216 D8h 330 11011000
+ 217 D9h 331 11011001
+ 218 DAh 332 11011010
_ 219 DBh 333 11011011
_ 220 DCh 334 11011100
¦ 221 DDh 335 11011101
_ 222 DEh 336 11011110
_ 223 DFh 337 11011111
_ 224 E0h 340 11100000
ß 225 E1h 341 11100001
_ 226 E2h 342 11100010
¶ 227 E3h 343 11100011
_ 228 E4h 344 11100100
_ 229 E5h 345 11100101
µ 230 E6h 346 11100110
_ 231 E7h 347 11100111
_ 232 E8h 350 11101000
_ 233 E9h 351 11101001
_ 234 EAh 352 11101010
_ 235 EBh 353 11101011
_ 236 ECh 354 11101100
_ 237 EDh 355 11101101
_ 238 EEh 356 11101110
_ 239 EFh 357 11101111
_ 240 F0h 360 11110000
± 241 F1h 361 11110001
_ 242 F2h 362 11110010
_ 243 F3h 363 11110011
_ 244 F4h 364 11110100
_ 245 F5h 365 11110101
_ 246 F6h 366 11110110
_ 247 F7h 367 11110111
° 248 F8h 370 11111000
· 249 F9h 371 11111001
· 250 FAh 372 11111010
_ 251 FBh 373 11111011
n 252 FCh 374 11111100
² 253 FDh 375 11111101
¨ 254 FEh 376 11111110
_ 255 FFh 377 11111111
NATURGESETZE von MURPHY:
1.) Wenn ein Listing Fehler aufweist, sieht es fehlerfrei aus.
2.) Wenn ein Fehler entdeckt und korrigiert wurde, stellt sich heraus, daß es schon zu spät ist. Folgerung: Nachdem die Korrektur falsch war, wird es unmöglich
sein, den Anfangszustand wieder herzustellen.
3.) Die Wahrscheinlichkeit des Geschehens steht im umgekehrten Verhältnis zum Wunsch.
4.) Jedes Programm, das gut beginnt, endet schlecht.
Alles, was schlecht beginnt, endet furchtbar. Folgerung: Was einfach aussieht, ist schwierig. Was schwierig aussieht, ist unmöglich.
5.) Zur Lösung von Problemen hat jede beteiligte Personmindestens einen Plan, der nicht funktioniert.
6.) Jeder Fehler tritt erst dann auf, wenn er die letzteKontrolle durchlaufen hat.
7.) Jedes Programm, in das sich ein Fehler einschleichen kann, wird auch einen enthalten. Folgerung: Jeder Fehler wird dort sitzen, wo er am spätesten entdeckt wird und den größtmöglichen Schaden anrichtet.
8.) Größere Änderungen werden immer dann verlangt, wenn ein Produkt eben ausgeliefert wurde.
9.) Garantieleistungen werden durch Zahlung der Rechnung ungültig.
10.) Je einfacher eine Änderung zu sein scheint, um so größere Kreise zieht sie und um so mehr Pläne müssen neu erstellt werden.
11.) Die Informationen, die am dringendsten benötigt wird, ist am wenigsten erreichbar.
12.) Jedes Programm, das läuft. ist veraltet. Jedes fertige Programm kostet mehrt und dauert länger. Jedes nützliche Programm wird geändert. Jedes nutzlose sofort dokumentiert.
13.) Wenn es ein System gibt, das falsche Daten sofort auswirft, wissen einige eine Möglichkeit, diese falschen Daten schon vorher zu bekommen.
14.) Computer sind unzuverlässig; Menschen auch.
15.) Systeme, die idiotensicher sind, werden auch nur von solchen bedient.
16.) Wenn eine Diskette im Laufwerk klemmt, wende Gewalt an. Wenn sie kaputt geht, hätte sie sowieso erneuert werden müssen.
17.) Wenn nichts mehr funktioniert, lies endlich die Gebrauchsanweisung.
18.) Die Lösung eines Problems ändert die Art desselben.
19.) Alle großen Entdeckungen wurden durch Irrtümer gemacht. Folgerung: Alle Irrtümer enden mit einer Entdeckung (des Irrtums).
20.) Unter genau kontrollierten Bedingungen von Temperatur, Feuchtigkeit, Druck und anderen Veränderlichkeiten wird der Computer genau das tun, was ihm gerade gefällt.
21.) Die Vorarbeit wurde immer von Personen ausgeführt, die noch dabei sind, ihre unterste Stufe der Unfähigkeit zu erreichen.
22.) Wer lächelt, wenn etwas schiefgeht, weiß einen, den er dafür verantwortlich machen kann.
23.) Es kommt nie darauf an, was ein Projekt kostet, sondern
wieviel man dabei einspart.
24.) Wenn Architekten so bauen würden, wie Programmierer ihre Programme machen, könnte ein einziger Specht ganze Städte zerstören.
25.) Alle am System Beteiligten werden sich vernünftig verhalten, wenn alle anderen Möglichkeiten ausgeschöpft sind. Letztens: Nichts ist so schlimm, daß es nicht noch schlimmer kommen könnte. Folgerung: Lächle, und fürchte dich nicht vor dem nächsten Tag.
26.) Alles, was man lange genug aufbewahrt hat, kann man wegwerfen. Kaum hat man etwas weggeworfen, braucht man es.
27.) Negative Erwartungen bringen negative Ergebnisse. Positive Erwartungen bringen auch negative Ergebnisse.
28.) Jeder hat irgendeinen Plan, der garantiert nicht funktioniert.
29.) Es ist unmöglich, etwas narrensicher zu machen, weil Narren so einfallsreich sind. Konstruiere ein System, das absolut narrensicher ist, und nur Narren werden es benutzen.
30.) Wo immer man sich auch anstellt, bei anderen Schlangen geht es immer schneller.
31.) Klappt ein Experiment schon mal, stimmt mit Sicherheit etwas damit nicht.
32.) Versuche nie, ein erfolgreiches Experiment zu wiederholen; es klappt nie mehr.
33.) Die Wahrscheinlichkeit, daß ein Honigbrot mit der bestrichenen Seite auf den kostbaren Teppich fällt, ist umso größer, je teurer der Teppich war.
34.) Wenn die Tatsachen mit der Theorie nicht übereinstimmen, muß man eben die Tatsachen ändern.
35.) Hast Du Zweifel an dem was Du sagst, nuschle!
36.) Ein Mensch mit einer Uhr weiß immer wie spät es ist. Ein Mensch mit zwei Uhren zweifelt immmer.
37.) Die ersten 90 Prozent einer Aufgabe verlangen 10 Prozent der Zeit, die restlichen 10 Prozent brauchen die anderen 90 Prozent.
38.) Versuch es nicht mit Gewalt, nimm einfach einen größeren Hammer!
39.) Wenn alles andere versagt, lies einfach die Gebrauchsanweisung, dann ist dir wenigstens klar, warum.
40.) Wenn Du schon nicht überzeugen kannst, stifte wenigstens Verwirrung.
41.) Wenn im Laufe mehrerer Monate nur drei wichtige Ereignisse stattfinden, werden sie alle am selben Abend sein.
42.) Man verliert keine Bücher durch Verleihen - außer denen, die man besonders gerne behalten hätte.
43.) Die Masse des Trödels wird immer die Anzahl der Schubladen übersteigen.
WEITERE GESETZE
===============
Großmann's Gesetz :
Komplexe Probleme haben einfache, leichtverständliche, aber
falsche Lösungen.
Flugg's Gesetz :
Wenn es notwendig wird, auf Holz zu klopfen, stellst du fest,
daß die Welt aus Aluminium und Vinyl besteht.
Ferguson's Regel :
Die Krise ist da, wenn du nicht mehr sagen kannst: "Vergeßt das
Ganze".
Sir Walter's Gesetz :
Die Neigung des Rauches (Zigarette, Lagerfeuer usw.), ins
Gesicht von jemand zu ziehen, hängt direkt mit der
Rauchempfindlichkeit dieser Person zusammen.
Roger's Gesetz :
Sobald die Stewardes den Kaffee serviert, kündigt der Pilot
Turbulenzen an.
Davi's Erklärung zu Roger's Gesetz :
Kaffee ist der Grund für Turbulenzen im Flugzeug.
Klipstein's Gesetze :
Angewandt bei allgemeiner Technik :
1.Eine Patentanmeldung wird bis zu einer Woche Vorrang haben
vor einer ähnlichen Anmeldung, die von einem unabhängigen
Arbeiter gemacht wurde.
2.Die Bestimmung der Liefertermine steht im umgekehrten
Verhältnis zur Knappheit des Terminplans.
3.Größen werden in den am wenigsten gebräuchlichen
Bezeichnungen ausgedrückt. Geschwindigkeit z.B. wird in
Achtelmeilen per 14 Tagen ausgedrückt.
4.Jeder Draht, in eine bestimmte Länge geschnitten, wird zu
kurz sein.
Angewandt bei Modellen und Produktionen :
1.Toleranzen werden sich in eine Richtung zum Zwecke der
größten Schwierigkeit beim Montieren ansammeln.
2.Wenn ein Projekt 'n'-Komponenten verlangt, werden 'n-1'-
Komponenten auf Lager sein.
3.Ein Motor wird sich in die falsche Richtung drehen.
4.Eine falsche Sicherheitsschaltung wird eine andere zerstören.
5.Ein Transistor, geschützt durch eine schnell wirkende
Sicherung, wird die Sicherung schützen, indem er zuerst
durchbrennt.
6.Ein Fehler wird erst auftreten, wenn er die letzte Kontrolle
durchlaufen hat.
7.Ein gekauftes Bauteil oder ein Apparat wird so lange
funktionieren und wirklich nur so lange, um durch die
Eingangskontrolle zu kommen.
8.Nachdem bereits 16 Halterungsschrauben von einer Abdeckung
entfernt worden sind, wird man feststellen, daß die falsche
Abdeckung entfernt worden ist.
9.Nachdem eine Abdeckung durch 16 Schrauben gesichert wurde,
wird festgestellt, daß die Dichtung vergessen wurde.
10.Nachdem der Apparat in Betrieb genommen wurde, findet man
die restlichen Teile auf dem Arbeitsplatz.
Smith's Gesetz :
Ein richtiges Problem hat keine Lösung.
Hoare's Gesetz der großen Probleme :
In jedem großen Problem steckt ein kleines, das gerne raus
möchte.
Schainker's Umkehr von Hoare's Gesetz der großen Probleme :
In jedem kleinen Problem steckt ein großes, das gerne raus
möchte.
Big Al's Gesetz :
Eine gute Lösung kann auf praktisch jedes Problem angewendet
werden.
Die Römische Regel :
Derjenige, der sagt: "Es geht nicht", soll den nicht stören,
der's gerade tut.
Van Herpen's Gesetz :
Die Lösung eines Problems besteht darin, jemanden zu finden,
der das Problem löst.
Peter's Prinzipien :
In einer Hierachie versucht jeder Untergebene seine Stufe der
Unfähigkeit zu erreichen.
Folgerungen :
1. Zur rechten Zeit scheint jeder Posten von einem Angestellten
besetzt zu sein, der unfähig ist, seinen Pflichten
nachzukommen.
2. Die Arbeit wird von den Angestellten ausgeführt, die noch
nicht ihre Stufe der Unfähigkeit erreicht haben.
Spark's zehn Regeln für den Betriebsleiter :
1.Bemühen Sie sich, ungeheuer wichtig auszusehen.
2.Versuchen Sie, mit wichtigen Leuten gesehen zu werden.
3.Sprechen Sie mit Autorität; halten Sie sich jedoch nur an
eindeutige und erwiesene Tatsachen.
4.Verwickeln Sie sich nicht in Auseinandersetzungen, falls
aber doch, dann stellen Sie eine belanglose Frage und lehnen
sich mit einem zufriedenen Lächeln zurück, während Ihr
Gegner herauszufinden versucht, was los ist - dann wechseln
Sie schnell das Thema.
5.Hören Sie gespannt zu, während andere ein Problem
diskutieren. Mischen Sie sich mit einer banalen Behauptung
ein, und beenden Sie das Thema.
6.Wenn ein Untergebener Ihnen eine präzise Frage stellt, dann
sehen Sie ihn an, als ob er den Verstand verloren hätte.
Wenn er dann die Augen niederschlägt, stellen Sie ihm die
gleiche Frage, nur etwas abgeändert.
7.Verschaffen Sie sich einen ausgezeichneten Ruf, aber halten
Sie sich im Hintergrund.
8.Machen Sie außerhalb des Büros energische Schritte - dies
hält Untergebene und Vorgesetzte von Fragen ab.
9.Halten Sie die Bürotür immer geschlossen.
Das wehrt Besucher ab und erweckt auch den Eindruck, als ob
Sie immer eine wichtige Sitzung hätten.
10.Geben Sie alle Anweisungen mündlich. Schreiben Sie nie etwas
auf, es könnte in die Dringlichkeits-Ablage (Pearl-Harbour-
Ablage) kommen.
Smith's Gesetz der Computer-Reparatur :
Gehäusebohrungen sind 1/2 Zoll zu klein.
Ableitung :
Bohrungen, die den richtigen Durchmesser haben, sind an der
falschen Stelle.
Strano's Regel :
Wenn alles andere versagt hat, versuchen Sie es mal mit dem
Vorschlag des Chefs.
Brintnall's zweites Gesetz :
Wenn Sie zwei Anweisungen erhalten, die sich ausschließen,
gehorchen Sie beiden.
Johnson's Gesetz :
Die Zahl der Bagatellerkrankungen bei den Mitarbeitern ist
umgekehrt proportional zur Gesundheit der Firma.
Truman's Gesetz :
Wenn Sie sie nicht überzeugen können, dann verwirren Sie sie.
Good's Regel - angepaßt :
Wenn der Lösungsweg nicht auf dein Problem paßt, dann ändere
einfach das Problem.
Warren's Regel :
Willst du den Fachmann herausfinden, nimm den, der die meiste
Zeit braucht und die höchsten Kosten für eine Sache voraussagt.
Hawkin's Fortschrittstheorie :
Fortschritt besteht nicht darin, eine falsche Theorie durch
eine richtige zu ersetzen. Er besteht darin, eine falsche
Theorie durch eine spitzfindigere falsche zu ersetzen.
Clarke's Gesetz der revolutionären Ideen :
Jede revolutionäre Idee - in Wissenschaft, Politik, Kunst oder
sonstwo - bringt drei Phasen der Reaktion :
1. Es ist unmöglich - ich verschwende nicht meine Zeit.
2. Es ist möglich - aber es ist es nicht wert.
3. Ich sagte ja, daß es im großen und ganzen eine gute Idee
war.
Segal's Gesetz :
Ein Mann mit einer Uhr weiß, wie spät es ist.
Ein Mann mit zwei Uhren ist sich nie sicher.
Weinberg's zweites Gesetz :
Wenn Baumeister Gebäude bauten, so wie Programmierer Programme
machen, dann würde der erste Specht, der vorbeikommt, die
Zivilisation zerstören.
Grundlegende Konstruktionslehre :
Mach es zu groß und hau solange drauf, bis es paßt.
Poulsen's Prophezeiung :
Wenn etwas bis zur Grenze seiner Möglichkeiten genutzt wird,
geht es kaputt.
Rap's Gesetz der unbeseelten Reproduktion :
Wenn man etwas oft genug auseinandernimmt und wieder
zusammensetzt, hat man schließlich zwei davon.
Vesilind's Gesetze des Experimentierens :
1. Wenn die Wiederholung Schwierigkeiten macht, führe den Test
nur einmal durch.
2. Wenn eine Gerade als Ergebnis verlangt wird, messe nur
zweimal.
Greer's drittes Gesetz :
Ein Computerprogramm tut, was du schreibst, nicht was Du
willst.
Harvard Gesetz :
Unter den genau kontrollierten Bedingungen von Druck,
Temperatur, Volumen, Feuchtigkeit und anderen
Veränderlichkeiten wird der Organismus tun, was ihm gefällt.
Gesetz der selektiven Schwerkraft :
Ein Gegenstand fällt immer so, daß er den größten Schaden
anrichtet.
Jenning's Folgerung :
Die Möglichkeit, daß das Brot auf die Butterseite fällt,
steht im Verhältnis zum Preis des Teppichs.
Klipstein's Folgerung :
Das beste ist es, es fallen zu lassen.
Lowery's Gesetz :
Wenn es klemmt - wende Gewalt an. Wenn es kaputt geht, hätte es
sowieso erneuert werden müssen.
Einführung in die moderne Wissenschaft :
1. Ist es grün und schlängelt sich, dann ist es Biologie.
2. Wenn es stinkt, dann ist es Chemie.
3. Wenn es nicht funktioniert, ist es Physik.
Cerfs' Erweiterungen der Einführung :
4. Wenn man's nicht versteht, ist es Mathematik.
5. Wenn es unlogisch ist, dann kann es entweder Ökonomie
oder Psychologie sein.
Mr. Cooper's Gesetz :
Wenn Sie ein bestimmtes Wort in einem wissenschaftlichen Text
nicht verstehen, dann ignorieren Sie es. Der Text ergibt auch
ohne das Wort einen Sinn.
Bogowitsch's Ableitung zu Mr. Cooper's Gesetz :
Wenn der Text ohne das Wort keinen Sinn ergibt, ergibt er
auch mit dem Wort keinen.
Weiner's Gesetz der Bibliotheketen :
Es gibt keine Antworten, nur Querverweise.
Mr. Cole's Grundsatz :
Die Summe der Intelligenz auf dem Planeten ist eine Konstante;
die Bevölkerung wächst.
Steele's Plagiat über irgendeine Philosophie :
Jeder sollte an etwas glauben - ich glaube, ich bekomme noch
ein Glas.
Paul's Gesetz :
Vom Fußboden kann man nicht fallen.
Chapman's Kommentar :
Kinder brauchen drei Jahre, um Paul's Gesetz zu begreifen.
Ringwald's Gesetz der Haushaltsgeometrie :
Alle horizontalen Flächen werden in kurzer Zeit mit Gerümpel
bedeckt.
O'Reilly's Gesetz für die Küche :
Sauberkeit ist fast unmöglich.
Horowitz' Gesetz :
Wenn du das Radio andrehst, wirst du immer die letzten Takte
deines Lieblingslieds hören.
Van Roy's Gesetz :
Ein unzerbrechliches Spielzeug kann man gut dazu verwenden, um
andere Spielsachen damit kaputtzumachen.
Grandpa Charnock's Gesetz :
Solange du nicht Auto fährst, lernst du nie richtig fluchen.
Phillip's These :
Allradantrieb bedeutet, daß man dort steckenbleibt, wo der
Abschleppwagen nicht hinkommt.
Haldane's Gesetz :
Das Weltall ist nicht nur seltsamer, als wir es uns vorstellen;
es ist seltsamer, als wir es uns vorstellen können.
Fowler's Notiz :
Das einzige unvollkommene Ding der Natur ist die menschliche
Rasse.
Murphy's Gesetz.
Amerikanisch, formlos. Der Grundsatz, daß alles, was nur
möglich ist, schiefgeht (Ursprung unbekannt)!
Folgerungen :
1. Nichts ist so leicht, wie es aussieht.
2. Alles dauert länger, als man glaubt.
3. Wenn es eine Möglichkeit gibt, daß Dinge schiefgehen, so
wird das schiefgehen, das den größten Schaden anrichtet.
4. Wenn man feststellt, daß es vier Möglichkeiten gibt, die
einen Vorgang schiefgehen lassen können und man diese
ausschaltet, wird sich bestimmt noch eine fünfte finden
lassen.
5. Dinge sich selbst zu überlessen, führt vom Regen in die
Traufe.
6. Immer, wenn man etwas ernsthaft machen möchte, kommt etwas
anderes dazwischen.
7. Jede Lösung bringt nur neue Probleme.
8. Es ist unmöglich, etwas ganz sicher zu machen, denn
Dummköpfe sind zu erfinderisch.
9. Die Natur ergreift immer die Partei des versteckten Fehlers.
10. Mutter Natur ist ein böses Weib.
Das ausgeweitete Gesetz Murphys :
Wenn eine Kette von Ereignissen schiefgehen kann, wird das auch
in der schlimmstmöglichen Reihenfolge geschehen.
Nachtrag zu Murphys Gesetz :
Die exakte mathematische Formel für Murphy's Gesetz lautet:
"1 + 1 = 2", wobei "=" ein Symbol mit der Bedeutung "selten,
wenn überhaupt" ist.
Murphy's Unsicherheitsfaktor :
Daß etwas schiefgegeangen ist, weiß man immer nur, wenn man
gerade eine ungerade Zahl von Fehlern gemacht hat.
Dude's Gesetz über Alternativen :
Von zwei möglichen Ereignissen wird nur das nicht gewünschte
tatsächlich eintreffen.
Hane's Gesetz :
Ein Gesetz dafür, wie schlimm es noch werden kann, ist nicht
vorhanden.
Schopenhauer's Entropie-Gesetz :
Wenn man einen Teelöffel Wein in ein Faß Jauche gießt, ist das
Resultat Jauche.
Wenn man einen Teelöffel Jauche in ein Faß Wein gießt, ist das
Resultat ebenfalls Jauche.
Young's Gesetz der Telekinese :
Alle unbeseelten Gegenstände können sich gerade so weit
bewegen, daß sie einem im Weg sind.
ISO Country Codes
The International Standards Organization keeps a list of two letter codes for the names of countries:
Afghanistan AF
Albania AL
Andorra AD
Angola AO
Anguilla AI
Antarctica AQ
Antigua and Barbuda AG
Argentina AR
Armenia AM
Australia AU
Austria AT
Bahamas BS
Barbados BB
Belgium BE
Belize BZ
Bermuda BM
Bolivia BO
Botswana BW
Brazil BR
Bulgaria BG
Burkina Faso BF
Byelorussian SSR BY
Cameroon CM
Canada CA
Chile CL
China (Volksrep.) CN
Colombia CO
Congo CG
Costa Rica CR
Cote d'Ivoire CI
Croatia HR
Cuba CU
Cyprus CY
Czechoslovakia CS
Denmark DK
Dominica DM
Dominican Republic DO
Ecuador EC
Egypt EG
Estonia EW
Ethiopia ET
Fiji FJ
Finland FI
France FR
French Guiana GF
French Polynesia PF
Germany DE
Ghana GH
Greece GR
Greenland GL
Grenada GD
Guadeloupe GP
Guatemala GT
Hong Kong HK
Hungary HU
Iceland IS
India IN
Indonesia ID
Ireland IE
Israel IL
Italy IT
Jamaica JM
Japan JP
Kenya KE
Kitts and Nevis KN
Korea (Republic of) KR
Kuwait KW
Latvia LV
Lesotho LS
Lithuania LT
Luxembourg LU
Macao MO
Macedonia MK
Malaysia MY
Mali ML
Martinique MQ
Mexico MX
Mozambique MZ
Namibia NA
Netherlands NL
Netherlands Antilles AN
New Caledonia NC
New Zealand NZ
Nicaragua NI
Niger NE
Norway NO
Panama PA
Papua-New Guinea PG
Paraguay PY
Peru PE
Phillippines PH
Poland PL
Portugal PT
Puerto Rico PR
Reunion RE
Romania RO
Saint Lucia LC
Saudi Arabia SA
Senegal SN
Seychelles SC
Singapore SG
Slovenia SI
South Africa ZA
Spain ES
Sri Lanka LK
Suriname SR
Sweden SE
Switzerland CH
Taiwan TW
Tanzania TZ
Thailand TH
Togo TG
Trinidad and Tobago TT
Tunisia TN
Turkey TR
USSR SU
Ukrainian SSR UA
United Arab Emirates AE
United Kingdom GB
United Kingdom UK
United States US
Uruguay UY
Vanuatu VU
Venezuela VE
Virgin Islands VI
Yugoslavia YU
Alle Programme auf dieser CD-ROM sind mit Sorgfalt auf Viren geprüft worden. Trotzdem ist es nie auszuschließen, daß sich nicht eventuell doch ein Virus in den Dateien versteckt. Weder der Autor noch der Verlag kann dafür die Haftung übernehmen.
Mehr Shareware oder PD Programme können Sie entweder per Modem, oder durch die Shareware-CDs des Sybex-Verlages erhalten.
Auf der CD-ROM sind alle, in diesem Buch erwähnten Shareware Programme enthalten. Zusätzlich sind als Bonus noch einige Spiele hinzugefügt worden.
Die meisten Programme sind direkt von der CD startbar. Einige müssen jedoch auf die Festplatte kopiert werden. Um ständig mit diesen Programme zu arbeiten, empfiehlt es sich sowieso, diese auf die Platte zu kopieren. Sie sind dann ständig verfügbar und auf sie kann schneller zugegriffen werden.
Die CD-ROM gliedert sich in die Bereiche Spiele und Programme. Auf der CD finden sich die entsprechenden Programme entweder im "SPIELE" oder im "PROG" Verzeichnis.
Im Verzeichnis "SPIELE", sind die Spielprogramme nach ihrer Kategorie sortiert. Also entweder Action, oder Abenteuerspiele etc. Alle Spiele liegen als ZIP-Archiv vor. Um diese Spiele zu spielen, generieren Sie auf ihrer Festplatte ein neues Verzeichnis:
md C:\SPIELE\CDSPIEL1
ÜDann kopieren Sie das Spiel von der CD in dieses Verzeichnis. Befindet es sich dort, dekomprimieren Sie es. Wenn Sie schon Kompressionsprogramme haben geben Sie
pkunzip -d <spielname.zip>
Üein. Das Programm entpackt dann das Spiel. Dann können Sie die entsprechende "Spiel-EXE-Datei" starten.
Haben Sie keine Kompressionsprogramme auf der Festplatte, kopieren Sie sich das Programm mit:
copy D:\SYBEX\PROG\PACKER\ZIP\*.* C:\DOS
Üauf die Festplatte (wenn "D:" der Laufwerksbuchstabe ihres CD-ROMs ist), oder benutzen Sie den Dateimanager von Windows. Dann wiederholen Sie den ersten Schritt.
Im "PROG" Verzeichnis finden Sie alle Programme, die in diesem Buch erwähnt wurden.
Im "INTERNET"-Verzeichnis sind alle Programme enthalten, die für einen InterNet-Zugang gebraucht werden. Erzeugen Sie auf ihrer Festplatte ebenfalls ein InterNet-Verzeichnis, mit einigen Unterverzeichnissen, die die entsprechenden Programme aufnehmen können. Kopieren Sie dann alle Programme von der CD-ROM in diese Verzeichnisse.
Konfigurieren Sie, mit Hilfe dieses Buches oder des Providers, das Programm Trumpet-WinSock. Anschließend können Sie ohne viel Konfiguration die anderen Programme starten und benutzen.
Trumpet muß immer geladen sein, wenn Aktionen im InterNet durchgeführt werden sollen.
Im Unterverzeichnis "HTML" ist der Big-Dummyguide durch das InterNet als HTML-Version abgelegt, also als WWW-Seiten. Sie können sich mit NetScape dieses Buch einfach ansehen, in dem Sie den Menüpunkt "File Local" ausführen.
Im "POINT"-Verzeichnis finden Sie eine Kopie von CrossPoint, dem universellen Shareware-Programm von Peter Mandrella. Dieses Programm ermöglicht es dem Nutzer in fast allen Netzen Point zu werden. Kopieren Sie sich alle Dateien in diesem Verzeichnis auf die Festplatte. CrossPoint sollte am besten in ein "XP" Verzeichnis kopiert werden. Um CrossPoint zu installieren starten sie "XP.EXE".
In "TEXTE"-Verzeichnis sind viele nützliche Texte, aber auch Mailboxlisten abgelegt. In Windows können Sie den Dateimanager benutzen, um sich alle Textdateien anzeigen zu lassen.
Um den Datex-J Decoder zu installieren, starten Sie unter Windows, von der CD-ROM im Verzeichnis "DATEXJ" das Programm "INSTALL.EXE". Der Datex-J Decoder wird dann auf ihrer Festplatte installiert.
Im "CSERVE"-Verzeichnis, sind alle Programme zu finden, die für CompuServe gebraucht werden. Im Ordner "WINCIM" wird das Programm "WDINST.EXE" unter Windows gestartet. Der WinCIM installiert sich das selbständig auf ihrer Festplatte. Gleiches gilt für NavCIS und den CompuServe NetLauncher. In jedem Verzeichnis existiert nur eine Datei, diese müssen Sie unter Windows starten.
Im Verzeichnis "SONST" sind alle Programme eingeordnet, die sonst nicht in die Struktur gepaßt hätten. Die meisten Programme wurden im Buch bereits erwähnt. Bei der Installation ist nicht viel zu beachten.
Bei einigen Programmen muß das "INSTALL.EXE" oder "SETUP.EXE" Programm gestartet werden.
Im Unterverzeichnis "DLLS" sind einige Windows-Dateien enthalten, die von vielen Programmen genutzt werden, und die eigentlich dem Anwender auch immer fehlen wenn er sie braucht. Kopieren Sie einfach diese Dateien in ihr Windows "system" Verzeichnis.
Bei "Telix for Windows" befindet sich das Installationsprogramm "SETUP.EXE" im "\SYBEX\PROG\SONST\TLX_F_W\DISK1"-Verzeichnis.
Im Ordner "GS" befindet sich Ghostscript. Dieses Programm ist ein Postscript-Interpreter. Postscript ist eine spezielle Druckersprache, die nur von sehr teuren Druckern beherrscht wird. Mit Ghostscript können alle Drucker Postscript-Dateien ausdrucken. Dies ist besonders für die UNIX-Welt wichtig. Um Ghostscript unter Windows zu nutzen, wird das Programm "GSVIEW.EXE" gestartet, welches sich im Unterverzeichnis "BIN" befindet.
Im "W32SOLE"-Verzeichnis liegt eine Erweiterung für Windows 3.x. Mit dieser Erweiterung können mit Einschränkungen 32-Bit Programme, die normalerweise für Windows NT oder Windows95 geschrieben worden sind, gestartet werden. Besonders einige InterNet-Software verlangt nach diesem Paket.
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